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Full text of "Linnaea entomologica : Zeitschrift herausgegeben von dem Entomologischen Vereine in Stettin"

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LINNARA 
ENTOMOLOGITA,. 


ZRITSCHRIFT 


HERAUSGEGEBEN 


VON DEM 


ENTONWOLOGISCHEN VEREINE 


IN Ss RE DENITEN 


— - 


NEUNTER BAND. 
MIT DREI TAFELN ABBILDUNGEN. 


m 
BERLIN 1354 


DRUCK UND VERLAG VON E, S. MITTLER UND SOHN. 
ZIMMERSTRASSE 84. 85. 


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vorwocrtt. 


Dem hiemit erscheinenden neunten Bande habe ich 
Seitens des naturwissenschaftlichen Publicums nur 
die freundliche Aufnahme zu wünschen, deren sich 
die früheren Bände in steigendem Maasse erfreuen, 
und an welcher ich um so weniger zweifle, als die 
Arbeiten meiner Freunde Suffrian und Zeller 
den Lesern der Linnaea ausreichend bekannt und 
verbürgt sind. 

Herrn Dr. Kriechbaumer’s Arbeit über Psithy- 
rus konnte mir nur willkommen sein, da leider das 
Feld der schönen und interessanten Hymenoptera 
noch immer im Verhältnisse zu seinem ungeheueren 
Reichthum wenig berufene Arbeiter findet. Mögen 


doch die ältern Herren Entomologi darauf bedacht 


IV 


sein, ihren leitenden Einfluss auf die Wahl der zu 
sammelnden Kerf-CGlasse bei Anfängern zu Gunsten 
der auffallend vernachlässigten Ordnungen Ortho- 
ptera, Hymenoptera, Diptera etc. geltend zu machen. 
Je mehr sich die entomologische Ausbeute durch 
die erleichterten Communicationen mit den entfern- 
testen Regionen steigert, um so dringender bedür- 
fen wir neuer specialkundiger Kräfte, um dem aus- 
ser Verhältniss steigenden Zuwachse des Materials 


wissenschaftliche Zügel anzulegen! 


Stettin, im November 1854. 


©. A. Dohrn, 


Vereins-Präsident. 


In hal 


Seite 
Verzeichniss der bis jetzt bekannt gewordenen Asiatischen 


Cryptocephalen, vom Schulrath Dr. E. Suffrian 1 


Beiträge zur Kenntniss deutscher Bienen, von Dr. J. Kriechbaumer 170 
(Hiezu Tafel 1.) 


Die Depressarien und einige ihnen nahe stehende Gattungen, 
beschrieben von P. C, Zeller 


2 189 
(Hiezu Tafel IT, und III.) 


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Per zeıchnıss 
der 


bis jetzt bekannt gewordenen 


Asiatischen Cryptocephalen. 
Vom 


Schulrath Dr. E. Suffrian. 


Obgleich Asien sich mit unserm Erdtheile in einem so unmittel- 
baren Zusammenhange befindet, dass dieser gar oft nur als ein 
blosser Anhang oder Vorsprung von ersterem betrachtet worden 
ist, so ist doch die asiatische Insektenfauna ungleich später, als 
die entfernterer Erdiheile, und namentlich Nordamerikas, zur ge- 
naueren Kunde unserer Naturforscher gelangt. Für diese, an 
einer Reihe von Familien leicht zu erweisende Thatsache bietet 
insbesondere auch die vorliegende Chrysomelinen-Gruppe ein 
sehr auffallendes Beispiel dar. Linne, der überhaupt nur einige 
wenige, von ihm zu seiner Gattung Chrysomela gezählte Arten 
aus Asien und zwar aus Indien kennen gelernt, kannte keinen 
einzigen, diesem Erdtheile eigenthümlichen Cryptocephalus: ja 
obgleich alle von ihm aufgeführten europäischen Arten dieser 
Gattung, so weit sie mit Sicherheit sich haben ermitteln lassen, 
ohne Ausnahme auch in Asien, und zwar fast alle sogar im 
nordöstlichen Asien zu finden sind, so ist ihm doch — wahr- 
scheinlich in Folge der damals sehr geringen Communication 
zwischen Schweden und Russland — bei keiner einzigen deren 
Vorkommen in jenem Erdtheile bekannt geworden. Auch Fa- 
bricius kennt, obwohl von den Arten, die er in der Entomo- 


logia systematica (1792) als europäisch aufzählt, nicht weniger 
IX. 


2 


als 18 sich zugleich in Asien finden, doch nur den Cr. trifa- 
sciatus aus China, und den (später gleichfalls in Europa auf- 
gefundenen) Cr. flavicollis aus Sibirien. Im Supplementum 
(1798) kommen drei Arten aus Ostindien, im Syst. Eleuthera- 
torum (1801) abermals drei Arten ebendaher hinzu; dass sein 
Cr. Billardierii aus der Südsee sich westlich bis zu den Sunda- 
Inseln ausdehne, blieb ihm unbekannt. Olivier in der ‚‚Ento- 
mologie‘‘ (1808) fügte abermals drei Arten aus Indien und 
eine vom Tigris hinzu, kannte das Vorkommen seines Cr, 6-no- 
tatus und ilicis in der Levante, und beschrieb einen Cr. san- 
guinolentus aus Afrika, dessen Beschreibung sich sehr gut auf 
eine ostindische Art anwenden lässt. Seitdem sind noch in Hü- 
gel’s Reise nach Kaschmir zwei südasiatische Arten beschrieben 
worden: unsere genauere Kenntniss der nordasiatischen dagegen 
verdanken wir ausschliesslich den russischen Entomologen (Fal- 
dermann, Menetries, Gebler), von denen besonders Gebler 
durch sorgfältige Beschreibung einer ganzen Reihe neuer Arten 
aus MWestsibirien und dem Altai diese Gattung bereichert hat. 
Durch das weitere Vordringen der russischen Sammler in das 
mittelasiatische Hochland, der englischen Reisenden in die süd- 
lichen Verzweigungen des Himalaya sind indess in den letzten 
Jahrzehenden abermals neue Artenreihen aufgefunden worden: 
andere, besonders ostindischen Ursprungs, befinden sich schon 
seit längerer Zeit, wenn gleich unbeschrieben und meist sogar 
namenlos, in einzelnen grösseren Öffentlichen Sammlungen des 
Festlandes; und so ist, wenn gleich die weiten Räume des in- 
nern China bis jetzt unsern Reisenden eben so verschlossen ge- 
blieben sind als die Schätze der auch hierin unzweifelhaft sehr 
reichen öffentlichen und Privatsamınlungen Englands unsern En- 
tomologen, doch allmählig ein Material mir zugänglich geworden, 
dessen Durchmusterung mir bei fortdauernder Beschäfligung mit 
dieser mir einmal lieb gewordenen Käfergruppe keine ganz un- 
dankbare Arbeit zu sein schien. Was in dieser Beziehung die 
Kaiserlichen und Königlichen Museen zu Berlin, Paris, Peters- 
burg, Stockholm und FYien, so wie die Fabricius’sche Samm- 
lung in Kiel darbieien konnten, ist mir durch die zuvorkom- 
mendste Gefälligkeit ihrer Vorstände, — was eine Reihe bedeu- 
tender Privatsammlungen enthielt, durch die bekannte Liberalität 
ihrer Besitzer zu freier Benutzung milgetheilti worden; und allen 


3 


diesen Herren — den Herren Behn, Boheman, Buquet, Dey- 
rolle, Fairmaire, Hopffer, Klug, Kollar, Gr. Mannerheim, 
Menetries, Milne-Edwards, Motschulsky, Schaum, Sturm, 
Westermann uw. A. — gebührt allein das Verdienst, wenn durch 
das nachfolgende Verzeichniss unsere Kenniniss dieser Insekten- 
gruppe und damit auch der asiatischen Käferfauna um ein nicht 
ganz Unerhebliches gefördert sein sollte. 


Dass die asiatischen Cryplocephalen sehr viele Analogieen 
mit den europäischen darbieten, dass dieselben, abgesehen von 
der Verbreitung vieler Arten über beide Erdtheile, vielfach die 
europäischen Formen nur wiederholen werden, lässt ein einziger 
Blick auf die Karte vermuthen und wird auch durch eine nä- 
here Kenniniss der Arten im vollen Maasse bestätigt. Im Norden 
vermag der Ural weder durch Höhe, noch durch Richtung eine be- 
deutende Scheidung zweier Faunengebiete zu bilden, und daher 
gehören die Arten des asiatischen Russlands fast ohne Ausnahme — 
eine solche bildet nur der Cr. semiviridis Man. und der fremd- 
arlige Monachus, beide aus Ostsibirien — dem nord- und 
mitteleuropäischen Typus an, so dass die alpinen und subalpinen 
Arten des Gebirgslandes die treffendsten Analogieen zu den eu- 
ropäischen Alpenarten darbieten. In gleicher Weise bilden Klein- 
asien und das syrische Vorland nur einen Theil des Mittelmeers- 
Faunengebiets, wiederholen daher auch hier nur die Formen, 
meist sogar nur die Arten, welche Europa für dies Gebiet dar- 
bietet; und enthalten als ihnen eigenihümlich nur die Artengruppe 
des Cr. undatus m., die sich von Armenien her einerseits bis 
nach Persien hinein, und andrerseits bis nach Aegypten hin aus- 
breitet. Als muthmaassliche Heimathsländer specifisch asiatischer 
Formen bleiben dann noch übrig das arabische Hochland, 
Centomologisch so gut wie unbekannt), das Hochland von Iran 
zwischen dem Tigris und Indus, dem Caspischen und Indi- 
schen Meere (an seinem Westrande die eigenthümliche — ame- 
rikanische — Pachybrachenform mit gefurcht-gestreiften Deck- 
schilden darbietend, sonst auch unbekannt), Indien vom Indus 
bis zum Meerbusen von Tunkin, mit Einschluss der indischen 
Inseln; endlich China und die Masse des mittelasialischen Ter- 
rassenlandes vom Altai bis zum Himalaya hinauf. Von diesen 
Gebieten ist bis jetzt nur Vorderindien etwas genauer durch- 


4 


forscht worden, und bietet, wenn auch keine Mamigfaltigkeit 
von Formen, doch eine bedeutende Anzahl von Arten dar, welche 
(neben einigen kleinern Gruppen) grösstentheils eine sehr eigen- 
thümliche, den eiförmigen Antillenarten habituell sehr nahe ver- 
wandte Gruppe bilden, andrerseits aber gewissen europäischen, 
überwiegend der Mittelmeersfauna eigenen Gruppen angehören. 
Hinterindien und die grossen Sunda-Inseln sind weniger, die 
kleinen Sunda - Inseln, nebst den Molukken, Philippinen, Japan 
und dem innern Hochlande gar nicht bekannt, und auch bei 
China beschränkt sich das Bekannte auf den alten Cr. trifa- 
sciatus Fab. und eine zweite von D. Bowring aus Hongkong 
gesandte Art. Aus dieser unserer geringen Kenniniss weiter 
asiatischer Ländersirecken, welche weit hinter unserer Bekannt- 
schaft mit dem Innern von Nordamerika zurückbleibt, erklärt sich 
ohne Zweifel auch die geringe Anzahl der bisher bekannt ge- 
wordenen Arten. Die leiztere umfasst bis jetzt nach dem unten 
folgenden Verzeichnisse 133 Arten in 5 Gattungen, während mir 
aus Europa 147 Arten in 3 Gattungen, aus Nordamerika gar 
183 Arten in 5 Gattungen mit Sicherheit bekannt geworden sind. 
Würden nun auch bei unserer mangelhaften Kenntniss der asia- 
tischen Arten weitere, auf solche Verhältnisse gegründete Schlüsse 
für jetzt noch der Zuverlässigkeit ermangeln, so tritt doch be- 
reis eine Beziehung mit voller Sicherheit hervor, nämlich das 
Zunehmen der Pachybrachen sowohl an absoluter Artenzahl als 
an relativem Gewichte, je weiter man auf der nördlichen Halb- 
kugel die Richtung von Osten nach Westen um die Erde ver- 
folgt. Aus dem weiten Gebiete vom Altai bis zum indischen 
Ocean, und vom Indus (je von Schiras aus östlich) bis zum chi- 
nesischen Meere ist noch kein Pachybrachys bekannt geworden, 
und dass dies kein blosser Zufall ist, beweiset die nicht geringe 
Zahl der bereits in Indien aufgefundenen ächten Cryptocephalen. 
Ueberhaupt bilden für Asien die Pachybrachen nur „z = 
0,050 der gesammten Cryptocephaliden, für Europa 7; = 0,116, 
und für Nordamerika gar 5 = 0,360, also über ein Drittel 
aller Arten. Unverkennbar ist daneben, wie innerhalb der asia- 
lischen Fauna bei aller Achnlichkeit mit der europäischen doch 
auch einzelne ganz entschieden amerikanische Formen auftauchen. 
Dahin gehören nicht allein der Monachus aus Sibirien, und die 
Pachybrachen mit gefurcht- gestreiften Deckschilden aus dem 


5 


Tigrisgebiete, sowie der vereinzelte Pachybrachys mit sieb- 
artig punktirten Deckschilden, dessen Heimath noch näher fest- 
gestelli werden muss: sondern einen annähernd amerikanischen 
Typus zeigen auch die kleinen eiförmigen Cryptocephali aus 
Vorder- und Hinterindien (s. unten die dritte Rotte), so wie die 
Cryptocephalen aus dem chinesischen Küstenlande, bei denen 
die Achnlichkeit mit den nordamerikanischen Formen des Cr. 
ornatus und venustus, aller Abweichung in der Zeichnung un- 
geachtet, sich dem Beschauer unwillkührlich aufdrängt. 


In der systematischen Anordnung der Cryptocephalen Aende- 
rungen in Vorschlag zu bringen, habe ich bei meiner fernern 
Beschäftigung mit denselben keinen Anlass gefunden. Ich bin 
jedoch durch fortgesetztes Studium dieser Thiere zu der Ansicht 
gelangt, dass eine von mir früher (Linn. Ent. VII. 107. in der 
Charakteristik der Gattung Scolochrus) nur kurz angedeutete 
Beziehung zwischen Halsschild , Schildchen und Deckschilden 
ein ganz bestimmtes und durchgreifendes Merkmal zur Trennung 
der Cryptocephali scutellati in ihren beiden Hauptgruppen 
darbietet, und sich deshalb zu dieser diagnostischen Trennung 
ungleich besser als die damit allerdings im Zusammenhange ste- 
hende Beschaffenheit des Prosternums eignet, ohne dass dadurch 
jedoch die Begränzung der Gattungen an sich eine Veränderung 
zu erleiden hätte. Bei einer Reihe von Arten nämlich ist der 
Hinterrand des Halsschildes jederseits buchtig ausgesehnilten, um- 
schliesst nach aussen die abgerundeten Schultern mit spitzen, 
mehr oder weniger lang hervorgezogenen Hinterecken, und zeigt 
in der Mitte einen deutlich hervortretenden, breit ausgerandeten 
Zipfel, welcher durch ein vor der Mitte des „Schildchens vor- 
springendes Stachelspitzchen doppelt ausgerandet erscheint, und 
mit diesem Spitzchen in ein an der Basis des Schildchens be- 
findliches Grübchen eingreifi. Durch diese, meist noch durch 
einen längs des ganzen Hinterrandes sich hinziehenden Kranz 
feiner Sägezähnchen verstärkte Zusammenfügung schliessen Hals- 
schild, Schildchen und Deckschilde so fesi an einander, dass eine 
Bewegung des ersiern nach oben gar nicht, nach unten nur 
in so weit möglich ist, als der Hinterrand des Prosiernums je 
nach seiner Beschaffenheit, insbesondere nach der Länge und 
Richtung der hier bei den meisten Arten vorhandenen Zipfel 


6 


es gestattet. Bei einer zweiten Reihe von Arten schliessen 
Schultern und Hinterrand des Halsschildes nicht ineinander; der 
letztere ist, von den stumpfen Hinterwinkeln ab, jederseits gerade, 
und geht durch einen leicht geschweiften Bogen in den nur 
wenig hervortretenden Mittelzipfel über, dessen aufgebogener 
Hinterrand sich mit Leichtigkeit über die Basis des Schildchens 
und den anstossenden Theil der Flügeldeckenwurzeln hinweg- 
schiebt, und dadurch eben so ungezwungen eine Bewegung des 
Halsschildes nach oben gestaltet, als solche nach unten durch 
den über das Mesosternum weggleitenden Hinterlappen des Pro- 
sternums ermöglicht wird. Dieser grössern Beweglichkeit des 
Halsschildes entspricht die Entwickelung der Vorderbeine, beson- 
ders der stark aufgetriebenen Vorderschenkel, welche wiederum 
zur Aufnahme ihrer kräftigen Gelenkköpfe und zum Bergen ihrer 
Muskelansätze eine grössere räumliche Ausdehnung des Hals- 
schildes erfordert, so dass letzteres durchgängig ein Drittel, bei 
den amerikanischen Scolochrus-Arten nicht selten fast die 
Hälfte des ganzen Körpers hinwegnimmt. Dass dieser Körperbau 
mit der noch sehr wenig bekannten Oekonomie dieser Thiere 
zusammenhänge, ist, wenn auch bis jetzt nicht durch Beobach- 
tungen nachgewiesen, doch keinesweges unwahrscheinlich. 

Mit Rücksicht auf die unten näher zu erläuternde neue Gal- 
tung Melixanthus m. entspringt aus diesen Beziehungen die 
nachfolgende, etwas veränderte Aufstellung der Gattungen, in 
welche ich der Uebersichtlichkeit wegen auch die nordamerika- 
nischen Formen mit aufnehme. 

I. Schildchen vorhanden. 
A. Rückentheile fest zusammengefügt. 

1. Fühler yndeutlich fadenförmig, mit abgesetzier 6glie- 
driger Keule. Mittelläche der Vorderbrust 
a. breiter als lang, hinten kreisförmig ausgeschnitten. 

Monachus Chevr.; 
b. länger als breit, hinten quer abgeschnitten, mit vor- 
springenden Ecken. Melixanthus m. 

2. Fühler fadenförmig, oben zusammengedrückt. (Mittel- 
fläche der Vorderbrust zweilappig oder zweispitzig.) 
Cryptocephalus Geoffr. 

B. Halsschild nach oben frei beweglich. Vorderbrust hinten 
einzipfelig; ihre Mittelfläche | ' 


7 


1. flach oder seicht längswulstig. 
a. Hinterzipfel derselben rund. Scolochrus m. 
b. Hinterzipfel pfriemlich zugespitzt. Mastacanthus m. 
2. längsrinnig, in einen dreieckigen Zipfel auslaufend. Pa- 
chybrachys Chr. 
II. Schildehen nicht sichtbar. Stylosomus m. 


9. Honachus Chevr. 
Linn. VI. 210. 


Augen ausgerandelt. 

Fühler undeutlich fadenförmig, mit abgeseizier, sechsglie- 
driger Keule. 

Rückentheile fest zusammengefügt; Vorderbrust breiter 
als lang, hinten bogig ausgeschnitten, vorn mit abgesetztem 
Halskragen. 

Schildchen vorhanden. 


1. M. peregrinus m. Eiförmig, stahlblau, Halsschild und 
Fühlerwurzeln roth; die Deckschilde regelmässig verloschen 
punktstreifig, mit tief eingedrückten Randstreifen und flachen, 
fein genarbten Zwischenräumen. L. 12°; Br. 3. 

Diese bis jetzt einzig bekannte asiatische Art dieser Gat- 
tung ist habituell am nächsten dem mexikanischen M. anagly- 
pticus m. verwandt, übrigens durch ihre einfache Farbenverthei- 
lung sogleich von allen amerikanischen Arten der Gattung zu un- 
terscheiden. Der Kopf flach, fein punktirt, schwarzblau; die 
Augen deutlich ausgerandet, das Kopfschild unten bogenförmig 
ausgeschnitten, mit vortretender Oberlippe, die Mundtheile pech- 
braun, mit dunklern Tastern. Die Fühler etwas länger als Kopf 
und Halsschild zusammengenommen, das Wurzelglied sehr lang 
und dünn, roth, die folgenden vier gleichfalls dünn, pechbraun; 
die sechs obern plötzlich stark verbreitert, schwärzlich. Das 
Halsschild kurz und breit, vorn stark übergewölbt, seitlich fein 
gerandet, die Vorderecken rechtwinklig, die hintern spitz vorge- 
zogen, der Hinterrand jederseits tief ausgeschweift, mit vortre- 
tendem, ausgerandetem Mittelzipfel, vor letzterm ein bogenför- 
miger Quereindruck. Die Farbe hell ziegelroth, mit zart bläulich 
sesäumtem Hinterrande; die Oberfläche fein und sparsam punk- 


ie) 


tirt, elänzend, an dem Hinterrande eine unordentliche Reihe 
liefer eingestochener Punkte. Das Schildchen sehr lang und 
spitz dreieckig, mit ausgeschweiften Seiten, glänzend stahlblau. 
Die Deckschilde breit eiförmig, längs der Wurzel niedergedrückt, 
dann etwas buckelig ansteigend, und hinterwärts wieder allmählig 
abgeflacht und verschmälert; die Schulterbeulen breit und stumpf, 
der Seitenlappen lang herabgezogen, die Spitzen einzeln breit 
zugerundet. Die Punkistreifen ziemlich deutlich, innerhalb des 
die Wurzel begleitenden Quereindrucks aus grubigen Ansätzen 
entspringend, aber schon von der Mitte ab undeutlich, und die 
mittleren hinterwärts kaum noch kenntlich; die beiden seitlichen 
furchenartig eingedrückt, und zwischen ihnen ein gewölbter, 
ziemlich glänzender Zwischenraum emporgehoben : die übri- 
gen Zwischenräume flach, fein genarbt und dadurch ziemlich 
matt. Die Farbe dunkel stahlblau. Das Pygidium fein punktirt 
und behaart, schwarzblau. Die Vorderbrust roth, fast quadratisch, 
hinten breit und seicht ausgerandet, durch eine fein eingegra- 
bene Längslinie getheilt; die übrige Unterseite tief stahlblau, 
durch feine und dichte Punktirung matt. Die Vorderbeine pech- 
braun mit blauem Anfluge, an den Wurzeln von Schenkeln und 
Schienen röthlich durchschimmernd: die hintern Beine dunkelblau 
mit bräunlichen Schienenwurzeln; die Fussglieder schwärzlich mit 
braun durchscheinenden Wurzeln. Das letzte Segment des ein- 
zigen vorliegenden @ mit einer tiefen, länglichen und glänzenden 
Grube. 
Von Jakutzk. (Mus. Mannerheim.) 


2. Melixanthus n. 


Augen ausgerandet. 

Fühler undeutlich fadenförmig, mit abgesetzter, sechsglie- 
driger Keule. 

Rückentheile fest zusammengefügt; Vorderbrust län- 
ser als breit, hinten gerade abgeschnitten, mit scharf 
vorspringenden Ecken, vorn mit abwärts gebogenem Hals- 
kragen. 

Schildchen vorhanden. 

Ein kleiner, bis jetzt nur auf einem sehr beschränkten 
Raume vorkommender Käfer, der zwar dem Habitus nach einigen 


9 


Arten der unten folgenden dritten Cryptocephalen-Rotte täu- 
schend ähnlich ist, andrerseits sich aber durch den Bau seiner 
Fühler unmittelbar an Monachus anschliesst. Von dieser Gal- 
tung entfernt er sich wieder — abgesehen von Sculptur und 
Färbung — durch den Bau des Prosternums, und bildet dadurch 
ein Mittelglied zwischen ihr und den ächten Cryptocephalen, wie 
es sich in der nordamerikanischen Fauna noch nicht hat auffin- 
den lassen, aber bei fortschreitender Erforschung der hinter- 
indischen Inselgruppen vielleicht in noch weiterer Ausdehnung 
zu unserer Kenntniss gelangt. 

Der Körper der einzigen mir bekannt gewordenen Art ist 
kurz, schmal eiförmig, aber gestreckter als bei der gewöühn- 
lichen Monachenform, rothgelb mit schmutzig gebräunten Deck- 
schilden. 

Der Kopf breit und flach, mit langgestreckten, mässig aus- 
gebuchteten Augen und kurzem, deutlich abgeseiztem Kopfschilde; 
das Endglied der Vordertaster dünn, kurz, nach vorn abgekürzt 
kegelförmig sich verschmälernd. Die Fühler kurz, den Hinter- 
rand des Halsschildes nicht erreichend, mit schlankem, dünn keu- 
lenförmigem Wurzelgliede; das zweite Glied eiförmig, auch die 
drei folgenden nur kurz; die sechs obern plötzlich breit drei- 
eckig erweitert, eben so breit als lang, und dadurch eine un- 
deutliche aber doch stärker als bei Monachus gesägte Keule dar- 
stellend. Letztere bei dem 2 nicht ganz so dick, wie bei 
dem d. 

Das Halsschild nach vorn mässig übergewölbt, und durch 
das Zusammenkrümmen der bogig convergirenden, fein geran- 
deten Seiten verschmälert; die Hinterecken spitz vorgezogen, die 
Oberfläche sehr fein und dicht punktirt. 

Das Schildchen länglich-dreieckig, hinten wenig ansteigend; 
an der Wurzel das gewöhnliche Grübchen. 

Die Deckschilde längs der Wurzel und um das Schildchen 

etwas erhöht, vor dem breit und flach gewölbten Rücken seitlich 
stärker —, und hinterwärts sehr allmählig abfallend, hinten ein- 
zeln breit zugerundet, die Punktstreifen nach dem Aussenrande 
zu deutlich, oben besonders hinter der Mitte feiner, durch eine 
dichte und fein runzlige Punktirung der Zwischenräume ver- 
dunkelt. Das Pygidium etwas flach gedrückt, dicht und fein 
punktirt. 


10 


Die Unterseite gleichfalls dicht und fein punktirt; das Pro- 
sternum um die Hälfte länger als breit, vorn mit deutlichem, unter 
den Mundtheilen etwas verbreitertem und zu deren Aufnahme 
‘ herabgebogenem Halskragen, seitlich durch scharfe Leisten ge- 
randet, und deren Hinterenden als kurze, scharfe, über den quer 
abgeschnittenen Hinterrand hervortretende Spitzen sichtbar. Die 
Mittelbrust breiter als lang, hinten ausgerandet. Der letzte Bauch- 
ring sehr breit, bei dem S mit einer breiten, flach niederge- 
drückten, glänzenden Stelle, bei dem 2 mit einer flachen, aber 
gleichfalls sehr breiten, glänzenden Grube. 

Die Beine kurz, derb und kräftig, die Schienen unten merk- 
lich verbreitert, und die vordern zugleich etwas geschwungen. 
Die Fussglieder kurz, zusammengeschoben, bei dem & auffallend 
breiter als bei dem 2. 

Die Gattung ist bis jetzt nur in einem sehr beschränkten 
Bezirke in Hinterindien einheimisch, findet aber ohne Zweifel‘ 
auch noch auf den benachbarten Inseln ihre Vertreter. 

1. M. intermedius m. Rostroth, Fühlerkeule und Scheibe 
der Deckschilde verwaschen schwarz, die Punktstreifen der letz- 
tern fein, mit Jachen, fein runzlig-punktirten Zwischenräumen. 
Lil, 05: Brig“, 

Etwa von der Länge des Cr. parasiticus und insubidus, 
aber schmaler, gestreckter, hinterwärts noch etwas deutlicher 
verengt. Der Kopf flach, mit unten eingezogenem Rande des 
Kopfschildes und fein eingeschnittener Stirnlinie; die Punktirung 
fein, ziemlich dicht, die Farbe roströthlich, die langgedehnten 
Augen breit aber nur seicht ausgebuchtet. Die Fühler kurz, das 
zweite Glied ziemlich aufgeblasen, das dritte nicht länger aber 
dünner, das vierte diesem fast gleich, das fünfte an der Spitze 
schon eine schwache Erweiterung zeigend; die sechs obern stark 
dreieckig erweitert und zusammengedrückt, eine lockere, undeut- 
lich gesägte Keule bildend. Die Farbe der untern rostroth, der 
sechs obern schwärzlich. Das Halsschild ziemlich lang, nach 
vorn zwar verschmälert, aber nur mässig übergebogen; die tief 
herabgezogenen Seiten fein gerandet und nach vorn zusammen- 
gekrümmt; die scharfen Hinterecken deutlich ausgezogen und die 
Schultern umschliessend; der Hinterrand jederseits breit ausge- 
schweift, der Mittielzipfel breit, doppelt seicht ausgerandet, vor 
ihm jederseits ein flacher, fast quer liegender Eindruck. Die 


il 


Oberfläche sehr fein und zerstreut punktirt, spiegelglatt, rostroth. 
Das Schildchen fast gleichseitig dreieckig, mit einem Grübchen 
an der Basis, hell rostgelb mit bräunlichem Saume, gleichfalls 
spiegelglatt. Die Deckschilde aus breiter Basis schräg hinter- 
wärts fast geradlinig verschmälert, breit und flach gewölbt, hin- 
terwärts allmählig herabgesenkt; die Wurzel gegen den fest ein- 
gekniffenen Hinterrand des Halsschildes etwas ansteigend, die 
Schulterbeulen breit, an deren Innenseite nur der Anfang des 
fünften Punktstreifens etwas eingedrückt, der Seitenlappen wenig 
hervortretend. Die Punkistreifen regelmässig, vorn deutlich, von 
der Mitte ab schwächer, doch nicht ganz verschwindend; die 
Zwischenräume flach, vorn glänzend, bald aber und nach hinten 
immer deutlicher querrunzlig punklirt. Die Wurzel fein schwarz 
gesäumt, ausserdem das ganze Mittelfeld schmutzig schwarz- 
braun, nach den Seiten mit verwaschener Begränzung lichter, so 
dass besonders an der Wurzel und Spitze die auch sonst überall 
durchschimmernde rostrolhe Grundfarbe deutlich hervortritt. Py- 
gidium, Unterseite und Beine gleichfalls hell rostroth, nur die 
Schenkelspitzen etwas lickter, und die Krallenhäkchen schwarz. 
Die Fussglieder unten lang weisslich behaart und gewimpert. Der 
in dem Bau der Fühler, Fussglieder und des letzten Bauchringes 
hervortretende Geschlechtsunterschied ist oben schon berührt 
worden. 

Ein Pärchen, von dem Missionar Röttger gesammelt, im 
Mus, Berol. Als das Vaterland ist Bintam — ein Missionsbe- 
ziik auf Borneo — angegeben, 


3. Cryptocephalus Geoflr. 
Linn. II, 13. VI, 220. 


Augen ausgerandet. 
Fühler fadenförmig, oben zusammengedrückt. 


Rückentheile fest zusammengefügt; Vorderbrust länger 
als breit, hinten zweilappig oder zweispitzig, mit abwärls 
gebogenem Halskragen. 


Schildchen vorhanden. 


Erste Rotte. Fühler schlank und dünn; Körper kurz und 
gedrungen, hinterwärts etwas verschmälert, oben roth oder gelb, 


12 


mit schwarzen, theilweise netzförmig verzweigten Querbinden der 
derb punktstreifigen, glänzenden Deckschilde. Wenige Arten aus 
China und Vorderindien. | 


1. Cr. trifasciatus Fab. Oben ziegelroth, das Hals- 
schild mit einer, die Deckschilde mit zwei schwarzen Querbinden 
und schwarzer Spitze, die Punktstreifen grob mit gewölbten, 
glänzenden Zwischenräumen. L. 23— 33‘; Br. 13 —2'. 

Or. trifasciatus Fab. Ent. Syst. II. 61. n. Al! Syst. Eleuth. 11. 46. 

n, 28! 

Durch den kurzen, dicken, hinterwärts deutlich verschmä- 
lerten Körper dem nordamerikanischen Cr. ornatus und venu- 
stus nicht unähnlich, und zugleich durch die bedeutende Ver- 
änderlichkeit in der Zeichnung seiner Oberfläche auffallend. Der 
Kopf flach, derb und dicht punktirt, die Stirn der Länge nach 
etwas eingedrückt, durch eine feine, gebogene, die Fühlerhöcker 
verbindende Querleiste von dem Kopfschilde geschieden; letz- 
teres kurz, aber breit, über dem Unterrande breit halbmondförmig 
eingedrückt. Die Ausrandung der Augen breit und seicht. Die 
Farbe roth, ringsum schwarz gesäumt, und diese Säume zuweilen 
so breit, dass von der ganzen Färbung nur ein grosser, herz- 
förmiger Mittellleck und der obere grössere Theil des Kopfschil- 
des roth bleibt. Die Mundtheile pechbraun. Die Fühler etwa 
von halber Körperlänge, des Sg‘ derber und oben deutlicher er- 
weilert, des 2 dünner; das Wurzelglied wenig aufgetrieben, das 
zweite kurz birnförmig, das dritte etwas länger, aus dem Birn- 
förmigen ins Kegelförmige übergehend; das vierte noch ein 
wenig länger; die übrigen vom fünften ab zusammengedrückt 
und etwas verbreitert. Die Farbe schwarz, die vier bis fünf 
unteren bräunlich durchscheinend, mit geschwärzter Oberseite des 
Wurzelgliedes. Das Halsschild anscheinend kurz, mit mehr als 
der Hälfte vorn stark übergebogen und hier durch die tief ein- 
gezogenen, siumpfen Vorderecken verschmälert, auch seitlich ei- 
was zusammengedrückt und vor dem Schildchen jederseits schräg 
eingedrückt: die Seiten fein gerandet, nach vorn zusammenge- 
krümmt, vor den spilzen, schräg hinterwärts gerichteten und 
durch einen leichten Schrägeindruck etwas aufgetriebenen Hinter- 
ecken ausgeschweilt; der Hinterrand jederseits tief ausgeschnitten, 
deutlich gesägt, mit kurzem, breitem, doppelt ausgerandetem Mit- 
telzipfel. Die Oberfläche glatt, fast spiegelnd, mit feiner, zer- 


13 


streuter Punktirung. Die Farbe heller oder dunkler ziegelroth, 
die Säume, besonders ein breiter Hinterrand, schwarz; ausserdem 
auf der Mitte vier, eine unregelmässige, unterbrochene schwarze 
Querbinde bildende elliptische Querflecke, von denen die mittlern 
die grösseren sind; zwischen diesen zuweilen noch eine abge- 
kürzte, nach der Mitte des Hinterrandes zulaufende schwarze 
Längslinie. Durch Zusammenfliessen der Flecke enisteht eine in 
der Mitte unterbrochene oder auch ganz zusammenhängende, je- 
derseits verschmälerte und abgekürzte Querbinde, die zuletzt mit 
dem, sich an den Seiten nach vorn erweiternden Hinterrande 
zusammenfliesst, und ausser einem breitern oder schmalern lichten 
Vorder- und Seitenrande nur ein Paar von ihr umschlossene 
Querflecke von der Grundfarbe, zuletzt auch nicht einmal diese 
übrig lässt, so dass wohl noch Stücke mit ganz schwarzem Hals- 
schilde gefunden werden könnten. Das Schildchen dreieckig mit 
breit abgerundetem Hinterende und einem Grübchen an der Basis, 
kaum punktirt, glänzend schwarz. Die Deckschilde aus dem 
Walzenförmigen hinterwärts deutlich verschmälert, längs der gan- 
zen Basis niedergedrückt und dann aufgewulstet, die breiten, 
rundlichen Schulterbeulen durch einen seichten dreieckigen Ein- 
druck auf deren Innenseiten abgesetzt, die Seitenlappen kurz, 
aber tief herabgezogen. Die Spitzen einzeln breit abgerundet, 
fast abgestutzt. Die Punktstreifen schr regelmässig, die seitlichen 
lief eingedrückt, fast Furchen bildend, die Rückenstreifen schwä- 
cher, von der Wölbung ab fast verwischt, die Zwischenräume 
oben flacher — seitlichs tärker gewölbt, vorn fast spiegelnd, hin- 
terwärts fein querrunzlig. Die Farbe heller oder dunkler ziegel- 
roth, zuweilen (wie bei einem von Schönherr stammenden, 
übrigens vollständig ausgehärten Exemplare in Sturm’s Samm- 
lung) hell gelbroth; Wurzel, Naht, Spitze und der hintere Theil 
des Aussenrandes schwarz gesäumt, der Spitzensaum zu einem 
halbrundlichen, in die Flügeldecken hineingreifenden Flecke er- 
weitert; ausserdem auf jeder Flügeldecke zwei etwas wellige, 
an der Naht sich etwas hinterwärts krümmende und sie meistens 
erreichende Querbinden, die erste vor der Mitte und den Seiten- 
rand nicht berührend, aber mit dem Aussenende die Schulter- 
beule umfassend; die zweite breitere hinter der Mitte, bis zum 
Aussenrande ausgedehnt. Bei einzelnen Stücken theilt sich die 
vordere Binde in zwei unförmliche, durch den vierten Zwischen- 


14 


raum getrennte Schrägflecke (und diese Form dürfte wohl als | 
die ursprüngliche anzunehmen sein); bei andern, gewöhnlich 
zugleich auf dem Halsschilde überwiegend geschwärzten werden 
die Binden so breit, dass die Grundfarbe zu drei schmalen Quer- 
binden, deren beide vordern über dem Seitenlappen zusammen- 
hängen, zusammenschwindet. Das Pygidium deutlich punklirt, 
schwach behaart, schwarz; auch die Unterseite fein und dicht 
runzlig punktirt, dünn greishaarig, nebst den Beinen schwarz; 
die Mitte der Brust nebst Hüften und Schenkelwurzeln, auch der 
Mittelzipfel des ersten Bauchringes heller oder. dunkler ziegel- 
roth, zuweilen auch dessen Seitenzipfel nebst der Mitte des Hin- 
terrandes bräunlich. Der Vorderrand des Prosternums kahnförmig 
vorgezogen, die Hinterenden kurz, oben spitz. Das letzte Seg- 
ment des Z mit einer flach quer niedergedrückten, kahlen, glatten 
und glänzenden Stelle, des @ mit der gewöhnlichen, hier breiten 
und glänzenden, an den Seiten bräunlich gewimperten Grube. 

In China. (Mus. Fab. Berol. Sturm; insbesondere von 
Tschusan und Hongkong: Mus. Germar. Dohrn.) 

2. Cr. maleficus m. Schwarz, die Deckschilde ziegel- 
roth mit zwei schwarzen Querbinden, deren vordere abgekürzt 
und unterbrochen, die Punktstreifen mässig mit flach gewölbten, 
etwas gerunzeiten Zwischenräumen. 1.9341. Bus detus 

Von dieser, der vorhergehenden sehr ähnlichen und haupt- 
sächlich durch schwächere Punktstreifen und sehr abweichende 
Farbenvertheilung verschiedenen Art habe ich nur ein einzelnes 
schlecht erhaltenes und auch nicht gut ausgehärtetes Stück vor 
mir, weshalb die Beschreibung künftig noch wohl einige Aende- 
rungen zu erleiden haben wird: es scheint mir jedoch vollstän- 
dig genügend, um die Selbstsländigkeit der Art darzuthun und 
ihre spätere Wiedererkennung zu ermöglichen. Der Kopf flach, 
fein runzlig punktirt, mit schmaler aber deutlicher Stirnrinne, 
schwarz, Oberlippe und Mundtheile bräunlich, die Augen schmal 
aber tief ausgebuchtet. Die Fühler etwa von halber Körperlänge, 
das zweite Glied kurz und knotig, die folgenden ziemlich gleich 
lang, doppelt länger als das zweite, vom fünften an eiwas zu- 
sammengedrückt und erweitert, der Fortsatz des Endgliedes wenig 
bemerkbar. Die vier untern und die untere Hälfte des fünften 
rostgelb, etwas durchscheinend, die obern schwarz. Das Hals- 
schild kurz, vorn mässig übergewölbt und durch die tief herab- 


15 


‚gezogenen, wieder einwärts gekrümmten Vorderecken stark ver- 
schmälert, seitlich gerandet, mit wenig vortretenden, fast recht- 
winkligen Hinterecken; der Hinterrand jederseits deutlich ausge- 
schweift, der Mittelzipfel breit, wenig hervortretend. Die Ober- 
fläche spiegelglatt, schwarz. Das Schildchen breit dreieckig, mit 
etwas gerundeten Seiten, glatt, braunroth mit dunklern Rändern. 
Die Deckschilde breit gewölbt, hinterwärts verschmälert und nach 
der Spitze zu sich allmählig abflachend, vorn längs: der Wurzel 
eiwas aufgewulstet, mit kurzem aber breitem Seitenlappen; die 
Schulterbeulen wenig bemerkbar. Die Punktstreifen sehr regel- 
mässig, vorn derb und hinterwärts allmählig schwächer, aber 
nicht ganz verschwindend; die Zwischenräume breit und flach 
gewölbt, vorn glalt und glänzend, hinterwärts durch feine Run- 
zeln matter. Die Farbe dunkel ziegelroth, die Wurzel und die 
hintere Hälfte des Aussenrandes nebst der Spitze fein schwarz 
gesäumt. Ausserdem auf den Deckschilden zwei scharf begränzte, 
schwarze Querbinden; die vordere schmalere auswärts bis zur 
Schulterbeule reichend und diese mit einschliessend, an der Nahi 
breit unterbrochen und auch längs der Wurzel einen ihr selbst 
an Breite gleichen Zwischenraum freilassend ; die breitere hinter 
der Mitte von einem Aussenrande bis zum andern reichend, und 
den hintern Theil der Flügeldecken als einen lichten Querfleck 
abschneidend. Das Pygidium fein punktirt, dünn greishaarig, 
schwarz; auch die Unterseite und die kurzen, derben Beine ein- 
farbig schwarz. Die Hinterenden des Prosternums treten als 
kurze, spitzige Höcker hervor. Das letzte Segment des einzigen 
vorliegenden @ mit der gewöhnlichen, hier sehr grossen rund- 
lichen Grube. 

Ostindien, olne nähere Angabe des Fundortes. (Mus. 
Deyrolle, mit dem Zusatze: ‚Neelgherries? Delessert.“‘) 

3. Cr. tricinetus Koll. et Redt. Lehmgelb, eine vorn 
gezipfelte Hinterbinde des Halsschildes, Schildchen, zwei Quer- 
binden und die Spitze der Deckschilde schwarz; die Punktstreifen 
orob, mit gewölbten, glänzenden Zwischenräumen. L. 33 — 33‘; 
Br. 15 —2'". 

Cr. trieinctus Kollar et Redtenbacher in Hügels Reise etc. IV. 562. 
tab. 28. fig. 6! 

In der Farbenvertheilung dem bekannten Cr. irifasciatus 

Fab. ähnlich, aber noch etwas grösser, plumper, mehr gleich 


16 


breit, und an der auch unterseits lehmgelben Färbung leicht 
kenntlich. Der Kopf flach, die Stirn der Länge nach breit und 
seicht eingedrückt; das Kopfschild oberseits durch eine undeut- 
liche geschwungene Querlinie begränzt, die Augen breit ausge- 
randet. Die Punklirung nicht dicht, aber grob, auf dem Kopf- 
schilde feiner und zerstreuter; die Oberfläche dazwischen glän- 
zend. Die Farbe lehmgelb, der Nacken und ein von diesem auf 
die Stirn herabreichender, verwaschener Längsfleck schwarz, in 
den Augenbuchten ein bräunlicher Wisch, die Oberlippe lichtgelb. 
Die Fühler (des 2) von halber Körperlänge, kräftig; das zweite 
Glied kurz, verkehrt kegelförmig, fast doppelt länger als breit, 
das dritte 2zmal länger als das zweite, und die beiden folgen- 
den noch etwas verlängert; die obern etwa dem fünften gleich, 
der Fortsatz des Endgliedes stumpf dreieckig, wenig abgesetzt. 
Die fünf untern Glieder schmutzig gelb, das sechste gebräunt 
und die folgenden schwarz. Das Halsschild kurz, mit der grösse- 
ren Hälfte vorn übergewölbt, und zugleich durch die tief einge- 
zogenen Vorderecken stark verschmälert, die Seiten fein geran- 
det, nach vorn in breiten Bogen convergirend, die Hinterecken 
stumpf dreieckig, weit vorgezogen, durch einen seichten Schräg- 
eindruck etwas aufwärts gedrückt; der Hinterrand jederseits sehr 
tief ausgeschweift, daher der breite Mittelzipfel auch stark her- 
austretend, undeutllich doppelt ausgerandet. Die Oberfläche vor 
dem Schildchen jederseits breit abgeflacht, und der Hinterrand 
innerhalb der Schulterbeulen durch Uebergreifen des hier auf 
den Flügeldecken liegenden Eindrucks gleichfalls eingesenkt. Die 
Punklirung äusserst fein und zerstreut, daher die Oberfläche 
spiegelglait. Die Farbe lehmgelb, der abgesetzte Vordersaum und 
der sich nach der Mitte zu in schräger Richtung breit erwei- 
ternde Hinterrand, nebst einem aus dessen Mitte hervortretenden, 
mit seiner Spitze fast den Vorderrand erreichenden, schmal drei- 
eckigen Zipfel schwarz. Das Schildchen gleichseitig dreieckig, 
hinten schmal abgestutzt, mit deutlich niedergedrücktem Hinter- 
zipfel, hinterwärts schräg ansteigend, in der Mitte seicht quer 
niedergedrückt, an der Basis mit einem schwachen Grübchen, 
glänzend schwarz. Die Deckschilde fast walzlich und hinterwärts 
wenig verschmälert, mit breit gewölbtem, hinten sehr flach ab- 
fallendem Rücken, und eben so breit abgerundeten, fast abge- 
stutzten Spitzen, daher weit klaffender Naht; die Schulterbeulen 


17 


als breite, flache, innerseits durch dreieckige, tiefe Eindrücke ab- 
gesetzte Höcker hervortretend; die Seitenlappen kurz, aber tief- 
herabgezogen. Die Punktstreifen schr regelmässig, mit den fei- 
nern Vorderenden die Wurzel nicht ganz erreichend, in der 
Mitte derb und aus tiefen, dicht aneinander gerückten Punkten 
gebildet, nach der Wölbung zu wieder feiner, und hier die mitt- 
lern fast weggeschliffen; die Zwischenräume, besonders die seit- 
lichen, breit gewölbt, kaum punktirt, glänzend. Die Farbe lehm- 
gelb, ein schmaler, auch den Seitenlappen umziehender Saum 
und zwei Querbinden der Flügeldecken schwarz. Die vordere 
schmalere dicht hinter der Wurzel, deutlich aus zwei Flecken 
zusammengeflossen, die Vorderenden der Punktstreifen und die 
Schulterbeule einschliessend, an der Naht aber nur bis zu dem 
abgekürzten Streifen reichend und hier abgerissen, oder längs 
diesem Streifen mit der zweiten Binde zusammenhängend; diese 
zweite, breitere hinter der Mitte, mit ihren schmalern Aussen- 
enden den Randsaum berührend, längs der Naht nach vorn und 
hinten kreuzförmig erweitert, und dadurch zugleich mit der 
Spitze zusammenstossend, welche letztere durch einen, gewisser- 
maassen eine dritte Binde bildenden schwarzen Querfleck einge- 
nommen wird. Das Pygidium derb punklirt, schwach gekielt, 
dünn greishaarig, schmutzig lehmgelb, mit verwaschen schwärz- 
lichem Saume. Die Unterseite fein aber dicht punktirt und ge- 
runzelt, gleichfalls dünn greishaarig und schmutzig lehmgelb; die 
Parapleuren bis auf deren lichtgelbe Hinterenden, ein verwaschen 
dreieckiger Fleck am Hinterwinkel der Hinterbrust, und ein ähn- 
licher auf der Aussenseite der Vorderhüften schwärzlich. Die 
Schenkel lehmgelb mit gebräunter Aussenseilte; auch die Aussen- 
kanten der Schienen und die Fussglieder etwas geschwärzt. Die 
Hinterenden des Prosternums als kurze, stumpf dreieckige Lappen 
bemerkbar, der Vorderrand in einen breit dreieckigen Zipfel vor- 
gezogen und zur Aufnahme der Mundtheile etwas ausgehöhlt. 
Das letzte Segment des 9 mit einer grossen halbkugeligen, lang 
gelblich gewimperten Grube. 

Aus dem Hochgebirgslande im Norden von Vorder-Indien: 
— von Kaschmir (Hügel im Mus. Vindob.); von Mussoorie 
(Dr. Bacon im Mus. Deyrolle, von Letzterem auf Eichen ge- 
funden). 


IX. 2 


18 


4. Cr. bissexguttatus m. Hell gelbroth, die Flügeldecken 
‘schwarz mit sechs gelben Flecken (3, 2, 1); die Punktstreifen 
grob mit gewölbten, glänzenden Zwischenräumen. L.13— 22‘; 
Br. 13—13‘. 

Eine kleine und zierliche, in Habitus und Färbung an manche 
Mexicaner erinnernde Art, die sich aber durch ihren Bau und 
die derben Punktstreifen ihrer Deckschilde zunächst an die vor- 
hergehenden anschliesst, und auch eben so, wie sie, zu den 
seltensten asiatischen Arten zu gehören scheint. Der Kopf flach 
gewölbt, mit tief eingezogenem untern Theile des Kopfschildes, 
mit einzelnen Pünktchen bestreut und einer nur schwachen Stirn- 
rinne versehen, übrigens spiegelglatt, hell gelbroth, die Mitte et- 
was dunkler. Die Fühler des 9 fast von Körperlänge, oberwärts 
wenig. erweitert und zusammengedrückt, das dritte Glied etwa 
doppelt länger als das birnförmige zweite, das vierte und noch 
mehr das fünfte verlängert, die obern wieder ein wenig kürzer, 
der Fortsatz des Endgliedes deutlich abgesetzt, zugespitzi drei- 
eckig. Die Farbe schwarz, die untern Glieder bis zur Mitte des 
fünften hell gelbroth. Die Fühler des Q etwas kürzer, übrigens 
nicht verschieden. Das Halsschild mit mehr als 5 seiner Länge 
vorn übergewölbt, daher anscheinend kurz, breit kugelig und 
durch die tief eingezogenen Vorderecken nach vorn hin ver- 
schmälert, die Seiten fein gerandet, nach vorn fast geradlinig 
zusammengeneigt, die spitzen Hinterecken durch einen kurzen 
Schrägeindruck etwas emporgehoben; der Hinterrand jederseits 
tief ausgeschweilt, der Mittelzipfel deutlich doppelt ausgerandet. 
Die Oberfläche spiegelglatt, die Farbe hell gelbroth mit noch et- 
was lichtern Rändern. Das Schildchen lang dreieckig, hinten 
deutlich ansteigend, an der Basis mit einem Grübchen, übrigens 
gleichfalls spiegelglatt und hell gelbroth. Die Deckschilde an der 
Wurzel am breitesten, aber doch nicht völlig so breit, als der 
Hinterrand des Halsschildes, um das Schildchen herum etwas auf- 
gewulstet, die Schulierbeulen breit, rund, auf der Innen- und 
Aussenseite durch einen mit dem Vorderende eines Punkistrei- 
fens zusammenfallenden Eindruck abgesetzt; der Seitenlappen 
‘kurz, aber deutlich. Der Rücken breit gewölbt, bei hinterwärts 
fast geradlinig zusammengeneigten Seiten stark abfallend, die 
Spitzen einzeln sehr breit zugerundet, hinter dem Schildchen ein 
deutlicher Quereindruck. Die Punkistreifen sehr regelmässig, 


19 


aus tiefen, besonders vorn dicht aneinander gedrängten Punkten 
gebildet, hinterwärts kaum schwächer; die Zwischenräume gewölbt, 
spiegelglänzend. Die Farbe schwarz, mit sechs hellgelben Flecken 
auf jeder Flügeldecke; zwei unregelmässig dreieckige an der 
Wurzel zwischen Schildchen und Schulterbeule, der innere mit 
seiner vordern Hälfte unmittelbar an das Schildchen gelehnt; ein 
dritter, schmal länglicher ausserhalb der Schulterbeule im 
Schulterwinkel, noch durch einen schmalen Saum von dem Rande 
getrennt; zwei grosse länglich runde, auf der Mitte der Flügel- 
decke neben einander, und ein nicht minder grosser Querfleck 
an der Spitze. Uebrigens zeigt eine nähere Betrachtung sogleich, 
dass der schwarze Grund zwischen den drei Fleckenreihen eigent- 
lich zwei Querbinden gebildet hat, durch deren Umsichgreifen in 
netzförmiger Verzweigung der lichte Raum zwischen jenen Quer- 
binden in vereinzelte Flecke zerrissen worden ist. Das Pygi- 
dium deutlich punktirt, dünn greishaarig, einfarbig gelbroth; auch 
die Unterseite mit den Beinen gelbroih, die Schenkelspitzen et- 
was lichter, die untern Fussglieder schwach gebräunt. Die Hinter- 
enden des Prosternums als kurze, aber scharfe Dornen empor- 
gerichtet, die Mittelfläche desselben mit einzelnen groben Punkten 
besetzt, und vorn der Länge nach schwach aufgewulstet, Das 
letzte Segment des J' in der Mitte seicht quer niedergedrückt, 
des 2 mit einer tiefen, glänzenden, halbkugeligen Grube. 

Aus China (von Hong-Kong, Bowring im Mus. Dohrn. 
Germar.) 

Zweite Rotte. Fühler lang, aber derb; Körper kurz und 
gedrungen, hinterwärts verschmälert, spiegelglatt. Farbe licht 
gelb, mit schwarzen Punkten der Deckschilde, die Punkistreifen 
der letztern sehr fein, mit flachen Zwischenräumen. Die Krallen- 
häkchen hinter ihrer Krümmung mit einem breiten, blaltartigen 
Zahne. Wenige Arten aus Hinter-Indien. 

5. Cr. colon Germ. Heil strohgelb, Spitzen der Fühler, 
Saum und zwei Punkte der Flügeldecken (1, 1) nebst dem 
Schildchen schwarz, die Punkistreifen sehr fein, mit glänzenden 
Zwischenräumen. L. 2 — 3’; Br. 13—2'. 

Durch ihren breiten, hinterwärts stark verengten Körper 
schliesst sich diese Art eben so unverkennbar an die nächst vor- 
hergehenden an, wie sie sich durch ihre glänzende, licht stroh- 
gelbe Oberfläche, und ihre reine und einfache, scharf begrenzte 


20 


Zeichnung vor denselben bemerklich macht. Der Kopf flach, mit 
kaum zurücktretender Stirn, das Kopfschild kurz, breit, an der 
Oberlippe durch eine tiefe Querlinie getrennt; der Raum zwi- 
schen den Fühlern und über denselben durch unregelmässige Ein- 
drücke etwas uneben. Die Oberfläche deutlich aber sehr ver- 
einzelt punktirt, lackglänzend strohgelb, nur die langen und 
schmalen, tief ausgebuchteten Augen schwarz. Die Fühler mässig 
lang, mit langgestrecktem, dünnem Wurzelgliede, das zweite Glied 
kurz kegelförmig, das dritte doppelt und das vierte noch etwas 
mehr verlängert, die obern stark erweiterl und zusammenge- 
drückt. Das Wurzelglied hellgelb, die drei folgenden dunkler, 
die obern schwarz. Das Halsschild kurz und breit kugelig, vorn 
mit 3 der Länge stark übergewölbt, die Seiten kaum gerandet, 
mit breitem Bogen nach vorn zusammenlaufend; der Hınlerrand 
jederseits seicht ausgeschweift, mit kurzen, breit zugespitzten, 
durch einen Schrägeindruck etwas aufgequollenen Hinterecken, 
und breitem, doppelt leicht ausgerandetem Mittelzipfel. Die Ober- 
fläche sehr fein und zerstreut punktirt, spiegelglatt, hellstrohgelb, 
die Seiten noch etwas lichter, vor dem Schildchen jederseits ein 
schwacher Schrägeindruck. Das Schildchen fast gleichseilig drei- 
eckig, mit abgerundeter Spitze und einem Grübchen an der Basis, 
glänzend schwarz, Die Deckschilde kurz und breit, flach ge- 
wölbt und hinterwärts stark verschmälert, längs der Basis mit 
dem Hinterrande des Halsschildes tief eingesenkt, und um das 
Hinterende des Schildchens hoch ansteigend; die Schulterbeulen 
breit, wenig merkbar, und eben so der Eindruck auf deren In- 
nenseite nur schwach: der Seitenlappen kurz, aber deutlich. Die 
Punktstreifen sehr regelmässig, aus sehr feinen, ziemlich verein- 
zelien Punkien bestehend, auf der Wölbung schwächer, aber doch 
nicht ganz verwischt; die Zwischenräume flach, mit sehr feinen 
und vereinzelten Pünktchen zerstreut, spiegelglänzend. Die Farbe 
licht strohgelb; der ganze Saum der Flügeldecken, auch den 
Seitenlappen umziehend, schmal schwarz, und auf jeder Flügel- 
decke zwei schwarze Flecke, deren vorderer als Längsfleck auf 
der Schulterbeule, der hintere als Querfleck etwas einwärts ge- 
rückt, dicht vor der Wölbung. Pygidium und Unterseite fein 
punklirt, dünn behaart, und, wie die Beine, licht strohgelb, die 
untere Hälfte der Füsse nebst den Krallen _ schmutzig bräunlich 
angefiogen, die Krallenhäkchen hinter der Krümmung mit einem 


21 


breiten, stumpfen Zähnchen. Der Vorderrand des Prosternums 
zur Aufnahme der Mundtheile napfförmig ausgebogen, die Hinter- 
enden desselben breit dreieckig zugespitzt. Der letzte Bauch- 
ring des J' seicht quer eingedrückt, des 2 mit einer halbkuge- 
ligen, glänzenden Grube. 

In Siam (Mus. Berol. Germ.) und Assam (Mus. Berol. 
W esterm.). 

6. Cr. tetrastigma Mus. Ber. Lehmgelb, der Wurzel- 
saum und zwei Punkte der Flügeldecken (1, 1.) schwarz; die 
Punkisireifen mässig, mit glänzenden Zwischenräumen. L. 2’; 
Br; 14 ael, 

Bei oberflächlicher Betrachtung möchte man diesen Käfer für 
ein nur unausgefärbtes Stück des vorhergehenden halten, und ich 
habe ihn auch mit letzterm unter gleichem Namen aus dem Ber- 
liner Museum zur Ansicht erhalten, finde ihn aber doch bei nä- 
herer Untersuchung von ihm sehr verschieden. Er ist bei all- 
gemeiner habitueller Uebereinstiimmung merklich kleiner, denn 
das vorliegende 2 gleicht kaum dem d' des vorhergehenden; 
ausserdem ist der Kopf weniger uneben, deutlicher punklirt, das 
Halsschild seitlich stärker gerandet, nach vorn deutlich verschmä- 
lert, aber nicht kugelig übergewölbt, sondern nur von dem 
Hinter- zum Vorderrande sanft und unbedeutend abwärts ge- 
krümmt; von Eindrücken vor dem Schildchen keine Spur vor- 
handen. Die scharfen Hinterecken fast rechtwinklig, die Aus- 
biegung des Hinterrandes gering, die Oberfläche spiegelglatt. 
Das Schildchen gleichseitig dreieckig, mit abgerundeter Spitze, 
hellgelb, mit bräunlichem Saume. Bau und Sculptur der Deck- 
schilde wie bei dem vorigen, nur die Punktstreifen vorn deut- 
licher, die mittlern auf der Wölbung fast abgeschliffen. Der Vor- 
derrand des Prosternums wenig vorgezogen, die Hinlerenden 
kurz, scharf zugespitzt, der Rand zwischen ihnen fast geradlinig 
ausgeschnitten. Zu diesen Abweichungen kommt noch die Ver- 
schiedenheit der Färbung. Die Grundfarbe ist ein ins Röthliche 
fallendes Lehmgelb, das sich jedoch auch bei einzelnen (veral- 
teten?) Stücken des vorhergehenden findet; dabei sind jedoch 
die oben nicht so stark verbreiterten Fühler, Naht und Aussen- 
rand der Deckschilde, auch das Schildchen gleichfarbig, und die 
schwarze Zeichnung beschränkt sich daher auf einen schmalen 
Wurzelsaum und die beiden Punkte der Flügeldecken, welche 


22 


letztern kleiner, weniger intensiv gefärbt, auch nur verwaschen 
begränzt sind, und von denen der hintere mehr nach aussen ge- 
rückt und mit rundlicher Gestalt, wie der Schulterfleck, zwischen 
dem sechsten und achten Punktstreifen eingeschlossen ist. 

Unterseite und Beine, die dunklere Färbung abgerechnet, 
wie bei dem vorhergehenden; der Zahn hinter dem Krallenhaken 
etwas deutlicher. Das letzte Segment des einzigen vorliegenden 
Q mit einer halbkugeligen, an den Seitenrändern etwas nieder- 
sedrückten glänzenden Grube. 

Von Java. (Mus. Berol.) 

Dritte Rotte. Fühler von mässiger Länge, das dritte 
Glied meist wenig länger als das zweite. Körper kurz und breit, 
gewöhnlich hinterwärts‘ stark verschmälert, roth oder gelb mit 
schwarzen Punkten, Flecken oder Binden, die zuweilen durch 
Zusammenfliessen die ganzen Deckschilde einnehmen; auch die 
Unterseite nebst den Beinen überwiegend licht gefärbt. Die 
Punktstreifen sehr regelmässig, deutlich, mit flachen, zuweilen 
punktirten oder gerunzelten Zwischenräumen. Der Vorderrand 
des Prosternums zur Aufnahme der Mundtheile mehr oder we- 
niger ausgehöhlt, meist spitz oder lappenförmig vorgezogen. 
Kleine, eiförmige, einander sehr ähnliche Arten aus Indien, und 
sich von hier bis zur Südsee hin verbreitend. 

°. Cr. guttifer Mus. Fr. Oben rothgelb, unten schwarz 
mit gelben Beinen, das Halsschild mit zwei, die Flügeldecken 
mit drei schwarzen Flecken (2, 1) und einem gemeinsamen 
Nahtfleck; das Halsschild kaum punktirt, die Punktstreifen mässig‘ 
mit sehr fein punktirten Zwischenräumen. L. 23% Br. 132%, 

Dem bekanntern Cr. Herbstii, auch dem Cr. pulvillatus 
nahe verwandt, aber anders gezeichnet, bedeutend grösser, und 
überhaupt fast die grösste Art dieser Rotte. Der Kopf sehr 
flach gewölbt, mit in der Mitte seicht niedergedrückter Stirn, 
die Punktirung vereinzelt aber deutlich, und nur auf dem oben 
durch eine Querleiste abgeseizien, unten eingezogenen Kopf- 
schilde dichter und fast zu Runzeln verfliessend. Die Farbe roth- 
gelb mit gebräunten Mundlheilen, die langgestreckten, breit aus- 
gebuchteten Augen schwarz. Die Fühler (des 2) nicht völlig 
von halber Körperlänge, das zweite Glied kurz birnförmig, die 
beiden folgenden kaum länger, verkehrt kegelförmig, erst das. 
fünfte merklich länger und den folgenden deutlich verbreiterten 


23 


und zusammengedrückten Gliedern gleich, das Endglied wieder 
verschmälert, mit kurzem Fortisatze. Die fünf untern Glieder 
licht und durchscheinend gelbroth, die obern schwarz, mit an- 
gedrückter greiser Behaarung. Das Halsschild kurz und breit, 
vorn mit der grösseren Hälfte stark übergewölbt, und durch die 
starke Krümmung der fein gerandeten Seiten merklich verschmä- 
lert, die Hinterecken lang und scharf vorgezogen, der Hinter- 
rand jederseits tief ausgeschweift, mit breitem, doppelt ausge- 
randetem Mittelzipfel. Die Oberfläche vor dem Hinterrande wie- 
der etwas niedergesenkt, vor dem Schildchen jederseits schräg 
eingedrückt und dabei sehr fein und zerstreut punktirt, ziemlich 
glänzend. Die Farbe licht roihgelb mit zart schwarzem Saume 
des Hinterrandes, und zwei grossen rundlichen, neben einander 
stehenden schwarzen Flecken im Mittelfelde. Das Schildchen 
fast gleichseilig dreieckig, hinten ansteigend und stumpf abge- 
rundet, vorn mit einem fast bis zur Mitte reichenden Längsgrüb- 
chen, glänzend roihgelb mit dunklerem Saume. Die Deckschilde 
vorn breit und nach hinten merklich verschmälert, mit flacher, 
hinterwärts allmählig abfallender Wölbung des Rückens, und ein- 
zeln breit abgerundeten Spitzen; die Schulterbeulen breit und 
flach, nur durch einen dahinter liegenden seichten Eindruck et- 
was gehoben, der Seitenlappen lang herabgezogen. Die Punkt- 
streifen schr regelmässig, vorn deutlich und hinterwäris allmählig 
feiner, jedoch ohne zu verschwinden, die Zwischenräume Sach, 
fein punktirt und querrunzlig, daher nur mit maitem Schimmer. 
Die Farbe rothgelb, längs Wurzel und Spitze mit einem feinen 
schwarzen Saume, der sich von letzterer ab bis zur Mitte des 
Aussenrandes und der Naht vorwärts zieht, und sich auf dieser 
zu einem geslreckt elliplischen, fast ihre ganze Hinterhälfte ein- 
nehmenden Nahtflecke erweitert. Ausserdem trägt jede Flügel- 
decke drei grosse, schwarze Flecke, davon einen mehr länglichen 
auf der Schulterbeule, einen rundlichen innerhalb des Schildchens 
zwischen dem abgekürzten und dem dritten Streifen, und einen 
gleichfalls rundlichen oder quer nierenförmigen hinter der Mitte 
zwischen dem dritlen und neunten Streifen. Pygidium und Un- 
terseite schwarz, schwach ins Bläuliche fallend, dicht punktirt 
und dünn greishaarig; Vorder- und Mittelbrust, Hüften und der 
Mittelzipfel des ersten Bauchringes trüb röthlich- gelb. Gleiche 
Färbung zeigen die derb und kräftig gebauten Beine, bei denen 


24 


nur die Krallenhaken ins Schwärzliche fallen. Der Vorderrand 
des Prosternums zur Aufnahme der Mundtheile etwas bogenförmig 
vorgezogen, die Mitte desselben der Länge nach schwach auf- 
gewulstet, und hinten zwischen den wenig hervortretenden Hin- 
terenden wieder niedergedrückt. Das letzte Segment des 2 mit 
der gewöhnlichen rundlichen Grube; das & kenne ich nicht. 

Aus Vorder-Indien (von Bombay: Mus. Franc. — von 
Raypure: Dr. Bacon im Mus. Deyrolle). 

8. Cr. pulvillatus Man. Lehmgelb mit schwarzen Brust- 
seiten, das Halsschild mit zwei, die Flügeldecken mit drei schwar- 
zen Punkten (2, i) und gleichem Saume; das Halsschild mässig 
punktirt, die Punktstreifen derb mit fein quer gerunzelten Zwi- 
schenräumen.» -L.s13:: Br. a4, 

Nach Färbung und Sculptur eine Mittelart zwischen dem vor- 
hergehenden und dem folgenden, aber doch, wie mich dünkt, 
von beiden zureichend verschieden. Der Kopf im Ganzen flach, 
der untere Theil der Stirn mit sehr schwacher Wölbung vortre- 
tend, dicht punktirt, wenig glänzend, hell lehmgelb mit etwas 
dunklern Kinnbacken, die gesireckten, weit ausgebuchteten 
Augen schwarz. Die Fühler (des 2) nicht von halber Körper- 
länge, derb und gedrungen, das zweite Glied kurz birnförmig, 
das dritte etwas und das vierte doppelt grösser, die obern nicht 
länger aber breiter, stark zusammengedrückt; die fünf untern hell 
durchscheinend gelb, die obern schwarz. Das Halsschild kurz, 
vor dem Schildchen jederseits breit schräg niedergedrückt, vorn 
mit 3 seiner Länge kugelig übergewölbt und durch die tief ein- 
gezogenen, fast rechiwinkligen Vorderecken verschmälert; die 
Seiten fein gerandet, in leichten Bogen nach vorn zusammenge- 
krümmt, die Hinterecken als breite Spitzen vorgezogen, wenig 
aufgequollen, der Hinterrand jederseits breit ausgeschweift, mit 
kurzem, schwach doppelt ausgerandetem Mittelzipfel. Die Ober- 
fläche mässig dicht und derb punktirt, schwach glänzend, lehm- 
gelb, die Mitte etwas ins Röthliche fallend, der Hintersaum und 
zwei rundliche, auf der Mitte neben einander stehende Punkte 
schwarz. Das Schildchen breit dreieckig, hinten abgestumpft 
und der Hinterzipfel kaum bemerkbar, an der Basis das gewöhn- 
liche Grübchen; die Farbe schmutzig gelb mit schwärzlichem 
Saume. Die Deckschilde um die Hälfte länger als breit, aus dem 
Walzenförmigen hinterwärts deutlich verschmälert, mit sehr flach 


5) 


abfallender Wölbung und einzeln breit zugerundeten Spitzen. 
Die Naht hinter dem Schildchen seicht eingedrückt, die Seiten- 
lappen stark, die Schulterbeulen kaum bemerkbar, aber die ganze 
Wurzel nach vorn zu etwas abwärts gesenkt. Die Punktstreifen 
sehr regelmässig und deutlich, die Zwischenräume flach, dicht 
und fein in die Quere gerunzelt, daher matt; die Runzeln hin- 
terwärts stärker und dadurch die Hinterenden der mittlern Streifen 
auf der Wölbung verdunkelnd. Die Farbe licht lehmgelb, Wur- 
zel, Naht und Spitze schwärzlich-, der Aussenrand bräunlich-ge- 
säumt, und dieser Saum auf der hintern Hälfte der Naht ein 
wenig, doch weniger als bei Cr. Herbstii, erweitert. Auf dieser 
lichten Grundfläche drei schwarze Punkte in der Stellung der 
vorhergehenden Art, nur etwas kleiner, dagegen etwas grösser 
als bei Cr. Herbstii, und, mit letzterer Art verglichen, der hin- 
tere ein wenig mehr nach vorn gerückt. Das Pygidium fein 
punktirt, dünn greishaarig, schmutzig gelb; auch die Unterseite 
gelb, die Seiten der Hinterbrust breit geschwärzt, die Hinter- 
ränder der milllern Bauchringe jederseits mit einem schwärzlichen 
Querflecke. Die Beine von mässiger Stärke, mit schwärzlichen 
Krallenhäkchen. Die Hinterenden des Prosternums nur als kurze 
Spitzen vortretend, auch die Mitte des Vorderrandes nur wenig 
vorgezogen. Das letzte Segment des einzigen vorliegenden 2 
mit dem gewöhnlichen rundlichen Grübchen. 

Aus dem Himalaya (Mus. Westermann, und aus diesem 
mir unter dem Namen Cr. pulvinatus Man. in lit. zum Ver- 
gleiche zugegangen, welchen Namen ich des ältern amerikani- 
schen Cr. pulvinatus Boeb. wegen einer leichten Abänderung 
unterworfen habe). 

9. Cr. Herbstii Mus. Ber. Rosiroth, die Flügeldecken 
mit drei schwarzen Punkten (2, 1) und einem gemeinsamen 
Nahtfleck, das Halsschild dicht punktirt, die Punktstreifen derb 
mit runzlig-punktirten Zwischenräumen. L. 14 — 14‘; Br. 
1 STR 1 E44, 

Besonders diese und einige der folgenden Arten sollte man 
nach dem kurzen, breiten und dicken, sich hinterwärls veren- 
genden Körper für Monachen halten, sie sind aber ächte Cry- 
ptocephali, und stehen nach ihrem ganzen Habitus den An- 
tillen-Arten aus der Gruppe des Cr. grossulus (Linnaea VI. 
5. 248) am nächsten, von denen sie sich aber durch die kür- 


26 


zern dickern Fühler und die ganz abweichende, regelmässige 
Streifenbildung der Deckschilde leicht unterscheiden, wenn sie 
gleich unverkennbar innerhalb der rein asiatischen Fauna jene 
Antillenkäfer vertreten. Der Kopf der vorliegenden Art, welche 
sich von den vorhergehenden nahe verwandien ausser andern 
Merkmalen sogleich durch das ungefleckte Halsschild unterscheidet, 
ist flach gewölbt, grob aber nicht dicht punktirt, bis auf die breit 
und tief ausgerandeten Augen rostroih; das Kopfschild mit dem 
untern Theile stark eingezogen. Die Fühler kaum länger als 
die Hälfte des Körpers, bei den 2 nur wenig über den Hinter- 
rand des Halsschildes hinausreichend; das Wurzelglied unten ge- 
bogen, oberwärts stark aufgeblasen, das zweite eiförmig, die 
beiden folgenden wenig länger und fast einander gleich, verkehrt 
kegelförmig, das fünfte etwas und die sechs oberen breit zu- 
sammengedrückt und erweitert, der Fortsatz des Endgliedes sehr 
kurz, dreieckig. Die 5 untern Glieder hell röthlich-gelb, das 
sechste bräunlich und die obern schwarz. Das Halsschild mit 
mehr als 2 seiner Länge vorn kugelig übergebogen, daher an- 
scheinend kurz, durch die tief eingezogenen Vorderecken ver- 
schmälert, die Seiten nach vorn in starken Bogen convergirend, 
fein gerandet, die Hinterecken spitz und scharf, der Hinterrand 
jederseits breit ausgeschweift, der Mittelzipfel kurz, doppelt 
seicht ausgerandet. Der ganze Hinterrand fein gesägt, schwarz 
gesäumt; die Oberfläche vor dem Schildchen jederseits breit nie- 
dergedrückt, dicht wenngleich nicht sehr derb punktirt, schwach 
glänzend, hell rostroth. Das Schildchen dreieckig, mit abgerun- 
deter Spitze und einem Grübchen an der Wurzel, glänzend hoch- 
gelb, mit etwas dunklerm Saume. Die Deckschilde kurz und 
breit gewölbt, längs der Basis etwas eingesenkt, die Schuterbeulen 
breit und flach, die Seitenlappen kurz, aber tief herabgezogen, 
die Spitzen einzeln kurz zugerundet. Die Punkistreifen sehr 
regelmässig und kräftig, die flachen Zwischenräume fein punklirt, 
die Punkte, besonders der mittlere, zu Querrunzeln ausgerissen, 
daher der Glanz nur matt. Die Farbe hell rostroth, die Wurzel 
schmal schwarz gesäumt, und die hintere Hälfte der Naht mit 
einem ähnlichen, manchmal sehr zarten Saume besetzt. Daneben 
zeigt jede Flügeldecke noch drei schwarze Punkte in gleicher 
Stellung wie die vorhergehenden Arten, aber kleiner, und zu- 
weilen fast verschwindend. Pygidium und Unterseite fein punk- 


27 


tirt und behaart, einfarbig rostgelb, der Hinterleib zuweilen etwas 
gebräunt mit lichterm Rande. Auch die Beine rostgelb, die 
Vorderschienen etwas gebogen, die Fussglieder, besonders der 
Vorderfüsse, kurz und breit. Der Hinterrand des Prosternums 
zwischen den kurzen Hinterenden breit ausgeschnitten, der vor- 
dere Theil zur Aufnahme der Mundtheile wulstig aufgetrieben 
und ausgehöhlt, bei dem Z° stumpf längskielig. Das letzte Seg- 
ment des d' in der Mitte breit flach niedergedrückt und glän- 
zend, bei dem 2 mit einer seichten, rundlichen Grube. 

Aus Vorder-Indien (Mus. Berol. Sturm. Deyrolle), ins- 
besondere aus Bengalen und Assam (Mus. Westermann). 

410. Cr. floriger m. Rostroth mit lehmgelben Deckschil- 
den, die Schulterbeulen und ein gemeinsames vorn gegabeltes 
Kreuz schwarz; das Halsschild dicht punktirt, die Punktstreifen 
derb, mit vorn fein punktirten, hinten glänzenden Zwischenräu- 
men. L. 13°; Br. 1#'. 

Aus dem Pariser Museum, wo der vorhergehende Käfer 
fehlt, habe ich den vorliegenden unter dem Namen Cr. Herbstii 
zum Vergleiche erhalten, und derselbe ist auch jener mehr be- 
kannten und verbreiteten Art sehr ähnlich: ich glaube ihn jedoch, 
auch wenn mir davon nur ein einzelnes Stück vorliegt, bei dem 
Mangel aller Zwischenformen als eine eigene Art ansehen zu 
müssen. In Umriss, Färbung und Sculptur gleicht er im Allge- 
meinen der genannten Art, auf deren Beschreibung ich deshalb 
Bezug nehmen kann; er weicht von derselben jedoch in folgen- 
‘den Punkten ab. Bei einer, die grössten Exemplare des Cr. 
Herbstii noch etwas übertreffenden Länge ist- er doch nicht 
breiter, daher anscheinend schlanker, hinterwärts stärker ver- 
schmälert; bei gleich roströthlicher Körperfärbung ist die Farbe 
der Flügeldecken merklich lichter lehmgelb und sticht dadurch 
auffallend gegen das Halsschild ab; die Punktirung des Halsschil- 
des ist noch etwas feiner und zerstreuter, mit dazwischen kaum 
genarbtem, glänzendem Grunde. Die meisten Verschiedenheiten 
jedoch bieten die Flügeldecken dar. Die Punktstreifen sind zwar 
eben so regelmässig, aber etwas feiner, die Zwischenräume 
breiter, flacher, nur vorn fein runzlig punktirt; die mittlern Punkt- 
streifen und die ganze Punktirung der Zwischenräume, welche 
bei dem vorhergehenden bis zur Spitze kenntlich sind und sich 
hier in einander verlieren, sind bei dem vorliegenden schon 


285 


von der Mitte ab fast ganz weggeschliffen, auf der Wölbung 
kaum noch zu bemerken, und die überall etwas glänzenden Zwi- 
schenräume erhalten daher hier einen förmlich spiegelnden Glanz. 
Hierzu tritt nun noch die, für sich allein wenig beweisende Ab- 
weichung in der Zeichnung. Jede Flügeldecke zeigt einen 
schwarzen Fleck auf der Schulter, und von diesem schräg nach 
innen und hinten einen zweiten Fleck, wie bei Cr. Herbstiü; 
letzterer hängt dann aber durch eine schmale Bogenlinie mit der 
Naht an derjenigen Stelle zusammen, wo bei der genannten 
Art der gemeinsame schmale hintere Nahtfleck beginnt. Von 
diesem Punkte (etwa ihrer Mitte ab) ist die Naht bis zur Spitze 
breit und gleichmässig schwarz, und an derselben Stelie von 
einer, über beide Flügeldecken fortziehenden, aber den Seiten- 
rand nicht ganz erreichenden schwarzen Querbinde durchschnitten. 
Es entsteht dadurch eine kreuzförmige Zeichnung, deren Vor- 
derkalken sich vom Kreuzungspunkte an spaltet und dadurch die 
vordere Hälfte der Naht bis zum Schildchen frei lässt. Unter- 
seite und Beine wie bei dem vorigen, nur der Vorderrand des 
Prosternums noch breiter voriretend und tiefer ausgehöhlt. Das 
letzte Segment des 9 mit der gewöhnlichen Grube. 

Aus Forder-Indien. (Mus. Franc.) : 

11. Cr. Sehestedtii Fab. Oben rostgelb, unten schwarz 
mit gelben Beinen, die Flügeldecken mit einer breiten, hinten 
abgekürzten schwarzen Längsbinde; das Halsschild sehr fein 
punktirt, die Punktstreifen mässig mit fein narbig PIE Fed: 
Zwischenräumen. L. 13 —13‘; Br. 43 —1‘". 

Cr. Sehestedtii Fab. Sie. Eleuth. II. 48. n. 43! Oliv. Ent. VI. 830. 

n. 78. tab. 7, fig. 108, 

Abermals dem Cr. Herbstii sehr ähnlich, fast eben so ge- 
färbt, eben so lang, nur im Ganzen ein wenig schmaler, hinter- 
wärts weniger verschmälert, und an der schwarzen Längsbinde 
der Flügeldecken leicht kenntlich. Kopf und Fühler wie bei 
jenem, nur die Punktirung des ersiern etwas feiner, die letztern 
ein wenig dünner, die obern Glieder schwächer erweitert, und 
nur rauchgrau, nicht schwarz. Das Halsschild mit $ seiner Länge 
vorn stark kugelig übergebogen und durch die eingezogenen 
Vorderecken eben so stark verschmälert, die Seiten fein gerandet 
und nach vorn zusammengekrümmt, hinter der Mitte leicht aus- 
geschweift, die Hinterecken spitz schräg rückwärts ausgezogen. 


29 


Der Hinterrand jederseits in breitem Bogen ausgeschnitten, der 
Mittelzipfel kurz, schwach doppelt ausgerandet. Die Oberfläche 
äusserst fein punktirt, glänzend rostgelb mit etwas lichtern Seiten, 
auf der Mitte zuweilen ein paar schattenartige Querwische, der 
Hinterrand fein schwarz gesäumt. Das Schildchen breit drei- 
eckig, mit abgerundeter Spitze, sehr fein punktirt, mit einem 
Grübchen an der Wurzel, rostgelb mit dunklerm Rande. Die 
Deckschilde breit und flach gewölbt, hinter der Wurzel etwas 
ansteigend und dann bis zur Wölbung hin allmählig abgeflacht, 
die Schulterbeulen kaum bemerkbar, die Seitenlappen deutlich 
entwickelt. Die Punktstreifen sehr regelmässig, von mässiger 
Stärke; die Zwischenräume breit, flach, fein aber dicht narbig 
punktirt, mit matteım Seidenschimmer, Die Farbe hell rostgelb, 
meist etwas lichter als das Halsschild, der Saum längs der Wurzel 
und eine an diesen gelehnte, aber die Spitze nicht erreichende, 
breite Längsbinde auf jeder Flügeldecke schwarz; dieselbe liegt 
zwischen dem zweiten und siebenten Punktstreifen, krümmt sich 
aber vorn etwas nach aussen, so dass sie hier bis zum achten 
Streifen hinausgreifend die Hälfte der Schulterbeule bedeckt, mit 
dem Innenrande jedoch das Vorderende des zweiten, auch wohl 
noch des dritten Streifens frei lässt. Das Pygidium fein punk- 
tirt und greishaarig, schwärzlich, breit verwaschen rosigelb ge- 
randet. Vorder- und Mittelbrust nebst den Schulterblättern rost- 
gelb, Hinterbrust und Hinterleib schwarz, die Mitte jener nicht 
selten der Länge nach verwaschen bräunlich oder röthlich, letz- 
terer meist breit rostgelb gesäumt. Beine und Hüften gelb, mit 
schwärzlichen Krallenhaken. Der Hinterrand des Prosternums 
nur schwach ausgeschnitten, der Vorderrand rundlich ausgehöhlt. 
Das letzte Segment des g* mit einem seichten dreieckigen Ein- 
druck, des 2 mit einem tiefen rundlichen Grübchen. 

Aus Vorder-Indien (Mus. Fab. Holm. Berol. Sturm; 
insbesondere von Tranguebar: Mus. Westerm. und in Ben- 
galen nach Olivier); auch auf Ceylon (Mus. Berol.) bei einem 
von Kolenati an Gr. Mannerheim gegebenen Helfer’schen 
Exemplare ist Mesopotamien als Vaterland angegeben: doch ist 
hier wohl ein Irrthum oder eine Verwechselung zu vermuthen, 
da für das Vorkommen des Käfers westlich vom Indus keine an- 
derweiten Nachweise vorliegen und der grössere Theil der Hel- 
Fer’schen Käfer in Indien gesammelt worden ist. 


30 


12. Cr. ovulum m. Rostgelb mit schwarzer Brust, der 
Saum der Flügeldecken und eine breite, hinten abgekürzte Längs- 
binde schwarz; das Halsschild sehr fein punktirt, die Punktstreifen 
mässig, mit äusserst fein punklirten, glänzenden Zwischenräumen. 
L; 145 — 1: u. > Br. L— au, 

Der orkerstehien den ‚An allerdings sehr ähnlich, und daher 
auch, wie es scheint, mit ihr vermengt, aber von ihr gewiss 
specifisch verschieden. Er gleicht jenem im Allgemeinen an 
Färbung und Farbenvertheilung, ist jedoch, wenn man beide 
Geschlechter zusammenhält, merklich kleiner, rundlicher, während 
Cr. Sehestedtii sich durch mehr gradlinig hinterwärts convergi- 
rende, erst kurz vor der Spitze sich zusammenkrümmende Seiten 
auszeichnet, wie dies Olivier's Figur sehr deutlich ausdrückt. 
Die Punktirung der Deckschilde ist merklich feiner, daher deren 
Oberfläche bei dem 2 dieser Art glänzender als bei dem &° der 
vorhergehenden, die Eindrücke am Hinterrande des Halsschildes 
sind deutlich und tief, und das bei jenem fast gleichseitige 
Schildchen ist hier lang und schmal. Endlich sind die Fühler 
nur auf der Unterseite roihgelb, auf der obern tief gebräunt, da- 
gegen ist die Brust nicht so schwarz als bei Cr. Sehestedtii 
und der Hinterleib kaum verwaschen bräunlich. Die Deckschilde 
zeigen einen deutlichen, tief schwarzen, erst dicht vor der Spitze 
erlöschenden Aussenrand, und die Naht ist mit einer breiten, 
schwarzen, gleichfalls erst vor der Spitze abreissenden gemein- 
samen Längsbinde bedeckt, deren Vorderende auch das Schild- 
chen einnimmt, und nur zuweilen auf diesem einen kleinen, 
schmalen Mittelfleck gelb lässt. Die Deckschilde tragen auf solche 
Weise eigentlich drei schwarze Längsbinden, deren mittlere je- 
doch den Seitenbinden an Breite etwas nachsteht. Der Vorder- 
rand des Prosternums ist nur wenig vorgezogen, und die Grube 
auf dem letzten Bauchringe des 2 länglicher und schmaler als bei 
dem vorhergehenden. 


Von Tranquebar in Vorder-Indien. (Mus. Westerm. Germ.) 


Das Exemplar der @ermar’schen Sammlung ist von Herrn Schiödte aus 
dem Kopenhagener Museum als Cr. Sehestedtii Fabr. mitgetheilt worden, 
und hiernach müsste, da Fabricius auf die jetzt im Museurn befindliche Sehe- 
sted!'sche Sammlung Bezug nimmt, diese und nicht die vorhergehende Art 
als der ächte Cr. Sehestedtii angenommen werden. Dem widerspricht aber 
nicht allein der Umstand, dass Fabricius’ eigene Sammlung nur den vorher- 
gehenden, nıcht den vorliegenden Käfer unter jenem Namen enthält, sondern 


3l 


noch viel mehr die von ıhm gegebene, nur auf jenen passende Beschreibung; 
ausserdem aber hat Hr. Westermann, welcher mir beide Arten zum Vergleich 
mittheilte, jenen als Cr. Sehestedtii Fab., und diesen als n. sp. bezeichnet, 
Es ist daher nicht unwahrscheinlich, dass ın dem Kopenhagener Museum 
unter diesem Namen beide Arten vermengt sind, und dass @ermar nur zu- 
fällig gerade ein Exemplar derjenigen Art erhielt, welche dem Fabrici’schen 
Käfer nicht entspricht. 


13. Cr. vittipennis Boh. Hell röthlichgelb, zwei ver- 
waschene Punkte des Halsschildes, der Saum und eine breite, 
hinten abgekürzte und gespaliene Längsbinde der Flügeldecken 
schwarz; das Halsschild spiegelglatt, die Punktstreifen sehr fein, 
mit braun punktirten, glänzenden Zwischenräumen. L. 13°; 
Br. +1, 

Abermals den vorhergehenden, insbesondere dem Cr. ovu- 
lum, äusserst ähnlich, so dass er möglicher Weise nur eine Form 
des letztern sein könnte, aber doch, da ich gleiche Geschlechter 
von beiden vor mir habe, und sich zwischen beiden nicht bloss 
Farben-, sondern auch Sculpturverschiedenheiten finden, nach 
meiner Meinung eine selbstständige Art. An Grösse und Gestalt 
gleicht er völlig dem letztgenannten Käfer, auf den ich daher 
Bezug nehmen kann, und stimmt mit diesem auch in der Gestalt 
des Schildchens und in der Farbenvertheilung auf den Deck- 
schilden überein; nur ist die durch den Nahtsaum beider Flügel- 
decken gebildete Nahtbinde etwas schmaler und die abgekürzte 
Längsbinde gespalten (bei einem der vorliegenden Stücke durch 
einen leichten Längsstreifen getheilt, bei einem andern in drei 
vereinzelte Strahlen aufgelöst). Die wesentlichen Unterschiede 
dagegen liegen in der lichter gelben, die ganze Unterseite ein- 
nehmenden, nur auf dem Halsschilde schwach ins Röthliche fal- 
lenden Färbung, auf dessen Mitte sich zwei kleine verwaschene 
schwarze Fleckchen bemerklich machen; und in den viel feinern, 
hinterwärts fast verloschenen Punktstreifen der Deckschilde, deren 
äusserst fein runzlig-punktirte Zwischenräume einen starken 
Lackglanz zeigen; endlich noch in der geringern Deutlichkeit der 
vor dem Hinterrande des Halsschildes liegenden Eindrücke. 
Ausser der Unterseite sind auch noch die Beine bis auf die pech- 
bräunlichen Fussglieder lehmgelb. Alles Uebrige, auch die Grube 
auf dem letzten Bauchringe des vorliegenden 2, wie bei der 
vorigen Art. 


32 


Aus Vorder-Indien. Von den beiden mir vorliegenden 
Exemplaren stammt das eine, von Sundewall mitgebrachte, von 
Calcutta, und ist mir aus dem Mus. Holm. von Hrn. Boheman 
zum Vergleiche mitgetheilt worden; das andere, dem Mus. Dey- 
rolle gehörende, ist von Dr. Bacon bei Mussoorie gefangen. 

14. Cr. virgula m. Hell röthlich-gelb, ein Stirnfleck, 
zwei Punkte des Halsschildes, Schulterbeule, Saum und eine ab- 
gekürzte Längslinie der Flügeldecken schwarz; das Halsschild 
spiegelglatt, die Punkistreifen mässig mit spiegelglatten Zwischen- 
räumen. L. 22; Br. 11. 

In der Färbung dem vorhergehenden nicht unähnlich, aber 
weit grösser, mehr walzlich, durch die reinere Zeichnung und 
die deutlichern Punkisireifen von ihm leicht zu unterscheiden. 
Der Kopf flach, mit feiner Stirnlinie, unten etwas eingezogen, 
deutlich aber fein punktirt, glänzend gelb; ein Querfleck am 
obern Stirnrande, die tief ausgebuchteten Augen und die Ober- 
lippe schwarz, die Taster wieder gelb. Die Fühler (des 2) von 
halber Körperlänge, dünn; das zweite Glied kurz birnförmig, die 
beiden folgenden doppelt länger, verkehrt kegelförmig, die obern 
vom fünften ab wenig zusammengedrücki und erweitert, die Farbe 
gelb, mit rauchgrauem Anfluge der obern Hälfte. Das Halsschild 
mit 5 der Länge vorn stark kugelig übergewölbt, durch das Zu- 
sammenkrümmen der fein gerandeten Seiten sehr verschmälert, 
die Hinterecken spitz vorgezogen; der Hinterrand jederseits tief 
ausgeschnitten, mit kurzem, breitem, doppelt ausgerandetem Mit- 
ielzipfel. Die Oberfläche spiegelglatt, die Farbe hell röthlich-gelb, 
ein zarler Saum des Hinterrandes und zwei auf der Mitte neben 
einander stehende, etwas quergezogene Punkte schwarz; über 
die Mitte selbst eine verloschene, dunklere Längslinie. Das Schild- 
chen gleichseitig-dreieckig, hinten kurz stumpf abgerundet und 
erhöht, mit einem deutlichen Grübchen an der Basis, glänzend 
röthlich-gelb mit schwärzlichem Saume. Die Deckschilde breit 
walzenförmig, hinterwärlts wenig verschmälert, hinter der einge- 
senkten Wurzel allmählig ansteigend; die Schulterbeulen länglich, 
stumpf, durch einen breiten Eindruck an ihrer Innenseite abge- 
setzt, die Seitenlappen stark herabgezogen, die Spitzen einzeln 
breit abgerundet, fast abgestutzt. Die Punkistreifen regelmässig 
und deutlich, die mittlern auf der Wölbung etwas schwächer, die 
Zwischenräume flach, glänzend, die äussern etwas breiter. Die 


Farbe ein ins Röthliche fallendes Lehmgelb, ein breiter Saum 
längs der Wurzel, ein schmaler längs der übrigen Ränder, auch 
‚den Seitenlappen umziehend, schwarz; ein länglicher Fleck auf 
der Schulter, und eine hinter der Mitte abgerissene, vorn bis 
zum Beginne der Punktstreifen reichende Längslinie auf dem 
dritten Zwischenraume gleichfalls schwarz. Pygidium und Unter- 
seite gelb, dicht punklirt und dünn greishaarig, die Brust etwas 
dunkler und die glänzenden Schulterblätter wieder lichter; auch 
die Beine einfarbig gelb, mit verwaschen lichtern Schenkel- 
spitzen. Der Vorderrand des Prosternums kaum vorgezogen, 
auch dessen Hinterenden nur als kurze, siumpfe Höcker be- 
merkbar. Das letzte Segment des einzigen vorliegenden 2 mit 
einer grossen, tiefen rundlichen Grube. 


Von Ceylon. Aus dem Museum Berol. zum Vergleich er- 
halten. 


15. Cr. circumductus m. Hell röthlich-gelb, zwei Punkte 
des Halsschildes, ein schmaler Wurzelsaum und ein breiter Aussen- 
rand der Deckschilde schwarz; das Halsschild spiegelglatt, die 
Punktstreifen derb, mit sehr flach gewölbten, fein gerunzelten 
Zwischenräumen. e 12°; Br. 135, . 


Von fast gleicher ande mit dem vorhergehenden, aber 
merklich schmaler, daher gestreckter, hinterwärts stärker ver- 
schmälert, durch die Sculptur und die eigenthümliche, scharf be- 
gränzte Zeichnung der Deckschilde sehr ausgezeichnet, ausser- 
dem aber von jenem durch den Bau des Vorderrandes vom 
Prosternum leicht zu unterscheiden. Der Kopf flach, zwischen 
den Fühlern wenig vortretend, die Stirn der Länge nach seicht- 
und breit eingedrückt und- innerhalb dieses Eindrucks noch von 
einer feinen Längslinie durchschnitten, der untere Theil des 
Kopfschildes quer halbmondförmig eingedrückt; die Fläche zer- 
streut und fein punktirt, ziemlich glänzend. Die Färbe hell röth- 
lich- gelb, nur die langgestreckten, tief ausgebuchteten Augen 
und die Kinnbacken schwarz. Die Fühler von mässiger Stärke, 
das zweite Glied kurz birnförmig, die drei folgenden verkehrt 
 kegelförmig, allmählig verlängert und das fünfte reichlich dreimal 
länger als das zweite, die obern noch ein wenig länger, vom 
sechsten an schwach zusammengedrückt und erweitert, alle hell- 
gelb, die obern dünn greishaarig. Das Halsschild mit der grösse- 

IX. 3 


Ma 


ren Hälfte vorn übergekrümmt, seitlich tief herabgezogen und 
fein gerandet, durch das bogige Zusammenlaufen der Seiten- 
ränder nach vorn hin merklich verschmälert, die Hinterecken 
breit zugespitzt, kaum aufgeirieben. “Der Hinterrand jederseits 
breit wellig ausgeschweift, vor den Schultern tiefer ausgeschnitten, 
der Mittelzipfel kurz, breit, deutlich doppelt ausgerandet. Die 
Oberfläche „vor dem Schildchen jederseits seicht schräg ein- 
gedrückt, spiegelglatt, lehmgelb mit schwach röthlichem An- 
fiuge, auf der Mitte neben einander zwei schwarze Punkte. 
Das Schildehen dreieckig, etwas länger als breit, hinten kurz 
abgestutzt und stark ansteigend, an der Wurzel das gewöhnliche 
Grübchen. Die Farbe glänzend gelb mit schwarzem Saum. Die 
Deckschilde aus dem Walzenförmigen hinterwärts deutlich ver- 
schmälert und eben so sich nach der Spitze zu allmählig ab- 
flachend, letztere einzeln breit abgerundet, fast abgestutzt; der 
Saum der Wurzel tief eingesenkt, letztere dann jederseits am 
Schildchen niedergedrückt, und die breit-höckerigen Schulter- 
beulen nochmals durch einen deutlichen Eindruck abgesetzt; der 
Seitenlappen tief herabgezogen. Die Punktstreifen sehr regel- 
mässig, derb, die äussern und die der Naht zunächst liegenden 
tiefer eingedrückt, leichte Furchen bildend, die Zwischenräume 
flach und hinterwärts deutlicher gewölbt, fein querrunzlig und 
daher nur mässig glänzend. Die Farbe hell röthlich-lehmgelb, 
ein feiner Saum der Wurzel und ein breiter Seitenrand, welcher 
zugleich die Schulterbeule umfasst, aber von dem Wurzelsaume 
durch einen schmalen Zwischenraum getrennt ist, schwarz. Der 
letztere bedeckt die beiden äussern Zwischenräume, greift mit 
etwas weilig gekrümmtem Innenrande in der Mitte auf den sie- 
benten über, und umfasst dann mit schräger Richtung auch die 
Spitze bis zum Nahtwinkel, während der mit einem bräunlichen 
Saume umzogene Seitenlappen und eben so ein zarter, die Spitze 
umziehender Rand die gelbe Grundfarbe beibehalten. Pygidium 
und Unterseite heller geib, dicht punktirt und dünn greishaarig, 
auch die Beine gelb, mit einem verwaschenen bräunlichen Längs- 
fleck auf der breiten Schenkelfläche, Der Vorderrand des Pro- 
sternums breit vorgezogen, napfförmig ausgehöhlt, die Mittelfläche 
der Länge nach etwas aufgewulstet, und die Hinterenden kurz 
und breit zugespitzt. Das letzte Segment des 2 mit einer grossen, 


w 


35 


tiefen, an den niedergedrückten Seitenrändern lang gewimperten 
‚Grube. * 
- Gleichfalls von Ceylon. (Mus. Ber.) 

16. Cr. semirufulus m. Lehmgelb, das Halsschild mit 
zwei schwarzen Punkten, die Flügeldecken dunkel kirschroth mit 
verwaschen geschwärzten Rändern; das Halsschild spiegelglatt, 
die Punktstreifen vorn derb, mit spiegelnden Zwischenräumen. 
BeensBr)1r 

Von der Grösse und Gestalt des Cr. pulvillatus, aber an 
der höchst eigenthümlichen Farbenvertheilung leicht von allen 
verwandten Arten zu unterscheiden. Der Kopf flach, über den 
Fühlerwurzeln leicht quer gewölbt, das Kopfschild etwas einge- 
drückt und mit dem untern Theile eingezogen, die Oberfläche 
srob vereinzelt punktift und dazwischen glänzend. Die Farbe 
schmutzig lehmgelb, ein Querfleck über den Augen und ein sich 
unterwärts spaltender, verwaschener Längsfleck auf der Stirn, so 
wie ein Wisch jederseits über der Fühlerwurzel bis zu dem 
obern innern Augenrande hin braunroih. Auch die Oberlippe 
nebst den Kinnladen ins Pechbräunliche fallend, die langgestreck- 
ten, dreieckig ausgebuchteten Augen schwarz. Die Fühler des 
einzigen, mir vorliegenden Exemplars unvollständig; das zweite 
Glied birnförmig, das dritte wenig und das vierte doppelt länger, 
das fünfte und die folgenden noch etwas verlängert, die obern 
vom sechsten an mässig verbreitert und zusammengedrückt, alle 
licht gelb. Das Halsschild kurz, fast von der Wurzel an nach 
vorn übergewölbt und durch die tief eingezogenen Vorderecken 
stark verschmälert, die fein gerandeten Seiten nach vorn in 
breitem Bogen convergirend, die kurzen Hinterecken breit, in 
eine scharfe Spitze ausgezogen. Der Hinterrand jederseits 
schwach wellig gebogen, fast gerade, erst vor den Schultern 
tiefer ausgebuchtet, scharf gesägt; der Mittelzipfel kurz, breit, 
kaum merkbar doppelt ausgerandet. Die Oberfläche längs dem 
ganzen Hinterrande elwas eingesenkt, fein und kaum sichtbar 
zerstreut punklirt, spiegelglatt, hellgelb und dadurch sehr gegen 
die dunkle Basis der Deckschilde abstechend; vor der Mitte zwei 
grosse scharfbegränzte, länglichrunde schwarze Punkte. Das 
Schildehen breit dreieckig, hinten kurz abgestutzt und slark an- 
steigend, glänzend schwarz, an der Basis mit einem kaum merk- 
lichen Grübchen. Die Deckschilde walzenförmig, aus breiter 


36 


Wurzel hinterwäris allmählig. verschmälert und sich entsprechend 
nach der Spitze zu abflachend, mit wenig abfallender Wölbung. 
Die Wurzel quer niedergedrückt, jederseits am Schildchen und 
wieder innerseits der Schulterbeulen stärker eingedrückt, letztere 
als längliche Höcker emporgehoben; der Seitenlappen ziemlich 
breit. Die Punktstreifen sehr regelmässig, vorn derb, hinter- 
wärts allmählig feiner, jedoch ohne irgend ganz zu verschwinden; 
_ die Zwischenräume flach, nur die seitlichen etwas gewölbt, dabei 
spiegelglänzend, kaum punktirt. Die Farbe dunkel kirschroth, 
Wurzel, Naht und der unterbrochene Aussenrand breit verwa- 
schen geschwärzt. Das Pygidium fein punkliri und dünn greis- 
haarig, lehmgelb; auch die Unterseite und die Beine einfarbig 
!ehmgelb mit lichtern Enden der Schenkel und Schienen, und 
schwärzlichen Krallenhaken. Die Hinterenden des Prosternums 
wenig vorlretend, der Vorderrand als ein breiter, flach ausge- 
höhlter Lappen vorgezogen. Das letzte Segment des einzigen 
vorliegenden 2 mit einer grossen, kreisrunden an den Seiten 
etwas niedergedrückten Grube. 

Aus den Neelgherries. (Mus. Westermann.) 

17. Cr. insubidus m. Dunkel rostroth, zwei Punkte dei 
Halsschildes und die Wurzel der Deckschilde schwarz; das Hals- 
schild spiegelglatt, die Punktstreifen derb, mit fein ee 
glänzenden Zwischenräumen. L. 12‘; Br. 1:44 

An Grösse den mittlern Stücken des Cr. Sehestedti gleich, 
besonders aber dem Cr. parasiticus nahe verwandt, und von 
diesem, auch abgesehen von der geringern Grösse, durch die 
vorn derbern, hinten nicht verloschenen Punktstreifen der Deck- 
schilde und die kürzern, stumpfern Hinterenden des Prosternums, 
so wie die dunkie Färbung des Seitenlappens abweichend. Der 
Kopf flach gewölbt, unten elwas eingezogen, das Kopfschild mul- 
denförmig eingedrückt, die Stirn mit feiner Längsrinne; die 
Oberfläche lackglänzend, kaum punktirt, die Farbe rostroth, nur 
die langen, breit und tief ausgebuchteten Augen schwarz. Die 
Fühler (des 9) schlank und dünn, elwa von halber Körperlänge, 
das zweite Glied kurz birnförwig, die beiden folgenden doppelt 
länger, fast walzlich, die beiden nächsten noch etwas verlängert, 
die obern wieder wenig zusammengedrückt und erweitert, das 
letzte völlig gleichbreit, mit langem, dünnem Föortsatze. Die 
Farbe hellgelb, die obern Glieder fein behaart, das: Halsschild 


37 


kurz, stark kugelig gewölbt und mit 3 seiner Länge vorn über- 
gebogen, hinten wieder eingesenkt, vor dem Schildchen jeder- 
‚seits mit einem seichten ‚Schrägeindrucke; die Seiten fein ge- 
randet und nach vorn zusammengekrümmt, der Hinterrand jeder- 
seits breit — und vor den Schultern nochmals schwächer ausge- 
schweift, der Mittelzipfel kurz, schwach doppelt ausgerandet. 
Die Farbe glänzend rostroth, durch die äusserst feine, kaum 
sichtbare Punklirung nicht geschwächt, die Seitenränder etwas 
dunkler, der deutlich gesägte Hinterrand zart schwarz gesäumt, 
und ausserdem vor der Mitte zwei verwaschen begränzte Längs- 
fleckchen neben einander. Das Schildchen fast gleichseilig drei- 
eckig, kaum punktirt, glänzend rostroth, mit dunklern Säumen. 
Die Deckschilde kurz und breit gewölbt, die Seiten hinterwärts 
deutlich zusammengekrünmt, die Wurzel jederseits am Schildchen 
und nochmals stärker innerseits der Schulterbeulen eingedrückt, 
letztere breit und flach hervortretend, der Seitenlappen kurz, aber 
deutlich. Die Punkistreifen derb, vorn aus grossen, nicht sehr 
dicht gedrängten Punkten bestehend, von der Mitte ab feiner, 
aber doch bis zur Spitze hin deutlich erkennbar; die Zwischen- 
räume flach, fein punktirt und glänzend. Die Farbe dunkel rost- 
roth, längs der Wurzel eine gemeinschaftlliche, nur durch das 
Schildchen und hinter diesem durch die Naht unterbrochene breite 
schwärzliche Querbinde, deren hinterwärts verwaschene, auclı 
den Seitenlappen einnehmende Begränzung längs Naht und Seiten- 
rand mit einem langen Zipfel bis zu deren Mitte vordringt, auf 
der Innenseite der Schulterbeule aber in einem tiefen Bogen 
ausgeschnitten ist. Eins der vorliegenden Stücke zeigt zugleich 
noch auf der Wölbung eine rundliche, verwaschen bräunliche 
Stelle. Pygidium und Unterseite rostroth, Beine und Hinterränder 
der Bauchsegmente etwas lichter, die Hinterenden des Proster- 
nums kurz aber scharf zugespitzt, der Vorderrand. desselben 
kahnförmig vorgezogen, hinter ihm die Mitte höckerarlig aufge- 
schwollen. Das letzte Segment des allein vorliegenden & breit 
und seicht eingedrückt. 
Aus Vorder-Indien (bengalen: Mus. Berol.). 


48. Cr. sanguinolentus Oliv. Schwarz; Kopf, Hals- 
schild, Aussenrand der Deckschilde und Beine rostroih; das Hals- 
schild mit zwei schwarzen Flecken, fein punktirt, die Punkt- 


38 


streifen mässig, mit fein quergerunzelten ee —_ 
E: 120: Br. 12, 4 
Cr. sanguinolentus Oliv. Ent. Vl. 829. n. 76. tab. 7. fig. 106. 


In der Grösse und Gestalt zunächst dem in den meisten 
Sammlungen vorfindlichen Cr. parasiticus verwandt, und von 
ihm hauptsächlich durch die Färbung, ausserdem aber durch die 
Sculptur der Deckschilde abweichend. Der Kopf flach, unten 
kaum eingezogen, die Stirn oben etwas zurücktretend, mit fein 
eingeschnittener Längslinie, die Oberfläche rostgelb, lackglänzend, 
fein und sehr zerstreut punktirt, die Mundtheile bräunlich, die 
langen, breit aber nicht tief .ausgebuchteien Augen schwarz. 
Die Fühler rostroth, mit rauchgrauer Spitze, das zweite Glied 
verkehrt Bernie fast so gross als das dritte, die folgenden 
nur wenig vergrössert, die obern vom sechsten ab deutlich eI- 
weitert imd ed ückt. Das Halsschild kurz, stark ku- 
gelig gewölbt und vorn mit der grössern Hälfte dv ge- 
krümmt, hinten wieder etwas eingesenkt, vor dem Schildchen 
mit zwei leiehten Quereindrücken; die Seiten fein gerandet, stark 
zusammengekrümmt, der Hinterrard jederseits breit ausgeschweilt, 

sit kurzem, breitem, undeutlich doppelt ausgerandetem Mittel- 
zipfel. Die Oberfläche rostroth, glänzend, deutlich aber fein und 
schr zerstreut punktirt, mit feinem schwarzen Saume des ge- 
. sägten Hinterrandes, und zwei grossen rundlichen schwarzen 
Mittelflecken. Das Schildchen lang und schmal dreieckig, mit 
abgerundeter Spitze und einem Grübchen an der Wurzel, glan- 
zend schwarz. Die Deckschilde breit gewölbt, mit eiwas abge- 
flachtem Rücken und einzeln stumpf abgerundeten Spitzen, die 
Wurzel auf jeder Seite des Schildchens und dann wieder inner- 
seits der Schulterbeulen breit quer eingedrückt, letztere als 
stumpfe Höcker hervortretend, die Seitenlappen kurz und wenig 
bedeutend, Die Punktstreifen deutlich, wenngleich hinterwärts 
etwas schwächer, die Zwischenräume flach, fein aber dicht quer- 
runzlig, und dadurch von der Mitte ab immer matter. Die Farbe 
rein schwarz, ein scharf begränzter, hinter der Schulterbeule 
buchtig erweiterter und zugleich die Spitze breit umziehender 
Aussenrand der Deckschilde rostroth; ändert jedoch ab; | 


ß. die ganzen Deckschilde bis auf den umgeschlagenen 
Rand des Seitenlappens schwarz, 


39 


0 Auch das Pygidium schwarz, fein punktirt und greishaarig ; 
die Unterseite schwarz, nur Vorder- und Mittelbrust nebst Schul- 
terblättern und Beinen rostroth, der Vorderrand der Vorderbrust 
kaum vorgezogen, die Hinterenden desselben kurz und stumpf. 
Das letzte Segment des 2 mit einer liefen, länglich runden 
Grube. | 

In Yorder-Indien,; die Hauptform ohne nähere Angabe des 
Fundortes aus dem Mus. berol.; die var. &., von Dr. Bacon bei 
Londour auf Tannen gefangen, aus dem Mus. Deyrolle. 

Olivier beschreibt seinen Cr. sanguinolentus als aus Ouwara in Afrika 
stammend, seine Beschreibung und- Abbildung passen indess genau auf die 
Hauptform der vorliegenden Art, welche auch im Mus. Berol. als Olivier’s 
Käfer angenommen ist. Es scheint übrigens keinesweges unmöglich, dass ein 
ostafrıkanischer Käfer sich bis nach Vorder-Indien ausbreite, zumal der binter- 
indische Cr. Billardierii Fab, ein Beispiel fast noch weiterer Verbreitung in 
östlicher Richtung abgiebt. 

19. Cr. sobrius m. Rostigelb mit schwarzem Schildchen, 
zwei vorn abgekürzte Längsbinden des Halsschildes, der Saum 
und eine vorn erweiterte, hinten abgekürzte Längsbinde der 
Flügeldecken schwarz; das Halsschild spiegelglatt, die Punkt- 
streifen fein mit glatten Zwischenräumen., L. 13°; Br. 145°”. 

Nach der Färbung der Oberseile gewissermaassen .„ eine 
Mittelart zwischen Cr. ovulum und Billardierii, letzterem auch 
durch den hinterwärts deutlich verschmälerten Körper nahe ste- 
hend; von Cr. parasiticus, mit dem er im Mus. Derol. ver- 
bunden worden war, sogleich an dem schwarzen, auch den 
Seitenlappen umziehenden Saume der Flügeldecken zu unter- 
scheiden. Der Käfer ist ein wenig grösser als Cr. Billardierii, 
hinterwärts nicht ganz so stark verschmälert, die Farbe_ der 
Oberseite mehr ins Rostgelbliche fallend, übrigens eben so spie- 
gelglatt wie die eben genannte Art. Der Kopf flach, mit seicht 
eingedrückler, noch von einer zarten Stirnrinne durchzogener 
Stirn, fein und zerstreut punktirt, ziemlich glänzend; das Kopl- 
schild unten eingezogen und leicht quer eirgedrückt. Die tief 
ausgebuchteten Augen, ein verwaschener Stirnfeck und ein Fleck 
jederseits über dem Fühlerhöcker schwarz. Die Fühler derb, 
das zweite Glied kurz birnförmig, das dritte doppelt und das 
vierte fast dreimal länger, beide verkehrt kegelförmig, die obern 
vom fünften an breit dreieckig erweitert, zusammengedrückt und 
noch merklich länger als das vierte. Die vier unltern rosigelb, 


40 


dig, obern schwarz. Das Halsschild stark kugelig, mit mehr als 
2 der Länge vorn übergewölbt, durch die bogenfürmig conver- 
ee fein gerandeten Seiten daselbst: verschmälert; die Hin- 
terecken spitz vorgezogen, etwas aufgetrieben, der Hinterrand 
jederseits tief ausgeschnitten, der Mittelzipfel kurz, breit, deut- 
lich doppelt ausgerandet. Der Rücken vor dem Schildchen jeder- 
seits schwach quer niedergedrückt; die Oberfläche spiegelglatt, 
rostgelb; zwei breite, nach vorn bogenförmig zusammenlaufende, 
aber nicht zusammentreffende, auch den Vorderrand nicht er- 
reichende Längsbinden schwarz. Das Schildchen breit dreieckig, 
hinten etwas erhöht, vorn mit dem gewöhnlichen Grübchen, 
glänzend schwarz, Die Deckschilde aus breiter Basis hinter- 
wärts verschmälert und dann kurz zugerundet, längs der Wurzel 
gegen den eingesenkten Vorderrand etwas erhöht, mit breitem, 
flachem Rücken, seitlich stärker — nach der Spitze zu sehr all- 
mählig abfallend, die Schulterbeulen breit, auf ihrer Innenseite 
durch einen tiefen Längseindruck abgesondert, die_ Seitenlappen 
lang herabgezogen. Die Punktstreifen sehr regelmässig, aus 
starken Vorderenden hinterwärts feiner, die mitilern auf der 
Wölbung fast weggeschliffen. Die Zwischenräume flach, ‚spiegel- 
glatt. Die Farbe hell rosigelb, ein zarter, die ganze Flügeldecke 
einschliesslich des Seitenlappens umziehender Saum, und auf je- 
der Flügeldecke eine breite, der Naht gleichlaufende, hinten ab- 
gekürzte, vorn die Wurzel erreichende und dort seitlich auf die 
Schulterbeule übergreifende Längsbinde schwarz; letztere Zeich- 
nung, eben so wie die sich vorn daran schliessende Zeichnung 
des Halsschildes scharf begränzt, und dadurch sehr von der ver- 
waschenen und überfliessenden Zeichnung des Cr. parasiticus 
abweichend. Pygidium und Unterseite heller lehmgelb, fein punk- 
ir und dünn greishaarig; auch die Beine einfarbig lehmgelb. 
Der Vorderrand des Prosternums kurz vorgezogen und breit ab- 
gestutzt, die Hinterenden breit dreieckig, wenig bemerkbar. Das. 
letzte Segment des einzigen a g‘ mit einem kurzen, 
Bedeu Quereindruck. 
Von Ceylon, (Mus. Berol.) | 
20. Cr. Billardierii Fab. Rostroth mit schwarzer Un- 
terseite, zwei vorn abgekürzte Schrägbinden des Halsschildes, 
eine hinten abgekürzte Längsbinde und eine gemeinsame, vorn 
gespaltene Nahtbinde der Flügeldecken schwarz; das Halsschild 


41 


‚spiegelglatt; die Punktstreifen fein, mit sehr fein punktirten, glän- 
zenden Zwischenräumen. L. 14 — 13°; Br. 13—1. 
Cr. Billardierii Fab. Syst. Eleuth. II. 48. n, 41! Oliv. Ent. VI, 828. 

nn, 75. tab. 7. fig. 109. 

Eine kleine äusserst zierliche und, wie es scheint, weit ver- 
breitete Art, der vorhergehenden auf den ersten Blick sehr ähn- 
lich, doch von ihr an der schwarzen Unterseite sogleich zu un- 
ierscheiden. Der Kopf in der Mitte etwas mit flacher Wölbung 
hervortretend, das Kopfschild seitwärts ‚deutlich — oberwärts 
weniger merkbar abgesetzt, breit aber nicht hoch. Die Aus- 
randung der Augen breit und seicht. Die Punktirung oberwärts 
fein und zerstreut, unten dichter und deutlicher, die Farbe rost- 
roth, mässig glänzend, Augen und Mundtheile schwarz. Die 
Fühler von mässiger Länge, das Wurzelglied schlank, etwas ge- 
bogen, die folgenden schmal und dünn, die obern vom sechsten 
an stark verbreitert und zusammengedrückt, die Farbe rostroth 
mit schwach gebräunter Spitze. Das Halsschild kurz und breit, 
nach vorn hin stark verschmälert und mit der grösseren Hälfte 
vorn übergewölbt, die Seiten sehr fein gerandet und in breiten 
Bogen convergirend, die Hinterecken breit und spitz hervorire- 
tend, der Hinterrand jederseits tief ausgeschweift, der Mittelzipfel 
kurz, aber deutlich doppelt ausgerandet. Die Oberfläche kaum 
punktirt, die Farbe glänzend rostroth, der schmale Saum des 
Hinterrandes und zwei vor dem Schildchen fast zusammen- 
stossende, nach vorn zu auseinander laufende, aber das Vorder- 
drittel nicht erreichende Schrägbinden schwarz, Das Schildchen 
lang dreieckig, hinten etwas aufsteigend, an der Wurzel mit 
einem Grübchen, glänzend rostroth, mit schwarzem Saume. Die 
Deckschilde kurz gewölbt, aus breiter Basis sich hinterwärts 
bogig verschmälernd, der Rücken breit und flach gerundet, nach 
hinten allmählig und erst vor der Spitze stärker abfallend, letztere 
einzeln sehr breit zugerundet. Die Wurzel etwas wulstig an- 
steigend. mit einem Eindrucke jederseits am Schildchen, die 
Schulterbeulen breit und flach, auf der Innenseite ohne merk- 
lichen Eindruck, die Seitenlappen sehr tief herabgezogen. Die 
Punktstreifen regelmässig, aber fein, die Zwischenräume flach, 
sehr fein punktirt, der äusserste über dem Seitenrande sehr 
breit. Die Farbe rosiroth mit schmal schwarzem Nahtsaume, eine 
Schrägbinde auf jeder Flügeldecke, welche, die Schulterbeule mit 


einschliessend, die Wurzel, nicht aber die Spitze berührt, und 
eine breite gemeinschaftliche Nahtbinde schwarz; letztere spaltet 
sich am Schildchen, und tritt, dieses umschliessend, auf das 
Halsschild über, wo ihre Arme sich durch die beiden, nach vorn 
auseinander laufenden Längsbinden fortsetzen, Das Pygidium 
fein punktirt und behaart, rostroth, mit verwaschen gebräunter 
Mitte; die Unterseite fein punktirt, dünn behaart, schwarz, die 
Seiten des letzten und der Mittelzipfel des ersten Bauchringes 
bräunlich, Vorder- und Mittelbrust dunkel rostroth. Die Hinter- 
enden des Prosternums kurz und höckerig, der Vorderrand etwas 
napflförmig ausgebogen. Hüften und Beine rostroth, mit gebräunter 
Fläche der Hinterschenkel. Das letzte Bauchsegment des g° ein- 
fach, kaum seicht quer niedergedrückt, des 2 mit einer läng- 
lichen, glänzenden Grube. . 

Von Java. (Mus. Berol. Westerm.) Ausserdem nennt 
Olivier Neuholland als Vaterland, und das Exemplar der Fa- 
bricius’schen Sammlung stammt von Neu-Cumberland. 

21. Cr. parasiticus m. Rostroth mit hellgelben Seiten- 
lappen, Halsschild und Deckschilde meist mit mehr oder weniger 
ausgedehnten schwarzen Zeichnungen; das Halsschild spiegelglalt, 
die Punktstreifen ziemlich derb, mit fein punklirten, glänzenden 
Zwischenräumen. L. 1-12”; Br, & — 424. 

Eine höchst veränderliche Art, von der kaum zwei Stücke 
einander ganz ähnlich sind, deren mannigfaltige Abänderungen 
aber in der lichtgelben Färbung des Seitenlappens und der 
Schulterblätter, meist auch in den schwarzen Fussgliedern und 
den schwarzen Fühlerspitzen so weit übereinstimmen, dass man 
hiernach das Zusammengehörende mit ziemlicher Sicherheit zu- 
sammenfinden kann; ausserdem bietet das überwiegend in die 
Quere sich ausdehnende Ueberfliiessen der Zeichnung, der ins 
Bläuliche fallende Schimmer derselben, und die im Ganzen derbe, 
aber aus etwas vereinzelten Punkten gebildete Sculptur derselben 
noch eine Reihe von brauchbaren Unterscheidungsmerkmalen dar. 
Der Kopf flach, mit einem kurzen. Stirngrübchen, fein und zer- 
streut punktirt, glänzend rostroth; die langen, mässig ausgebuch- 
teten Augen und ein Fleck über jeder Fühlerwurzel schwarz. 
Die Fühler kurz und dünn, das Wurzelglied etwas flach zusam- 
mengedrückt, das zweite birnförmig, die folgenden fast gleich 
gross und nicht viel länger als das zweile, die obern wenig 


43 


zusammengedrückt und verbreitert; die Farbe röthlich-gelb mit 
geschwärzter Spitze. Das Halsschild stark kugelig gewölbt, mit 
der grösseren Hälfte vorn übergebogen, seitlich tief: herabge- 
zogen, aber kaum gerandet, die Ränder nach vorn bogig con- 
vergirend, die Hinterecken als kurze breite Spitzen voriretend; 
der Hinterrand breit, aber nur seicht ausgeschweift und erst vor 
jeder Schulter tiefer ausgeschnitten, der Mittelzipfel kurz und 
breit, undeutlich doppelt ausgerandet. Die Oberfläche sehr fein 
und zerstreut punklirt, spiegelnd, rostroth oder rostgelb, zuweilen 
ohne Zeichnung, meist aber auf der Mitte mit zwei schwarzen 
Punkten, Flecken oder Wischen, die sich manchmal mit breit 
dreieckiger Verlängerung bis zum Hinterrande ausdehnen, ohne 
dass diese Ausdehnung jedoch stels mit dem Ueberhandnehmen 
dunkler Flecken auf den Flügeldecken zusammenhinge. Das 
Schildchen breit dreieckig, fast gleichseitig, mit einem Grübchen 
an der Basis, glänzend hell rostroth, mit schwarzem Saume. Die 
Deckschilde an der Basis am breitesten, hinterwärts mit fast 
geradlinigen Seiten verschmälert und dann kurz zugerundet; die 
Wurzel quer niedergedrückt, der Rücken stark gewölbt und sich 
nach der Spitze zu allmählig verflachend; die Schulterbeulen 
breit und flach, ohne merklichen Eindruck auf ihrer Innenseite. 
Die Punkitstreifen schr regelmässig, aus vereinzelten Punkten von 
mässiger Stärke gebildet, von der Wölbung ab auffallend feiner, 
und zuletzt fast weggeschliffen; die Zwischenräume breit, flach, 
fein punktirt und querrunzlig, glänzend. Die Farbe rostgelb oder 
bei den stark schwarz gezeichneten Stücken etwas dunkler rost- 
roth; der umgeschlagene Rand des Seitenlappens licht gelb, ein 
schmaler Saum längs der Wurzel schwarz, und die Naht meist, 
wenn auch nicht immer, schwach gebräunt. Rücksichtlich der 
Zeichnung habe ich folgende Hauptformen vor mir: 

@. Die Flügeldecken einfarbig rosigelb; dieselbe Färbung 
zeigt das Halsschild mit Fühlern und Fussgliedern; 

- -ß. mit drei schwarzen Punkten (2,1); vorn ein sehr kleiner 
auf der Schulterbeule, das hintere Paar auf der Wölbung, beide 
Punkte in die Länge gezogen, und der äussere doppelt stärker 
‚als der innere (CHalsschild ungefleckt); 

y. die hintern Punkte zu einer breiten Querbinde zusammen- 
fliessend, welche bald die Spitze als einen lichten Fleck übrig 
lässt, bald dieselbe mit umfasst. Bei einem hierher gehörenden 


44 


Stücke, dessen Grundform augenscheinlich der Innenfleck der 
var. ß gefehlt hat, umzieht der verlängerte äussere Fleck breit 
hakenförmig die ganze Spitze. (Halsschild ungefleckt, oder mit 
zwei trüben Fleckchen oder Wischen bezeichnet. ) 

d. Auch der Schulterpunkt zu einer abgekürzten, längs das 
Wurzel hinziehenden aber das Schildchen nicht erreichenden 
Querbinde erweitert; die Hinterbinde lässt entweder die Spitze 
frei, oder umfasst mit dieser das ganze hintere Drittel der Deck- 
schilde. (Halsschild mit zwei schwarzen, meist bis zum Hinter- 
rande verlängerten, und hier sich an die Vorderbinden der Flü- 
geldecken anlehnenden Flecken); | 
& die Vorderbinden hinter dem Schildchen zusammenstossend, 
‘so dass die Deckschilde schwarz, mit einer schmalen, buchtigen, 
rostrothen Querbinde vor der Mitte erscheinen. (CHalsschild mit- 
zwei grossen Flecken, wie bei 0); 

&. die rothe Mittelbinde unterbrochen, so dass nur noch 
jederseits ein rolhes Fleckchen an der Naht und eine Erweite- 
rung des lichten Randsaumes übrig bleiben. (Halsschild wie bei &); 

nn. die Deckschilde ganz schwarz, und nur zuweilen noch 
Naht und ein schmaler Aussensaum der Deckschilde röthlich oder 
bräunlich, bis zuletzt auch dieserschwindet. (Das Halsschild ein- 
farbig, oder mit zwei Punkten, oder, wie bei &, mit zwei grossen 
Flecken gezeichnet.) 

Bei allen diesen Varietäten bleibt jedoch das Schildchen 
roth, so wie auch der umgeschlagene Rand des Pe 
seine gelbe Färbung unverändert beibehält. 

Das Pygidium fein punktirt, dünn gelbhaarig, röthlich oder 
bräunlich gelb; auch die Unterseite fein punktirt und gerunzelt, 
dünn behaart, röthlich- gelb, die Schulterblätter hellgelb. Die 
Hinterenden des Prosternums kurz aber scharf dreieckig vorire- 
tend, der Vorderrand napflörmig vorgezogen. Die Beine eben- 
falls röthlich- gelb, mit etwas dunklern, bei den stärker gezeich- 
neien Varietäten schwärzlichen Fussgliedern, das letzte Segment 
des d' mit einem seichten, rundlichen Eindruck, des 2 mit einem 
fast kreisrunden Gr u 

In Vorder-Indien und, wie es scheint, dort weit verbreilet, 
Von Ceylon (Mus. Berol.), Tranguebar (Mus. Westermann), 
Pondichery (Perrolet im, Mus. Deyrolle), auch bei Dinapore 
von Dr, Bacon gesammelt. (Mus. Deyrolle) Ausserdem habe 


45 


'ich noch Exemplare aus dem Mus. Franc. und Buguet, ohne 
genauere Angabe der Heimath, vor mir, Im Ganzen habe ich 
von dieser Art 23 Exemplare — mehr als von irgend einer an- 
dern asiatischen — vergleichen können. 

Die von Fabricius beschriebenen, mir unbekannt gebliebenen Arten Cr. 
Vahlii und Spengleri (s. unten im Anhange) bin ich sehr geneigt, auf Varie- 
täten der vorbeschriebenen, vielgestaltigen Art zu deuten; wenigstens enthalteu 
Fabricius’ Worte Nichts, was solcher Deutung widerspräche. Sicherheit kann 
darüber allerdings nur der Vergleich des Kopenhagener Museums gewähren, 
in welcher die von Fabricius in Bezug genommenen Sammlungen von Lund 
und Sehestedt jetzt enthalten sind. - 


22. Cr. pilularius m. Oben dunkelroth, unten schwarz, 
mit rolhen Beinen, ein Querfleck des Halsschildes und zwei 
Flecke der Flügeldecken (1,1) mit Naht und Schildchen schwarz; 
das Halsschild äusserst fein punktirt, die Punkistreifen fein, mit 
sehr fein runzlig -punktirten Zwischenräumen. L. 15‘; Br. 124. 

Dem Cr. Billardierii habituell nicht unähnlich, aber etwas 
grösser, im Verhältniss breiter, hinterwärts weniger verschmälert, 
daher mehr kugelig, und, wie es scheint, eine ungemein seltene, 
mir nur in einem einzelnen Exemplare vorliegende Art. Der 
Kopf flach, um die Fühlerbasis kaum merklich gewölbt, wenig 
glänzend, mit feiner, mässig dichter Punklirung, das Kopfschild 
durch eine gebogene Querfurche begränzt. Die Farbe dunkel 
ziegelrotih, mit pechbraunen Mundtheilen, die langgestreckten, 
breit ausgebuchteten Augen schwarz. Die Fühler von mässiger 
Länge, das zweite Glied kurz birnförmig, das drilte doppelt und 
das vierte fast dreimal länger; die obern wieder etwas kürzer, 
deutlich verbreitert und zusammengedrückt, die Farbe der untern 
bis zum fünften durchscheinend gelbroth, die obern schwarz. 
Das Halsschild kurz, nach vorn stark übergewölbt und durch die 
lief eingezogenen Vorderecken merklich verschmälert, die fein 
gerandeten Seiten stark zusammengekrümmt, die spitzen Hinter- 
ecken breit vorgezogen. Der Hinterrand jederseits breit aber 
nicht tief ausgeschweift, mit sehr kurzem, doppelt ausgerandetem 
Mittelzipfel. Die Oberfläche jederseits vor dem Schildchen seicht 
schräg niedergedrückt, zerstreut und kaum sichtbar punklirt, spie- 
gelglatt, dunkelroth; auf der vordern Hälfte ein grosser, scharf 
begränzter, nierenförmiger schwarzer Querfleck, der nur durch 
einen schmalen Saum vom Vorderrande getrennt ist, und auch 
in die Quere reichlich die Hälfte der Halsschildsbreite hinweg- 


46 


nimmt. Das Schildchen länglich-dreieckig, hinten erhöht und 
zugespitzt, an der Basis das gewöhnliche Grübchen; die Farbe 
glänzend schwarz, mit verwaschen bräunlicher Mitte. Die Deck- 
schilde wenig länger als breit, hinterwärls wenig verschmälert, 
stumpf abgerundet, hinter der quer niedergedrückten Basis etwas 
ansteigend; die Schulterbeulen flach und wenig bemerkbar, auf 
ihrer Innenseite ein schmaler, schwacher Schrägeindruck; auch 
die Seitenlappen nur kurz, und die hintere Wölbung sehr schräg 
abfallend. Die Punktstreifen sehr regelmässig,. fein, und die 
miltlern auf der Wölbung wenig bemerkbar; die Zwischenräume 
flach, dicht und fein runzlig punktirt, wenig glänzend. Die Farbe 
dunkelroth, ein schmaler Saum längs der Wurzel und ein brei= 
terer aber mehr verwaschener, längs der Naht schwarz; ausser- 
dem auf jeder Flügeldecke zwei grosse schwarze Flecke, ein 
Querfleck an der Wurzel von der mit einbegriffenen Schulter- 
beule bis über den zweiten Punklstreifen hinausreichend, und ein 
Längsfleck hinter der Mitte zwischen dem dritten und siebenten 
Streifen. Das Pygidium fein punktirt, schwärzlich, mit breit 
röthlichem Saume; auch die Unterseite schwarz; Hüften, Mittel- 
brust, Vorderrand und Miltelzipfel des ersten Bauchringes, so 
wie die hintere Hälfte des letzten verwaschen 'ziegelroth. Der 
Vorderrand des Prosternums mit breit abgerundeter Höhlung vor- 
tretend, die Mittelläche höckerig, und die Hinterenden stumpf 
dreieckig. Die Beine dünn, die Mittelschenkel an der Wurzel, 
die Hinterschenkel, bis auf die Spitzen, ganz geschwärzt, auch 
die Schienenenden und Fussglieder pechbräunlich. Das letzte 
Segment des @ mit einer grossen, kreisförmigen Grube. 

Von Java. (Mus. Westermann.) 

23. Cr. dichotomus m. Oben kirschroth, zwei Flecke 
des Halsschildes, eine Querbinde der Deckschilde und die Unter- 
seite schwarz; das Halsschild sehr fein punktirt, die Punktstreifen 
derb, mit kaum punktirten Zwischenräumen. L. 2 — 23; 
Br. en — 13, 

Im Mus. de France ist diese Art mit ale Cr. parasiticus 
unter der Benennung Cr. zonatus Reiche (der Name ist bereits 
an eine nordamerikanische Art vergeben) verbunden worden, 
aber von jenem Käfer, nach meiner Meinung, durch Habitus, 
Sculptur und Farbenvertheilung zureichend verschieden. Der Um- 
riss ist am Hinterrande des Halsschildes am breitesten, dann vorn 


durch einen kurzen, flachen Bogen geschlossen, hinterwärts mit 
geradlinig zusammengeneigten Seiten stark verschmälert und die 
Spitze wieder ganz kurz zugerundet, von oben aus betrachtet 
fast gerade abgeslutzt, während bei Cr. parasiticus die grösste 
Breite in die Schultern fällt, und sich dann der Körper hinter- 
wärts viel weniger verengt. Der Kopf ist breit, flach, mit scharf 
eingeschnittener Stirnrinne und etwas eingedrücktem Unterende 
des Kopfschildes, dicht und derb punktirt, mit scharf dreieckigem 
Ausschnitte der Augen. . Die Farbe kirschroth; die Mitte der 
Oberlippe verwaschen geschwärzt; zuweilen zeigt auch der ganze 
obere Theil der Stirn einen ähnlichen, schmutzigen Anflug. Die 
Fühler des S' von halber Körperlänge, des 2 etwas kürzer und 
dünner; gedrungen, das zweite Glied kurz verkehrt kegclförmig, 
“das dritte reichlich doppelt länger, das vierte wieder etwas 
kürzer, die obern vom fünften ab deutlich zusammengedrückt 
und verbreitert. Die Farbe der fünf untern gelbroth, mit bräun- 
licher Spitze des fünften, der obern schwarz. Das Halsschild 
kurz und breit kugelig, vorn mit fast 3 seiner Länge herabge- 
krümmt, und daselbst durch die deutlich gerandeten, mit stark 
sekrümmten Bogen zusammenlaufenden Seiten sehr verengt, die 
Hinterecken breit, kurz zugespitzt, durch einen leichten Schräg- 
eindruck etwas aufgequollen; der Hinterrand wieder eingesenkt, 
wellig ausgeschweift, mit kurzem, doppeit ausgerandetem Miltel- 
zipfel. Die Oberfläche sehr fein und zerstreut punktirt, stark 
glänzend; die Farbe kirschroth, wit zwei grossen, über 3 der 
Länge reichenden, auf dem Hinterrande ruhenden schwarzen 
Längsflecken, die sich allmählig vergrössern, bis sie zusammen- 
fliessen, und zuletzt bis auf einen schmalen, verwaschen röthlich 
bleibenden Seitenrand die ganze Oberfläche einnehmen. Das 
Schildchen fast gleichseitig dreieckig, hinten kurz abgestutzt und 
mässig ansteigend; an der Wurzel das gewöhnliche Grübchen; 
die Farbe glänzend roth, mit schwärzlichen Säumen. Die Deck- 
schilde vorn etwas schmaler als der Hinterrand des Halsschildes, 
hinterwärts mit schräg convergirenden Seiten verschmälert und 
dann, kurz zugerundet; längs der Wurzel eiwas wulstig erhöht, 
die Schulterbeulen breit, fach, mit wenig bemerkbarem Eindruck 
auf deren Innenseiten, die Seitenlappen lang herabgezogen, und 
der Rücken vor der Spitze sehr schräg abfallend. Die Punkt- 
streifen sehr derb und regelmässig, die miltlern hinterwarls 


48 


feiner, aber immer noch kenntlich, die obern Zwischenräume 
flach, die seitlichen leicht gewölbt, alle kaum sichtbar punktirt, 
‘ glänzend. Die Farbe schön kirschroth, die Wurzel schwarz ge- 
säumt, und hinter der Mitte eine ziemlich gleich breite, scharf 
begränzte, über beide Flügeldecken bil EP schwarze 
Querbinde, ausserdem bei einer Abänderung SE 

P- noch die Schulterbeule, und -eine von dieser aus Schr 
nach innen ziehende, am zweiten Punktstreifen abbrechende 
schmale und aus Flecken zusammengesetzte Querbinde schwarz. 

Pygidium und Unterseite schwarz, dünn greishaarig; auch 
die Beine schwarz, die Kniee, und bei den überwiegend roth ge- 
färbten Stücken noch die Vorder- und Mittelhüften nebst der 
Innenseite der Vorderschenkel und Schienen röthlich. Die Hin- 
terenden des Prosternums kurz und eckig vortretend, der Vor- 
derrand breit schüsselförmig abgerundet und ausgehöhlt. Das 
letzte Segment des & mit einem seichten, rundlichen Eindruck, 
des @ mit dem gewöhnlichen, hier sehr grossen Grübchen. 

Aus Voorder-Indien. (Mus. Franc.) 

24. Cr. abbreviatulus m. Rostroth, zwei Wurzelflecke 
und eine abgekürzte Querbinde der Flügeldecken schwarz; das 
Halsschild spiegelglatt, die Punktsstreifen grob, mit flach gewölb- 
ten, deutlich punktirten Zwischenräumen. L. 13°; Br. 14, 

Eine der grössern Arten dieser Gruppe, in der Färbung und 
Farbenvertheilung dem Cr. parasiticus nicht unähnlich, aber, 
auch abgesehen von der ganz abweichenden Sculptur, durch die 
lang und scharf dornarligen Hinterenden des Prosternums sehr 
ausgezeichnet. Der Kopf flach, mit dem untern Theile des seicht 
eingedrückten Kopfschildes etwas eingezogen, Unier- und Mittel- 
kopf ziemlich dicht und deutlich punktirt, die glatte Stirn mit 
deutlicher Längsrinne. Die Farbe rostroth, Unterrand der Ober- 
lippe und Mundtheile etwas lichter, nur die lang gestreckten, 
breit und seicht ausgerandeten Augen schwarz. Die Fühler 
(des 2) kaum von halber Körperlänge, dünn und schlank; das 
zweite Glied kurz birnförmig, die beiden folgenden etwa dop- 
pelt länger, wenig verschieden, die obern vom sechsten an 
wenig zusammengedrückt und erweitert, mit dünn zugespitztem 
Fortsatze des Endgliedes; die Farbe hell rostgelb, oben mit 
feiner gelbgreiser Behaarung. Das Halsschild. kurz, vorn fast 
buckelig und mit 3 seiner Länge übergewölbt, hinten wieder 


49 

eingesenkt, vor dem Schildchen mit zwei seichten Schrägein- 
drücken, die Seiten fein gerandet, nach vorn stark zusammen- 
gekrümmt, der Hinterrand jederseits breit ausgeschweift, mit 
gleichfalls breiten, aber scharf zugespitzten Hinterecken, der 
Mittelzipfel sehr kurz, kaum merklich doppelt ausgerandet. Die 
Farbe glänzend dunkel rostroth, spiegelglatt. Das Schildchen fast 
gleichseitig dreieckig, mit leicht zugerundeter Spitze, an der Basis 
mit einem Grübchen, gleichfalls glänzend rosiroth mit bräunlichem 
Saume. Die Deckschilde kurz und breit gewölbt, hinterwärts 
bogig verschmälert, vorn jederseits am Schildchen quer nieder- 
gedrückt, und innerseits der Schulterbeulen nochmals ein deut- 
licher Eindruck. Letztere breit aber eckig hervortretend, mit 
stumpf abgerundeten Schultern und stark entwickelten Seitenlap- 
pen. Die Punktstreifen erst hinter der niedergedrückten Wurzel 
beginnend, vorn aus vereinzelten gröbern, hinterwärts allmählig 
feinern Punkten gebildet, vor den breit abgestumpften Spitzen nur 
noch wenig bemerkbar; die Zwischenräume flach gewölbt, deut- 
lich aber fein punktirt, lackglänzend. Die Farbe rostroth, mit 
fein schwarz gesäumter Wurzel, auf der Schulterbeule ein eirun- 
der Längsfleck, und zwischen diesem und dem Schildchen ein 
dreieckiger, grösserer, an die Wurzel gelehnter Fleck, ausserdem 
auf der Wölbung eine innerseits abgekürzte, äusserlich den Sei- 
tenrand fast erreichende, hier eiwas nach vorn gebogene, und 
anscheinend aus 2 Flecken zusammengeflossene Querbinde 
schwarz. Das Pygidium sehr dicht und fein punklirt, kaum be- 
haart, rostroth, Unterseite und Beine ebenfalls einfarbig rostroth, 
letztere etwas lichter als der übrige Körper. Der Vorderrand 
etwas napflörmig vorgezogen, die Hinterenden als deutliche, sehr 
scharfe Dornen vorgestreckt. Das letzte Segment des einzigen 
vorliegenden 2 mit einer tiefen, halbkugeligen Grube. 


Aus Vorder-Indien. (Mus. Berol.) 


Vierte Rotte. Fühler von mässiger Stärke; Körper schwarz 
oder grün, Halsschild runzlig-punktirt und behaart, Deckschilde 
roih oder gelb, dicht punktirt und reihenweise behaart, mit schwar- 
zen oder grünen, zum Theil zusammenfliiessenden Zeichnungen. 
Kurze und gedrungene Arten aus den der Europäischen Fauna 
angehörenden Theilen von Asien. (Vergl. Linn. VIII. 89. Zweite 
Rotte.) 

IX. 4 


50 
95. Cr. virgatus Gene. Linn. VII. 90. n. 5. ' 
Längs der ganzen Westküste von Kleinasien, und auf den 
benachbarten Inseln, auch auf Rhodus (Loew!), auch weiter 
osiwärs bis nach Persien hin. (Mus, Franc.) 

Den Cr. 6notatus Oliv. Ent. VI. 798. n. 24. tab. A. fıg. 63. habe ıch 
in der Linnaca II. 45, auf den Or. rugicollis desselben Autors bezogen, weil 
die Beschreibung besser auf letztern als auf den virgafus passt; da aber nach 
unserer jetzigen Kenntniss jener Gegenden nur der letztere, und nicht aueh 
der erstere in Kleinasien gefunden wird, so scheint Olivier, der ın der 
Diagnose den 6Grotafus und humeralis nur nach der Flügeldeckenzeichnung 
unterscheidet, unter ersterer Art Stücke des Cr. rugicollis und virgatus mit 


dreifleckigen Flügeldecken zusammengefasst zu haben, da sich der Fundort: 
Levante nur auf diese letztere Art beziehen lässt. 


26. Cr. laetus Fab. Linn, VII. 90. n. 6. 


In Westsibirien (aus Barnaul und Lowtewsk) häufig 
(Gebler! und Mus. Mannerheim), in der Kirgisensteppe (Mus. 
Motschulski!), und von da längs des Caspischen Meers bis 
zum Caucasus, wo er noch von Adams gefunden worden ist. 

Der, soviel ich sehe, von keinem Russischen Entomslogen ee er- 
wähnte Cr. Steveni Adams (Mem. de Mosc. V. [1817] p. 313. n. 30) gehört 
der Beschreibung nach ganz sicher zu dieser Art. Adams beschreibt die 
Exemplare mit nur auf der Schulterbeule gefleckten Flügeldecken (Linn. H, 
48. n. 10. var. Y.) als seine Hauptform, gedenkt aber auch der dreifleckigen 
Varietät. 

27. Cr. regalis Gebl. Feinhaarig, goldgrün (oder stahl- 
blau) dicht und derb punktirt; die Flügeldecken gelb mit drei 
unförmlichen, oft zusammenfliessenden Flecken @, 1). L. 2 
bis 23°“: Br 4: bs 12% 

Cr. regalis G@ebler in Ledeb. Reise II. 2. 208. n. 30! N. Mem, de Mose. 

1I. (1832) 72. n. 5! Käf, Südwest. Sibir. 380. n. 27! Sufr, Linn. II, 

48, n. 10. Note! 

Gewöhnlich etwas grösser als der vorhergehende, besonders 
länglicher, walzenförmiger, übrigens demselben sehr ähnlich, und 
von ihm hauptsächlich durch die beschränktere Ausdehnung der 
gelben Färbung abweichend, womit im Gegensalz gegen Ver- 
schwinden der Flecke bei Cr. laetus hier die Neigung dersel- 
ben zum Zusammenfliessen bis zum völligen Bedecken der Flü- 
geldecken zusammenhängt. Der Kopf flach, stark niedergedrückt, 
mit kurzer, fein eingegrabener Stirnrinne, dicht und fein punk- 
tirt, metallisch glänzend; das Kopfschild unten schmal gelblich 


5l 


gerandet, die Mundtheile bräunlich. Die Fühler kurz, das Wurzel- 
glied etwas aufgetrieben und flach gedrückt, das 2te kugelig, 
das 3te verkehrt kegelförmig und etwas länger, das 4te den beiden 
vorhergehenden zusammen gleich, und das 5te noch etwas ver- 
grössert, die obern schwach erweitert, deullich zusammengedrückt, 
mit pfriemlich zugespiiziem Forisatze des Endglieds. Das erste 
Glied metallisch glänzend, die beiden folgenden pechbraun, an 
den Gelenken lichter, mit melallischem Anfluge, die übrigen 
schwarz. Das Halsschild kurz, vorn stark übergewölbt, hinten 
breit flach gedrückt und vor dem Schildchen jederseits mit einem 
deutlichen Schrägeindruck ; die Seiten besonders hinterwärts stark 
gerandet, vor den spitzen Hinterecken eiwas eingedrückt, der 
Hinterrand jederseits tief ausgeschnitten, mit breit ausgerandetem 
Mittelzipfel. Die Punktirung mässig stark, schr gleichmässig, 
siebartig gedrängt, daher die Oberfläche seidenarlig glänzend. 
Das Schildchen breit dreieckig, hinten abgerundet, vorn fein 
punktirt, hinterwärts glatt, bei den hellern Formen meist mit lich- 
ter Spitze. Die Deckschilde walzlich, verhältnissmässig länger 
als bei Cr. laetus, durch die erhöhte Umgebung des Schildchens 
und die länglichen, stark hervortreienden Schulterbeulen an der 
Wurzel dreihöckerig, innerseits der Schulterbeulen und wieder 
jederseits am Schildchen tief eingedrückt, auch über den breiten 
Seitenlappen ein ähnlicher aber flacherer Eindruck. Die Punkti- 
rung eine doppelte: eine gröbere, in dichte unordentliche Längs- 
reihen gestellt, und stellenweise besonders längs der Seitenrän- 
der schwache Längsfurchen bildend, und eine feinere, die Zwi- 
schenräume dicht bedeckende; aus den Pünktchen der letztern tre- 
ten die feinen rückwärts gerichteten, gelben Häärchen hervor, 
mit denen die Zwischenräume reihenweise bedeckt sind. Pyei- 
dium, Unterseite und Beine fein aber dicht punklirt, dünn gelb- 
haarig, gleichfarbig, nur die Fussglieder schwärzlich, die Hinter- 
ränder des Prosiernums sehr kurz und breit zugerundet. Das 
letzte Segment des J° mit einem rundlichen glänzenden Ein- 
drucke, vor welchem der vordere Theil des Segmenis auf der 
Mitte zart aber deutlich längskielig erhöht ist; das 2 mit einer 
tiefen, rundlichen, an den niedergedrückten Seiten lang absichend 
gelb gewimperten Grube. 

Rücksichtlich der Färbung ist der Käfer nach einer doppel- 
ten Richtung hin mehrfachen Abänderungen unterworfen. Die 


52 


Grundfarbe ist der Regel nach ein schönes, lichtes Goldgrün, der 
Farbe des Cr. sericeus ähnlich; sie geht jedoch, wie bei fast 
allen Käfern gleicher Färbung, einerseits ins Messinggelbliche, 
andrerseits durch ein dunkleres Spangrün in Blaugrün, zuletzt in 
Blau über. Abweichend von dieser Grundfarbe sind die Deck- 
schilde, wie bei Cr. laetus, strohgelb, und auch der eben ge- 
nannten Art ähnlich gezeichnet; sie tragen nämlich je drei, der 
Grundfarbe gleichende Flecken, zwei vorn neben einander, der 
äussere auf der Schulterbeule, der innere etwas. mehr rückwärts 
zwischen. jenem und der Naht, der hintere meist breitere und un- 
förmliche hintere der Mitte. Diese Form betrachtet auch Gebler 
a. a. O. als die Grundform. Durch Uebergreifen der Flecken 
bildet sich eine Abänderung 

8, bei welcher entweder die beiden Vorderflecke mit einan- 
der, oder der äussere mit dem hinteren, oder alle drei zusam- 
menfliessen und dadurch einen unregelmässigen gelappten Längs- 
fleck bilden. Gebler 1. c. var. b. Dieser letztere Fleck nimmt 
dann, der Varietätenbildung bei Cr. bipuntatus L. analog, eine 
regelmässige Gestali an, und die Flügeldecken zeigen 

y. die Grundfarbe mit einer regelmässigen breiten, nur an 
der Schulter sich etwas verengenden hellgeben Einfassung. 
Gebler var. c. 

d. Auch diese Einfassung verschwindet an der Naht und ei- 
nem Theile des Seitenrandes ganz, und bleibt nur vom Schild- 
chen bis zum hintern Ende des Seitenlappens oder an der Spitze, 
oder an beiden Stellen zugleich übrig (Gebler in d. Mem. de 
Mosc. var. c—e), bis sie zuletzt auch hier sich verliert, und 

s. die ganzen Deckschilde des Käfers nur die Grundfarbe 
zeigen. Solche Stücke sind, zumal im abgeriebenen Zustande, 
dem Cr. hypochoeridis L. täuschend ähnlich, unterscheiden sich 
jedoch von ihm auch ausser den meist noch am Rande zurück- 
bleibenden Resten der Behaarung durch den gewöhnlich noch 
kenntlichen lichten Rand des Kopfschildes, die Spuren gelblicher 
Färbung auf dem umgeschlagenen Seitenlappen, und die Hinter- 
leibsbildung des 9‘ Exemplars der Grundform, sowie aller Varie- 
täten mit gelber Zeichnung der Deckschilde (£. y. d.) habe ich 
bisher nur in goldgrüner oder messinggelblicher Färbung des 
Körpers gesehen: die Var, e. dagegen findet sich sowohl goldgrün, 
als dunkelgrün, blaugrün und blau. Solche blaue Exemplare fand 


53 


ich unter den Arten des Petersburger Museums unter dem Namen 
Cr. hirtipennis Fald., welche Bestimmung schon wegen der 
von Faldermann angegebenen gelben Hüften der beiden ersten 
Fusspaare nicht richtig sein kann: sie weichen übrigens ausser 
der Färbung gar nicht von den einfarbig grünen Stücken des 
Cr. regalis ab, und zeigen dabei auf dem Seitenlappen stets 
noch einen Ueberrest gelblicher oder bräunlicher Färbung, sodass 
ich ganz dem Gr. Mannerheim beistimme, wenn er in ihnen Nichts 
als eine Farbenvarietät des Cr. regalis erkennen will. 

Wie es scheint, durch ganz Sibirien verbreitet; im Westen 
bei Salair (Gebler! im Mus. Mannerh. und Petrop.); ostwärts 
in Daurien (Mus. Berol. Mannerh.), insbesondere bei Kiachta 
(Mus. Motsch.); in der Mongolei (Mus. Mannerh.). Nach 
Gebler kommen die Formen d. und e. hauptsächlich in Ostsi- 
sibirien vor. 


Fünfte Rotte. Fühler lang, aber derb; Körper schwarz 
oder dunkel metaliisch, Halsschild punktirt und behaart, Deck- 
schilde roth oder gelb, schwarz gefleckt, zum Theil mit unordent- 
lichen Punktstreifen. Arten aus der südeuropäischen Mittelmeers- 
fauna, deren eine sich bis nach Vorder-Asien ausdehnt. (Vergl. 
Jinnaea VII. 90. Dritte Rotte.) 


28. Cr. ilieis Oliv. Linn. VIH. 92. n. 10. 


In Klein- Asien (Mus. Aube. Franc.); insbesondere aus 
Brussa (Goede! im Mus. Vindob.) 


Sechste Rotte. Fühler zum Theil lang, von mässiger 
Stärke; Körper breit walzlich, meist schwarz, mit rother, gewöhn- 
lich schwarz gefleckter Oberseite und ziemlich regelmässigen 
Punktstreifen; hinter den Krallenhaken manchmal schwache Zahn- 
ansätze. Arten aus Vorder- und Hinterindien, deren Typus 
(durch den einzigen Cr. bimaculatus Fab.) auch dem Europä- 
ischen Mittelmeersgebiete nicht fremd ist, (Vergl. Linn. VII. 92. 
Fünfte Rotte.) 


29. Cr. sexsignatus Fab. Kirschroth mit bräunlicher 
Unterseite, die Flügeldecken vorn schwarz gesäumt, mit drei 
schwarzen Punkten (1, 2); das Halsschild spiegelglatt, die Punk- 
streifen derb mit seitlich flachgewölbten und fein quergerun- 
zelten Zwischenräumen. L. 23 — 4‘; Br. 13 — 22". 


54 


Cr. sexsignatus Fab. Syst. Eleuth, II. 41. n. 2! Olive. Ent. VI, 785. 
n. 2. tab. 4. fig. 46. (Die Zeichnung, welche den innern Hinterpunkt zu 
weit vorrückt, ist falsch; eben so unrichtig ist die Angabe in der Beschrei- 
bung, welihe die beiden Hinterpunkte „sur une ligne transversale“ 


stehen lässt. ) 


Dieser und die beiden folgenden nahe verwandten Käfer 
sind durch ihre Grösse nicht minder wie durch ihre Färbung 
ausgezeichnet, erinnern aber durch ihren Habiltus sogleich an den 
südeuropäischen Cr. bimaculatus Fab., dessen mitunter sehr 
grosse und stark gezeichnete 2 man ohne nähere Kenntniss 
ihres Vaterlandes nach der Analogie der vorliegenden Arten 
sicher auch in Indien einheimisch glauben würde. Ob nun der 
Zusammenhang in der geographischen Ausdehnung dieser Rotte 
durch die Hochländer von Iran und Arabien wirklich unter- 
brochen ist, oder sich hier nur in unsrer Kenntniss derselben 
eine Lücke findet, muss spätern Erfahrungen zu ermitteln vorbe- 
halten bleiben. 

Der Kopf der vorliegenden Art ist flach, deutlich aber nicht 
dicht punktirt, ziemlich glänzend, auf der Stirn ein kurzer aber 
tiefer Längseindruck, die Farbe roth, mit weissgelber Unterlippe, 
Augen und Mundtheile schwarz. Die Fühler des g' von 3 der 
Körperlänge, das Wurzelglied lang gestreckt, das 2te verkehrt 
kegelförmig, die beiden folgenden dreimal länger, das Ste bis 
tie breit und stark zusammengedrückt und verbreitert, die obern 
wieder ein wenig schmaler, die des Q etwas kürzer und weniger 
erweitert. Die untern Glieder glänzend roth, die obern mit fein 
angedrückter hellgelblicher Behaarung. Das Halsschild kurz, vorn 
mit der grössern Hälfte kugelig übergewölbt, und zugleich durch 
die tief eingezogenen Vorderecken verschmälert, die Seiten fein 
gerandet, hinter der Mitte lang ausgeschweift, die Hinterecken 
scharf, der Hinterrand nur vor den Schultern kurz ausgerandet, 
der Mittelzipfel kurz und breit, fast grade abgeschnitten. Die 
Oberfläche längs dem Hinterrande etwas eingesenkt, an dem 
Schildchen jederseits breit flachgedrückt, spiegelglatt, dunkel 
kirschroth, mit fein schwarzem Saume des Hinterrandes, zuwei- 
len vor der Mitte zwei nebeneinander stehende unförmliche 
schwarze Flecke oder Wische. Das Schildchen breit dreieckig 
mit abgerundeter Spitze, vor derselben breit niedergedrückt und 
an der Wurzel mit einem herzförmigen Grübchen, roth, etwas 


55 


dunkler gesäumt, auch mit einzelnen feinern Pünktchen bestreut, 
Die Deckschilde gestreckt walzenförmig, hinterwärts eiwas ver- 
schmälert und abgeflacht, längs der Wurzel, besonders zu bei- 
den Seiten des Schildchens quer niedergedrückt, und inner- 
seits der lang höckerig hervortretenden Schulterbeulen dreieckig 
eingedrückt; die Seitenlappen sehr lang herabgezogen, und die 
Spitzen einzeln breit zugerundet. Die Punkistreifen sehr regel- 
mässig, vorn etwas hinter der Wurzel entspringend, aus derben 
aber vereinzelten Punkten bestehend, die seitlichen furchenarlig 
eingedrückt, wodurch hier die Zwischenräume flach gewölbt her- 
vorirelen, die Rückenstreifen von der Mitte ab allmählig feiner 
und auf der Wölbung fast abgeschliffen, die Zwischenräume fein 
quer runzlig, ziemlich glänzend. Die Farbe dunkel kirschroth 
mit drei schwarzen Punkten, der erste länglichrunde, meist grössere, 
aber zuweilen fast verschwindende auf der Schulterbeule, die 
beiden andern dicht hinter der Mitte, der innere grössere auf 
dem 3ten Zwischenraume, aber denselben etwas überschreitend, 
der äussere, kleinere etwas hinterwärts gerückt, von der Mitte 
des Sten Zwischenraumes bis zum Randstreifen reichend. Aen- 
dert ab: 

£. der Schulterfleck zu einer abgekürzten Querbinde er- 
weitert, die Hinterflecken, besonders der innere, unförmlich ver- 
grössert, aber noch durch einen sichtbaren Zwischenraum ge- 
trennt; 

y. die Vorderbinde wie bei f; die Hinterflecke zu einer 
nach aussen verschmälerten, am Vorder- und Hinterrande ausge- 
buchteten Querbinde zusammengeflossen. Von den vorliegen- 
den, hierher gehörenden Stücken zeigt eins ein paar unförmliche 
Wische auf dem Halsschilde, 

d. Der Schulterfleck wie bei der Stammform, dafür die 
Hinterbinde noch stärker entwickelt, längs der Naht hinterwärts 
zipfelförmig erweitert, bei einem Stücke auch mit breiter Aus- 
biegung nach vorn die Mitte der Naht erreichend; 

e. der Schulterfleck, wie bei &., aber die ganze hintere 
Hälfte der Deckschilde schwarz. 

Das Pygidium dicht ‚und fein punktirt, längskielig, dicht 
greis behaart. Die Unterseite vorn braun, mit etwas dunklern 
Parapleuren, je weiter hinterwärts, desto mehr ins Schwärzliche 
fallend, sehr fein punktirt und kurz angedrückt greishaarig; die 


56 


Beine einfarbig dunkelroth. Das Prosternum mit einem hinter- 
wärts durch einen Eindruck getheilten flachen Wulst und breit 
dreieckigen Hinterenden, der Vorderzipfel kahnförmig vorgezogen. 
Das leizte Segment des Z' mit einem seichten, halbrunden Ein- 
druck, des 2 mit einer elliptischen, an den- niedergedrückten 
Seitenrändern lang gelblich gewimperten Grube. 

In Vorder-Indien, und wie es scheint, dort weit verbreitet. 
Die mir vorliegenden Exemplare sind von Ceylon (Mus. Berol., 
alle Formen, ausser &.), Tranguebar (Mus. Fab. Westerm.), 
Bengalen (Mus. Westermann, Sturm; auch Olivier nennt 
Calcutta); aus den Neelgherries (Mus. Dohrn); von Dinapore, 
Murudabad, Almosa (Bacon! im Mus. Deyrolle, am letztern 
Fundorte die var. &.). Indische Exemplare ohne nähere Angabe der 
Heimath habe ich auch aus dem Mus. Franc. Buquet. Germar. 
vor mir; der Käfer ist daher auch in den Sammlungen keine 
Seltenheit. 

30. Cr. bissexsignatus m. Oben ziegelroth, Halsschild 
und Flügeldecken mit je 4 schwarzen Flecken (2, 2), unten 
schwarz- und gelbbunt mit rothen Beinen; das Halsschild spiegel- 
glatt, die Punktstreifen derb, mit flachen kaum punklirten Zwi- 
schenräumen. L. 4; Br. 21. | 

Dem vorhergehenden zwar sehr ähnlich, aber ausser andern 
Merkmalen namentlich durch die Stellung der schwarzen Flek- 
ken verschieden, welche, wenn auch auf die Ausdehnung und 
Grösse der letztern nur ein geringer Werth gelegt werden kann, 
sich doch bisher in dieser Gatlung als ein im Allgemeinen zu- 
verlässiges Kennzeichen erwiesen hat. Mit Cr. 6Gsignatus ver- 
glichen, ist die vorliegende Art mehr walzenförmig, nach vorn 
nicht so stark verschmälert, auch der Ton ihrer Grundfarbe ein 
sehr verschiedener. Der Kopf ist flach, etwas uneben, die Stirn 
und ebenso das Kopfschild der Länge nach eingedrückt, über 
der das Kopfschild abgränzenden Bogenlinie nochmals ein seich- 
ter, halbmondförmiger Quereindruck. Die Oberfläche fein und 
zerstreut punktirt, dünn greishaarig, mässig glänzend; die Farbe 
licht ziegelroth, die Mitte der Stirn und die Ränder des Kopf- 
schildes dunkler, die Bogenlinie über letzterm verwaschen ge- 
schwärzt. Auch die Kinnbacken schwärzlich, die Taster gelbroth, 
die in der Mitte kurz aber tief ausgerandeten Augen schwarz, die 
Wangen etwas heller als der übrige Theil des Kopfes. Die 


57 


Fühler (des 9) nicht völlig von halber Körperlänge, das 2te Glied 
kurz birnförmig, wenig länger wie breit, die beiden folgenden 
gleich lang und 23mal länger als das 2te; die obern etwa dem 
Sten gleich, und vom 4ten an deutlich zusammengedrückt und 
erweitert, welche Erweiterung beim ten am stärksten ist, und 
von da ab nach oben hin allmählig wieder abnimmt, das End- 
glied mit lang dreieckigem, durch eine tiefe Ausrandung abge- 
setziem Fortsatze. Die Farbe hell ziegelroth, die untern Glieder 
hell honiggelb durchscheinend. Das Halsschild kurz, nach vorn 
verschmälert und mit mehr als der Hälfte seiner Länge vorn 
stark übergewölbt, die Seiten geschweift, fein gerandet, vor der 
Mitte bogig erweitert, die tief eingezogenen Vorderecken stumpf- 
winklig, die hintern spitz vorgezogen, durch einen deutlichen 
Schrägeindruck emporgequollen, der Hinterrand jederseits weit 
und tief ausgeschweift, mit kurzem aber breitem, doppelt aus- 
gerandetem Mittelzipfel. Die Oberfläche vor dem Schildchen, und 
dann wieder innerseits der Schulterbeulen tief schräg eingedrückt, 
kaum punktirt, spiegelglatt, die Farbe hell ziegelroth mit verwa- 
schen gelblichen Seiten; die Mitte mit zwei runden schwarzen 
Punkten neben einander, und hinter jedem derselben ein ähn- 
licher, aber mehr quer gezogener Punkt am Hinterrande. Das 
Schildchen breit abgestumpft - dreieckig, hinterwärts schräg an- 
steigend, mit kurzem aber deutlichem Hinterzipfel, an der Basis 
das gewöhnliche Grübchen. Die Oberfläche etwas gewölbt, spie- 
gelglatt, die Farbe licht ziegelroth, ein Saum längs der Wurzel 
und der Hinterzipfel schwarz. Die Deckschilde walzenförmig, 
hinterwärts kaum verschmälert, hinter dem Schildchen etwas 
niedergedrückt und von da ab sich allmählig verflachend, die 
Wölbung hinten sehr schräg abfallend und die Spitzen einzeln 
abgerundet. Die Schulterbeulen als lange Höcker hervoriretend, 
auf deren Innenseite ein deutlicher, auf das Halsschild übergrei- 
fender Längseindruck, und jederseits vom Schildchen die Wurzel 
nochmals schräg eingedrückt; der Seitenlappen lang herabgezo- 
gen. Die Punkistreifen schr regelmässig, aus derben, aber ver- 
einzelten Punkten gebildet, auf dem letzten Viertel feiner und 
die mittlern auf der Wölbung fast abgeschliffen; die Zwischen- 
räume flach, vorn fein querrunzlig, auch mit sehr vereinzelten 
Pünktchen bestreut, besonders hinterwärts stark glänzend. Die 
Farbe licht ziegelrotl, merklich heller als bei dem vorigen, ein 


58 


schmaler Saum längs der Wurzel schwärzlich, und ausserdem auf 
jeder Flügeldecke zwei Paar schwarzer Flecke, der äussere vorn 
auf der Schulterbeule, der innere etwas mehr nach hinten ge- 
rückt, grösser und mehr in die Quere gezogen, bei dem vor- 
liegenden Stücke auf der Aussenseite von einem feinen abgeris- 
senen Pünktchen begleitet; das 2te Paar unmittelbar hinter der 
Mitte, beide Flecken hinter denen des Vorderpaars, nur der 
äussere grösser als der Schulterfleck, daher der hintere Zwi- 
schenraum merklich enger und möglicherweise ganz verschwin- 
dend. Das Pygidium sehr dicht und fein punklirt, dicht silber- 
haarig, schwarz, breit gelb gesäumt. Auch die Unterseite dicht 
und auf den Parapleuren fast runzlig punktirt, dicht greishaarig; 
Mittelbrust, Schulterblätter und Mitte der Hinterbrust lehmgelb, 
der übrige Theil der letzteren schwarz. Der Hinterleib gleich- 
falls gelb, ein viereckiger Fleck jederseits auf dem ersten Bauch- 
ringe und eine verwaschene Querbinde auf der Zwischennaht je 
zweier Ringe schwarz. Die Beine rothgelb, Schenkel- und Schie- 
nenspitzen nebst den Fussgliedern lichter gelb, die Krallenhäk- 
chen schwarz, und hinter jedem ein breiter, stumpfer Zahnansalz. 
Die Hinterenden des Prosternums breit dreieckig, der Vorder- 
rand kahnförmig verlängert. Das letzte Segment des einzigen 
vorliegenden 2 mit einem länglichen, tiefen, an den elwas nie- 
dergedrückten Seiten lang greis gewimperten Grübchen. 


Aus Assam. (Mus. Westermann.) 


31. Cr. indieus Mus. Fr. Hell rostgelb, Kopf, Halsschild, 
Unterseite und Deckschilde einfarbig oder schwarzgefleckt; das 
Halsschild spiegelglatt, die Punktstreifen derb mit vorn und seil- 
lich flach gewölbten, kaum punktirten Zwischenräumen. L. 23 
bis 44°; Br. 15 bis 24° 

Ebenfalls den beiden vorhergehenden, besonders dem Cr. 
bissexsignatus ähnlich, eben so veränderlich als Cr. sexsigna- 
tus, aber plumper, mehr waizenförmig und von ersterem durch 
die im normalen Zustande ganz abweichende Fleckenstellung, von 
dem letztgenannten durch die lichtere Färbung, von beiden haupt- 
sächlich durch die stärker gewölbten, an den Seiten fast rippen- 
artigen Zwischenräume der Deckschilde abweichend; auch die 
Fühler länger und dünner, und die Hinterenden des Prosternums 
schmäler und stärker zugespitzt. 


59 


Der Kopf flach, zwischen den Fühlerwurzeln etwas einge- 
drückt, mit breiter seichter Stirnrinne; auch die Mitte des Kopf- 
schildes breit und flach quer niedergedrückt. Die Oberfläche 
ziemlich dicht und fein punktirt, dünn greishaarig, die Augen- 
buchten tief. Augen und Kinnbacken schwarz, der übrige Kopf 
je nach der Färbung des übrigen Körpers licht gelbroth, oder 
zwischen den oberen Augenrändern verwaschen bräunlich, oder 
die dunkle Färbung verbreitet sich von hier aus mit immer wach- 
sender Intensität und Ausdehnung nach unten hin, bis zuletzt der 
ganze Oberkopf und der obere Theil des Kopfschilds schwarz 
gefärbt ist. Die Fühler des 9 von 3 der Körperlänge, sehr 
schlank und dünn, und dadurch sehr von den kräftigen Fühlern 
des Cr. sexsignatus F. verschieden, das 2te Glied kurz birn- 
förmig, die beiden folgenden je Amal länger, sehr dünn, stiel- 
rund, die obern vom 5ten an deutlich zusammengedrückt, aber 
nur schwach erweitert, bis zum 9ten etwa gleich und nur wenig 
länger als das 4te, das 10te wieder etwas kürzer, und das End- 
glied mit schmal dreieckigem Fortsatze. Die Farbe licht gelb mit 
dünner, greiser Behaarung. Die Fühler des 2 kürzer, gedrun- 
gener, mit breitern Gliedern, an Stärke etwa denen des Cr. sex- 
signatus d‘ gleich. Das Halschild kurz, breit, gewölbt, vorn 
mit der Hälfte seiner Länge übergebogen und nach dem Hinter- 
rande zu wieder etwas eingesenkt, durch die eingezogenen Vor- 
derecken vorn verschmälert, die Seiten hier zusammengekrümmt, 
besonders hinterwärts deutlich gerandet, mit stumpf dreieckigen, 
wenig vortretenden Hinterecken, der Hinterrand jederseits aus- 
geschweift; der Mittelzipfel kurz, breit, doppelt ausgerandet. Die 
Oberfläche kaum punklirt, spiegelglatt, die Farbe licht rostgelb 
mit zart schwarzem Hintersaume, ungefleckt, oder auf der Mitte 
mit zwei neben einander liegenden verwaschen schwarzen Quer- 
wischen, die sich allmählig zu zwei nach dem Schildchen hin 
convergirenden Schrägflecken verdichten und vergrössern, durch 
deren Zusammenfliessen und Umsichgreifen zuletzt das ganze 
Halsschild bis auf den licht bleibenden Seitensaum sich schwarz 
färbt. Das Schildchen breit dreieckig, hinten abgestumpfti und 
ansteigend, vorn mit einem Grübchen; die Oberfläche spiegel- 
slänzend, hell rostgelb, Wurzel und Spitze schwarz. Die Deck- 
schilde breit und flach gewölbt, dreimal so lang als das Hals- 
schild, hinterwärts deutlich verschmälert und vor der Spitze sehr 


60 


flach abfallend; an der Wurzel jederseits des Schildchens ein tie- 
fer Schrägeindruck, und ein gleicher, breiter Längseindruck inner- 
seits der eckig und lang vortretenden Schulterbeulen. Der Sei- 
tenlappen lang herabgezogen, die Spitzen einzeln abgerundet, mit 
klaffender Naht. Die Punktstreifen sehr regelmässig, derb, die 
äussern zunächst über dem Seitenlappen furchenartig eingegraben, 
die mitilern schon von der Mitte an feiner, und diese wie die 
der Naht zunächst liegenden auf der Wölbung fast abgeschliffen; 
die Zwischenräume spiegelglatt, kaum punktirt,. vorn auf dem 
Rücken flach- und seitlich fast rippenartig gewölbt, hinterwärts 
alle verflacht und verbreitert. Die Grundfarbe hell gelbroth mit 
schmal schwarzem Wurzelsaume, die schwarze Zeichnung sehr 
verschieden, und im Allgemeinen mit der Ausdehnung der schwar- 
zen Färbung auf Kopf und Halsschild zusammenhängend. Von Ab- 
änderungen liegen mir vor: 

a. die ganze Oberfläche einfarbig licht gelbroth; 

ß. die Flügeldecken mit zwei schwarzen Wischen hinter der 
Mitte, in Gestalt und Stellung wie bei Cr. sexsignatus, aber 
grösser, unförmlicher, schlechter begränzt: auf dem Halsschilde 
treten die oben beschriebenen beiden Querwische hervor. 

y. Zu diesen beiden, sich schärfer begränzenden Wischen 
treten deren noch zwei, deren vorderer auf der Schulterbeule 
vor dem äussern, der hintere dicht vor der Spitze hinter dem 
innern Fleck, sodass alle vier eine langgestreckte Raute bilden. 
Diese Zeichnung (1, 2, 1), bei welcher ebenfalls die beiden Hals- 
schildspunkte vorhanden sind, halte ich für die Normalform. 

d. Die beiden innern Mittellecke an der Naht zu einem 
grossen gemeinsamen Querfleck verbunden, und in gleicher Weise 
die Halsschildsflecke zu grossen Schrägflecken erweitert; endlich 

e. die sechs Hinterflecke beider Flügeldecken zu einer ge- 
meinsamen, hinterwärts zweizipfligen Querbinde vereinigt, das 
Halsschild bis auf die lichten Seitenränder ganz schwarz. 

Das Pygidium fein punktirt, dünn greishaarig, schwarz, brei- 
ter oder schmaler licht röthlich-gelb gesäumt. Auch die Unter- 
seite fein punktirt, ziemlich dicht greishaarig, bei den hellern 
Formen licht gelb, Parapleuren und hintere Ringe ins verwaschen 
Bräunliche fallend. Allmählig schwärzen sich diese Theile immer 
mehr, und diese Färbung dehnt sich soweit aus, dass bei var. e. 
die Unterseite schwarz erscheint, und nur Vorder- und Mittel- 


61 


brust, Schulterblätter und die Mitte der Hinterbrust mit den Hüf- 
ten und dem vordern Theil des ersten Bauchrings gelb geblieben 
sind. Die Beine bei allen Varietäten rothgelb, bei var. e. die 
Hinterschenkel mit einem schwärzlichen Wisch vor der Spitze; 
die Krallenhäkchen schwarz, mit kurzen, breiten Zahnansätzen. 
Die Hinterenden des Prosternums kurz, aber spitz; der Vorder- 
zipfel dreieckig vorgezogen, bei dem d° weniger lang, aber 
schmaler und dadurch pfriemlicher als bei Cr. sexsignatus. Das 
letzte Segment des J* flach niedergedrückt, des @ mit dem ge- 
wöhnlichen Grübchen. 
"In Vorder-Indien. (Von Bombay: Mus. Franc.) 

32. Cr. dodecaspilus Chevr. Lehmgelb, zwei Punkte 
des Halsschilds, fünf auf den Flügeldecken (2, 2, 1) und die 
Unterseite schwarz mit gelb gerandetem Hinterleibe; das Hals- 
schild spiegelglatt, die Punktstreifen derb, mit flach gewölbten, 
fein querrunzligen Zwischenräumen. L. 2— 22; Br. 1.— 13‘. 

Wie die drei vorhergehenden, so bildet auch der vorliegende 
mit den beiden zunächst folgenden eine kleine Reihe von nah 
verwandten, nur durch feine Merkmale unterschiedenen Arten, 
ohne dass mir jedoch deren wirkliche Verschiedenheit einem Be- 
denken zu unterliegen schiene, da die Sculptur sowohl als die 
Farbenvertheilung hinlängliche Unterscheidungskennzeichen dar- 
bieten. Bei der vorliegenden Art ist der Kopf flach, das Kopf- 
schild seicht muldenförmig eingedrückt, aber nicht mit dem un- 
tern Theile eingezogen; die Stirn mit seichter Längsrinne, die 
Oberfläche bis auf einzelne zerstreute Punkte längs den Augen- 
rändern spiegelglatt. Die Farbe hell lehmgelb, der Nacken und 
jederseits über der Fühlerwurzel ein rundlicher Fleck schwarz, 
welcher bei dem 2 die ganze Augenbucht ausfüllt; die Oberlippe 
verwaschen bräunlich. Die Fühler von mehr als halber Körper- 
länge, das 2te Glied kurz und knotig, die folgenden bis zum 
6ten allmählig verlängert, und von diesem ab auch deutlich ver- 
breitert und zusammengedrückt, der Fortsatz des Endgliedes lang, 
scharf abgesetzt, wenig zugespitzt. Die Farbe der untern durch- 
scheinend gelb, der obern vom 6ten ab schwarz. Das Halsschild 
stark kugelig gewölbt, mit der grössern Hälfte vorn übergebogen 
und durch das Zusammenkrümmen der fein gerandeten Seiten 
stark verschmälert, die Hinterecken breit zugespitzt, kaum auf- 
wärts gedrückt, der Hinterrand jederseits breit aber seicht aus- 


62 


geschweift, fein gesägt, mit kurzem aber deutlich doppelt aus- 
gerandetem Mittelzipfel. Die Oberfläche spiegelglatt, lehmgelb, 
mit fein schwarz gesäumtem Hinterrande; auf der Mitte zwei 
grosse schwarze Querflecke neben einander, deren Hinterrand 
sich zipfelförmig nach aussen verlängert. Das Schildchen drei- 
eckig, hinten mit abgerundeten Ecken abgestutzt, vorn mit einem 
Grübchen, glänzend schwarz. Die Deckschilde breit und flach 
walzenförmig, hinterwärts sich noch mehr abflachend, kaum ver- 
schmälert und an den Spitzen einzeln breit zugerundet, längs 
der Wurzel eiwas niedergedrückt; die Schulterbeulen durch einen 
kurzen dreieckigen Eindruck auf deren Innenseite breit empor- 
gehoben, die Seilenlappen kurz und wenig bemerkbar. Die 
Punktstreifen sehr regelmässig, derb, hinterwärts etwas schwä- 
cher, die Zwischenräume flach gewölbt, längs der eiwas nieder- 
gedrückten Wurzel glänzend, vom Hinterende des Schildchens ab 
deutlich querrunzlig und dadurch matt. Die Farbe bleich lehm- 
gelb, der Saum, bis auf den Seitenlappen, schwarz; ausserdem 
auf jeder Flügeldecke noch 5 schwarze Flecke in der Gestalt 
und Stellung wie bei unserm Cr. 10-punctatus L., also die 
beiden Vorderpaare in der Lage einer schräg nach hinten und 
innen verlängerten Raute, bei der besonders die beiden Innen- 
flecken unförmlich gross sind, der Einzelleck dagegen klein und 
rundlich, unterhalb der Wölbung, näher nach dem Aussen- 
rande als nach der Naht zu gerückt. Das Pygidium fein punk- 
tirt und greishaarig, die obere Hälfte schwarz, die untere bleich- 
gelb. Die Unterseite schwarz, das Prosternum mit den Seiten 
der Vorderbrust und des Hinterleibes, die Schulterblätter und der 
Mittelzipfel des ersten Bauchringes hellgelb, auch die Ränder der 
Bauchringe an den Seiten verwaschen gelblich. Beine und Hüf- 
ten einfarbig gelb. Die Hinterenden des Prosternums kurz und 
breit scharf zugespitzt, der Vorderrand in einen breiten abwärts 
gerichteten und napfförmig ausgehöhlten Lappen vorgezogen. Das 
letzte Segment des JS vor der Spitze seicht und breit quer ein- 
gedrückt, bei dem Q mil einer rundlichen, glänzenden Grube. 

Aus dem Norden von Vorder-Indien (Mus. Berol., insbe- 
sondere von Mussoorie: Dr. Bacon im Mus. Deyrolle) und 
aus Tibet (Mus. Holm. und demselben von Melly unter der 
obigen Benennung mitgetheilt). 


" 63 


33. Cr. Sannio Koll. et Redt. Dunkel lehmgelb, zwei 
Punkte des Halsschilds, fünf auf den Flügeldecken (2, 2, 1) und 
die Unterseite schwarz; das Halsschild spiegelglatt, die Punkt- 
streifen vorn ziemlich derb und hinten fast erloschen, mit flach- 
gewölbten glänzenden Zwischenräumen. L. 23°; Br. 14°. 

Cr. Sannio Kollar et Iedtenb. in Hügels Reise etc. IV. 561! 

Dem Cr. dodecaspilus täuschend ähnlich und mit ihm bei 
oberflächlicher Betrachtung leicht zu verwechseln, aber etwas 
kleiner, dunkler gelb, die Flecken grösser, die innern der zwei- 
ten Reihe an der Naht zusammenstossend und zu einem gemein- 
samen Nahifleck verbunden, die Punkitstreifen feiner und hinter- 
wärts fast abgeschliffen, endlich bis auf den schmalen Hintersaum 
des letzten Bauchringes die ganze Unterseite schwarz. Der Kopf 
flach, die Stirn der Länge nach kurz aber breit eingedrückt, das 
Kopfschild oben undeutlich begränzt, unten stark eingezogen, die 
Augen tief ausgerandet, die Oberfläche fein und zerstreut punk- 
tirt, glänzend. Die Farbe schwarz, Kopfschild und Wangen, so- 
wie ein verkehrt dreieckiger, mit dem obern Ende des Kopf- 
schilds zusammenhängender Fleck auf der untern Stirn hochgelb. 
Die Fühler sind an dem einzigen vorliegenden Stück beschädigt, 
aber, soviel sich an den noch vorhandenen Resten erkennen 
lässt, gleichfalls wenigstens an den untern Gliedern dunkelgelb. 
Das Halsschild kurz, vorn stark übergewölbt und durch die tief 
eingezogenen Vorderecken merklich verschmälert, die Seiten fein 
gerandet und mit starker Krümmung convergirend, die breiten, 
scharf zugespitzten Hinterecken durch einen seichten Schrägein- 
druck etwas emporgedrückt, der Hinterrand jederseits ausge- 
schweift, mit breitem, doppelt ausgerandetem Mittelzipfel; jeder- 
seits des letziern am Hinterrande ein kurzer aber deutlicher 
Schrägeindruck. Die Oberfläche spiegelglatt, dunkel lehmgelb, 
Vorder- und Hintersaum nebst zwei grossen kreisförmigen, fast 
den Hinterrand berührenden, und auch dem vordern ziemlich 
nahe tretenden Flecken schwarz. Das Schildchen gleichseitig 
dreieckig, hinten kurz abgestutzi und schräg ansteigend, an der 
Basis mit einem kleinen Grübchen, glänzend schwarz, Die Deck- 
schilde kurz und breit walzenförmig, hinterwärts im Bogen leicht 
verschmälert und mit schwacher Wölbung abfallend, längs der 
Wurzel etwas niedergedrückt, die Spitzen einzeln breit abge- 
rundet, die Schulterbeulen als breite flache Höcker bemerkbar 


N 


64 


und innerseits durch einen kurzen Längseindruck abgesetzt, die 
Seitenlappen sehr stark entwickelt. Die Punktstreifen regelmässig, 
von mässiger Stärke, schon vom letzten Drittel ab feiner, und 
auf der Wölbung theilweise abgeschliffen, die Zwischenräume 
flach gewölbt, glänzend. Die Farbe dunkel lehmgelb, Naht und 
Wurzelsaum schwarz, ein feinerer Saum längs Spitze und Aussen- 
rand, hier auch den Seitenlappen umziehend, bräunlich. Ausser- 
dem zeigt jede Flügeldecke 5 grosse schwarze Flecke in der 
Stellung der vorhergehenden Art, nur sämmtlich grösser, der 
Schulterfleck an den Vorderrand, der hintere Aussen- und der 
Spitzenfleck an den Aussenrand gelehnt, der innere des 2ten 
Paars mit dem entsprechenden Gegenflecke zu einem gemein- 
samen grossen Querflecke zusammengeflossen. Das Pygidium 
fein und ziemlich dicht punktirt, dünn greishaarig, schwarz mit 
selbem Saume. Auch die Unterseite fein runzlig punktirt, dünn 
behaart, schwarz; nur die Vorderzipfel des ersten und ein schma- 
ler Saum des letzten Bauchringes schmutzig gelb. Hüften und 
Beine gleichfalls lehmgelb mit etwas dunklern Fussgliedern. Der 
Hinterrand des Prosternums in zwei nur kurze höckerarlige 
Dörnchen auslaufend, der Vorderrand als ein breiter, vorn aus- 
gerandeler, etwas ausgehöhlter Lappen vorgezogen. Das letzie 
Segment des einzigen vorliegenden 2 mit einer tiefen, hinter- 
wärts etwas erweiterten Grube. 

Aus Kaschmir. (Hügel! im Mus. Findob.) 

34. Cr. erucipennis m. Lehmgelb, ein verwaschener 
Querfleck des Halsschilds, zwei Vorderflecke und eine Querbinde 
der Flügeldecken schwarz; das Halsschild spiegelglatt, die Punkt- 
streifen fein, mit flachen glänzenden Zwischenräumen. L. 24; 
Bri. 12%; 

Von den vorhergehenden hauptsächlich verschieden durch 
die einfarbig gelbe Unterseite und durch die abweichende Zeich- 
nung der Flügeldecken, auf denen der Hinterfleck ganz fehlt, 
und dafür das 2te Fleckenpaar zu einer über beide Flügeldecken 
ununterbrochen hinziehenden Querbinde zusammengeflossen ist. 
Der Kopf flach mit seicht eingedrückter Stirn, das Kopfschild 
oberwärts nur undeutlich begränzt, die Oberfläche fein und zer- 
streut punklirt, ziemlich glänzend, lehmgelb, Oberlippe und Kinn- 
backen bräunlich, ein schmaler oberer Stirnrand und die lang- 
gestreckten, breit dreieckig ausgebuchteten Augen schwarz. Die 


65 


Fühler von mehr als halber Körperlänge, ziemlich schlank, das 
2te Glied birnförmig, die beiden folgenden dreimal länger und 
dünn verkehrt-kegelförmig, die obern noch etwas länger, von 
der Spitze des 5ten an deutlich zusammengedrückt und erwei- 
tert; die untern bis zur Mitte des 5ten glänzend lehmgelb, die 
obern schwarz. Das Halsschild kurz, vorn mit $% seiner Länge 
stark übergewölbt und durch die tief eingezogenen, rechtwink- 
ligen Vorderecken verengt, seitlich daselbst etwas zusammen- 
gedrückt; die Seiten fein gerandet, vorn zusammengekrümmt, 
die Hinterwinkel breit dreieckig, mit kurzer Spitze vorgezogen, 
der Hinterrand jederseits fast gerade, nur vor den Schulterbeulen 
tief ausgebuchtet, der Mittelzipfel kurz, breit, schwach doppelt 
ausgerandet. Die Punktirung äusserst fein und zerstreut, die 
Oberfläche spiegelglatt; die Farbe lehmgelb mit einer zarten, 
verwaschenen, bräunlichen Längslinie vor dem Schildchen, und 
ausserdem auf der Mitte ein breit nierenförmiger, nur verwaschen 
begränzter, in der Mitte fast verloschener und dadurch in zwei 
dunklere Theile getrennter schwärzlicher Querfleck. Das Schild- 
chen breiter als lang, hinten sehr breit abgestutzt mit abgerun- 
deten Ecken und kurzem Hinterzipfel, an der Basis das gewöhn- 
liche Grübchen; übrigens spiegelglatt, gelb mit dunklerem Saume. 
Die Deckschilde walzenförmig, an der Basis am breitesten, und 
von hier aus hinterwärts deutlich verschmälert, mit allmählig ab- 
geflachtem Rücken und nach hinten schwach abfallender Wöl- 
bung, die Spitzen einzeln sehr breit abgerundet. Die Wurzel 
jederseits des Schildchens quer niedergedrückt, die Schulterbeu- 
len länglich - höckerig hervortretend, durch einen breiten und 
seichten Eindruck abgesetzt, die Seitenlappen lang herabgezogen. 
Die Punktstreifen sehr regelmässig, aus vereinzelten feinen Punk- 
ten gebildet, die Vorderenden undeutlich; die mittllern Streifen 
schon von der Mitte an schwächer, auf der Wölbung fast abge- 
schliffen, die Zwischenräume flach, spiegelglatt, mit sehr feinen 
und vereinzelten Pünktchen bestreut. Die Farbe lehmgelb, die 
Wurzel mit schmal schwarzem Saume, an welchen sich auf jeder 
Flügeldecke zwei grosse schwarze Vorderflecke anlehnen, ein 
äusserer mehr länglicher auf der Schulterbeule, und ein innerer 
quergezogener zwischen dem Eindruck und dem Schildchen, 
‚doch die Naht nicht ganz erreichend. Hinter der Mitte eine 


etwas wellige, beide Flügeldecken umziehende schwarze Quer- 
IX. 5) 


66 


binde und hinter derselben Naht, Spitze und Aussenrand breit 
schwarz. gesäumt, so dass dadurch das Hinterende der Flügel- 
decke als ein breiter gelber Querfleck abgesondert wird; auch 
zieht sich von der Binde aus ein verwaschener schwärzlicher 
Nahtsaum nach vorn, ohne jedoch das Schildchen zu erreichen. 
Das Pygidium hellgelb, fein punktirt und dünn greishaarig; auch 
die Unterseite gelb mit schwach gebräunten Parapleuren, und 
ebenso die Beine gelb mit pechbräunlichen, kurz und dick ge-. 
zähnten Krallen. Das Prosternum breit und uneben, mit kurz 
zugespitzten Hinterenden, der Vorderrand in eine kurze, breite 
Spitze ausgezogen, Das letzte Segment des=-einzigen vorliegen- 
den 2 mit einer grossen rundlichen, spiegelglänzenden PRDe 

Aus Bengalen (Mus. Westerm.). 

35. Cr. quadratus m. Oben hell ziegelroth, Kopf mit 
drei, Halsschild und Flügeldecken mit zwei schwarzen Flecken, 
unten schwarz mit roth gerandetem Hinterleibe; das Halsschild 
grob punktirt, die Punktstreifen derb, mit flach gewölbien, fein 
querrunzligen Zwischenräumen. L. ar; Br. 44 44, 

Dem bekannteren Cr. analis Olive. an Gestalt, Färbung und 
Zeichnung sehr ähnlich, aber kleiner, und ausserdem an der 
ganz abweichenden Sculptur der ganzen Oberfläche von jenem 
leicht zu unterscheiden. Der Kopf flach, der obere Theil des 
nur undeutlich abgesetzten Kopfschildes etwas heraustretend, der 
untere stark eingezogen, die Stirnrinne kurz, aber tief einge- 
schnitten; die Ausrandung der Augen breit und ziemlich. tief. 
Die ganze Fläche, auch das Kopfschild, dicht und grob punktirt, 
rostroth; ein breiter Stirnlleck und ein rundlicher Punkt jeder- 
seits über der Fühlerwurzel schwarz. Die Fühler (des 2) kaum 
von halber Körperlänge, mässig stark, schon von dem fünften 
(grössesten) Gliede ab deutlich zusammengedrückt und erweitert, 
hell gelbroth. Das Halsschild mit seiner grössern Hälfte vorn 
kugelig übergebogen, vor den Deckschilden wieder etwas ein- 
gesenkt, vorn durch die tief herabgezogenen Vorderecken ver- 
schmälert, die Seiten sehr fein gerandet und zusammengekrümmt, 
die breiten scharfen Hinterecken durch einen schwachen Schräg- 
eindruck aufgetrieben; der Hinterrand jederseits breit, aber nicht 
tief ausgeschweift, der Mittelzipfel kurz und breit, seicht doppelt 
ausgerandet. Die Oberfläche zerstreut aber grob punktirt, lack- 
glänzend, ziegelroth, die Ränder und eine verwaschene Mittel- 


67 


linie etwas lichter, ein schmaler Saum des Hinterrandes und zwei 
kleine rundliche weitgetrennte Punkte auf der Mitte neben ein- 
ander schwarz. Das Schildchen lang dreieckig mit etwas aus- 
geschweiften Seiten und kurz abgerundeter Spitze, an der Basis 
ein schwaches Grübchen; die Oberfläche glänzend schwarz. Die 
Deckschilde breit walzenförmig, hinterwärts abgeflacht und etwas 
verengt, längs der Wurzel breit quer niedergedrückt und dann, 
besonders um die sich erhebende Schildchenspitze aufgewulstet; 
die breiten flach gewölbten Schulterbeulen innerseits durch einen 
dreieckigen Längseindruck abgesetzt, die Seitenlappen kurz, aber 
deutlich, die Spitzen einzeln breit abgerundet, mit klaffender 
Naht. Die Punkistreifen sehr regelmässig, besonders vorn derb, 
die mittlern auf der Wölbung merklich feiner, die Zwischenräume 
flach gewölbt, sich hinterwärts noch mehr verflachend, fein quer- 
runzlig und daher weniger glänzend als das Halsschild. Auch 
die Färbung etwas lichter gelb als die des Halsschilds, Wurzel 
und Naht fein schwarz gesäumt, und jede Flügeldecke mit zwei 
grossen schwarzen Querflecken, der vordere nahe an der Wur- 
zel, von der Schulterbeule aus sich schräg nach hinten und in- 
nen ziehend, und so eine abgekürzte, von Naht, Wurzel und 
Aussenrand gleich ‚weit abstehende Querbinde bildend; der hin- 
tere dicht vor der Wölbung, fast so lang als breit, den Raum 
vom 2ten bis zum 8ten Punkistreifen umfassend. Das Pygidium 
fein punktirt und dicht silberhaarig, schwarz, mit röthlichem, sich 
oben jederseits erweiterndem Saume. Die Unterseite ebenfalls 
schwarz, dünn greishaarig; nur die Vorderbrust nebst den Schul- 
terblättern, der Mittelzipfel des ersten Bauchringes, und ein schlecht 
begränzter, vorn noch die Hinterenden der Parapleuren einschlies- 
sender Saum des Hinterleibes rothgelb. Die Beine einfarbig roth- 
gelb mit etwas lichtern Schenkelspitzen, von einem Zahnansatze 
hinter den Krallenhäkchen kaum eine Spur. Die Hinterenden des 
Prosternums kurz aber scharf zugespitzt, der Vorderrand breit 
napfförmig vorgezogen. Das letzte Segment des Q mit der ge- 
wöhnlichen, hier breit-rundlichen und am Rande greis gewim- 
perten Grube. 

. Aus dem Norden von Forder-Indien (Mus. Berol.; — ins- 
besondere von Raypure: Bacon! im Mus. Deyrolle). 

36. Cr. analis Oliv. Dunkel ziegelroth, das Halsschild 
mit zwei, die Flügeldecken mit drei (2, 1) schwarzen Punkten, 


65 


auch die Mitte des Pygidiums und Hinterleibes schwarz; das 

Halsschild spiegelglatt, die Punktstreifen fein, mit flachen, fein 

quer gerunzelten Zwischenräumen. L.23— 33‘; Br. 153—2'. 
Cr. analis Oliv. Ent. VI. 786. n, 3. tab. 4. fig. 47. 

Eine grosse, schöne, aber wiederum in der Färbung ausser- 
ordentlich abändernde Art. Der Kopf flach, der obere deutlich 
abgesetzte Theil des Kopfschildes wenig hervortretend, das un- 
tere Ende deutlich eingezogen. Die Punktirung fein aber deut- 
lich, mit abgekürzter Stirnrinne. Die Farbe ziegelroth mit gel- 
ber Oberlippe, die langen tief ausgebuchteten Augen und die 
Kinnbacken schwarz. Die Fühler, auch bei dem Z', von wenig 
mehr als halber Körperlänge, das 2te Glied kurz und knotig, die 
beiden folgenden gleich lang und etwa doppelt länger als das 
2te, die folgenden bis zum 7ten allmählig aber wenig verlängert, 
alle vom 5ten an breit und deutlich zusammengedrückt, der 
Fortsatz des Endgliedes kurz, breit und wenig bemerklich. Die 
Farbe roth, bei stärker geschwärzten Stücken die obern Glieder 
vom 5ten ab rauchgrau oder schwärzlich. Das Halsschild kurz, 
mit der grössern Hälfte vorn stark kugelig- fast buckelig über- 
gewölbt und durch die tief eingezogenen Vorderecken verschmä- 
lert, die Seiten fein gerandet, nach vorn stark zusammenge- 
krümmt, die Hinterecken kurz und breit, durch einen seichten 
Schrägeindruck etwas aufwärts gedrückt, der Hinterrand jeder- 
seits breit ausgeschweift, mit kurzem, doppelt ausgerandetem 
Mittelzipfel. Die Oberfläche kaum punktirt, spiegelglatt, dunkel 
ziegelroth, gewöhnlich mit zwei neben einander stehenden klei- 
nern oder grössern schwarzen Punkten besetzt. Das Schildchen 
Jänglich-dreieckig, hinten kurz abgestutzt und vorn mit dem ge- 
wöhnlichen Grübchen, spiegelgatt, hell ziegelroth mit schwarz 
gesäumter Basis. Die Deckschilde breit walzlich, hinterwärts 
etwas verengt und sich allmählig verflachend, hinter der nieder- 
gedrückten Wurzel wulstig ansteigend, und daselbst am Schild- 
chen und wiederum innerseits der breiten Schulterbeulen einge- 
drückt, die Seitenlappen kurz und wenig bemerkbar. Die Punkt- 
streifen sehr regelmässig, auch nicht tief, und hinterwärts noch 
feiner, ohne jedoch ganz zu erlöschen; die Zwischenräume flach, 
längs der Wurzel stark glänzend, auf der Mitte deutlich querrunzlig, 
und auf der Wölbung matt ohne deutlich hervortretende Runzeln. 
Die Farbe ziegelroth, bei lichtern, wenig schwarz gezeichneten 


69 


Stücken längs der schwarz gesäumten Wurzel oft ins Gelbliche 
fallend, mit drei schwarzen Punkten, deren geringere oder grös- 
sere Ausdehnung mit der schwarzen Zeichnung des Halsschildes 
zusammenhängt und dadurch mehrere Formen bildet, nämlich 

a. Halsschild ungefleckt, Flügeldecken mit 3 kleinen schwar- 
zen Punkten (2, 1), davon ein etwas länglicher auf der Schul- 
terbeule, der 2te, mehr runde, schräg einwärts von ersterem, 
zwischen dem ersten und Sten oder 4ten Punktsitreifen, aber 
weder Naht noch Wurzel berührend, und ein Ster dicht vor der 
Wölbung, dem Zwischenraume zwischen den beiden vordern ge- 
genüber, etwas in die Quere gezogen. Diese Form bildet den 
eigentlichen Cr. analis Olivier. Zuweilen ist bei ihr der innere 
Vorderpunkt bis auf einen kaum bemerkbaren Schatten erloschen, 
bei andern Stücken sind alle Punkte mit einem lichten, ocellen- 
arligen Ringe umgeben. 

ß. Das Halsschild mit zwei rundlichen oder quer gezogenen 
schwarzen Punkten neben einander, beide durch einen weiten 
Zwischenraum getrennt; Zeichnung der Flügeldecken wie bei «. 
Olivier’s Beschreibung gedenkt auch dieser Varietät. 

y. Das Halsschild mit zwei grossen, quer nierenförmigen 
oder eckigen schwarzen Flecken; die Flügeldecken mit einer 
schwarzer, durch Ausdehnung und Vereinigung der beiden Vor- 
derflecken entstandenen Querbinde längs der Wurzel, und einem 
hintern grossen nierenförmigen Querflecke, der bei andern Stük- 
ken sich auch noch wohl zu einer zweiten Querbinde ausbilden 
möchte. 

Das Pygidium hell gelbroth, fein punktirt und kurz greis- 
haarig; bei wenig ausgefärbten Stücken jederseits mit einem 
bräunlichen Randfleck und oben mit einem stärkern schwarzen 
Längsfleck; bei dunklern Stüsken erweitert sich letzterer zu 
einem kreis- oder nierenförmigen Mittellleck und stösst zuletzt 
noch mit jenen bräunlichen Randflecken zusammen. Unterseite 
und Beine hell ziegelroth, bei lichtern Stücken auf der Mitte des 
‚Hinterleibes ein bräunlicher Querschatten, die Seiten mit dem 
letzten Bauchringe und die Schulterblätter verwaschen hellgelb. 
Bei dunklern Exemplaren färbt sich jener Querschatten schwarz, 
und auch die Seiten der Hinterbrust fallen mehr oder minder ins 
Bräunliche, selbst Schwarze, und von solchen hat Olivier den 
Namen entnommen. Der Zahnansatz hinter den Krallenhäkehen 


70 


ziemlich deutlich. Die Hinterenden des Prosternums breit drei- 
eckig zugespitzt, der Vorderrand bei dem J' breit napfförmig 
vorgezogen. Das letzte Segment desselben mit einem seichten 
elliptischen Längseindrucke, bei dem 2 mit einer tiefen ellipti- 
schen, an den Rändern lang greis gewimperten Grube. 

In Vorder-Indien, und dort, wie es scheint, weit verbreitet. 
Von Coromandel (Mus. Germar.), Tranguebar (Mus. Westerm.), 
aus Bengalen (Olivier; Mus. Westermann), auch aus den Neel- 
gherries (id.). Stücke ohne nähere Angabe der Heimath als: 
Indien finden sich noch im Mus. Berol. und Franc. 

37. Cr. cinnabarinus m. Oben hell kirschroth, unten 
mit Schenkeln und Schienen schwarz; das Halsschild spiegelglatt, 
die Punktstreifen fein mit flachen, gleichfalls spiegelglaiten Zwi- 
schenräumen. L. 22— 223‘; Br. 121—13. 

Eine den vorhergehenden zwar nahe verwandte, aber durch 
die ungefleckte spiegelglatte Oberseite sehr ausgezeichnete Art. 
Der Kopf flach, zwischen den Fühlern seicht eingedrückt, der 
obere Theil des Kopfschilds stark hervorgequollen, der untere 
eingezogen, die ganze Oberfläche spiegelglatt, kirschroth, nur 
die lang gestrerkten, tief ausgebuchteten Augen schwarz, die 
Oberlippe hellgelb. Die Fühler des Z von etwas mehr als halber 
Körperlänge, das 2te Glied kurz knotig, die beiden folgenden 
gestreckt und verkehrt kegelförmig, das 3te mehr als 2mal und 
das 4te über 3mal länger als das 2te, die obern vom 5ten ab 
ziemlich gleich lang und etwas länger als das 4te, alle stark 
zusammengedrückt und erweitert, die beiden letzten wieder fast 
gleich breit mit kurzem, schmalem Fortsatze des Endgliedes; die 
Fühler des 2 etwas kürzer. Die Farbe hell röthlich-gelb mit 
dünner, greiser Behaarung. Das Halsschild mit 2 seiner Länge 
vorn stark kugelig übergebogen, daher anscheinend sehr kurz, 
durch die fein gerandeten, nach vorn hin stark zusammenge- 
krümmten Seiten merklich verschmälert, die Hinterecken kurz 
und breit zugespitzt, kaum emporgedrückt; der Hinterrand jeder- 
seits breit und seicht ausgeschweift, etwas eingesenkt, mit dop- 
pelt ausgerandetem Mittelzipfel. Die Oberfläche vor dem Schild- | 
chen jederseits tief schräg eingedrückt, übrigens spiegelglatt, 
kirschroth, mit zart schwarz gesäumtem Hinterrande. Das Schild- 
chen lang dreieckig, hinten kurz abgerundet, stark schräg an- 
steigend, mit einem Grübchen an seiner Basis, gleichfalls spie- 


‘1 


gelglatt und kirschrolh, mit fein schwarz gesäumter Wurzel, die 
Deckschilde walzenförmig, breit und flach gewölbt, hinterwärts 
noch mehr verflacht und allmählig abfallend, jederseits vom 
Schildchen und dann wieder innerseits der breiten, stumpfen 
Schulterbeulen breit eingedrückt, um das Schildchen herum bucke- 
lig erhöht, die Seitenlappen kurz aber breit, die Spitzen einzeln 
sehr stumpf abgerundet. Die Punkistreifen sehr regelmässig, 
äusserst fein, von der Milte ab noch feiner, und auf der Wöl- 
bung fast abgeschliffen, die Zwischenräume breit, flach, spiegel- 
glatt; die Farbe kirschroth mit etwas lichterer Spitze, die Wurzel 
zart schwarz gesäumt. Das Pygidium fein punktirt und behaart, 
schwarz. Die Vorderbrust roth, hinterwärts etwas gebräunt, der 
übrige Theil der Unterseite schwarz, nur die Vorderzipfel des 
ersten Bauchringes, die Schulterblätter und die Milte des letzten 
Ringes manchmal verwaschen braunrotih. Auch die Vorderbeine 
braunrolh, die Keulen der Schenkel und die Aussenkanten der 
Schienen geschwärzt; an den Mittel- und Hinterbeinen Schenkel 
und Schienen schwärzlich, Hüften, Kniee und Schienenspitzen 
braun, die Fussglieder röthlich. Der Vorderrand des Proster- 
nums wenig vorgezogen, die Hinterenden breit und stumpf. Das 
letzte Segment des J' mit einem seichten, rundlichen Eindruck, 
des ® mit einer grossen länglich runden, seitlich breit nieder- 
gedrückten Grube. 

Von den Sunda-Inseln (von Pulo Penang und Celebes: 
Mus. Westerm. — von Sumatra: Mus. Deyrolle). Ein nur 
mit: Indien bezeichnetes Exemplar im Berliner Museum stammt 
ohne Zweifel eben daher. 


Siebente Rotie. Fühler kurz und derb, breit zusammen- 
gedrückt. Körper kurz und gedrungen, verhältnissmässig breit, 
mit hinterwärts etwas verengtien, derb doppelstreifigen Deckschil- 
den. Die Farbe rostroth mit gelben Zeiehnungen. Eine bis jetzt 
ganz vereinzelte Art aus dem Norden von Vorder-Indien. 


38. Cr. Sandrocottus m. Rostroth mit schwarzen Sei- 

ten der Hinterbrust und gelbgeflecktem Halsschilde; letzteres fein 

unktirt, die Punktstreifen derb, gepaart, die Zwischenräume flach 

 gewölbt, glänzend, die ungeraden breiter und mit gelben Längs- 
flecken besetzt. L. 23‘; Br. 14, 


72 


Eine so eigenthümliche, durch Färbung und Sculptur so aus- 
gezeichnete, und an einzelne Mexikanische Formen erinnernde 
Art, dass sie wohl verdient, mit dem Namen des alten Indischen 
Königs geziert zu werden, in dessen Reich sie ihren Wohnplatz 
genommen hat. Der Kopf flach, das Kopfschild oben deutlich 
abgesetzt, unten etwas eingezogen, die Oberfläche durch dicht 
gedrängte runzlige Punktirung matt. Die Farbe hell gelbroih, die 
der Länge nach etwas eingedrückte Mitte der Stirn und die Um- 
sebungen der Fühlerwurzeln ins verwaschen Braunrothe fallend, 
die Mundtheile gelb mit pechbraunen Mandibeln, die lang ge- 
streckten, stark ausgebuchteten Augen schwarz. Die Fühler 
(des SZ) kaum von halber Körperlänge, derb und kräftig, das 
2te Glied kurz und knotig, die beiden folgenden gleich lang und 
etwa doppelt länger, das 5te noch etwas länger und die obern 
wieder kürzer, alle vom 5ten ab breit zusammengedrückt und 
erweitert, so dass die Fühler fast gesägt erscheinen, die obern 
allmählig wieder schmaler, der Fortsaiz des Endgliedes wenig 
bemerkbar. Die Farbe der untern bis zur Mitte des 5ten durch- 
scheinend honiggelb, die obern schwarz, mit dünner anliegender 
greiser Behaarung. Das Halsschild breit kugelig, vorn mit 2 
seiner Länge abwärts gekrümmt, daher anscheinend kurz, die 
Seiten deutlich gerandet und nach vorn in weiten Bogen con- 
vergirend, daher die Vorderecken tief eingezogen und die Augen 
bis unterhalb der Fühlerwurzeln umschliessend, die Hinterecken 
kurz und breit, der Hinterrand jederseits wenig ausgeschweift, 
längs der ganzen Breite des Halsschilds eingesenkt; der Mittel- 
zipfel kurz, breit, deutlich doppelt ausgerandet, Die Oberfläche 
fein und zerstreut punklirt, glänzend. Die Farbe rostroth, Vor- 
der- und Seitenrand verwaschen hochgelb, und dieselbe Färbung 
zeigen im Vorderwinkel einige unförmliche, mit verloschener Be- 
sränzung unter sich und mit den Rändern zusammengeflossene 
Wische, ferner zwei Schrägflecke vor dem Hinterrande und zwi- 
schen ihnen vor dem Schildchen noch ein eiförmiger Längsfleck, 
welcher sich nach vorn in eine bis zum Vorderrande sich hin- 
streckende Linie verlängert, Das Schildchen länglich -viereckig, 
stark ansteigend, mit ganz kurz dreieckigem, flach niederliegen- 
dem Hinterzipfel und dem gewöhnlichen Grübchen an der Wur- 
zel, glatt, gelb, mit gebräunten Rändern. Die Deckschilde dop- 
pelt so lang als das Halsschild, aus dem Walzenförmigen hinter- 


73 


wärts etwas verschmälert, um das Schildchen stark und zwischen 
diesem und den als lange Höcker hervortretenden, innerseits 
durch einen breit dreieckigen Eindruck emporgehobenen Schul- 
terbeulen schwächer erhöht; der Seitenlappen breit, die hintere 
Wölbung flach abfallend, mit klaffender Naht. Die Punktstreifen 
sehr regelmässig, in der Mitte am derbsten, ohne jedoch an den 
Enden zu verschwinden, paarweise einander genähert, so dass 
das erste Paar durch den abgekürzten und den ersten, das äus- 
serste (dte) durch den Sten und 9ten Streifen gebildet wird, 
hinten aber am Beginne der Wölbung der erste Streifen den 
2ten aufnimmt und von da ab die Begränzung des zweiten Zwi- 
schenraums bildet. Die Zwischenräume vor der Mitte stärker, 
hinterwärts flacher gewölbt, einzeln und fein punktirt, glänzend, 
die zwischen den Doppelstreifen liegenden merklich schmaler und 
gewölbter, die zwischen den Streifenpaaren liegenden breitern 
flacher und mit gelben Längsflecken geziert, welche an der Ba- 
sis in einander verfliessen, sich aber auf dem übrigen Raume 
der Flügeldecken deutlich absondern, sodass ohne die verwa- 
schenen Wurzelflecke drei auf dem ersten, zwei auf dem 3ten, 
zwei auf dem 5ten, und eben so viel auf dem Tien und dem 
9ten Zwischenraume liegen, und dadurch drei etwas unregel- 
mässige und zerrissene Querbinden entstehen; ausserdem ist noch 
der dreieckige Raum zwischen der Naht und dem abgekürzten 
Streifen hinter dem Schildchen, und eine verwaschene Längslinie 
auf dem Sten Zwischenraume zwischen den entsprechenden Flek- 
ken des 7ten und 9ten gelb. Das Pygidium sehr fein punktirt, 
dicht weisslich behaart, gelb mit bräunlichem Saume; auch ein 
länglicher vereinzelter Mittelfleck und jederseits ein kleiner mit 
dem Saume zusammenstossender Längsfleck rostbraun. Die Un- 
terseite fein punktirt, behaart, gelb mit roströthlichen Säumen der 
' Bauchringe, die dicht runzlig punktirten silberhaarigen Parapleu- 
ren schwarzbraun, fast schwarz, auch ein daran gelehnter, sich 
nach der Mittellinie zu erstreckender dreieckiger Querlleck ver- 
waschen bräunlich. Die Beine derb und kräftig, rostgelb, die 
Mitte der Schenkel und die Aussenseite der Schienen roströth- 
lich angeflogen, die Fussglieder sehr breit, mit kurz gestieltem 
Krallengliede, dunkelbraun. Der Vorderrand des Prosternums 
kurz kahnförmig vorgezogen, die- Hinterenden nur als kurze 


74 


Höcker vortretend. Das letzte Segment des Z' mit einem seich- 
ten, rundlichen, glänzenden Eindrucke. 

Aus dem Norden von Foorder-Indien. (Von Mhorie: Ba- 
con! im Mus. Deyrolle.) 


Achte Rotte. Fühler kurz, ziemlich dünn; Körper walz- 
lich, rothgelb mit dicht punktirter Oberseite und dabei noch 
punktstreifigen Deckschilden. Die Zeichnung schwarz und sehr 
übereinstimmend; auf dem Halsschilde ein hinten und seitlich ge- 
stielter Ring, auf den Flügeldecken drei wellige, manchmal zu- 
gleich zackige Querbinden, deren hintere stets und zuweilen auch 
die vordern in Flecken aufgelöst ist. Grosse, schöne Käfer aus 
Vorder-Asien, von Armenien und Persien bis nach Aegypien hin 
verbreitet. (Vergl. Linnaea VI. 93. Fünfte Rotte b.) 


39. Cr. undatus m. Gelbroth, die beiden vordern Quer- 
binden der Flügeldecken zackig-wellig, Pygidium, Schenkel und 
Schienen schwarz gefleckt; das Halsschild grob zerstreut punk- 
tirt, die Punktstreifen vorn derb, hinten unter der zerstreuten 
siebartigen Punklirung der decken Zwischenräume sich erMeregl 
L. Se 3445 Br. 13 — DILL: 

Cr. undatus Sufr. Linn. II. 60, VII. 93. 
Aus Persien (Mus. Franc.) und Armenien (v. Chaudoir?). 


40. Cr. undulatus Man. Geibroth, die 2te Querbinde 
der Flügeldecken zackig-wellig, Pygidium, Schenkel und Schie- 
nen schwarz gefleckt; das Halsschild dicht und grob -runzlig 
punktirt, die Punktstreifen vorn sehr derb, hinten unter der dicht 
runzligen Punktirung der flachen Zwischenräume erloschen. L. 
DE Br. 124, 

Dem Korenschönden zwar sehr ähnlich, aber von ihm auch 
ausser der geringern Grösse an dem grob und dicht runzlig 
punktirten Halsschilde leicht zu unterscheiden. Der Kopf flach, 
fein aber sehr dicht punktirt, das Kopfschild unten etwas einge- 
zogen, die Oberlippe hell gelb, die Augen breit und seicht ausge- 
randet, die Farbe hellgelbroth, über den Fühlerwurzeln jederseits 
ein schwärzlicher Punkt. Die Fühler von dem Bau und der Fär- 
bung der vorhergehenden Art. Das Halsschild kurz, vorn stark 
übergewölbt, auch seitlich tief herabgezogen und fein gerandet, 
die Vorderecken rechtwinklig, die hintern weit und spitz heraus- 
gezogen, der Hinterrand jederseits breit aber seicht ausgeschweilt, 


75 


mit kurzem doppelt ausgerandetem Mittelzipfel. Die Puntirung 
grob und tief, dicht aneinander gedrängt und dadurch die Zwi- 
schenräume als runzelartige Ringe emporhebend. Die Farbe hell 
gelbroth, der Vorderrand bräunlich- der hintere zart schwarz ge- 
säumt, auf der Mitte eine aus 4 Flecken bestehende unterbrochene 
schwarze Querbinde, die seitlichen Flecken kleine und unschein- 
bare Querlinien, der mittlere grössere in Gestalt eines nach vorn 
offenen Halbkreises, dessen Hinterrand eine feine über den hin- 
tern Theil des Halsschildes wegziehende schwarze Längslinie be- 
rührt. Das Schildchen dreieckig, hinten abgestumpft, vorn mit 
einem deutlichen Grübchen, hell glänzend gelbroth, breit schwarz 
gesäumt. Die Deckschilde walzlich, mit breiten flachen, wenig 
hervortiretenden Schulterbeulen und sehr langen Seitenlappen, die 
Spitzen einzeln abgerundet und die Naht weit klaffend. Die 
Punktsireifen sehr regelmässig, aus dicht an einander gerückten, 
groben, von der Mitte ab allmählig feinern Punkten gebildet, die 
flachen Zwischenräume mit einer feinen, hinterwärts immer dich- 
ter gedrängten und runzlig verfliessenden Punktirung besäel, 
durch welche zuletzt selbst die Punktstreifen verdunkelt werden, 
dieser Runzeln wegen auch nur mit mattem Schimmer. Die Farbe 
gelbroth, die Binden wie bei den vorhergehenden, nur die vor- 
dere einfach wellig und in 5 vereinzelte schwarze brandig ge- 
säumte Flecke aufgelöst. Das Pygidium fein punktirt und dicht 
greishaarig, gelbroth, die schwarze Zeichnung, wie bei Cr. un- 
datus, nur weniger deutlich. Die Unterseite gleichfalls gelbroth, 
nur die Parapleuren und die daran stossenden Pfannenstücke 
schwarz, dicht greishaarig; die Seiten der vier letzten Hinter- 
leibsringe durch auf den Nähten liegende verwaschene schwärz- 
liche Querflecke wolkig getrübt. Die Hinterenden des Proster- 
nums kurz und breit zugespitzt. Die Beine gelb mit schwarzen 
_Krallenhäkchen, die Schenkel auf der Mitte der Innenseite, die 
Schienen auf der Aussenkante mit einem schwarzen Flecke ge- 
zeichnet. Das letzte Segment des einzigen vorliegenden 2 mit 
einer tiefen länglichen, im Innern glänzenden Grube. 


Von Asterabad in Persien (Mus. Mannerh.). 


41. Cr. Sinaita m. Hell gelbroth, die Querbinden der 
Flügeldecken wellig und unterbrochen, die Schenkelspitzen weiss- 
lich; das Halsschild dicht und grob siebartig punktirt, die Punkt- 


76 
streifen vorn derb, hinten unter der dichten Punktirung der 
flachen Zwischenräume sich verlierend. L. 34%, Br. 13, 

Bei fast gleicher Länge mit Cr. undatus doch kaum brei- 
ter als Cr. undulatus, daher schmaler und gestreckter als beide, 
dabei viel lichter gelbroth, auch an dem ungefleckten Pygidium 
und der dicht gedrängten, aber nirgends Runzeln bildenden Punkli- 
rung der Oberseite leicht kenntlich. Der Kopf flach, dicht und 
derb punklirt, die Stirn mit scharf eingegrabener, am untern Ende 
von einer glatten, nicht punktirten Stelle umgebener Längslinie, 
das Kopfschild oberwärts durch einen feinen Querkiel begränzt, 
nebst der Oberlippe bräunlich gesäumt; der übrige Kopf gelb 
mit schwarzer Stirnlinie. Die Fühler wie bei den vorhergehen- 
den, nur etwas schlanker, gelb, mit rauchgrauer Spitze. Das 
Halsschild kurz, vorn mit halber Länge übergewölbt, die Seiten 
fein gerandet, hinter der Mitte etwas ausgeschweift und nach 
den rechtwinkligen Vorderecken zu mit breiten Bogen conver- 
girend; die Hinterecken spitz, der Hinterrand jederseits breit 
ausgeschnitten, der Mittelzipfel kurz, deutlich doppelt ausgeran- 
det. Die Punktirung so stark wie bei Cr. undatus, dichter zu- 
sammengedrängt, aber nirgends zu Runzeln verfliessend, vor der 
Mitte ein abgekürzter glatter, von einer feinen eingeschniitenen 
Längslinie durchzogener Längsfleck. Die Farbe hell rothgelb; 
Vorder- und Seitenrand mit bräunlichem, der Hinterrand mit 
schmal schwarzem Saume, die Zeichnung ganz wie bei den vor- 
hergehenden, durch den Zusammenhang und die schärfere Aus- 
prägung mehr dem Cr. undatus ähnlich, doch ohne die rück- 
wärts gerichteten Häkchen, welche bei diesem an den Aussen- 
enden der Querlinien vorhanden sind. Das Schildchen dreieckig 
mit abgestutzter Spitze und einem Grübchen an der Wurzel, 
glänzend gelb, schwarz gesäumt. Die Deckschilde schmal und 
schlank walzlich, hinterwärts wenig verschmälert, mit flach ge- 
wölbten, kaum erhöhten Schulterbeulen und langen Seitenlappen, 
die Spitzen einzeln breit abgerundet. Die Punkistreifen sehr re- 
gelmässig, besonders die mitllern aus derben, dicht gestellten 
Punkten gebildet, bis zum Anfange des letzten Drittels deutlich, 
die Punktirung der Zwischenräume fein, vorn mehr vereinzelt, 
hinten dicht gedrängt, aber nicht runzlig, daher der Zwischengrund 
selbst, wie der des Halsschilds, ziemlich glänzend. Die Farbe 
hell gelbroth, die Zeichnung im Ganzen wie bei den vorherge- 


77 


henden, nur die Binden ohne spitz hervorspringende Winkel, die 
vordern ganz und die hintern theilweise in vereinzelte Längs- 
flecke aufgelöst, die aber nicht wie bei Cr. undulatus auf den 
Zwischenräumen, sondern in den Punktstreifen stehen, und sich 
nur in der Mitte auf Kosten der licht gebliebenen Zwischenräume 
etwas erweitern, die vereinzelten Linien der unter der Wölbung 
liegenden dritten Binde nur schaltenartig und kaum bemerkbar. 
Das Pygidium fein punktirt und silberhaarig, hellgelb, jederseits 
am Rande mit einem schmutzig braunlichen Schatten. Auch die 
Unterseite hellgelb, weiss behaart, die Parapleuren mit einem drei- 
eckigen schwärzlichen Längsfleck, welcher theilweise mit schlech- 
ter Begränzung auf die Pfannenstücke übergreift; die Hinterränder 
der Bauchringe trüb braun, die beiden letzten Ringe jederseits mit 
einem schwärzlichen Querfleck. Die Beine dunkelgelb, mit einem 
breiten weisslichen Querfleck vor den Schenkelspitzen, die Schienen 
auf der Aussenkante mit einer kurzen schwärzlichen Längslinie. 
Das letzte Segment des einzigen vorliegenden 2 mit einer fast 
gleich breiten, tiefen und glänzenden Längsgrube. 

Von Suez. (D. Schaum! im Mus. Germ.) 

42. Cr. petraeus m. Rostroth mit schwarzem Schild- 
chen, die Querbinden der Flügeldecken stark zackig - wellig, 
Schenkel und Schienen bräunlich gefleckt; das Halsschild grob 
zerstreut punktirt, die Punktstreifen vorn sehr derb, hinten unter 
der runzligen Punktirung der flachen Zwischenräume sich ver- 
lierend. L. 3°; Br. 13°”. 

Diese Art verbindet den schlanken Bau und die Grösse der 
vorhergehenden mit der zerstreuten Punktirung auf dem Hals- 
schilde des Cr. undatus, unterscheidet sich aber von den bis- 
her beschriebenen leicht durch die rostrothe Körperfärbung, so- 
wie die intensiv schwärzere Zeichnung, welche sich sowohl durch 
das schwarze Schildchen, als durch die kräftigern Züge der 
Wellenbinden, und den vollständig abgeschlossenen Ring auf der 
Mitte des Halsschilds zu erkennen giebt. Der Kopf flachgewölbt, 
dicht und grob punktirt, das Kopfschild gerunzelt, die Fühlerhöcker 
etwas gebräunt, auf der Stirn ein verwaschener, nach unten hin 
gabelig getheilter Längsfleck. Die Fühler wie bei den vorher- 
gehenden. Das Halsschild mit 3 seiner Länge vorn kugelig 
übergewölbt, durch die eingezogenen Vorderecken sehr verschmä- 
lert, seitlich fein gerandet, die breit zugespitzten Hinterecken 


78 


stark vorgezogen, der Hinterrand jederseits breit und seicht aus- 
geschweift, derb gesägt, schwarz gesäumt, der Mittelzipfel kurz 
und breit, doppelt ausgerandet. Die Punktirung grob, mässig 
dicht, der Zwischengrund besonders hinterwärts glänzend. Die 
Farbe rostroth, die schwarze Querzeichnung wie bei den vor- 
hergehenden, nur kräftiger, überall zusammenhängend, und der 
Mittelring auch nach vorn vollständig geschlossen. Das Schild- 
chen dreieckig mit abgerundeter Spitze, der Länge nach etwas 
runzlig-punktirt, an der Basis mit dem gewöhnlichen Grübchen, 
glänzend schwarz, die Deckschilde schlank walzlich, hinterwärts 
etwas verschmälert, hinter der Wurzel leicht ansteigend, die 
Schulterbeulen sehr flach gewölbt, die Seitenlappen stark hervor- 
tretend, die Spitzen einzeln sehr breit abgerundet. Die Punkt- 
streifen sehr regelmässig, derb, und besonders die seitlichen 
schwach furchenartig einsedknet: die Zwischenräume gleichfalls 
dicht und derb punklirt, und dadurch schon von der Mitte ab 


die Streifen so weit verdunkelt, dass sie nur durch die dichtere 
Stellung der Zwischenpunklirung bemerkbar werden; daneben: 


der Zwischengrund fein gerunzelt und dadurch matt. Die Bin- 
den im Ganzen wie bei den vorhergehenden Arten, nur schärfer 
ausgeprägt, überall zusammenhängend, die vordere mehr stumpf- 
winklig-wellig gebogen, die mittlere mit spitzer hervortretenden 
Zackenwinkeln, der Vorderarm der ersten zu einem deutlichen 
eiförmigen Schulterfleck ausgebildet. Das Pygidium fein punktirt, 
der Länge nach seicht gefurcht, dicht greisgelb behaart. Die Un- 
terseite etwas lichter rostgelbt, mit geschwärzten Seiten der Hin- 
terbrust, dicht greisgelb behaart, die Hinterleibsringe an den Hin- 
terrändern breit braun gesäumt. Die Beine wie bei der vor- 
hergehenden Art, nur eiwas kräftiger, die Schenkel deutlicher 
punktirt, dunkler, auch die Längslinie am Hinterrande der Schie- 
nen etwas deutlicher. Die Kralienhäkchen an der Wurzel mit 
einem schwachen Höcker. Das letzte Segment des einzigen vor- 
liegenden @ mit einer tiefen elliptischen, an den breit nieder- 
gedrückten Seitenrändern lang greis gewimperten Grube. 

Aus Arabien (Mus. Sturm.) 

Der Käfer ist der Cr. signaticollis des Sturm’schen Cata- 
logs, dessen) Name jedoch wegen des ältern und bereits be- 


schriebenen Cr. signaticollis Dahl aus Südeuropa nicht beibe- 


halten werden konnte. 


79 


43. Cr. arabs m. Rostroth, die Querbinden der Flügel- 
decken stark, die mittlere zackig-wellig, Schenkel und Schienen 
bräunlich gefleckt; das Halsschild grob zerstreut-punktirt, die 
Punkistreifen vorn sehr derb, hinten feiner, mit flach gewölbten, 
mit einer feinern Punktreihe besetzten Zwischenräumen. L. 22°; 
‚Bra42r%, 

Von der Grösse des Cr. undulatus, in der Färbung und 
Zeichnung aber mit dem Cr. petraeus übereinstimmend, sodass 
er möglicherweise als das J' zu demselben gehören könnte; 
aber doch in der Sculptur so sehr von allen übrigen Arten die- 
ser Gruppe abweichend, dass ich ihn bis zum Vorliegen bestimm- 
ter Erfahrungen als eine selbstständige Art betrachten zu müssen 
glaube. Der Kopf flach, grob und dicht punktirt, rostroth, mit 
einem schlecht begränzten schwarzen Längsflecke vor der Stirn 
und gebräunten Fühlerhöckern, auch die Kinnbacken und die breit 
ausgebuchteten Augen schwarz. Die Oberlippe etwas lichter roth- 
gelb. Die Fühler kurz und dünn, oben wenig verbreitert, röth- 
lich mit gebräunter Spitze. Das Halsschild breit kugelig gewölbt 
und mit der grössern Hälfte vorn übergekrümmt, durch die tief 
eingezogenen Vorderecken verschmälert, die Seiten deutlich ge- 
randet mit mässigen Bogen zusammengekrümmt, die breiten Hin- 
terecken mit kurzen Spitzen vorgezogen; der Hinterrand einge- 
senkt, jederseits tief ausgeschweift, der Mittelzipfel kurz und 
breit, doppelt ausgerandet. Die Punktirung grob, mässig dicht, 
die einzelnen Punkte gross, aber nicht tief, der Zwischengrund 
fein genarbt und lackglänzend. Die Farbe rostroth, Vorder- und 
Seitenrand bräunlich-, der Hinterrand schwarz gesäumt, die 
schwarze Zeichnung fast noch kräftiger als bei dem vorherge- 
henden, der Mittelring vollständig geschlossen, und die Aussen- 
enden der Seitenlinien als breite Haken rückwärts gebogen. Das 
Schildchen schmal dreieckig, fast doppelt so lang als breit, hinten 
abgestutzt und etwas ansteigend, fein und ziemlich dicht punktirt, 
an der Wurzel das gewöhnliche Grübchen; die Farbe rostroth, 
vorn und hinten breiter, seitlich schmaler schwarz gesäumt. Die 
Deckschilde breit walzlich, hinterwärts kaum verengt, längs der 
Wurzel etwas erhöht, mit breiten, flachen, wenig hervortretenden 
Schulterbeulen und langen Seitenlappen, die Spitzen einzeln sehr 
breit abgerundet. Die Punktstreifen vorn schr grob und derb, 
aus vereinzelten grübchenartigen Punkten gebildet, welche erst 


50 


vom letzten Drittel ab feiner werden, aber auch auf der Wölbung 
nicht ganz verschwinden. Die Zwischenräume schmal, flach ge- 
wölbt, erst hinterwärts bei schwächern Punktstreifen breiter und 
flacher, fein querrunzlig und dabei noch mit einer Längsreihe 
feinerer Punkte besetzt, ebenfalls lackglänzend.. Die Wurzel 
breit und die Naht schmaler schwarz gesäumt, die Binden derb - 
und kräftig, wie bei der vorhergehenden Art. Das Pygidium fein 
punktirt und dünn behaart, rostroih. Auch die Unterseite rost- 
roth, dicht silberhaarig, Parapleuren und hinterer Theil der Hin- 
terbrust dunkler gewölkt. Die Beine derb und kräftig, Schenkel- 
und Schienenzeichnung sehr verloschen, die erstere fast nur durch 
die lichtern Schenkelspitzen bemerkbar; die Krallenhäkchen 
schwarz. Der Zahnansatz eiwas deutlicher als bei den vorher- 
gehenden Arten. Die Hinterenden des Prosternums ganz kurz 
zugespitzt. Das leizte Segment des g' mit einer grossen kreis- 
förmigen kahlen und glänzenden, aber kaum eingedrückten 
Stelle. 


Ebenfalls aus Arabien. (Mus. Berol.) 


Neunte Rotte. Fühler kurz und gedrungen; Körper von 
geringer Grösse, breit und etwas flach gewölbt, oben bleich gelb 
oder trüb gefleckt, mit dicht punktirter Oberseite und dabei noch 
punktstreifigen Deckschilden. Kleine, zierliche Arten aus Indien, 
die zum Theil den Typus der vorhergehenden Rotie in verjüng- 
tem Maassstabe wiederholen. 


44. Cr. atricillus Mus. Ber. Bleichgelb, Kopf, Hinter- 
brust und Basis des Hinterleibs mit dem Vordersaume der Deck- 
schilde schwarz; das Halsschild sehr dicht punktirt, die Punkt- 
streifen fein, mit flachen sehr dicht und fein punkltirten Zwi- 
schenräumen. L. 3—1‘; Br. 3— 2, 

Ein kleiner, zierlicher Käfer, äusserlich den kleinen lichten 
Europäischen Arten aus der Gruppe des Cr. minutus nicht ganz 
unähnlich, aber hinterwärts etwas verschmälert, an beiden Enden 
leicht zugerundet, und auf der ganzen Oberseite dicht siebartig 
punktirt. Der Kopf flach, zerstreut aber deutlich punktirt, matt 
schwarz mit gelblichen Mundtheilen, die Augen lang gestreckt, 
wenig ausgerandet. Die Fühler kurz und über den Hinterrand 
des Halsschildes nur wenig hinausreichend, das 2te Glied birn- 
förmig aufgeblasen, das 3te wenig länger, merklich dünner, die 


sl 
beiden folgenden dem 3ten gleich, die sechs obern deutlich ver- 
breitert und zusammengedrückt, mit kurz abgerundetem, wenig 
merklichem Fortsatze des Endgliedes: die Farbe hell lehmgelb, 
nur die vier obern Glieder rauchgrau überflogen. Das Halsschild 
ziemlich lang und fast + der Körperlänge bildend, die Firste 
nach vorn und hinten gleichmässig aber nur wenig abwärts ge- 
bogen, daher das Halsschild nach vorn hin aus dem Walzlichen 
nur leicht verschmälert, die Seiten fein gerandet, schwach zu- 
sammengekrümmt, die Hinterecken scharf hervoriretend, die Hin- 
terenden jederseits breit und seicht ausgeschweift, die Mittel- 
zipfel leicht doppelt ausgerandet. Die Oberfläche dicht gedrängt 
punktirt, dazwischen seidenglänzend, licht braungelb mit verwa- 
schen hellern Rändern. Das Schildchen gleichseitig dreieckig, 
mit einem schwachen Grübchen an der Basis, dicht punktirt, 
glänzend braun mit lichterer Mitte. Die Deckschilde reichlich 
noch einmal so lang als das Halsschild, breit und flach gewölbt, 
hinterwärts verschmälert und dann kurz zugerundet, der Rücken 
gegen die Spitze allmählig herabgesenkt, die Naht breit klaffend, 
die Schulterbeulen stumpf, und der Eindruck an deren Innenseite 
kaum bemerkbar. Auch die Seitenlappen treten nur wenig her- 
vor. Die Punktstreifen sehr regelmässig, besonders vorn aus 
gröbern, grübchenartigen Punkten gebildet, die flachen lackglän- 
zenden Zwischenräume unordentlich reihenweise punktirt, diese 
Punkte hinterwärts gröber und sich mit den allmählig feinern 
Punktstreifen vermengend, sodass letztere auf der Wölbung nur 
noch schwach hervortreten. Ein schmaler Saum längs der Wur- 
zel schwarz, die Schulterbeulen verwaschen bräunlich, die übrige 
Oberfläche schmutzig gelb, mit schwach ins Röthliche fallendem 
Anfluge; der umgeschlagene Rand des Seitenlappens elwas dunk- 
ler. Die Unterseite der Vorder- und Mittelbrust dunkelgelb, Hin- 
terbrust und Bauch schwarz, die Seiten des letztern und der 
letzte Ring wieder gelblich. Auch die Beine gelb, die Schenkel 
kurz und dick, die Schienen dünn, etwas geschweilt, die Kral- 
lenhäkchen mit schwarzen Spitzen und einem undeutlichen Zahn- 
ansalze. Das Prosternum flach, grob punktirt und längsrunzlig, 
der Vorderrand kaum vorgezogen, die Hinterenden kurz, aber 
deutlich hervortretend. Der letzte Bauchring des 9° seicht quer 
niedergedrückt. 
IX. 6 


82 


Ein im Mus. Berol. zu der folgenden Art gebrachtes @ un-- 
terscheidet sich von dem eben beschriebenen 9 bei völliger 
Uebereinstimmung in Bau und Sculptur nur durch lichtere Farbe 
des Kopfes und verwaschen bräunlich gefärbten Hinterleib; letz- 
ieres gewiss, und vielleicht auch ersteres nur Folge unvollkom- 
mener Anusfärbung, der lichtere Kopf vielleicht auch nur Ge- 
schlechtsmerkmal. Das rundliche Grübchen auf dem letzten 
Bauchringe seicht aber deullich. Ich zweifle nicht daran, dass 
dies 2 wirklich der vorliegenden Art angehört. 

Aus Siam (Mus. Berol.). 

45. Cr. lutescens m. Licht lehmgelb, Schulterbeulen, 
Hinterbrust und Vordersaum der Deckschilde bräunlich; das 
Halsschild dicht und fein punklirl, die Punktstreifen nur vorn 
deutlich, hinterwärlts sich in der dichten Punktirung der flachen 
Zwischenräume verlierend. L. 3°; Br. 3, 

Dem vorhergehenden sehr ähnlich, aber verhältnissmässig 
kleiner und durch die abweichende Punktirung sehr verschieden. 
Der Kopf flach, schr fein und zersireul-, nur auf dem elwas ein- 
gezogenen Kopfschilde dichter punklirt, wenig glänzend, lehm- 
gelb, die Augen schmal aber tief ausgerandet. Die Fühler wie 
bei dem vorhergehenden, nur das 2te Glied weniger aufgequol- 
len und die Spitze ohne grauen Anflug. Das Halsschild vorn 
wenig übergebogen, aber deullich verschmälert, seitlich fein ge- 
randet, mit breiten aber scharf zugespitzten Hinterecken, der 
Hinterrand wenig ausgeschweilt, mit kurzem, kaum ausgerande- 
tem Mittelzipfel. Die Oberfläche deutlich aber weder so dicht 
noch so stark punktirt, wie bei der vorigen Art; die Farbe hell- 
gelb mil noch lichtern Rändern. Das Schildchen gleichseitig drei- 
eckig, fein punktirt und glänzend, gelb mit dunklern Säumen, an 
der Basis das gewöhnliche Grübchen. Die Deckschilde breit und 
flach gewölbt, hinterwärls merklich verschmälert und kurz zuge- 
rundet, der Rücken nach der Spitze zu allmählig abfallend; die 
Schulterbeulen breit und stumpf, ohne Eindruck auf ihrer Innen- 
seite, der Seitenlappen etwas mehr hervortretend als bei der 
vorigen Art. Die Punktstreifen regelmässig, nur vorn deutlich, 
die seitlichen von der Mille ab, die obern schon früher durch 
die feine aber dichte Punktirung der flachen, glänzenden Zwi- 
schenräume unkenntlich gemacht. Die Schulterbeulen und ein 
feiner Saum längs der Wurzel bräunlich, die übrige Färbung 


53 


licht lehmgelb. Dieselbe Farbe zeigt das deutlich punklirte Py- 
eidium nebst Unterseite und Beinen, nur die Hinterbrust ist ver- 
waschen schwarzbraun, und die Mitte der vordern Bauchringe 
schmutzig-bräunlich angeflogen. Die Krallenhäkchen schwarz, 
das Zähnchen hinter denselben wie bei Cr. atricillus. Das 
Prosternum grob punklirt, mit spitzen und scharfen Hinterzipfeln. 
Das letzte Segment des vorliegenden 2 mit mässig liefer, läng- 
licher, stark glänzender Grube. 

Gleichfalls aus Siam (Mus. Berol.). 

46. Cr. faustulus m. Schmutzig rostrolh, das Halsschild 
mit vier verwaschenen braunen, die Flügeldecken mit 5 schwar- 
zen Flecken (2, 2, 1); das Halsschild dicht und grob punktirt, 
die Punkistreifen derb, mit flachen, gerunzelten und punktirten 
Zwischenräumen. L. 12°; Br. 1, 

Fast doppelt länger als der vorhergehende, auf den Zwi- 
schenräumen der Deckschilde sparsamer punklirt, und auch aus- 
serdem durch die Zeichnung von den beiden vorbeschriebenen 
Arten sehr verschieden. Der Kopf flach, mit schwach angedeu- 
ieter Slirnrinne und oben nicht abgesetzlem, unten eiwas einge- 
zogenem Kopfschilde, ziemlich dicht wenn auch nicht grob punk- 
lirt, wenig glänzend. Die Farbe schmutzig rostrotlh, die Mitte 
der Stirn der Länge nach etwas dunkler, auch die Mundtheile 
bräunlich; die langgestreckten, stark ausgebuchteten Augen schwarz. 
Die Fühler etwa von halber Körperlänge, das 2te Glied kurz und 
knotig, das 3te doppelt und das 4te fast dreimal länger, die obern 
vom 6len ab mässig zusammengedrückt und erweilert, das End- 
glied mit kurz kegelförmigem Fortsatze. Die Färbe der untern 
Glieder schmutzig rostgelb, etwas durchscheinend, der sechs 
obern schwärzlich, mit angedrückter greiser Behaarung. Das 
Halsschild kurz, breit und flach, vorn wenig übergebogen, aber 
durch die fein gerandeten, fast gradlinig convergirenden, und 
dann vor der Mitte kurz zusammengekrümmten Seitenränder 
stark verschmälert, daher anscheinend hinten doppeltbreiter als vorn. 
Die Hinterecken scharf, fast rechtwinklig, der Hinterrand jeder- 
seits fast in grader Richtung schräg zum Schildchen hingestreckt 
und erst kurz vor dem Mittelzipfel etwas ausgeschweift; der leiz- 
tere kurz und fast grade abgestulzt, vor ihm ein bogenförmiger, 
die Mitte des Hinterrandes niederdrückender Quereindruck. Die 
Oberfläche deutlich und besonders nach den Seiten zu dicht 


84 


punktirt, dazwischen wenig glänzend, hell rostroth; auf der Mitte 
zwei schmalere aber deutlich fast von einem Rande zum andern 
reichende braunrolhe Längswische, und zwischen jedem und dein 
Aussenrande noch ein breiterer aber vorn abgekürzter Schräg- 
wisch von gleicher Farbe; alle diese Zeichnungen plump, ver- 
waschen, und nur der Kern der Seitenflecken fast schwärzlich. 
Das Schildchen lang und schmal dreieckig mit elwas ausge- 
schweiften Seiten, hinten kurz abgesiutzt, die Oberfläche mit 
einigen Pünklchen besetzt, und an der Wurzel ein undeutliches 
Längsgrübchen; die Farbe gelb mit bräunlichen Rändern. Die 
Deckschilde breit und flach gewölbt, nach der Spitze sehr all- 
mählig abfallend, hinter den Schultern noch etwas erweitert und 
dann hinterwärts langsam im Bogen verschmälert, längs der Wur- 
zel kaum aufgeworfen und auch die Schulterbeulen wenig be- 
merkbar, die Seitenlappen lang hervortretend. Die Punktstreifen 
derb, sehr regelmässig und bis zur Spitze deutlich, die Zwischen- 
räume breit, flach, durch Querrunzeln malt, vorn mit einer Reihe 
vereinzeller Pünktchen beselzt, welche sich hinterwärts unler der 
aus den Runzeln hervorgehenden noch feinern Punklirung ver- 
liert, Die Farbe schmulzig rostroth, der Saum längs der ‚Wur- 
zel und ein Längsfleck auf der Schulterbeule schwarz, ausserdem 
das Innere der Punkte bräunlich, und auf jeder Flügeldecke fünf 
verwaschen schwärzliche Flecke, deren jeder aus 2—3 auf den 
Punkitstreifen liegenden und aus der Färbung der Punkte hervor- 
gegangenen schwärzlichen schmalen Längsflecken entstanden ist, 
das erste Paar vor, das 2te hinter der Mitte, der letzte verein- 
zelle wenig beinerkbare auf der Wölbung: der vordere Aussen- 
fleck fast mit dem Schulterfleck zusammenstossend. Das Pygi- 
dium dicht punklirt, weisslich behaart, schmutzig gelb. Die Un- 
terseite schmutzig rostirolh, Hinterbrust, Parapleuren und die 
Vorderwinkel der Vorderbrust dunkler gebräunt; dabei die Punk- 
tirung fein, auf den Parapleuren sehr dicht, mit dünner greiser 
Behaarung. Die Beine kurz und kräftig, mit dicken Schenkeln 
und etwas einwärts gekrümmlen Vorderschienen, rostgelb; Schen- 
kel und Schienen in der Mitte gebräunt. Das Prosternum hinten 
fast grade abgeschnilten, mit kurz vorspringenden Ecken; das 
letzie Segment des einzigen vorliegenden Stücks durch unge- 
schickte Behandlung von Seiten des ersten (unbekannten) Samm- 
lers unkenntllich geworden. 


85 


Aus Ostindien ohne nähere Angabe der Heimatlı (Museum 
Deyrolle). 


Zehnte Rotte. Fühler schlank; Körper meist lang walz- 
lich, dicht punklirt, oft mit weissen Flecken an Kopf, Schildchen, 
Hüften und Schenkeln, Halsschild schwarz oder blau mit weissen 
oder rothen, oder rolh mit schwarzen Zeichnungen; Deckschilde 
rolh, seltener schwarz oder blau, in dem Haisschilde entspre- 
chender Weise gezeichnet. Die Geschlechtsmerkmale des S häu- 
fig durch abnorme Bildung des letzten Bauchsegments oder der 
Beine ausgedrückt. Meist grosse Arten aus den, dem Europäi- 
schen Faunengebiete angehörenden Theilen von Asien (Sibirien 
und Kleinasien), zum Theil auch in Europa selbst einheimisch, 
(Vergl. Linnaea VIlI. 93. Sechste Rotte.) 


47. Cr. coryli Lin. Linn. VII. 93. n. 15. 

Wie es scheint, durch ganz Sibirien verbreitet. In Ost- 
sibirien (Kiachta, Sedakoff! im Mus. Mannerh., eben daher 
auch die var. Temesiensis Meg.; — Irkutzk: Museum Mot- 
schulski), und Westsibirien (um Barnaul und Riddersk nicht 
sellen nach Gebler). 


48. Cr. bivillatus Gebl. Schwarz mit brauner Fühler- 
wurzel, das schwarz gefleckte Halsschild, Deckschilde und Schul- 
terblätter roth, das Halsschild derb punklirt, die Flügeldecken 
unordentlich grob doppelstreifig mit verloschenen Längsfurchen. 
Dar De. 22". 

Cr. bivittatus @ebl. in Ledeb. Beise IT. 2. 206, n. 6. Käf. Südwest. Sıbir. 

3. n. 4. 


Von dieser, wie es scheint äusserst seltenen Art, von der 
Gebler nur ein einziges Exemplar erwähnt, habe ich ebenfalls 
nur ein einziges und zwar 2 Stück vor mir, und es ist deshalb 
zu erwarten, dass die Beschreibung künflig noch manche Ver- 
änderung zu erleiden haben werde, zumal wenn auch erst de- 
ren g' mit Sicherheit bekannt geworden sein wird. Das dem 
Cr. coryli allerdings sehr ähnliche @ unterscheidet sich von der 
genannten Art hauptsächlich durch den Mangel der Stüirnflecke, 
die rotben Schulterblälter und den verwaschen ziegelrolhen Saum 
des Pygidiums, aüsserdem durch die viel bedeutendere Grösse 
und die grobe Sculplur des Halsschilds und der Deckschilde, der 
anscheinend veränderlichen Zeichnung des Halsschilds nicht zu 


86 


gedenken. Der Kopf ist grob punktirt, die Stirn, der Raum zwi- 
schen den Augenbuchten und das Kopfschild seicht quer einge- 
drückt, die Farbe glänzend schwarz, nur die Wangen und der 
untere Rand der Oberlippe weiss mit schwach röthlichem Anfluge. 
Die Fühler mässig lang, das Wurzelglied stark aufgetrieben, das 
2te kurz birnförmig, die drei folgenden allmählig länger und die 
obern dem 5ten gleich, alle schon vom dritten an schwach zu- 
sammengedrückt, kaum erweitert, das Endglied völlig gleich breit 
mit lang kegelförmigem Fortsatze. Das Wurzelglied glänzend 
schwarz, die nächstfolgenden pechbraun und an den Gelenken 
röthlich durchscheinend, die obern wieder schwarz. Das Hals- 
schild ziemlich kurz, vorn mit halber Länge aber nur schwach 
übergebogen, seitlich tief herabgezogen, und durch die zusam- 
mengekrümmten Ränder sehr verschmälert, letztere besonders 
auf der hintern Hälfte stark verbreitert, die Hinterecken stumpf, 
der Hinterrand jederseits breit und seicht ausgeschweift, mit kur- 
zem, fast geradem Mittelzipfel. Der Rücken jederseits vor dem 
Schildchen breit quer eingedrückt. Die Punktirung derb, seit- 
lich dicht gedrängt, oben etwas sparsamer, mit einer Andeutung 
von glatter Mittellinie, die Grundfläche ziemlich glänzend. Die 
Farbe hell ziegelroth, zwei auf der Mitte neben einander ste- 
hende schlecht begränzte rundliche Flecke und ein schmaler Hin- 
tersaum schwarz, letzterer hinter jenen Flecken schattenarlig er- 
weitert. Das Schildchen lang dreieckig, hinten abgestutzt und 
stark ansteigend, längs der Wurzel jederseils quer eingedrückt, 
glänzend schwarz. Die Deckschilde dreimal länger und vorn 
etwas breiter als das Halsschild, um die Spitze des Schildchens 
buckelig aufgeworfen, jederseits des Schildchens und eben so 
innerseits der breit und stumpf hervortretenden Schulterbeulen 
breit eingedrückt, hinterwärts ein wenig erweitert; die Seiten- 
lappen schwach, die Spitzen einzeln stumpf abgerundet, fast ab- 
gestutzt. Die Punktirung grob, an der Wurzel, sowie längs Naht 
und Seitenrand zu unordentlichen Doppel- und dreifachen Strei- 
fen zusammengereiht, die Zwischenräume theilweise als stumpfe 
Längsrippen erhoben und dadurch jene unordentlichen Längs- 
streifen furchenartig niedergedrückt; der Zwischengrund fein ge- 
narbt, wenig glänzend, Die Farbe ein helles verblichenes Zie- 
gelroth, bei dem lebenden Käfer wahrscheinlich frischer und 
dunkler; Wurzel und Naht zart schwarz gesäumt. Das Pygi- 


87 


dium dicht silberhaarig, fein punktirt, in der Milte eingedrückt 
und scharf längskielig, schwarz; der untere Saum gröber punk- 
tirt, verwaschen ziegelroth, in der Mitte ausgerandet, wie durch 
einen entsprechend gebauten Hinterleib des J bei der Copula 
ausgebrochen. Unterseite und Beine schwarz, dicht punktirt, 
fein greishaarig, nur auf den Schulterblättern ein glänzend fleisch- 
rother Schrägfleck, und der Mittelzipfel des ersten Bauchringes 
vorn röthlich gerandet. Die Hinterenden des Prosternums sehr 
kurz und breit abgerundet. Das letzte Segment des 2 mit einer 
grossen halbkugeligen, an den Seiten breit niedergedrückten, 
lang greis gewimperlen Grube. 

In Daurien (Wladsimirski! im Mus. Mann.) und dem 
Altai (Gebler). 

Dafür, dass der vorstehend beschriebene, mir vom @r. Mannerheim als 
Cr. daurieus sibi zur Ansicht mitgetheilte Käfer wirklich mit dem Cr. bivit- 
talus Gebl. identisch ist, habe ich allerdings einen positiven Beweis nicht in 
Händen, glaube aber doch an der Richtigkeit meiner Bestimmung nicht zwei- 
feln zu dürfen. Nach @edlers ausführlicher Beschreibung weicht dessen Kä- 
fer von dem vorliegenden nur ab durch geringere Grösse (L. 345 Br. 14), 
und stärkeres Vorwalten schwarzer Färbung, sofern nur das 2te Fühlerglied 
nebst der Spitze des ersten röthlich, der ganze Flügeldeckenrand schwarz ge- 
färbt ist, und auch auf dem Halsschilde die beiden Flecke sich zu zwei den 
Hinterrand berührenden Längsbinden ausdehnen, wo das zwischen beiden 
verbleibende Mittelfeld noch mit einem schwarzen Fleckchen bezeichnet ist. 
Da nun @ebler, wie aus dem Nichterwähnen der Hinterleibsgrube zu schlies- 
sen ist, nur ein Z\ vor sich hatte, und alle eben erwähnten Abweichungen 
sich ohne Zwang als Geschleehtsmerkmale erklären lassen, so glaube ich nicht 
zu irren, wenn ich in @eblers Käfer nur das ‘ des vorliegenden erkenne. 
Uebrigens beruht die ihm hier angewiesene Stelle nur auf der grossen Aehn- 
lichkeit mit Cr. coryli, und auf der Voraussetzung, dass das f\ auch den 
dieser Art und ihren Verwandten eigenthümlichen Sporn an den Unterenden 


der Hinterschienen besitzen werde. 


49. Cr. Prusias m. Linn. VII. 95. c. 
Von Brussa in Kleinasien, und mir aus dem Mus. Berol. 
(das 9) und dem Mus. Findob. (das 2) zum Vergleiche mit- 


getheilt. 


50. Cr. transversalis m. Schwarz mit brauner Fühler- 
wurzel, der Vorder- und lappige Seitenrand des Halsschilds nebst 
zwei Hinterflecken weiss, Schenkelspitzen, Vorderhüften und 
Schulterblätter weiss gefleckt, die Flügeldecken kirschroth mit 
drei schwarzen Flecken (2, 1). J Vorder- und Mittelschienen 


88 


ganz, oder auf der Innenseite gelbbraun. 2 Schienen schwarz. 
L. 21 — 21°; Br. 11—13‘. 
Cr. transversalis Suffr. Linnaca VII, 95. c, Note! Vergl, Linn. II. 70. 
n. 18. Note! & 
Eine Mittelart zwischen der vorhergehenden und folgenden 
Art; durch die Zeichnung des Halsschilds jenem und mehr noch 
dem Cr. florentinus Ol.,, durch den ganzen übrigen Habitus 
mehr dem Cr. cordiger L. verwandt. Der Kopf breit und seicht 
eingedrückt, grob und ziemlich dicht punktirt, ‚glänzend, nebst 
dem nur undeutlich begränzten Kopfschilde schwarz, die Wan- 
gen weiss, die Oberlippe schmutzig röthlich- oder bräunlich- 
gelb. Die Fühler kurz und derb mit stark aufgetriebenem Wur- 
zelgliede, das 2te Glied kurz birnförmig, die folgenden verkehrt 
kegelförmig und bis zum 6ten hin allmählig verlängert, schon 
vom 5ten ab, am stärksien das 6te und Tte, zusammengedrückt 
und erweitert; die Farbe röthlich- oder bräunlich-gelb mit ge- 
schwärzter Spitze, der Fortsatz des Endgliedes kegelförmig, auf 
der Innenseite durch eine starke Ausrandung abgesetzt. Das 
Halsschild ziemlich kurz, mit seiner vordern Hälfte schräg über- 
gewölbt, seitlich stärker herabgezogen und deutlich gerandet, 
über den spitzigen Vorderecken etwas zusammengedrückt und 
hinter der Mitte jederseits mil einem breiten, seichten Querein- 
druck, vor dem Schildchen abgeflacht; die Hinterecken kurz zu- 
gespitzt und etwas aufgeschlagen, der Hinterrand jederseils breit 
aber seicht ausgeschweift, der Mittelzipfel kurz und flach aus- 
gerandet. Die Oberfläche deutlich aber nicht sehr dicht punk- 
üirt, dazwischen spiegelglänzend; die Farbe schwarz, ein schma- 
ler Vordersaum, ein breiterer, in der Mitte der Innenseite buch- 
tig ausgeschniltener, sich vor den Hinterecken nochmals ver- 
schmälernder Seitenrand, und zwei vor dem Hinterrande liegende 
Schrägflecke, seltener auch noch hinter der Mitte des hier etwas 
erweiterten Vorderrandes ein unscheinbares Längsfleckchen weiss, 
mit schwach röthlichem Anfluge. Das Schildchen dreieckig mit 
kurz abgesiutzter Spitze, an der Wurzel quer niedergedrückt, 
glänzend schwarz. Die Deckschilde breit und flach walzenför- 
mig, hinterwärts etwas erweitert, hinter der schwach niederge- 
drückten Wurzel wulslig ansteigend, und innerseits der breit 
höckerigen Schulterbeulen dreieckig eingedrückt, die Seitenlap- 
pen lang, die Spitzen einzeln stumpf abgerundet. Die Punktirung 


89 


ziemlich derb mit glänzendem Zwischengrunde. Die Farbe kirsch- 
roth, Rand und Spitze etwas blasser, die Wurzel breit schwarz 
gesäumt; ausserdem auf jeder Flügeldecke drei grosse schwarze 
Flecke, die beiden vordern neben einander, und zwar der äus- 
sere, grössere hinter der Schulterbeule, der dritte hinter der 
Mitte in Gestalt einer jederseits abgekürzten Querbinde; bei 
dem 2 alle drei vergrössert, die beiden vordern einander be- 
rührend, oder selbst zu einer ähnlichen, etwas schmaleren Quer- 
binde zusammengeflossen. Das Pygidium fast von den herabge- 
bogenen Hinterenden der Flügeldecken bedeckt, schwarz. Auch 
die Unterseite dicht punktirt, schwarz; die Schulterblätter mit 
einem manchmal auf einen Punkt am innern Ende beschränkten 
weissen Schrägflecke. Die Vorder- und zuweilen auch die Mit- 
telhüften mit einem weissen Flecke gezeichnet; die Schenkel 
schwarz, alle oder doch die 4 hintern mit einem weissen Flecke 
vor den Knieen. Vorder- und Mittelschienen bei den 9 gelb- 
braun oder nur auf der Vorderseite schwärzlich überlaufen, die 
‚Hinterschienen des S und alle Schienen des 2 schwarz, bei 
letzterem die vordern zuweilen schwach ins Pechbraune durch- 
schimmernd; die Fussglieder schwarz. Das letzte Segment des 
d' mit einem vorn durch zwei Querhöcker begränzten Querein- 
drucke, und vor jenen noch eine zweite seichtere Vertiefung, 
des © mit einer tiefen, halbrunden, hinten grade abgeschnitienen 
Grube. 


Ein, wie es scheint, bis jetzt auf Ostsibirien beschränkter 
Käfer. Die von mir verglichenen Stücke sind aus Daurien und 
der Mongolei (Menetries! bei v. Heyden; Sedakoff! im Mus. 
Mannerh.), und von Irkutzk (Mus. Petrop.). 


Von Menetries ist diese Art irrthümlich an v. Heyden als Cr. 6puncta- 
tus Fab. mitgetheilt worden; vom Gr. Mannerheim erhielt ich denselben als 
confluens sibi, welcher Name aber wegen der von Say also benannten und 
beschriebenen Nordamerikanischen Art aufgegeben werden musste. Nach Gr. 
Mannerheim ist er in Russland auch unter dem sprachwidrig gebildeten Na- 
‘men Cr. transverso-maculatus Motsch. bekannt, und aus dem Petersburger 
"Museum erhielt ich ihn noch unter dem Namen Cr. pustuliger Men. zur Ansicht, 
welcher auch nicht richtig gebildet ıst, da nach Linne’s Sprachgebrauche nur 
rothe Flecke auf schwarzem Grunde als Pustulae (Maale) bezeichnet wer- 
den sollen. Beschrieben finde ıch einen Käfer dieses Namens in den russi- 
‚schen Zeitschriften nicht, wohl aber (Bullet. scient. p. p. l’Acad. d. Sc. de 
Petersb. I. 181. n. 8.) einen Cr. pustulipes von Irkutzk, dessen Diagnose 
(;, Punctatus, niger, thoracis margine anlico basi maculisque duabus oblon- 


90 


gis Jlavis, elytris rubris, punctis tribus in singulo elytro nigris,, femoribus 
4 posterioribus macula flava. Taille et forme de sexpunctatus.“) sich mit 
einigem Zwange auf den vorliegenden Käfer deuten lässt, wenn man puncta 
durch Flecken, flavus durch weiss übersetzen, und von der basis thoracis 
Jlava ganz abstrahiren wille Es schien mir deshalb zu gewagt, diese Benen- 
nung ohne WVeiteres auf die vorbeschriebene Art zu übertragen, 

»1. Cr. eordiger Lin. Linn. YIN. 98. n. 7 

Durch ganz Sibirien verbreitet. In Ostsibirien (von Ja- 
kutzk, Mus. Man); im Südwest-Sibirischen Hüttenbezirke häu- 
fig nach Gebler; im Baschkirenlande und der Kirgisensteppe 
(Mus. Motsch.). 

2. Cr. distinguendus Schneid, Linn. VII. 98. n. 19. 

In gleichen Gegenden mit dem vorigen. Stücke aus Daurien. 
Ostsibirien (von Jakutzk), der Mongolei habe ich aus dem 
Mus. Mannerh., von Irkutzk (als Cr. alni Men.), aus dem 
Mus. Petrop. verglichen. Gr. Mannerheim schickte ihn sowohl 
als Cr. alni Men., wie als Cr. variegatus Fab., und es ist 
daher auch wohl nicht zu bezweifeln, dass der von Gebler 
CKäf. Südwest-Sibir. 381. n. 33.) aufgeführte einzeln bei Bar- 
naul und Salair vorkommende Cr. variegatus hierher gehört. 

53. Cr. 6punctatus Lin. L. VII. 98. n. 22. 

In Westsibirien. Nach Gebler um Barnaul nicht selten; 
auch im Baschkirenlande (Mus. Motsch.). Im Mus. Deyrolle 
befindet sich sogar ein angeblich aus Indien stammendes 2 
Exemplar. 

54. Cr. cribratus m. Linn. VII. 98. n. 24. 

In Kleinasien (bei Brussa; Türk! im Mus. Berol. und 
Vindob.) und Georgien (bei Karadach; Kolenati! im Mus. 
Vindob.). 

Diese Exemplare zeigen ein nicht ganz so grob und dicht 
punktirtes Halsschild, auch etwas lichtere Färbung der Deck- 
schilde, als die von mir im 2ten Bande der Linnaea beschriebenen 
Europäischen; weitere Unterschiede finde ich jedoch nicht. 

95. Cr. Mannerheimii Gebl. Schwarz mit pechbraunen 
Fühlerwurzeln, drei Längsbinden des Halsschildes und vier un- 
förmliche Flecke der deutlich punktirten Flügeldecken (1, 2, 1) 
gelblich-weiss. L. 33 — 43’; Br. 141 — 21, 

Cr, Mannerheimii Gebler in Hummel Essais Ent. IV, 56. n. 20! Ledeb. 

Reise I. 2. 207. n. 22! N. Mem. de Mosc, ll. (1832) 72. n. 3! 

Käfer Südwest-Sibir. 376. n. 18! 


91 


Die grösste der sibirischen Arten, und in ihren grössten 
Stücken noch grösser als Cr. bivittatus, übrigens im Habitus 
der eben genannten Art, in der Zeichnung des Halsschilds dem 
Cr. variabilis, in der Zeichnung der Deckschilde dagegen dem 
Cr. 6pustulatus und dessen Verwandten auffallend ähnlich, ge- 
wissermaassen den Typus der letztern in der gegenwärtigen Rotte 
wiederholend. Der Kopf schwarz mit weissen Seitenfeldern des 
Kopfschilds, dicht und ziemlich grob runzlig punktirt, sparsam 
behaart, die Stirn der Länge nach seicht niedergedrückt. Die 
Fühler des S' fast von Körperlänge, des 2 merklich kürzer, 
schlank; das Wurzelglied stark aufgetrieben, das 2te kurz knotig, 
die folgenden allmählig verlängert, aus dem Verkehrt-Kegelför- 
migen schwach zusammengedrückt und an den Spitzen etwas er- 
weitert, die obern fast gleichbreit, mit kegelförmig zugespitziem 
Fortsatze des Endgliedes. Die Farbe der untern Glieder tief 
pechbraun mit glänzend schwarzer Oberseite des Wurzelgliedes, 
die obern schwarz. Das Halsschild kurz, vorn stark übergewölbt, 
und durch die tief herabgezogenen, unten wieder zusammenge- 
krümmten Vorderecken sehr verschmälert, die aufgeschlagenen 
Seitenränder hinterwärts merklich verbreitert; der Hinterrand je- 
derseits tief ausgeschweift, die Hinterecken kurz, scharf, fast 
rechtwinklig, der Mittelzipfel kurz und breit, kaum ausgerandet. 
‘Die Oberfläche vor dem Schildchen breit niedergedrückt, zuweilen 
mit einer seicht angedeuteten, vorn bis vor die Mitte sich erstrek- 
kenden Längsrinne. Die Punktirung nicht sehr dicht, aber be- 
sonders bei den 2 derb, etwas in die Länge gezogen, der Zwi- 
schengrund ziemlich glänzend. Die Farbe schwarz, mit drei 
weissen, ins Schmutzig-Gelbliche fallenden Längsbinden von der 
Form wie bei Cr. variegatus und variabilis, die seitlichen den 
besonders vorn dunkler angeflogenen aufgeschlagenen Seitenrand 
begleitend, hinter der Mitte innerseits buchtig ausgeschnitten, die 
mittlere vorn schmal und linienförmig, hinter der Mitte plötzlich 
zu einem viereckigen, im Innern gewöhnlich eine dunkle Längs- 
linie zeigenden Flecken erweitert, der Zusammenhang jener Li- 
nie und dieses Flecks zuweilen, wie auch bei den genannten 
Arten, unterbrochen. Das Schildchen ziemlich viereckig, hinten 
grade abgestutzt, seitlich ausgeschweift, bei dem JS fast senk- 
recht ansteigend, glänzend schwarz. Die Deckschilde fast 23 
mal länger und vorn elwas breiter als das Halsschild, hinterwärts 


92 


etwas verbreitert, hinter dem Schildchen tiefer und jederseits 
desselben seichter eingedrückt; auch innerseits der höckerig her- 
vortretenden Schulterbeulen ein deutlicher, dreieckiger Eindruck, 
Die Oberfläche derb und besonders bei dem 5° dicht punktirt, 
die Punkte stellenweise zu abgekürzten Längsreihen geordnet, 
daher Andeutungen von seichten Längsfurchen und erloschenen 
Längsrippen besonders am Rande und vor der Spitze hervortreten. 
Die Farbe schwarz mit schwachem Lackglanze, ausserdem auf 
jeder Flügeldecke vier unförmliche gelblich-weisse Flecke, ein 
kleinerer dreieckiger an der Mitte der Wurzel, ein breiterer sich 
nach der Naht hin zuspitzender Randfleck, dessen Hinterende 
gewöhnlich die Mitte des Seitenrandes erreicht; zwischen diesem 
und der Naht ein unförmlicher nierenförmiger oder nach vorn 
und hinten rhombisch ausgezogener Fleck, und ein grosser 
Querfleck vor der Spitze: der Saum der Flügeldecken bleibt je- 
doch auch bei grösserer Ausdehnung der Flecke stets schwarz. 
Stücke, bei denen die beiden Mittelflecke zu einer Querbinde 
zusammenfliessen, erwähnt Gebler; bei einem vorliegenden 9° 
hängt diese auch noch mit dem Vorderllecke| zusammen, wo- 
durch sich ein einzelner schwarzer Schulterfleck absondert: eben 
so sind die beiden lichten Spitzenflecke nur durch einen schma- 
len Nahtsaum von einander getrennt. Stücke dieser letztern 
Beschaffenheit führen auf die richtige Deutung der Zeichnung: 
die bei Cr. variabilis kirschrothen Flügeldecken sind hier gelb- 
lich-weiss, eben so wie bei Jenem schwarz gesäumt, eben so 
mit 4 schwarzen Flecken (2, 2) gezeichnet; zuerst fliessen die 
innern mit dem Nahtsaume, dann mit den äussern, endlich die 
dadurch entstandenen Querbinden in ihrer Mitte zusammen, und 
zerreissen dadurch den lichten Grund in die vorher beschriebenen 
Flecke, deren Unregelmässigkeit und Ungleichheit eben aus ihrer 
Entstehungsweise leicht zu erklären ist. Das Pygidium fein punk- 
tirt und verloschen längskielig, dünn behaart, schwarz. Auch 
die Unterseite mit den Beinen einfarbig schwarz. Das letzte 
Segment des g' mit einem breiten, seichten Eindruck und einer 
rückwärts gerichteten Stachelspitze an dessen vorderm Rande, 
des @ mit einer breiten, halb elliptischen lang greisbehaarten 
Grube. 

In dem ganzen südsibirischen Gebirgslande, doch, wie es 
scheint, nirgends häufig. Aus dem Altai (Gebler! im Mus. 


93 


Mannerh. Dohrn. Berol.), von Irkutzk (Mus. Petrop.), und 
aus Daurien (Mus. Mannerh.) 
56. Cr. niger Gebl. Matt schwarz mit pechbraunen 
Fühlerwurzeln, das Halsschild sparsam rothbunt, die Seiten hinten 
weisslich gesäumt; die Flügeldecken runzlig punktirt, mit ver- 
loschnen Längsfurchen. L. 34°; Br. 13°. 

Cr. niger Gebl. in Ledeb. Reise Il, 2. 207. n. 23. Käf. Südwest-Sibir. 

376. n. 20. 

Wie in dem sibirischen Gebirgslande die vorhergehende 
Art unsern Cr. variabilis und interruptus vertritt, so die vor- 
liegende unsern Cr. albolineatus, dem sie durch ihre Sel- 
tenheit nicht weniger gleicht, wie durch den schwarzen, we- 
nig glänzenden und nur wenig lichter gezeichneten Körper und 
dessen zu Runzeln verfliessende Punklirung, und von dem sie 
hauptsächlich nur durch die nicht ganz so matte Oberfläche, 
die nicht ganz so dichte Sculptur des dadurch etwas glänzen- 
dern Halsschilds, und den etwas längern, besonders gestreck- 
tern Körper abweicht. Auch die Vertheilung der Nebenfarben 
scheint bei ihr nicht weniger zu wechseln als bei unserm 
deutschen Hochalpenkäfer, und die nachfolgende Beschreibung 
wird daher in der Zukunft noch wohl einige Abänderungen er- 
fahren müssen. Gebler hat von dieser Art, welche, wie Cr. 
albolineatus, einer höhern Gebirgsgegend eigen ist, und grade 
dadurch diese Färbung empfangen haben mag, nur zwei und 
nicht einmal in der Zeichnung ganz übereinstimmende Exem- 
plare erhalten können, und das einzige mir aus dem Mus. Petrop. 
zum Vergleich zugekommene ist wiederum von beiden etwas ab- 
weichend. Wenig passend vergleicht Gebler den Käfer mit Cr, 
bipustulatus; unter den sibirischen Arten ist er nach Habitus 
und Grösse am nächsten dem Cr. biguttulatus Gebl. verwandt 
vielleicht hat Gebler so schreiben wollen), von dem er indess 
an der tief schwarzen, nicht blauen Färbung leicht zu unter- 
scheiden ist. Der Kopf flach, zwischen und über den Fühlern 
seicht niedergedrückt, deutlich aber mässig und nur auf dem 
Kopfschilde dichter punklirt, mit matt seidenartigem Glanze, schwarz, 
nur auf den Wangen ein kleiner, dieselben bei dem mir nicht be- 
kannten &' wahrscheinlich ganz einnehmender Fleck. Die Mund- 
theile tief schwarzbraun. Die Fühler bei dem vorliegenden 2 
unvollständig, anscheinend derb und kräftig gebaut, das 2te Glied 


94 


kurz knotig, das 3te doppeltund die beiden folgenden fast dreimal 
länger, die obern schon vom 5ten an etwas zusammengedrückt, 
wenig verbreitert, die Farbe schwarz, das 2te und 3te nebst 
der Wurzel des 4ten tief pechbraun. Das Halsschild kurz, aus 
dem Kugeligen nach vorn etwas verschmälert und hier mit seiner 
grössern Hälfte stark übergewölbt, hinten wieder etwas einge- 
senkt und vor dem Schildchen jederseits quer niedergedrückt, 
seitlich zusammengedrückt, mit besonders hinterwärts breit abge- 
setztem und aufgeschlagenem Seitenrande; die’ Vorderecken fast 
rechtwinklig, die hintern kurz aber scharf, der Hinterrand jeder- 
seits wenig ausgeschweift, mit kurzem, breitem fast grade abge- 
schnittenem Mittelzipfel. Die Punklirung der Oberfläche grob, 
ziemlich dicht, etwas in die Länge gezogen, hinten mit schwacher 
Andeutung einer glatten aber nicht erhöhten Mittellinie, der Zwi- 
schengrund glatt und seidenglänzend. Die Farbe rein schwarz, 
die Spitze der Vorderecken und die hintere Hälfte des aufge- 
schlagenen Seitenrandes bei dem vorliegenden Stücke weisslich; 
ausserdem zeigt dasselbe innerhalb jenes Randes und hinten in 
dessen Färbung übergehend, einen innerseits unregelmässig be- 
oränzten und die Vorderecken nicht erreichenden trüb kirsch- 
roihen Längswisch; Gebler erwähnt bei einem seiner beiden 
Stücke eine kurze gelbliche Längslinie auf der Mitte des Hals- 
schilds, und einen flachen Punkt an jeder Seite; beides vermuth- 
lich erst durch Alter und Verbleichen gelb geworden, und die 
erwähnten Punkte nur Ueberreste des allmählig geschwundenen 
Längswisches. Das Schildchen dreieckig, hinterwärts schräg an- 
steigend und kurz abgestumpft, glänzend schwarz. Die Deck- 
schilde gestreckt walzenförmig, längs des Rückens abgeflacht und 
hinterwärts etwas erweitert, mehr wie dreimal länger als das 
Halsschild, hinten kurz zugerundet und die Spitzen schräg. nach 
aussen hin fast abgestutzt; die Schulterbeulen lang und höckerig 
emporgeboben, mit einem grossen seichten rundlichen Eindruck 
auf deren Innenseite; die Seitenlappen lang herabgezogen. Die 
Oberfläche mit undeutlichen seichten, hinterwärts etwas stärker 
hervortretenden Längsfurchen besetzt, dicht und fein narbig ge- 
runzelt, dadurch malt (bei dem g° wahrscheinlich glänzender), 
und auch mit schr vereinzelten, etwas in die Länge gezogenen, 
fein eingestochenen Pünktchen bestreut. Die Farbe auch hier tief 
schwarz, matter wie das Halsschild, der Kiel des Seitenlappens 


95 


bei dem vorliegenden © vorn leicht bräunlich-gelb angeflogen, 
daher wahrscheinlich bei andern besonders g' Stücken die Fär- 
bung des aufgeschlagenen Halsschildssaums fortsetzend. Pygidium, 
Unterseite und Beine fein aber dicht punklirt, dünn greishaarig 
einfarbig schwarz; ersteres am Rande jederseits leicht einge- 
drückt; das letzte Segment des 2 mit einer tiefen halbkugeligen, 
matten, an den Seitenrändern jbreit niedergedrückten, vorn greis 
gewimperten Grube. 

Aus Westsibirien (Mus. Petrop.). Gebler nennt insbe- 
sondere Riddersk als die Heimath des Thieres. 

57. Cr. biguttulatus Gebl. Stahlblau, die Seiten des 
Halsschilds und ein Querfleck vor der Spitze der Flügeldecken 
weiss; letztere dicht runzlig punklirt, mit verloschenen Längs- 
furchen. 

&‘\ Seitenrand der Deckschilde gleichfarbig. 

© Derselbe bis über die Mitte hinaus schmal weiss gesäumt. 
L. 23— 33°; Br. 13—13. 

Cr. biguttulatus Gebl. Bullet. de Mosc, 1841. 618. n. 38. (S). Käf, 

Südwest-Sibir. 370. n. 1. (ebenfalls nur das J'). 

Dem bekanntern Cr. ochroloma bei oberflächlicher Betrach- 
tung so ähnlich, dass man ihn leicht nur für eine unbedeutende 
Farbenvarielät desselben halten könnte; bei näherer Betrachtung 
aber doch von demselben sehr verschieden. Es zeigt sich diese 
Verschiedenheit nicht allein in dem, bei etwas geringerer Grösse 
merklich gestrecktern und dadurch vielmehr dem Cr. niger ent- 
sprechenden Körperbau, sondern noch mehr in der feinern Punk- 
lirung des Halsschilds, der groben zu Runzeln verfliessenden, 
deutliche Längsfurchen bildenden Sculptur der Deckschilde, der 
abweichenden auch bei beiden Geschlechtern verschiedenen Ver- 
theilung der lichten Zeichnung, endlich den sehr abweichenden 
Geschlechtsmerkmalen des g, sodass an der Selbstständigkeit der 
vorliegenden Art nicht weiter zu zweifeln ist. Uebrigens scheint 
dieselbe, wie im Habitus, so auch in der Seltenheit, mit dem 
vorbeschriebenen Cr. niger nahe übereinzustimmen; Gebler er- 
hielt nur ein einziges Exemplar, und zwar ein d', und auch mir 
ist bisjetzt nur ein einziges Pärchen aus Hrn. p. Motschuls- 
ky’s Sammlung zu Gesicht gekommen. Der Kopf flach, mit breit 
und seicht niedergedrückier Stirn, das Kopfschild oben durch ein 
Paar stumpfe Querhöcker begränzt, die Punktirung fein, auf dem 


96 


Kopfschilde dichter, die Färbung tief schwarzblau mit pechbrau- 
nen Mundtheilen und weissen Wangen. Die Fühler fehlen bei- 
den mir vorliegenden Exemplaren, sind übrigens von denen der 
verwandten Arten schwerlich sehr abweichend; Gebler beschreibt 
sie nur als: ‚„‚corpore breviores, filiformes, nigrae, albido- 
pubescentes“. Das Halsschild kurz, mit der grösseren Hälfte 
vorn leicht übergebogen, seitlich tief herabgezogen und daselbst 
in der Mitte rundlich erweitert, längs dem besonders hinterwärts 
breit aufgeschlagenen Seitenrande zusammengedrückt und da- 
durch nach vorn verschmälert, die Vorderecken spitz, die hin- 
tern stumpfwinklig und etwas aufgebogen, der Hinterrand nur 
vor den Schulterbeulen ausgeschweilt, der Mittelzipfel breit, we- 
nig ausgerandet. Der Rücken vor dem Schildchen jederseits 
eingedrückt und zwischen den Eindrücken etwas aufgetrieben. 
Die Punktirung zerstreut, von mässiger Stärke, bei dem 2 feiner 
als dem J', der Zwischengrund glänzend. Die Farbe schwarz- 
blau, ein bei dem Z\ schmalerer, dem 2 breiterer, innerseits un- 
regelmässig ausgezackter Seitenrand gelblich-weiss. Das Schild- 
chen dreieckig, hinten abgeslutzt und ansteigend, längs den Sei- 
ten etwas niedergedrückt, glänzend schwarzblau. Die Deckschilde 
dreimal so lang als das Halsschild, gestreckt walzenförmig mit 
etwas abgeflachtem Rücken, hinterwärts deutlich erweitert, um 
das Schildchen nur mässig aufgeworfen, innerseits der lang hök- 
kerig hervortretenden Schulterbeulen und wieder oberhalb der 
starken Seitenlappen breit eingedrückt; die Spitzen einzeln ab- 
gestumpft mit abgerundeten Ecken. Die Punktirung grob und 
dicht, theilweise zu Runzeln verfliessend, in undeutlichen Dop- 
pel- und dreifachen Reihen seichte Längsfurchen niederdrückend, 
wodurch schon von der Wurzel ab flache, nur auf dem Mittel- 
felde hinter der Schulterbeule ganz verschwindende Längsrippen 
hervortreten. Die Farbe stahlblau, etwas dunkler als bei Cr. 
ochroloma; ein bei dem kleinerer, bei dem 2 grösserer Quer- 
fleck vor der Spitze, bei letzterm auch noch ein auf der vor- 
dern Hälfte des Seitenlappens nur dessen Kiel einnehmender, 
dann auf die Flügeldecke selbst übergehender und hier sich 
verbreitender Seitenrand bis über die Mitte hinaus weissgelb. 
Das Pygidium fein punktirt und behaart, fast schwarz, bei dem 
d mit einem kurzen eiförmigen Längseindruck, dem Q mit zwei 
deutlichen Quereindrücken, einem schwächern über der Mitte, 


97 


einem stärkern glänzenden am untern Rande. Die Unterseite 
dicht und fein runzlig punktirt, nebst den Beinen schwarz und 
fein greishaarig, am innern Ende der Schulterblätter bei dem 
vorliegenden @ ein unscheinbarer weisser Punkt. Das letzte 
Bauchsegment des JS blasig aufgetrieben, muldenförmig seicht 
quer- und in der Mulde nochmals tiefer quer eingedrückt, der 
Vorderrand dieser Mulde kappenförmig erhöht und etwas hinter- 
wärts übergezogen, von einer feinen, aus dem innern Eindrucke 
nach vorn ziehenden Längslinie durchschnitten; das letzte Seg- 
ment des 2 mit einer grossen, halbkreisförmigen, vorn scharf 
serandeten und gewimperten, seitlich breit niedergedrückten 
Grube. 

Der Käfer scheint mit Cr. Mannerheimii gleichen Verbrei- 
tungsbezirk zu haben, aber äusserst selten zu sein. Gebler fand 
ein einzelnes Z' bei Salair in Westsibirien; die mir vorliegen- 
den, dem Mus. Motsch. gehörenden Stücke sind aus Daurien. 


58. Cr. ochroloma Steven. Stahlblau, der Aussenrand 
des Halsschilds und der derb punktirten Flügeldecken nebst zwei 
mit der lichten Spitze der letziern zusammenhängenden abge- 
kürzten Längslinien weiss. L. 33— 32‘; Br. 2—21', 

Cr. ochroloma @ebl. in Ledeb. Reise II. 2. 208. n. 26! N, Mem. de 

Mose. I. (1832) 72. n. 4! Käf. Südwest-Sibir. 378. n. 23! (9.) 

Durch seine Grundfarbe dem Cr. biguttulatus, durch die 
Zeichnung mehr unserm deutschen Cr. albolineatus verwandt, 
und durch diese Verwandtschaft ein neues Beispiel für die Ueber- 
einstimmung in dem Faunencharakter des mittelasiatischen Ge- 
birges und der Alpen darbietend, wie uns ein solches ausserdem 
für die Chrysomelinen-Gruppe noch durch das gleichzeitige Vor- 


handensein der Gebirgschrysomelen (Oreina Chv.) — neben so 
abweichenden Formen, wie der Altai sie in der Chr. altaica 
und deren Verwandten aufweiset — entgegentritt. Der vorlie- 


sende Käfer scheint sich nun noch besonders auszuzeichnen 
durch die auffallende Seltenheit des J; Gebler beschreibt von 
ihm nur das 2, und unter 16 Exemplaren, die ich nach und 
nach unter Händen gehabt habe, befindet sich nur ein einziges 
Sg aus Gr. Mannerheim’s Sammlung, welches von Gebler her- 
stammt und wahrscheinlich von ihm ohne nähere Untersuchung 
weegegeben worden ist. Der Kopf flach, der Länge nach seicht 


niedergedrückt, und in diesem Eindruck manchmal nochmals von 
IX. 7 


98 


einer feinen Kiellinie durchzogen, unregelmässig punktirt, mässig 
glänzend, schwarzblau, die Mundtheile pechbraun, die Seitenfel- 
der des Kopfschilds weiss. Die Fühler schlank und dünn, das 
2te Glied kugelig, die folgenden verkehrt kegelförmig, bis zum 
6ten allmählig: verlängert und diesem die folgenden gleich, nur 
das Endglied durch den lang kegelförmigen, deutlich abgesetzten 
Fortsatz noch länger ausgezogen; die untern Glieder glänzend 
schwarzblau, die obern schwarz und fein behaart. Das Hals- 
schild kurz, vorn deutlich übergewölbt, seitlich vor den Hinter- 
ecken und noch merklicher oberhalb der Vorderecken stark zu- 
sammengedrückt, und dadurch nach dem Kopfe zu verschmälert, 
die aufgeschlagenen Seitenränder von der Mitte ab hinterwärts 
verbreitert, die spitzen Vorderecken fast rechtwinklig, die hin- 
tern stumpf abgerundet; der Hinterrand jederseils weit aber nicht 
tief ausgeschweift, der Mittelzipfel fast grade. Der Rücken vor 
dem Schildchen jederseits breit niedergedrückt, vor der Mitte 
jeder Flügeldecke etwas herabgesenkt; auf der Mitte der Wöl- 
bung zuweilen noch eine Spur einer eingedrückten Längslinie, 
sowie hinter dem Vorderrande einer seichten Einschnürung. Die 
Punktirung ungleich, bald feiner, mehr zerstreut und dann der Zwi- 
schengrund glänzender, bald die Punkte gröber, dichter, fast zu 
Runzeln verfliessend, und dann die Oberfläche matter. Die Farbe 
stahlblau, der schmale Saum aller Ränder schwarz, längs den 
Seiten ein breiter weisser Rand. Das Schildchen dreieckig, hin- 
ten abgestutzt und schräg ansteigend, vorn jederseits etwas nie- 
dergedrückt, glänzend schwarz, die Deckschilde gestreckt wal- 
»zenförmig, vorn durch die eckig hervortretenden Schulterbeulen 
‚breiter ‚als das Halsschild und hinterwärts noch etwas verbreitert, 
die erhöhte Umgebung des Schildchens von zwei hinter demsel- 
‘ ben zusammentreffenden Schrägeindrücken umgeben, auch die 
Wurzel innerseits der Schulterbeulen nochmals quer eingedrückt, 
die Seitenlappen wenig bemerklich, die Spitzen einzeln breit ab- 
geschrägt, mit abgerundeten Ecken. Die Punktirung grob, dicht 
gedrängt, stellenweise kurze Längsreihen bildend; der Zwischen- 
grund fein gerunzelt, wenig glänzend, hier und da, besonders 
gegen den Rand hin, mit Spuren erhöhter Längsrippen. Die 
Farbe dunkel stahlblau, die Schulterbeulen und ein feiner, zu- 
gleich die Seitenlappen einnehmender Saum schwarz; innerhalb 
des letztern längs der Seite ein den Seitenrand des Halsschilds 


al 


99 


fortsetzender weisser Rand, welcher am hintern Aussenwinkel 
sich verbreiternd auch die Spitze umzicht, und vom Nahtwinkel 
aus sich als abgekürzter, schmaler Nahtsaum bis zum Beginne 
der Wölbung aufwärts erstreckt. Eine zweite ähnliche, aber ge- 
wöhnlich etwas längere weisse Linie entspringt aus dem Spitzen- 
rande etwa beim Beginne des innern Dritiels, und läuft in etwas 
divergirender Richtung neben der erstern hin. Das Pygidium 
fein punktirt und behaart, schwarzblau, beim S' mit einer tiefen 
Längsrinne, statt deren bei dem 2 mit einem breiten seichten, 
von einem starken beiderseits abgekürzten Längskiele durchzoge- 
nen Eindrucke. Die Unterseite fein punklirt und behaart, dicht 
querrunzlig, nebst den Beinen einfarbig schwarzblau; die Hinter- 
enden des Prosternums kurz und stumpf. Das letzte Bauchseg- 
ment des J blasig aufgetrieben, den mitllern Theil der beiden 
vorhergehenden Ringe verdrängend, mit einer muldenförmigen, 
scharf gerandeten Quergrube; an deren Vorderrande zwei hök- 
kerartige (ohne Zweifel bei der Copula den Pygidiumskiel des 
® fassende) Vorsprünge, zwischen denen sich auf dem Grunde 
der glänzenden Mulde noch eine feine Kiellinie bemerklich macht; 
weiter seitwärts zeigt sich jederseits noch ein kurzer aber schar- 
fer und eckiger Zahn. Das leizie Segment des 2 mit der ge- 
wöhnlichen halbrunden, lang und dicht gewimperten Grube. 

Aus dem Altai und von Salair im Südwestsibirischen 
Hüttenbezirke, wo der Käfer nach Gebler selten vorkommt. 
(Gebler! im Mus. Mannerh. Dohrn. Germar. Petrop.); auch 
in der Mongolei (Mus. Mannerh.). Stücke im Mus. Berol. 
Vindob. Deyrolle, welche ich noch verglichen, stammen wohl 
ohne Zweifel ebenfalls von Gebler her. 

59. Cr. laevicollis Gebl. Linn. VII. 99. n. 26. 

Aus Westsibirien bis in den Ural hinein. (Gebler! im 
Mus. Petrop.; Eversmann! im Mus. Mannerh) 

60. Cr. luridipennis m. Oben bleichroth mit gelben 
Fühlerwurzeln, Kopf und Unterseite schwarz, das Halsschild mit 
sieben, die Flügeldecken mit drei (2, 1) schwarzen Flecken, die 
Schenkel weiss gefleckt; die Flügeldecken grob punktirt. L. 22°; 
Br. 12. 

Dem Habitus nach verhält sich dieser Käfer zu dem vorher- 
gehenden etwa wie Cr. transversalis zu Cr. Prusias oder flo- 
rentinus, d. h. er ist etwas flacher, breiter walzenförmig, hin- 


100 


terwärts deutlich verbreitert und das Halsschild weniger] kugelig; 
ausserdem aber ist er durch Gestalt, Färbung und Zeichnung dem 
Cr. laevicollis so analog, dass er in dessen unmittelbarer Nähe 
seine passendste Stelle findet. Der Kopf flach, die Stirn der 
Länge nach breit und seicht niedergedrückt, das Kopfschild fast 
viereckig, auch oberwärts durch einen feinen höckerigen Kiel ab- 
gegränzt, unten wenig ausgerandet. Die Farbe glänzend schwarz, 
ein Querfleck auf der Mitte des Kopfschilds und die Lippenrän- 
der röthlich, die Wangen weiss. Die Fühler (des 9) kurz, das 
2te Glied kurz verkehrt kegelförmig, die folgenden bis zum 5ten 
allmählig verlängert, die obern diesem und untereinander gleich, 
wenig zusammengedrückt, mit pfriemlichem Fortsatze des End- 
gliedes. Die Farbe der untern gelbbraun mit einem dunklern 
Längsfleck auf der Oberseile des Wurzelgliedes, die obern 
schwärzlich. Das Halsschild ziemlich kurz, nach vorn wenig 
übergebogen, und daselbst durch die tief herabgezogenen, unten 
wieder einwärts gebogenen Vorderecken merklich zusammenge- 
drückt und verschmälert, vor dem Schildchen jederseits quer 
niedergedrückt, die Hinterecken kurz und breit, die Seitenränder 
besonders hinterwärls deutlich aufgeschlagen und dadurch denen 
des Cr. pini ähnlich gebildet; der Hinterrand jederseits breit 
ausgeschweift, mit kurzem, breitem, fast grade abgestumpftem 
Mittelzipfel. Die Punktirung deutlich und ziemlich dicht, etwas 
in die Länge gezogen, der Zwischengrund spiegelnd. Die Farbe 
ein bleiches, längs der ganzen Hinterhälfte noch mehr verblass- 
tes Roth, der Hinterrand schmal schwarz gesäumt, ausserdem 
auf der Oberfläche sieben schwarze Flecke, von denen drei vor 
dem Hinterrande nebst zwei vor den Zwischenräumen liegenden 
Querflecken einander mit ihren Spitzen berühren und dadurch 
die Gestalt eines plumpen lateinischen V bilden; ausserhalb des- 
selben jederseits neben der Mitte des Seitenrandes ein ver- 
einzelter kleinerer rundlicher Fleck. Das Schildchen dreieckig 
mit kurz abgestutzter Spitze, vorn quer niedergedrückt, kaum 
punktirt, glänzend schwarz. Die Deckschilde breit und flach ge- 
wölbt, hinterwärts etwas erweitert, um das Schildchen stark er- 
höht und hinter demselben breit quer eingedrückt, die Schulter- 
beulen breit und höckerig hervortretend, und innerseits dersel- 
ben ein längs der Wurzel sich hinziehender Quereindruck; die 
Seitenlappen wenig bemerkbar, hinter ihnen die Deckschilde etwas 


101 


verengt. Die Spitzen einzeln und breit abgerundet, fast nach 
aussen abgeschrägt, den grössten Theil des Pygidiums bedeckend. 
Die Punktirung grob und ziemlich dicht, der Zwischengrund fein 
gerunzelt, daher weniger glänzend als das Halsschild. Die Farbe 
bleichroth, das Mittelfeld der ganzen Länge nach und seitlich bis 
zu den Aussenrändern der schwarzen Flecke ins Strohgelbe ver- 
blasst, sodass man die Flügeldecken auch als bleichgelb mit brei- 
tem, verwaschenem röthlichen Saume bezeichnen könnte. Dabei 
die Wurzel schwarz gesäumt, und auf jeder Flügeldecke drei 
schwarze Flecke, genau in derselben Ausdehnung und Stellung 
wie bei Cr. laevicollis und transversalis, der hintere, eine ab- 
gekürzte Querbinde bildende, augenscheinlich aus zwei Flecken 
zusammengeflossen. Das Pygidium fein punktirt und behaart, 
schwarz, breit verwaschen gelb gesäumt; auch die Unterseite 
und die Beine schwarz, erstere dicht punktirt und, wie letztere, 
weisslich behaart, die Schenkelwurzeln durchscheinend röthlich, 
die Schenkel vor der Spitze breil weiss gefleckt. Das letzte 
Segment des 2 mit einer breiten kreisrunden Grube. 


Aus Daurien (Sedakoff! im Mus. Mannerh.); von Irkutzk 
(Mus. Petrop.). 


61. Cr. 15notatus Man. Oben gelb, der Kopf schwarz 
mit zwei Stirnllecken, unten schwarz mit gelben Schulterblättern 
und Beinen, das Halsschild mit sieben, die Flügeldecken mit vier 
(2, 2) schwarzen Flecken; die Flügeldecken grob punklirt. L. 
2— 22‘, Br. 14 —14, 

Dem vorhergehenden bei oberflächlicher Ansicht so ähnlich, 
dass man wohl versucht werden könnte, ihn für dessen d’, oder 
mit den russischen Entomologen für blosse Form desselben zu 
halten; ersterem aber steht der Umstand entgegen, dass ich von 
beiden gleiche Geschlechter, nämlich 9, vor mir habe, und auch 
der leiztern Annahme widerspricht eine Reihe von zwar feinen, 
aber doch scharf unterscheidenden Merkmalen, nach denen ich 
beide nicht wohl als Varietäten mit einander verbinden kann. 
Der Käfer ist im Allgemeinen etwas kleiner als der vorherge- 
hende, mehr flach, die Stirn tiefer eingedrückt, das Kopfschild 
bis auf einen bräunlichen Rand gelb, auch die Fühler gelb, und 
an dem obern Innenrande jedes Auges ein dreieckiger gelblicher 
Fleck. Das Halsschild merklich kürzer, der Seitenrand der gan- 


102 


zen Länge nach gleichmässig und nur wenig aufgeschlagen, viel 
weniger gekrümmt, die Punktirung im Allgemeinen gröber und 
dichter, nur hinter der Mitte des Vorderrandes mehr vereinzelt, 
und der Glanz hier merklich stärker. Die Farbe hellgelb, kaum 
röthlich angeflogen, die sieben Punkte kleiner, sämmtlich ver- 
einzelt, die vier den äussern Ring des V bildenden sämmtlich 
mehr schräg nach vorn und aussen gerichtet. Das Schildchen 
wie bei der vorhergehenden Art. Dje Deckschilde an der Wur- 
zel gleichförmiger, weder die Umgebung des Schildchens noch 
die Schulterbeulen sonderlich hervortretend, nur die Seitenlappen 
länger und der über jedem liegende Eindruck stärker ausge- 
prägt. Die Punktirung gleichmässig grob und dicht, der Zwi- 
schengrund stärker gerunzelt, daher fast ohne Glanz; die Farbe 
strohgelb, durch das dunkle Innere der eingestochenen Punkte 
wie angeschmutzt, kaum vor Spitze und Aussenrand schwach ins 
Röthliche fallend. Ausser der Wurzel auch die Naht schwarz 
gesäumt, und daneben jede Flügeldecke mit 4 gleichgestalteten 
schwarzen Längsflecken gezeichnet; jeder derselben etwa dop- 
pelt länger als breit, die beiden äussern etwas grösser als die 
innern, das Vorderpaar elwas mehr nach vorn gerückt, der vor- 
dere Aussenfleck auch die Schulterbeule selbst mit umfassend, 
der hintere etwas mehr nach hinten tretend, zugleich breiter als 
die übrigen. Das Pygidium schmal gelb gesäumt; die Unterseite 
schwarz, dicht punktirt und feinhaarig, Schulterblätter und Hin- 
terenden der Parapleuren röthlich, auch die Beine einfarbig röth- 
lich-gelb, vor den Knieen die Schenkel etwas lichter, letztere 
überdem dicker wie bei der vorhergehenden Art. Das letzte 
Segment des 2 mit einer tiefen halbkreisförmigen Grube. 

Die bedeutendsten Abweichungen dieser Art von der vor- 
hergehenden zeigen sich daher in dem verschiedenen Bau des 
Halsschildrandes, der viel gröbern Sculptur der fast glanzlosen 
Deckschilde, der lichten Färbung von Fühlern und Beinen, den 
hellen Flecken auf Stirn, Schulterblättern und Parapleuren, und 
der ganz andern Zeichnung der Deckschilde nebst schwarzer 


Naht der leiztern bei gleichzeitig verminderter Ausdehnung ihrer 
schwarzen Flecke. 


Ebenfalls aus Daurien (Sedakoff! im Mus. Mannerh.), 
aus Tungusien (Mus. Mannerh.); von Irkutzk (Mus. Petrop.). 


103 


62. Cr. tataricus Gebl. Oben rothgelb, unten schwarz 
mit rothgelben Schulterblättern und Beinen; die Flügeldecken mit 
vier schwarzen Punkten (2, 2), grob punktirt. L. 24; Br. 14, 

Abermals dem vorhergehenden sehr ähnlich, und von ihm 
hauptsächlich durch die einfache, schmutzig rothgelbe Färbung 
der Oherseite, das ungefleckte Halsschild und die zartern, punkt- 
förmigen Flecke der Flügeldecken unterschieden, bei näherer Be- 
trachtung aber auch durch den Bau des Halsschilds sehr abwei- 
chend. Der Kopf flach, die Stirn breit rund eingedrückt, und 
dieser Eindruck noch von einer feinen Längslinie durchschnitten, 
deutlich aber zerstreut punktirt, rostgelb, und die Oberlippe hel- 
ler gelb. Die Fühler gleichfalls rostgelb, das 2te Glied kurz 
birnförmig, die folgenden kegelförmig, bis zum Tien von fast 
gleicher Länge; die obern bei dem einzigen mir vorliegenden 
Stücke abgebrochen. Das Halsschild kurz, vorn wenig überge- 
wölbt, mit den nur fein gerandeten, vor den Hinterecken etwas 
ausgeschweilten Seiten tief herabgezogen, und hinter der Mitte 
durch einen breiten, schräg nach vorn und unten ziehenden Ein- 
druck zusammengedrückt; die Vorderecken ziemlich spitz, die 
hintern fast rechtwinklig, der Hinterrand jederseits breit und 
seicht ausgeschweift, der Mittelzipfel kurz, fast grade abgeschnit- 
ten, die Punktirung sehr fein aber dicht gedrängt, eiwas in die 
Länge gezogen, daher der Glanz matt seidenarlig. Die Farbe 
schmutzig rostgelb mit zart schwarz gesäumtem Hinterrande. Das 
Schildchen dreieckig, hinten kurz abgestutzt, vorn quer nieder- 
gedrückt, glänzend rostgelb. Die Deckschilde von der breiten, 
flachen Wölbung der vorhergehenden Art, an dem Schildchen 
und dann wieder innerseits der Schulterbeulen schmal quer ein- 
gedrückt, letztere stumpf, nur nach vorn eckig heraustretend, 
der Seitenlappen deutlich, die Spitzen einzeln breit abgerundet. 
Die Punktirung grob und derb; aussenseits der Schulterbeulen 
eine feine, fast bis zur Spitze bemerkbare Längsrippe, wie eine 
solche, nur viel schwächer angedeutet, auch bei der vorherge- 
henden Art wahrzunehmen ist. Der Zwischengrund kaum ge- 
runzelt, wenig glänzend. Die Farbe schmutzig rosigelb, die 
Wurzel schmal schwarz gesäumt, und dann auf jeder Flügel- 
decke noch 4 schwarze Punkte, von der Stellung wie bei der 
vorhergehenden Art, nur nicht, wie bei jener, zu Längsllecken 
ausgezogen. Das Pygidium punktirt und greishaarig, schwarz, 


104 


verwaschen rostgelb gesäumt. Auch die Unterseite fein punk- 
tirt, dicht greishaarig, schwarz, nur die Seiten der Vorderbrust, 
Schulterblätter und Hinterenden der Parapleuren rostgelb; eben 
so die Beine einfarbig rostgelb. Das letzte Segment des einzi- 
gen vorliegenden @ mit der gewöhnlichen tiefen, halbkreisförmi- 
gen Grube. 

Aus der Tartarei (Gebler! im Mus. Petrop.). Ob der 
Käfer von Gebler unter diesem Namen irgendwo beschrieben 
worden ist, habe ich nicht ermitteln können. 


63. Cr. crux Gebl. Schwarz mit gelbbunten Beinen, 
Fühlerwurzeln, zwei Stirnflecke, Vorder- und Seitenrand nebst 
zwei Hinterflecken des Halsschilds gelb, die grob punktirten 
Deckschilde gelb mit dreifach kreuzförmig zusammenfliessenden 
schwarzen Flecken. 

cd" Kopfschild weiss, Pygidium und letzter Bauchring ungefleckt. 

2 Kopfschild schwarz, Pygidium und letzter Ring weiss gesäumt. 

L. 13 — 21, Br. 2— 14". 

Cr. crux Gebl. Käf. Südwest-Sibir. 372. n. 9. — Cr. equestris Gebl. in 
Ledeb. Reise 204. n. 13. (Diese Benennung hat @ebler selbst wegen 
des viel früher beschriebenen nordamerikanischen Cr. equestris Olivier 
verworfen.) 

Wie die Zeichnung des Cr. laevicollis und luridipennis 
sich bei den beiden ihnen folgenden Arten durch allmähliges 
Schwinden der schwarzen Färbung vereinfacht und lichter wird, 
so fliesst sie umgekehrt bei der vorliegenden durch Uebergreifen 
zu kreuzförmigen, die ursprüngliche Anlage weniger oder mehr 
verdunkelnden Binden zusammen. Aus der etwas unklaren 
Gebler’schen Beschreibung ist dies zwar nicht sogleich zu ent- 
nehmen, nichts desto weniger gehört der, auch eine entfernte 
Aehnlichkeit mit einigen Arten aus der Roite des Cr. nitens 
zeigende Käfer doch nach Habitus und Zeichnung im Allgemeinen 
wie nach dem Bau des Halsschilds im Besondern, nicht jener, 
sondern der vorliegenden Gruppe an, Der Kopf flach, mit fein 
eingedrückter Slirnrinne, zwei bei dem J' grössere, dem 2 klei- 
nere Stirnflecke, die Seitenfelder des Kopfschilds, und bei dem 
d‘ auch das letztere selbst weisslich-gelb. Die Fühler des 9 
von halber Körperlänge, des S etwas länger, ziemlich schlank 
und dünn, das 2te Glied fast kugelig, das Ste und 4te verkehrt 
kegelförmig, eiwas verlängert, und dem letztern die übrigen 


105 


gleich; die obern vom 6ten an wenig, und erst die letzten an 
Länge wieder abnehmenden merklicher zusammengedrückt; die 
Farbe gelblich mit rauchgrauer Spitze. Das Halsschild gebaut 
wie bei Cr. tataricus, nur vorn ein wenig stärker übergebogen, 
und der seitliche Schrägeindruck weniger scharf ausgeprägt; die 
Punktirung dicht gedrängt, die Mitte fein längskielig, mit seiden- 
glänzendem Zwischengrunde. Die Zeichnung ist eigentlich nur 
eine weitere Ausbildung von der des Cr. luridipennis, d. h. die 
5 grössern, das unförmliche V bildenden Flecke sind noch mehr 
vergrössert, und fliessen soweit zusammen, dass nur ein schmaler 
lichter, zuweilen mit einer abgekürzten Längslinie bis zur Mitte 
einschneidender Vordersaum, seitlich ein breiterer, durch den 
mit der Hauptzeichnung zusammenstossenden Seitenfleck ausge- 
buchleter Rand, und an der Basis der Binnenraum des V in Ge- 
stalt zweier eiförmiger, nach vorn und aussen gerichteter Schräg- 
flecke hell bleibt. Das Schildchen dreieckig mit abgerundeter 
Spitze, hinten stark ansteigend, glänzend schwarz. Die Deck- 
schilde flach walzenförmig, hinterwärts etwas erweitert, jederseits 
am Schildchen und wieder innerseils der breiten Schulterbeulen 
etwas eingedrückt, sich hinterwärts immer mehr verflachend und 
die Spitzen fast quer abgestulzt , die Seitenlappen deutlich. Die 
Punktirung nicht dicht, aber derb, längs den Seiten besonders 
hinterwärts eine Spur von 2—3 unordentlichen Längsreihen; die 
Oberfläche ziemlich glänzend. Die Farbe gelb, ins Weissliche 
fallend, durch das Ueberhandnehmen der schwarzen Zeichnung 
theilweise verdrängt; letztere aber aus der Zeichnung des Cr. 
laevicollis und luridipennis mit Voraussetzung des schwarzen 
Nahtsaums der erstern Art und des Hinzukommens zweier Flecke 
vor der Spitze unterhalb der Wölbung leicht zu erklären. Denkt 
man sich nämlich bei der Grundform fünf schwarze Flecke (2, 
1, 2) auf jeder Flügeldecke, von denen die 3 vordern den 
Flecken des Cr. luridipennis entsprechen und der Einzelfleck 
daher auch, wie bei der genannten Art, eine abgekürzte Quer- 
binde darstellt; denkt man sich ferner den schwarzen Nahtsaum 
soweit verbreitert, dass er mit der Mittelbinde, sowie mit dem 
vordern und hintern Innenfleck zusammenstösst, und mit letzterem 
vorn bis zur Wurzel überfliessend jederseits am Schildchen einen 
lichten Fleck als Rest der ursprünglichen Färbung übrig lässt; so 
erhält man die selienere, von Gebler a. a. O. beschriebene 


106 


Form, bei welcher die schwarze Naht von drei gemeinschaftlichen 
schwarzen Querbinden — die vordere mit beiden Enden nach 
vorn gebogen, die mittlere die längste — durchschnitten wird, 
deren erste und dritte noch den vereinzelten Aussenfleck neben 
sich tragen. Bei einer 2ten, gewöhnlichern Form hängt noch 
der vordere Aussenfleck auf der Schulterbeule mit der vordern 
Querbinde zusammen: übrigens ist bei beiden Formen die mitt- 
lere Querbinde vorn und hinten deutlich ausgerandet, ihren (schon 
oben bei Cr. luridipennis angedeuteten) Ursprung aus zwei 
zusammengeflossenen Flecken verrathend. Das Pygidium fein 
punktirt und greishaarig, bei dem S° schwarz, dem 2 weisslich 
gerandet: auch die Unterseite schwarz, runzlig punktirt und greis- 
haarig, der Hinterrand des letzten Ringes bei dem @ weiss ge- 
säumt. Die Schenkel schwarz mit bräunlichen Hüften, ein Fleck 
vor dem Knie und eine damit zusammenhängende besonders an 
den Vorderschenkeln breite Längslinie an der Innenkante weiss- 
lich, die Schienen schmutzig gelb, an den untern Enden nebst 
den Fussgliedern rauchgrau. Das letzte Segment des g' mit einer 
länglichen flach gedrückten glänzenden Stelle, des 2 mit einer 
breiten und tiefen, scharf gerandeten Grube. | 

In Ostsibirien häufiger: aus Daurien (Sedakoff! im Mus. 
Mannerheim.), von Jakutzk (Mus. Mannerh.), von Irkutzk 
(Mus. Petrop.); aus der Mongolei (Mus. Mannerh.). In West- 
sibirien selten nach Gebler. 


Eilfte Rotte. Fühler schlank; Körper meist schmal, walz- 
lich, oben dicht punktirt, Halsschild schwarzbunt, Deckschilde 
fein behaart, hellgelb oder roth, mit schwarzen Zeichnungen. 
Die Geschlechtsmerkmale des & gleichfalls meist durch abnormen 
Bau des letzten Bauchsegments angedeutet. Arten von durch- 
aus europäischem Typus aus Sibirien; nur eine einzelne cauca- 
sische Art bis nach Persien verbreitet. (Vergl. Linn. VII. 104. 
Siebente Rotte.) 

64. Cr. Stschukinii Fald. Schwarz mit bräunlichen Füh- 
lerwurzeln, Halsschild und Flügeldecken ziegelroth oder lehmgelb, 
jenes fein punktirt, schwarzgefleckt, diese grob punklirt, mit vier 
schwarzen Flecken (2, 2, das Hinterpaar schräg); die Flecken bei- 
der theilweise oder ganz zusammenfliessend. L. 23— 33; 
Br, 13— 22, 


107 


Cr. Stschukinii Fald. (Col. ab ill. Bungio miss. 111.) Meın, pr. & l’acad, 
d. sc. de Petersb. II, (1835). 447, n. 90. — Cr. congener Men. zu 
let. sc. p. par. ’Ac. d. Sc. de Petersb. I. 181. n. 9, 


Eine höchst veränderliche, mir in ihren verschiedenen For- 
men als Cr. Stschukinii Fald., ramosus Mannerh., Manner- 
heimi und halophilus Gebl. (aber von Gebler’s gleichnamigem 
Käfer sehr verschieden), Dohrnii Angusto, dauricus Man- 
derst. zugegangene Art, durch die Grösse dem Cr. coronatus 
Kunze, durch die ungefleckte Stirn auch dem Cr. coloratus F., 
durch den flachen gross gefleckten Rücken dem Cr. halophilus 
Gebl. verwandte, durch den plumpen breiten Körper, durch die 
Neigung der Flecke zum Zusammenfliessen, durch die vorherr- 
schend dunkel ziegelrothe, aber besonders bei den 2 auch ins 
Lehmgelbe überschlagende Färbung der Oberseite von allen ab- 
weichende, zugleich durch die Wandelbarkeit der Zeichnung an 
Kopf und Schulterblättern merkwürdige Art. Der Kopf fein 
punktirt mit seichter Stirnrinne und oberwärts deutlich abgesetz- 
tem Kopfschilde, glänzend schwarz mit pechbraunen Mundtheilen, 
die Wangen und bei den lichtern Stücken eine von jenen längs 
dem innern 'Augenrande bis zur Augenbucht heraufziehende 
Linie weisslich; letztere verkürzt sich bei dunkler gezeichneten 
Stücken, und verschwindet bei vorwaltendem Schwarz des Hals- 
schildes ganz. Die Fühler des Z von mehr als halber Körper- 
länge, des 2 kürzer und dicker, das 2te Glied fast kugelig, das 
Ste doppelt länger und verkehrt kegelförmig, die folgenden we- 
nig vergrössert, schon von der Spitze des 5ten ab erweitert und 
deutlich zusammengedrückt. Die 5 untern gelblich oder braun 
mit schwarz überlaufener Oberseite des Wurzelgliedes, die obern 
schwarz. Das Halsschild breit und flach gewölbt, mit seiner 
Hälfte vorn übergebogen, seitlich tief herabgekrümmt, Vorder- 
und Hinterecken fast rechtwinklig, der Hinterrand jederseits et- 
was eingesenkt und breit ausgeschweift, der Mittelzipfel kurz und 
breit, deutlich ausgerandet. Die Punktirung ziemlich fein, zer- 
streut, und nur selten etwas dichter gedrängt, mit spiegelglattem 
Zwischengrunde. Die Grundfarbe je nach der Grundfarbe der 
Deckschilde ziegelroth oder lehmgelb, in letzterem Falle mit 
schwach röthlich überflogenen Seiten, der Hinterrand schwarz ge- 
säumt, und dieser Saum jederseits des Schildchens zu einem auf 
dem Hinterrande ruhenden Querflecke erweitert. Ausserdem 


108 


zeigt das Mitteiteld noch 4 schwarze Flecke, die beiden mittlern 
grösser, unförmlich drei- oder viereckig, zwischen jedem und 
der Mitte des nächstliegenden Seitenrandes ein vereinzelter klei- 
nerer Flek. Durch allmähliges Vergrössern fliesst zunächst jeder 
Mittelfleck mit seinem, sich in die Quere verlängernden Seiten- 
flecke, dann beide mit dem Aussenende des entsprechenden 
Hinterflecks zusammen, und es entsteht eine lichte ankerförmige 
Zeichnung, deren Stiel durch die ‚die beiden Mittelflecke tren- 
nende Längslinie gebildet wird. Bald zieht sich der Querbalken 
des Ankers zu einem dreieckigen Flecke, dieser zu einer blossen 
Erweiterung der lichten Längslinie zusammen, von der er sich 
zuletzt als vereinzelter Punkt ablöset; eben so erweitert sich die 
dunkle Färbung nach vorn und an den Seiten, so dass ausser 
einem schmalern Rande nur noch die breiten Vorderecken roth 
bleiben. Zuletzt schwinden auch diese, und das Halsschild wird 
schwarz, mit zuweilen schwachem Reste bräunlicher Färbung am 
Vorder- und Seitenrande. Diese Neigung zum Zusammenfliessen 
der Flecke zeigen die mir vorliegenden 9° Stücke; bei den 
ebenfalls ziemlich zahlreich vorhandenen © Stücken, sowohl mit 
rolher als gelber Färbung der Deckschilde, ist das Halsschild 
entweder licht mit geirennten schwarzen Flecken, der Zeichnung 
des Cr. coloratus und flavicollis entsprechend, oder ganz 
schwarz. Das Schildchen dreieckig mit abgestutzter Spitze, ın 
der Mitte der Länge nach etwas aufgewölbt, mit einzelnen feinen 
Punkten bestreut, glänzend schwarz. Die Deckschilde breit und 
flach walzenförmig, etwas über zweimal so lang als das Hals- 
schild, jederseits vom Schildchen und dann wieder hinter dem- 
selben breit niedergedrückt, die Schulterbeulen als längliche 
stumpfe Höcker emporgehoben und innerseits durch einen breiten 
Eindruck abgesetzt, die Seitenlappen kurz und breit, die Spitzen 
einzeln breit abgerundet. Die Punktirung ziemlich derb, aber 
nicht dicht, der Zwischengrund fein gerunzelt, mit lackarligem 
Glanze. Die Behaarung nur ganz kurz und borstig, aus den 
Punkten hervorkommend, und über dieselben nur wenig hinaus- 
reichend, daher auch bloss auf den Zeichnungen deutlich zu be- 
merken. Die Farbe bei dem J° ziegelroth, zuweilen längs Naht 
und Schildchen verwaschen hellgelb gesäumt, oder die Spitze, 
oder auch die ganze Fläche ins Roihgelbe fallend; bei den 2 
schr selten ziegelroth mit gelblichem Vordersaume, meist hell 


109 


lehmgelb wie bei Cr. halophilus, und daher auch unter letzte- 
rem Namen irrthümlich in manchen Sammlungen vorfindlich. Ein 
schmaler Saum längs Naht und Wurzel schwarz, ausserdem auf 
jeder Flügeldecke vier einzeln stehende schwarze Flecke in der 
Stellung der nächst folgenden Arten, und nur durch die sich li- 
nienförmig in die Länge streckende Gestalt der beiden Aussenflecke 
abweichend. Von fehlenden Flecken, wie sie bei den folgenden 
Arten häufig vorkommen, finde ich bei der vorliegenden nur ver- 
einzelte Beispiele: so ein @ im Mus. Dohrn., welchem der in- 
nere Vorderfleck mangelt, und ein 2tes im Mus. Petrop., wel- 
chem auch der innere Hinterfleck fehlt und bei dem der äussere 
zu einem Punkte zusammengeschwunden ist; das Letztere liegt 
wahrscheinlich der Beschreibung des Cr. congener Men. zum 
Grunde. Dagegen zeigen die Flecke ein Bestreben, sich zu ver- 
grössern und zu vereinigen, und es bildet sich eine Form 
ß. mit mehrfach zusammenfliessenden Flecken. Beim Umsich- 
greifen aller Flecke lehnt sich zunächst der innere Hinterfleck 
an die Naht, der innere Vorderfleck an Naht und Schildchen, 
oder an die Wurzel, dann an beide; auch die Aussenflecke sirck- 
ken sich, verbinden sich mit einander zu einer plumpen Längs- 
binde, und stossen endlich mit dem inneren Hinterfleck, oder mit 
dem innern Vorderfleck, oder mit beiden zusammen, wie dies 
durch die mir vorliegenden zahlreichen Uebergänge dargethan 
wird. Bald füllt sich dann auch der zwischen der entstandenen 
Hakenzeichnung verbliebene Raum, sodass 
y. nur der breite, abwärts gewölbte Theil der Deckschilde nebst 
einem schmalen Seitenrande, zuweilen auch noch eine lichtere Stelle 
jederseits am Schildchen hell bleibt. Bald schwindet, zumal bei 
Stücken mit schwarzem, nur nach vorn und längs den Seiten ge- 
bräuntem Halsschilde, der lichte Seitenrand zu einem verwaschenen 
bräunlichen Saume, die lichte Spitze zu einem ebenfalls verwasche- 
nen bräunlichen Spitzenfleck, und endlich wird bei einer 4ten Form 
d. die ganze Oberseite bis auf den bräunlich verbleibenden 
umgeschlagenen Rand des Seitenlappens einfarbig schwarz. 
Pygidium und Unterseite nebst den Beinen dicht und fein 
punktirt, dünn greishaarig, schwarz; bei den Stücken mit vor- 
herrschend heller (rother oder gelber) Färbung von Halsschild 
und Deckschilden gewöhnlich ein Längsfleck auf dem Pygidium 
und die Spitze des Mittelzipfels vom ersten Bauchringe, sowie die 


110 


Schulterblätter röthlich oder gelb; bei andern (nicht bloss Stük- 


ken mit stärker sich dunkelnder Oberseite) wird diese Färbung 
beschränkter, dunkler, auch wohl bräunlich, und schwindet zuletzt 
ganz. Das untere Ende der Vorderschienen bei manchen Stücken, 
auch ohne Rücksicht auf die Färbung der Oberseite, ganz oder doch 
auf der Innenseite verwaschen gelblich- oder röthlich-braun. Das 
letzte Segment des d' der Länge nach seicht aber etwas ungleich 
niedergedrückt, vorn mit einem kurzen, zusammengedrückt schar- 
fen, hinterwärts gerichteten Höcker, beim 9 mit einer tiefen halb 
elliptischen, an dem scharfen Vorderrande lang greis gewimper- 
ten, seitlich breit niedergedrückten Grube. 

Aus Ostsibirien, und dort, wie es scheint, nicht sehr selten; 
aus Daurien (von Nertschinsk: Manderstjerna! im Mus. v. Hey- 
den; von Kiachta: Popoff! im Mus. e. Heyden; Mus. Mannerh. 
Dohrn. Motsch.); aus der Mongolei (Mus. Mannerh. Berol. 
Germ. Petrop. Deyrolle). sSibirische Stücke ohne specielle 
Angabe der Heimath habe ich aus dem Mus. Franc. und Müh- 
lenpfordt zur Ansicht erhalten. 

65. Cr. coloratus Fab. Linn. VII. 105. n. 33. 

Aus Sibirien Mus. Petrop. und Motsch., in beiden mit 
Cr. halophilus Gebl. und flavicollis Fab. vermengt. Der von 
Gebler (Käf. Südwest-Sibir. 371.n. 6.) im dortigen Bezirke ange- 
gebene Cr. coloratus wird daher wahrscheinlich auch den echten 
Cr. coloratus und den Cr. flavicollis vermischt enthalten. 

66. Cr. halophilus Gebl. Linn. VII. 105. c. 

Aus Sibirien (Henning ! im Mus. Man.) und der Kirgisen- 
steppe (Mus. Motsch.). Nach Gebler findet er sich einzeln in 
der Steppe bei Lowtewsk. 

67. Cr. flavicollis Fab. Linn. VII. 105. n. 35. (wo 
in der Diagnose hinter: Fühlerwurzeln die Worte: „und Beinen“ 
durch einen Druckfehler ausgefallen sind). 

Aus Sibirien (Mus. Petrop.) und der Kirgisensteppe (Mus. 
Motsch.), in beiden Sammlungen mit Cr. coloratus vermengt. 

68. Cr. rubi Men. Linn. VIII. 108. n. 36. 

Aus Persien (Faldermann! im Mus. Mannerh.). Der un- 
ter dem Namen Cr. Boschniakii Fald, an Gr. Mannerheim 
von F. mitgetheilte Käfer stimmt ganz mit dem caucasischen Cr. 
rubi Men. überein, zu welchem F. nachher auch selbst seinen 
Käfer gebracht hat. 


111 


69. Cr. pilosellus Man, Metallisch schwarzgrün mit 
zwei gelben Stirnflecken, Vorder- und Seitenrand des Halsschilds, 
Schulterblätter und Beine gelb; Flügeldecken unordentlich längs- 
reihig punktirt, gelb, mit drei theilweise unterbrochenen schwärz- 
lichen Querbinden. L. 13 — 2‘; Br. 12 —13'. 

Dem Cr. rubi sehr ähnlich, aber an dem metallisch-grünen 
Schimmer der schwarzen Färbung, an der feinen Punktirung des 
glänzenden Halsschilds und an der längern, fast wolligen Behaa- 
rung der ganzen Oberseite von ihm leicht zu unterscheiden. Der 
Kopf fein punktirt, nicht dicht aber lang greis behaart, metallisch- 
schwarzgrün mit bräunlichen Mundtheilen; die Wangen, zwei 
Stirnfllecke und ein bei dem 2 unterbrochener Querfleck zwi- 
schen den Fühlerwurzeln hochgelb. Die Fühler des J von $ 
der Körperlänge, des 2 kürzer, das 2te Glied kurz knotig, die 
folgenden verkehrt kegelförmig und bis zum 5ten allmählig ver- 
längert, die obern wenig zusammengedrückt, das Endglied noch 
länger, der Fortsatz desselben kegelförmig, auf der Innenseite 
stark abgesetzt, etwa 2 des Gliedes bildend. Die Farbe schmuz- 
zig gelb mit rauchgrauem Anfluge. Das Halsschild breit, vorn 
mit seiner Hälfte kugelig übergewölbt, seitlich tief herabgezogen 
und fein gerandet, vor den Hinterecken etwas ausgeschweift, 
letztere breit vortretend, fast rechtwinklig, die spitzen Vorder- 
ecken etwas vorgezogen, der Hinterrand jederseits breit aber 
seicht ausgeschnitten. Die Oberfläche zu beiden Seiten des 
Schildchens breit niedergedrückt, dazwischen schwach längskie- 
lig erhöht, über der hintern Hälfte des Seitenrandes noch ein 
breiter, flacher Schrägeindruck. Die Punktirung deutlich, aber 
nicht dicht; der Zwischengrund melallisch glänzend, mit nicht 
dichter, aber langer, zotliger, greiser Behaarung bedeckt. Die 
Farbe schwarz mit grünlichem Schimmer, ein schmaler Saum 
längs Vorder- und Seitenrand, auf der Hinterhälfte des letztern 
sich allmählig verbreiternd und auf den Hinterrand übergreifend, 
eben so zwei linienförmige, den Hintersaum der niedergedrück- 


ten Stelle bildende Querflecke am Hinterrande — offenbar der 
Rest der hier unterbrochenen Fortsetzung des lichten Halsschild- 
randes — hochgelb. Das Schildchen breit dreieckig, hinten kurz 


abgestutzt, fein punktirt und behaart, metallisch schwarzgrün. 
Die Deckschilde etwa doppelt länger als das Halsschild, kurz und 


breit walzenförmig, am Schildchen nur wenig erhöht, innerseits 


112 


der eckig hervortretenden Schulterbeulen breit eingedrückt, über 
den sehr langen Seitenlappen nochmals zusammengedrückt, die 
Spitzen schräg nach vorn und aussen abgestutzt, mit breit ab- 
gerundeten Ecken. Die Punktirung dicht und deutlich, beson- 
ders seitlich zu 2—3 ziemlich regelmässigen Längslinien anein- 
ander gereiht, theilweise zu Querrunzeln ausgezogen, die Ober- 
fläche mit langen greisen, aus den Punkten hervorkommenden, 
hinterwärts gerichteten Härchen bedeckt. Die Farbe hellgelb, 
längs den Rändern mehr ins Hochgelbe fallend, mit drei aus 
Längsflecken gebildeten, daher stellenweise unterbrochenen und 
den Seitenrand nicht erreichenden schwärzlichen Querbinden: die 
erste zunächst an der Wurzel, aus zwei unförmlichen gewöhn- 
lich getrennten Flecken bestehend, deren grösserer die Schulter- 
beule und deren Umgebung einnimmt; die 2te in und hinter der 
Mitte, aus 4 zusammenhängenden Längsflecken gebildet, die 3te 
unter der Wölbung, aus drei am untern Ende zusammenhängen- 
den Längsflecken zusammengesetzt, von der Naht nur durch einen 
schmalen Zwischenraum getrennt. Das Pygidium sehr fein punk- 
tirt und behaart, schwarz, der untere Rand bei dem J' schmal-, 
bei dem 2 breiter gelb gesäumt. Auch die Unterseite schwarz, 
fein und dicht punktirt, lang greishaarig, Schulterblätter und Hin- 
terenden der Parapleuren, Hüften und Vorderrand vom Mittel- 
zipfel des ersten Bauchringes, bei dem @ auch der Hinterrand 
des letzten Bauchringes gelb. Die Beine gelb mit breiten, schwärz- 
lichen Schenkelringen, welche bei dem 9° fast die ganze Breite 
der Schenkel einnehmen, und auch der Aussenseite der Schienen 
und Fussglieder einen ähnlichen Anflug mittheilen. Das letzte 
Segment des J° breit rundlich niedergedrückt, des Q mit einer 
nicht tiefen, aber sehr regelmässig halbkugeligen Grube. 

Aus Ostsibirien (Sedakoff! im Mus. Mannerh.). 

70. Cr. sesquistriatus Steven. Linn. VII. 108. n. 38. 

Im Südwestsibirischen Hüttenbezirke selten in der Steppe 
bei Lowtewsk nach Gebler; auch in Turkomannien nach dem 
Mus. Motsch. und Berol. 

71. Cr. Böhmii Illig. Linn. VII. 108. n. 39. 

Bei Lowtewsk selten nach Gebler. Ich habe keine von da 
stammenden Exemplare geschen, aber kein Bedenken getragen, 
den sehr bekannten Käfer aufzunehmen, da eine unrichtige Be- 
stimmung bei Gebler nicht wohl denkbar ist. 


113 


72. Cr. limbellus Man. Schwarz, die Fühler, Vorder- 
und Seitenrand des Halsschilds, Aussenrand und Spitze nebst 
einer die Naht begleitenden Längsbinde der Flügeldecken gelb; 
die letztern grob runzlig punktirt. 

g‘ Kopf gelb mit schwarzer Stirnlinie. 

2 Kopf schwarz, zwei Stirnflecke und die Seiten des Kopf- 
schildes gelb. 

L. 13 — 13; Br. 3— 1%, 

Cr. limbellus Mann. apud Suffr. Linn, II. 119. n. 37. Note. 

Dem Ör. Böhmii nahe verwandt, aber merklich kleiner, und 
bei im Ganzen gleicher Färbung und Farbenvertheilung von ihm 
durch die ganz ‚schwarzen Schulterblätter, die Breite der fast das 
ganze Mittelfeld der Flügeldecken einnehmenden schwarzen Fär- 
bung, und die sehr ungleiche Punktirung von Halsschild und 
Deckschilden sehr gut unterschieden; bis jetzt, wie es scheint, 
ausschliesslich in Ostsibirien aufgefunden, und dort den vorher- 
gehenden veriretend. Der Kopf flach, längs der Stirn und dann 
wieder am untern Theile des Kopfsschilds breit und seicht ein- 
gedrückt, mit deutlicher Stirnrinne, zerstreut punktirt, glänzend; 
die Farbe bei dem 9° gelb mit schwarzer, längs der Slirnrinne 
sich hinziehender Mittellinie und schwarzen Fühlerhöckern, bei 
dem 2 schwarz, jederseits am obern innern Augenrande ein 
breiter gelber Fleck, welcher sich unterwärts manchmal in eine 
schmale Einfassung der Augenbucht verlängert, eben so die Sei- 
ten des Kopfschilds nebst den Rändern der Oberlippe verwaschen 
gelb. Auch die Fühler gelb mit rauchgrauer Spitze, beim g' von 
mehr als halber Körperlänge, das 2te Glied kurz birnförmig, die 
folgenden verkehrt kegelförmig, das 3te doppelt-, das 4te drei- 
mal und das 5te viermal länger als das 2te, diesem letztern die 
obern gleich, dabei wenig zusammengedrückt und erweitert; die 
Fühler des @ etwas kürzer. Das Halsschild schmal, vorn mit 
halber Länge mässig übergewölbt, seitlich stark zusammengedrückt 
und durch die tief eingezogenen Vorderecker verschmälert, die 
Seiten fein gerandet, in schräger Richtung nach vorn und unten 
geradlinig convergirend, die Hinterecken fast rechtwinklig, stark 
emporgedrückt, der Hinterrand fein aber dicht gesägt, wenig 
ausgeschweift; der Mittelzipfel kurz und deutlich ausgerandet. 
Der Rücken hinten jederseits des Schildchens etwas niederge- 
drückt, die Punktirung dicht und fein, etwas in die Länge ge- 

IX. 


114 


zogen, mit glänzendem Zwischengrunde. Die Farbe schwarz, 
ein schmaler Vorder- und ein breiterer, sich in Vorder- und 
Hinterwinkel dreieckig erweiternder Seitenrand, eine vom Vor- 
derrand ausgehende, bis über die Mitte hinausreichende Mittel- 
linie und zwei eirunde Flecke vor der Mitte des Hinterrandes 
hochgelb. Das Schildchen kurz dreieckig, hinten breit abgestutzt 
und etwas ansteigend, glänzend schwarz. Die Deckschilde ge- 
streckt walzlich, hinter den höckerig hervortretenden Schulter- 
beulen breit zusammengedrückt, um das Schildchen eiwas auf- 
geworfen, innerseits der Schulterbeulen breit quer eingedrückt, 
und dieser Eindruck dann schräg nach dem Hinterende des 
Schildchens zu gebogen, der Seitenlappen lang, die Wölbung 
sehr kurz abfallend. Die Oberfläche dünn behaart und nach ab- 
geriebener Behaarung glänzend, grob und dicht, fast runzlig punk- 
tirt, ausser den Schulterbeulen auch der aufgeworfene Wurzel- 
rand am Schildchen glatt und glänzend. Die Farbe schwarz, ein 
sich hinter den Schulterbeulen erweiternder, Aussenseite und 
Spitze der Flügeldecken umziehender Rand, und eine an der 
Wurzel neben dem Schildchen beginnende und letzteres, sowie 
die ihr an Breite gleiche, schwarz verbleibende Naht beglei- 
tende, hinten mit dem Spitzenrande zusammenstossende Längs- 
binde gelb; das Innere der in die letztere eingestochenen Punkte 
schwarz. Der Käfer ändert jedoch ab mit einer Form 

ß welcher diese Längsbinde ganz fehlt, und wo dann die 
ganzen Deckschilde schwarz mit breitem gelben Aussenrande er- 
scheinen. Gleichzeitig fehlt dann auf dem Halsschilde die gelbe 
Mittellinie mit den beiden Hinterflecken, und Exemplare mit ge- 
schwächter Halsschildszeichnung und eben so verschmälerter, theil- 
weise verloschener oder unterbrochener Längsbinde der Flügel- 
decken bilden den Uebergang zu der gewöhnlichen Form. 

Das Pygidium fein punktirt und dünn greishaarig, schwarz, 
mit schmal gelb gesäumtem Unterrande. Auch die Unterseite 
fein punklirt, dünn behaart, schwarz; die Beine gelb, die Mittel- 
und Hinterschenkel, besonders bei dem J° in der Mitte und die 
Schienen auf der Aussenseite etwas gebräunt. Das letzte Seg- 
ment des Jg breit flach niedergedrückt, bei dem 9 mit einer 
sehr grossen, halbkugeligen Grube. 

Aus Daurien (Gebler! im Mus. Yindob.; Museum Aube), 
der Mongolei (Mus. Petrop. Motsch. v. Heyd.), und vom Bai- 


115 


kalsee (Sedakoff! im Mus. Mannerh.; auch mir ebendaher von 
den Herren Siemaschko und Hochhuth zugekommen). 

73. Cr. lemniscatus Man. Röthlich-gelb, zwei Längs- 
flecke des Halsschilds, eine abgekürzte Längsbinde der Flügel- 
decken, die Brust und das gelbgesäumte Pygidium metallisch 
grün; die Flügeldecken grob unordentlich längsreihig punktirt. 
L. 24°; Br. 12. 

Durch den schlanken Bau und die Färbung dem Cr. late- 
ralis Dej., in der Grösse mehr dem Cr. Böhmü und sesqui- 
striatus verwandt, übrigens, wie es scheint, eine eben so seltene 
als schöne Art. Der Kopf fein aber deutlich punktirt, dünn be- 
haart, die Stirn der Länge nach breit und seicht eingedrückt, 
die Farbe hell rothgelb mit einem keilförmig zugespitzten, grün- 
lichen Scheitelfleck. Die Fühler dünn, das 2te Glied kurz kno- 
tig aufgeblasen, das 3te doppelt länger und die beiden folgenden 
noch etwas verlängert, die obern schwach erweitert und zusam- 
mengedrückt; die Farbe gleichfalls rothgelb mit rauchgrauer Spitze. 
Das Halsschild kurz, mit seiner vordern Hälfte mässig überge- 
wölbt, seitlich tief herabgezogen und der Rand wieder deutlich 
aufgebogen, die Hinterecken breit, wenig vortretend, der Hinter- 
rand jederseits tief ausgeschweift. Die Oberfläche mit feinen, 
etwas in die Länge gezogenen Punkten ziemlich dicht besetzt, 
fast gestrichelt, wenig behaart und mit schwach glänzendem Zwi- 
schengrunde; die Farbe rothgelb, der aufgebogene Rand etwas 
lichter, der Hintersaum und zwei auf demselben ruhende, nach 
vorn sich erweiternde und zusammenkrümmende, aber den Vor- 
derrand nicht erreichende Längsflecke dunkel metallisch grün. 
Das Schildchen fast gleichseitig dreieckig mit abgerundeter Spitze, 
vorn etwas quer niedergedrückt, gleichfalls metallisch grün. Die 
Deckschilde schlank walzenförmig, vorn innerseits der Schulter- 
beulen breit und tief eingedrückt, daher letztere höckerarlig her- 
austretend, der Seitenlappen deutlich, und die Spitzen einzeln 
sehr stumpf abgerundet. Die Punktirung derb, auf dem Mittel- 
felde unordentlich zusammengedrängt, längs Naht und Seitenrand 
mehr vereinzelt und ziemlich in Reihen geordnet, der Zwischen- 
grund fein punktirt und mit langen, gelblichen, ebenfalls reihen- 
weise geordneten Härchen besetzt. Die Farbe schmutzig röth- 
lich-gelb, auf jeder Flügeldecke eine breite, von der Wurzel ab 
den entsprechenden Halsschildsfleck fortseizende und bis zur 


116 


Wölbung reichende Längsbinde metallisch grün. Das Pygidium 
fein aber dicht längsrunzlig, dünn greishaarig, gleichfalls grün- 
lich, schmal gelb gesäumt. Die Unterseite schmutzig röthlich- 
gelb, gleichfalls fein punktirt, dicht greishaarig, die Hinterbrust 
grünlich, auch jeder Bauchring seitlich mit einem verloschenen 
grünlichen Flecke, der sich auf dem letzten Ringe zu einer fast 
bis zur Mitte reichenden Querbinde erweitert. Auch die Beine 
röthlich-gelb, gelbhaarig, die Vorder- und Mittelschienen ein we- 
nig gekrümmt, die Fussglieder etwas in die Länge gezogen. Das 
letzte Segment ‚des vorliegenden @ mit einer grossen, besonders 
breiten, im Innern stark glänzenden Grube. 

Aus der Mongolei (Mus. Mannerh.). 


Zwölfte Rotte. Fühler schlank, Körper schmal, walzlich, 
oben fein behaart, hellgelb, mit verloschenen schwarzen Zeich- 
nungen auf Halsschild und Deckschilden, letztere regelmässig 
punktstreifig mit gerunzelten Zwischenräumen, Eine vereinzelte 
Art aus Vorderindien, im Habitus der vorhergehenden, in Zeich- 
nung und Sculptur der achten Rotte ungemein ähnlich. 


74. Cr. obliteratus m. Bleichgelb mit schwarzer Hin- 
terbrust, das dicht punktirte Halsschild mit einer verloschenen, 
die Flügeldecken mit drei theilweise zerrissenen zackig-welligen, 
schwärzlichen Querbinden; die Punktstreifen regelmässig mit quer 
gerunzelten und punktirten Zwischenräumen. L. 2‘; Br. 14554. 

Eine vollständige Mittelart zwischen den Arten der vorher- 
gehenden und der achten Rotte, der letziern durch die genau 
entsprechende Zeichnung und Sculptur der Oberfläche, durch Ha- 
bitus und Behaarung dagegen zunächst der vorhergehenden Rotte 
verwandt, und insbesondere durch den schmalen, gestreckten Bau 
dem Cr. sesquistriatus und seinen Verwandten zunächst stehend, 
durch das zusammengedrückte Halsschild von beiden aber zurei- 
chend verschieden. Der Kopf flach, zwischen den Augen etwas 
hervoriretend, das Kopfschild oben schwach abgesetzt, kurz und 
breit; die Punktirung der Oberfläche derb, aber vereinzelt, mit 
glattem Grunde, auf letzterm eine kurze dünne greise Behaarung. 
Die Oberlippe noch lichter gelb, die Kinnbacken schwärzlich, 
auch die lang gestreckten, wenig ausgebuchteten Augen schwarz. 
Die Fühler dünn, das 2le Glied kurz und knotig aufgetrieben, 
das 3te doppelt- und das 4te fast dreimal länger, die folgenden 


117 


wenig zusammengedrückt und erweitert, die obern vom 6ten an 
schwach gebräunt. Das Halsschild walzenförmig, vorn wenig 
übergebogen, seitlich besonders nach vorn hin stark zusammen- 
gedrückt, die Seiten sehr fein gerandet, nach vorn schräg her- 
ablaufend und vor den kurzen, scharfen Hinterecken etwas ge- 
schwungen, der Hinterrand jederseits nur vor der Schulterbeule 
etwas ausgeschweift, dann im stumpfen Bogen zu dem deutlich 
heraustretenden, doppelt ausgerandeten Mittelzipfel hinlaufend; 
jederseits von dem letztern ein dem Hinterrande fast gleichlau- 
fender Quereindruck. Die Punktirung deutlich und ziemlich dicht, 
die Behaarung dünn, und wo sie abgerieben ist, der Grund glän- 
zend. Die Farbe licht strohgelb, mit schmal bräunlich gesäum- 
tem Hinterrande; auf der Mitte eine sehr verloschene, der Zeich- 
nung des Cr. undatus entsprechende Zeichnung, an welcher 
nur die schwarze Mittellinie deutlich, die von deren vorderm 
Ende ausgehenden schrägen Arme sehr verwischt, und die an 
letztere sich anschliessenden Querlinien kaum noch bemerklich 
sind. Das Schildchen länglich-dreieckig, durch die ausgeschweil- 
ten Seiten hinterwärts stark verschmälert und kurz abgerundet, 
an der Basis das gewöhnliche Grübchen. Die mit einzelnen 
Punkten bestreute Oberfläche glänzend, die Farbe hellgelb mit 
dunklern Säumen. Die Deckschilde sehr regelrecht walzenfür- 
mig, vorn kaum breiter als das Halsschild, hinterwärts wenig 
verschmälert, vor der Spitze kurz zugerundet, die Schulterbeulen 
breit, durch einen schwachen Quereindruck an ihrer Innenseite 
und einen sehr flachen hinter ihnen liegenden wenig emporge- 
hoben; der Seitenlappen dagegen stark entwickelt. Auch die 
Punkistreifen sehr regelmässig, vorn derb, hinterwärls etwas fei- 
ner, vor der Spitze in die Zwischenpunktirung übergehend; die 
Zwischenräume kaum gewölbt, punktirt und querrunzlig, mit einer 
aus den Punkten hervorkommenden kurzen, weisslichen, beson- 
ders hinten deutlichen Behaarung besetzt. Pygidium und Hin- 
terleib weisslich-gelb, dicht punktirt, fein greishaarig; am Vor- 
derrande des letzten Bauchringes jederseits ein schwarzer Schräg- 
fleck; die Hinterbrust schwarz, dicht silberhaarig, und auch die 
Vorderbrust unter den Augen jederseits mit einem rundlichen 
schwarzen Flecke gezeichnet. Die Beine dünn, mit schlanken, 
gestreckten Fussgliedern, gelb; die breite Aussenfläche der Schen- 
kel mit einer verloschenen schwärzlichen Längslinie; der Stiel 


118 


des Krallengliedes besonders an den Hinterfüssen verlängert, mit 
bräunlichen an der Wurzel einen stumpfen Höcker zeigenden 
Häkchen. Die Hinterenden des Prosternums breit und stumpf. 
Das letzte Segment des einzigen vorliegenden @ mit einer breit 
eiförmigen, im Innern stark glänzenden Grube. 

Aus Vorder-Indien (von Moradabad, Dr. Bacon! im 
Mus. Deyrolle). | 


Dreizehnte Rotte. Fühler von mässiger Stärke; Farbe 
metallisch, mit dicht und oft runzlig punklirter Oberseite. Meist 
ziemlich grosse gedrungene Arten, welche sich von Europa her 
über die diesem Erdtheile zunächst liegenden asiatischen Land- 
striche ausbreiten. (Vergl. Linnaea VIlI. 109. Achte Roite.) 


75. Cr. violaceus Fab. Linn. VII. 110. n. 42. 

Aus Persien (Mus. Mannerh.). 

76. Cr. virens m. Linn. VIII. 110. n. 43. | 

Am Altai (Gebler! im Mus. Mannerh., als Cr. smarag- 
dinus mitgetheilt, unter welchem Namen der Käfer auch in Gebl. 
Käf, v. Südwest-Sibir. 381. n. 31. aufgeführt worden ist). 

77. Cr. duplicatus m. Linn. VII. 110. n. 44. 

In Armenien (Kolenati! im Mus. Yindob.). 

78. Cr. concolor m. Linn. VIII. 111. n. 45. 

In Armenien (Mus. Motschulsk.), Persien (Mus. Petro- 
pol.; Faldermann! im Mus. Deyrolle), auch in Kleinasien bei 
Brussa (Goede! im Mus. Vindob.). 

79. Cr. sericeus L. Linn. VII. 111. n. 46. 

Ueber den nördlichen und nordwestlichen Theil von Asien 
weit verbreitet, und zwar in mehreren Varietäten. Grüne Exem- 
plare habe ich verglichen aus Armenien (Mus. Motschulsk.; 
insbesondere vom Ararat: Wagner! im Mus. Berol.), der Kir- 
gisensteppe und Sibirien (Mus. Petrop.), der Mongolei (Mus. 
Mannerh.); purpurrothe aus Sibirien (Mus. Petrop.) und Klein- 
asien (bei Trapezunt: Mus. Loew.); ein tief schwarzgrünes, 
fast schwarzes aus Sibirien (Gebler! im Mus. Dohrn.). Nach 
Gebler ist der Käfer in Südwestsibirien häufig, und gedenkt 
dieser Schriftsteller (Käf. v. Südwest-Sibir. 380. n. 28.) auch 
der blauen Varietät. 

80. Cr. aureolus m. Linn. VII. 111. n. 47. 

Ein einzelnes (grünes) 2 von Jakutzk im Mus. Mannerh. 


119 


81. Cr. hypochoeridis L. Linn. VIN. 111. n. 48. 

In denselben Gegenden, wie Cr. sericeus, und nach einer 
Notiz bei Gebler (Ca. a. O.), der ihn als kleine Form jener Art 
aufführt, in Sibirien häufig. Verglichen habe ich ihn blau aus 
Sibirien (Menetries! im Mus. von Heyden), grün ebendaher 
(Mus. Motsch.), aus Daurien (Sedakoff! im Mus. Mannerh.), 
und aus Persien (Faldermann! im Mus. Mannerh.). 

8. Cr. rugulipennis m. Linn. VIII. 111. n. 49. 

In Georgien (Kolenati! im Museum Yindob.), und wahr- 
scheinlich auch über Kleinasien verbreitet, wo er bis jetzt nur 
übersehen oder mit den vorhergehenden Arten vermengt sein 
mag. — 


Vierzehnte Rotte. Fühler von mässiger Stärke; Farbe 
metallisch blau mit dicht punktirter, lang greishaariger Oberseite; 
die Deckschilde des 2 mit gelbrother Spitze. Meist ziemlich 
grosse, gedrungene Arten aus dem südlichen Theile von Mittel- 
europa, von wo aus eine sich nach Nord- und Nordwestasien 
ausdehnt. (Vergl. Linnaea VIII. 114. Neunte Rotle.) 


83. Cr. lobatus Fab. Linn. VII. 114. n. 53. 

In Westsibirien einzeln nach Gebler (ebendaher im Mus. 
Mannerh.); in Daurien (Mus. Mannerh. als Cr. hirtipennis 
Fald.), der Mongolei (ebendaselbst); in Baschkirengebiete 
(Mus. Motsch.); in Turkestan (von Buchara, Eversmann! im 
Mus. Berol.), Georgien (Tiflis, Kolenati! im Mus. Findob.), 
Persien (Faldermann! im Mus. Mannerh. als Cr. pilosus Fald.); 


auch noch in Kleinasien (bei Brussa, Mus. Vindob.). 

Der von Olivier (Ent. VI. 819. n. 59) beschriebene und zwischen Cr. 
sericeus und haemorrhoidalis gestellte, von keinem spätern Autor wieder an- 
gezogene Cr. unicolor ist nach allen von ihm angegebenen Merkmalen auf das 
I dieser Art zu bezieben, sobald man nur annimmt, dass der Autor die Schau- 
feln an den Hinterschienen übersehen bat. Auch die schr roh gerathene Ab- 
bildung (tab. VI. fig. 90) widerspricht bei gleicher Voraussetzung — die man 
sich bei dem Zeichner der Olivier’schen Figuren wohl erlauben darf — jener 


Deutung nicht. 


Funfzehnte Rotte. Fühler mässig lang, derb; Körper 
breit, flach gewölbt, schwarzgrün; Deckschilde unregelmässig 
punkistreifig, mit Längsreihen gelber hinterwärts gerichteter Här- 
chen besetzt. Eine einzelne, sehr eigenthümliche Art aus Ost- 
sibirien. 


120 


84. Cr. semiviridis Man. Schwarzgrün, Fühlerwurzeln, 
Unterkopf und Flügeldecken strohgelb; das Halsschild fein punk- 
tirt, die Punktstreifen unregelmässig mit punklirten Zwischenräumen, 

g' zwei Stirnflecke, und die Vorder- und Hinterecken des 
Halsschilds gelb; eine breite, hinterwärts verschmälerte und abe 
gekürzte Nahtbinde der Deckschilde grün; 

Q Stirn ungefleckt, die Seiten des Halsschilds und die Deck- 
schilde einfarbig gelb. 

L. 23 — 23.4, Brod2 dla: 

Eine schr ausgezeichnete, mir zwar nur in einem einzigen 
Pärchen vorliegende, aber mit keiner Europäischen oder Asiati- 
schen näher verwandie Art, deren Beschreibung indess nach dem 
Auffinden mehrerer Stücke noch in einem oder dem andern 
Punkte eine Veränderung erleiden dürfte. Sie. verbindet den 
schlanken Körper des Cr. nitens mit der Sculpiur und der me- 
tallischen Färbung des Cr. flavilabris und den behaarten Deck- 
schilden des Cr. lavicollis, unterscheidet sich aber von allen 
diesen Formen auffallend durch den flachen, sich hinterwärts bej 
beiden Geschlechtern verbreiternden Körper und das ungewöhn- 
lich kurze Halsschild, geringerer Abweichungen nicht zu geden- 
ken. Der Kopf flach niedergedrückt, mit kaum merklicher Stirn- 
rinne, fein punktirt, metallisch dunkelgrün; das Kopfschild mit 
den Wangen gelb, unten schmutzig bräunlich gerandet, bei dem 
d" jederseits am obern innern Augenrande ein länglichdreieckiger 
gelber Fleck, Die Fühler des Z von 3 der Körperlänge, des 2 
kürzer; das 2te Glied kurz birnförmig, die folgenden verkehrt 
kegelförmig, bis zum 5ten allmählig und schr merklich verlän- 
gert, die obern wenig zusammengedrückt und erweitert. Die 
untern bis zur Mitte des 5ten schmutzig gelb, die obern schwarz, 
Das Halsschild kurz, vorn mit halber Länge mässig übergebogen, 
aber seitlich zusammengedrückt und dadurch stark verschmälert, 
die Seiten fein gerandet, nach vorn hin merklich zusammenge- 
neigt, die spitzen Hinterecken durch einen seichten Schrägein- 
druck eiwas aufgequollen, der Hinterrand breit und seicht aus- 
seschweilt, fein gesägt, mit kurz abgestutztem Mittelzipfel. Die 
Oberfläche vor dem Schildchen jederseits breit und flach nieder- 
gedrückt, ziemlich dicht aber nicht tief punktirt, glänzend metal- 
lisch grün, bei dem vorliegenden 9 die Vorder- und Hinterecken, 
hei dem 2 die ganzen Seiten mit verwaschener Begränzung 


121 


breit schmutzig gelb mit einem vereinzelten grünlichen Querfleck 
an der Mitte des Seitenrandes. Das Schildchen fast viereckig 
mit etwas ausgeschweiften Seiten und fein ausgerandetem Hinter- 
ende, vorn stark niedergedrückt, glänzend schwarzgrün. Die 
Deckschilde breiter als das Halsschild, breit und flach gewölbt, 
seitlich und vor der Spitze kurz abfallend, jederseits des Schild- 
chens und dann wieder innerseits der Schulterbeulen tief quer 
eingedrückt, letztere selbst als längliche stumpfe Höcker hervor- 
tretend; die Seitenlappen kurz, wenig bemerkbar. Die Punkt- 
streifen ziemlich regelmässig, die obern längs der Naht besonders 
bei dem Z seicht furchenarlig eingedrückt, die Zwischenräume 
punktirt, die Punkte auf der vordern Hälfte und längs der Mitte 
der Flügeldecken bis zur Wölbung grob und ziemlich dicht, die 
Punktstreifen theilweise verdunkelnd; jeder der eingemengten 
Punkte mit einem hinterwärts gerichteten, greisgelben Härchen 
besetzt. Die Punktirung des 2 feiner und schwächer, daher die 
Oberfläche etwas glänzender. Die Farbe strohgelb, der Rand 
der Wurzel und des umgeschlagenen Seitenlappens schwarzgrün 
gesäumt, bei dem J‘ ausserdem ein gemeinsamer dreieckiger 
Nahtfleck metallisch grün, welcher vorn zwischen den Schulter- 
beulen die ganze Basis der Deckschilde einnimmt, und hinter- 
wärts sich mit verwaschener, ins Bräunliche fallender Begränzung 
verschmälernd vor der Wölbung abbricht. Das Pygidium dicht 
punktirt, nebst der feiner punktirten, dünn greishaarigen Unter- 
seite schwarzgrün; die Beine ebenfalls schwarzgrün, die Hüften 
und bei dem Z auch die Wurzeln der Vorderschenkel und die 
Innenseite der Vorderschienen trüb gelb, bei dem 2 die Spitze 
der letztern und die Fussglieder schmutzig bräunlich. Das letzte 
Segment des g* der Länge nach tief muldenförmig eingedrückt, 
vor welchem Eindrucke ein quer aufgerichtetes, nach oben 
herzförmig erweitertes und der Länge nach eingedrücktes Schräg- 
_blech hervortritt; das Q mit der gewöhnlichen, hier halbkreisför- 
migen, breiten Grube. 

In Ostsibirien (Sedakoff! im Mus. Mannerh., wo das 


als Cr. sellatus Man., das @ mit obiger Benennung bezeich- 
net ist). 


Sechszehnte Rotte. Fühler dünn; Körper walzlich, 
schmutzig lehmgelb, mit dicht siebartig punktirter Oberseite. 


122 


Hinterenden des Prosternums durch das Hervortreten eines da- 
zwischen liegenden Längswulstes verkümmert, Vorderschienen 
stark ausgeschweift und breit zusammengedrückt. Eine einzelne 
aus Europa nach Nordasien sich verbreitende Art. (Vergl. Lin- 
naca VIII. 116. Zehnte Roite.) 

85. Cr. pini L. Linn. VI. 117. n. 56. 


Am Irtisch selten nach Gebler, auch in Ostsibirien, von 
wo aus ich einige auf der Mitte des Halsschilds und dem vordern 
Theile der Deckschilde mehr oder weniger stark gebräunte, 
sonst aber nicht abweichende Stücke als Cr. cembrae Motsch. 
aus dem Mus. Petrop. zur Ansicht erhielt. 


Siebenzehnte Rotte. Fühler dünn; Körper gedrungen, 
heller oder dunkler gelb, zum Theil mit punkistreifigen und dann 
stets ungefleckten Deckschilden. Vorderschienen dünn, stark 
geschweift. Eine mittel- und südeuropäische, aber durch eine 
vereinzelte Art auch in Vorderindien vertretene Gruppe. (Vergl, 
Linnaea VI. 117. Eilfte Rotte.) 

86. Cr. hecticus Fab. Hell lehmgelb mit schwarz. ge- 
säumter Wurzel der Deckschilde; das Halsschild und die Zwischen- 
räume der fein und regelmässig punktstreifigen Deckschilde sehr 
fein punktirt, spiegelglänzend. L. 13”; Br. 3°. 

Cr. hecticus Fab. Syst. Eleuth. II. 56. n. 82. (In Fabricius’ Sammlung 
fehlt der Käfer, doch zweifle ich an der Richtigkeit der Bestimmung, 
unter der mir derselbe zur Ansicht zugegangen ist, nicht.) 

Die vorliegende Art ist zwar auch einzelnen Arten aus der 
Verwandtschaft des Cr. minutus sehr ähnlich, und würde unter 
diesen dem Cr. gracilis und politus zunächst gestellt werden 
können; aber die dünnen, etwas geschweilten Vorderschienen, 
die- wenn auch feine Punklirung auf den Zwischenräumen der 
Deckschilde, und die schr breite Hinterleibsgrube des 2 — in 
der Rotte des Cr. minutus hat dieselbe überwiegend eine läng- 
lig elliptische Gestalt — bringen sie in eine nähere Verwandi- 
schaft zu dem Cr. sulfureus Oliv., dessen Rötte in ihr ihren 
einzigen Vertreter in der Asiatischen Fauna besitzt, eben dadurch 
aber auch an die schon bei der sechsten Rotte bemerkte Wie- 
derkehr südeuropäischer Formen in Indien erinnert. Uebrigens 
scheint der Käfer zu den seltensten zu gehören, indem mir bis 
jetzt von ihm nur zwei Exemplare zu Gesichte gekommen sind. 


123 


Der Habitus des Käfers ist ein etwas eigenthümlicher, sofern 
bei einer im Grunde schlank walzenförmigen Gestalt der Körper, 
welcher an und zunächst hinter den Schultern am breitsten ist, 
sich nach beiden Enden hin, und zwar hinterwärts langsamer, 
nach vorn hin auffallender verschmälert, und sich dann beider- 
seits zurundet, wodurch der Umriss dem des etwa gleich grossen 
Cr. modestus Eversm. am ähnlichsten wird. Der ‚Kopf ist breit, 
flach, an den Fühlerwurzeln etwas vortretend, längs der Stirn 
seicht eingedrückt, und der untere Theil des Kopfschildes tief 
eingezogen. Die Oberfläche spiegelglatt, die Farbe, wie die des 
ganzen übrigen Körpers, hell lehmgelb, die langgestreckten 
schwarzen Augen breit aber nicht tief ausgebuchtet. Die Fühler 
von mässiger Stärke, das 2te Glied knotig, das 3te doppelt- und 
die beiden folgenden dreifach länger, die obern kaum noch ver- 
grössert, deutlich verbreitert und zusammengedrückt. Das Hals- 
schild kurz, vorn mit halber Länge übergewöibt, und durch die 
eingezogenen Vorderecken verschmälert, hinten wieder etwas 
eingegenkt, die Seiten fein gerandet, nach vorn in schrägen, 
wenig gekrümmten Bogen convergirend; die Hinterecken breit, 
kurz zugespitzt, der Hinterrand jederseits etwas wellig ausge- 
schweift, mit kurzem und breitem, undeutlich doppelt ausgeran- 
detem Mittelzipfel. Die Oberfläche spiegelglänzend, sehr fein aber 
deutlich und ziemlich dicht punktirt. Das Schildchen viereckig, 
hinterwärts etwas verschmälert und eckig abgestulzt, stark an- 
steigend, gleichfalls glatt und glänzend, an der Wurzel ein kaum 
sichtbares Grübchen. Die Deckschilde aus dem Walzlichen sich 
hinterwärts wenig und von der Mitte ab im Bogen verschmälernd, 
dann allmählig zugerundet, hinten sehr schräg abfallend, vorn 
um das Schildchenende erhöht und jederseits des letztern stark 
eingedrückt, auch die rundlichen derben Schulterbeulen durch 
. einen breiten und flachen Eindruck an deren Innenseiten gehoben ; 
zwischen beiden Eindrücken der Vorderrand der Wurzel etwas 
vortretend, und die Seitenlappen lang herabgezogen. Die Punkt- 
streifen sehr regelmässig, fein, und die mittleren von der Mitte 
ab fast erloschen; die Zwischenräume breit, flach, fein und zer- 
streut aber deutlich punklirt, spiegelglatt. Die Farbe hell lehm- 
gelb, die Schulterbeulen ins Verloschen-bräunliche fallend, die 
Wurzel zart schwarz gesäumt. Pygidium und Unterseite fein 
punktirt, dünn greishaarig, lehmgelb mit schwach bräunlich-gel- 


124 


bem Anfluge der Bauchringe; die Beine dünn, licht gelb, mit 
sehr dünnen, etwas geschweiften Vorderschienen, Die Hinter- 
enden des Prosternums kurz, aber spitz, der Vorderrand ein 
wenig bogenförmig vorgezogen. Das letzte Segment des 2 mit 
einer grossen, breiten, am Rande lang greis gewimperten Grube. 


In Vorderindien (von Pondichery ; Mus. Franc. Bucquet.). 


Achtzehnte Rotte. Fühler dünn; Käfer schwarz oder 
metallisch, zum Theil mit gelben Kopfzeichnungen, Halsschilds- 
rändern und Beinen; Halsschild glatt oder fein punktirt; Deck- 
schilde verworren punktirt oder unregelmässig punkistreifig, häufig 
mit rothen oder gelben Rand- und Spitzenflecken. Walzenförmige, 
sehr regelmässig und wohl proportionirte Arten, hauptsächlich in 
Süd- und Mitteleuropa einheimisch, und sich von hier aus theil- 
weise über Westasien verbreitend: ausserdem ist Sibirien von 
einer Reihe eigenthümlicher hierher gehörender Arten bewohnt. 
(Vergl. Linn. VII. 117. Zwölfte Rotte.) | 

87. Cr. nitens L. Linn. VII. 117. n. 63, 

Von Jakutzk im östlichen Sibirien (Mus. Mannerh.). In 
Westsibirien scheint er zu fehlen, da Gebler seiner nicht 
gedenkt. 

88. Cr. nitidulus Gyl. Linn. VII. 118. n. 64. 

Bei Barnaul in Westsibirien einzeln nach Gebler; in Ost- 
sibirien bei Jakutzk (Mus. Mannerh.). 

89. Cr. Kulibini Gebl. Oben glänzend goldgrün, unten 
schwarzgrün; Fühlerwurzeln, Unterkopf, Vorder- und Seitenrand 
des Halsschilds, und der Rand der Flügeldecken längs des Sei- 
tenlappens mit Vorder- und Mittelbeinen gelb; das Halsschild 
sehr fein, die Flügeldecken grob punktirt. 

g‘ zwei Stirnflecke und das ganze Kopfschild gelb. 

2 Stirn ungefleckt, am Kopfschilde nur Unterrand und Sei- 
ten gelb. 

L. 13 —13°; Br. 3—1. 

Cr. Kulibini Gebler in d. Nouv. M&m. de Mosc. II, (1832) p. TI. 

n. 2. 

Dem vorhergehenden ungemein ähnlich, aber merklich klei- 
ner, die Punktirung des Halsschildes deutlicher, und ausser dem 
Vorder- und Seitenrande des Halsschilds auch noch die vordere 
Hälfte vom Seitenrande der Flügeldecken wie bei Cr. flavipes 


125 


gelb. Der Kopf dicht und deutlich punktirt, mit eingeschnittener 
Stirnrinne, auch das Kopfschild oberwärts deutlich abgesetzt. 
Die Farbe goldgrün; bei dem Z Kopfschild und Mundtheile so- 
wie ein grosser schlecht begränzter Fleck jederseits am obern 
innern Augenrande, ein schmalerer Fleck längs der Augenbucht, 
und die Wangen bis zur Fühlerwurzel hinauf weisslich-gelb; bei 
dem 2 die Stirn einfarbig goldgrün, und diese Färbung tritt mit 
einem viereckigen Zipfel auch von oben her in das Kopfschild 
hinein, sodass nur dessen Seiten- und Unterrand gelb bleiben. 
Die Fühler des g' fast von Körperlänge, des 2 kürzer, dünn 
und schlank; das 2te Glied knotig, die folgenden bis zum 6ten 
allmählig verlängert, und das Endglied durch seinen schmal 
kegelförmigen Fortsatz noch mehr vergrössert, die obern kaum 
erweitert. Die Farbe schwarz, die untern Glieder bis zum 5ten 
gelblich. Das Halsschild kurz, vorn mit der grössten Hälfte stark 
übergewölbt, seitlich breit gerandet, die Hinterecken scharf, der 
Hinterrand jederseits tief ausgeschweift, mit breitem, deutlich 
ausgerandetem Mittelzipfel; vor letzierm die Oberfläche jederseits 
breit niedergedrückt. Die Punktirung fein und ziemlich zerstreut 
aber deutlich, mit spiegelglänzendem Zwischengrunde; die Farbe 
goldgrün mit schwachem Messingschimmer, der abgesetzte Sei- 
tenrand licht weissgelb, der schmale Vordersaum verloschen hoch- 
gelb, und der schmale Hintersaum eben so verloschen geschwärzt. 
Das Schildehen dreieckig, hinten abgestumpft und erhöht, gleich- 
falls glänzend goldgrün. Die Deckschilde flach walzlich, die 
Wurzel jederseits vom Schildchen breit quer niedergedrückt, die 
Schulterbeulen länglich-höckerig, durch einen starken Längsein- 
druck an ihren Innenseiten und einen schwächern über dem Seiten- 
lappen emporgehoben, auch das Vorderende der Naht am Schild- 
chen buckelig erhöht. Der Seitenlappen mässig stark, die Spitzen 
einzeln fast abgestuizt. Die Punktirung grob und dicht, stellen- 
weise, besonders hinterwärts zu |unordentlichen Längslinien an 
einander gereiht, wodurch nach Wurzel und Spitze hin Spuren 
verloschener Längsfurchen entstehen. Die Farbe goldgrün, wie 
bei der vorigen Art, der Kiel des Seitenlappens und der letztere 
selbstbis auf einen schwarz verbleibenden Saum licht weissgelb. 
Das Pygidium fein- aber dicht punktirt, nebst der ganzen, ebenfalls 
fein und dicht punktirten Unterseite dunkel metallisch grün; Vor- 
der- und Mittelbeine gelb mit geschwärzten Aussenkanten der 


126 


Schenkelspitzen, an den Mittelbeinen auch der Schienen; die 
Hinterbeine schwarzgrün mit: schmutzig gelblichen Schenkel- 
wurzeln, die ziemlich langen Fussglieder aller Beine heller 
oder dunkler bräunlich-gelb. Das leizie Segment des & 
seicht quer niedergedrückt, des @ mit der gewöhnlichen rund- 
lichen Grube. 

Aus Daurien (Mus. Mannerh.) und der Mongolei (Mus. 
Petrop.). 

90. Cr. macrodaciylus Gebl. Dunkel goldgrün, zwei 
Stirnflecke und die Fühlerwurzeln nebst Schienen und Füssen 
gelb; das Halsschild sehr fein-, die Flügeldecken grobrunzlig 
punktirt. 

d‘ Deckschilde einfarbig. 

Q der Aussenrand derselben und die ganzen Beine gelb. 

L. 22— 3‘; Br. 12 — 14°. 

Cr. macrodactylus Gebl. in Ledebour Reise etc. II. p. 206. n. 21! (das S'). 

Käf, Südwest-Sibir, p- 374. n, 17! 

Von Gebler a. a. OÖ. wird diese Art mit Cr. lobatus ver- 
glichen; ich finde aber ausser dem Auftreten gelber Färbung auf 
den Deckschilden des 2 gar keine Aehnlichkeit zwischen beiden 
Arten, während der Käfer, nach seinem ganzen Habitus unzwei- 
felhaft der gegenwärtigen Gruppe angehört, und sich durch die 
Färbung im Allgemeinen den nächstvorhergehenden Arten, durch 
die Geschlechtsverschiedenheit in der Farbe der Beine zugleich 
an den Cr. nitens anschliesst, und durch den abnormen Bau 
der Fussglieder bei dem 9° zugleich an den nordamerikanischen 
Cr. congestus Fab. erinnert. Ausserdem aber zeichnet sich 
der Käfer noch durch seinen gestreckten, schmal walzenförmigen 
Bau vor seinen Verwandten aus. 

Der Kopf flach, mit mehr oder weniger deutlich eingedrück- 
ter Stirnrinne, dicht runzlig punktirt, metallisch grün, jederseits 
am obern innern Augenrande eine bei dem 2 abgekürzte gelbe 
Längslinie, die Mundtheile schmutzig gelbbraun. Die Fühler des 
g‘ von mehr als Körperlänge, ziemlich derb, das lange Wurzel- 
glied etwas aufgeblasen, das 2te kurz birnförmig, das 3te doppelt 
länger, an der Spitze aufgequollen und dadurch anscheinend ei- 
was gekrümmt; die drei folgenden allmählig noch mehr verlän- 
gert, und von ihnen das 4te an seiner Spitze gleichfalls etwas 


127 


verdickt, die beiden andern nebst dem obern, an Länge dem 
6ten gleichenden deutlich zusammengedrückt und verbreitert, das 
Endglied fast gleich breit mit kegelförmigem Fortsatze. Die Füh- 
ler des 2 kürzer und schlanker. Die Farbe schwarz, die untern 
Glieder bis zur Milte des 5ten schmutzig gelb, das Wurzelglied 
oder auch noch einige der folgenden mit dunkler überfiogener 
Oberseite. Das Halsschild kurz, vorn mit der Hälfte kugelig 
übergekrümmt, mit gebogenem, stark abgesetztem Seilenrande, 
Vorder- und Hinlerecken wieder vorgezogen, fast rechtwinklig; 
der Hinterrand jederseits mässig ausgeschweift, der Miltelzipfel 
kaum ausgerandet, wenig vortretend. Die Oberfläche fein punk- 
lirt, bei dem 2 fast spiegelglatt, dunkel goldgrün. Das Schild- 
chen hinten breit abgestutzt mit abgerundeten Ecken, vorn quer 
niedergedrückt, glänzend grün. Die Deckschilde 23 mal länger 
als das Halsschild, gestreckt walzenförmig, hinten eiwas erwei- 
tert, längs der Wurzel tief niedergedrückt und innerseils der 
Schulterbeulen nochmals breit eingedrückt, letztere als längliche 
Höcker emporgehoben, und hinter dem Schildchen ein dessen 
Spitze nebst dem anschliessenden Nahtende buckelig empordrük- 
kender Eindruck. Die Seitenlappen breit, die Spitzen einzeln 
breit zugerundet, fast abgestutzt. Die Punklirung dicht gedrängt, 
derb, mehr oder weniger deutlich zu Runzeln verfliessend, stel- 
lenweise in undeulliche Furchen eingedrückt, der Zwischengrund 
bei dem 2 slärker glänzend. Die Farbe heller oder dunkler 
goldgrün, oder bei einer sellenern Abänderung 

ß. bunt kupferfarbig, besonders hinterwäris stark ins Bläu- 
liche fallend; ohne Zweifel wird es jedoch auch an ganz purpur- 
violetten und blauen Stücken nicht fehlen. Bei dem 2 ist der 
Seitenrand der Deckschilde, längs der Spitze sich bis zum Naht- 
winkel erweiternd, hell lehmgelb. Die Unterseite dicht punktirt 
und behaart, schwarzgrün; die Beine des 2 einfarbig gelb, bei 
dem g* die Schenkel dunkelgrün, auch die Aussenseile der Hin- 
terschienen schwärzlich überlaufen und deren Innenseite schmuz- 
zig gelbbraun. Das letzte Segment des 9° breit quer niederge- 
drückt, des Q@ mit der gewöhnlichen Grube. Die Haupiverschie- 
denheit beider Geschlechter aber zeigt sich in dem Bau der Beine; 
dieselben sind nur bei den 2 normal gebildet, bei dem J* aber 
nicht allein merklich länger, besonders die vordern, sondern auch 
die Schienen stark nach innen gekrümmt, und an den Vorder- 


128 


füssen die Fussglieder auffallend in die Breite erweitert, wie 
etwas Achnliches bei Cr. Loreyi, bei dem nordamerikanischen 
Cr. congestus, und bei mehreren Clythra-Arten aus der Rotte 
der Cl. paradoxa Oliv. gefunden wird. 

Am Nor-Saisan und im Altai nach Gebler (Gebler! im 
Mus. Mannerh. und im Mus. Petrop.); auch in der Dschun- 
garei (Mus. Mannerh.). 

91. Cr. coerulescens Man. Blau, Unterkopf und Füh- 
lerwurzeln mit Hüften, Schenkelwurzeln und Innenseite der Vor- 
derschienen gelb, der Seitenrand des Halsschildes weissgelb; letz- 
teres sehr fein-, die Deckschilde etwas gröber punktirt. 

d mit einem verloschenen gelblichen Mittellleck zwischen 
den Fühlerwurzeln. 

© Mittelkopf einfarbig. 

L. 13 — 22%; Br. 1—13%, 

Cr. Beraten Mannerh. ap. Sufr. Linn. II. 170. Note. 

Von dem Habitus des Cr. marginellus Dllig. Oliv., aber 
grösser, besonders das 2 plumper, gewöhnlich das 2 des Cr. 
nitens L. noch übertreffend, und ausserdem noch durch den 
Mangel aller Zeichnung der Deckschilde von der genannten Art 
verschieden. Der Kopf flach, dicht runzlig punktirt, daher wenig 
glänzend, die Stirnrinne kurz; die Farbe dunkel metallisch blau, 
der ganze Unterkopf bis zur Spitze des Kopfschildes röthlich- 
gelb, und über dem letztern bei dem S noch ein rundlicher, 
zwischen den Fühlerwurzeln liegender, verwaschen begränzter 
röthlicher Fleck, von dem auch bei einem der mir vorliegenden 
Q eine schwache Andeutung vorhanden ist, während bei andern 
sich die dunklere Färbung des Oberkopfes zipfellörmig in die 
Mitte des Kopfschildes hineinzieht. Die Fühler von mässiger 
Länge, das 2te Glied kurz und knotig, das Ste und noch mehr 
die beiden folgenden allmählig verlängert, die obern wenig er- 
weitert und zusammengedrückt; die Farbe schwarz, nur die 4 
untern schmutzig röthlich-gelb, mit geschwärzter Oberseite des 
Wurzelgliedes. Das Halsschild kurz, mit der grössern Hälfte 
vorn stark übergewölbt, auch seitlich tief herabgezogen, mit ab- 
gesetztem Seitenrande und etwas aufgebogenen, kurzen Hinter- 
ecken, der Hinterrand vor den Schultern jederseits tief ausge- 
schweift, der Mittelzipfel kaum ausgerandet. Die Oberfläche vor 
dem Schildchen jederseits breit niedergedrückt, mit vereinzelten 


129 


elwas in die Länge gezogenen Punkten bestreut, der Zwischen- 
grund spiegelnd. Die Farbe dunkel metallisch blau, der aufgebo- 
gene Seilenrand weissgelb. Das Schildchen fast viereckig, hin- 
terwärts wenig verschmälert, mit abgerundeten Hinterecken ab- 
geslutzt, vorn tief quer niedergedrückt, dunkelblau. Die Deck- 
schilde breit und flach walzenförmig, der Rücken hinterwärts 
noch flacher niedergedrückt, die Wurzel jederseits vom Schild- 
chen und dann wieder jederseils der Schulterbeulen tief einge- 
drückt, sodass der hintere Theil des Schildchens und seine Um- 
gebung als stärkerer, die Mitte jeder Flügeldeckenwurzel als ein 
schwächerer und breiterer Höcker hervortritt; hinter dem Schild- 
chen noch ein die Naht durchsetzender breiter und flacher Quer- 
eindruck. Die Seitenlappen wenig bemerkbar, die Spitzen ein- 
zeln breit und stumpf zugerundet, die Wölbung nur sehr schräg 
abfallend. Die Punktirung grob, bei dem &* deutlicher, dem 2 
mehr zu Runzeln verfliessend, und bei letzterm von der Mitte 
ab feiner, auf der Wölbung fast abgeschliffen; die Zwischenräume 
stellenweise als stumpfe Rippen hervortretend, deren besonders 
eine in der verlängerten Richtung der Schulterbeule fast bis zur 
Spitze deutlich zu erkennen ist. Die Farbe dunkel metallisch 
blau, der umgeschlagene Rand des Seitenlappens schwärzlich. 
Die Unterseite dicht und fein punklirt, dünn greishaarig, schwarz- 
blau; auch die Schenkel schwarzblau, Hüften und Schenkelwur- 
zeln schmutzig gelb, welche Färbung sich an den Vorderschen- 
keln zuweilen so weit ausbreitet, dass von der Grundfarbe nur 
ein länglicher Wisch auf der Aussenfläche zurückbleibt. Die 
Vorderschienen schmutzig gelb mit schwärzlichen Aussenkan- 
ten, die Mittelschienen schwärzlich-braun, die hintern schwarz. 
Die Fussglieder vorn pechbräunlich, hinten fast schwarz. Das 
letzte Segment des g breit flach niedergedrückt, des Q mit der 
gewöhnlichen, hier sehr grossen und tiefen Grube. 

Aus Daurien (Sedakoff! im Mus. Mannerh.) und der 
Mongolei (Mus. Mannerh.). 

Gr. Mannerheim halle diese Art früher richtig als neu er- 
kannt, und sie als Cr. coerulescens sibi, auch an Hrn. Reiche, 
mitgelheilt, aber in Folge einer von Letzterem erhaltenen unrich- 
tigen Bestimmung jenen Namen aufgegeben, und den Käfer für 
Cr. elongatus Ziegl. Grm., den im Ural vorkommenden echlen 
Cr. elongatus Grm. aber für eine neue Art gehalten. (Vergl. 


IX. 9 


130 


Linn. VII. 109. n. 41.) Ich habe daher, nachdem sich mir durch 
Vergleich der in Gr. Mannerheim’s Sammlung enthaltenen Ar- 
ten die Sache aufgeklärt, kein Bedenken getragen, der vorlie- 
genden Art den ihr früher von dem Gr. Mannerheim gegebe- 
nen ganz passenden Namen zurückzugeben. 

92. Cr. flavoguttatus Oliv. Linn. VIIT. 120. n. 68. 

In Sibirien (Mus. Petrop.) und dem Altai (Gebler), und 
nach Letzterem dort nur selten. 

93. Cr. bivulneratus Fald. Dunkelblau, Unterkopf mit 
2 Stirnflecken, Fühlerwurzeln, Schulterblälter, Vorder- und Sei- 
tenrand des Halsschilds, Spitze der Flügeldecken und Vorderbeine 
röthlich- gelb; das Halsschild mässig-, die Deckschilde gröber 
punklirt. 

g‘ Pygidium und letzter Bauchring schwarz. 

® Dieselben rölhlich gesäumt. 

L. 13 — 23°; Br. 1— 12. 

Cr. bivulneratus Fuld. (Col. ab ill. Bungio miss. Ill.) Mm. pr. ä V’acad, 

d. sc. de Petersb. II. (1835) 445. n. 88. — Suffr. Linn. Il. 182. Note. 

Eine sehr eigenthünliche, dem vorhergehenden und noch 
mehr dem spanischen Cr. tetraspilus m. nahe stehende Art, von 
beiden aber neben der mehr um sich greifenden lichten Färbung 
des Halsschilds und dem Mangel des Schulterflecks auf den Deck- 
schilden hauptsächlich durch die abnorme Beschaffenheit der Ge- 
schlechtsmerkmale verschieden. Der Kopf flach, die Stirn sehr 
seicht quer niedergedrückt, breit, äusserst fein und dicht punk- 
tirt, die Punkle nur auf dem Kopfschilde eiwas gröber und mehr 
vereinzelt, der Glanz mässig. Die Farbe blau, zuweilen ins 
Grünliche fallend, 2 Stirnflecke, das Kopfschild und dessen etwas 
ins Weissgelbe fallende Seitenfelder nebst den Mundtheilen hell 
rosigelb, die Mitte der Oberlippe mit einem schwärzlichen Quer- 
wisch. Bei den grössern, besonders breitern 2 sind die Stirn- 
flecke kleiner, besonders schmaler, und die Mundtheile nebst der 
Spitze des Kopfschildes, zuweilen die ganze Mitte des letztern, 
fallen mehr ins Bräunliche. Die Fühler des $ von mehr als 
halber Körperlänge, des 2 etwas kürzer, ziemlich schlank und 
dünn; das 2te Glied kurz birnförmig, das 3te etwa doppelt län- 
ger, und die beiden folgenden noch etwas vergrössert, sämmt- 
lich hell röthlich-gelb; die sechs obern etwas zusammengedrückt 
und erweitert, schwarz, mit breit kegelförmigem Fortsatze des 


151 


Endgliedes. Das Halsschild kurz, nur mit dem vordern Drittel 
etwas übergebogen und daselbst durch die zusammengedrückten 
Seiten etwas verschmälert, der Seitenrand fein aufgeworfen, fast 
grade; Vorder- und Hinterecken fast rechtwinklig, letztere durch 
einen breiten und seichten Eindruck wieder etwas emporgehoben. 
Der Hinterrand wenig ausgeschweift, der Mittelzipfel kurz, schwach 
ausgerandel. Die Oberlläche dicht und gleichmässig mit eiwas 
in die Länge gezogenen Punkten besireut, dazwischen glänzend; 
die Farbe metallisch blau, manchmal mit messinggrünlichem Schim- 
mer, Vorder- und Seilenrand schmaler oder breiter hell gelbroth 
gesäumt. Seltener erweitert sich dieser Seilensaum so weit, dass 
er den vierten Theil der Halsschildsbreite einnimmt, auch kom- 
men wohl vor dem Schildchen ähnliche rölhliche Wische zum 
Vorschein, und dadurch bildet sich zuletzt eine Zeichnung, wie 
bei manchen Stücken des Cr. Moraei, nur elwas verwaschener, 
sodass von der ganzen Grundfarbe nichts als ein dunkler, mit 
zwei schlecht begränzien Armen auf dem Hinlerrande ruhender 
Bogen übrig bleibt. Solche mit der gewöhnlichen Form durch 
zahlreiche Uebergänge verbundene Slücke erhielt ich aus dem 
Petersburger Museum als Cr. clythroides Motsch. zur Ansicht. 
Das Schildchen dreieckig, hinten erhoben und abgerundet, vorn 
nach jeder Seite hin etwas niedergedrückt, glänzend metallisch 
blau oder grünlich. Die Deckschilde walzlich, bei den 2 hinten 
etwas erweitert, längs der ganzen Wurzel quer niedergedrückt, 
und innerseits der Schulterbeulen nochmals der Länge nach stark 
eingedrückt, daher letztere selbst als längliche Höcker merklich 
hervortretend, auch die Umgebung des Schildehens durch einen 
Quereindruck über die Naht hin etwas gehoben; die Seitenlappen 
stark, und die Spitzen einzeln stumpf zugerundet. Die Punkti- 
rung ziemlich derb, bei den S zum Theil in undeutliche Längs- 
furchen eingedrückt, die Zwischenräume fein gerunzelt und mäs- 
sig glänzend; die Farbe dunkel metallisch blau, die nicht punk- 
irten, glänzendern Schulterbeulen manchmal ins Messinggrünliche 
spielend, die Spitze der Flügeldecken breiter oder schmaler hell 
‚gelbroih gesäuml; zuweilen auch noch der umgeschlagene Rand 
des Seitenlappens trüb braungelb. Das Pygidium kaum punktirt, 
glänzend, metallisch schwarzgrün, bei den 2 unten breit rosi- 
gelb. Die Unterseite dicht und fein punktirt, dünn greishaarig, 
schwarzblau, die Schulterblätter weisslich- oder röthlich - gelb, 


132 


meist auch die Hinterecken der Parapleuren und bei den @ noch 
der Hintersaum des letzten Bauchringes röthlich-gelb. Die Vor- 
derbeine nebst der Innenseite der Mittelschenkel und Schienen, 
auch Wurzel und Spitze der Hinterschenkel, seltener deren ganze 
Innenseite nebst den Schienenspitzen röthlich- gelb, der übrige 
Theil der Beine metallisch grün. 

Den Geschlechtsmerkmalen nach gehört die vorliegende Art 
zu den auffallendsten der ganzen Gruppe. Bei dem d. ist das 
Pygidium weit herabgezogen, gewölbt, und an dem unten wie- 
der eingebogenen, elwas aufgeworfenen Rande quer abgestutzi; 
der fast den ganzen Hinterleib einnehmende letzte Bauchring 
halbkugelig eingedrückt, der Eindruck scharf gerandet, innen 
fein punktirt und glänzend, hinten durch seinen kappenförmig 
eiwas übergezogenen Hinlerrand geschlossen, in der Mille seines 
Vorderrandes einen seitlich zusammengedrücklen, mit der schar- 
fen Spitze nach hinten gekrümmten, weit vorspringenden Zahn 
iragend, welcher fast zwischen die Hinterhüften gestellt ist, und 
daher von den übrigen, stark zusammengeschobenen Bauchringen 
kaum eine Spur erkennen lässt. Bei dem Q dagegen ist das 
Pygidium durch eine breite und tiefe Längsfurche getheilt, deren 
Saum vor dem untern Rande jederseits zu einer halbkugeligen, 
stark hervorspringenden Beule anschwillt, zwischen denen und 
dem Unterrande jene Längsfurche zuletzt selbst verschwindet. Es 
unterliegt kaum einem Zweifel, dass bei der Copula diese Höcker 
in die Bauchhöhle des g* hineintreten, und durch den in die 
Längsfurche eingreifenden Zahn des letztern darin festgehalten 
werden. Ausserdem zeigt der Hinterleib des 2 noch die ge- 
wöhnliche halbkugelige Grube, und, wie schon bemerkt, sowohl 
am Hinterrande des letztern als des Pygidiums einen auf letzterm 
bis zum untern Theile der beiden Beulen vortretenden gelben 
Saum, welcher dem J* fehlt, und bei dem 2 nur in äusserst 
seltenen Fällen ganz vermisst wird. 

In Daurien (Sedakoff! und Menetries! im Mus. Man- 
nerh.; insbesondere bei Irkutzk: Runge bei Faldermann; Mus. 
Petrop. und Moitsch.), und in der Mongolei (Popoff! im Mus. 
Mannerh.). 

94. Cr. bidentulus m. Dunkelblau, Fühlerwurzeln, Vor- 
der- und Seitenrand des Halsschilds, auch die Spitze der Flügel- 
decken mit den Schenkelwurzeln und der Innenseite der Vorder- 


133 


schienen rothgelb; das Halsschild mässig-, die Deckschilde grö- 
ber punktirt. L. 13‘; Br. 1. 

Dem vorhergehenden täuschend ähnlich, und deshalb mit ihm 
wahrscheinlich von den russischen Sammlern vermengt, aber, wenn 
mir auch nur ein einzelnes Stück vorliegt, doch unbezweifelt eine 
gute Art. Grösse, Gestalt, Färbung und Farbenvertheilung im 
Wesentlichen ganz wie bei dem vorhergehenden; die Abwei- 
chungen aber bestehen in Folgendem. Bei ein wenig schlanke- 
rem Körperbau ist die Stirn einfarbig blau und ohne Stirnflecke; 
eben so das Kopfschild blau, ins Bräunliche fallend; die Mund- 
theile pechbraun. Die Punktirung des Halsschilds eben so derb, 
aber nicht ganz so dicht gedrängt, daher die Fläche etwas glän- 
zender; die Farbe der Mittelfläche nicht ins Messinggrünliche, son- 
dern ins Schwarzblaue fallend, ein schmaler Vorder- und ein 
breiter Seitenrand dunkel rothgelb, sodass zugleich die Färbung 
des Mittelfeldes mehr die Gestalt eines länglich-runden Flecks, 
wie bei Clythra bucephala, erhält. Der Hinterrand des Hals- 
schilds etwas weniger ausgeschweilt, der die Spitze der Flügel- 
decken einnehmende Querfleck kleiner und dunkler; die Unter- 
seite schwächer punktirt, daher glänzender, einfarbig schwarzblau, 
auch die Beine schwarzblau, und nur die Schenkelwurzeln mit 
der Innenseite der Schenkel und der Vorderschienen trüb roth- 
gelb. 

Sehr abweichend sind die Geschlechtsmerkmale der d. Das 
kaum punktirte, glänzende Pygidium ist breit abgerundet, nicht 
abgestuizt; der sehr breite letzte Bauchring der Länge nach tief 
muldenförmig eingedrückt, die Mulde fast halbeylindrisch, nach 
vorn elwas verschmälert, seitlich scharf gerandet, und dieser Rand 
nahe am Vorderende jederseils in einen scharfen und spitzen, 
kurz hinterwärts gerichteten Zahn auslaufend. Vor diesen Zäh- 
nen bis zum Vorderrande des Ringes ist die Mulde stärker ver- 
schmälert und dann kurz zugerundet, das Innere derselben isi 
kaum punklirt, stark glänzend. 

Aus der Umgebung des Baikalsees, ein einzelnes 9, von 
Sedakoff! stammend, und mir von Siemaschko ohne Namen 
mitgetheill. Das 2 bis jetzt unbekannt. 

95. Cr. 4guttatus Koy. Linn. VII. 123. n. 71. 

In Westsibirien einzeln bei Barnaul und Salair. (Gebler! 
im Mus. Petrop. Berol. Mannerh.) 


134 


96. Cr. Moraei L. Linn. VIH. 123. n. 73. | 

Scheint, da ihn Gebler nicht aufführt, in Westsibirien zu 
fehlen; dagegen findet sich im Mus. Mannerh. ein Exemplar von 
Jakutzk. Ausserdem kommt er südwärts vom Caucasus vor in 
Armenien (Kolenati! im Mus. Vindob.) und auf dem Talysch 
an der Persischen Gränze (Mus. Petrop.). 

97. Cr. hamatus Man. Schwarz, Fühler, Schienen und 
Fussglieder rostgelb, Kopf, Pygidium und Schenkel weissbunt, der 
unterbrochene Vorder- und Seitenrand nebst zwei Hinterflecken 
des Halsschilds, und fünf Flecke der Flügeldecken (2, 2, 1) weiss; 
das Halsschild fein und zerstreut punktirt, die Deckschilde un- 
ordentlich punktstreiig. L. 2—23; Br. 1134, 

Die vorliegende sehr zierliche Art erinneri in der Zeich- 
nung und Farbenverlheilung allerdings an manche Arten aus der 
Gruppe des Cr. 6pustulatus Rossi, gehört aber ihrem ganzen 
Habitus nach unverkennbar hierher, und zeigt namentlich in Scuip- 
tur und Färbung eine sehr grosse Aehnlichkeit mit Cr. flavipes, 
während sie durch das Ueberwiegen der gelblichen Färbung auf 
Halsschild und Deckschilden manchen östlichen Varieläten des Cr. 
Moraei sehr nahe kommt, und daher die beiden genannten Ar- 
ten füglich mit einander verbindet. Der Kopf des schlank walzen- 
förmigen, nur bei dem 2 hinterwärts etwas verbreiterten Käfers 
ist sehr fein punktirt, glänzend schwarz, die Stirn flach einge- 
drückt, über den Fühlern ein paar leichte Querhöcker. Jeder- 
seits am obern innern Augenrande ein kurzer dreieckiger weiss- 
gelber Fleck, auf der Mitte des Kopfschilds ein bei dem 2 ge- 
wöhnlich geiheilter Querfleck, und eben so die Seitenfelder des 
ersiern weisslich; die Mundiheile selbst schwarz. Die Fühler des 
d‘ von etwas über halber Körperlänge, des @ kürzer; das 2ie 
Glied kurz birnförmig, das 3te doppelt länger, verkehrt kegel- 
förmig, und die beiden folgenden noch ein wenig verlängert, die 
obern nur schwach erweitert und zusammengedrückt, mil kurz 
dreieckigem Fortsatze des Endgliedes. Die Farbe gelb, mit schwach 
röthlichem Anfluge. Das Halsschild stark kugelig gewölbt, vorn 
und dann wieder nach dem Hinterrande zu abwärts gesenkt, zu- 
gleich durch die sehr lief eingezogenen Vorderecken verschmä- 
lert, die Seiten fein gerandet, hinter der Mitte deullich ausge- 
schweift, über derselben etwas zusammengedrückt, die Hinter- 
ecken breit, fast rechtwinklig, der Hinterrand jederseits weit 


135 


ausgeschweilt, deutlich gesägt, mit wenig vortretendem Mittel- 
zipfel. Die Oberfläche vor dem Schildchen seicht quer nieder- 
gedrückt, ziemlich fein und sehr zerstreut punktirt, mit spiegel- 
glänzendem Grunde. Die Farbe schwarz, ein breiter, in der Mitte 
schmal unterbrochener Seitenrand und ein schmaler, jederseils 
abgekürzter Vorderrand, letzterer bei dem 2 auch wohl noch 
unterbrochen, weissgelb, am Saume schwach ins Brandig-röthliche 
fallend: eben so noch zwei, bei dem 2 schmalere eiförmige 
Schrägflecke vor dem Schildchen weiss. Das Schildchen drei- 
eckig, hinten abgestutzt, vorn quer niedergedrückt, sehr fein 
punktirt, glänzend schwarz, an der Basis mit einem schwachen 
Grübehen. Die Deckschilde schlank walzlich, bei dem © hinter- 
wärts schwach erweitert, jederseits des Schildchens aufgeworfen, 
längs der Basis quer niedergedrückt und innerseits der länglich- 
höckerigen Schulterbeulen nochmals stärker eingedrückt, die Sei- 
tenlappen lang, die Spitzen einzeln breit abgerundet. Die Ober- 
fläche punkisireifig, die Streifen besonders bei dem 2 gestört 
und durch überzählig eingemengte Punkte verdunkelt, manchmal 
an der Wurzel und hinter den Schulterbeulen ganz unkenntlich. 
Die Zwischenräume fein gerunzelt, mit mässigem Glanze. Die 
Farbe schwarz, mit 5 weissgelben Flecken auf jeder Flügeldecke; 
die beiden ersten länglich, aber nur klein, an der Wurzel ste- 
hend, der innere längs des Schildchens, der äussere auf einer 
schwachen Beule an dem die Schulterbeule begränzenden Ein- 
drucke. Das 2te Paar auf der Mitte des Rückens, der äussere 
ein mit seinem Vorderende die Schulterbeule umziehender und 
hinter dieser sich erweiternder Schulterfieck, dem des Cr. Moraei 
ähnlich, der innere ein vereinzelter grosser, von der hier ange- 
deuteten Querbinde, wie bei Cr. centrimaculaltus, abgerissener 
Fleck; der 5te endlich ein halbkreisförmiger, nach vorn offener, 
mit beiden Enden eine Strecke längs Naht und Sceitenrand hin- 
ziehender Spitzenfleck. Das Pygidium sehr fein punklirt und dünn 
greishaarig, unten breit weisslich gesäumt. Auch die Unterseite 
schwarz, runzlig punklirt, dünn greishaarig, die Schenkel schwarz, 
ein grosser Fleck an ihrer Spitze und die Vorderhüften weiss- 
lich; Schienen und Fussglieder, wie die Fühler, röthlich- gelb. 
Das letzte Segment des 5 mit einer der Länge nach seicht ein- 
gedrückten, glänzenden Stelle; des 2 mit einer tiefen rundlichen, 
an den Seitenrändern breit niedergedrückiten Grube. 


136 


Aus der Mongolei (Mus. Mannerh.). 


98. Cr. flavipes Fab. Linn. VII. 124. n. 76. 

In Westsibirien häufig nach Gebler; auch in Östsibirien 
(Sedakoff! im Mus. Mannerh.); südwärts vom Caucasus auf 
dem Talysch (Mus. Petrop.), und ohne Zweifel auch in den 
dazwischen liegenden Gegenden. 

99. Cr. pistaciae m. Linn. VII. 124. n. 77. 

Bei Brussa in Kleinasien (Goede! im Mus. Findob.). 


Neunzehnte Rotte. Fühler dünn; Körper schwarz oder 
metallisch, zum Theil mit gelben Zeichnungen und behaarter oder 
kahler Oberseite. Halsschild punktirt, mit starken Seiteneindrük- 
ken; Deckschilde (bei behaarter Oberseite) grob punklirt, oder 
(bei kahler Oberseite) regelmässig und meist grob punktsireifig. 
Kurze, meist breit und flach gewölbte gedrungene Arten von 
überwiegend beschränkter Verbreitung, die kahlen von Europa 
aus sich über West- und Nordasien verbreitend, die einzige be- 
haarte Nordasien eigenthümlich. (Vergl. Linn. VII. 127. Drei- 
zehnte Rotte.) 


a. Oberseite behaart, Deckschilde regellos punktirt. 


100. Cr. hirtipennis Fald. Blaugrün, Fühlerwurzeln und 
Halsschildsecken, Hüften, Vorderschienen und Füsse gelb; das _ 
Halsschild und die Flügeldecken grob punktirt. 

cd‘ zwei Stirnflecke und der ganze Unterkopf gelb. 

2 Stirn ungefleckt, Kopfschild und Wangen schwärzlich-braun. 

L. 13 — 22‘: Br. 1—12'. 

Cr. hirtipennis Fald. (Col. ab ill. Bungio miss. Ill.) Men. pr. ä P’acad. 


d. sc. de Petersb. II. (1835) 446. n. 89. — Or. brachialis Man. in 
litt. 


Der vorliegende Käfer gleicht in Grösse, Habitus und Fär- 
bung dem Cr. fulcratus Grm. so auffallend, dass abgeriebene 
2 von der letztgenannten Art kaum anders als durch die regel- 
los punktirten Deckschilde und die gelbliche Innenseite der Vor- 
derschienen zu unterscheiden sind; er kann daher auch nicht 
wohl anders als in der gegenwärligen Rotle untergebracht wer- 
den, in welcher er zugleich die einzige, Asien eigenthümliche 
Form derselben vorstellt. Der Kopf fein aber dicht punktirt, blau- 
grün, Kopfschild, Wangen und Mundtheile bei dem 9° gelb, bei 
dem 2 gebräunt; bei jenem jederseits am obern innern Augen- 


137 


rande eine derbe, ziemlich lange gelbe Schräglinie. Die Fühler 
schlank und dünn, mit bei dem g' stark in die Länge gezoge- 
nen Gliedern, das 2te Glied kurz und knotig, die folgenden bis 
zum 6ten stufenweise verlängert, die Farbe der untern bis zur 
Mitte des 6ten schmutzig gelb. Das Halsschild kurz, mit "der 
vordern Hälfte mässig übergewölbt, seitlich gerandet, die Hinter- 
ecken scharf, durch einen breiten und derben Schrägeindruck 
aufgebogen; der Hinterrand jederseits deutlich ausgeschweift, mit 
breit ausgerandetem Mittelzipfel. Vor leizierem ein deutlicher 
Quereindruck. Die Oberfläche dicht und deutlich punklirt, we- 
nig glänzend, stahlblau, die Spitzen der Vorder- und Hinterecken 
weisslich. Das Schildchen fast viereckig, hinterwärts kaum ver- 
schmälert, quer niedergedrückt, glatt. Die Deckschilde flach walz- 
lich, innerseits der stark höckerig aufgeworfenen Schulterbeulen 
und wiederum über den langen Seitenlappen tief und breit ein- 
gedrückt, hinten einzeln fast abgesiutzt; die Punktlirung dicht 
gedrängt, noch derber wie die des Halsschilds, stellenweise zu 
Längslinien aneinander gereiht, ausserdem an der Wurzel und 
Spitze Ansätze zu unregelmässigen Längsfurchen bildend. Die 
Farbe blaugrün, das Mitielfeld fast bis zur Wölbung hin bei einem 
Stücke stark ins Schwärzlich-Violeite fallend — ohne Zweifel nur 
individuell. Die Behaarung dünn und greis, schräg hinterwärts 
gerichtet, oben meist abgerieben, und nur noch seitlich, beson- 
ders hinterwärts und unterhalb der Wölbung bemerkbar. Das 
Pygidium dicht punklirt, schwarzblau; auch die Unterseite fein 
punktirt und schwarzblau, die Beine blau mit stark ins Metallisch- 
Grünliche fallenden Schenkeln, die Hüften hellgelb, Vorderschie- 
nen und Tarsen nebst der Innenseite der Mittelschienen schmuz- 
zig gelblich mit pechbraunen Miltelfüssen. Der Hinterleib des 
mit einem breit muldenflörmigen, vorn fast bis zur Mitte des er- 
sten Ringes reichenden Längseindruck; des 2 mit der gewöhn- 
lichen Grube. 
Aus Ostsibirien (Sedakoff! im Mus. Mannerh.). 


Cr. hirtipennis Fald. ist von den russischen Entomologen auf sehr ver- 
schiedene Käfer gedeutet worden, was Faldermann, der den Käfer nur nach 
einem einzigen, ilım von Sischukin gesandten Stücke beschrieben, zum Theil 
selbst veranlasst zu haben scheint (vergl. Linn. VII. 115). Indess passt die 
von F. a. a. O. gegebene Beschreibung weder auf Cr. lobatus, noch auf die 
einfarbig blaue Varietät des Cr. regalis; sie lässt sich vielmehr, auch wenn 
die gelben Halsschildsecken sich bei einzelnen Stücken dieses blauen Cr. re- 


138 


galis finden sollten, wegen der gelben Hüften nur auf den vorliegenden Kä- 
fer beziehen, und bezeichnet, da F. der Stirnflecke nicht gedenkt, dessen Q, 
von welchem dieser Schriftsteller ein etwas dunkles Stück vor sich gehabt 
zu haben scheint, da er nur die Hinterecken des Halsschilds und die Vor - 
derhüften als gelb bezeichnet, aber der lichten Schienenfärbung nicht gedenkt. 
Faldermann’s Exemplar war bei Irkutzk gefangen. 


b. Oberseite kahl, Deckschilde punktsireifig. 

401. Cr. 10punctatus L. Linn. VIN. 127. n. 79. 

Bei Barnaul in Westsibirien sehr selten nach Gebler. 
Ein von dort stammendes Stück habe ich nicht gesehen, aber 
den Käfer ohne Bedenken aufgenommen, da eine unrichtige Be- 
stimmung Gebler’s nicht wohl angenommen werden kann. 

102. Cr. punctiger Pk. Linn. VII. 127. n. 81. 

Ein einzelnes, sehr kleines ' mit fast verloschener Punkti- 
rung des Halsschildes, sonst aber nicht abweichend, findet sich, 
aus Ostsibirien von Sedakoff! geschickt, in Gr. Mannerheims 
Sammlung. Von Gebler wird diese Art eben so wenig, wie 
die folgende erwähnt. 

103. Cr. ianthinus Schüp. Linn. VII, 127. n. 82. 

Ein einzelnes, an Kopf und Halsschild wie ein 2 gezeich- 
netes, sonst aber durchaus nicht verschiedenes 8, ebenfalls aus’ 
Ostsibirien und von Sedakoff! stammend, im Mus. Mannerh. 
In Armenien (von Faldermann als Cr. megalosomus be- 
schrieben). 

4104. Cr. fuleratus Grm. Linn. VII. 128. n. 83. 

Ueber Nord- und Westasien weit verbreitet, aber anschei- 
nend überall höchst selten. Ein JS aus Syrien, im Mus. Berol,; 
ein solches von Jakutzk in Ostsibirien im Mus. Mannerh.; 
ein Q von Irkutzk (als Cr. elongatus Ziegl.) im Mus. Petrop. 

105. Cr. flavilabris Pk. Linn. 128. n. 85. 

In Sibirien ohne nähere Angabe des Fundorts (Mus. Mot- 
schulsk.). Ob der von Gebler (Käf. v. Südwest-Sibir. 373. 
n. 12.) als Cr. flavilabris F. aufgeführte, um Salair und Bar- 
naul einzeln vorkommende Käfer zu der vorliegenden, oder der 
vorbergehenden Art gehört, ist noch zu ermitteln. 


Zwanzigste Rotte. Fühler dünn; Körper schwärzlich- 
grün oder blau, Halsschild spiegelnd oder punklirt, meist mit 
Seiteneindrücken. Deckschilde regelmässig punktstreifig. Lang 
und schmal walzenförmige, an beiden Enden verschmälerte Arten 


139 


aus dem Norden aller drei Erdtheile, aber vorzugsweise in Asien 
vertreten. (Vergl. Linnaea VII. 135. Vierzehnte Rotte.) 

106. Cr. pallifrons Gyl. Linn. VII, 135. n. 9%. 

Um Barnaul in Westsibirien einzeln nach Gebler; auch 
in Daurien (Sedakoff! im Mus. Mannerh.) 

107. Cr. pumilio m. Schlank walzenförmig, vorn etwas 
verschmälert, schwarzgrün, Unterkopf, Fühlerwurzeln und Vorder- 
beine gelblich; das Halsschild grob punktirt, die Deckschilde fein 
punkistreifig mit Sachen Zwischenräumen. L. 3— 1’; Br. 3— 3" 

Dem Cr. pallifrons, noch mehr aber dem nordamerikani- 
schen Cr. catarius, nahe verwandt, und von Leizlerm ausser 
der etwas geringern Grösse kaum anders als durch das punk- 
tirte Halsschild, den gelben Unterkopf und die mehr ins Grün- 
liche als ins Bläuliche fallende Färbung der Oberseite zu unter- 
scheiden; übrigens eine der kleinsten Asialischen Arten. Der 
Kopf sehr flach gewölbt, mit einigen unregelmässigen Eindrücken 
und schwach angedeuteter Slirnrinne, sehr fein punktirt, malt 
schwarzgrün, das durch eine deulliche Querlinie von der Stirn 
gesonderte lief eingezogene Kopfschild mit den Wangen hellgelb. 
Die Augen nur schwach ausgerandet; die Fühler kurz, auch bei 
dem Z kaum von halber Körperlänge, das 2le Glied birmförmig, 
stark aufgeblasen, das 3te verkehrt kegelförmig, kaum länger, 
das Ate und 5te allmählig etwas verlängert, die obern von der 
Spitze des 5ten an deutlich erweitert und zusammengedrückt, 
mit kurz und breit dreieckigem Forlsatze des Endgliedes. Die 
Farbe der untere Glieder bis zur Mitte des 6ten dunkelgelb, der 
obern schwarz; die Fühler des Q etwas kürzer, dünner und 
dunkler. Das Hassschild kurz, vorn mit fast halber Länge schräg 
abwärts gerichtet und stark verschmälert, hinter der Mitte seitlich 
nochmals schräg zusammengedrückt und vor dem Schildchen et- 
was abgeflach!, die Seiten deutlich gerandet, nach vorn zusam- 
mengekrümmt; die Hinlerecken rechtwinklig, auch der Hinterand 
fast grade, der Miitelzipfel kurz, aber deutlich hervoriretend, 
grade abgesinizt. Die Farbe dunkler schwarzgrün, zuweilen 
schwach ins Messinggelbliche spielend; die Punktirung grob aber 
nicht sehr dicht, .die Oberfläche dazwischen matt seidenartig 
schimmernd. Das Schildchen dreieckig mit abgerundeter Spitze, 
vorn quer niedergedrückt, gleichfalls schwarzgrün. Die Deck- 
schilde im Ganzen gebaut wie bei Cr. pallifrons, nur verhält- 


140 


nissmässig elwas breiter, daher der ganze Körper nicht so ge- 
streckt, hinterwärls sich allmählig zurundend; die Deckschilde 
hinter der Wurzel ansteigend, innerseits der schmalen Schulter- 
beulen kaum eingedrückt, die Seitenlappen sehr schwach, die 
Spitzen einzeln sehr breit zugerundet, fast abgestutzt. Die 
Punktstreifen sehr regelmässig und nur hinter den Schulterbeulen 
durch einige überzählig eingestreute Purkte getrübt, bei den 
hinterwärts etwas feiner, bei den 2 von der Mitte ab sehr fein 
und auf der Wölbung fast abgeschliffen. Die Zwischenräume 
flach, fein querrunzlig, mässig glänzend, die Farbe schwarzgrün, 
schwach ins Messingfarbene überspielend. Pygidium und Unter- 
seite fein punktirt, schwärzlich, Vorder- und Mittelbeine gelb, bei 
den @ etwas dunkler; die Hinterbeine schwärzlich. Das letzte 
Segment des J* breit flach eingedrückt, des 2 mit einer halb- 
. elliptischen, vorn scharf gerandeten Grube. 

Aus Daurien (Sedakoff! im Mus. Mannerh.). 

108. Cr. confusus m. Schlank walzenförmig, vorn ver- 
schmälert, schwarzblau, Unterkopf, Fühlerwurzeln und Vorderbeine 
gelblich; das Halsschild kaum punktirt, spiegelglatt, die Deck- 
schilde regelmässig grob punktstreifig mit vorn kielförmig erho- 
benen Zwischenräumen. L. 1°; Br. 73‘. 

Ob dieser, dem vorhergehenden habituell sehr ähnliche und 
mit ihm in Gr Mannerheim’s Sammlung vermengte Käfer wirk- 
lich dieser Rotte angehöre, lässt sich nach dem einzigen vor- 
liegenden, an den Fühlern defecten Stücke nicht unbedingt 
bestimmen, ist aber bei jener habituellen Uebereinstimmung, be- 
sonders mit Cr. pallifrons, mehr als wahrscheinlich. Das Stück 
Cein 2) ist so lang wie die längsten 2 des vorhergehenden, aber 
etwas schmaler und gestireckter, in der Mitte weniger bauchig 
erweitert, von ganz Halliken-artigem Ansehen. Die Farbenver- 
theilung ganz wie bei jener Art; die Unterschiede bestehen in 
Folgendem, Die Farbe ist schwarz, tief ins Bläuliche fallend, 
besonders auf den Deckschilden; das Gelb der Fühlerwurzeln 
und Beine ist lichter, klarer, und umfasst auch die Schenkelwur- 
zeln, Schienenspitzen und Fussglieder der Hinterbeine, während 
das Kopfschild dunkler und kaum pechbraun gefärbt ist. Der 
Rücken der Deckschilde ist flacher, daher deren Wölbung hinter- 
wärts weniger abfallend, die Einsenkung zwischen Halsschild und 
Deckschilden weniger merklich. Das Halsschild bei schwächer 


141 


vortretendem Mittelzipfel doch etwas länger, die Firste schwach 
aber regelmässig vorn herabgekrümmt, der Rücken seitlich nicht 
zusammengedrückt, die Punktirung ziemlich dicht, aber äusserst 
fein, kaum bemerkbar, daher der Glanz fast spiegelnd. Die 
Punktstreifen der Deckschilde regelmässig, lief und fast furchen- 
arlig eingedrückt, hinterwärts kaum schwächer; die Zwischen- 
räume vorn rippenarlig erhöht, erst von der Mitte ab sich all- 
mählig verbreiternd und verflachend. Alles Uebrige wie bei der 
vorhergehenden Art. 


Ebenfalls aus Daurien (Sedakoff! im Mus. Mannerh.). 


Ein und zwanzigsie Roite. Fühler sehr dünn; Körper 
meist schwarz, sellener gelb, oft mit gelber oder gelb gezeich- 
neter Oberseite; das Halsschild meist spiegelglatt, zuweilen punk- 
tirt oder gestrichelt. Die Punkistreifen sehr regelmässig, oft 
schon hinter der Mitte verschwindend. Das Grübchen auf dem 
letzten Segmente des 2 meist länglich-elliplisch, nicht sehr tief 
eingedrückt. Zierliche, schlank walzenförmige Arten von meist 
geringer Grösse, die nord- und westasialischen sämmtlich auch 
in Europa einheimisch. (Vergl. Linnaea VII. 139. Achtzehnte 
Rotte.) 

109. Cr. lucifer m. Schwarz, Fühlerwurzeln, Beine, Vor- 
der- und Seitenrand nebst zwei Hinterflecken des Halsschildes 
gelb, Flügeldecken gelb mit schwarzem Saume und schwarzer 
Längsbinde; das Halsschild spiegelglatt, die Punkistreifen derb 
mit flach gewölbten, glänzenden Zwischenräumen. L. 24%; 
Bri41 2% 

Von dem Habitus und der Färbung des Cr. Böhmii, aber 
noch ein wenig breiter, und durch die ganz abweichende Sculp- 
tur der vorliegenden Gruppe angehörig, übrigens eine der zier- 
lichsten Arten der ganzen Galtung. Der Kopf (des 9) schwarz, 
fein punktirt und längsrunzlig. Die Stirn seicht niedergedrückt, 
der untere Theil des Kopfschildes eiwas eingezogen, die Mund- 
theile schmutzig gelbbraun. Die Augen lang gestreckt, in der 
Mitte tief ausgebuchlet, die unter ihnen liegenden Wangen hell- 
gelb. Die Fühler kurz und mässig stark, das 2te Glied birn- 
förmig, das 3te wenig länger, verkehrt kegelförmig, das Ate noch 
etwas länger und den folgenden gleich, letztere breit erweitert 
und zusammengedrückt, auch der Fortsatz des Endgliedes nur 


142 


kurz und breit. Das Wurzelglied dunkelgelb mit einer schwar- 
zen Längslinie auf der Oberseite, die folgenden pechbräunlich 
die obern vom 5ten ab ganz schwarz. Das Halsschild kurz, mit 
der vordern Hälfte etwas übergebogen, hinten kaum eingesenkt, 
nach vorn elwas verschmälert; die Seiten fein gerandet, wenig 
zusammengekrümmt, mit scharf hervorgezogenen, durch einen 
Schrägeindruck leicht aufgebogenen Hinterecken; der Hinter- 
rand jederseits tief ausgeschweift, mit kurzem, breitem, doppelt 
ausgerandetem Mittelzipfe. Die Oberfläche spiegelglänzend, 
kaum merklich und sehr zerstreut punktirt; die Farbe schwarz, 
ein zarter Vorder- und ein sehr breiter Seitenrand licht gelb, 
von welchem leiztern sich bei einem Stücke eine feine unter- 
brochene Querlinie längs dem dicht gesägten, fein schwarz ge- 
säumten Hinterrande hinzieht; an dem letztern vor dem Schild- 
chen zwei eiformige gelbe, hinterwärts zusammenstossende 
Schrägflecke. Das Schildchen fast gleichseitig-dreieckig, hinten 
abgerundet, vorn etwas quer niedergedrückt und mit dem 'ge- 
wöhnlichen Grübchen, glänzend schwarz. Die Deckschilde kaum 
breiter als das Halsschild, gestreckt walzenförmig und hinterwärts 
kurz zugerundet, mit breiten, stumpfen, innerseits durch einen 
deutlichen Längseindruck abgesetzten Schulterbeulen und kurzen 
Seitenlappen; auch die Wurzel am Schildchen tief quer nieder- 
gedrückt. Die Punkistreifen sehr regelmässig, derb und bis zur 
Spitze deutlich; die Zwischenräume flach gewölbt, besonders auf 
den schwarzen Längsbinden der dichtern und derbern Punkte 
wegen schmaler und stärker hervorlretend, stark glänzend. Die 
Farbe licht gelb, ein schmaler, auch den Seitenlappen umziehen- 
der Saum längs Wurzel und Aussenrand, ein breiterer gemein- 
samer Nahtsaum, und auf jeder Flügeldecke eine vorn breite, 
sich hinterwärts allmählig verschmälernde und vor der Spitze 
abgebrochene, aber auch hier noch vom 3ten bis zum Tien Streifen 
reichende Längsbinde schwarz. Das Pygidium fein punktirt und 
behaart, schmutzig gelb mit bräunlichem Saume; auch die Unter- 
seite fein punktirt und greishaarig, schwarz, mit schmutzig bräun- 
lichem Hinterrande des letzten Ringes, Die Beine dunkelgelb mit 
lichtern Schenkelspitzen und bräunlichen Krallenhäkchen, die Hin- 
terenden des Prosternums nur als kurze stumpfe Lappen bemerkbar. 
Das letzte Segment des Q mit einer halb ciförmigen, hinten grade 
abgeschnittenen Grube; das S' unbekannt. 


143 


Aus Vorderindien (von Pondichery, Perrotet! im Mus. 
Deyrolle). 

110. Cr. tesselatus Germ. Linn. VII. 140. n. 101. 

In Ostsibirien (Sedakoff! im Mus. Mannerh.), der Mon- 
golei (Mus. Petrop.); auch in Transcaucasien (die var, Jucun- 
dus Fald. im Mus. Motsch.; im Caucasus dieselbe mit der Stamm- 
art vermischt). 

111. Cr. bilineatus L. Linn. VII. 140. n. 102. 

In den Ländern südwärts vom Caucasus, von wo ihn 
Faldermann unter dem Namen Pachybrachys armeniacus 
beschrieben hat, und zwar die Varietät mit gelbgeflecktem Hals- 
schilde. 

112. Cr. connexus lllig. Linn. VII. 141. n. 1093. 

In Georgien (Kolenati! im Mus. Vindob.) und Klein- 
asien (bei Makri, Loew!). 

113. Cr. notogrammus m. Schwarz, Fühlerwurzeln, 2 
kleine Stirnflecke, Vorder- und Seitenrand des Halsschilds und 
die Beine gelb, die Flügeldecken gelb mit breiter schwarzer Naht- 
und Mittelbinde; das Halsschild kaum punktirt, die Punkistreifen 
deutlich: L. 1; Br. 25'*. 

Der Varielät des Cr. pygmaeus F. mit schwarzer Längs- 
binde auf den Flügeldecken täuschend ähnlich, aber nach meiner 
Meinung doch eine selbstständige Art. Das einzige vorliegende 
® ist nicht allein kleiner — es gleicht kaum einem kleinen 9 des 
Cr. pygmaeus — sondern weicht von ihm auch ab durch den 
glänzend schwarzen, kaum punktirten Kopf, welcher ausser den 
trübgelben Wangen nur zwei kleine und unscheinbare verwa- 
schene Stirnflecke von gleicher Farbe zeigt, durch die grössere 
Breite und intensivere Färbung der schwarzen Naht- und Mittel- 
binde, und durch das einfarbig schwarze Pygidium, während an- 
drerseits in den Vorderwinkeln des Halsschilds das Gelb sich 
soweit wie bei den lichtesien 9 des Cr. pygmaeus ausdehnt, 
und auch die Beine eine gleichmässig lichte gelbe Färbung 
zeigen. 

Der Kopf flach, mit fein linienförmig eingedrückter Stirnrinne 
und unten etwas eingezogenem Kopfschilde, äusserst fein und 
zerstreut punktirt, stark lackglänzend, die Mundtheile bräunlich- 
gelb, die Wangen trüb gelb, und von derselben Färbung ein klei- 
ner, verwaschener Längslleck jederseils am obern innern Augen- 


144 


rande; bei dem bisjetzt unbekannt gebliebenen Z wahrschein- 
lich die gelbe Zeichnung des Kopfes weiter ausgedehnt. Die Füh- 
ler etwa von halber Körperlänge, mässig stark, das 2te Glied 
eiförmig, die folgenden kegelförmig, das Ste und 4te doppelt-, 
das 5te drittehalbmal länger als das 2te, alle durchscheinend 
honiggelb; die obern vom 6ten an deutlich zusammengedrückt 
und erweitert, schwärzlich mit angedrückter greiser Behaarung. 
Die Augen langgestreckt, wenig und merklich schwächer als bei 
Cr. pygmaeus ausgebuchtet. Das Halsschild kurz, mit der Hälfte 
seiner Länge vorn kugelig übergewölbt, seitlich fein gerandet, 
durch die eingezogenen Vorderecken verschmälert, und hinter 
der Mitte des Seilenrandes eiwas zusammengedrückt, vor dem 
jederseits ausgeschweiflen Hinterrande wieder eingesenkl; die 
Hinterecken kurz und breit vorgezogen, der Miltelzipfel gleich- 
falls kurz, breit, fast grade abgestutzt. Die Oberfläche äusserst 
fein und zerstreut punklirt, spiegelglatt, schwarz; ein schmaler 
Vorder- und ein breiterer Seitenrand, und durch deren Zusam- 
menfliessen mit eckiger Erweiterung auch die Vorderwinkel dun- 
kelgelb. Das Schildchen fast gleichseitig dreieckig, hinterwäris 
etwas erhöht, gleichfalls glänzend schwarz. Die Deckschilde 
längs der Wurzel etwas erhoben, nicht ganz so regelmässig wal- 
zenförmig wie bei Cr. pygmaeus, vielmehr hinterwärts etwas 
verschmälert und dadurch mehr dem Cr. vittula ähnlich, hinten 
kurz abgerundet, die Schulterbeulen breit und flach, innerseits 
durch einen schwachen dreieckigen Eindruck abgeseizt, die Sei- 
tenlappen wenig bemerkbar. Die Punktsitreifen sehr regelmässig, 
längs ihrer ganzen Ausdehnung deutlich, etwas stärker als bei 
Cr. pygmaeus, daher auch die glänzenden Zwischenräume ei- 
was mehr erhöht. Die Farbe gelb, ein schmaler Saum längs 
Wurzel und Aussenrand, eine breite gemeinsame Nahtbinde, und 
eine noch breitere, auf der Schulterbeule beginnende, bald sich 
aber nach Innen biegende und den ganzen Raum zwischen dem 
Aten und 8ten Streifen einnehmende, innerseils etwas verwa- 
schen begränzte Längsbinde auf jeder Flügeldecke schwarz; alle 
drei Binden erst auf der Wölbung dicht vor der Spitze abge- 
brochen. Unterseite und Pygidium fein punklirt, dünn greishaa- 
rig, einfarbig schwarz. Die Beine gleichmässig gelb mit kaum 
lichtern Schenkelspitzen. Das letzte Segment des einzigen vor- 
liegenden @ mit einer länglich-elliptischen, glänzenden Grube. 


145 


Aus dem nördlichen Theile von Forderindien (von Lon- 
dour, Bacon! im Mus. Deyrolle). 

114. Cr. minutus Fab. Linn. VII. 142. n. 110. 

Durch Nordasien weit verbreitet, aber, wie es scheint, nicht 
häufig. Bei Jakutzk in Ostsibirien (Mus. Mannerh.); west- 
wärts am Irtisch nach Gebler, und in der Kirgisensteppe 
(Mus. Motschulsky). Ob cin dem nordischen Cr. minutus 
nahe stehender Käfer aus dem Mittelmeere, welcher sich durch 
ein einfarbig gelbes Pygidium auszeichnet, und von dem sich ein 
von Hedenborg herrührendes, von Boheman an Gr. Manner- 
heim gegebenes Stück von Rhodus in der Sammlung des Letz- 
tern befindet, mehr als eine blosse Yar. des minutus ist, wage 
ich nicht mit Sicherheit zu entscheiden. Uebrigens kommt die 
letzt erwähnte Form oder Art auch auf Creta und dem griechi- 
schen Festlande (Attika) vor. 

1415. Cr. heraldicus m. Gelb, Hinterbrust, Hinterleib 
und ein doppelt zweiarmiger Nahtfleck nebst einem Längswisch 
am Aussenrande der Deckschilde schwarz; das Halsschild spie- 
gelglait, die Punktstreifen deutlich, mit flachen glänzenden Zwi- 
schenräumen. L. 14; Br. 3‘, 

Von dem gestreckten Bau und der Grösse des Cr. populi, 
und diesem auch durch das nach hinten kaum eingesenkte Hals- 
schild einigermassen verwandt, durch die eigenthümliche Farben- 
vertheilung aber von allen Arten dieser Gruppe sehr abweichend. 
Der Kopf flach, die Stirn zwischen den Augen wenig heraustre- 
tend, das Kopfschild nur seitlich deutlich abgesetzt, mit dem un- 
tern Rande eingezogen und hier fein runzlig punktirt, übrigens 
wie die ganze Oberfläche des Kopfes glatt, licht gelb, nur die 
langgezogenen, wenig ausgebuchteten Augen schwarz. Die Füh- 
ler dünn und schlank, das 2te Glied birnförmig, das 3te stielrund 
und doppelt länger, die beiden folgenden noch mehr verlängert, 
und die obern dem Ö5ten gleich, kaum zusammengedrückt. Die 
Farbe licht durchscheinend gelb, die obern mit rauchgrauem An- 
fluge. Das Halsschild kurz, kugelig, mit der vordern Hälfte ab- 
wärts gewölbt, und durch das Zusammenlaufen der fein geran- 
deten, etwas gekrümmten Seiten verschmälert, die Hinterecken 
kurz und hreit zugeschärlt, wenig vorgezogen, der Hinterrand 
jederseits breit aber seicht ausgeschweift, deutlich gesägt, mit 
kurzem, fast grade abgestutztem Mittelzipfel; die Oberfläche jeder- 

IX. 10 


146 


seits am Schildchen etwas flachgedrückt, spiegelglatt. Die Farbe 
dunkelgelb, ein schmaler Hintersaum rein schwarz. Das Schild- 
chen dreieckig mit etwas gerundeten Seiten, hinten kurz abge- 
stutzt und deutlich ansteigend, gelblich-braun mit dunklerm Rande. 
Die Deckschilde eng an das Halsschild angeschlossen, eleichbreit 
und hinten kurz zugerundet, um das Schildchen eiwas erhöht, 
und hinter demselben wieder quer niedergedrückt; der Rücken 
breit und flach gewölbt, die Schulterbeulen durch einen Längs- 
eindruck an ihren Innenseiten deutlich gehoben, die Seitenlappen 
sehr stark herabgezogen. Die Punkistreifen schr regelmässig, 
hinterwärts kaum feiner. Die Zwischenräume nur flach, und erst 
die seitlichen schwach gewölbt, spiegelglatt. Die Farbe dunkel- 
gelb, mit einem zarten, die ganzen Flügeldecken umziehenden 
‚schwarzen Saume; an diesen gelehnt liegt längs dem ganzen 
Aussenrande ein an der Schulterbeule beginnender, sich hinter- 
wärts bis zur Krümmung des Randes hinziehender, innerseits 
verwaschen begränzter bräunlicher Wisch, und auf der Naht ein 
grosser gemeinsamer schwarzer Längsfleck, welcher an seiner 
schmalsten Stelle (etwas vor der Mitte des Rückens) 'jederseits 
bis zum 2ten Punkistreifen reicht, sich vorn jederseits mit einem 
schrägen Arme bis zum 4ten Streifen, hinterwärts mit einer 
grossen rundlichen Ausbiegung bis zum 6ten Streifen ausdehnt 
und hier (am Beginne der Wölbung) dem Innenrande des Längs- 
wisches sehr nahe kommt. Dabei ist die Aussenseite dieses 
Nahtflecks gleichfalls schlecht begränzt, ins Bräunliche fallend, 
und es könnte daher wohl Stücke geben, wo dieser Nahtfleck 
mit dem Randwische theilweise oder ganz zusammenfliesst, und 
dadurch die Deckschilde sich überwiegend schwärzen. Pygidium, 
Hinterleib und Hinterbrust fein punktirt, dünn behaart, schwarz; 
Vorder- und Mittelbrust nebst Hüften und Beinen gelb mit etwas 
dunklern Fussgliedern. Die Hinterenden des Prosternums kurz 
und rundlich. Das letzte Segment des einzigen vorliegenden 2 
mit einer länglichen, glänzenden Grube. . ö 

Aus dem nördlichen Theile von YVorder-Indien (von Mas- 
soorie, Bacon! im Mus. Deyrolle). 

116. Cr. deficiens m. Schwarz, die Vorderhälfte der 
Deckschilde und die Beine gelb; das Halsschild spiegelglatt, die 
Punktstreifen hinterwärts feiner, mit flachen, schwach gerunzelten 
Zwischenräumen. L. 14; Br. 2”. 


147 


‘Von dieser Art habe ich nur ein einzelnes und schlecht 
erhaltenes Stück vor mir, und war daher anfangs zweifelhaft, 
ob ich ihn überhaupt aufnehmen sollte; ich habe ihn jedoch nicht 
übergehen mögen, weil die Beschaffenheit jenes Exemplars im- 
mer noch hinreicht, die Art zum Wiedererkennen zu charakte- 
risiren. Im Habitus gleicht sie am meisten der vorher beschrie- 
benen Art, nur ist sie ein wenig grösser, besonders vorn breiter, 
und zeigt ein vorn stärker zugerundetes, mehr übergebogenes 
Halsschild: in der Färbung aber ist sie von allen übrigen mir 
bekannten Arten gänzlich abweichend. 

Der Kopf mit Fühlern und Mundtheilen fehlt dem einzigen, 
mir vorliegenden Exemplare, doch lässt sich nach der Analogie 
verwandter Arten und der übrigen Farbenvertheilung muthmassen, 
dass er spiegelglatt und schwarz sein, und höchstens an den 
Mundtheilen und Fühlerwurzeln eine lichtere Färbung zeigen 
werde. Das Halsschild ist kurz und breit, vorn mit der grössern 
Hälfte stark übergebogen, seitlich fein gerandet und durch die 
in breiten Bogen convergirenden Seiten vorn verschmälert, die 
breiten Hinterecken spitz vorgezogen, der Hinterrand jederseits 
ausgeschweift, der Mittelzipfel kurz, breit, doppelt ausgerandet. 
Die Oberfläche längs dem Hinterrande wieder etwas eingesenkt, 
spiegelglatt, schwarz. Das Schildchen länglich - dreieckig, hinten 
abgerundet und etwas ansteigend, mit dem gewöhnlichen Grüb- 
chen an der Basis, gleichfalls glänzend schwarz. Die Deckschilde 
reichlich doppelt länger als das Halsschild, ziemlich gleichbreit 
und hinten kurz zugerundet, oben flach gewölbt und mässig zur 
Spitze abfailend, längs der Wurzel schwach wulstig erhoben, die 
Schulterbeulen länglich, innerseits durch einen dreieckigen Ein- 
druck abgesetzt, die Seitenlappen kurz, aber deutlich. Die 
Punktstreifen sehr regelmässig, vorn deutlich, hinterwärts schwä- 
cher, aber doch bis zur Spitze kenntlich; die Zwischenräume 
flach, mässig glänzend, und besonders die äussern fein querrunz- 
lig.. Die Wurzel schmal schwarz gesäumt, dahinter die Vorder- 
hälfte der Deckschilde hellgelb, die hintere wieder schwarz; die 
Gränzlinie nicht ganz grade, sondern auf der Mitie jeder Flü- 
geldecke hinterwärts herzförmig einschneidend. Das Pygidium 
dicht und fein punklirt, dünn greishaarig, schwarz; auch die Un- 
ierseite schwarz, fein punktirt und querrunzlig; die Beine mit 
den Vorder- und Mittelhüften hellgelb, die Hinterhüften bräunlich, 


148 


die Fussglieder ziemlich breit. Die Hinterenden des Prosternums 
als deutliche Dornspitzen vortretend; der letzte Bauchring des 
vorliegenden S*‘ mit einem tiefen, glänzenden Quereindruck. 

Aus dem nördlichen Theile von Yoorder-Indien (von Lon- 
dour, Bacon im Mus. Deyrolle, auf Tannen gefangen). 

417. Cr. labiatus L. Linn. VII. 144. n. 116. 

In der Mongolei (Mus. Motsch.). Von Gebler wird diese 
Art nicht erwähnt. 

418. Cr. Wasastjernii Gyl. Linn. VII. 144. n. 118. 

Von Irkutzk in Ostsibirien (Mus. Peirop.), und zwar 
eine Varietät thorace subtilius striolato, sonst aber von der 
Stammform nicht verschieden. Auch dieser Art wird von Gebler 
nicht gedacht. 
| 449. Cr. querceti Er. Linn. VII. 145. n. 122. 

Ein einzelnes Exemplar vom Baikal, von Sedakoff! stam- 
mend, mir vom Prof. Siemaschko mitgetheilt. Dasselbe hat 
schwarze Schenkel und war deshalb früher von mir zu Cr. la- 
biatus gezogen worden, gehört aber sicher hierher. 

420. Cr. frontalis Mrsh. Linn. VII. 146. n. 125. 

In Daurien; ein® in Gr. Mannerheim’s, ein J% in Herrn 
vo. Motschulsky’s Sammlung. 


Zwei und zwanzigste Rotte. Fühler sehr dünn; Kör- 
per schwarz, die Flügeldecken mit vier gelben oder rothgelben 
Flecken (1, 2, 1.); das Halsschild spiegelglatt, bei dem g\ vorn 
gelb gerandet, die Punkistreifen sehr regelmässig. Glatte und 
zierliche Arten, vorzugsweise in Afrika einheimisch; über die 
ganze Mittelmeersfauna ausgebreitet, eine Art über Nordosteuropa 
bis Westsibirien vordringend, eine andere, Asien ausschliesslich 
eigene, diese Form in Indien vertretend. (Vergl. Linn. VII. 137. 
Sechszehnte Rotte.) 

421. Cr. 6pustulatus Rossi. Linn. VII. 138. n. 95. 

Nach Gebler, der die Art als Cr. Sguttatus Fab. aufführt, 
um Barnaul und Lowtewsk nicht selten; im Baschkirenlande 
(Mus. Petrop.) und Turkomannien (Mus. Motsch.), wo auch 
die Form mit-einer durch Zusammenfliessen der Mittelflecke ge- 
bildeten gelben Querbinde. Südwärts vom Caucasus bei Astera- 
bad in Persien (Mus. Mannerh.). 


149 


122. Cr. exsulans m. Schwarz, der Unterkopf und ein 
unterbrochener Seitenrand nebst Mittellängsfleck des Halsschilds, 
vier Flecken der Flügeldecken (1, 2, 1) und den Beinen gelb, 
Pygidium und Unterseite gelbbunt; das Halsschild spiegelglatt, die 
Punktstreifen fein mit flachen Zwischenräumen. L. 23‘; Br. 13°. 

Von dieser, wie es scheint sehr seltenen, den Verbreitungs- 
bezirk dieser eigentlich afrikanischen Gruppe bis tief in das asia- 
tische Hochland erweiternden Art habe ich nur ein einziges 9 vor 
mir, und es ist daher nicht zu bezweifeln, dass nach künftiger 
Auffindung des J° die Beschreibung durch besiimmtere Fassung 
der sexuellen, dem 2 allein angehörenden Merkmale nach Analo- 
gie der verwandten Arten noch eine Veränderung erleiden müsse; 
wie ich denn schon jetzt kaum daran zweille, dass die malte 
Oberfläche der Deckschilde lediglich dem 2 angehört, ‘und das 
d‘ ausser glänzenderen, gröber punkistreifigen Deckschilden zu- 
gleich noch eine weitere Ausdehnung der gelben Färbung an Kopf, 
Halsschild und Unterseite zeigen werde. An Grösse gleicht der Kä- 
fer etwa einem mittelmässigen Stücke des Cr. 6pustulatus, und ist 
dieser Art auch durch die licht gelbe Färbung der Flecke ähnlich; 
er steht aber durch den mehr schlanken Körperbau dem Cr. anticus 
näher, und entfernt sich von allen übrigen Arten der Gruppe durch 
die Zeichnung des Halsschilds und die Gestalt des äussern Mittel- 
flecks auf den Deckschilden, welcher nicht, wie bei jenen, mit sei- 
nem Vorderende die Schulterbeule von aussen bis zum Schulterwin- 
kel umschliesst. Der Kopf flach, mit stark hervortretenden Rändern 
des Kopfschilds, fein und zerstreut punktirt, die Stirn der Länge 
nach seicht niedergedrückt und zwischen den Fühlerwurzeln 
nochmals zur Abgränzung des Kopfschilds quer eingedrückt. 
Die Farbe gelb mit schmutzig bräunlicher Oberlippe; die lang- 
gestreckten, breit aber seicht ausgebuchteten Augen und der 
obere Theil der Stirn zwischen den obern Augenrändern schwarz. 
Die Fühler von 3 der Körperlänge, dünn und schlank, das 2te 
Glied verkehrt kegelfürmig, das 3le gestreckt, 2Zmal länger als 
das 2te, die beiden folgenden noch etwas verlängert, die obern 
dem 6ten gleich, wenig erweitert und zusammengedrückt, das 
Endglied mit kurzem, schmal dreieckigem Fortsatze. Die 5 un- 
tern Glieder durchscheinend honiggelb, das 6te bräunlich, die obern 
schwarz. Das Halsschild ziemlich kurz, vorn mit seiner Hälfte 
mässig übergewölbt und durch die tief eingezogenen Vorder- 
ecken verschmälert, die Seiten fein gerandet, nach vorn im Bogen 


150 


zusammengeneigt, die Hinterecken breit zugespitzt, durch einen 
deutlichen Schrägeindruck elwas aufgetrieben; der Hinterrand je- 
derseits ausgeschweift, mit kurzem, breitem, doppelt seicht aus- 
gerandetem Mittelzipfel. Die Punktirung zerstreut, kaum bemerk- 
bar, daher die Oberfläche spiegelglatt; die Farbe schwarz, ein 
sehr schmaler Vordersaum, ein sehr breiter, durch einen Quer- 
zipfel der Grundfarbe fast in zwei ziemlich gleiche Eckflecke 
gelheilter Seitenrand, und ein am Vorderrande beginnender, hin- 
terwärts bis über die Mitte reichender und sich hier keilförmig 
verschmälernder Längsfleck gelb. Das Schildchen kurz und sehr 
breit dreieckig, hinten abgestutzi, mit wenig merklichem Hinter- 
zipfel, spiegelglatt, schwarz; an der Wurzel mit einem deutlichen 
Grübchen. Die Deckschilde walzenförmig, ziemlich gleich breit 
und vorn breiter als das Halsschild, hinten kurz zugerundet und 
bei allmählig sich abflachendem Rücken die hintere Wölbung sehr 
schräg abfallend; die Schulterbeulen sehr stark hervortretend, auf 
ihrer Innenseite durch einen breit dreieckigen Längseindruck ab- 
gesetzt, auch die Seitenlappen lang herabgezogen; die Wurzel 
jederseits des Schildchens flach niedergedrückt. Die Punktstrei- 
fen sehr regelmässig, ziemlich fein, die Vorderenden und auf der 
Wölbung auch die Hinterenden fast erloschen; die Zwischenräume 
durch feine Querrunzeln matt, nur vorn und hinten etwas mehr 
glänzend. Die Farbe schwarz, mit 4 gelben Flecken auf jeder 
Flügeldecke, in der Stellung der verwandten Arten, nur der vor- 
dere ein deutlicher grösserer Schrägfleck zwischen Schildchen und 
Schultereindruck, durch einen zarten schwarzen Saum von der Wur- 
zel selbst geirennt, und der äussere Mittelfleck mehr rundlich, ohne 
den bei den verwandten Arten die Schulterbeule von aussen um- 
fassenden Vorderarm. Die Färbung der Flecken licht gelb, fast 
noch heller wie bei Cr. 6pustulatus. Das Pygidium fein punk- 
tirt, dünn greishaarig, schwarz, mit breit gelbem Saume, Auch 
die Unterseite schwarz, Hüften, Vorderzipfel des ersten und Hin- 
terrand des letzten Bauchringes nebst einem verloschenen Schräg- 
fleck auf den Schulterblättern, eben so auch die Beine schmutzig 
röthlich-gelb. Die Hinterenden des Prosternums als kurze, aber 
scharfe Spitzen bemerkbar. Das letzte Segment des vorliegen- 
den @ mit einer grossen und tiefen rundlichen, am Rande lang 
greis gewimperten Grube. 
Vom Himalaya (Mus. Westermann). 


151 


Dreiundzwanzigste Rotte. Fühler lang; Körper schwarz, 
Halsschild spiegelglatt, Deckschilde roth oder gelb, mit schwar- 
zen Punkten und regelmässigen Punktsireifen. Gedrungene, wal- 
zenförmige Arten von zum Theil weiter Verbreitung in Nord- und 
Mitteleuropa, von wo aus einige in die nächstgelegenen Theile 
Asiens vordringen. Eigenthümliche hierher gehörende Arten be- 
sitzt dieser Erdiheil nicht. (Vergl. Linnaea VII. 135. Funfzehnte 
Rotte.) 

123. Cr. salicis Fab. Linn. VII. 135. n. 9. 

In Kleinasien bei Brussa (Mus. Findob.). 

124. Cr. bipunctatus L. Linn. VIH. 136. n. 93. 

Nach Gebler mit seiner var. bipustulatus Fab. bei Bar- 
naul und an andern Orlen in Westsibirien einzeln; im Basch- 
kirenlande (Mus. Motsch.), und auch in Ostsibirien (Seda- 
koff! im Mus. Mannerh.). Auch auf der Südseite des Cau- 
casus nach Faldermann, insbesondere bei Tiflis (Kolenati im 


Mus. Vindob.). 


4. Pachybrachys Chevr. 
(Linn. II. 1115 VIT. 138.) 


Augen ausgerandet. 

Fühler fadenförmig, oben zusammengedrückt. 

Halsschild nach oben frei beweglich; Vorderbrust längs- 
rinnig, länger als breit, hinten durch einen dreieckigen 
Zipfel geschlossen, ohne Halskragen. 

Schildchen vorhanden. 


Erste Rotte, Fühler meist lang und dünn, Körper breiter 
und flacher, oder schmaler und mehr gestreckt walzenförmig. Kopf 
und Halsschild feiner, die Deckschilde vorn gröber punktirt, von 
der Mitte ab unordentlich längsrippig, mit mehr oder minder deut- 
lich hervortretenden Punktstreifen oder Furchen. Farbe schwarz, 
mit gelben Zeichnungen. Ausschliesslich europäische, nach Nord- 
und Westasien sich verbreitende Arten. (Linn. VI. 157. Vierte 
Roite, und VI. 147. Zweite Rotte.) 

1. P. scripticollis Fald. Linn. VIN. 147. n. 6. 

Südwärts vom Caucasus nach Faldermann. Exemplare 
von dorther habe ich nicht gesehen, aber den Käfer aufgenom- 


152 


men, da Faldermann’s Beschreibung genau auf den caucasischen, 
mir als Cr. scripticollis Fald. zugegangenen Käfer zutrifft, und 
daher an dessen Vorkommen auch auf der Südseite des Cauca- 
sus nicht zu zweifeln ist. 

2. P. hieroglyphicus Fab. Linn, VIII. 148. n. 8. 

Nach Gebler in Westsibirien bei Barnaul, Lowtewsk und 
am Irtisch in mehreren Abänderungen häufig; in der Kirgisen- 
steppe, auch Stücke mit ganz gelber Oberseite (Mus. Motsch.), 
der Mongolei (Mus. Mannerh.) und Daurien (Sedakoff! im 
Mus. Mannerh.). Was Faldermann unter seinem P. histrio 
aus Transcaucasien verstanden haben möge, ist bei den wider- 
sprechenden, von ihm darunter zusammengebrachten Citaten nicht 
aufzuklären; der von ihm selbst unter diesem Namen an Gr. 
Mannerheim gegebene persische Käfer gehört zu P. fimbriolatus. 

3. P. maculatus Parr. Linn. VII. 149. n. 11. 

Bei Brussa in Kleinasien (Goede! im Mus. Findob.). 

4. P. limbatus Men. Linn. VII. 149. n. 12. 

In Kleinasien (sowohl auf dem Festlande als der Insel Le- 
ros) von Loew! gesammelt; eben so von Kindermann! (bei 
Amasia im alten Cappadocien) im Mus. Berol., sowohl die 
gefleckte als schwarze Varietät. 

% P. fimbriolatus Müll. Linn. VII. 149. n. 13. 

In der Kirgisensteppe (von Hochhuth! mitgetheilt), süd- 
wärts vom Caucasus in Persien (Faldermann! im Mus. Man- 


nerh.). 


Zweite Rotte. Fühler ziemlich lang und dünn; Körper 
walzenförmig, Kopf und Halsschild dicht punktirt, Deckschilde 
deutlich und ziemlich regelmässig punktstreifig. Die Farbe (der 
asiatischen Arten) bleichgelb, ohne schwärzliche Zeichnungen. 
Wenige Arten aus dem Gebiete zwischen dem Tigris und Indus 
dem in Europa ganz mangelnden Typus des nordamerikanischen 


P. abdominalis Say angehörend. (Vergl. Linn. VII. 211. Fünfte 
Rotte.) 


6. P. nigropunctatus Mus. Vind. Oben bleichgelb mit 
dunklerm Kopfe und Halsschilde, unten schwarz, Schulterblälter, 
Beine und Bauchrand bleichgelb; das Halsschild derb punktirt, 
die Deckschilde unordentlich punktstreifig mit ziemlich glänzen- 


den Zwischenräumen. L. 14—13; Br. 3— 2‘. 


153 


Dem folgenden, bekanntern Käfer nicht unähnlich, aber etwas 
grösser, lichter gelb, viel schwächer punktirt, Kopf und Hals- 
schild deutlich röthlich-gelb; noch näher ist er dem oben ge- 
nannten P. abdominalis Say verwandt, und auch von diesem 
hauptsächlich nur an der nicht kerbstreifigen Punktirung der Deck- 
schilde zu unterscheiden. Der Kopf flach, mit schmaler aber lan- 
ger Stirnrinne und tief ausgerandeten Augen; die Oberfläche zer- 
streut aber derb punklirt, daher wenig glänzend, röthlich- gelb; 
Stirnrinne und ein Fleckchen über jeder Fühlerwurzel verwaschen 
bräunlich, bei einem vorliegenden 2 stärker und breiter geschwärzt, 
auch die Flecken über den Fühlern schräg aufwärts bis zu dem 
Längswische auf der Slirnrinne vergrössert. Die Mundtheile schmuz- 
zig gelblich. Die Fühler von halber Körperlänge, dünn und 
schlank, das 2te Glied kurz verkehrt kegelförmig, das 3te dop- 
pelt und das 4te fast dreimal länger, die folgenden bis zum Tien 
noch etwas zunehmend; die obern wieder mehr dem 6ten gleich, 
wenig erweitert und zusammengedrückt, mit lang kegelförmigem, 
innerseits durch einen tiefen Einschnitt abgesetztem Fortsatze des 
Endgliedes. Die untern Glieder gelb, das 5te bis Tte bräunlich 
mit lichterm Unterende, die obern schwarz mit greiser Behaa- 
rung. Das Halsschild kurz, breit- und besonders hinten abge- 
flacht walzenförmig, doch hier nur wenig bemerkbar quer nie- 
dergedrückt, vorn durch die tief eingezogenen Vorderecken ver- 
schmälert; die Seiten fast gerade, die Hinterwinkel stumpf, und 
der Hinterrand jederseits wenig geschwungen, nur durch die ihn 
nicht ganz erreichende Punktirung schwach erhöht, der durch 
eine feine Querlinie abgesonderte Mittelzipfel wenig bemerkbar. 
Die Oberfläche derb und ziemlich dicht punktirt, nur der schmale 
Vorder- und Hinterrand ohne alle Punkte, daher etwas empor- 
gehoben, auch lichter gefärbt als die übrige deutlich rothgelbe, 
wenig glänzende Oberfläche. Das Schildchen fast viereckig, hin- 
terwärts wenig verschmälert, stark ansteigend, grade abgeschnit- 
ten, mit deutlichem, flach niederliegendem Hinterzipfel. Die Farbe 
bleichgelb mit dunklerm Rande. Die Deckschilde gestreckt wal- 
zenförmig, hinten kurz zugerundet, hinter dem Schildchen der 
Länge nach seicht eingedrückt, der Wurzelrand nur schwach 
kantig erhöht, mit breiten wenig hervortretenden Schulterbeulen 
und kurzen Seitenlappen. Die Punktstreifen ziemlich regelmässig, 
durch tief eingestochene aber nicht dicht gedrängie, daher auch 


154 


keine Furchen eindrückende Punkte gebildet, auf der vordern 
Hälfte etwas unordentlich wellig, durch überzählige Punkte ge- 
stört und stellenweise verdoppelt, je weiter hinterwärts, desto 
regelmässiger und zugleich feiner, die Spitze fast ohne Punkte. 
Die Zwischenräume vorn stärker und hinterwärts schwächer ge- 
wölbt, ziemlich glänzend; die Farbe bleichgelb, das Innere der 
eingestochenen Punkte schwarz. Das Pygidium äusserst fein runz- 
lig punktirt, dünn greishaarig, gleichfalls bleichgelb. Auch die 
Unterseite fein runzlig punktirt, dünn behaart, schwarz; die Schul- 
terblätter, die Seiten der Bauchringe und die Hinterhälfte des letz- 
ten Ringes bleichgelb; die Beine röthlich-gelb, Wurzel und Spitze 
der Schenkel verwaschen lichter. Die Vorderschenkel mässig 
verdickt und die Schienen nur schwach gebogen. Das letzte 
Segment des J* seicht quer niedergedrückt, des @ mit einer 
kleinen, auch nicht tiefen kreisförmigen Grube. 

Von Schiras (Mus. YVindob.) und Bagdad (Mus. Franc.). 

Aus dem Pariser Museum erhielt ich die hier beschriebene 
Art als Cr. glycyrrhizae Ol., und die folgende als Cr. gale- 
gae Cat. Mus. zur Ansicht; die von Olivier selbst herrühren- 
den Stücke seines Cr. glycyrrhizae im Mus. Berol. gehören 
jedoch bestimmt zu der folgenden Art. 

7. P. glyeyrrhizae Oliv. Greisgelb, Hinterbrust und 
Vorderbauch schwärzlich; das Halsschild dicht und sehr grob 
punktirt, die Deckschilde grob gefurcht kerbstreifig mit glänzen- 
den Zwischenräumen. L. 13‘; Br. 3°. | 

Cryptocephalus glycyrrhizae Ol. Ent. VI. 838. n. 92. tab. VII, fig. 120! 

Merklich kleiner als der vorhergehende, schlanker, und durch 
Färbung und Punktirung von ihm verschieden, in der Sculptur 
der Deckschilde fast ganz mit P. abdominalis übereinkommend. 
Der Kopf flach, mit tief eingedrückter Stirnrinne, oben zerstreu- 
ter- unterwärts dicht grob punktirt und dadurch auch die obere 
Begränzung des Kopfschildes unkenntlich, die grossen Augen 
etwas unter der Mitie tief ausgebuchtet. Die Farbe schmutzig 
greisgelb mit dunklerm Innern der Stirnrinne. Die Fühler schlank 
und dünn, gelb, das Wurzelglied mit einem schwärzlichen Längs- 
fleck; Jie obern Glieder deutlich zusammengedrückt, etwas er- 
weitert, mit rauchgrauem Anfluge. Das Halsschild. walzlich, mit 
fast grader, vorn und hinten wenig herabgekrümmter Mittelfirste, 
nach vorn hin wenig verschmälert, längs dem Hinterrande kaum 


155 


quer niedergedrückt. Die Seitenränder grade, schräg nach vorn 
herablaufend, kaum aufgeschlagen, die Hinterecken stumpfwinklig, 
scharf, der Hinterrand seitlich nur wenig ausgeschweift, mit 
schwach vortretendem, stumpf zugerundetem Mittelzipfel. Die 
Oberfläche grob und ziemlich dicht punktirt, die Punkte den Hin- 
terrand nicht ganz erreichend, daher letzterer als eine schmale, 
stumpfe, hinterwärts durch die gewöhnliche feine Querlinie dieser 
Gattung begränzte Querrippe etwas erhöht hervortritt. Die Farbe 
knochengelb, zuweilen etwas ins Röthliche fallend, das Innere 
der Punkte schmutzig braun, der Zwischengrund ziemlich glän- 
zend. Das Schildehen schräg aufsteigend, viereckig, hinterwärts 
etwas verschmälert, der abgesetzte dreieckige Hinterzipfel fach 
niedergelegt; die Farbe glänzend knochengelb. Die Deckschilde 
gestreckt walzenförmig mit etwas abgeflachtem Rücken, hinter- 
wärts wenig verengt, die Spitzen einzeln schräg nach aussen 
zugerundet, der Wurzelrand durch einen zwischen Schildchen 
und Schulterbeule liegenden Quereindruck leistenförmig erhöht 
und mit der breiten, flachen Schulterbeule zusammenfliessend, 
die Seitenlappen wenig bemerkbar. Die Punkistreifen regelmäs- 
sig, ausser dem gewöhnlichen abgekürzten Nahtstreifen auch der 
erste bald hinter jenem abgerissen und dadurch der 2tie etwas 
nach innen gebogen; die Punkte schon vor der Mitte so dicht 
an einander gereiht, dass in die Oberfläche furchenartige Längs- 
linien eingedrückt und die einfachen Punktstreifen in Kerbstrei- 
fen umgewandelt werden, zwischen denen die Zwischenräume 
als gewölbte Rippen sich erheben; letztere sehr fein querrunz- 
lig, glänzend, hier und da, besonders vor der Spitze, mit ver- 
einzelten groben Punkten besetzt; der Randstreifen noch den 
äussern Theil der Schulterbeule umziehend. Die Farbe schmuz- 
zig greisgelb oder knochengelb, das Innere der Punkte auch hier 
geschwärzt. Das Pygidium fein und dicht punktirt, licht gelblich, 
mit feinen greisen Seidenhärchen besetzt. Die Unterseite schwarz, 
die Seiten der Vorderbrust, Schulterblätter, Hüften, Seiten der 
Bauchringe und der letzte Ring, einmal auch der ganze Hinter- 
leib nebst den Beinen schmutzig gelb; Brust und Bauch fein 
aber dicht greishaarig. Das letzte Segment des 9 flach nieder- 
gedrückt, in der Mitte glänzend; das @ kenne ich nicht. 


Von Bagdad (Mus. Franc., Olivier! im Mus. Berol.). 


156 


Dritte Rotte. Fühler kurz und dünn, oben zusammenge- 
drückt. Körper schmal walzenförmig; die ganze Oberfläche dicht 
siebartig punktirt. Farbe oben schmutzig greis, ohne bestimmte 
Zeichnungen, unten schwarz. Gleichfalls eine nordamerikanische, 
in Europa fehlende Form. «(Vergl. Linn. VI. 221. Sechste Rotte.) 

8. P. vermicularis Moisch, Lang walzenförmig, oben 
greisgelb mit schwärzlichen Längswischen, unten schwarz mit 
bräunlich gesäumten Bauchringen; das Halsschild deutlich-, die 
Deckschilde dicht siebartig punktirt. L. 24°; Br. 125°. 

Auch dieser Käfer zeigt auf den ersten Blick ein so fremd- 
arliges Ansehen, dass man darin eher eine nordamerikanische, 
als eine der alten Welt angehörende Art vermuthen sollte, ohne 
dass ich jedoch, da eine ähnliche, fast noch mehr walzenförmige 
Art auch in Aegypten vorkommt, die Vaterlandsangabe geradezu 
in Zweifel ziehen möchte. Die eigentliche Heimath bleibt jedoch 
noch spätern Nachforschungen zu ermitteln. Der Kopf des mir 
nur in einem einzigen Exemplare vorliegenden Käfers ist gross, 
vorn grade abgeschnitten, dicht punktirt, die Augen weit ge- 
trennt, unterwärts etwas verschmälert, breit stumpfwinklig aus- 
gebuchtet; die Farbe schmutzig greisgelb, durch den schwarzen 
Grund der Punkte noch trüber, und die Fühlerhöcker fast schwärz- 
lich, mit verwaschener, unregelmässiger Begränzung. Die Mund- 
theile gelblich. Die Fühler (des 9) kurz, fadenförmig, nur die 
9 obern Glieder etwas erweitert und zusammengedrückt, eben- 
falls trübgelb mit gebräunter Oberseite des kurzen, dick aufge- 
triebenen Wurzelgliedes. Das Halsschild mässig lang, aber breit 
gewölbt, längs des ganzen Hinterrandes eingedrückt und dadurch 
die Mitte, besonders seitlich, wulstig erhöht, die Seiten fein ge- 
randet, nach den spitzen Vorderecken zu schräg abwärts gerich- 
tet, die stumpfwinkligen Hinterecken abgerundet, der Hinterrand 
fast grade, nur vor dem Schildchen schwach erweitert. Die 
Oberfläche dicht und ziemlich grob runzlig punktirt, auf der Mitte 
eine erhöhte, gleichfalls punktirte Kiellinie. Die Farbe schmutzig 
greisgelb, durch das geschwärzte Innere der Punkte stellenweise 
ungleich verdunkelt. Das Schildchen viereckig, doppelt breiter 
als lang, fein punktirt, schmutzig knochengelb, der abgesetzte 
Hinterzipfel wenig bemerkbar. Die Deckschilde breit, flach ge- 
wölbt, hinter der scharfen Wurzelleiste furchenarlig quer nieder- 
gedrückt; die Schulterbeulen länglich, die Seitenlappen lang her- 


157 

abgezogen, die Spitzen einzeln sehr breit zugerundet. Die Ober- 
fläche gleichmässig und ziemlich dicht siebartig punktirt, die 
Punkte erst auf der Wölbung etwas feiner und sparsamer, 
schwache Spuren unregelmässiger Längslinien zeigend, aber ohne 
alle Andeutung von Furchen, ein ziemlich breiter lichterer Saum 
über dem Randstreifen fast ohne alle Punktirung. Die Farbe 
greisgelb, durch das geschwärzte Innere der Punkte auch hier 
wie angeschmutzt, auf der Wölbung je ein unscheinbarer schwärz- 
licher Wisch, und eine ähnliche Längslinie hinter der Mitte; die 
Zwischenräume der Punkte fein narbig gerunzelt. Das Pygidium 
punktirt, schwarz mit verwaschen gelblichem Saume. Die Unter- 
seite gleichfalls fein punktirt, dünn greishaarig, schwarz; Schul- 
terblätter, Hüften und Hintersäume aller Bauchringe bräunlich- 
‚gelb. Auch die Beine gelb mit weisslichen Schenkelspitzen, die 
Schenkel dick aufgetrieben, Vorderschienen stark gekrümmt, auch 
die mittlern mit einer schwach angedeuteten Krümmung. Die 
Vorderhüften weiss gefleckt. Das letzte Segment des einzigen 
vorliegenden 2 mit einer flachen, halbkreisförmigen Grube. 

Im Museum Motschulsky ist das südöstliche Russland als 
Vaterland dieses Käfers angegeben. Europäisch ist derselbe ge- 
wiss nicht, vielmehr ohne Zweifel asiatischen Ursprungs, wenn- 
gleich das Wiederauffinden der speciellen Heimath spätern Er- 
mittelungen vorbehalten bleiben muss. 


5. Stylosomus m. 
(Linn. III. 146.) 


Augen eiförmig. 

Fühler fadenförmig, oben zusammengedrückt. 

Rückentheile oben zusammenschliessend ; Vorderbrust 
flach. 

Schildchen nicht sichtbar. 


1. St. erythrocephalus m. Feinhaarig, strohgelb, Kopf 
und Halsschild röthlich, eine hinten abgekürzte und daselbst je- 
derseits fleckenartig erweiterte Nahtbinde schwarz; die Deck- 
schilde fein punktstreifig. L. 3—1'; Br. 2— 2“, 

St. erythrocephalus Sufr. Linn. VIII. 151. (unter St. tamaricis erwähnt). 

Dem bekannten St. tamaricis bei oberflächlicher Betrach- 
tung zum Verwechseln ähnlich, aber doch nach meiner Meinung 


158 


eine gute Art. Er ist bei im Ganzen gleichem Habitus schmaler, 
gestreckter, hinterwärts weniger verbreitert, oberseits etwas mehr 
abgeflacht, die Behaarung feiner und dünner, daher die Ober- 
fläche glänzender, die Zwischenräume schmaler, mehr linienför- 
mig emporgehoben. Kopf und Halsschild dunkel rostroth, letzte- 
res nur zuweilen längs dem Hinterrande etwas lichter. Während 
jedoch auf diese Weise die schwarze Färbung, welche St. ta- 
maricis am Kopfe zeigt, hier gänzlich zurücktritt, tritt dieselbe 
auf den Deckschilden um so stärker hervor. Die letztern zeigen 
nämlich eine breite, hinterwärts nicht verschmälerte, aber auf der 
Wölbung plötzlich abbrechende und sich nur als ein zarter Naht- 
saum fortsetzende schwarze Nahtbinde, an welche sich die bei 
St. tamaricis nur zuweilen vorkommenden, hier aber stets vor- 
handenen Seitenflecken vor der Wölbung jederseils so eng an- 
schliessen, dass dadurch eine an den Seitenrändern der Deck- 
schilde sich wieder erweiternde Querbinde gebildet wird.  Aus- 
serdem zeigt die Schulterbeule gewöhnlich noch einen schwärz- 
lichen Längsfleck. Bei schwächer ausgefärbten Stücken ist die 
ganze Zeichnung matter, mehr verloschen bräunlich, aber stets 
in derselben Weise vorhanden. 

In Mesopotamien von Helfer gesammelt, und mir aus dem 
Mus. Berol. und Mannerh. (von Kolenati mitgetheilt) zum Ver- 
gleiche zugekommen. 


Unbekannt geblieben sind mir folgende, von den Schrift- 
stellern erwähnte Arten. 

I. Cr. dentipes Fab. ‚‚Aeneus cupro-nitidus, femoribus 
posticis dentatis. Habitat Tranquebariae. Mus. D. de Sehestedt.‘“ 

Fab. Syst. Eleuth. II. 47. n. 88. 

Der Käfer ist gewiss kein Cryptocephalus: in der Fabric. 
Sammlung fehlt derselbe, und es wird daher eine sichere Aus- 
kunft über ihn nur aus der K. Sammlung in Copenhagen zu 
erlangen sein. i 

I. Cr. Lundii Fab. ,‚‚Supra testaceus, oculis atris. 

Habitat Tranquebariae. Mus. D. de Sehestedt. 

Statura praecedentium (Cr. congesti, ornali ete.). Caput, tho- 
rax, elytra laevia, glabra, testacea, immaculala, oculis Solis ni- 
gris. Corpus nigrum, mox testaceum.“ | 

Fab. Ent. Syst. Suppl. 107. n. 54. 55. Syst. Eleuth. II. 48. n. 42. 


159 


Ich möchte diesen Käfer, besonders wegen des allerdings 
etwas unklaren Schlusses der Beschreibung, für die einfarbig gelbe 
Varietät des oben beschriebenen Cr. indicus Reiche halten, wage 
aber darüber nichts Sicheres zu entscheiden. 


I. Cr. Vahlii Fab. „Rufus, thorace maculis duabus atris, 
elytris atris, fascia punctoque rufis. 

Habitat in India orientali. Dom. Daldorff. Mus. Dom. Lund. 

Medius. Caput rufum, oculis cinereis. Thorax glaber, rn- 
fus, nitidus, maculis duabus magnis, oblongis, atris. Elytra sub- 
tilissime punctato-striata atra, fascia media rufa, quae ad suturam 
extenditur. Versus apicem punctum parvum, rufum. Corpus rufum.“ 

Fab. Ent, Syst. Suppl. 108. n. 54—55. Syst. Eleuth. II. 48. n. 44. 

IV. Cr. Spengleri Fab. ‚Thorace rufo, nitido, puncltis 
duobus nigris, elytris testaceis, macula poslice cyanea. 

Habitat Tranquebariae. Dom. Daldorff. Mus. de Sehestedt. 

Statura praecedentium (C. colorali, pustulati, Vahlii), An- 
iennae nigrae basi rufae. Caput rufum, orbita oculorum nigra. 
Thorax rufus nitidus, punclis duobus dorsalibus atris. Elytra 
laevia, testacea, macula postica cyanea. Corpus obscurum pedi- 
bus testaceis.“ 

Fab. Ent. Syst. Suppl. 109, n. 81—82. Syst. Eleuth. II, 56. n. SI, 

Diese und die vorhergehenden Arten halte ich für Varie- 
täten des vielgestalligen Cr. parasiticus m., dessen var. y. dem 
Cr. Spengleri, var. d. dem Cr. Vahlii entsprechen würde. In 
Fabricius Sammlung sind beide eben so wenig wie Cr. Lundii 
vorhanden. 

V. Cr. latimanus Oliv. ,Testaceus, elytris punclalis, 
tibiis anticis compressis. 

Parvus, cylindricus. Antennae testaceae, apice fuscae. Ca- 
put punctulatum, testaceum labio flavo. Thorax punctulatus, testa- 
ceus, margine pallidiore. Elytra punctata testacea. Corpus testa- 
ceum. Tibiae anlice compressae. 

Il se trouve au Bengale.“ 

Oliv. Ent. VI. 825. n. 70. tab. VI. fig. 100. 

Nach Beschreibung und Abbildung scheint es keinem Zwei- 
fel-zu unterliegen, dass die genannte Art in die nächste Ver- 
wandtschaft des Cr. pini gehören werde. 


VI. Cr. Lundii Oliv. „Supra testaceus, infra nigro-brun- 
neus, antennis nigris. 


160 


‘'Parvus. Antennae nigrae, arliculo primo rufescente. Caput 
testaceum oculis nigris. Thorax testaceus laevis nitidus. Elytra 
vix punctato-striata testacea nitida. Corpus nigro-brunneum, ab- 
dominis apice femorumque basi rufescente. 

Il se trouve aux Indes orienlales. Du Cabinet de M. Bron- 
gniart.‘“ 

Oliv. Ent. VI. 827. n. 73. tab. VI. fig. 103. 

Olivier eitirt den gleichnamigen Fabricischen Käfer nur mit 
einem ?, und zweifelt daher selbst an der Identität beider Thiere. 
Mir scheint dieser Zweifel wohlbegründet, und ich halte die von 
Olivier beschriebene Art für eine mir unbekannte aus der Roite 
des Cr. parasiticus, und dem letiziern nahe verwandt. 

VU. Cr. decorus Oliv. „Nigro-aeneus, capite thorace 
pedibusque rufis. 

Parvus. Antennae desunt. Caput rufum, oculis nigris. Tho- 
rax rufus laevis nilidus. Elytra vix punctato-siriata nigro-aenea 
nitida. Corpus nigrum pedibus rufis. ' 

Il se trouve aux Indes orientales. Du Cabinet de M. Bron- 
gniart.‘“ 

Oliv. Ent. VI. 828 n. 74. tab. VII. fie. 104. 

Die beigefügte französische Beschreibung giebt noch an, dass 
das Schildchen schwarz sei, und bezeichnet die Punktstreifen als 
nur längs dem Aussenrande bemerkbar. Ueber die Stellung der 
Art vermag ich bei der ungenügenden Beschreibung eine Ver- 
muthung nicht auszusprechen; die Figur zeigt einen kleinen Kä- 
fer mit blauen Deckschilden, von dem Habitus eines Monachus; 
sie kann aber auf den Ruhm der Genauigkeit schon deshalb kei- 
nen Anspruch machen, weil in ihr, dem beschriebenen Stücke nicht 
entsprechend, das Thier mit Fühlern dargestelit worden ist. 


VII. Cr. atomarius Gebl. ‚Thorace brevi, elylris pun- 
ctatis, supra pallidus nigro-irroratus. Long. 24; lat. 3‘. 

Unicum specimen in Peucedano paniculato montis Arka-ul m. 
Majo legit D. Meyer.“ 

Gebl. in Ledeb. Reise 11. 2. 201. n. 2. 

Der Autor hat diese Art später stillschweigend wieder fallen 
lassen, und es unterliegt wegen des in der ausführlichern Be- 
schreibung angegebenen thorax margine postice reflexo 
keinem Zweifel, dass darunter ein Pachybrachys verstanden sei. 
Wahrscheinlich ist der Käfer nur eine Varielät des P. hierogly- 


161 


phicus F., zu welchem auch der von Gebler a. a. 0. S. 205. 
n. 17. aufgeführte Cr. Aistrio als Form gehört. 


IX. Cr. trivittatus Gebl. „Supra niger, thoracis mar- 
gine elytrisque flavis, his subtiliter punctato-striatis, vitta laterali 
 alteraque communi suturali basi didyma nigris. Long. 13—2'”; 
lat. 2—1'. 

Nitidus, subtus sparsim albido-pilosus. Caput retractum pun- 
ctulatum, punctis 2 verlicis, 2 infra inserlionem antennarum, la- 
broque flavis. Antennae dimidio corpore longiores, articulis pri- 
mis 5 flavis, caeteris nigris. Thorax conicus, lateribus deflexus, 
postice bisinuatus, supra valde convexus, dense punctatus, mar-. 
gine antico, laterali, et angulis posticis flavis. Scutellum laeve. 
Elytra thorace paulo latiora et triplo fere longiora, supra con- 
vexa, humero et margine antico prominulis, subtiliter punctato- 
striatis, interstitiis profunde punctalis, vitta lata medio dilatata, a 
basi humeri ad apicem fere producla, alteraque suturali communi 
antice utrinque arcuala nigris. Corpus subtus dense punctulatum, 
pedes breves validi nigri, femoribus subtus et apice tibiisque fla- 
vis. Duo specimina, alterum prope Barnaul, alterum in montibus 
altaicis capta. Cr. vittato et wawario affinis, at colore, magnitu- 
dine, punctura etc. satis differt.“ 

Gebl. in Ledeb. Reise II. 2. 209. n. 39. 

Später (Käf. Südwest-Sibiriens. 381. n. 32) hat der Autor 
die Diagnose in folgender Weise erweitert: 

„Niger nitidus, thorace fornicato punctato, elytris profunde 
striato-puncialis, interslitiis vage punclalis, illo margine anlico ei 
laterali, antennis basi, tibiis elytrisque flavis, his utrinque siria 
lata terliaque suturali antice didyma nigris.“ 

und setzt dem noch hinzu: 

„Dem Cr. vittatus sehr ähnlich, aber, ausser der Zeichnung, 
durch stärkere Punktur des Halsschildes und der Flügeldecken 
verschieden.“ 

Die Art scheint jedoch dem nur in der erstern Beschreibung 
gedachten Cr. wawarius (= vittula m.) ungleich näher als dem 
Cr. vittatus zu stehen, und hiernach im Systeme auch ihre Stelle 
erhalten zu müssen. 


X. Cr. Wydleri Fald. ,‚Totus anihracinus, supra glaber 
nitidus antennarum basi capite pedibusque testaceis, femoribus 
IX. 11 


162 


posticis externe nigro-plagiatis; thorace gibbo polito; elytris abs- 
que ordine disperse punclatis. Long. 23‘; lat. 12“. 

Statura fere Crypt. nitenli Fab. proximus, tamen brevior ei 
latior, aliisque nolis facile dignoseitur. 

Caput valde retractum, totum testaceum subnitidum, obsolete 
variolosum et subtiliter remote punctatum, fronie inaequali, in 
medio canalicula brevi sed profunda notata. Oculi reniformes, 
vix prominuli, nigri. Antennae validiusculae, dimidio corpore paulo 
iongiores, articulis quatuor baseos testaceis, nilidis, subglabris, 
subsequentibus nigris opacis, griseo-pubescentibus, et setulis rigi- 
dis nigris parce adspersis. Thorax brevissimus, vel longitudine 
plus triplo latior, basi utrinque late nec profunde sinuatus, lobo 
medio obtuse rotundato fere truncato, concinne -crenato-margi- 
nato; lateribus modice rotundatis, aequaliter late reflexis, antror- 
sum valde decumbentibus; apice truncatus, tenuissime marginatus, 
margine ipso ferrugineo; supra valde convexus, atro-violaceus, 
nitidus, politus, vero sub oculo acute armato minutissime ubi- 
que disperse punctulatus, foveolis aliquot detritis in latere utrin- 
que leviter impressus. Scutellum triangulare, paulo elongatum, 
atro-violaceum, politum, nitidum, modice convexum, postice non- 
nihil adscendens, apice ipso truncato. Elytra thoracis basi ae- 
qualia, lateribus reflexo-marginata, pone humeros lobato-dilatata, 
dein nonnihil constricta, et apicem versus iterum gradatim dila- 
tata, apice singulaiim obtuse rotundata et parum dehiscentia, su- 
pra valde convexa, atro-violacea, nitida, glabra, obsolete remote 
grosse punctata nec non evidenter rugosa, punctis interdum sub- 
seriatim collocatis; intra basin uirinque late et sat profunde im- 
pressa, latere pone humerum tenuiter compressa, humeris valde 
elevatis, politis; margine laterali antico ferrugineo. Corpus sub- 
tus totum atro-violaceum subopacum, subtilissime alutaceum, vage 
at coneinne punclatum, parce pubescens, pectore valde producto, 
ventre tenuissime transversim striolato, in femina segmento ul- 
timo ventris in medio late et profunde excavato. Pedes brevius- 
culi, validi, testacei, femoribus valde compressis, posticis externe 
nigro-plagiatis, tibiis tarsisque pilosis. 

Mas dimidio minor, praesertim angustior in elytris; antennis 
longitudine corporis, tenuioribus et densius pubescentibus, capite 
magis producto, lurido-testaceo, verlice anguste nigro-marginato; 
ihorax magis longior, anlice angustior, ei angulis anticis cum 


163 


margine antico flavis; elytra crebrius, fortius et magis absque 
ordine punctata, margine laterali anlico concinnius testaceo, femo- 
ribus tenuioribus nee non parum longioribus, quatuor posterio- 
ribus externe anguste nigro-picea signatis, segmento ullimo ven- 
trali integro, baud impresso.“ 

Falderm, Fauna transcauc. 11. 388. n. 566. 

In Armenien. Die trotz ihrer Ausführlichkeit sehr allge- 
mein gehaltene und (wie auch die der folgenden Art) im Ori- 
ginaltexte durch viele Druckfehler entstellte Beschreibung lässt 
sich sowohl auf Cr. flavipes, als auf Cr. pistaciae m. und eine 
Varietät des Cr. 4pustulatus Gyl. deuten. Ich wage. deshalb 
lieber gar keine Deutung, und bemerke nur, dass auch auf den 
Color atro-violaceus der Beschreibung kein Werth zu legen ist, 
da der Autor auch seinem (als Var. zu Cr. tesselatus Grm. 
gehörenden) Cr. jucundus eine gleiche Farbe beilegt, 

XI. Cr. rusticus Fald, „‚Breviter ovatus, laete viridi- 
coeruleus nitidus; capite toto lurido-testaceo, macula verticali 
parva triangulari viridi-aenea signato, antennarum basi ferruginea 
thorace aeneo micante, rude crebre punciato, utrinque rugoso; 
elytris concinne profunde punclato-strialis, apice singulatim rolun- 
datis, interstitiis minute dense punctulato-rugosis. 

Long. 13‘; lat. 4”. | 

Praecedente (Cr. megalosomo Fald. = ianthino Germ.) 
minor, sed slatura simillimus, modo signalura capilis et elytrorum 
‘ punciura majore praecipue diversus, 

Caput evidenter producium, ubique obsolete exaralo-puncla- 
tum, totum lurido-iestaceum opacum, vertice macula triangulari 
punetoque parvo inter antennas utrinque viridi-aeneis nitidis si- 
gnatum; praeterea verlice canalicula longitudinali obsoleta instru- 
clum. Antennae dimidio corpore non longiores, tenues, parce 
pubescentes, nigrae, opacae, exirorsum nonnihil incrassatae, ar- 
\culis quaiuor baseos ferrugineis glabris nitidis, vero articulo 
basali primo supra mäcula viridi-aenea notato.. Oculi modice 
prominuli, sublunati, luridi; ore ferrugineo. Thorax longitudine 
plus duplo latior, viridi-aeneus nitidus, basi utrinque sat profunde 
emarginatus, lobo medii magno, rolundato, laleribus reclis, non 
rotundatis, angusie reflexo-marginatus, dorso ante medium valde 
fornicato, postice parum depresso; undique grosse et confertim 
punclatus, latera versus obsolete rugosus, intra basin ante scutellum 


164 


foveolis duabus parvis obsoletis oblique impressus. Scutellum trian- 
gulare, parum elongatum, apice acuminalum, supra nonnihil con- 
vexum laeve, obscure viride, nilidum, postice valde adscendens. 
Elytra thoracis basi haud latiora, sed mox pone basin lobo lato 
dependente dilatata, dein apicem versus sensim angustalta, apice 
dehiscentia, singulaiim obluse rotundata, fere truncala et anum 
non tegentia, supra convexa, confertim et rude punctato- siriata, 
interstitiis subtilissime at dense punciulalis subrugulosis; laete satu- 
rate viridi-coerulea, nilida, glubra; pone humerum parum coarc- 
tata,| basi ipsa Iransversim pulvinala ibique utrinque leviter impressa, _ 
sutura ad apicem scutelli valde elevata; callo humerali concinne 
elevato, rotundato et magis nilido. Corpus subtus atro-coeruleum, 
nitidum, ubique crebre puncialum et rugosum, parum nilidum, - 
glabrum, pectoris lateribus dense at minute granulatis, segmento 
anali integro; pygidium sat productum, modice convexum, crebre 
evidenter punctatum, viridi-coeruleum, subnilidum, margine valde 
elevato cinctum. Pedes robusti, breviusculi; femoribus incrassa- 
tis, viridi-aeneis, nilidis, remote ei valde obsolete punctulatis 
glabris, tibiis tarsisque obscure altro-violaceis, parce pube- 
scentibus.““ 
Falderm. Faun, transcauc, II. 395. (lege 392) n. 568, 

Ebenfalls in Armenien. 

Ich habe bereits in der Linnaea VII. 125 n. 82. die Ver- 
muthung ausgesprochen, dass das von Faldermann a. a. 0. 390. 
n. 567. beschriebene vermeintliche 9 seines Cr. megalosomus 
(= ianthinus Germ.) ‚‚segmento ultimo ventrali obsoletius 
excavato‘‘ auch nur ein Q mit schwächer ausgebildeter Bauch- 
grube bezeichne. Ist diese Vermuthung begründet, so würde 
Cr. megalosomus Fald. a. a. O. lediglich zu dem Cr. ianthi- 
nus Germ. 2 als Synonym gehören, und ich hätte alsdann nicht 
das mindeste Bedenken, anzunehmen, dass Faldermann unter 
dem vorstehend beschriebenen Cr. rusticus das g‘ eben dessel- 
ben Cr. ianthinus verstanden habe, zumal auch die Kopfzeich- 
nung der beiden Faldermann’schen Arten genau den beiden 
Geschlechtern der genannten Art entspricht. 


165 


Register. 


I. Systemalisches Artenverzeichniss. 


l. Monachus Chevr. 


i, peregrinus m. ER 


3, Melıxanthus m. 


1, intermedius m, 


"3. Cryptocephalus Geoffr. 


1, 


2. 


4. 


1, Rotte. 
trifasciatus Fab. - . 


maleficus m- » . 


‚ trieincetus Kollar et Redt. 


bis-sexguttatus m. 


2. Rotte. 


. colon Germ. . 
tetrastigma Mus. Berol, 


3, Rotte, 


. guttifer Mus. Fr. 
,‚ pulvillatus Man. . 


Herbstiiı Mus. Ber, » 


. floriger m. . . . 


Sehestedtii Fab. . 


‚„owmlumm ,+.. 
. vittipennis Boh, - . 
. virgula m. , 

. eircumductus m. 


semirufulus m. 


‚Insubidus m, » ; 
. sanguinolentus Olıv. 
. sobrius m. 

20. 
21, 
22, 


Billardierii Fab. . 
parasiticus m. 
pilularıus m. - . 


Seite 


{ 


10 


12 
14 
15 
18 


19 
21 


22 
24 
25 
27 
28 
30 
3 
32 
33 
35 
36 
37 
39 
40 
42 
45 


23. 
24, 


25. 
26. 
27. 


28. 


29, 
80. 
31. 
32, 
33. 
34. 
39. 
36. 
37. 


38. 


39. 
40. 
al. 
42. 
49. 


dichotomus ın. 


abbreviatulus m: : 


4. Rotte. 
virgatus Gene. 
laetus Fab. 
regalis Gebl, . 

5. Rotte. 
ilicıs Oliv. : 

6. Rotte, 
sexsignatus Fab. . 
bissexsignatus m. . 
indicus Mus. Fr. , 


dodecaspilus Chevr, 


Sannıo Koll. et Redt: . 


crucipennis m, 
quadratus m. . 
analıs Oliv. 


cınnabarınus m. . 


7. Rotte, 
Sandrocotius m. 

8, Rotte, 
undatus m, 
undulatus Man. , 
Sinaita m. . 
petraeus m. 
arabs m. 


9, Rotte. 


® 


44, atrıcıllus Mus, Berol, : 


45. 
46. 


lutescens m. , . „, 
faustulus m. : : , 


Seite 


8l, 
82. 


10. Rotte: 


, coryli Lin. 

„ bivittatus Gebl. 

. Prusias m. . 

‚ transversalis m. . 
, cordiger Lin. . $ 
2, distinguendus Schneid. 
. 6punctatus Lin, . 
. cribratus m. Se, 
. Mannerheimiı Gebl. 


niger Gebl, 


. biguttulatus Gebl. 
‚ ochroloma Steven 
. laevicollis Gebl, . 
‚ luridipennis m. 

‚ 15notatus Man. 

. tatarıcus Gebl. 

‚ crux Gebl, . 


11. Rotte. 


. Stschukini Fald. 
. coloratus Fab, 

. halophilus Gebl, . 
. Slavicollis Fab. 

. rubı Men. . 

. pilosellus Man. . 
. sesquistriatus Stev. 
. Böhmii 1llie. . 

. limbellus Man. 


. lemniscatus Man. 


12. Rotte, 


‚ obliteratus m. 


13. Rotte. 


. violaceus Fab, 
. virens m, 

- duplicatus m. 
. concolor rn. 

. sericeus Lin. 

. aureolus m. 


hypochoeridis L. 


rugulipennis m. . 


14. Reotte. 


83 lobatus Fab. . 


15. Rotte. 


84. semiviridis Man. 


+ 


K 


% 


’ 


90 


101 
103 
104 


106 
110 
110 
110 
110 
111 
112 
112 
113 
115 


116 


118 
118 
118 
118 
118 
118 
119 
119 


119 


120 


16. Botte. 
85. pini L, . Kerze Lig] 

17. Rotte. 
86, hecticus Fab. . 


100. 
101. 
102. 
103. 
104. 
105. 


106. 
107. 
108. 


109. 
110. 
111. 
112, 
113. 
114. 
115. 
116. 
117, 
118, 
119. 
120. 


121, 
122. 


18. Rotte, 


. nitens Lin. 


. nitidulus Gyl. 


Kulibinı Gebl. 


. macrodactylus Gebl. 


coerulescens Man. 


. flavoguttatus Olıiv. 
. bivulneratus Fald. 
. bidentulus m. 

. Aguttatus Koy. 

. Moraei Lin. . . 
. hamatus Man. 

. flavipes Fab. . 


. Pistaciae m. 


19, Rotte. 
hirtipennis. Fald. 
1Opunctatus L. 
punctiger Pk. 
ianthinus Schüp. 
fuleratus Grm. 


flavılabrıs Pk. . 


20. Rotte. 
pallifrons Gyl. 
pumilio m. . ., 
confusus m, 4 

21. Rotte. 
lucifer m, . 
tesselatus Germ. , 
bilineatus L. 
connexus 11. . 
notogrammus m, 
minutus Fab. . 
heraldieus m,. . 
deficiens m. 
labiatus Lin, 
WVasasijernii Gyl. 
querceti Er, 
frontalis Mrsh. 


22, Rotte. 
6pustulatus Rossi 
exsulans m. . „ 


167 


Seite 


23. Roite. 


123. salıcıs Fab. 
124. bipunctatus L. 


151 
151 


4. Pachybrachys Chevr. 


1. seripticollis Fald, 
2. hieroglyphicus Fab. 
3. maculatus Parr. . 
4. limbatus Men, 

5. fimbriolatus Müll. , 


2. Rotte. 


151 
152 
152 
BR 5) 
ER Ey 


6, nigropunctatus Mus. Vind. , 152 


7, glycyrrhizae Oliv. 
3. Rotte. 


8. vermicularıs Motsch. 


Abbreviatulus m. 


alni Men. . 
analıs Ol. . 


arabs m, . . 


armeniacus Fald, 
atomarius Gebl. , 
atricıllus Mus. Ber. 


aureolus m, 
bidentulus m. » 


biguttulatus Gebl. 


bilineatus L, 


Billardiern Fab. 


bipunctatus L. 


bissexguttatus m. 
-bissexsignatus m. 
bivittatus Gebl. , 
bivulneratus Fald. 


Böhmii Illie. . 


Boschniaki Fald. 
brachialis Man. . 
cembrae Motsch, 


154 


156 


5. Styloso Mus I, 


h be erythrocephalus ın. 


I. denupes Fab. 
II, Lundiı Fab. . 
III. Vahlıı Fab. . 
IV. Spengleri Fab. 
V. latimanus Oliv. . 
VI. Lundii Olıv. . 

VII. decorus Oliv. 

VIII. atomarıus Gebl, 
IX. trivittaius Gebl. : 
X. Wydleri Fald.. 
AT. rusticus Fald. 


Alphabetisches Register. 


. ..143 
, 1. ® 160 
® [} 118 
er 27 


. 143 


151 


130 
112 
110 
136 
122 


cınnabarınus m. . 
circumductius m. s 
clythroides Motsch. . 
coerulescens Man. 
colon Germ. : 
coloratus Fab, 
concolor m. . 
con/luens Man. , 
confusus m, . . . . 
congener Men. . 
connexzus Illig, 
cordiger L. ro 
earylı LER 8 
crıbratus m. 
crucipennis m. 

crux Gebl. 

dauricus Mand. . 
dauricus Man. 
decempunctatus L, . 
decorus Oliv. 

deficiens m. 


v 


Seite 


104 
107 


158 
160 
146 


dentipes Fab. . .». 
dichotomus m. . « 
distinguendus Schneid. 
dodecaspilus Chevr. 

Dohrnü Ang. . . . . » 
duplicatus m. .» 
equestris Gebl. . 
erythrocephalus m. . 
exsulans m, N ER EN 
faustulus m. 
fimbriolatus Müll. 
flavicollis Fab. . . 
flavilabrıs Pk, 
flavipes Fab. . 
llavoguttatus Oliv. . 
floriger m. 

frontalıs Mrsh. 
fulcratus Grm. ., . 
galegae Mus. Fr... 
glycyrrhizae Mus. Fr. 
glycyrrhizae Oliv. 
guttifer Mus. Fr. 
halophilus Gebl. 
hamatus Man: 

hecticus Fab. 
heraldicus m. . 
Herbstiı Mus. Br, ne 
hieroglyphicus Fab. . - - . 
hirtipennis Fald. 

hirtipennis Mus. Petrop. 
histrio Fald. . 
hypochoeridis L. 
ianthinus Schüp. 
ılıcıs Olıv. 
indicus Mus, Fr. 
insubidus m. . 
intermedius m. . 
jucundus Fald, . 
Kulibini Gebl. 
labiatus L. 

laetus Fab. 
laevicollis Gebl. 
latimanus Oliv. 
lemniscatus Man. 
lımbatus Men. 
limbellus Man. . 


% [2 ” * 3 


® 


lobatus Fab. , 
lucifer m. 
Lundiı Fab. . 
Lundii Olıv. . 
luridipennis m. . 
lutescens m. . ne 
macrodactylus Gebl, SUR 
maculatus Parr. - 
maleficus m. - 
Mannerheimiı Gebl. 
megalosomus Fald. 
minutus Fab. 
Moraeı Lin. . 
niger Gebl. 


nigropunctatus Mus, Vind. . 


nitens Lin. 
nitidulus Gyl. 
notogrammus m. . 
obliteratus m . , 
ochroloma Stev. » 
ovulum m, 

pallifrons Gyl. 
parasiticus m. 
peregrinus m, 

petraeus m. eher 
pilosellus Man. . . . 
pilosus Fald. . 
pilularius m. . 

pinı Lin. 

pistaciae m. 

Prusias m. SET 
pulvillatus Man. . « 
pumilio m. 

punctiger Payk. . : 
pustuliger Mus. Petrop. 
pustulipes Men. . 
quadratus m. 
quadriguttatus Koy. 
querceti Erichs,. . . 
quindecimnotatus Man, 
ramosus Man. . 
regalis Gehl. . 
rubi Men. 
rugulipennis m, . 
rusticus Fald. 


salicıs Fab, , 


% 


% 


% 


169 


{ Seite 
Sandrocettus m. :. .........7 
sanguinolentus Oliv. , . :» » 837 


Sannio Koll. et Redt. Ne 5 


seripticollis Fald. . » . .. 21 
Schestedtn Rab}... .. =. 27028 
selöates. Man... . :-.:.. „al 


semirufulu m. :. : 2.2.2.3 
semiviridis Man. . » . » 120 
serreeustlin. -,. .%., ...2.'. 118 
sesquistrlatus Ste... » . „ » 112 
sexnotatus Oliv. . . . ...50 
sexpunctatus Lin. - . » »...9 
sexpustulatus Rosi . . . . 148 
sexsignatus Fab. | 
signatieollis. St... 0... 78 


Bean N ae nd 
Bose ee 89 
Spengleri Fab. ‚159 
Steveni Adams . ee DO 
Stschukinii Fald. a 1], 


tatarieus :Gebl. ‚sr... 20103 


tesselatus Grm. . ö 
tetrastigma Mus. Berol, , 
transversalis m. . 


transversomaculatus Motsch. 


tricinctus Koll. et Redt. . 
trıfasciatus Fab. 
trivittatus Gebl. . 
undatus m. 
undulatus Man. .« 
unicolor Oliv, 
Vahlıı Fab. 
variegatus Gebl. . 
vermicularıs Motsch. 
violaceus Fab. 

virens m. » . . 
virgatus Gene. 

yirgnla:mi De Hr 
vittipennis Boh, . 
Wasastjerniı Gyl. , 
VVydleri Fald. . 


zonatus Reiche 


— ee 


Seite 
143 


161 


119 
159 


156 
118 
118 


148 
161 


Beiträge 
zur 


Mennitniss deutscher Bienen, 


von 


Dr. 3). Kriechbaumer. 


1. 
Die Schmarotzerhummeln. 
Psithyrus Lep. Apathus Newm. 


D: nächste Veranlassung zu dieser kleinen Arbeit war das 
vergebliche Bemühen, die von mir in grosser Anzahl gesammel- 
ten Hummeln (Bombus und Psithyrus) nach den vorhandenen 
Hülfsmitteln sicher und richtig zu unterscheiden. Obwohl die 
Litteratur über diese interessanten Thiere nicht arm ist, so ist 
selbe doch qualitativ unzureichend, da in keinem der mir bekannt 
gewordenen Werke auch nur die deutschen alle enthalten, und 
die Unterschiede der beschriebenen Arten, auch in den neueren 
Werken, grösstentheils nur nach der theilweise sehr unbeständi- 
gen Farbe der Behaarung aufgefasst sind, Auf mein eigenes 
Nachforschen angewiesen, musste selbes zunächst danach gehen, 
standhaftere Merkmale aufzusuchen. Solche haben sich mir in 
der Form des Kopfes, den hinteren Fusswurzel (Ferse), der 
Hinterleibspitze, den Fühlern dargeboten, wozu noch als sehr 
charakteristisch die männlichen Geschlechtszangen kommen. Da 
die Arbeit über die eigentlichen Hummeln noch längere Zeit er- 
fordert, namentlich der äusserst schwierigen und weitläufigen 
Synonymie wegen, so bitte ich, indess dieses Wenige als einen 
Beweis meines Strebens nach genauer Unterscheidung unserer 
Bienenarten mit Nachsicht aufzunehmen. 


171 


Zu grossem Danke bin ich meinem geehrten Freunde, Pro- 
fessor Dahlbohm in Lund, verpflichtet, der mir durch eine reich- 
haltige Sendung schwedischer und lappländischer Hummeln eine 
genaue Kenntniss der dortigen Arten verschaffte, sowie auch 
den Herren Bremi und Graeffe in Zürich, Dr. Imhoff in Ba- 
sel, Dr. Herrich-Schaeffer in Regensburg, v. Kiesenwetter 
in Leipzig, Professor v. Siebold in München, die mit grösster 
Bereitwilligkeit theils ihre Exemplare zur Ansicht mittheilten,- 
theils durch Bücher mich unterstützten, sowie endlich meinem 
Freunde Dr. Gemminger, welcher die Zeichnung beiliegender 
Tafel bereitwilligst übernahm. 

Kirby) machte zuerst auf die wichtigen Unterschiede auf- 
merksam, welche manche seiner Bienen aus der letzten Abthei- 
lung, die unter dem Namen Hummeln bekannt sind, von den 
übrigen unterscheiden, nämlich den Mangel des Fersenhenkels, 
des Korbes und Kammes der Hinterschienen, den eingekrümmten 
Hinterleib, lässt sie aber dennoch zerstreut unter den eigentli- 
chen Hummeln stehen. Iliger bildete dann ?) eine besondere 
Abtheilung aus denselben und schloss richtig aus dem Mangel 
der oben angegebenen Sammelorgane auf eine verschiedene Le- 
bensweise derselben; da jedoch die angegebenen Unterschiede 
nur bei den Weibchen Anwendung finden, so blieben mehrere 
dazu gehörige Männchen unter den eigentlichen Hummeln stehen. 
Lepelletier 3) vereinigte die bezüglichen Arten zu einer be- 
sondern Gattung, die er genauer feststellte und Psithyrus nannte; 
zwei Jahre später bezeichnete Newman (ob aus Nichtkenntniss 
des bereits vorhandenen Namens?) dieselbe als Apathus. Erste- 
xer wies auch die parasitische Lebensweise dieser Thiere nach 
und stellte sie als Ste Familie an die Spitze seiner parasitischen 
Bienen. 

So leicht es nun ist, ein Weibchen dieser Gattung von einer 
ächten Hummel zu unterscheiden, so schwierig ist dies (ohne Un- 
tersuchung der Mundtheile) bei den Männchen. Die besten 
äussern Unterschiede geben dazu die Hinterschienen und die 
Fühler, Erstere sind auf ihrer Aussenfläche wie die des 2 immer 


Y) Ap. Angl. 

2) Mag. V. 

°) In den Annal. Ent. Fr. (1832) und Hym.; ersteres sowie Drewsen 
Bombi Daniae konnte ich nicht bekommen. 


172 


gewölbt, rauh und behaart (bei den Hummeln fast immer flach, 
glatt und glänzend, nur bei einer Art, B. pomorum Pz.?, wie 
bei Psithyrus gebildet, aber grade diese Art hat dünnere, am 
Ende etwas erweitert gliedrige Fühler); letztere sind immer 
dicker als bei den verwandten Hummelarten, mit einfachen, wal- 
zenförmigen oder nur schwach gekrümmten, niemals erweiterten 
Gliedern. | | 

Die Unterschiede zwischen Q und 5 sind ausser dem einge- 
krümmten, durch sehr charakteristische, nach den Arten verschieden 
gebildete Spitze des Endringes ausgezeichneten Hinterleib dieselben 
wie bei den eigentlichen Hummeln: Das 2 ist bedeutend grösser, 
die Fühler sind 12gliedrig, der Hinterleib 6gliedrig, die Ober- 
seite des Endringes mit feinem, kurzem, gegen das Ende dichte- 
rem, fast filzigem Flaum bedeckt, die Flügel dunkler. DieFühler des 
Jg sind länger, 13gliedrig, der Hinterleib 7gliedrig, die Behaa- 
rung dichter, namentlich der Endring so lang wie die übrigen 
behaart, derselbe unten flach, oder mit nur wenig umgebogenem, 
zuweilen 2 kleine Höcker bildendem Spitzenrande. 

Die Farbe der Behaarung, die bisher fast ausschliesslich, bei 
den Diagnosen wenigstens, zur Unterscheidung der Arten benutzt 
wurde, hat sehr ungleichen Werth. Am standhaftesten ist sie 
immer an der äussersten Spitze des Hinterleibes, nach dem Ge- 
schlechte jedoch zuweilen verschieden, schon etwas wandelbarer 
namentlich in der grössern oder geringern Ausdehnung, auf den 
unmittelbar vorhergehenden Ringen. Bald sehr standhaft, bald 
mehr oder weniger wandelbar sind Vorderrand des Brusischildes 
Scheitel unb Schildchen. Der grössten Verschiedenheit unter- 
worfen sind die ersten 2 oder 3 Hinterleibsringe; auf diese, 
sowie auch auf Scheitel und Schildchen, hat das Geschlecht 
meistens bedeutenden Einfluss, namentlich zeichnet sich das & 
sehr häufig durch zahlreichere helle Haare dieser Theile aus, in 
manchen Varietäten bis zum Verschwinden der dunklen Grund- 
farbe. Bei manchen Arten (z. B. Ps. vestalis, quadricolor) 
findet auch, abgeschen von der Veränderung durch das Alter, 
eine Stellvertretung gewisser Farben für einander statt, z.B. zwi- 
schen Gelb und Weiss, Gelb und Grau. Die Grösse ist zwar zur 
Unterscheidung einzelner Exemplare meistens unzuverlässig, zur 
Unterscheidung zweier Arten von einander aber oft ein sehr 
wichtiges Merkmal. Die Unterschiede in Form und Länge des 


173 
Kopfes, bei den Bombis sehr wichtig, werden bei den Psithyris 
durch die Hinterleibsbildungen überwogen; dagegen giebt die 
Beschaffenheit der hintern Fusswurzel, namentlich beim 9, die 
Länge der Fühler beim g' zuweilen wichtige äussere Unterschei- 
dungsmerkmale. 

_ Die Weibchen erscheinen in den ersten warmen Frühlings- 
tagen, wo man sie entweder träge auf Weiden, Löwenzahn etc. 
sitzen, oder langsam herumfliegen sieht, um die Nester der Hum- 
meln aufzusuchen und, gleich dem Kukuk unter den Vögeln, dort 
ihre Eier abzulegen. Mitte Juni ohngefähr sind die ersten frisch- 
entwickelten Männchen zu sehen, und dann bis in den Spätherbst 
im Verhältniss zu den Weibchen, meistens in viel grösserer 
Menge, vorhanden, am liebsten die Distelblüthen besuchend. 
Sehr auffallend war mir immer das höchst sparsame Erscheinen 
frisch entwickelter Weibchen im Sommer und Herbst; wahr- 
scheinlich suchen sie sich kurz nach der Begaitung ihre Winter- 
wohnung oder finden es bequemer, bei ihren Wirthen noch län- 
ger ihre Nahrung zu suchen. Die Männchen gehen vor Eintritt 
des Winters zu Grunde. Arbeiter, wie bei den ächten Hummeln 
und Bienen, kommen bei den Psithyrus nicht vor, wie schon 
aus ihrer Lebensweise hervorgeht. 


Psithyrus rupesitris. 

Niger, quandoque griseo- aut flavescenti-signalus, abdomine 
oblongo-ovali, planiusculo, postice fulvo, talis') posticis elongato 
sublinearibus. 

2. Alis nigro-violaceis, scutello abdominisque segmenlis 3 
primis plerumque nigris, segmento anali subtus apice margine 
reflexo acuto, utrinque triangulariter producto. 

Long. 18— 22mm. 

g. Alis hyalinis, apice infuscatis, scutello abdominisque basi 
plerumque griseo-signatis, forcipi ulrinque apice semilunari-dila- 
tatis, albido-pellucidis. 

Long. 13— 15mm. Long. flagelli antenn. 443 — 5mm. 


') Der Kürze der Bezeichnung wegen, und da der sonst richtigere Aus- 
druck tarsus für den ganzen auf die Schienen folgenden Fuss gebraucht 
wird, nehme ich diese Bezeichnung für die Fusswurzel an. 


174 


Var. 2. 


1. Thorace abdominisque basi 
nigris. 

Dazu var. 4. Lep. Hym. 

2. Thorace antice maculis 
duabus griseis. 


3. Thorace anlice fascia gri- 
sea aut lutea. 

Dazu var. 3. Lep. Hym. — 
Var. ß. Eversm. 

4. Thoracis fascia anlica et 
scutello margine postico, hoc 
interrupte-luteis; segmenti se- 
cundi abdominis in margine la- 
terali postico pilis paucis luteo- 
griseis, quarli lateribus rufis. 

Var.2.Lep. Hym. Dazu auch 
var. y. Eversm. 

9. Thoracis fascia antica, scu- 
tello postice, abdominisque seg- 
ment. 2 et 3 margine laterali 
post. luteis, 4t0 nigro. 

Var. 1. Lep. Hym. 

NB. Die beiden letzten Va- 
rieläten sind mir nie vorge- 
kommen. 


Var. d. 


1. U var. 1. ©, 


2. Thorace antice, scutello 
postice abdominisque segmen- 
tis anterioribus lateribus griseo 
mixlis. 

Lep. Hym. var. 1. 

3. Margo posticus segm. 2. 
iotus griseus, ceterum var. 2. 
similis. 

Lep. Hym. var. 2. 

4. Segmentum 2 etiam medio 
grisescens. 


5. Segmenta tria prima gri- 
sea aut flavescentia, excepto 
terlii macula media nigra. 


6. Praec. similis, segm. ter- 
tii pili nigri pauei aut nulli. 


Synonyma. 


Apis lapidaria var. Brünn. Ins. Siell. pag. 19. not. aa. (Kby.) 

Apis subterranea Geoffr. Ins. Par. II. 416. 20. (Kby.) 
Schaeff. 69. 9. (HS.) 

B? rupesiris F. Syst. Ent. 320. 26. (Walck.) 

? Fourcer. Ent. Par. n. 21? (Kby.) 


175 


Apis subterranea Christ. Hym. p. 125. tab. 6. f. 5? (Kby.) 
(var. 3 m.) 
Apis rupestris F. Ent. Syst. II. 320. 26. (var. 1. m.) 
Apis arenaria Pz. Fn. Germ. 74. 12. — Rev. 258. 
Apis rupestris Kby. Ap. Angl. II. 369. 108. (var. 1. m.) 
1. 
Bombus rupestris Walck. Fn. Par. II. 147. 9. (Dhlb.) 
F. S. P. 348. 26. (var. 1. m.) 
ll. Mag. V. 74. 61. (var. 1. m.) ’) 
Billb. Cat. IN. CDhlb.) 
Dhlb. Bomb. Scand. 51. 33. fig. 21. (var. 
1. m.) 
* Drewsen, 
*Psithyrus Vasco Lep. in Ann. Ent. Fr. I. 375. 1. 


Pyrenaeus id. 
arenarius id. 
rupestris id. 
Psithyrus rupestris Lep. Hym. II. 426. 1. c. var. 
g. 


Apis frutetorum Pz. Fn. Germ. 75. 20.?) — Rev. 261. 
Apis albinella Kby. Ap. Angl. I. 361. 104. I. tab. 13. f. 25. 
(segm. anale inf. feminae.) 
Bombus frutetorum Ill. Mag. V. 168. 28. 
Psithyrus frutetorum Lep. in Ann. Ent. Fr. I. 381. 5. (Hym.) 
interruptus id. 
frutetorum Lep. Hym. II. 456. 5. 


Qu 
Psithyrus rupestris H.S. Nel. II. 203.3) 
Schenck Nass. Bien. 74. 1. c. var. 


!) Durch einen Druckfehler ıst bei dem Panzer’schen Citat „lapidaria“ statt 
„arenaria“ angegeben. 

2) Lep. (Hym, 436. Nota) vermuthet mit Unrecht in der Panzer’schen Fi- 
gur ein ©. 

B. frut. F. S. P. 350. 38. lautet zu verschieden, als dass er hierher 
gezählt werden könnte, daher auch F. die Panzer’sche Art mit Unrecht 
mit der seinigen verbindet, Ob F. wirklich ein typisches Exemplar von 
Pz. vor sich hatte, wie Ill, angiebt, muss ich bezweifeln. 

®) Nach H. S. hat Klug zuerst den Ps, frutetorum L. als das 5 des rupe- 


stris erkannt, 


176 


Psithyrus rupestris Eversm. Fn. Volg, — Ural. 126. 1.') 
c. var. 
Dhlb. in litt. 2) 


@. Durch die beträchtliche Grösse, den etwas flachen und 
parallelen Körper und die schwarzblauen Flügel sehr ausgezeich- 
net. Schwarz, Brustrücken entweder wie der grösste übrige Theil 
des Körpers eben so, oder am Vorderrande zwei graue Flecken 
(var. 2), oder eine bald schwächer bald stärker entwickelte graue 
oder gelbliche Binde (var. 3). Schildchen und die 3 ersten Hin- 
terleibsringe sind bei den mir bekannten Formen einfarbig schwarz 
(nach Lep. und Eversm. zuweilen mit Gelb gemischt); zuweilen 
dringen die schwarzen Haare auch noch auf die Basis des vier- 
ten Ringes vor, nach Lep. und Eversm. ist er zuweilen ganz 
schwarz, während in andern Fällen die rothen Haare dieses Rin- 
ges auf die Seiten des Hinterrandes des 3ten Ringes sich fort- 
setzen. Der fünfte Ring roth, der Endring oben mit kurzen, auf 
der Mitte beider Seiten etwas mehr entwickelten rothen Flaum- 
haaren bedeckt, unten am Ende mit zurückgebogenem, scharfem, 
auf beiden Seiten in ein Dreieck erweitertem, roih gewimpertem 
Rande. 

d. Vonseinem® besonders durch die weit geringere Grösse, 
die glashellen, nur am Aussenrande etwas dunklern Flügel und 
meistens auch durch die mehr ausgebildete graue Behaarung ver- 
schieden. Zwar finden sich öfters Exemplare von der Färbung 
des @ (var. 1.), meistens aber sind das Schildchen (besonders 
am Hinterrande), der Hinterrand der beiden ersten Ringe und 
der Vorderrand des dritten, namentlich an den Seiten, mehr oder 
weniger grau (var. 2. und 3.). Zuweilen breitet sich das Grau 
auch über die Mitte des zweiten Ringes (var. 4.) oder fast über 
die ganze Oberfläche desselben (var. 5.) aus, wobei der dritte 
noch vorherrschend schwarz bleibt, oder die graue Farbe eben- 
falls annimmt (var. 6.). Der vierte Ring ist wie die folgenden 
roth, zuweilen am Vorderrande noch schwarz. Die Zangenarme 
enden in eine sehr deutlich halbmondförmige, weisslich durch- 
scheinende Erweiterung, die beiden Hörner nach innen gekehrt. 


!) Von dem f' nichts als die helleren Flügel erwähnt. 
2) „Die beiden Geschlechter dieser Art wurden mehrmals in der Begatiung 
beobachtet und gefangen.“ 


177 


Die Fühler sind ziemlich kurz und dick, mit walzenförmigen, aus- 
sen schwach bogenförmig eingedrückten Gliedern. Die Schie- 
nenhaare meistens rot, namentlich bei den hellern Varietäten, 
bei den dunklern öfters schwarz. 

Vaterland: Wahrscheinlich über ganz Europa verbreitet, 
wenigstens über das mittlere, östliche und nördliche: Deutsch- 
land, um München und Tegernsee von mir gefunden, auf der 
Neureuth im August 1853 alle 6 Var. des 9%, 2 und 3 am häu- 
figsten; Regensburg (H S.); Nassau (Schenck); Danzig (v. Sieb.); 
Schweiz, um Chur ziemlich selten; Zürich (Bremi), Basel (Im- 
hoff); Frankreich bis in die Pyrenäen (Lep.); England (Kby.); 
Dänemark (Westerm. nach Dhlb.); Schweden, im mittleren und 
südlichen nicht selten (Dhlb. in litt.); Russland (Eversm.). 


Psithyrus campestris. 


Niger, pilis in verlice, thoracis fascia antica scutelligue mar- 
gine postico (hoc fasciculatim) luteis, rarius obsoletis, abdomine 
postice (plerumque interrupte) flavo, dein nigro. 

2. Abdömine rotundato-ovali, nitido, segmenlis penultimis 
plerumque interrupte aureo-flavis, anali summo apice rufo-pube- 
scente, infra ante apicem oblique incrassato -elevalo, elevatione 
medio incisa. 

Long. 15-—17 mm. 

g. Abdomine ex globoso triangulariter anguslalo, fortius 
punctato, basi plerumque flavo signato, postice subcontinuo-flavo, 
summo apice nigro, segmento anali infero late semiovali, apice 
obtuso, forcipe utrinque apice late pellucido spathuliformi. 

Long. 12—16mm. Long. flagelli antenn. 52 —6$ mm. 


Var. 9. 
1. Niger, abdominis segmen- 
tis posterioribus utrinque pilis 
paucis aureo-lavis. 


2. Thoracis fascia obsolete 
flava, cet. ut 1. 

Ps. inops Lep. in Ann. (var. 
3 Hym.) 


IX, 


Var. d'. 
1. Niger, abdominis segmen- 
tis posterioribus interrupte flavis. 
Apis Francisana Kby. — Var. 
2. subv. Lep. Hym. ex parte. — 

Var. e. Schenck. 

2. Thorace antice, scutello 
postice angustius flavis, cet. ut 1. 
Apis Leeana Kby. — Ps. Ros- 
siellus Lep. in Ann. (v.2 Lep.). 

— Var. d. Schenck. 

12 


178 
3. Thoracis fascia scutellique 3. Thorace antice scutelloque 
fasciculis obsolete flavis. postice angustius abdominis seg- 


mento 1 utrinque flavis, segm. 
post. ut 1 et 2. 


4. Thoracis fascia scutellique 4. Verlice, thoracis fascia an- 
fascicullis et plerumque verticis tica, scutelli fasciculis margina- 
medio flavis. libus et abdominis segm. 1, 2. 


margine postico, 3—6 maxima 
parte flavis. 

Apis Rossiella Kby. — Ps. 
ornatus Lep. in Ann. (var. 4 
Hym.) et varius Ann. (var. 5 
Hym.). — Var. a. Schenck. — 
Dazu auch dessen Var. b. u. c. 

5. Abd. segm.?. medio ch 
cet. ut var. 4. 


Syn. ©. 
Apis campestris Pz. Fn Germ. 74. 11.*). — Rev. 261. 
Kby. Ap. Angl. 335. 88. tab. 18. fig. 2. 
Bombus campestris Ill. Mag. V. 173. 58. 


Syn. d'. 
Schaeff. Icon. tab. 241. fig. 7. 8. (Kby.) 
Apis sylvarum Schr. Ins. Austr. 400. 807.2) 
carduorum id. Fn. boic. II. 364. 2225. 
Apis Rossiella Kby. Ap. Angl. II. 331. 85. 


Leeana id. 333. 86. 

Francisana id. 334. 87. 
Bombus Rossiellus Il. Mag. V. 165. 12. 
Leeanus id. 13. 


') Pz. hat sein Exemplar für ein A gehalten, da er in der krit, Rev. sagt: 
„Ist wahre Art, wozu ich auch das 2 kenne.“ 

Bonmbus campestris F. S. P., den Ill. hier citirt, muss nach den VVor- 
ten der Diagnose „abdomine apice albo“ und des Zusatzes „nimis praec. 
(B. ruderat.) affınis“ zu Ps. saltuum gerechnet werden. Schon Dhlb. 
bezweifelt die Richtigkeit des Illiger’schen Citats. 

23 Kby., Ill. und Dhlb. citiren auch Apis sylvarum Rossi Fon. Etr. II. 165. 


906; nach den Synonymen (von 11.) wäre kaum ein Zweifel, nach der 


Diagnose aber würde man kaum diese Art darunter verstehen können. 


179 
Bombus Francisanus Ill. Mag. V. 165. 14. 
Rossiellus Dhlb. Bomb. Scand. 40. 15. 


Syn. 2g. 
Bombus campestris Dhlb. Bomb. Scand. 52. 35. fig. 23. 9. 
HS. Nmel 202. 
Psithyrus campestris Lep. in Ann. Ent. Fr. I. 370. 4. 
id. Hym. II. 435. 4. 
Schenck Nass. Bien. 74. 2. 
Eversm. Fn. Volg.-Ural. 127. 4. 


Q. Schwarz, Scheitel in der Mitte mit gelben Haaren ge- 
mischt, eine breite Binde am Vorderrande des Brustrückens, und 
zwei längliche, die Seitenränder des Schildchens einnehmende 
und nach hinten in einem Winkel zusammenstossende Büschel 
gelb. Der Hinterleib eiförmig, bei starker Einkrümmung der letz- 
ten Ringe fast kugelig, glänzend, meistens nur der seitliche Hin- 
terrand des drilten und die Seiten des vierten goldgelb, in der 
Mitte schwarz oder fast kahl. Zuweilen breitet sich die schwarze 
Behaarung mehr aus, so dass manchmal von der gelben kaum 
mehr eine Spur übrig bleibt; ich sah ein solches von Hrn. Gräffe 
‚bei Zürich gefangenes Exemplar, das ausser einer Spur gelber 
Haare an den beiden Seiten des dritten Ringes ganz schwarz ist. 
Der Endring ist vor der Spitze unten schief wulslig erhöht, die 
Erhöhung in der Mitte bis auf den Grund eingeschnilten, oben 
zuletzt mit kurzem, röthlichem, feinem Flaumfilze bekleidet. 

d‘. Die Farbe der Behaarung zeigt ähnliche Verschieden- 
heiten wie beim 2, doch sind die Formen mit mehr ausgebilde- 
ter heller Zeichnung die häufigern, und überdies ist auch der erste 
Hinterleibsring meist mit dem Schildchen gleichfarbig "), die gelbe 
Behaarung der hintern Ringe mehr ausgedehnt, weiter nach vorn 
vordringend, so dass gewöhnlich der zweite Ring schwarz ist, 
das Schwarz keilförmig nach hinten in die nächsten Ringe ein- 
dringt. Bei einem meiner Exemplare dringt das Gelb auch auf 
die Mitte des zweiten Ringes vor, so dass nur zwei seitliche 
Flecken und ein kleines Stück in der Mitte des Hinterrandes 
noch schwarz bleiben. Der Endring ist steis schwarz, auch hier 


!) Lep. giebt irrihümlich diese von Dhlb. beschriebene Form des A für 
eine Subvar. des Q an, da Dhlb. doch beim 2 deutlich sagt: „Abd: 


etiam bası nigrum, non ut in JS ıbı pallide maculatum.“* 


1850 


das Schwarz mehr oder weniger in die nächstvorhergehenden 
Ringe vordringend, unten breit halb-eiförmig, durch den Mangel 
der Höcker am Ende von dem des Ps. Barbutellus unterschieden. 
Das Ende der Zange ist beiderseits spathelförmig erweitert, gelb- 
lich durchscheinend, die abgestutzten Ränder gegen einander ge- 
kehrt. Die Fühler sind etwas länger als bei den übrigen Arten, 
die mittlern Glieder schwach bogenförmig gekrümmt, 

Vaterland: Soweit mir bekannt, eben so weit verbreitet 
wie rupestris, und häufiger. 


Psithyrus saltuum. 


Niger, verticis fasciculo, thoracis fascia antica scutellique 
margine postlico, hoc fasciculatim, luteis, abdomine postice albido, 
dein nigro; talis postieis tibiarum apice angustioribus. 

9. Abdomine subovali, basi plerumque nigro, segmento anali 
apice summo rufo-pubescente, infra ante apicem transversim la- 
minato-elevato, elevatione utrinque rotundata, medio incisa. 

Long. 153 — 18; mm. 

d. Abdomine ex ovali angustato, basi plerumque scutello 
concolore, apice nigro, segmento anali apice emarginato-bituber- 
culato, forcipe utrinque apice glanduliformi, flavescenti-pellucido. 

Long. 13—16mm. Long. flagelli antenn. 5—6mm. 


Var. ©. Var. d. 


41. Abdomine nigro, margine 1. Abd. basi nigra. 
postico laterali segmenti quarli 
lateribusque quinti albis. 

Ps. vestalis Lep. v. 1. (Bar- 
butellus Ann.) 

2. Abd. segm. quarto tolo 2. Abd. segm. 1. utrinque 
albo, cet. ut 1. flavescente. 

Ps. vestalis Lep. v. 6. (leu- 
coproctus Ann.) 

3. Abd. segm. tertio margine 3. Abd. segm. secundi mar- 
laterali postico albo, cet. ut 2. gine postico albido, cet. ut 2. 

Ap. saltuum Pz. 

4. Abd. segm. primo et terlio 4. Abd. segm. secundo me- 

albo-mixtis, cet. ut praec. dio albido, cet. ut 3. | 


181 


Syn. ®. 
Bombus campestris F. S. P. 344. 7. excl. Panzeri Synon. 
Psithyrus vestalis Lep. Hym. II. 430. 3. var. 1. (Barbulellus 
' Amn.)') und var. 6. (leucoproctus Ann.). 


Syn. d". 
Apis autumnalis F. Ent. syst. II. 324. 43.) 
Apis monacha Christ. Hym. 131. tab. 8. fig. 7. (Kby.) 
Apis saltuum Pz. Fn. Germ. 75. 21.°). 


Syn. 2JI. 
Apis Barbutella Kby. Ap. Angl. II. 343. 93. 
Bombus saltuum Ill. Mag. 174. 59. except. Fabricii Synon. 
Dhlb. Bomb. Scand. 53. 36. 
Psithyrus vestalis Lep. Hym. II. 430. 
Schenck Nass. Bien. 75. 4. 


2. Schwarz, ein dichter, aus gewöhnlichen längeren und 
kurzen dazwischen liegenden Filzhaaren bestehender, fast immer 
gut entwickelter Fleck auf dem Scheitel gelb. Eine Binde am 
Vorderrande des Brustrückens und zwei längliche, die Seiten- 
ränder des Schildchens einnehmende und nach hinten in einem 
_ Winkel zusammenstossende Büschel gelb. Hinterleib schwarz, der 
erste Ring selten am Hinterrande mit Weiss gemischt, häufig der 
dritte Ring an den Seiten des Hinterrandes, der vierte gewöhn- 
lich ganz und der fünfte auf beiden Seiten weiss, zuweilen mit 
einem Stich ins Gelbe. Der letzte Ring oben an der Spitze rölh- 
lich flaumhaarig, unten vor der Spitze der Quere nach erhöht, 
die Erhöhung auf beiden Seiten breit abgerundet, in der Mitte 
bis auf den Grund eingeschnitten. Die hintere Fusswurzel ist 
bedeutend schmaler als das Ende der Schienen und dadurch al- 
lein schon diese Art leicht von Ps. veslalis zu unterscheiden. 


1) Nach den unzweifelhaften Synonymen von Kby. und Dhlb.;5 die Worte 
bei var. 6.: „anus niger‘ scheinen auf einem Uebersehen der rothen 
Spitze zu beruhen. 

”) F. sagt: „caput atrum“, daher etwas zweifelhaft; dieser Name hätte, 
wenn er sicher wäre, das Prioritätsrecht. 

3) Pz. sagt zwar auch „caput nigro hirsutum“, die Abbildung stellt jedoch 
ziemlich zuverlässig das 5 dieser Art vor, wofür auch die Worte des 
Textes sprechen: ,‚Antennae longiusculae“. Bomb. saltuum F. S. P. 
31. 46. gehört sicher zu Ps. vestalis. 


182 


d. Erster Hinterleibsring mit weissen Haaren an den Sei- 
ten und am Hinterrande, dieselben Haare auf dem dritten und 
fünften mehr ausgebreitet, seitlich über den sechsten sich er- 
streckend, die Mitte desselben und der Endring schwarz. Zu- 
weilen ist auch der Hinterrand des zweiten, seltener auch die 
Mitte desselben mehr oder weniger weiss. Der letzte Bauchring 
ist an der Spitze etwas wulstig erhöht, die Erhöhung in der Mitte 
schmal ausgerandet, so dass sie zwei schiefe, längliche Höcker 
bildet, wodurch sich dieses d‘ namentlich von dem des campe- 
stris und vestalis unterscheidet. Die Zange endet in ein eichel- 
förmiges, oberhalb der Basis mit einem Zahne versehenes, durch- 
scheinend gelbliches Stück. 


Vaterland: Deutschland; um München und Tegernsee von 
mir gefangen; Regensburg (H.S.); Nassau (Schenck); Danzig 
(v. Sieb.); Schweiz; um Chur nicht selten; Zürich (Bremi); Ba- 
sel (Imh.); Frankreich (Lep.); England (Kby.); Schweden und 
Lappland (Dhlb.). } 


Psithyrus vestalis. 


Niger, quandoque albo- aut flavo-signatus, thoracis fascia an- 
tica latiore (rarius obsoleta) lutea, abdomine postice albo aut 
lavo, dein nigro, talis posticis ad tibiarum apicis latitudinem am- 
pliatis. 

9. Scutello abdominisque basi nigris, rarius flavo-mixlis, 
hujus segmento anali ante apicem margine utrinque late, sed 
breviter et obiuse triangulari elevato, supra apice fulvo-pube- 
Scente. 

Long. 143 — 19mm. 


d. Scutello abdominisque basi crebrius flavo-mixtis, apice 
nigro hujus segmento anali infra late semiovali, plano, forcipe 
ulrinque processu conico, basi dentato. 

Long. 12 —16mm. Long. flagelli antenn. 453 — 53mm. 


Var. 2. Yan... 
1. Scutello abdominisque basi 1. Thoracis fascia obsoleta, 
ei segm. 5to nigris. scut, et abd. basi nigris. 


Var. 5 Lep. Hym. (Ps. bel- 
Jus Ann.) 


183 


2. Scutello abdominisque basi 
nigris aut parum pallido-mixtis, 
segm. 3 et 5 ulrinque albis. 

Dazu Var. 2. Lep. 

3. Abd. segm. 3 utrinque 
flavo, cet. ut var. 2. 


4. Scutello postice abdomi- 
nisque segm. 1. pallidis. 


2. Thoracis fascia angusliore, 
cet. ut 3—D. 


3. Vertice, scutello abdomi- 
nisque basi flavo-mixlis, segm. 
posterioribus laete flavis. | 

4. Segm. 3 ulrinque flavum, 
cet.. ul: 

9. Segmenta posteriora alba, 
cet. ut 3. 


Syn. 9. 
Geoffr. Hist. Ins. I. 419. 26. (Kby.) 
Apis vestalis Fourer. Ent. Par. n. 26. (Kby.) 
Bremus aestivalis Pz. Fn. Germ. 89. 16. 
Psithyrus aestivalis Lep. in Ann. Ent. Fr. I. 378. 


bellus 


id. 379. 


Syn. d. 

Bombus saltuum F. S. P. 351. 46. 

Psithyrus metaleucus Lep. in Ann. Ent. Fr. I. 378. 99 
Syn. DI. 

Apis vestalis Kby. Ap. Angl. 347. 95. tab. 18. fig. 3 (2) 


et 4. (8) ?) 


Bombus vestalis Ill. Mag. 174. 60. 
Bombus aestivalis Dhlb. Bomb. Scand. 51. 34. (ad v. 2. m.) 
Psithyrus vestalis Lep. in Ann. Ent. Fr. I. 377. 3. 
id. Hym.Il. 430. 3. except. var. 1. et 6.3) 
Psithyrus aestivalis Schenck Nass. Bien. 75. 3. c. var. 
vestalis Eversm. Fn.-Volg. Ural. 127. 3. 


0. Schwarz, ziemlich kurz behaart. 


Scheitel selten mit 


einigen gelblichen Haaren gemischt. Brustschild vorn mit breiter 


gelber Binde. 


Zuweilen das Schildchen und der Hinterrand des 


1) Lep. sagt: „Segm. sexti et anı latera alba, dorso rufo-fusca“ ; Letzteres 
deutet auf Verwechslung mit quadricolor. 
2) Die Abbildung des Z' stellt eine selten vorkommende Form desselben 


vor, 
®) s. Ps. saltuum. 


184 


ersten, seltner auch des zweiten Hinterleibsringes mit weissen 
oder gelben Haaren, aber fast immer nur sparsam gemischt, nur 
bei Var. 4 sind diese Haare zahlreicher, wodurch einige Aehn- 
lichkeit mit saltuum entsteht. Dritter Ring an den Seiten, oder 
auch am ganzen Hinterrande weiss oder gelb"), vierter fast im- 
mer ganz weiss, selten in der Mitte mit schwarzen Haaren ge- 
mischt, fünfter in der Mitte schwarz, an den Seiten weiss, selten 
ganz schwarz. Der Endring an der Spitze oben fein roih flaum- 
haarig, unten beiderseits der Rand breit-, aber stumpf- und kurz 
dreieckig erweitert. Die hintere Fusswurzel breit, gegen die 
Basis kaum, gegen das Ende aber stark verschmälert, und da- 
durch allein schon jedesmal leicht von ähnlichen Arten zu unter- 
scheiden. | 

d. Die hellen Haare auf dem Scheitel, Schildchen und er- 

sten Hinterleibsring meistens zahlreicher, auch wenn die Brust- 
schildbinde verschmälert oder gar unterbrochen ist, 'theilweise 
wenigstens noch vorhanden; der erste Hinterleibsring häufig ganz 
gelb. Die helle Behaarung der hintern Ringe bald rein weiss, 
bald Anfangs, bald ganz gelb, bald über den ganzen dritten 
Ring ausgebreitet, bald auf den Seiten- und Hinterrand desselben 
beschränkt, zuweilen sogar am Vorderrande des vierten noch 
elwas verdrängt, der Endring immer schwarz?), fast immer 
auch die Mitte des vorhergehenden sechsten. Die Zange endet 
in einem kegelförmigen, weisslich durchscheinenden, an seiner 
Basis mit einem Zahn versehenen Fortsatz. 
Von dem J des Ps. campestris unterscheidet sich dieses 
am leichtesten durch die kürzeren Fühler, von dem des saltuum 
durch die fehlenden Höcker des Endringes, von dem des quadri- 
color durch die schwarze Hinterleibsspitze. 

Vaterland: Deutschland: um München und Tegernsce 
von mir gefangen; Regensburg (H. S.); Nassau (Schenck) Dan- 
zig und Freiburg (v. Sieb.). Schweiz: um Chur gemein; Zürich 
(Bremi); Basel (Imh.); Frankreich (Lep.); England: (Kby.); 
Dänemark (Westerm. nach Dhlb.); Schweden) und Lapp- 
land (Dhlb.); Russland (Eversm.). 


!) Letzteres die Panzer’ sche und Kirbsy‚che Form, 
?) Eversm. sagt „saepe‘‘; daher sicher eine Vermengung mit quadricolor 
vorhanden. 


185 


Psithyrus quadricolor. 

Niger, quandoque flavo- mixtus, thoracis fascia antica laliore 
lutea, abdomine subgloboso, apicem versus flavo aut albo, dein 
plerumque nigro, apice ipso fulvo, talis posticis oblongis. 

Q Segmento anali infero apice e globoso compresso acumi- 
nato, conico-foveolato, margine apicali utrinque vix elevato, 

Long. 1453 — 16 mm. 

g' Segmento anali apice subemarginato, forcipe utrinque tri- 
angulariter compresso-dilatato, processu styliformi, brevi. 

Long. 12 — 15mm. Long flagelli antenn. 42 — 53 mm. 


Var. 2. Var. 


1. Scutello et abd. segmento 1..Ut var 1.2. 
primo nigris, quinto et anali 
fulvis. 
2. Scutello et abd. segm, 1 2. Ut var. 2. 2. 
flavo-mixtis, cet. ut 1. 
3. Scutello et abd. segm, 1 3, Übiyarı 9.9, 
nigris, quinto medio nigro. 
4. Scutello et abd. segm. 1 4, Ut var. 4. 9, abd. segm. 
flavo-mixtis, cet. ut 3. 3 et 4 flavis. 
5. Ut var. 4 9, abd. segm. 
3 et 4 albis. 


Synon. 


quadricolor Lep. in Ann. Ent. Fr. I. 376.2. (2.) 
sylvestris id. 300. 2:1) 
quadricolor Lep. Hym. II. 428. 2, (QM) 
Schenck Nass. Bien. 76. 5. (N). 
2. Schwarz, auf dem Scheitel mehr oder weniger gelbe 
Haare beigemischt; vorn auf dem Brustrücken eine breite, über die 
Schulterecken verschmälert hinablaufende gelbe Binde; Schildchen 
und öfter noch Seiten und Hinterrand des ersten Ringes mit blas- 
sen Haaren gemischt, der dritte Ring meistens nur an den Sei- 
ten, der vierte ganz weiss oder gelb, der fünfte nach Lep. roth, 
bei den meinigen schwarz, nur am Hinterrande roth, an den 
Seiten zuweilen noch weiss. Der Endring ist ganz ähnlich wie 
bei Ps. globosus gebildet, jedoch etwas mehr kugelig, die Spitze 
etwas kürzer, die Erhebung des Randes noch geringer; der 


Psithyrus 


186 


Rücken desselben ist, namentlich am Ende, mit kurzem, feinem 
rothen Flaumfilze bedeckt, — Die hintere Fusswurzel ist ziem- 
lich länglich viereckig, gegen die Basis wenig verschmälert. 

d.. Die gelben oder weissen Haare auf dem Schildchen 
und ersten Hinterleibsring meistens zahlreicher, auf dem dritten 
oft über die ganze Fläche verbreitet, zuweilen sogar auf den 
zweiten vorrückend, das Gelb meist lebhafter, die rothen End- 
haare lang und deutlich (dadurch am leichtesten von den & des 
Ps. vestalis zu unterscheiden); der fünfte und gewöhnlich auch 
die Basis des sechsten schwarz. Der untere Endring ist an der 
Spitze eiwas umgebogen und zeigt zwei durch einen seichten 
Ausschnitt getrennte kleine Höcker. Die Zangen sind ebenfalls 
ähnlich denen des Ps. globosus gebildet, aber etwas stärker ge- 
bogen, der griffelförmige Fortsatz etwas kürzer. 

Vaterland: Wegen der sehr gewöhnlichen Verwechselung 
mit andern Arten, namentlich Ps. vestalis, bisher meistens über- 
schen. Die schwarzgemischten Var. fand ich um Chur in der 
Schweiz, besonders am Fusse des Bizokelberges; bei Tegernsee 
im baier. Gebirge, hier besonders im August 1853 die Männchen 
in grosser Anzahl zwischen der Neureuth und Gündelalpe auf 
Arnica montana. Auch sah ich ganz gleiche Exempl. von Imhoff 
aus Basel, von Dhlb. aus Schweden; nach Schenck kommt die- 
selbe Form auch in Nassau, nach Lep. um Paris und in den Py- 
renäen vor. Von Var, .... sind mir nur Exempl. aus Schweden 
und (nach Lep.) den Pyrenäen bekannt. 

Einige von Dahlb. aus Schweden gesandte Exempl. 122 N. 
weichen von dieser Art darin ab, dass auf dem fünften Hinter- 
leibsring keine Spur von schwarzen Haaren vorhanden ist, son- 
dern derselbe wie dasEnde roth, und die vorhergehenden 3 und 
4 blass weissgelb behaart sind. Mir sind solche Exemplare im 
Freien nie vorgekommen, ebenso auch das von Lep. beschriebene 
© nicht, bei dem auch jene schwarzen Haare fehlen, die Seiten 
des drilten und der vierte Ring aber weiss angegeben sind, 
während das von ihm beschriebene ganz gut mit einigen 
meiner Exempl. übereinstimmt. Bei flüchliger Betrachtung könn- 
ten obige Exempl. für Iheilweise verblasste Individuen des Ps. 
globosus gehalten werden, um so mehr, als auch ein Exempl. 
(2) sich darunter befindet, das von meinen Exempl. der eben 
genannten Art nur durch ein wenig blassere Behaarung des öten 


187 


und 4Aten Hinterleibsringes sich unterscheidet; auf dieses letzte 
Individuum könnte auch Eversmann’s Ps. globosus bezogen wer- 
den. Ich empfehle diese Formen weiterer Nachforschung. 


Psithyrus globosus. 


Niger, quandoque griseo- aut flavescenti-signatus, abdomine 
subgloboso, segmentis 3 (saltem postice), 4, 5 (et 6 in 9) 
fulvis. 

9. Segmento anali infero apice ex ovali compresso-acu- 
minalo, conico-foveolato, margine utrinque ante apicem vix obluse- 
subangulato. 

Long. 15— 17 mm. 


d. Segmento anali infero semiovali, forcipe utrinque apice 
styliformi, introrsum laminato et dentato. 
Long. 12 — 15mm. Long. flagell. antenn. 43 — 53 mm. 


Var. ©. 
1. Thorace nigro. 
2. Thorace antice utrinque macula grisea. 
3. Thorace fascia antica grisea aut flavescenti. 


Var. d. 
1. Thorace abdominisque basi nigris. 
2. Thorace antice posliceque griseo- mixto. 
3. Thorace antice posliceque et abd. basi griseo- mixlis. 


Synon. 


Psithyrus globosus Eversm. Fn Volg.-Ural. 126. 2. (2.)?°) 

@. Schwarz, auf dem Vorderrande des Brustschildes zu- 
weilen ein grauer Fleck auf jeder Seite, die bei einem meiner 
Exempl. zu einer Binde zusammentreten, die jedoch weit schma- 
ler ist als bei Ps. quadricolor; das Schildchen manchmal mit spar- 
samen blassen Haaren gemischt; Hinterleib fast kugelig, meistens 
schon der ganze dritte, sowie der vierte und fünfte Ring roth, 
der Endring oben mit, gegen das Ende hin dichtern, rothen 
Flaumhaaren besetzt; unten am Ende zusammengedrückt zuge- 
spitzt, beiderseits mit einem rhombischen Grübchen, der untere 
Rand dieses Grübchens ein wenig dreieckig vorspringend, und 


!) Die Beschreibung Eversmann’s bezieht sich auf meine Var. 3. 9, welche 
vielleicht dort die gewöhnliche Form ist, das A ist ihm nicht bekannt. 
S, die Bemerkung bei Ps, quadricolor. 


188 


ein kegelförmiges, an der Basis offenes Grübchen begränzend, 
das jedoch wegen der dichten, filzigen Flaumhaare nicht deutlich 
sichtbar ist. Die hintere Fusswurzel ist länglich viereckig, hinten 
schwach gewölbt, die Flügel sind bräunlich-glashell, am Aussen- 
rande geschwärzt. 

d‘. In der Farbe wenig von dem 2 verschieden, nur kom- 
men häufiger blasse Haare auf dem Vorderrande des Brustschil- 
des und auf dem Schildchen vor, zuweilen auch auf den Seiten 
des ersten Hinterleibringes; der sechste und Endring gleich den 
vorhergehenden roth behaart. Die Zange ist hinter der Mitte 
nach innen in eine weissliche, durchsichtige, hackenförmige Platte 
erweitert, und endigt in einen griffelförmigen, an seiner Basis 
nach innen mit einem Zahn versehenen Fortsatz. 

Vaterland: Wahrscheinlich weniger bekannt als selten. 
Ich fand diese Art bei Chur in der Schweiz, besonders am Fusse 
des Bizokelberges, Herr Med. Cand. Brügger die JG‘ in grosser 
Anzahl auf der Lenzerhaide; bei Tegernsee im baier. Gebirge 
im August 1852 die 0° auf Disteln nnd Scabiosen am südwest- 
lichen Ufer, auch um München ob der Menterschwaige, Russ- 
land (Eversm.). Ä 


189 


Die Depressarien 
und 4 


/ 
einige ihnen nahe stehende Gattungen 


r 


beschrieben 
von 


P. CO. Zeiler. 
(Tafel I. und III.) 


D:s Genus Depressaria ist eins der natürlichsten unter den Scha- 
ben und daher im Allgemeinen wenig durch fremdarlige Bestand- 
theile verunreinigt worden. Wenn es aber hinsichtlich seiner 
Erkennbarkeit als Genus wenig Schwierigkeit bietet, so steht es 
dafür desto schlimmer hinsichtlich der Unterscheidung seiner zahl- 
reichen Arten; sie gehörig von einander zu trennen und durch 
feste Merkmale kenntlich zu machen, ist eine der schwierigsten 
Unternehmungen. Um in dieser Hinsicht etwas Genügendes leisten 
zu können, habe ich eine Menge Material vereinigt, wofür ich den 
Herren v. Heyden, Lederer, Mann, Metzner, Reutti, Schmid 
in Frankfurt am Main, Speyer, dem Kaiserlichen Museum zu Wien 
und dem Königlichen zu Berlin zu besonderem Dank verpflichtet 
bin. Wenn ich aber auch durch so vielfache Unterstützung in 
den Stand gesetzt war, einen guten Theil der bisher aufgestell- 
ten Arten mit krilischem Auge zu betrachten und auf eine siche- 
rere Basis als die bisherige zu bringen, auch manche noch un- 
beschriebene Art vorzuführen, so fehlt doch noch sehr viel, dass 
nicht über den von mir behandelten Arten manches Dunkel schwe- 
ben sollte. Die Zahl der Arten, die ich beschreibe, ist nicht un- 
ansehnlich; sie könnte beträchtlicher sein, wenn ich alle, die ich 


190 


kenne, hätte beschreiben wollen. Bei der Veränderlichkeit der 
meisten Arten, bei der Unangreifbarkeit vieler, wenn es sich 
darum handelt, sie durch Worle kenntlich zu machen, habe ich 
es vorgezogen, etwa ein Dutzend Unica, von denen ich manches 
selbst besitze, wegzulassen und ihre Bekanntmachung für die Zeit 
aufzusparen, wo sie für mich oder Andere keine Unica mehr 
sind. Nicht selten habe ich mir während der Arbeit die Frage 
gethan, ob es nicht zweckmässiger wäre, wenn ich diese und 
jene nur in einem oder wenigen Exemplaren vorhandene Art, 
die ich dennoch beschrieb, trotz ihrer anscheinend leichten Er- 
kennbarkeit wegliesse; denn die Sicherheit der Wiedererkennung 
nicht von der Genauigkeit der Untersuchung nnd der Aufstellung 
standhafter Merkmale, sondern davon abhängig zu machen, dass 
man sich die Ansicht des Originals verschafft, scheint mir ein 
unserer Zeit ganz unwürdiges Verfahren zu sein. Darum konnte 
ich aber meinen Beschreibungen keine geringere Länge geben, 
und ich denke, dass man mir darüber keinen Vorwurf machen 
werde, wenn man nur die Merkmale darin findet, nach denen 
man seinen Arten ihre Namen. mit befriedigender Sicherheit an- 
weisen kann. 

An die Depressarien schliesse ich die Gattungen, welche den 
Uebergang zu Gelechia bilden. Es sind eine europäische, an 
Arten arme, und mehrere exotische, von denen wenigstens zwei 
an Arten reich zu sein scheinen. Hier habe ich es hinsichtlich der 
Beschreibung der Arten ziemlich leicht gehabt, da diese gross, 
auffallend gezeichnet und gebildet und unter sich meistens sehr 
verschieden sind. Man wird aber auch ihre Beschreibungen nicht 
kurz finden. Was wir von exotischen Microptern-Arten in den 
Sammlungen haben, ist ein höchst winziger Bruchtheil des in der 
Wirklichkeit vorhandenen Ganzen. Wie viel einander höchst ähn- 
liche Arten muss die üppig schaffende Natur der heissen Länder 
hervorbringen, wenn es schon bei uns so viele giebt! Wer also 
ein Thier vor sich hat, das von den andern ihm bekannten sehr 
verschieden ist, darf nicht glauben, er habe mit ein paar hinge- 
worfenen Worten genug gelhan, um es für die Zukunft unver- 
kennbar zu characterisiren; in den meisten Fällen wird die Zu- 
kunft noch eine ganze Schaar Arten anreihen, auf welche die- 
selben Worte anwendbar sind. Die Anweisung auf das Original 
ist nur zu vermeiden, wenn man dasselbe als von einem Dutzend 


191 


sehr ähnlicher Arten umgeben ansieht und sich gewissenhaft be- 
müht, seine Beschreibungen so einzurichten, dass Merkmale darin 
vorkommen, die dem unsichtbaren Dutzend mangeln. Bei aller 
Genauigkeit und Ausführlichkeit wird aber doch keine Sicherheit 
erzielt, wenn der Gegenstand an wichtigen Theilen beschädigt 
ist. Von dieser Beschaffenheit ist leider ein grosser Theil un- 
seres exotischen Materials an Microptern, und daher beschränkt 
sich die Zahl der von mir beschriebenen Cryplolechien und Ant- 
aeotrichen ungefähr auf die Hälfte der Arten, die mir zur Ver- 
fügung gestanden haben. 

Von der Galtung Depressaria hat Stainton eine Art unter 
dem Namen Exaceretia abgesondert. Ich würde sie, nach Her- 
rich-Schäffer’s Beispiel, wieder damit vereinigt haben, wenn sie 
nicht erstlich im Flügelgeäder (Tin. brit. p. 82) einen ziemlich 
erheblichen Unterschied zeigte. Während nämlich bei allen De- 
pressarien, deren Flügel ich abgeschuppt habe, der untere Ast 
der Adergabel, welche den letzten Ast der Subcostalader bildet, 
oberhalb der Flügelspitze ausläuft, geht er bei Exaeretia in der 
Flügelspitze selbst in den Rand aus. Stainton führt noch als 
Merkmal die pubescirend gefranzten Fühler des Männchens an, 
worüber ich nicht zu urtheilen vermag, da ich blos ein Weib- 
chen zur Ansicht habe. Das dritte Merkmal: alae anteriores co- 
sta leviter sinuata ciliis sub apicem leviter retusis, halte ich für 
unwesentlich, da es nur einen höhern Grad der Bildung anzeigt, 
die wir der Depressaria costosa, an welche sich Exaeretia zu- 
nächst anschliesst, gleichfalls zusprechen müssen. Nach Stainton 
sind die Flügel bei Exaeretia brevius ciliatae. Allein an den Vor- 
derflügeln sind die Franzen nur wegen ihrer Zeichnung schein- 
bar kürzer, und der Schein verschwindet bei Betrachtung der 
Unterseite; den Hinterflügelfranzen giebt blos die dunklere Linie, 
welche leicht für die Hinterrandlinie gehalten wird, das Anschen, 
als ob sie wirklich kürzer seien als bei Depr. costosa. — Viel 
wichliger ist zweitens der Unterschied in der Vorderflügelzeich- 
nung. Exaeretia Aliisella, die sich ohne Zweifel an die Abthei- 
lung Aa von Depressaria anschliesst, entbehrt des kurzen, am 
Innenrand in der Nähe der Wurzel schräg aufsteigenden Striches, 
zwischen welchem und der Wurzel der Grund auffallend hell ist, 
wie wir ihn als Regel bei der Verwandtschaft der Depr. costosa 
sehen; dagegen hat die Wurzel am Vorderrande eine gelichlete 


192 


Grundfarbe und auf dem Innenrande selbst eine kurze, ganz helle, 
einwärts sehr dunkel gerandete Linie — ziemlich so, wie wir es 
bei der Abtheilung Ab von Depressaria sehen. Gar nicht den 
Depressarien analog ist der schräge, vom Vorderrand gegen den 
Innenwinkel gerichtete, einwärts scharf abgeschnittene Schatten. 
— Auch zeigt drittens der Hinterleib von Exaeretia im weib- 
lichen Geschlecht etwas Eigenthümliches, indem er sowohl auf 
dem Rücken wie auf dem Bauch convex und auf ersterem mit 
schwach erhabener Mittelleiste versehen ist. Die Seitenränder 
der Ringe haben spärliche, wenig absiehende, nach unten ge- 
neigte Schuppen, und der Afterbusch ist kurz, spärlich, zusam- 
mengezogen — also sehr übereinstimmend mit Depressaria. Aber 
bei letzterer ist der zusammengedrückte, am Ende abgerundete 
Legestachel ganz eingezogen und wird bei getrockneten Exem- 
plaren nur nach gänzlicher Abreibung des Afterbusches sichtbar; 
bei Exaerelia ist er zwar eben so gestaltet, wird aber durch die 
Haarschuppen des Afterbusches weder von oben, noch von unten 
verdeckt und reicht noch etwas über sie hinaus. — Nach $tain- 
ton ist der Saugrüssel von Exaeretia mittelmässig lang (haustel- 
lum mediocre), also ungefähr von Hinterleibslänge. An meinem 
Exemplare fand ich ihn von Länge des Kopfes und nur eine 
Spirale bildend. *) 

Aus allem diesem ergeben sich für Exaeretia Stainton 
folgende wesentliche Charactere: 

Antennae Z° pubescenli-ciliatae. Palpi labiales articulo secundo 
infra scopiformi, scopis longitudinaliter divisis. Alae ante- 
riores vena apicali furcata, furcae ramo inferiore in apicem 
exeunte; posteriores margine poslico ante angulum analem 
sinuato. Abdomen ® convexulum, oviductu exserlo. 

Depressaria stimmt im Tasterbau ganz mit Exaeretia über- 
ein; die Längsfurche in der Bürste, welche die dichten Schup- 
pen auf der Unterseite des zweiten Lippentastergliedes bilden, 
unterscheidet beide Genera von allen Verwandten.**) Bei einer 
Art (Dictamnella) ist sie in einen langen Busch verwandelt, der 


*) Doch will ich diese Angabe nicht als völlig sicher vertheidigen, da der 
Saugrüssel, den ıch abgelöst hatte, noch während der Untersuchung ver- 
loren ging. 

**) Ihr Mangel lehrt aufs Sicherste, dass Lutosella fig. 438. bei Herrich- 
Schff. keine Depressarie, sondern eine wahre Gelechie ist. 


193 


aber auf der Oberseite auch die characteristische Furche zeigt. 
Das Endglied der Lippentaster ist dünn, dornenförmig, mit kleinen, 
eng anschliessenden Schüppchen bekleidet, bei wenigen Arten mit 
einigen längern, lockeren Schuppen gegen die Wurzel. — Das 
zweite Hauptmerkmal bietet der flache, durch Schuppenbüsche, deren 
jedes Segment an jeder Seite einen hal, gerandete, auf der Un- 
terseite schwach convexe Hinterleib. Beim Männchen ist er auf 
der Oberseite mehr concav als beim Weibchen, und seine Seiten- 
büsche sind aus mehr Haaren zusammengesetzt und gedrängter; 
auch ist sein Analbusch länger, reicher an Haaren und dabei 
weniger zugespilzi, — Das dritte Hauptmerkmal giebt die Ge- 
stalt der Hinterflügel. Diese sind länglich, am Innenwinkel ab- 
gerundet und vor der Mitte des Hinterrandes busig einge- 
drückt. Dieser Busen ändert in der Deutllichkeit nach den Arten 
sehr ab, es giebt ein paar Arten, bei denen er als fehlend an- 
zunehmen ist. 

Das Geäder der Vorderlügel hat hinsichtlich seiner obern 
Parthie die grösste Uebereinstimmung bei allen untersuchten 
Arten. Die Subcostalader giebt an den Vorderrand drei Aeste 
ab und endigt mit einer Gabel, die gleichfalls in den Vorderrand 
oberhalb der Flügelspitze ausläuft. Die Adern der untern Parthie, 
nämlich die Aeste der Medianader, zeigen eine zweifache Ver- 
schiedenheit. Entweder ist der erste der 4 Aeste, in die sich 
die Medianader auflöst, weit abgerückt von den übrigen, und 
diese sind ziemlich nahe bei einander, ohne sich zu verbinden; 
oder er fehlt scheinbar ganz, indem er mit dem zweiten zu einer 
Gabel zusammengeflossen ist, von der er den kürzern, nächst 
der Falte auslaufenden Ast darstellt. (So ist es nach Stainton 
auch bei Exaeretia.) Die Falte geht an ihrem Enddrittel stets 
in eine Ader über, und die Subdorsalader ist an der Wurzel in 
eine Gabel gespalten. — Auf den Hinterflügeln nimmt Stainton 
drei Subdorsaladern an, von denen die dritte an der Wurzel sich 
in eine Falte umgestaltet; richtiger ist jedenfalls die Ansicht, 
dass nur zwei Subdorsaladern vorhanden sind, und dass die 
Falte, welche sich zwischen der zweiten Subdorsalader und dem 
ersten Aste der Medianader befindet, an ihrem Ende röhren- 
förmig wird. 

Als wesentliche Charactere ergeben sich für Depressaria 
folgende: | 

IX. 13 


194 


Antennae denticulatae. Palpi labiales articulo secundo infra 
scopiformi, scopis longitudinaliter divisis. Alae anteriores 
vena apicali furcata, furca in costam terminata; posteriores 
margine postico ante angulum analem sinuato. Abdomen 
planum squamis marginatum, oviductu abscondito. 

Als eine Eigenthümlichkeit der meisten Arten ist noch zu 
erwähnen, dass die Glieder des Vordertarsus dunkel, braun oder 
schwarz, am Ende aber hell gerandet sind, dass aber das 3te und 
Ale oder doch das Ate keinen hellen Rand hat und sich überdies 
durch Dunkelheit der Färbung auszeichnet. 


Exaeretia Stainton. 


1. Allisella Staint. 


Alae anteriores nebuloso-cinereae, striga ex costa media ad- 
versus angulum interiorem intus albido-marginata, exterius 
fusco-adumbrata, costa poslice maculis parvis fuscis notata, 
linea marginis postici tenui fusca. 

Exaeretia Allisella Stainton T'ranst. Ent. Soct. V, p. 152, pl. 17. fie. 1. 
— Cat. of Brit. Tin. p. 16. — Companion ed. 1. p. 14, 40 et 50. 
— ed. 2. p. 11, 37, 43. — Tin. brit. p. 82. — Cat. of brit. Microlep. 
p. 55. — Depressaria Allisella Herrich-Schäffer S. 115. 

Da Staintons ausführliche Beschreibung und Abbildung in 
den Transactions zwar ohne specifischen Unterschied von meinem 
weiblichen Exemplare abweicht — der Hauptunterschied ist der, 
dass dort auf den Vorderflügeln zwischen Basis und Mitte noch 
ein schräger dunkler Strich vom Vorderrand herabkommt, dass 
der darauf folgende in der Abbildung nicht soweit verlängert 
ist, wie an meinem Exemplar, und von dem starken Schatten 
dahinter schwache Reste besitzt, und dass der Vorderrand vor 
der Flügelspitze nicht braunfleckig ist — so gebe ich zuerst die 
Uebersetzung seiner Worte: 

„Diese Art hat auf den ersten Blick einigermaassen das An- 
„sehen einer Peronea (Teras Tr.). Vorderflügel etwas glän- 
„zend bleigrau mit einem rosigen Anstrich an der Basis gegen 
„den Innenrand; etwas vor der Mitte ist ein kurzer, schräger 
„rosiger Strich, der vom Vorderrand herabkommt, nur über 
„den halben Flügel reicht und sich in einen dunklern Fleck 
„endigt. Ihm parallel, etwas hinter der Mitte ist ein ähnlicher, 


195 


„bis zum Innenwinkel reichender Strich, der ein linienförmiges, 
„schwarzes Fleckchen in dem letziern enthält. Hinter diesem 
„Strich ist der ganze hintere Raum des Flügels mehr oder 
„weniger röthlich angelaufen, und ein dunklerer Schatten geht 
„aus dem Innenwinkel bis zur Spitze, indem er die Aussen- 
„seite des dreieckigen Fleckes bildet (der auf dem Bilde ganz 
„fehlt). Der Theil des Flügelraums, welcher dem schwarzen 
„Fleck folgt, ist etwas blasser als der umgebende Raum. Vor 
„dem Anfang der Franzen ist eine dunkle Randlinie. Franzen 
„an ihrer Wurzel grau, am Ende grau-röthlich, am dunkelsten 
„um die Flügelspitze. — Hinterflügel graulich, mit dunklerer 
„Randlinie vor den blässeren Franzen.“ 

Zu bemerken ist, dass die Abbildung statt der rosigen oder 
röthlichen Färbung eine rostfarbige zeigt; da sie mit der Be- 
schreibung nicht genau stimmt, so scheint sie nicht recht gerathen 
zu sein. 

Beschreibung meines Exemplars. Kopf und Rückenschild 
braun-röthlich-grau; Gesicht nach unten ins Gelbliche. Taster 
von mehr als Rückenschildslänge, stark aufgekrümmt zusammen- 
gedrückt, am 2len Gliede durch Beschuppung gleichmässig ver- 
dickt, nur gegen die Spitze ein wenig dünner, auf der Bauch- 
seite locker beschuppt. Das Endglied von halber Länge des 
zweiten Gliedes, zusammengedrückt pfriemenförmig, sehr spitz, 
nach unten durch etwas lockere Beschuppung verdeckt und sich 
fast ohne Gränze an das vorhergehende Glied anschliessend. 
Farbe aussen und auf der Bauchseite bräunlich-grau, innen längs 
dem Rücken bleichgelblich, wie die Endhälfie des Endgliedes. 
Beine hell röthlich-grau, die vordern und die an den Enden bleich 
gelblichen Tarsenglieder verdunkelt. Die Hinterschiene dick, auf 
dem Rücken mit langen, anliegenden, grau-gelblichen Haaren, 
vier ziemlich lange Dornen, das obere Paar wenig hinter der 
Mitte, sind schmutzig gelblich, aussen bräunlich. -- Hinterleib 
auf beiden Seiten etwas convex, bleichgelb, am Bauch schwärz- 
lich bestäubt, am meisten seitwärls. 

Vorderflügel 42° lang, gestreckt, mit scharfem Vorder- und 
etwas erweiteriem, abgerundetem Innenwinkel und ziemlich 
senkrechtem Hinterrande, sind aschgrau, kaum etwas glän- 
zend, an der Wurzel mit braunröthlicher Verdunkelung, welche 
sich gegen die Flügelhälfte allmählig lichtet; der Innenrand nahe 


196 


der Wurzel ist scharf abgeschnitten hellgelb. Von der Vorder- 
randmitte geht eine sanft gekrümmte rothbraunschattige Linie 
nach dem Innenwinkel; sie ist einwärts weisslich gerandet, aus- 
wärts sehr breit dunkel schattirt und über ihrer Mitte mit einem 
schwarzen, wischförmigen Fleck bezeichnet. Der Raum bis zur 
Flügelspitze ist verdunkelt mit zwei hellen Stellen, wovon die 
eine schräg gegen die Flügelspitze gerichtet ist, die andre am 
Hinterrand entlang zieht. Auf dem Vorderrand vor der Flügel- 
spitze sind 4 schwärzliche Fleckchen. Die Franzen, welche un- 
ter der Flügelspitze schwarz busig eingedrückt sind, haben eine 
braunschwarze, den Innenwinkel nicht erreichende Wurzellinie, 
die zugleich Hinterrandlinie ist; sie sind röthlich-grau, gegen die 
Flügelspitze dunkler und an dieser braunröthlich. 

Hinterflügel vor dem abgerundetem Schwanzwinkel am Hin- 
terrande seicht eingedrückt, seidenglänzend bleichgelb, gegen den 
Vorderwinkel grau bestäubt. Franzen um die Flügelspitze mit 
feiner schwärzlicher Wurzellinie, übrigens hier grau, gegen den 
Schwanzwinkel allmählig blassgelblich. 

Unterseite etwas seidenglänzend; Vorderflügel grau, am Vor- 
derrand auf der hintern Hälfte mit schwärzlichen, schmalen Fleck- 
chen; Franzen graubraun. Hinterflügel bleich gelblich, am Vor- 
derrand und vor der Flügelspitze schwärzlich bestäubt, hier auch 
mit schwärzlicher, durch die Adern unterbrochener Randlinie. 

Die seltene Schabe wurde von Herrn Allis in Yorkshire 
entdeckt und auch in Cumberland aufgefunden. Sie fliegt im Juli 
und August an Artemisia vulgaris. Ein Exemplar sah ich in einer 
Determinandensendung, wie ich glaube, aus Holstein. Das meiner 
Sammlung stammt aus der Gegend von Danzig, wo es Herr 
v. Tiedemann fing; das Herrich-Schäffer’sche war gleichfalls 
aus Preussen. 


Depressaria Haworth. 


Die Arten theilen sich in zwei obere Abtheilungen, wovon 

die zweite bisher nur eine Art umfasst. 

A) Palporum articulus secundus infra scopiformis. Vena alarum 
anteriorum mediana aut in 4 ramos solvitur aut in 3, quo- 
rum primus longe furcatus est. 

sp. 1 — 62. 


‚B) Palporum articulus secundus infra longe fasciculatus. Vena 


alarum anleriorum mediana 4 ramos simplices exserit, 

Die durch ihre Taster so auffallende und den Hypso- 
lophen sich nähernde Art ist im Uebrigen eine so ächte 
Depressarie, dass sie nicht einmal einen besondern Ab- 
theilungsnamen erhalten kann. 

sp. 69. 
Die Abtheilung A löst sick sehr natürlich in zwei Unterab- 


theilungen auf: 
a) Die Medianader der Vorderflügel hat drei Aeste, deren er- 


b) 


ster nicht weit vom zweiten enlfernt ist und sich in eine 
lange, kurzgestielte Gabel endigt. (Untersucht sind Litu- 
rella, Laterella, Thapsiella, Propinquella, Applana.) Dieselben 
Flügel haben ein hell beschupptes, schmales Wurzelfeld, wel- 
ches sich am Vorderrand erweitert und vor der Hälfte dessel- 
ben verliert; es wird unterhalb dieser Erweiterung durch 
einen dunkeln Strich, der auf dem Innenrand steht und nach 
aussen geneigt ist, scharf gegen die Grundfarbe abgegränzt. 
Einige Arten (Liturella, Pallorella) haben eine so helle 
Grundfarbe, dass sich das Wurzelfeldchen nicht absondert; 
dann ist aber seine Gränze gewöhnlich durch einen schwar- 
zen, an der Stelle des Strichs befindlichen Punkt angedeu- 
tet. Bei einer einzigen Art (Culcitella) ist das ganze 
Wurzelfeldchen schwarz und ohne Erweiterung am Vor- 
derrande. 
sp. 1.— 40. 

Die Medianader der Vorderflügel hat 4 einfache Aeste, 
deren erster weit abgerückt ist, (Untersucht sind Depres- 
sella, Badiella, Heracliana, Chacrophylli.) Das Wurzelfeld- 
chen fehlt stets; dafür ist der Innenrand von der Wurzel 
aus in einer dünnen Linie ganz hell, gewöhnlich gelblich 
weiss; diese ist nach innen schwarz oder braun ge- 
säumt, und an diesem Saum ist die Grundfarbe meist ver- 


dunkelt. 
sp. 41 — 62. 


198 


Abtheilung A, a. 


1. Costosa Haw. 


Alis anterioribus acutiusculis flavidis, macula media obliterata 
fuscescenti, ciliis apicalibus sanguineis vel rufo-fuscis. 
Depress. costosa (the dingy Siraw) alis rufis, macula magna oblonga 
media costali fusca, ciliis roseis Haworth Lep. Brit. III., p. 508 (1811)- 
— Steph. Cat. 7171. — Iliustr. IV. p. 203.20. — Stainton Transact, 
Ent. Soc. V. p. 153.1. — Tin. brit. 84. — Cat. pag. 16.1. — Suppl. 
2l. — Companion ed. 1. pag. 14, 46, 50, 59. — ed. 2. p. 11, 37, 
43. 76. — Cat. Brit. Tin. P- 56. 

Tinea depunctella Hübn. 378. 

Pinaris depunctella Hübn. Cat. 411. 3962. 

Haemylis — Tr. IX. 1. p. 260. X., 3. 280. — Kollar Vzchn. p. 92. 

Hämilis depunctella (Hemilide deponctuee) Dup. Hıist. VII., pP: 148. pl. 
291. f. 2. — Cat. p. 334, 


Depressaria depunctella Z. Isis 1839. , p. 195, 1 — Schles. Schmttlgs- 
tauschb!. IV. (1843) p. 18. — Ent. Ztg. XI. (1850). — Beutti 
Beitr. p. 186. 22. 

Tortrix spartiana H. 199. 

Var. b) macula media minula subobsoleta, punctulis nigris cre- 
bris ubique sparsis. 


In der Flügelgestalt am nächsten der Exaeretia Allisella, mit 
viel schärfer vortretendem Vorderwinkel der Vorderflügel als bei 
jeder andern Depressarie. Am ähnlichsten ist ihr darın Assimi- 
lella, welcher aber der busige Eindruck unter der Flügelspitze 
gänzlich fehlt, und die ausserdem leicht durch die ganz hellen 
Franzen von ihr zu unterscheiden ist. 

Grösse veränderlich wie bei Liturella. Kopf weiss, wie die 
Taster und die Beschuppung des Rüssels. Taster von Rücken- 
schildslänge; 2les Glied durch die an der Bauchseite lockere 
Beschuppung stark verdickt, nach unten viel weniger, auf der 
Aussenseile mit rothbräunlichen Stäubchen; Endglied dünn, pfrie- 
menförmig, von 3 Länge des vorhergehenden Gliedes, an der 
feinen Spitze und in einem Ringe unter derselben schwarz. Am 
untern Augenrande sind einige roihe Haarschuppen. Fühler 
bräunlich, am gelblich-weissen Wurzelgliede mit einigen weiss- 
lichen abstehenden Haarschuppen. Rückenschild weisslich-gelb 
mit rosibraunem Schuppenhöcker auf dem Schildchen. Beine 


199 


schmulzig hellgelb, spärlich braun bestäubt; die vordern an der 
Innenseite von Schenkel und Schiene braun, sowie am Fussende; 
die Schiene auf der Vorderseite mit gerötheter Wurzel. Mittel- 
schiene aussen gerölhet und öfters gebräunt. Hinterleib weiss- 
gelblich, am Bauche mit 4 Reihen schwarzer Punkte, wovon die 
äussersten die grössten und schärfsten sind. 

Vorderflügel 4-— 5‘ lang, länglich, am Innenwinkel etwas 
erweitert und abgerundet, unter der rechtwinkligen Spitze schwach 
eingedrückt, hellgelb, mehr oder weniger röthlich angeflogen. 
Die hellgelbe Basis ist durch einen vom Innenrand schräg nach 
aussen aufsteigenden, bis zur Subcostalader reichenden rothbräun- 
lichen Strich begränzt und zieht sich, nach und nach an ihrer 
Reinheit verlierend, am Vorderrand hin. Die Schulterwurzel hat 
einen schwarzen Punkt. Vor der Flügelmitte ist im Mittelfelde 
ein tiefschwarzer Punkt, über welchem bisweilen, schräg ein- 
wärls, ein andrer liegt. Auf der Flügelhälfte unterhalb des Vor- 
derrandes liegt ein dunkel violeitgrauer Fleck von sehr wechseln- 
der Grösse, mit verflossenen Rändern und länger als breit; bis- 
weilen ist von ihm fast nichts als die schwärzlichen, kurzen Quer- 
strichelchen vorhanden, die man sonst in ihm schwer wahrnimmt; 
an seinem untern Rande wird er rostroth, welche Farbe stets 
sichtbar bleibt, und worin gewöhnlich ein feines weisses Pünkt- 
chen vorhanden ist. Die ganze Fläche des Flügels ist hier und 
da, am meisten gegen den Vorderrand, mit schwärzlichen Punkten 
bestreut. Die Hinterrandfranzen sind von der Flügelspitze aus 
fast blutroth, mehr oder weniger mit Violettbraun gemischt 
diese Farbe verblasst unter der Hälfte des Hinterrandes und geht 
in blasses Gelb über. 

Hinterflügel eiwas seidenglänzend, bleichgelblich, in der Flü- 
gelspitze von der durchscheinenden Färbung der Unterseite el- 
was grau. 

Unterseite der Vorderflügel grau, oft sehr dunkel, an den 
Rändern schmal bleichgelb, am breitern Vorderrand schwärzlich 
besprengt; Franzen lichter als auf der Oberseite. Hinterfüügel 
lichter als die Oberseite, am Vorderrande und in der Flügelspitze 
hellgrau oder gelblich-grau, mit schwärzlichen Pünktchen oder 
Querstrichelchen bestreut. 

Var. b) Zwei Weibchen haben die Grundfarbe wenig ver- 
dunkelt und den Wischlieck der Flügelmitte schr klein und 


200 


hauptsächlich durch die Querstrichelchen angedeutet. Die Fläche 
ist mit schwarzen Pünktchen reichlich bestreut, am meisten auf 
der Vorderrandhälfte. Die Unterseite der Vorderflügel ist gelb- 
lich-hellgrau, der Hinterflügel am Vorderrand und der Flügel- 
spitze blassgelblich und ohne Glanz. | 


Diese im Allgemeinen nicht häufige Art findet sich in meh- 
reren Gegenden Deutschlands (Schlesien, Mark Brandenburg (Z); 
Böhmen (FR.), Wien (Kollar), Sachsen (v. Tischer), Baden 
(Reutti!); um Frankfurt am Main und Wiesbaden (v. Heyden!); 
in Ungarn (Tr.); in England ist sie gemein im Juli und August 
zwischen Spartium und Ulex europaeus (Stainton). Bei uns 
wird sie im Juli und August auf trocknen Waldstellen aus Dorn- 
gesträuch, Kieferbüschen, Farrnkraut etc. aufgescheucht. 


Die Raupe lebt nach Stainton an den 2 vorhin genannten 
Pflanzen, wahrscheinlich noch an andern, da der Schmetterling 
vorkommt, wo keine von beiden wächst; o. Heyden zeigt auch 
das Spartium als die Futterpflanze an. 2 


Anmerkung: Herr v. Tiedemann beschreibt in den Pıeuss. Provinzial- 
blättern Jahrg. 1845 S. 536 eine der Costosa nahe stehende oder damit iden- 
tische Art, die ich einst sah, an deren Aussehen ich mich aber nicht erinnere. 
mit folgenden Worten: „einmal im Juli aus VVeissbuchen geklopft (bei 
„Danzig); sie ist wenig grösser als Liturella und von gleicher Grundfarbe, 
„hat an den Franzen der Vorderflügel eine ziegelrothe Färbung, die sich nach 
„dem Innenrande in eine dunkel rothbraune Linie verliert, welche dann diesen 
„scharf begränzt. Von der Wurzel der Vorderflügel ab sind die beiden äussern 
„Flügeladern bis zu 4 der Flügellänge sehr fein dunkelgrau, dann tritt diese 
„Farbe, nur noch feiner, auf die mittlere Flügelader in gleicher Länge über. 
„Zwischen den Adern finden sich, wo der Farbenwechsel eintritt, zwei kleine 
„schwarze Punkte. Die Unterflügel unterscheiden sich von denen der Litu- 
„rella durch die dunkler hervortretenden Flügeladern.“ Ein Naine ist ıhr 
nicht ertheilt. 


2, Liturella SV. 
(Fig. 5.) 


Palpis pallidis, articulo terminali non annulato, antennis tarsis- 
que 4 anterioribus fuscis, seriebus ventris 4 punctorum 
nigrorum; alis ant. subacutis pallidis, punctis disci duobus 
valde distanlibus nigris, macula sub posteriore fusco-fer- 
ruginea. 


201 


‘ Tin. liturella, gelblichter Schabe mit niederen dunklen Flecken, Wien. 
Vzchn. 137. 4. — ed. Illig. II, 99. — ed. v. Charp. 129, — Schrank 


Fn. II, p. 115. 

Haemylis — Tr. 1X, 1, 257. u. X, 3. 280. — Kollar Vzchn, p- 91. — 
Zetterstedt Ins. lapp- p. 1000. — (Hem. raturee): Duponchel Hist. 
VI, p. 123. pl. 291. fig, 1. — Cat. p. 334. 


Depressaria — Z. Isis 1839. 195. 2. — 1846., 279. 1. — Entom, Ztg. XI 
(1850) p. 149. — Schläger Tauschvereinsblatt S. 86 u, 129. — Schles. 
Schimtauschvereinsbl. II (1841) p. 18. III (1842) p. 17. IV (1843) p. 
18. V. (1844) p. 17. VIII (1846) p. 13. — v. !iiedemann Pr. Provin- 
zialbl. 536, 2 — Tengström Fjäril Fn. 122. — Reutti Vzchn. 186, 
23. — Slainton Cat. 16, 2 — Suppl. 21. — Companion ed. 1. p. 
14, 29, 46, 50, 59. — ed. 2. p. 11, 25, 37, 44, 76. — Trausact, V. 
p. 153. 2 — Tin. brit. p. 85. — Cat. Brit. Tin. p. 56. 

Depressaria Sparrmanniana Stephens Cat. 7175. — Illlustr. IV. 200. 10. 

Tinea flavella Hon. fig. 97. — Pinaris Hbn. Cat. 411. 3971. 

Depressaria flavosa (the Straw-coloured) Haworth Lep. brit. IV, 507. 6. 

Var. b, ut a, al. ant. rare nigro-irroralis, macula nulla. 

Pyral. Sparmanniana Fabr. Ent. Syst. 3, b. 285. 

Var. c, alis ant. unicoloribus, punclis disci duobus minulissi- 


mis, macula nulla. 


Durch ihre mit den Flügeln gleichgefärbten Franzen ist sie 
leicht von Costosa zu unterscheiden. Andere darin, in der hel- 
len Grundfarbe und der Deutlichkeit eines Winkels, den die Fran- 
zen um die Vorderflügelspitze bilden, übereinstimmende Arten 
haben, wie Assimilella und Nanatella, auf der ganzen Vorderflü- 
gellläche reichlich braune Stäubchen und Pünktchen aufgestreut, 
am Endgliede der Taster vor der Spitze einen grauen Ring und 
die Vorderlarsen auf dem Rücken hell gefleckt, nicht einfarbig 
braun. Am ähnlichsten ist Pallorella, welche in der Färbung der 
Taster, Fühler und Beine ganz mit Liturella übereinstimmt; aus- 
serdem aber dass ihre Vorderflügel ein wenig abgerundeler sind 
und zur Grundfarbe ein helleres, mehr fahles Gelb haben, fehlt 
der rostbraune Fleck, den Liturella fast immer besitzt, und alle 
rostfarbene Bestäubung gänzlich, und als besonderes Kennzeichen 
geht von der Stelle dieses Flecks ein schwärzlicher Streif schräg 
gegen die Wurzel zu und endigt nahe derselben am Innenrande ; 
ausserdem ist der schwarze Punkt an der Wurzel stets vorhan- 
den und sehr scharf; endlich führt der Bauch zwei nur am Ende 
unterbrochene schwarze viitas laterales, wofür Liturella nur zwei 
Punktreihen aufweist. 


202 


Grösse sehr veränderlich, im Durchschnitt wie von einer an- 
schnlichen Assimilella. Rückenschild bleichgelb, Kopf und Taster 
noch etwas heller. Letztere von Rückenschildsläinge, am 2ten 
Gliede aurch die Beschuppung über der Mitte am meisten er- 
weitert, aussen bis zur Wurzel bräunlich angeflogen, bisweilen 
ganz einfarbig bleichgelb; das Endglied kürzer als das 2te Glied, 
pfriemenförmig, ganz ohne Zeichnung. Rüssel bleichgelb. Füh- 
ler braun oder bräunlich; das Wurzelglied an der Schattenseite 
bleichgelb. — Die 4 vordern Beine sind an den Schienen und 
Füssen, die vordern auch an den Schenkeln, auf der Rückenseite 
braun ohne helle Flecke; die Hinterbeine einfarbig bleichgelb, an 
den Tarsengliedern etwas bräunlich; bisweilen sind auch die 
Schienenwurzel und die beiden äussern Dornen auf einer Seite 
gebräunt. — Hinterleib bleichgelb beschuppt, am Bauche mit 4 
Längsreihen schwarzer Punkte, von denen die der miltlern Reihe 
die kleinsten sind. | 

Vorderflügel 4— 5° lang, länglich, doch nicht ganz so ge- 
streckt wie bei Costosa, mit deutlichem, rechtem Winkel, den die 
Franzen um die Flügelspilze bilden, blassgelb, mehr oder weni- 
ger reichlich mit blassen roströthlichen Wischchen bestreut, be- 
sonders gegen den Innenrand und auf der hintern Flügelhälfte, 
und mit spärlichen, oft fehlenden schwarzen Stäubchen. Ein 
schwarzer Punkt, der nicht immer deutlich ist, steht nahe der 
Basis am Innenrande. Ein zweiler, stets deutlicher (nur nicht 
bei Var. c) ist im Miltelraum vor der Flügelhälfte, ein dritter 
grösserer in gleicher Höhe hinter der Flügelmitte. Unter dem 
letztern liegt ein brauner, roslfarbig verlliessender, länglich-run- 
der Fleck. Bei den deuilichsten Exeinplaren geht von ihm ein 
roströthlicher, etwas schwärzlich bestäubter Schattenstreif schräg 
einwärts gegen den Punkt an der Basis, also ähnlich wie bei 
Pallorella, nur mehr gekrümmt und in der Falte unterbrochen. 
Bei undeutlicher gezeichneten Exemplaren ist von ihm nur ein 
Rest unter der Falte vorhanden, der nicht selten gänzlich fehlt, 
Der Hinterrand ist mit einer Reihe mehr oder weniger deutlicher 
schwarzer Punkte bezeichnet; sie fehlt öfters völlig. Franzen 
ganz einfarbig, wie die Grundfarbe. 

Hinterflügel etwas glänzend, weisslicher als die Vorderflügel, 
gegen die Spitze gelblicher und bisweilen von der durchschei- 
nenden Unterseite elwas grau. Franzen weisslich, gegen die 


203 


Flügelspitze gelblicher und hier von der Fläche durch eine nicht 
immer vorhandene Reihe schwärzlicher Strichelchen getrennt. 

Unterseite der Vorderflügel grau, oft sehr hell und gelblich 
gemischt, mit gelblichem Vorderrande. Die schwarzen Punkte 
des Hinterrandes sind kleiner und zahlreicher als auf der Ober- 
seite. Hinterflügel weisslich- gelb, öfters gegen die Spitze mit 
grau beflogenen Adern und am Vorderrande mit grauem Anflug. 

Var. c, ein Männchen aus Mann’s Sammlung, zeichnet sich 
sehr aus, doch nicht als Art. Es hat etwas über mittlere Grösse 
und ein wenig breitere Vorderflügel, deren Grundfarbe eine doch 
sehr schwache Neigung zum Fahlgelben hat. Rostfarbe und 
schwarze Bestäubung ist gar nicht vorhanden; von dem Fleck 
ist blos auf dem rechten Flügel eine äusserst geringe Spur zu 
entdecken. Die zwei Punkte des Mittelfeldes sind zu ungemein 
kleinen Pünktchen geworden. Der Punkt an der Basis fehlt, so 
wie jede Bezeichnung der Ränder auf Ober- und Unterseite. — 
An den Hinterflügeln fallen die Franzen um die Flägelspitze durch 
intensiveres Gelblich auf und haben hier nahe der Wurzel eine 
etwas dunklere Linie. Die Vorderbeine sind auf dem Rücken 
braun, die Schienen und Tarsen der Mittelbeine schiefergrau. Der 
Bauch hat nur die zwei äussern Punktreihen und die Punkte darin 
sehr klein. — Zu dieser Varietät besitze ich Uebergänge, die ich 
mit der gewöhnlichen Art aus gleichen Raupen erhielt. Zu ihnen 
gehört Var. b, welche in der Grundfarbe und den schwarzen 
Punkten mit der Stammart übereinstimmt, aber auch des Flecks 
entbehrt und gar nichts Rostgelbes hat; ihre scharfe Vorderflü- 
gelspitze und der Punkt nahe der Wurzel zeigt, dass sie nicht 
eiwa Herrich’s fig. 448 sein kann. 

Diese gemeine Art ist fast über ganz Europa verbreitet. Am 
nördlichsten wurde sie beobachtet bei Abo in Finland (Tengstr.), 
am südlichsten in Toscana bei Badia (Mann), am östlichen in Ungarn 
(FR). Sie bewohnt wohl am meisten die flachen Gegenden; doch 
kommt sie auch in Gebirgsgegenden vor, z.B. bei Zürich (Bremi!), 
beiSils im Ober-Engadın 5600’ hoch (v. Heyden !). Ihre schwarze 
Raupe mit glänzend schwarzem Kopf, Nackenschild und Vorderfüssen 
lebt am gewöhnlichsten auf feuchten Wiesen, bei uns auf Cen- 
taurea jacea, in England auf Cent. nigra, in Röhren, die sie aus 
den Blattzipfeln bildet; erwachsen ist sie im Juni. Die Schabe 
fliegt im Juli und August, in Toscana schon im Juni. 


204 


3. Pallorella Z. 
(Fig. 1. 2.) 


Palpis pallidis, articulo terminali non annulato, antennis tarsis- 
que quatuor anterioribus vittisque ventris duabus fuscis; 
alis ant. pallide osseis, punctis duobus disci valde distan- 
tibus nigris, litura longitudinali fusca prope dorsum. 


Depressaria pallorella Z. Isıs 1839, S.195. — Entom. Ztg. XIV (1853) 
p- 83. — Schles. Schmtanschbl. 1V (1843) p. 18. VI (1845) p- 14. 


— Herrich-Schff. tab. 52. fig. 449. — Stainton Cat. p. 16. Suppl, 
p. 21. — Companion ed. l, p- 14. 64. — ed. 2. p. 11. 8. — 
Transact. V, p- 153. — Tin. brit. p- 8, 3. — Cat. of brit. Tin, 
p- 56, 3. 


Haemilis pallorella Dup. Cat. 335. 

Var. b, ut a, sed al. ant. nigro-irroralis, cosla puriore. 
* Var. c, ut a, sed alis ant. litura nulla. 

Herrich-Schff. ıab. 52. fig. 448. 

Ihre Unterschiede von Liturella sind bei letzterer angegeben. 
Wenn der braune Längswisch der Vorderflügel nicht beständig 
sein sollle (s. Anm. zu Var. c.), so bleiben doch die fahlere, 
hellere Grundfarbe mit den feinen, braun angeflogenen Längs- 
adern vor dem Hinterrande, der scharfe, starke, tiefschwarze 
Punkt an der Basis, der Mangel alles röthlichen Anfluges und 
des braunen Flecks unter dem Queraderpunkt, und die schwarze 
Doppelstrieme des Bauches als gute Merkmale übrig. 

Rückenschild und Kopf so fahl-gelblich wie die Vorderflügel. 
Die am Endgliede ganz ungezeichneten Taster sind am zweiten 
Gliede aussen bräunlich angeflogen. Fühler schwarzbraun, am 
Wurzelglied auf einer Seite bleich gelblich. Die vier vordern 
Beine ausser an dem Mittelschenkel auf der Lichtseite graubraun, 
ohne helle Flecke der Tarsen. Hinterbeine bleichgelb; die zwei 
Aussendornen auf einer Seite braun; Tarsen grau angelaufen. — 
Hinterleib bleichgelb, am Bauche mit zwei lateralen schwarzen 
Striemen, die sich nach hinten verdünnen und mehr oder weni- 
ger in Fleckchen auflösen; zwischen beiden Striemen sind zwei 
Reihen sehr kleiner, meist verloschener, schwarzer Punkte. 

Vorderflügel des & 5—54‘, des Q 4—4%° lang, mit we- 
niger scharfem Vorderwinkel, sonst in der Gestalt wie bei Litu- 
rella, sehr hell fahl- oder beingelb; die Längsadern treten durch 
braunen Anflug, der hier und da mit schwarzen Pünktchen ver- 


205 


stärkt wird, als feine, den Hinterrand nicht erreichende Linien 
hervor. Bei Var. b (einem Exemplar der FR’schen Sammlung) 
ist die Fläche, ausser längs des Vorderrandes, reichlicher schwarz 
gepünktelt als gewöhnlich. Nahe dem Innenrande und der Basis 
ist ein sehr scharfer, schwarzer Punkt von wechselnder Grösse. 
Der erstes chwarze Punkt des Mittelraums ist kleiner als der eben 
angegebene und als der folgende, und oft kaum zu erkennen. 
Der dritte, grössere ist an der Querader. In einiger Entfernung 
von dem Innenrandpunkt beginnt der aus braunen Stäubchen zu- 
sammengesetzte streifenähnliche Wisch, welcher schräg aufwärts 
steigt, eine ziemlich gerade Richtung behält, sich allmählig ver- 
dunkelt und hinter dem Queraderpunkt verschwindet. Der Hin- 
terrand ist mit einer über dem Innenwinkel verschwindenden 
Reihe schwarzer Punkte bezeichnet. - 

Hinterflügel seidenglänzend, viel heller als die Vorderflügel, 
gegen den Aussenwinkel ins Graue übergehend und hier mit einer 
verloschenen Reihe brauner Randstrichelchen versehen. Franzen 
fast weisslich, um die Flügelspitze mit undeutlicher grauer Linie 
vor der Wurzel. 

Unterseite der Vorderflügel bräunlich-grau, am Vorderrande 
bleichgelb wie die Franzen; Hinterrandpunkte klein und undeut- 
lich. Hinterflügel wie oben, am Vorderrande und vor der Flü- 
gelspitze mit bräunlich bestäubten Adern. Die braunen Hinter- 
randstrichel deutlicher als auf der Oberseite. 

Diese seltene Schabe habe ich bei Frankfurt a. d. Oder zwei- 
mal, bei Glogau öfters gefangen. Sie findet sich in Kieferwäldern 
unter Haidekraut, Heidelbeergesträuch, Kieferbüschen, wo man 
sie im Herbst und Frühjahr schwer herausklopft. Ich fing sie 
auch schon zwischen Spartium, so dass ich darin ihre Fulter- 
pflanze vermuthen würde, wenn nicht vo. Heyden als solche Cen- 
taurea jacea, auf welcher die Raupe zu Anfang Juni lebt, an- 
zeigte. — Die Art findet sich bei Frankfurt am Main zu Anfang 
Juli und bei Hannover (v. Heyden!), ist in England selten (bei 
Dover und auf der Insel Wight: Stainton) und kommt auch in 


‚Ungarn bei Ofen (v. Heyden!) vor. 


Anmerkung. Das Original der Var, c habe ich nicht gesehen. Ich 
bezweifle, dass Pallorella wirklich so abändert, dass der braune Längswisch 
der Vorderflügel ganz fehlt. Die Fig. 448 stellt darin richtiger Pallorella vor 
als fig. 449, dass die braunen Adern den Hinterrand bei ihr nicht erreichen, 


206 


während dies bei 449 geschieht; aber statt dass letztere naturgemäss einen 
schwarzen Punkt nahe der Innenrandwurzel zeigt, sehen wir in 448 einen 
kurzen schwarzen Strich, der schräg vom Innenrand selbst aufsteigt. Ausser- 
dem ist der erste Punkt des Mittelraums grösser als der zweite, und von den 
vielen auf die Fläche gestreuten Pünktchen scheint gar eins dazu zu treten, 
um mit ihm einen Doppelpunkt (wie bei Assimilella) zu bilden. Ich glaube 
daher, dass fig. 448 eine ganz andere Art als Pallorella vorstellt, und zwar 


vielleicht eine Varietät der Atomella. 


4. CGuleitella HS. 


Thorace, capite basique alarum anleriorum nigris, his pallidis, 
punctis disci duobus distanlibus punctorumque serie mar- 
ginali nigris (SP). 

Culcitella HS. tab. 60. fig. 435. 

Depressaria morionella Z. in lit. Heydenreich Cat. p. 34. 466. 

Eine der kleinsten Arten, sehr ausgezeichnet durch die 
schwarzbraune Färbung des Ko Rüglennsahildes und der 
Vorderflügelwurzel. 

Rückenschild einfarbig schwarzbraun. Kopf gleichfalls, in 
dem Gesichte meines Exemplars unrein gelblich. Fühler hell- 
braun mit sehr dunklem Wurzelgliede. Taster so lang wie Rük- 
kenschild und Kopf zusammen; das 2te Glied stark zusammen- 
gedrückt, durch die Beschuppung gleichmässig erweitert, dunkel- 
braun, aussen fast schwarz, innen und gegen die Wurzel hell; 
das Endglied kaum halb so lang, dünn, fein gespitzt, hellgelb- 
lich, aussen bräunlich, doch mit ganz reiner Spitze. Rüssel klein, 
bräunlich beschuppt. — Die 4 vordern Beine auf der. Lichtseite 
violettlich-braun; Vordertarsen bleichgelb, an den Enden der 
Glieder grau. Hinterbeine bleichgelb; die Schienen auswärts an 
der hintern Hälfte dunkelgrau, die Tarsen noch dunkler mit hel- 
len Wurzeln der Glieder. — Hinterleib bleichgelb, am Bauch mit 
drei braunen Schattenstriemen, deren mittelste die undeutlichste ist. 

Vorderflügel 33 — 32‘ lang, länglich, mit deutlichem, doch 
fast abgerundetem Vorderwinkel, sehr blassgelb mit spärlichen, 
äusserst feinen schwarzen Stäubchen, besonders gegen den Hin- 
terrand, die aber auch oft ganz fehlen. Die Wurzel ist vom 
Vorder- bis Innenrande in einem schmalen Fleck schwarz. Im 
Mittelfeld ist ein feiner schwarzer Punkt vor der Flügelhälfte; 
ein zweiter grösserer, eben so tief schwarzer liegt in gleicher 
Höhe auf der Querader. Der Hinterrand hat eine Reihe von 6 


207 


schwarzen Punkten, und vor der Flügelspitze liegen auf dem 
Vorderrande 4 schwärzliche Flecke; letztere fehlen ganz und er- 
stere sind sehr klein und theilweise verloschen bei Mann’s Exem- 
plar und in HS’s Abbildung. 

Hinterflügel scidenglänzend, fast weisslich, gegen den Tin- 
terrand kaum elwas grau. 

Unterseite der Vorderflügel gelblich-grau, nach hinten dunk- 
ler, am Vorderrande mit dunkeln Fieckchen, am Hinterrande mit 
einer schwarzen Punktreihe. Hinterflügel wie oben, aber am 
Vorderrande in beträchtlicher Breite und in der Flügelspitze grau 
bestäubt. Den Hinterrand säumt eine Reihe braungrauer Strichel- 
chen, und die Franzen sind von einer grauen, gegen den Schwanz- 
winkel verschwindenden Schattenlinie durchzogen. 

Mein weibliches Exemplar fing Schläger Mitte Juli bei Jena 
im Gehölz. Mann sammelte am 30. Mai und 1. Juni einige 
Exemplare, wovon ich eins zur Ansicht erhielt, im Oestreichi- 
schen auf dem Kalvarienberge bei Perchiholdsdorf an Artemisia. 
Nach Lederer fliegt die Art auch bei Ofen und im Banat. Aus 
Herrn Schmid’s Sammlung sah ich ein Männchen, das aus der 
Gegend von Regensburg stammt, wo die Art „von Ende Juni 
bis Mitte Juli um Echium schwärmt“. 


5. Schmidtella Mann. 


Palporum articulo terminali fusco-annulato; alis anterioribus sub- 
aculis, rufescenli-flavidis, tenerrime fusco-strigulatis, litura 
Iransversa rulo-fuscescenti media, in dorso valde ampliata, 
macula parva venae Iransversae nigricanli. 

Depressaria Schmidtella Mann: Ilyr. Blau 1849. S. 263. — Ent. Ztg. 

XI (1851) S. 81. 

Doronicella HS. tab. 82. fıe. 623. 

Tortrix doronicana Schilling in den vaterländ, Berichten f. 1831. S. 75. 

Var. b, alis ant. post Iiluram rufo-fuscenti obscuralis. 

Doronicella HS. tab. 82, fig. 622. 

Depress. duronicella: al. ant. minus obtusis, ochraceis, fusco-nebulosis, basi 
dilutiore, striga obligna ante pnnetoque post medium fuscis, posteriori- 
bus obscure griseis} palpıs ochraceis externe fusco-adspersis, annulo ar- 
tieuli tertii fusco. Wocke in den vaterländ. Berichten f. 1849. S. 73. 
— Breslauer entom. Zeitschr. Lepid. $S. 46. 

Diese Art, die mir wegen ihrer ziemlich scharfen Vorder- 
flügelecke am besten hier zu stehen scheint, ist in ihrer hellen 


208 


Varietät durch den sich vom Vorderrand herabsenkenden und am 
Innenrande weit ausbreitenden rothbräunlichen Schatten und die 
vielen braunen, gekrümmten Querstrichelchen zu erkennen; in 
der dunklen Varietät, bei der sich der Schatten bis zum Hinter- 
rande ausbreitet, wird dadurch der hellere, röthlich-gelbe Wur- 
zeltheil des Flügels um so mehr hervorgehoben, welchen er zu 
einem grossen, ovalen Fleck abgränzt. 

Grösse veränderlich wie von Assimilella, bisweilen über dieser. 
Rückenschild röthlich-ochergelb, Kopf heller, im Gesicht ins Gelb- 
lichweisse. Fühler braun; Wurzelglied fahlgelb, auf dem Rücken 
bräunlich. Taster von Rückenschildslänge, hell fahlgelb, am 2ten 
Gliede aussen braun bestäubt; dies an der obern Hälfte durch die 
lockere Beschuppung gleichmässig verdickt; Endglied von halber 
Länge, pfriemenförmig, unter der Spitze mit einem auf dem Rük- 
ken unterbrochenen, schwärzlichen Ringe. Beine bleichgelb, die 
4 vordern auf der Lichtiseite braun angeflogen; die Vordertarsen 
braun auf der Rückenseite, mit gelblichen Spitzen der 3 ersten 
Glieder, während die 2 letzten oft ganz schwarz sind; die Mit- 
tellarsen grau gefleckt, am dunkelsten an den 2 Endgliedern; 
Hinterbeine einfarbig. — Hinterleib oben grau mit gelblichen oder 
grauen Schuppenrändern und gelblichem Afterbusch; Bauch hell- 
gelb, bei den grössten Exemplaren mit 4 Längsreihen schwacher, 
schwarzer Punkte; sie fehlen bisweilen ganz auf der hellen Fläche; 
bisweilen ist diese schwärzlich bestäubt. 

Vorderflügel 4!—34° lang, länglich gestreckt, mit fast schar- 
fer, rechtwinkliger Spitze und abgerundetem Innenwinkel, röth- 
lich-hell-ochergelb, reichlich mit feinen, braunen, welligen Quer- 
strichelchen bestreut. Die Schulterwurzel ist, von oben kaum 
kenntlich, braun. Das Wurzelfeldchen ist selten kenntlich, durch 
einen schwachen dunklen Innenrandstrich abgegränzt und nicht 
heller als der folgende Raum. In diesem ist vor der Flügelmitte 
meist ein feines tiefschwarzes Pünktchen. Hinter ihm kommt 
vom Vorderrande ein rothbräunlicher, nur wurzelwärts ziemlich 
scharf abgeschnittener Schatten herab, der sich unter der Hälfte 
der Flügelbreite stark erweitert und am Innenrand sich zwischen 
dem Innenwinkel und dem Anfange des 2ten Viertels der Innen- 
randlänge ausbreite. An ihn schliesst sich ein schwärzliches, 
gerundetes Fleckchen der Querader. Bei Var. b ist der ganze 
übrige Raum des Flügels mit derselben, nur etwas gelichteten, 


209 


rothbräunlichen Farbe gefüllt. Dann zeigt sich der helle Wur- 
zeltheil als ein ovaler Fleck, der von der Basis des Innenwinkels 
her sich nach aussen verlängert und auf dem Vorderrande ver- 
dunkelt ist. Die Franzen, in der Grundfarbe, sind von der Flü- 
gellläche durch eine feine schwärzliche Linie gelrennt und von 
einer grauen Schattenlinie durchzogen; am Innenwinkel sind sie 
grau. Bei Var. b ist die Verdunkelung der Fläche auch über sie 
ausgebreitet, so dass von den Linien wenig zu sehen ist. 

Hinterflügel etwas seidenglänzend, dunkelgrau. Franzen hel- 
ler, bei den hellsten Exemplaren gelblich; eine feine graue Linie 
durchzieht sie nahe der Wurzel, eine lichtere, oft nicht merk- 
liche Schattenlinie nahe an ihrem Ende. 

Unterseite grau, bei Var. b fast einfarbig, bei Var. a auf 
den Vorderflügeln von der Wurzel aus und am Vorder- und 
Hinterrande gelblich gelichtet; Hinterflügel am Vorderrand und 
an der Flügelspitze gelblich mit Grau bestäubt. 

Meine 5 von Dr. Wocke erhaltenen Exemplare gehören zur 
Var. b und sind auch in den Hinterflügelfranzen dunkler als die 
4 von Schmidt erhaltenen, die ich als Stammfärbung ansehe; 
letztere sind auch mit Ausnahme eines Männchens, das in der 
Färbung den Uebergang bildet, beträchtlich grösser. Ich glaube, 
dass Futtermangel und Erziehung in einem finstern Behältniss die 
Var. b am meisten hervorbringt. Doch habe ich auch ein sehr 
kleines Weibchen der Var. a. 

Die erste Nachricht über diese Art finden wir in den Schrif- 
ten der schlesischen Gesellschaft für vaterl. Cultur mit den Wor- 
ten: „Herr Schilling hatte in zusammengesponnenen Blättern des 
Doronicum scorpioides am (Glatzer) Schneeberge mehrere 
Räupchen gefunden und aus diesen eine neue Art von Tortrix 
erzogen, welche doronicana genannt wurde.“ Eine Beschreibung 
der Art ist nicht mitgetheilt. Weitere Nachricht liefern Schmidt 
und Wocke. Die Schabe ist eine rein alpine Art, die bis jetzt 
auf den Krainer Gebirgen, dem Glatzer Schneeberge und dem 
Altvater beobachtet wurde. Herr Metzner hat sie aus dem Ba- 
nat. Die a. a. O. beschriebene Raupe lebt im Mai an Doronicum 
austriacum, dessen Blätter sie zu einem Wulst zusammenzieht. 
In der Endhälfte des Juni erscheint der Falter, der auf dem Alt- 
vater noch zu Ende Juli, Abends um die Futterpflanze auffie- 
gend, in Menge gesammelt wurde. | 

IX. 14 


210 
6. Umbellana Steph. 


Palporum articulo terminali pallido, non annulato, tarsorum an- 
ticorum apice fusco; alis ant. subaculis pallide osseis, fu- 
scescenti venosis, puncto ante punctuloque post medium 
nigris SQ. 

Depressaria umbellana, alıs ant. striatis griseis, maculıs approximatis 

emarginatis disci nigris, posticis pallidis: Steph. Illustr. IV, 197. — 

Cat. 7157. — Stainton Tin. brit. 85. — Cat. of brit. Tin. 56. — 

Companion ed. 2. p. ıl, 25, 44, 48, 49. 

Depressuria ulicetella Staint. Cat. 16, 4. — Companion ed, 1. p- 14, 29, 

46, 50, 59. — Transactions V, p. 154. 

Ulicetella HS, tab. 82. fıg. 626. 

? Depress. umbellarum (the large streaked Flat-body): alis planis striatis 
griseis, maculis approximatis emarginatis disci nigris, Haworth Lep. 
Brit. IV, p. 506. 2. 

Sehr ausgezeichnet durch die braunen Längslinien der Vor- 
derflügel, welche sich auf allen Längsadern zeigen und hier und 
da, besonders auf der Medianader, zu einem braunen Schatten 
verstärkt werden. Nur Putridella kommt ihr darin nahe; denn 
auch bei dieser bilden alle Adern braune Längslinien; aber bei 
ihr fliessen sie im Mittelfelde zu einem breiten Schatten zusam- 
men, der von der Wurzel anfängt und sich erweitert bis in den 
Vorderrand vor der Flügelspitze verlängert, während bei Umbel- 
lana stets in der Mittelzelle eine feine Längslinie der Grundfarbe 
übrig bleibt. In dieser hellgelblichen Längslinie stehen die zwei 
schwarzen Punkte der Umbellana, und von ihnen ist der hintere, 
auf der Querader stehende klein und mehr braun; er fehlt sogar 
manchmal. Statt dieses zweiten Pünktchens hat Putridella einen 
braunen, weiss ausgefüllten Ring, an dem sie am leichtesten un- 
terschieden wird. Ferner verdicken sich die in den Hinterrand 
laufenden Linien bei Puiridella; bei Umbellana verschwinden sie 
zum Theil und verdünnen sich vielmehr. Putridella hat ausser- 
dem eine fast abgerundete Vorderflügelspitze und ist beträchtlich 
kleiner. 

Grösse wie die einer anschnlichen Pulverella, wenig ver- 
änderlich. Rückenschild sehr hell fahlgelb, zu beiden Seiten bis 
unter die unverdunkelten Schulterdecken mit braunem, striemen- 
förmigem Schatten, der oft hinter dem Kragen zusammenfliesst. 
Kopf wie die Schulterdecken, im Gesicht fast weisslich. Fühler 
bräunlich, Taster so lang wie Kopf und Rückenschild zusammen, 


211 


stark aufgekrümmt, blass fahlgelb; das 2te Glied stark und gleich- 
mässig durch Beschuppung erweitert, aussen braun angeflogen; 
das Endglied halb so lang, glatt, fein gespitzt, unbezeichnet. — 
Vorderbeine an Hüfte, Schenkel und Schiene auf der Lichtseite 
braun, auf dem Rücken der 2 letzien Tarsenglieder dunkelbraun; 
die übrigen Beine bleich fahlgelb, an den Schenkeln aussen grau; 
die äussern Hinterschienendornen auf einer Seite braun. — Hin- 
terleib grau-gelblich mit bleichgelblichem Schuppenrand und Af- 
terbusch; Bauch mit 2 seitlichen, aus Flecken zusammengeseizten, 
braunen Striemen. | 

Vorderflügel 43 — 5° lang, gestreckt, am abgerundeten In- 
nenwinkei kaum erweitert, mit rechtwinkliger, schwach abge- 
stumpfer Franzenecke des Vorderwinkels. Grund sehr hell fahl- 
. gelb, wie bei Pallorella. Alle Adern sind hellbraun angelaufen 
und nach aussen verdünnt; die in die Flügelspitze auslaufenden 
fliessen gegen ihre Wurzeln zusammen; die Medianader ist bis 
in ihre Endäste hinein von einem breiten Schatten begleitet, der 
an der Wurzel der Mittelzelle quer bis zum Innenrand gekrümmt 
ist, wodurch das helle Wurzcelfeldchen begränzt wird. Auch der 
Innenrand ist mit einer bräunlichen Linie gesäumt. In der Mit- 
telzelle ist eine helle Längslinie, in welcher vor der Flügelmitte 
ein schwarzer Punkt, bisweilen in ein Strichelchen verlängert, 
steht, über dem sich selten ein Pünktchen wurzelwärts zeigt; in 
derselben hellen Längslinie ist auf der Querader ein braunes, 
nicht selten fehlendes Pünktchen. Auf dem Hinterrand ist eine 
Reihe schwärzlicher Strichelchen, die sich gewöhnlich bis in den 
Vorderrand herumzieht. Die bleichgelben Franzen sind an der 
Wurzel verdunkelt und gegen die Spitze von einer grauen Schal- 
tenlinie durchzogen; bisweilen sind sie grau angelaufen. 

Hinterflügel schwach glänzend, sehr hellgrau, gegen die Spitze 
etwas dunkler und hier auf dem Rande mit mehr oder weniger 
deutlichen schwärzlichen Strichelchen umzogen. Franzen viel hel- 
ler als die Grundfarbe der Vorderflügel, mit zwei verloschenen 
Schattenlinien. 

Unterseite der Vorderflügel grau, mit gelblichem Vorderrand, 
der öfters spärliche, schwarze Pünktchen hat, und mit unrein 
gelblichen Franzen. Hinterflügel wie oben, gegen die Spitze gelb- 
lich, und hier auf den Adern bräunlich bestäubt und mit deut- 
lichern schwarzen Strichelchen des Hinterrandes. 


212 


Bis jetzt auf dem Continent noch nicht aufgefunden, in Eng- 
land gemein, im Juli, August und September in den dort sehr 
häufigen Gebüschen von Ulex europaeus. Wahrscheinlich lebt sie 
auch in der Normandie, wo ihre Futterpflanze häufig ist, an der 
die Raupe im Juni gefunden wird. | 


Anmerkung. In Merrich’s Abbildung einer Varietät mit fehlendem 
Punkt auf der Querader sind die Vorderflügel viel zu schmal, mit viel zu ab- 
gerundetem Innenwinkel und ohne spitzen Vorderwinkel; auch laufen die 
Adern zu dick in den Hinterrand, und der Innenrand hat keine braune Linie, 


Doch lässt sich die Species aus diesem Bilde erkennen. 


7. Assimilella (Tischer) Tr. 


Palporum articulo terminali exalbido, in basi et ante apicem 
fusco-maculato; alis ant. elongatis subaculis dilute flavidis, 
creberrime fuscescenti-irroratis, puncto saepe geminato 
nigro ante medium; posterioribus dilutissime pallidis vel 
flavescenti - cinereis. 5 

Haemylis assimilella: alıs pallidıs, atomis fuscıs Tr. IX, 1. 259 u. 


X, 3. 185 u. 280. — FR. Beitr. S. 61. Taf. 31 u. 32. fig. 1. a. c. 
— (Hemilide assimilee) Dup. Hist. VIN. p. 146, pl. 291. fig. 1. — 
Cat. 335. Ä 


Depressaria — Z. Isis 1839, S. 195. 4. — Schles. Schmtauschbl. III (1842), 
17. IV (1843), 18. — Richter Ent. Ztg. XI (1850), S.26. — Mann: 
Ent. Ztg. XI (1850) S. 149. — FLeutti Beitr. S. 186, 26. — Stain- 
ton Cat. p. 16. Suppl. 21. — Companion ed. 1. p. 14, 29, 30, 40, 50. 
ed. 2. p. Il, 32, 37, 71, 72. — Transact. V, p. 154, 5. — Tin. brit. 
p- 86, 9. — Cat. of brit. Tin. p: 57. 

Depress. arenella Reutti Beitr. S. 186, 27. 

Depress. irrvrella Steph. Cat. 7172. — Illustr. IV, p- 204, 21. 


Var. b, al. ant. litura rotundata venae transversae fuscescenti. 
ER. 1. c.fe..l. a. 
Var. c, palporum articulo terminali vix signato; alis ant. parce 
el obsolete irroratis, posterioribus pallidissimis. 9. 
Depress. assimilella Z. Isis 1847. 837 (VVeibchen statt Männchen zu lesen). 


Von Costosa leicht durch die blassen, nicht braunrothen 
Franzen unterschieden, trennt sie sich von Liturella durch ge- 
fleckte, nicht einfarbig braune Vordertarsen, durch die 2 Flecke 
des letzten Tastergliedes und durch den Mangel von rostfarbiger 
Beimischung auf den Vorderflügeln, sowie durch den Mangel eines 
braunen Wisches unter der Querader, während sie öfter einen 


213 


hellen Nebelfleck auf der Querader zeigt; von Pallorella durch 
dieselben Merkmale an den Vordertarsen und dem letzten Taster- 
gliede, und auf den Vorderflügeln durch reichliche braungraue 
Bestäubung, durch Kleinheit und Undeutlichkeit der schwarzen 
Punkte und durch den Mangel des braunen Längswisches unter- 
halb der 2 Mittelpunkte, endlich noch durch die 2 schwarzen 
Punktreihen auf dem Bauche statt der zwei schwarzen Längs- 
striemen. — Leichter ist die Verwechslung mit den hellen Va- 
rietäten der Atomella, von denen sie weit weniger sicher durch 
die zwei Flecke am letzten Tastergliede, da Atomella bisweilen 
eben so gezeichnet vorkommt, als durch den Mangel des rölh- 
lichen Anstriches auf der Innenrandhälfte der Vorderflügel und 
durch das beständige Fehlen der 2 weissen Punkte, die bei Ato- 
mella hinter den 2 schwarzen Punkten des Mittelfeldes hinter ein- 
ander liegen, sowie durch die mehr rechtwinklige Vorderflügel- 
spitze zu unterscheiden ist. — Am nächsten steht aber Assimi- 
lella der Nanatella; nur ihre kleinsten Exemplare kommen die- 
ser in der Grösse gleich. Den am leichtesten zu erkennenden 
Unterschied geben die Hinterflügel; diese sind bei Assimilella sehr 
hellgelblich, nur selten licht gelblich- grau; bei Nanatella haben 
sie einen rein grauen, und zwar nach aussen immer dunkler 
werdenden Grund. Ausserdem sind bei ihr die Vorderflügel ent- 
schieden kürzer und stumpfer. — Var. b der Assimilella lässt 
sich von Arenella, Propinquella und Subpropinquella aus- 
ser durch den schärfern Ausdruck des Flecks auf den Vorder- 
flügeln dieser 3 Arten am besten dadurch unterscheiden, dass 
bei ihnen die 2 schwarzen Punkte dicht an diesem Flecke ste- 
hen, bei Assimilella aber um die ganze Breite desselben davon 
getrennt sind. 

Grösse veränderlich, fast immer unter der von Pulverella, 
gewöhnlich wie die der kleinsten Exemplare der Liturella. Rük- 
kenschild hell bleichgelb mit gleichfarbigem Schuppenhöcker auf 
dem Schildchen. Kopf noch heller. Fühler bräunlich, am Wur- 
zelgliede mit hellgelblichem Längsstrich und so gefärbtem Löck- 
chen. Taster länger als das Rückenschild, von der Farbe des 
Kopfes, innen gelblich-weiss; das zweite Glied ist auf der End- 
hälfte durch lockere Beschuppung stark und ziemlich gleichmässig 
verdickt und auf der Aussenseite braun angeflogen; das Endglied, 
etwas länger als die Hälfte des 2ien Gliedes, ist eiwas zusam- 


214 


mengedrückt, feinspitzig, ganz glatt und auf der Innenseite mit 
einem schwarzen Fleckchen an der Wurzel und einem grössern 
or der Spitze bezeichnet, welcher letztere sich mehr oder we- 
niger zu einem Ringe ausbreite. — Die 4 vordern Beine sind 
auf der Lichtseite gebräunt, am dunkelsten die Vorderbeine; die 
4 Tarsen an den Enden der Glieder gelblich; Hinterbeine bleich- 
gelblich, die Tarsen auf dem Rücken an der Wurzel der Glieder 
schwach gebräunt. — Hinterleib bleichgelb, am Bauche mit 4 
schwarzen Punktreihen, wovon die 2 mittleren die wenigsten und 
kleinsten Punkte enthalten. 

Vorderflügel 42 — 34° lang, länglich, mit rechtwinkliger, 

doch nicht ganz scharfer Vorderecke und ziemlich grade herab- 
laufendem Rande der Franzen, der sich um den Innenwinkel zu- 
rundet, bleichgelb, manchmal etwas gesättigter, mit reichlichen 
bräunlichen Stäubchen verdunkelt, besonders auf der Innenrand- 
hälfte. Das Wurzelfeldchen ist rein bleichgelb, nach aussen scharf 
begränzt durch einen aus gehäuften Stäubchen gebildeten Rand, 
in welchem nahe am Innenrand ein schwarzer, nicht scharfer 
Punkt liegt. An der Schulterwurzel ist ein schwärzlicher Punkt. 
Im Mittelraum liegt vor der Mitte ein tief schwarzer Punkt und 
nicht selten etwas hinter und uuter ihm ein solches Pünktchen. 
Auf der Querader ist bei Var. b ein graubrauner, gerundeler 
Staubfleck, bisweilen unterwärts mit röthlicher Beimischung. Am 
Hinterrand ist eine Reihe schwarzer Strichelchen, die sich selten 
bis in den Vorderrand zieht. Die Franzen sind durch grauen 
Schatten verdunkelt. 
. Hinterflügel elwas seidenglänzend, weisslich-gelb, selten so 
mit Lichtgrau gemischt, dass das Gelbliche blos auf die Innen- 
randgegend gedrängt ist. Der Hinterrand hat gegen die Flügel- 
spitze eine Einfassung durch graue Strichelchen. 

Unterseite der Vorderflügel gelblich-grau mit schmalem, gelb- 
lichem, schwärzlich bestäubtem Vorderrande und gelblicher Wur- 
zelhälfte der Franzen; Hinterrand mit schwarzer Punktlinie. Hin- 
terflügel heller als die Vorderflügel, am Vorderrande schwach 
bestäubt; die Hinterrandlinie dunkler als auf der Oberseite. 

Var. c hat sehr helle Grundfarbe der Vorderflügel mit blas- 
ser, spärlicher Bestäubung, weisslich-gelbe Hinterflügel und fast 
einfarbige, gelblich-weisse Taster. 


215 


Diese Art bewohnt das ganze mittlere Europa. Am weite- 
sten gegen Süden wurde sie von mir bei Neapel in einem Exem- 
plare gefunden, welches die Var. c bildet. Ihre Flugzeit ist der 
Juni, Juli und August (das neapolitanische, unverflogene Weib- 
chen am 15. August). Mann erhielt sie bei Livorno schon Mitte 
Mai, und Stainton giebt für England den Mai und Juni als die 
Flugzeit an. Man findet den Schmetterling im Waldgestrüpp in 
der Nähe und zwischen der Futterpflanze. Diese ist Sparlium 
scoparium, woran man im März und Anfang April die Raupe 
grösstentheils erwachsen sammeln kann. Sie lebt einsam, doch 
stets in mehrerer Zahl an einer Pflanze. Ihre Wohnung ist ein 
weisses Gespinnst, welches sie zwischen zwei Aesten anlegt, und 
welches durch seine Farbe ziemlich leicht in die Augen fällt. 
Das in der Jugend schwärzliche, erwachsen graugrüne Thier 
nährt sich von der Rinde des Strauches und von den Blattknos- 
pen. Zur Verpuppung geht es an die Erde und baut sich zwi- 
schen Moos oder auch an der Oberfläche der Erde aus Sand- 
körnchen ein innen mit Seide ausgesponnenes länglich-rundes 
Gehäuse. FR., der die Anlegung eines Puppengehäuses auch 
zwischen den Blättern der Nahrungspflanze (wohl abgefallenen ?) 
beobachtete, fand noch junge Raupen im Mai, aus denen die 
Schmetterlinge sich im August entwickelten. Ich habe zu der 
Zeit, wenn der Besenstrauch in Blüthe steht, nur leere Raupen- 
wohnungen angetroffen und kann demnach die Abbildung des 
blühenden Strauchs als Aufenthalt der Raupe nur als eine Ver- 
lockung zu vergeblichen Nachforschungen ansehen. 


Anmerkung 1. FR. giebt die Abbildung und Beschreibung der Raupe 
und Puppe a. a. O. Seine Bilder der Schmetterlinge haben zu kurze Vor- 
deıflügel und zu dunkle Hinterflügel; am besten ist das Bild auf Taf. 31 ge- 
rathen. Bei denen der Taf. 32 ist der braune Schatten der Längsader, der 
in der Wirklichkeit ganz fehlt, schr auffallend und störend, und namentlich 
fig. 1b hat ein ganz Iremdartiges Ansehen, 


Anmerkung 2. FReutti’s Arenella ist ein schönes, stark bestäubtes, 
auch in der Grundfarbe ein wenig verdunkeltes Männchen unserer Assimilella, 
das ich jetzt vor mir habe. 


Anmerkung 3. Stainton führt die Stephens’sche Depress. atomella 
(Illustr. 1V. p. 202, 19) als fragliches Synonym auf. VVenn die Bezeichnung: 
„alis ant. rufescentibus aut testaceis‘* und „Ant. wings reddish or testaceous‘* 
nicht auf die wahre Atomella hinweist, so schliesst sie die Art doch sicher 
von Assimilella aus. 


216 
8. Nanatella Stainton. 


Palporum articulo teminali ante apicem fusco; alis ant. oblon- 
gis, vix aculis, dilute flavidis, crebro fuscescenti-irroratis, 
puncto disci ante medium atro; posterioribus cinereis ex- 
terne obscuralis. 


Depressaria nanatella: alae ant. breves, 'obtusae, pallide ochraceae, ir- 
roratae numerosis atomıs fuscis quarum duae longitudinaliter positae 


conspicuiores sunt: Stainton Trans. V, p. 154. pl. 17. fig 2, — Com- 
panion ed. 1. p. 14. 59, ed, 2. p. 11, 44. — Cat, of brit. Tin. p« 
57,6. — Tin. brit, 86, 6. 


Var. b, al. ant. litura parva rotundata cinerea paulo post pun- 


elum alrum. 
Depress. assimitella Z. Entom. Ztg. 1850. S. 149, 108, 


Am verwandtesten mit Assimilella, von ihr verschieden 1) 
durch die Kleinheit, indem nur die kleinsten, aus dürftig genähr- 
ten Raupen entstandenen Exemplare der Assimilella ihr gleich 
kommen; 2) durch die kürzern, also etwas breitern und dabei 
an dem Vorderwinkel mehr abgestumpfien Vorderflügel; 3) durch 
das von der übrigen Fläche nicht abstechende, sondern sanft in 
dieselbe übergehende Wurzelfeldchen; 4) durch die viel dunkler 
grauen Hinterflügel; 5) durch den Mangel eines schwarzen Fleck- 
chens an der Wurzel des Endgliedes der Taster; 6) durch die 
geringere Zahl schwarzer Punkte am Bauche, indem blos je eine 
aus 4 Punkten bestehende Seitenreihe vorhanden ist. 

Rückenschild und Kopf sehr licht fahlgelb. Fühler wenig 
dunkler, also viel heller als bei Assimilella. Taster eiwas länger 
als das Rückenschild; das zweite Glied an der Endhälfte durch 
lockere Schuppen stark verdickt, weisslich-fahlgelb, aussen un- 
verdunkelt; Endglied glatt, nur vor der Spitze mit-einem verlosche- 
nen, braunen, schmalen, unterbrochenen Ringe. Beine von der 
Farbe der Taster, die 4 vordern kaum etwas verdunkelt, an den 
Tarsen auf dem Rücken mit grauen Gliederwurzeln; an den Vor- 
dertarsen ist die Spitze schwärzlich. — Hinterleib bleichgrau mit 
weissgelblichem Rande, Afterbusch und Bauch; letzterer hat nur 
2 seitliche Längsreihen aus je 4 ungleichen schwarzen Punkten. 

Vorderllügel 33 — 33°‘ lang, länglich, weniger gestreckt 
als bei Assimilella, am Innenwinkel etwas stärker erweitert und 
daher nicht so fach abgerundet und mit stumpferem, doch nicht 
abgerundelem Vorderwinkel, schr hell fahlgelb, ganz ohne Glanz, 


217 


reichlich mit grauen Stäubchen bestreut. Das Wurzelfeldchen 
sticht nicht ab, indem es nicht durch einen grauen Innenrand- 
strich begrenzt wird, statt dessen ein schwärzlicher Punkt nahe 
am Innenrand vorhanden ist. Im Mittelfelde vor der Flügelmitte 
ist ein tief schwarzer Punkt, (Stainton erwähnt in den Transact. 
2 oder 3 Punkte; ich finde nur bei meinem englischen Exemplar 
etwas einwärts und etwas höher ein sehr feines Pünktchen.) 
Dicht hinter und etwas höher als dieser Punkt ist bei Var. b ein 
runder, kleiner aschgrauer Fleck, ähnlich wie bei Propinquella, 
aber viel blasser. Der Hinterrand ist ohne schwarze Punktreihe. 
Die Franzen werden von einer feinen bräunlichen Linie durch- 
zogen, welche das gesälligtere Gelb der Wurzelhälfie von dem 
lichtern der Endhälfte trennt. 

Hinterflügel grau, seidenglänzend, gegen die Wurzel heller. 
Franzen hell mit breiter, dunklerer Schattenlinie an der gelb- 
lichen Wurzel und sehr feiner Schattenlinie vor der Spitze. 

Unterseite der Vorderflügel grau oder gelblich-grau; der 
weissgelbliche Vorderrand erweitert sich an der Wurzel und an 
der Flügelspitze; Franzen wie der Vorderrand und wie oben be- 
zeichnet. Hinterflügel heller grau, am Vorderrand und an der 
Spitze weissgelblich; die Franzen um die Spitze am hellsten. 

Diese seltene Art wurde bis jetzt in England, Italien und bei 
Arolsen (in einem schönen @ Exemplar) gefunden. In England ist 
die Flugzeit im Juli und August; mein schönes weibliches Exemplar 
brachte ich vor der Mitte des Juli in Charlton saud-pit am Ost- 
ende Londons an einem Abhange durch Niedertreten von Brom- 
beergestrüpp zum Auffliegen; in der Nähe befand sich einiges 
Gebüsch von Spartium. Mein zweites Exemplar, an Kopf und 
Hinterleib beschädigt, in den Flügeln schön erhalten und durch 
Dunkelheit der Oberseite der Hinterflügel und der ganzen Unter- 
seite ausgezeichnet, wurde von Mann mit andern, als eine nicht 
seltene Art, schon Mitte Mai bei Livorno gefangen; überwintert 
ist es bestimmt nicht. — Nach einer brieflichen Nachricht entdeck- 
ten Stainton und Douglas die Raupe bei Mickleham auf der 
Oberseite der jungen Blätter von Carlina vulgaris, wo sie unter 
den Haaren, die die’ Blattlläche bekleiden, gewissermaassen mini- 
rend lebte. 


Anmerkung: WVahrscheinlich giebt es schon eine ältere Abbildung 
dieser Art, s. Atomella var. ee Dann käme die Art auch ın Sachsen vor. 


218 
9. Putridella SV. 


Palporum articulo terminali pallido non annulato; ventre late- 
raliter fusco-vittato; alis ant. obtusis, osseis, fusco-venosis, 
nube longitudinali media ex basi in apicem ducta fuscescente 
annulum nigrum albo expletum venae transversae includente. 
(9 Mus. Mann.) | | 


Holzbräunlichter Schabe mit einem kleinen weissen: Mittelpunkt, Tin. pu- 

tridella WVien. Vzchn, S. 138, 10. 

Tin. putridella ed. Charpent. p. 130. — ed, Illiger 11., p. 100, 
Tinea putridella Hübn. fig. 244 

Putridella HS. tab. 62. fig. 450. 

Agonopterix pudridella H. Car. 411,, 3960. 

Viel kleiner als die vorige, mit kürzern, stumpfern Vorder- 
flügeln, einem breiten, hellbraunen Schattenstreifen von der Wur- 
zel bis zur Flügelspitze und darin mit einem braunen weiss aus- 
gefüllten Ringe als dem Hauptmerkmal. 

Grösse wie Culcitella oder Nanatella. Rückenschild fahlgelb, 
dunkler als bei Umbellana, in der Mitte etwas gebräunt. Kopf 
fahlgelb, im Gesicht heller. Fühler bräunlich, Wurzelglied dunkel- 
braun, auf der Schatlenseite gelblich. Taster etwas länger als das 
Rückenschild, fahlgelb, das 2te Glied an den letzten zwei Dritteln 
stark und gleichmässig durch die abstehenden Schuppen erwei- 
tert, aussen und an den Spitzen der Schuppen braun; Endglied 
von halber Länge des 2ten, glatt, dünn, zugespitzt, ganz unbe- 
zeichnet. Alle Beine auf der; Lichiseite dunkel bräunlich-grau 
angelaufen, auf der Schattenseite fahlgelb; Hinterfüsse an den 
Gliederspitzen verloschen gelblich. — Hinterleib grau; Afterbusch 
gelblich-grau, auf der Unterseite mit heller Wurzel; Bauch nur in 
der Mitte hellgelblich, hinten und an den Seiten grau, an jeder 
Seile mit einer siriemenarligen Verdunkelung. 

Vorderflügel 4° lang, länglich, weniger gestreckt als bei 
Umbellana, mit etwas stumpferem Vorderwinkel und sehr zuge- 
rundetem Innenwinkel, bleich beingelb, etwas dunkler als bei 
jener Art, mit hellbraunen, doch nicht sehr scharf ausgedrückten 
Längsadern. Aus dem Innenrand nächst der Flügelbasis geht 
eine violeitlich-hellbraune, breite Schattenstrieme bis in den Vor- 
derrand vor der Flügelspitze, von welcher aus ein Schatten vor 
dem Hinterrand heruntergeht und die in den Hinterrandauslaufen- 
der Adern stark verdickt. Das Vorderrandfeld von der Basis 


219 


bis zur Vorderrandmitte ist ziemlich rein in der Grundfarbe; 
hierauf ist es braun bestäubt und geht in die Schattenstrieme 
über; etwa 5 braune, nicht scharfe Flecke liegen in den Franzen 
des Vorderrandes vor der Spitze. In der Mittelzelle lassen sich 
vor der Flügelmitte zwei schwarze Punkte, schräg hinter einan- 
der, und zwar der erste grössere am deullichsten, erkennen; auf 
der Querader liegt ein schwärzlicher, weiss ausgefüllter Ring, 
und vor ihm ein verloschener, kaum kenntlicher, brauner Punkt. 
Der Raum zwischen der Schattenstrieme und dem Innenrand 
zeigt die Grundfarbe am reinsten und die braunen Adern am 
dünnsten. Den Hinterrand fasst eine Reihe schwarzer Strichel- 
chen ein. Die Franzen sind hell bräunlich-grau. 

Hinterflügel seidenglänzend, sehr hell gelblich-grau, gegen 
die Spitze dunkler; diese ist mit einer Reihe dunkelgrauer Stri- 
chelchen umzogen, und die hier gelblichern Franzen sind aus- 
sen grau. 

Unterseite grau, auf dem grössten Theil der Hinterflügel 
sehr hell; die Franzen haben um den Hinter- und Vorderrand 
der Vorderflügel und um die Spitze der Hinterflügel eine scharfe, 
hellgelbe Wurzellinie, an welcher der Flügelrand mit einer gelb 
unterbrochenen schwarzen Linie gezeichnet ist. 

Vaterland: Oestreich (Wien. Vzchn.) Das beschriebene 
Exemplar fing Mann. in der Wiener Gegend bei Liesing an 
einer Gartenmauer am öten Juni. 


Anmerkung. Hüdner’s Abbildung, die die richtige Putridella des VVien. 
Vzchn. vorstellt, wovon FR, sich durch die Ansicht der Schiffermiller’schen 
Sammlung überzeugte, weicht ın vielen Dingen ab: die Taster zu lang, die 
Vorderflügel zu breit, die Adern zu dick, die Schattenstrieme nicht bis in den 
Vorderrand verlängert und hier ohne Franzenflecke, die Hinterrandstrichelchen 
zu stark, der weiss ausgefüllte Ring zu gross; die Hinterflügel ıniıt falscher 
Gestalt, zu hell und mit zu sehr hervortretenden Adern. — HS’s Abbildung, 
vielleicht nach einem WVeibchen gemacht, zeigt von der Schattenstrieme nur 
Bruchstücke, nämlich zwei sehr dunkle als Grenze des VVurzelfeldchens, und 
daun die Gegend des Queraderzeichens, während die 2 Punkte davor in einem 
ganz hellen Baume liegen und dadurch und durch ihre Grösse sehr hervor- 
stechen; der Vorderrand ıst bloss durch die Adern verdunkelt, und von dem 
Schatten, der sich von der Flügelspitze in einiger Entfernung vom Hinterrand 
herabzieht, ist nichts zu sehen. Jedenfalls ist die Art etwas veränderlich, und 
nicht alle an beiden Bildern bemerkten Abweichungen werden sich als Feh- 
ler erweisen. 


220 
10. Atomella SV. 


Alis ant. oblongis obtusangulis, fuscescenti-irroralis, basi costaque 
pallide 'osseis, ceterum rufescenti-suffusis, punetulis duobus 
oblique positis nigris ante, duobus albis deinceps positis 
post medium. 


Tin. Atomella, graulichter, dunkel gesprengter Schabe Wien Vzchn. 


$. 137,6. — ed. Illig. II, S. 99. — ed. v. Charp. S. 129. 
Depressaria Atomella Z. Isis 1839, 195. — Schles. Schmtausbl. IV. 
(1843), 18. — Mann. Ent. Ztg. XI, (1850) S. 150. — Stainton 


Cat, 16. Suppl. 2l.e — Companion ed, 1, p. 14, 36, 46, 59. 64. ed. 
2. p. 11, 44, 48, 73, 76. — Transact. V. p- 155, 7. — Cat. of Mi- 
erol. p. 57, 7. — Brit. Tin. 86, 7, 

Haemylis pulverella, alis ant. testaceis, rubro nebulosis, atomis fuscis 
Tr. IX, 1.252. 1%, 2'274. X, 3. 183, und’ 279. —°°Schles. 
Schmtauschbl. II. (1841), 18. — Dup. Cat, 335. — F, v. Rösl. Bei- 
träge S. 62. Taf. 32. fıg. 2. a. 

Depress. atomosa (the powdered Flat-body) Haw, Lep. brit, IV., 
, 507, 5. 

l 

Var. a, palporum articulo terminali exalbido unicolore. 

Var. b, palp. art. term. fusco-bimaculato. 

—+- Var. c) al. ant. punctulis nigris albisve nullis. 

Tin. Atomella Hübn. fig. 240. 

Tichonia pulverella Hübn. Car. 412, 3981, — Haemylis — F. v. Rösl. 
Beitr. Taf. 32. fıg. 2 b. 

Hacmylis respersella, alis ant. testaceis rufo -micantibus atomis fuscis Tr. 
1X, 2. 275. X, 3. 280. — F. v. Röslerst Beitr. Taf. 33. fig. 1. 
S. 63. 

Var, d, palpis ut in b signatis, cum capite, thorace alisque 
anterioribus obscure luteo-rufescentibus, punclis disci di- 
slinclis. 

—4- Var. e, alis ant. flavidis. 

FR. Beitr. Taf. 32. fig. 2. c. d. 


Die hellen Varietäten ausser e, worüber unten, unterschei- 
den sich von Nanatella und Assimilella durch die röthliche 
Färbung der Vorderflügel, welche sich auch auf die Hinterrand- 
franzen erstreckt und nur das Wurzelfeldchen und den Vorder- 
rand in einiger Breite frei lässt, ausserdem von Nanatella durch 
beträchtlichere Grösse, von Assimilella durch den stumpfern Win- 
kel der Vorderflügelspitze und die weniger gelb gemischten, 
grauern Hinterfllügel. Die dunkel lehmgelb-röthliche Varietät d 
zeichnet sich durch ihre Farbe sehr aus und nähert sich der 


221 


Applana, welche aber so wie ihre Var. Ciliella grösser, auf den 
Vorderflügeln dunkler und gröber braun bestäubt und marmo- 
rirt ist, die beiden hinter einander stehenden Punkte grösser 
und schwarz umzogen, und das Endglied der Taster nicht nur 
mit zwei schwarzen Ringen eingefasst, sondern auch mit schwar- 
zer Spitze versehen zeigt, während bei Atomella die beiden 
Tasterringe unvollständig und blass, die Vorderflügel mit deutli- 
chem, wenn auch stumpfem Aussenwinkel versehen und auf der 
Fläche hier und da verloschen braungrau verdunkelt sind und 
die weissen Punkte sich wie die schwarzen durch Feinheit aus- 
zeichnen und nur in grauem Grunde stehen. 

Eben diese Varietät d weicht nicht durch die Flügelgestalt, 
wohl aber durch die Färbung, zu welcher ich keinen Uebergang 
habe, so bedeutend von den andern ab, dass ich ihr eigne Art- 
rechte zugesiehen würde, wenn nicht mein einzelnes Exemplar 
der Var. b, das sich von a in der Flügelfärbung nicht unter- 
scheidet, dieselbe Tasterfärbung besässe. 

Var. a, die allein ich bis jetzt bei Glogau gefangen und aus 
der Raupe gezogen habe, hat die Grösse einer gewöhnlichen 
Assimilella. Rückenschild und Kopf sind sehr hell fahlgelblich, 
unreiner als bei Pallorella, ein wenig mit Grau gemischt. Fühler 
bräunlich-grau mit hellgelblichem Längsstrich des Wurzelgliedes. 
Taster länger als das Rückenschild, von der Farbe des Kopfes, 
innen und am Endgliede so weisslich wie das Gesicht. Das 
zweite Glied ist an der Endhälfte durch die lockern Schuppen 
stark und gleichmässig verdickt und aussen sowie an den Enden 
derselben bräunlich bestäubt; das Endglied ist länger als das 
halbe vorhergehende Glied, stark zusammengedrückt, ganz all- 
mählig zugespitzt, feinspitzig, auf der Schneide von der Wur- 
zel aus abnehmend locker beschuppt (welche Beschuppung bei 
Assimilella gänzlich fehlt), ohne alle dunkle Bezeichnung. Beine 
hell fahlgelblich, die 4 vordern aussen grau bestäubt; alle Tar- 
senglieder an der Wurzel hellgrau, die Vordertarsen an den 2 
Endgliedern schwärzlich. — Hinterleib gelblich-grau mit hell- 
gelblichem Rande, Afterbusch und Bauch; letzterer hat 4 schwarze 
Punktreihen, die 2 mittelsten aus kleinen, mehr oder weniger 
ausbleibenden Punkten besiehend. 

Vorderflügel 43 — 4° lang, länglich, ziemlich gestreckt und 
darin nur wenig veränderlich, am abgerundeten Innenwinkel et- 


222 


was erweitert, mit stumpfem, doch deutlichem Vorderwinkel, bleich- 
gelblich, auf der ganzen Fläche ausser an der Wurzel und längs 
des Vorderrandes röthlich angelaufen und überall, ausser an der 
Wurzel, mit braunen oder braungrauen Stäubchen bestreut. Das 
Wurzelfeldchen ist scharf gegen die röthliche Färbung abgegrenzt, 
geht aber in die helle Farbe des Vorderrandes über. Im Mittel- 
raum liegen zwei schwarze Pünktchen, das obere etwas grösser, 
das untere nach aussen bisweilen weisslich eingefasst, schräg 
übereinander. Von den 2 weissen Pünktchen, die darauf hin- 
ter einander folgen, und die keine weitere Einfassung als die 
röthliche Farbe der Flügelfläche haben, ist selien mehr als das 
hintere sichtbar; öfters fehlen auch beide. Den Hinierrand fasst 
eine nicht selten fehlende Reihe grauer, verloschner Punkte oder 
Strichelchen ein. Die Franzen sind röthlich, gegen den Innen- 
winkel verblichen. 

Hinterflügel etwas glänzend, sehr hell grau, gegen die Flü- 
gelspitze dunkler und hier sehr selten am Hinterrande mit einer 
Reihe dunkler grauer Strichelchen. 

Unterseite der Vorderflügel grau, am Vorderrand striemen- 
artig bleichgelblich mit braunen einzelnen Stäubchen. Die aussen 
röthlichen Franzen haben eine feine bleichgelbliche Wurzellinie, 
an welcher der Hinterrand selten schwärzliche Punkte zeigt. 
Hinterflügel weisslich-grau, am Vorderrand und der Spitze blass- 
gelb und spärlich schwärzlich bestäubt, selten um die Spitze mit 
einer Linie aus schwärzlichen Strichelchen eingefasst. 

Var. b, ein von Stainton erhaltenes Weibchen hat am 
Endgliede der Taster die Wurzel und vor der Spitze einen 
auf dem Rücken unterbrochenen Ring bräunlich-grau. Rücken- 
schild und Kopf sind grau-fahlgelblich. Die Vorderflügel, 43 
lang, haben an der Wurzel und dem Vorderrand die Farbe des 
Rückenschildes, so dass sie von der übrigen Färbung weniger 
abstechen. Die übrige Fläche ist grauer und nur schwach röth- 
lich gemischt, was auch von den Franzen gilt. Die 4 Punkte 
sind sehr deutlich, und der 2te schwarze ist aussen weiss ein- 
gefasst. Auf der Unterseite sind die Vorderränder und die Spitze 
der Hinterlügel ziemlich reichlich schwarz bestäubt. 

Var. c, die nach Treitschke einfach braungraue Vorderflü- 
gelfranzen haben soll (das Braungrau des Kopfes, Rückenschil- 


223 


des und der Vorderflügel ist wohl nur ungenaue Bezeichnung), 
hat nach FR’s Abbildung weder in der Grundfarbe der Fläche, 
noch in den Franzen eine Abweichung von Var. a. Den Haupt- 
unterschied geben die grau bestäubten, in den Vorder- und 
Hinterrand auslaufenden Adern und der Mangel der 4 Punkte 
im Mittelraume. Wie das Endglied der Taster gefärbt ist, wird 
weder von Tr. noch von FR. angegeben. 

Var. d, wovon ich 8 Exemplare in beiden Geschlechtern 
vergleiche, hat Rückenschild, Kopf,. Taster und Vorderflügel dun- 
kel lehmgelb-rötliiich, dunkler als bei Laterella. Das Endglied der 
Taster ist an der Wurzel und in einem Ringe vor der Spitze 
grau oder braungraun. Die graue Bestäubung der Vorderflügel 
tritt wenig aus der Grundfarbe hervor, bildet aber wolkige Stel- 
len, deren eine die 2 schr deutlichen weissen Pünktchen trägt; 
auch die 2 schwarzen sind scharf uud gewöhnlich beide hinten 
weisslich gerandet. Das Wurzelfeldchen ist wenig ausgezeich- 
net, doch am Innenrande durch eine graue Einfassung begrenzt. 
Am Hinterrande ist eine sehr verloschene Reihe grauer länglicher 
Punkte, die aber auch fehlt. Die Franzen sind so gefärbt 
wie die Flügelläche. Auf der Unterseite ist die Färbung wie 
die Var. b.» Am Bauche bestehen die seitlichen Reihen aus 
schwärzlichen Flecken (doch fehlen sie bei einem Männchen) und 
die zwei mitilern sind aus kleinen, nur hinterwärts deutlichen 
Punkten gebildet. Diese Var. erhielt lich durch o. Tischer und 
sah sie durch v. Heyden als aus Spartiumraupen gezogen. 

Var. e, die ich nicht in der Natur sah, bin ich sehr ge- 
neigt für eine zu gross abgebildete Nanatella zu halten. Ihre 
Vorderflügel sind ganz so gelblich wie bei dieser, ohne alles 
Roth. Von den zwei schwarzen Punkten vor der Mitte ist der 
obere der grössere, wie es vielleicht bei Varietäten der Nana- 
tella vorkommt. Die Flügelspitze ist zu sehr abgerundet; aber 
dieser Fehler findet sich auch bei den übrigen Abbildungen in 
fig. 2, und nur fig 2 d zeigt links die richtige Gestalt von Alo- 
mella, während sie rechts falsch ist. 

In mehrern Gegenden von Deutschland (Berlin, Glogau (Z.), 
Dresden (v. Tischer!), Wien (Tr.), Arolsen (Speyer!) — .in 
Baden (Reutti!), Frankfurt am Main (v.;Heyden!), Hannover 
(Krösmann bei po. Heyden!), und in England (Stainton!), nir- 


224 


sends häufig. Die Raupe, die ich selbst schon an Genista tin- 
ctoria fand, aber nicht beschrieb, ist nach FR. weissgrün oder 
gelbgrün mit 3 schmutzig grünen Längsstreifen, schwärzlichen 
Wärzchen, braungelbem Kopf und schmutzig grünem, zu jeder 
Seite mit schwärzlichem Fleck bezeichnetem Nackenschilde. Aus- 
ser an der Genista lebt sie nach ev. Tischer auch an Cylisus ni- 
gricans, nach vo. Heyden an Genista germanica und an Spartium 
scoparium. Die Raupenzeit ist der Mai und die erste Hälfte des 
Juni. Der Schmetterling, der sehr verborgen lebt, erscheint vom 
Juli an; ein Exemplar fing ich bei Berlin am 14. December, ein 
anderes bei Glogau am 25. August, beide durch Ausreissen von 
Haidekraut. Als Flugzeit zeigt v. Heyden das Ende Juni und 
den Juli an; doch fing er auch Exemplare im September und 


März. 


Anmerkung. Stainton zieht seine in den Transactions neu anfgestellte 
Intermediella in den Tin. brit. als Varietät zu Atomella. Zwei Exemplare 
derselben, jedes mit der Bezeichnung Intermediella, hat er mir auf meine Bitte 
zur Ansicht geschickt. Sie gehören ganz bestimmt nicht zu Atomella, was 
schon daraus hervorgeht, dass der Vorderrand der Vorderflügel dieselbe röth- 
liche Grundfarbe wie der Innenrand und wie die ganze Fläche hat. Sie zei- 
gen unter dem dunklen Fleck sehr undeutliche, nur durch die Loupe zu ent- 
deckende Spuren von 2 weissen Pünktchen wie bei Atomella; aber die zwei 
schwarzen Punkte sind ganz ohne die weisse Einfassung, die Atomella hat. 
Sie gehören nach meiner Ansicht zu Subpropinquella, und stimmen mit 
den von Stainton erhaltenen Exemplaren dieser Art sehr genau überein, so 
dass ich mich wundere, wie er sie erst für besondere Art, dann für Atomella 
halten konnte. Die Abbildung zeigt die Lage des schwärzlichen Flecks, nur 
etwas zu weit von den 2 schwarzen Punkten entfernt, und dies ist die einzige 
Abweichung von Subpropinquella var. a5 aber die Grundfarbe sollte mehr 
wie in fig. 3 (Subpropinquella) sein, — Herrich-Schäffer’s Intermediella 
S, 118, hinter Applana und Giliella als identisch mit der Stainton’schen auf- 
gestellt, ist in den aus dem Schwarzwalde stammenden Exemplaren wohl ge- 
wiss einerlei mit der bei Reutti S. 186 unter Nro. 32 als eine ıhm dem Na- 
men nach unbekannte Art aufgestellten Depressarie- Diese habe ich vor mir, 
und sie ist mit völliger Sicherheit Subpropinquella var.a. Da aber Her- 
rich die Art vielleicht nur nach seinem französischen Exemplare bespricht und 
sie nur mit Applana vergleicht, so wage ich sie trotz der aus Stainton ent- 
lehnten Diagnose nicht als Synonym zu Subpropinquella mit Sicherheit zu 


stellen. 


11. Retiferella Kollar. 


Palporum articulo terminali fuscescenti-bimaculato; alis ant. ob- 
longis, obiusangulis, fuscescenti-griseis, venae subcostalis 


225 


basi plicaque lineas flavidas tenuissimas formantibus, pun- 
ctis duobus disci ante medium atris, inferiore in lineam 
tenuissimam flavidam producto. d&. 


Depressaria retiferella Ent. Ztg. 1850. S. 150. 110. 


Var. b, alis ant. creberrime canescenti-sirigulosis. 


Die beiden Exemplare gehören ungeachtet ihrer Verschie- 
denheit in den Vorderflügeln als Art zusammen, und da die drei 
feinen gelblichen Längslinien bei beiden gleich und sehr ausge- 
zeichnet sind, da auch die 2 schwarzen Punkte vor der Flügel- 
mitte durch ihre Nähe und längliche Gestalt sehr von denen der 
Atomella abweichen, so trage ich nicht länger Bedenken, Retife- 
rella vorläufig als eigene Art anzuerkennen, für welche aber der 
Name im Allgemeinen sehr unpassend ist. 

Grösse einer grossen Atomella. Rückenschild und Kopf dun- 
kel staubgrau, im Gesicht gelblich-weiss. Taster wie bei Ato- 
mella, aussen und an den Enden der abstehenden Schuppen 
schwärzlich bestäubt; das Endglied an der Wurzel bräunlich und 
am Ende aussen mit einem grauen Fleckchen; die Schuppen der 
Schneide scheinen weniger locker zu liegen als bei Atomella, 
obgleich die Basis des Gliedes eiwas verdickt ist. Fühler bräun- 
lich- grau, gegen die Basis auf einer Seite weisslich-gelb; das 
braune Wurzelglied mit solchem Längsstrich, Beine bleichgelb- 
lich, auf der Lichtseite ausser an den Hinterschienen grau ange- 
laufen; alle Tarsen auf dem Rücken grau gefleckt. — Hinterleib 
grau, am Bauche beim 5 gelblich-grau mit 2 Seitenreihen gros- 
ser, schwarzer Punkte, beim 2 gelblich mit den Anfängen der 
2 Punktreihen. 

Vorderflügel 45‘ lang, wie bei Atomella gestaltet, dunkel 
bräunlich-grau, bei Var. a, mit röthlicher Beimischung, eiwas 
wolkig, bei Var. b reichlich mit sehr feinen, hellgrauen, etwas 
ineinander fliessenden Querstrichelchen bestreut, die der Fläche 
ein netzarliges Ansehen geben. Das wenig helle Wurzelfeldchen 
ist aussen mit einer feinen gelblichen Querlinie begränzt, von 
welcher aus eine feine gelbliche Linie auf der Subcostalader hin- 
geht, die bei Var. a die Höhe der 2 schwarzen Punkte erreicht, 
bei Var. b. viel früher aufhört. In der Falte ist eine zweite, län- 
gere solche Linie, die nicht ganz das Wurzelfeldchen erreicht 


und etwas hinter den 2 schwarzen Punkten aufhört. Die 2 tief 
IX. 15 


226 


schwarzen Punkte sind sehr deutlich, nahe aneinander, der obere 
länglich, der untere in eine kurze Linie ausgezogen, von deren 
Ende eine feine gelbliche Längslinie ausgeht, die bei Var. a den 
Hinterrand über der Mitte erreicht, Var. b weit davor erlischt; 
in dieser Längslinie ist auf der Querader ein kaum merkliches 
weisses Pünktchen. Die Franzen haben eine sehr feine, ver- 
loschene, gelbliche Wurzellinie. 

Hinterflügel hellgrau, nach aussen dunkler; die hellern Fran- 
zen haben eine deutliche, feine, gelbliche Wurzellinie. 

Unterseite grau, an den Vorderrändern hellgelblich, schwarz 
bestäubt; die Vorderflügel sind viel dunkler grau als die Hinter- 
flügel, deren Spitze hellgelblich und schwarzstaubig und mit einer 
Reihe schwarzer Strichelchen umzogen ist. Franzen wie auf der 
Oberseite. 

Mann fing 2 Exemplare der Var.b bei Livorno am 26. Mai; 
mein Exemplar, das ich als Stammart ansehe, erhielt ich als si- 
cilisch. 


12. Arenella SV. 


Palporum articuli terminalis apice annulisque duobus nigris; alis 
ant. obtusangulis, dilute ochraceis, fuscescenti-irroralis in 
costaque maculatis, punctis disci duobus atris oblique po- 
sitis ante maculam mediam fuscam. | 


Tinea arenella, bleichsandfärbigter Schabe mit bleifarbenem Mittel- 
punkt, Wien. Vzchn. 8.137, 3. — ed. Illig. II, 99. — ed. v. Charp. 
S. 128. — Kollar Vzchn. S. 92. — Zetterstedt Ins. lapp- p. 1000. 

Haemylis — alis ant. flavidis, atomis fuscis, macula media serieqne puncto- 
rum nigris Tr. 1X, 1. 258. X, 3. 184 u. 280. — F.v, Röslst. Beitr. 
S. 65. Taf. 33. fig. 22 — Hem. graveleuse, Dup. Hist. VIII, p. 125. 
1511. pl. 290. fig. 2 — Cat. 334. — Eversm. Fn. Volg. 569. 

Depressaria — Z. Isis 1839, S. 195, 6. — Lienig Isıs 1846, S. 280. — 
Tengström Fin. Fjäril. 122. 2, — Schles. Schmtauschbl. II (1841) 
18. III (1842), 17. 1V (1843), 18. V (1844), 17. VI (1845), 8. 


VIII (1846), 13. — FRichter Ent. Ztg, XI (1850) S. 26. — Mann 
ib. S. 150. — v. Tiedemann Preuss. Provinzialbl, 1845. 536. — Stain- 
ton Cat. 16. Suppl- 2l-: — Companion ed. 1. p, 14, 27, 29, 46, 56, 


59, ed. 2. p. 11, 24, 25, 44, 76, 77. — Transact. V. p. 15.8, — 
Tin. brit. 87.8. — Cat. of brit. Microl. 57. 

Tortr. Yeatiana Thunberg. Dissert. p. 64. 

Tinea gilvella Hübn. fıe. 96. 

Pinaris — H. Cat. p. 411. 3971. 

Depressaria — Steph. Cat. 7170. — Illastr. IV. 199. 9. 


227 
Depress. gilvosa (the brindled Straw Flat-body) Haw. Lep. Brit. IV. 
p. 507. 7. 
Var. Depress. immaculana Steph. Ilustr. IV, p. 200. 12. 

Am nächsten kommt sie der Propinquella; sicher von 
dieser zu unterscheiden ist sie durch die 2 schwarzen, vollstän- 
digen Ringe des letzten Tastergliedes und durch den dicken, 
schwarzbraunen Innenrandstrich der Vorderflügel, der das Wur- 
zelfeldchen nach aussen scharf begränzt; ausserdem ist die Grund- 
farbe der gestrecktern Vorderflügel heller und mit dunklern und 
reichlichern Punkten bestreut, und der braune Fleck auf der Mitte 
ist weniger gerundet und nach aussen verwischt. — Mit Sub- 
propinquella hat sie gestrecktere Vorderflügel gemein; aber 
die Grundfarbe ist auf denselben bei Subpropinquella ein gleich- 
förmiges, ziemlich dunkles und trübes Fahlröthlich; der Mittellleck 
ist verloschen und die Begränzung des Wurzelfeldchens schwach 
angedeutet; eben so hell sind die Tasterringe, und der Bauch 
hat nur schwarze Punkte statt der wenigstens auf den ersten 
Segmenten starken Flecke der Arenella. — Petasitis wird durch 
die ganz hellgelbe Grundfarbe der Vorderflügel, durch den schwar- 
zen Punkt hinter dem Mittelfleck, durch den einfachen Punkt vor 
demselben, sowie durch den einfachen Ring des letzten Taster- 
gliedes leicht erkannt. — Assimilella var. b hat zwar den 
Mittelfleck der Vorderflügel, aber ganz verloschen, die 2 Punkte 
davor weit getrennt, die Taster schwach gefleckt etc. 

Grösse sehr veränderlich. WRückenschild und Kopf blass 
ochergelb, ersterer bräunlich bestäubt. Fühler bräunlich; Wur- 
zelglied schwarzbraun mit gelblicher Spitze und gelblichem Längs- 
strich. Taster so lang wie Kopf und Rückenschild, hell ocher- 
gelb, innen heller; das zweite Glied an den 2 Enddritteln stark 
durch abstehende Schuppen erweitert und aussen braun bestäubt; 
das Endglied mehr als halb so lang, zusammengedrückt, auf der 
Schneide etwas locker beschuppt, an der Wurzel mit schmalem, 
vor der Spitze mit sehr breitem schwarzen Ringe und an der fei- 
nen Spitze selbst schwarz. Beine hell ochergelblich, aussen braun 
bestäubt,; alle Tarsen, am dunkelsten die 4 vordern, aussen 
schwärzlich mit hellen Enden der Glieder; nur das vorletzte 
Vordertarsenglied ganz schwarz; an den unbestäubten Hinter- 
schienen sind die Dornen auf einer Seite braun, ausser an der 
Spitze. — Hinterleib hell ochergelblich, am Bauche mit zwei 


228 


Seitenreihen schwarzer Fleckchen, wovon die 2 ersten besonders 
gross sind. | 

Vorderflügel 5— 33 lang, ziemlich gestreckt mit stumpfem, 
nicht völlig abgerundetem Vorderwinkel und abgerundetem Innen- 
winkel, blass ochergelb, hier und da verdunkelt, reichlich mit 
braunen Atomen bestreut, die vorzüglich längs des Vorderrandes 
vor der Spitze zusammenfliessen. Das Wurzelfeldchen hell und 
durch einen braunen, dicken Innenrandstrich scharf begränzt, 
längs des Vorderrandes in die Grundfarbe verfliessend. Der 
Vorderrand mit zerstreuten schwärzen Pünktchen, vor der Flü- 
gelspitze mit einigen grauen oder schwärzlichen Flecken. Im 
Mittelraum vor der Miite liegen zwei schwarze Punkte schräg 
unter einander, der untere grösser. Dicht dahinter kommt ein 
wenig gerundeter, schwärzlicher, nach hinten verwischter Fleck. 
Der Hinterrand trägt eine Reihe schwarzer Punkte. Franzen hell 
mit verloschener Schattenlinie. | 

Hinterflügel etwas glänzend, sehr hellgrau, nach hinten eiwas 
verdunkelt, selten mit grauen Randstrichelchen. Franzen gelb- 
lich, aussen mit grauer Schattenlinie. 

Unterseite der Vorderflügel grau, auf dem striemenarlig 
gleichmässig breiten, gelblichen Vorderrand mit schwarzen Punk- 
ten und Fleckchen; Franzenwurzel gelblich. — Hinterflügel sehr 
hellgrau, gegen die Spitze und am Vorderrand gelblich, mit 
schwarzen Pünktchen bestreut. 

Stephens’ Depr. immaculana, die Stainton für eine aus- 
serordentliche Varietät erklärt, wird so beschrieben: alis ant. pal- 
lide flavis, immaculalis, atomis perpaucis minulissimis atris, posti- 
cis fuscescentibus. 8‘. Vorderflügel blassgelb oder citronen- 
farbig, ganz ungefieckt, mit etlichen sehr kleinen schwarzen 
Atomen; Hinterflügel gelblich-aschgrau mit schwachem Purpur- 
schimmer. — Stainton bemerkt, das einzelne Exemplar sei weit 
entfernt, gänzlich ungefleckt zu sein. 

Diese nach Stainton in England gemeine, nach Stephens 
auch um Edinburg vorhandene Art kommt auf dem Continent, 
so viel bekannt, fast nirgends häufig vor. Am nördlicksten wurde 
sie bei Helsingfors und Abo und zwar im Juni und Juli beob- 
achtet (Tengström!), am südlichsten in Toscana bei Pratovecchio 
im März (Mann), am Ööstlichsten im Casanischen und Orenburg- 
schen, als nicht selten im April, Mai und Juni (Eversmann), am 


229 


westlichsten in Frankreich bei Avesnes (Dup.). F. v. Rösler- 
stamm erhielt sie aus Ungarn, Böhmen, Oestreich, Schlesien, 
Brandenburg, Sachsen und der Schweiz; v. Heyden (!) erzog 
sie im Juli, August und September aus Raupen, die an Kletten 
im Juli lebten; Lienig beobachtete sie in Lievland, v. Tiedemann 
in Preussen. Bei Glogau fand ich sie nur selten. 

Die Raupe, nach Lienig, fahlweiss, oben etwas grünlich, 
mit blassgelblichem Kopf, drei umbragrünen Längslinien und gros- 
sem schwarzen Fleck an jeder Seite des kaum grünlich ange- 
flogenen Halsschildes, lebt an Centaurea jacea (Lienig), Cent. 
nigra (Stainton), Cent. macrocephala, Cent. scabiosa und Son- 
chus carolina (Zincken), auf Kleiten (Richter) im Juni und Juli 
zwischen umsponnenen Blättern. Der Falter erscheint im Juli 
und August und überwintert nach obigen Angaben. 


Anmerkung. Heutt’s Exemplar seiner Arenella ist Assimilella, s. dort. 


13. Petasitis Stand/uss. 


Palporum articulo terminali semel fusco-annulato; alis ant. sub- 
aculis flavidis, puncto humerali nigro, macula disci media 
nigra utrimque puncto atro terminata. IQ. 

Depressaria petasitis al. ant. pallıidissime luteis, atomis rartssimis nigris, 
macula media pustulaque in margine anteriore nigra. Stand/uss im 
Breslauer Vereinsblatt (1851), ZLepidopt. S. 59. 

Dep. Subflavella FR. Mus. v, Heyden! 

Die helle Grundfarbe der Vorderflügel, der von Liturella 
ähnlich, der schwarze Punkt an der Wurzel des Vorderrandes, 
der einfache schwarze Punkt dicht vor dem schwarzen, durch 
Bestäubung mit dem Vorderrande verbundenen Mittellleck, der 
schwarze, hinten an demselben hängende Punkt, die ganz hellen, 
weissgelblichen Hinterflügel lassen diese Art schnell von Are- 
nella und Propinquella unterscheiden. Der einfache schwarze 
Ring am letzten Tastergliede, der einfache schwarze Punkt auf den 
"viel reiner gelben Vorderflügeln und der bloss schwarz punktirte 
Bauch geben leichte Merkmale zur Unterscheidung von Arenella. 
Der ganz helle, unbestäubte Thorax trennt am sichersten Peta- 
silis von der mit schwarzen Schulterdecken versehenen Rhodo- 
chrella. — Liturella hat auf den Vorderflügeln die zwei 
schwarzen Mitielpunkte, aber dazwischen nicht den schwarzen 
Fleck der vorliegenden Art. 


230 


Grösse wie Liturella. Rückenschild und Kopf weisslich-gelb, 
unbestäubt. Fühler bräunlich; Wurzelglied braun mit gelblichem 
Längsstrich. Taster so lang wie Kopf und Rückenschild zusam- 
men; das 2te Glied sehr zusammengedrückt, fast von der Wur- 
zel aus durch die lockere Beschuppung bis zur Spitze ziemlich 
gleichmässig verdickt, ohne starke Ausbreitung der Schuppen und 
mit schwacher Furche gegen die Spitze; auswärts ist die Mitte 
braun angeflogen; Endglied von halber Länge des 2ten Gliedes, 
spitz, doch nicht fein zugespitzt und nach unten auf der Schneide 
lockerschuppig; vor der Spitze ist ein schwarzer Ring. Beine 
bleichgelb; Vorderhüften und -schenkel bräunlich angeflogen. 
Alle Tarsen auf dem Rücken der letzten Glieder schwärzlich 
mit gelblichen Spitzen; die Vordertarsen an den 2 Endgliedern 
schwarz. Aussendornen der Hinterschienen gebräunt. — Hinter- 
leib bleich fahlgelb, am Bauch mit 2 seitlichen Reihen aus je 
4 schwarzen Punkten. | 

Vorderflügel 4%—43° lang,; länglich mit scharfem Vor- 
derwinkel und ziemlich grade herabgehendem, am Innenwinkel 
abgerundetem Hinterrande, blassgelb mit hellerem, nach aussen 
am Innenrand rostbräunlich begrenztem Wurzelfeldchen. Vor- 
derrandwurzel mit schwarzem Fleckchen, unterhalb dessen am 
Anfange der Subcostalader ein schwarzes, kaum kenntliches 
Pünktchen. Im Mittelraum liegen 2 tief schwarze, starke Punkte, 
der hintere grösser, und zwischen ihnen, näher gegen den Vor- 
derrand, ein schwärzlicher, aussen nebliger Fleck; von diesem 
reicht schwarze Bestäubung bis zum Vorderrand, welcher hier 
mit schwarzem, zu Fleckchen zusammenfliessendem, Staube und 
gegen die Spitze mit verloschenen grauen Fleckchen bezeichnet 
ist. Unterhalb des ersten Mittelpunktes ist in der Flügelfalte 
ein schwaches schwarzes Pünktchen. Zwischen dem 2ten Mittel- 
punkt und der schwarzen Punktreihe des Hinterrandes ist ein 
gelbgrauer Querschatten vom Innenrand bis zum Vorderrand, oben 
winklig gebrochen; er ist sowie der Raum unter den grauen 
Vorderrandfleckchen spärlich mit schwarzen omen bestreut. 
Franzen einfarbig, blassgelb. 

Hinterflügel eiwas glänzend, weissgelblich, beim Q mehr 
lichtgrau gemischt. 

Unterseite der Vorderllügel grau mit striemenartig blassgel- 
bem, schwach grau bestäubtem Vorderrand und schwärzlicher 


231 


Punktreihe des Hinterrandes. Hinterflügel wie oben, am Vorder- 
rand spärlich grau bestäubt, mit verloschener schwärzlicher Strich- 
reihe des Hinterrandes vor der Spitze. 

Vaterland: die Grafschaft Glatz in der Gegend bei Reinerz; 
auch der östreichische Schneeberg, wo Mann (!) mehrere 
Exemplare Ende Juli und im August Abends an Daphne in der 
Krummbolzregion fing. | 

Die Raupe lebt in den Stengeln von Petasites albus, die 
daran kenntlich sind, dass sie unter der Blüthe an einer Seite 
durchgefressen und dadurch umgeknickt sind; sie ist schmutzig 
blassgrün, über den Rücken rosa angeflogen; jedes Gelenk oben 
mit 4 schwarzen, wie gewöhnlich gestellten Punkten; in den 
Seiten ist noch eine Reihe schwarzer Punkte. Kopf herzförmig, 
dunkelbraun; Nackenschild hell braungrün. Verpuppung Ende 
Mai. Flugzeit von Ende Juni an (Standfuss). 


14. Rhodochrella HS. 


Palporum articulo terminali fusco-bimaculato; thorace fusco; 
alis ant. obtusangulis, elongatis, pallide ochraceis, obsolete 
et parce fuscescentii-irroralis, macula media nigricanti ob- 
soleta antice punclis duobus, poslice puncio uno nigro ter- 
minala. 


Rhodochrella HS. tab 59. fıg. 425. 


Kleiner als Arenella, mit gestreckten Vorderflügeln, von allen 
Arten, welche einen schwärzlichen Mittellleck auf denselben und 
1—2 schwarze Punkte davor und einen dahinter haben, sogleich 
durch das schwarzbraune Rückenschild zu unterscheiden. 

Rückenschild schwarzbraun mit hier und da durchscheinen- 
dem ochergelblichen Grunde; die Schulterdecken ganz schwarz- 
braun. Kopf blass ochergelb, auf dem Scheitel bräunlich bestäubt. 
Fühler graugelblich; Wurzelglied obenauf braun. Taster länger 
als das Rückenschild, weisslich-ochergelb, das 2te Glied an der 
Endhälfte durch reichliche, lange, gesträubte Schuppen stark ver- 
dickt, aussen und an den Enden dieser Schuppen bräunlich be- 
stäubt; Endglied halb so lang wie das 2te Glied, stark zusam- 
mengedrückt, fein gespitzt, an der Wurzel und vor der Spitze 
mit schwärzlichem, unvollständigem, verloschenem Ringe. — Beine 
blass fahlgelblich, die vordern auf der Lichtseite braungrau an- 


232 


gelaufen, und an den zwei Endgliedern der Tarsen schwärzlich. 
Hinterbeine einfarbig, nur die äussern Schienendornen auf einer 
Seite schwärzlich. — Hinterleib bleich ochergelb (an der Wur- 
zel des 2ten und 3ten Segments bräunlich bestäubt?); Bauch 
heller mit 2 seitlichen Reihen schwarzer, nach der Wurzel zu 
sich verstärkender Punkte. 

Vorderflügel 443 — 43°, ziemlich gestreckt, mit deutlichem, 
ziemlich stumpfem Vorderwinkel, blass röthlich-fahlgelb, gesät- 
tigter und mehr mit Gelb gemischt als bei Propinquella, selten un- 
bestäubt, gewöhnlich mit wenigen, zersireuten, beim Weibchen 
reichlichern Stäubchen ohne wolkige Stellen. Das Wurzelfeldchen 
ist nicht heller und kaum am Innenrande etwas begränzt. In 
der Flügelmitte ist ein braungrauer, gerundeter Fleck, vor dem- 
selben ziemlich nahe 2 schräg gestellte schwarze Pünktchen, das 
obere kleiner und beim Weibchen kaum kenntlich; hinter dem 
Fleck ist ein grösserer, doch verloschenerer Punkt. Auf dem 
Hinterrande ist eine Reihe gegen den Innenwinkel verlöschender 
schwärzlicher, oft sehr kleiner und sehr verloschener Punkte. 
Franzen wie die Grundfarbe. 

Hinterflügel seidenglänzend, graugeiblich; auf dem Hinter- 
-rand gegen die Spitze eine Reihe grauer Strichelchen. Franzen 
mit feiner grauer Schattenlinie nahe der Wurzel. 

Unterseite der Vorderfllügel gelbgrau mit striemenförmig 
hellgelbem Vorderrand. Hinterflügel am hellgelben Vorderrand 
schwärzlich bestäubt; die Randstrichelchen schärfer und schwär- 
zer als oben. 


Vaterland: Das südliche Europa (Lederer!); bei Marseille 
und Barcelona (v. Heyden‘). 

Anmerkung: Herrich’s Abbildung zeigt die Grundfarbe der Vorder- 
flügel zu trüb und zu sehr wie bei Propinquella, die Stäubchen zu dunkel 
und auf dem Vorderrand vor der Spitze zu deutliche graue Flecke. Auf den 


zu wenig gelblichen Hinterflügeln treten die Adern zu deutlich hervor. Auch 
ist der Hinterleib nicht hell genug. 


15. Propinquella Tr.. 


Palporum articulo terminali ante apicem fusco-annulato; alis 
ant. oblongis obtusis, dilute ochraceis, costa crebrius fusco 


irrorata, macula media fusca, punctis 1—2 ante eam 
nigris. 


233 


v Haemylis propinquella: alıs ant. testaceis, stigmate medio atomisque fu- 
scis} posticis dilute cinereis: Tr, X, 3. 184 und 280. — F. v. Röslerst 
Beitr. S. 65. Taf. 33. fig. 3, — Eversmann Fn. Volg. 570.8. — Dup. 


Cat. 335. 
Depressaria propinquella Z. Isis 1839, 195. 7. — Schles. Schmtauschbl. 
IV (1843), 18. V (1844), 17. — Stainton Cat. 16. — Companion 


ed. 1. p. 14, 29, 64, 67. ed. 2 p. 11, 48, 49, 77, 79. — Transact. V, 
156. — Cat. of Brit. Micr, 58, 9. — Brit. Tin. 87, 9. — v, Tiede- 
mann Pr. Provinzialbl, 1845, S. 536, 5. 

Depress. gilvosa var. £, Haworth Lep. Brit. IV. 507. 


Var. b) Palporum art. term. macula parva fusca notato. 


Kleiner und kurzflügliger als Arenella, auf den dunklern 
und schwächer braun bestreuten Vorderflügeln ohne den scharfen 
Punkt hinter dem Mittelfleck; mit gelbem Thorax statt des brau- 
nen bei Rhodochrella; am ähnlichsten der Subpropinquella, 
die gestrecktere und dunkler röthliche Vorderflügel und den Mit- 
telleck verloschen und an den Rändern verflossen zeigt, und 
bei welcher ausserdem am Endgliede der Taster die Wurzel 
schwarzbraun gefärbt ist. Ein Mittelglied zwischen Propinquella 
und Subpropinquella bildet Var. b der letztern, bei welcher die 
Vorderflügel einen ganz röthlichen, sich dem der Subpropinquella 
‚sehr nähernden Ton und in der Streckung fast dasselbe Ver- 
hältniss der Länge zur Breite haben. 


Grösse einer kleinen Liturella. Rückenschild und Kopf hell 
ochergelblich. Fühler gelblich-grau; Wurzelglied braun mit gelb- 
lichem Längsstrich. Gesicht weisslich-gelb. Taster länger als 
der Thorax, von der Farbe des Kopfes; das 2te Glied an 
der Endhälfte durch die Beschuppung gleichmässig erweitert, 
aussen bräunlich angeflogen. Das dünne, feingespitzte, auf der 
Schneide etwas lockerbeschuppte Endglied ist etwas länger als 
.das halbe zweite Glied und zeigt bei sieben Exemplaren die 
Wurzel ganz ungefleckt, dagegen einen deutlichen, schwarzen 
oder braunen, ziemlich breiten Ring vor der Spitze. Ein 2 
Exemplar hat aber an der Wurzel auf der Schneide ein schwar- 
zes Fleckchen (Var. b). Beine blass fahlgelb, die 4 vordern 
aussen braungrau angelaufen mit hellen Gliederenden; nur die 
2 vorletzten Vordertarsenglieder sind nicht am Ende hell. Hin- 
terbeine an der Aussenseite der Tarsenglieder ausser an den 
Enden grau bestäubt; die Aussendornen der Schienen auswärts 
gebräunt. — Hinterleib graugelblich, an den Seiten und Enden 


s 


234 


der Ringe hell. Bauch zu jeder Seite mit einer Reihe schwarzer 
Punkte, die bisweilen eiwas ineinander fliessen; selten ist noch 
eine verloschene Reihe kleinerer Punkte dazwischen. 

Vorderflügel 33— 32 lang, länglich, bisweilen etwas ge- 
streckter als gewöhnlich, bei unversehrten Exemplaren mit deut- 
lichem, wenn auch abgestumpftem Vorderwinkel; bleich ocher- 
gelb, hier und da mit rölhlicher Beimischung, besonders am 
Wurzelfeldchen und um den schwärzlichen Fleck. Wurzelfeld- 
chen sehr deutlich, durch einen bräunlichen, verloschenen Innen- 
randstrich begrenzt. An der Vorderrandwurzel ist ein verflos- 
sener schwärzlicher Punkt mehr oder weniger deutlich. Die 
2 schwarzen, schräg gestellten Punkte, wovon der obere kleiner 
ist und bisweilen ausbleibt, ruhen auf nicht geröthetem Grunde 
dicht vor dem gerundeten, dunkelschwärzlichen Fleck. Ueber 
diesem bilden angehäufte schwarze Stäubchen eine bis zur Flü- 
gelspitze reichende, verloschene Reihe Vorderrandfleckchen. An- 
dere Stäubchen sind auf die Vorderrandhälfte der Fläche ge- 
streut. Bisweilen lässt sich mitten zwischen dem Fleck und dem 
Hinterrand ein Querstreif in ungerötheter Grundfarbe erkennen, 
welcher dicht unter den Costalfleckchen sich spitzwinklig bricht. 
Hinterrand mit verloschener, oft fast ausbleibender Reihe schwärz- 
licher Strichelchen. 

Hinterflügel etwas glänzend, gelblich-grau, an der Endhälfte 
dunkler, an der Spitze selter mit der Spur einer dunkelgrauen 
Hinterrandlinie. Franzen blassgelblich mit grauer Schattenlinie 
nahe der Wurzel. 

Unterseite der Vorderflügel grau. Vorderrand schmal hell- 
gelb, mit grauen Fleckchen. Franzenwurzel gelblich. Hinterflü- 
gel blassgrau, auf dem gelblichen Vorderrand und an der Spitze 
spärlich schwärzlich bestäubt, die schwärzlichen Hinterrandstri- 
chelchen deutlicher als oben. 

Var. b, ein sehr reines Weibchen von Dr, Speyer, hat helle, 
fast nicht röthlich gemischte, gewöhnlich gestaltete Vorderflügel; 
die einzige Auszeichnung giebt der scharfe schwarze Punkt unten 
am Endgliede der Taster. — Ein fast ebenso unversehrtes Weib- 
chen von Mad. Lienig zeigt wenigstens einen Schatten dieses 
Punktes. Die gewöhnlich gestalteten Vorderflügel zeichnen sich 
vor den andern Exemplaren durch stärkere röthliche Beimi- 


schung aus. 


235 


Ob etwa die beiden Geschlechter dieser Art sich in der 
Zeichnung der Taster standhaft unterscheiden, muss die Unter- 
suchung einer grössern Zahl von Exemplaren lehren. 

Diese Art findet sich in Lievland (Lienig!); im Casanischen 
und in den Vorbergen des Ural (Eversm.); Ungarn (FR); 
Preussen bei Danzig (v. Tiedemann!);, Schlesien bei Glogau (Z.); 
Böhmen bei Reichstadt (FR’); im Hessenschen bei Arolsen 
(Speyer!); bei Hannover (Krösmann bei v. Heyden’); in Eng- 
lend (Stainton!). Sie erscheint, in wenigen Gegenden häufig, 
im Juli und später und überwintert ohne Zweifel, so dass sie 
im Mai wieder gefangen wird. 

Die Raupe lebt nach Stainton an der Unterseite von Distel- 
blättern (z. B. an Cirsium lanceolatum) in einer seidenen Röhre; 
die im Juli nnd August vorkommenden Raupen sind schwerlich 
von einer zweiten Generalion, die Treitschke bei dieser Art 
vermutbet. 

Anmerkung: Tin. Yeatiella H. 418 (Pinaris — Cat. 411. 3969) hat 
auf den Vorderflügeln von dem Fleck aus einen breiten grauen Vorderrand 
und in diesem hellgelbe Costalflecke; diese Verdunkelung, sowie die gesättigte 


Grundfarbe geben die einzigen Bedenken gegen die Vereinigung mit unse- 
rer Art. 


16. Subpropinquella Stainton. 


Palporum articulo terminali fusco-bieincto; alis ant. elongatis 
obtusis, obscure rufescentibus, costa cinerascenti-maculata, 
punclis duobus nigris oblique positis ante maculam rotun- 
datam nigricantem obsoletam. 


Depr. subpropinquella: alae ant. elongatae, apice obtuso, ochraceae, 
punctis duobus nigris oblique positis ante et macula fusca rare distincta 
pone medium, Staint. in Transact. V, p. 156. pl. XVII. fig. 3. — Tin. 
Brit. p. 88, 10. Cat. p, 16. — Companion ed. 1. p- 14, 64. cd 2, 
p- 11, 44, 48, 76. — Cat. of Brit. Micr. 58, 10. 

Depress. spec, Reutti Beiir. S. 186 spec. 32. 

? Haemylis heracliella Dup. Hist. VIII. pl. 290 fig. 12. 

? Depress. intermediella Stainton Transact. V, 156. pl» 17. fie. 8. 


Var. b, paulo minor, alis ant. minus elongatis, dilutioribus, 
macula media majore ac distinctiore 9. 


Meine zwei, von Stainton selbst erhaltenen weiblichen 
Exemplare weichen von Propinquella sehr ab durch die stark 


236 


gestreckten Vorderflügel, das gleichmässige trübe Roth der Grund- 
farbe auf denselben, die verloschene Farbe des kleineren, 
schwärzlichen Mittelflecks und den deutlichen, fast vollständigen 
Ring am letzten Tastergliede. Sie haben eine bedeutende Achn- 
lichkeit mit Laterella, unterscheiden sich aber leicht durch die 
scharfe, nicht abgerundete Vorderflügelspitze und durch den Man- 
gel eines schwarzen Queraderpunkts in dem dunkeln Fleck. — 
Ich habe 4 bei Glogau gefangene Exemplare (2° 22), die ich 
bisher für Propinquella selbst hielt, die sich auch in der Grund- 
farbe der Vorderflügel und der Deutlichkeit und Grösse des 
schwarzen Fleckes ganz eng an ein Lienig’sches Exemplar an- 
schliessen, aber durch den fast vollständigen schwärzlichen Basal- 
ring des letzten Tastergliedes und durch die fast wie bei Sub- 
propinquella gestreckten Vorderflügel abweichen und sich viel 
mehr als zur letztern gehörig auszuweisen scheinen. Da nun 
aber meine von Stainton erhaltenen 2 Propinauella offenbar et- 
was länger gezogene Vorderflügel haben als die ächte von FR. 
erhaltene Art, so scheint weder die Flügelgestalt (denn eine 
schärfere Spitzung erkenne ich bei Propinquella nicht an), noch 
die Farbe der Flügel und Taster einen sichern Unterschied zu 
gewähren, sondern die Möglichkeit vorhanden zu sein, dass hier 
eine veränderliche Art vorliegt, an deren einem Ende die im 
männlichen Geschlecht nur mit einem Tasterringe gezierte und 
mit kurzen gelblichen Vorderflügeln mit scharfem schwarzen 
Fleck versehene Propinquella, am anderen aber die zweiringlige 
Subpropinquella mit langgestreckten, trübröthlichen und trüb ge- 
zeichneten Vorderflügeln steht. 

Meine 2 Stainton’schen und 4 v. Heyden’schen Subpro- 
pinquella sind ansehnlich grösser als die 2 englischen Propin- 
quella. Rückenschild und Kopf trüb röthlich; Gesicht weisslich. 
Taster in der hellgelblichen Färbang der Propinquella, auch 


' ebenso gebaut; das Endglied auf der Schneide noch lockrer be- 


schuppt, zusammengedrückt, mit einem schmälern schwarzen Ringe 
nahe der Wurzel und einen breitern über der Mitte, beide auf 
dem Rücken schmal unterbrochen. Vorderbeine auf der Lichtseite 
dunkel schwärzlich angelaufen, am Tarsus haben alle Glieder auf 
dem Rücken gelbliche Enden, ausser an den 2 letzten. Hinter- 
beine fahlgelblich, an den Tarsen wie gewöhnlich sehr blass grau 


237 


gefleckt. — Hinterleib am Bauch mit 2 seitlichen Reihen starker, 
scharf gesonderter, schwarzer Punkte. 

Vorderflügel 45— 44° lang, viel länger gestreckt als die 
Stamm-Propinquella, doch schon weit weniger im Verhältniss zu den 
2 englischen Propinquella, an der Vorderecke nicht mehr abge- 
rundet, sondern mit stumpfem, erkennbarem Winkel, trüb roth, 
etwas verloschen (bei dem einen Exemplar etwas ins Ochergelb- 
liche spielend), auf der Vorderrandhälfte schwärzlich bestäubt, 
wodurch an dem Vorderrand graue, gegen die Basis an Grösse 
abnehmende Flecke entstehen. Wurzelfeldchen nicht durch hel- 
lere Farbe ausgezeichnet, doch durch einen schwärzlich- grauen 
Innenrandstrich begrenzt. Der schwärzliche Mittelfleck ist kleiner 
als bei Propinquella, verloschen und ringsum verfliessend. Die 
zwei dicht davor stehenden schwarzen Punkte sind schr deutlich 
— beide gleich gross oder der obere grösser — und befinden 
sich in keinem auffallend hellen Grunde. Die grauen Hinterrand- 
strichelchen bei dem einen Exemplar sehr verloschen. Franzen 
von der Grundfarbe, an der Wurzel mit kaum hellerer, feiner 
Wurzellinie. 

Hinterflügel lichtgrau, kaum nach hinten dunkler; Franzen 
viel heller, mit dunklerer Schattenlinie dicht an der Wurzel. 

Unterseite ganz so, wie bei Propinquella beschrieben wurde. 

Var. b, mit 33 — 4° langen, weniger gestreckten Vorder- 
flügeln. Diese haben ein helleres, am Endviertel in bleiches 
Gelb übergehendes Roth; ihr Wurzelfeld ist hell und sticht stark 
ab, indem auch der braune Innenrandstrich, der es begrenzt, 
breiter ist und sich nach aussen schattirt. Der Mittelfleck ist so 
lebhaft schwarz wie bei Propinquella, und bei einem 2 Exemplar 
klein und scharf begrenzt, bei einem Q und zwei J' gross mit 
verflossenen Rändern. Die 2 schwarzen Punkte davor, wovon 
der obere bei einem 2 fehlt, stehen in hellem, fast gelblichem 
Grunde. Der schwärzliche Staub auf der Vorderrandhälfte ist so 
dunkel wie bei Propinquella und bildet auch deutlichere Fleck- 
chen auf dem Vorderrande. Das 4te Glied der Vordertarsen 
stimmt wie die übrige Färbung der Beine mit Propinquella. Die 
seillichen Reihen auf dem Bauche enthalten beim Weibchen 
grössere, mehr zu Strichen verlängerte Punkte als beim Männchen, 
Taster in beiden Geschlechtern wie bei der englischen Subpro- 
pinquella gezeichnet. 


238 


Var. a kommt vor: im südlichen England, wo sie bei Folk- 
stone gemein ist; in Irland bei Dublin (Stainton); in Baden 
(Reutti!); bei Frankfurt am Main und bei Birstein (o. Heyden”). 
Die Raupe lebt nach Stainton’s Nachricht an der Unterseite der 
Distelblätter im Juni, und die Schabe fliegt im August und Sep- 
tember, auch noch im October und November (p. Heyden?). 
Var. b lebt in Lievland und bei Glogau, wo ich ein Exemplar 
am Aten November, ein zweites am 18ten April, ein drities am 
23sten April fing. 

Anmerkung 1, Ueber Stainton’s Intermediella s. Anmerkung bei 
Atomella. 

Anmerkung 2. Mit Stainton bin ich sehr geneigt, Duponchel’s Hera- 
cliella für Subpropinquella var. a anzusehen, deren Grundfarbe aber ganz 
verfehlt, nämlich angenehrn ochergelb, und deren dunkler Fleck zu blass ge- 


geben ist. 
17. Alstroemeriana L. h 


Capite ac thorace niveis; alis ant. albidis, impuris, punctis duo- 
bus oblique positis atris ante maculam costae mediae fu- 
scam infra ferrugineam. 


Phalaena Alströmeriana: alıs albidis, superioribus macula medio 
laterali fusco-ferruginea Linn. $. Nat. I, b. 879, 314. — Clerck tab. 
10. fig. 1. (Ent. Ztg. XIV (1853), S. 279.) 


Depressaria — Steph. Cat. 7178. — Hlustr. IV. 202. 17. — Z. Isis 
1839, S. 195. 8. 1846, S. 280. 4. -— Tengström Finl. Fjäril. p. 123. 
3. — Stainton Cat. 16. Suppl. 21. — Companion ed. 1. p. 14, 29, 


59. ed. 2. p. 11, 25, 44, 77. — Transact. V. p, 157. 11. — Tin. 
Brit. 88, 11, — Cat. of Brit. Microl. p. 58, 11. 

Phal. Alströmiana Linn. Fn. p. 348. 1335. 

Pyralis — Fabr. Syst. Ent. p. 653, 44. Ent. syst. 3, b. p. 275. 141. 

Depressaria Alströmeri (Alstroemer’s Flat-body) Haworth Lep. Brit. 
IV. p. 508. 10. 

Agonopterix Alströmerella Hübn. Cat. 410. 3956. 

Haemylis — Tr. IX, 1, 255. X, 3. 184 u. 280. — Zetterstedt Ins. lapp. 
p- 1000. — (Hem. d’Alströmer) Dup. Hist. VIll. p. 131. 1514. pl. 
290. fig. 5. — Cat. 334. 

Depressaria — Reutfi Beitr. S. 186. 28. — Richter Ent. Zig. XI (1850) 

p. 27. — v. Tiedemann Pr. Provinzialbl, 1845, S. 536. 6. — Schles, 
‚Schmtauschbl. IV (1843), 18, 

Tinea monilella, weisslichter Schabe mit 1 bunten Mackel am Aussen- 
rande WVien. Vzchn, 138, 11, — ed. Illig. 11, 100, — ed. v. Charp. 
131. — Kollar Vzchn. S. 91. 

Tinea puella Hübn. fig. 82. 

Haemylis albidella Eversmann Fn. Volg. 570. 


239 


Var. b, ventre nigricante, segmentorum marginibus albidis. 9. 

‘ Eine der kleinern Arten, schon mit ganz abgerundeter Vor- 
derflügelspitze, sehr kenntlich an der rein weissen Farbe des, 
Kopfes und Rückenschildes und der weisslichen Grundfarbe der 
Vorderflügel. | 

Rückenschild und Kopf schneeweiss. Fühler bräunlich-grau; 
Wurzelglied dunkler, an der Spitze und in einem Längsstrich 
weiss. Taster länger als das Rückenschild, rein weiss; das 2te 
Glied an der Endhälfte durch lange Schuppen, die sich gegen 
die Spitze allmählig verkürzen, erweitert und aussen schwarz- 
braun bestäubt; Endglied halb so lang, auf der Schneide etwas 
locker behaart, über der Wurzel urd über der Mitte mit einem 
schwärzlichen Ringe, an der feinen Spitze schwarz. Beine weiss, 
schwarz gefleckt und bestäubt; Vordertarsen schwärzlich mit 
weissen Enden der Glieder, mit Ausnahme des vierten; Hinter- 
schienen wenig bestäubt; Hintertarsen auf dem Rücken grau, am 
Ende jedes Gliedes weiss. — Hinterleib grau mit weisslichen 
Hinterrändern und Seitenbüschen der Ringe und gelblich-weissem 
Afterbusch. Bauch mit zwei seitlichen tief schwarzen Punktreihen 
und dazwischen gestreuten schwärzlichen Stäubchen, die biswei- 
len noch zwei Mittelreihen schwarzer Pünktchen bilden. Bei 
einem Weibchen (Var. b), das sonst gar keine Auszeichnung 
hat, ist der ganze Bauch violeltlich-schwärzlich mit schmalen 
weisslichen Hinterrändern der Segmente. 

Vorderflügel 33 — 4‘ lang, stark gestreckt, am Innenwinkel 
erweitert, am Hinterrande convex, am siumpfen Vorderwinkel 
abgerundet, mit weissem Grunde, der aber nur im Wurzelfeld 
chen und von diesem aus längs des Vorderrandes rein bleibt, 
übrigens aber gelblich-grau angelaufen ist, am meisten am Wur- 
zelfeldchen und vor dem Hinterrande. Die beiden tief schwarzen, 
schräg gelegten Purkte ruhen dicht vor dem Mittelzeichen in 
weissem Grunde. Das Miltelzeichen ist ein grosser bläulich- 
schwarzer Fleck, der nach unten rostroth und scharf abgeschnit- 
ten ist, nach oben aber durch reichliche schwarzbraune Bestäu- 
bung mit dem Vorderrand verbunden wird, so dass er bei ober- 
flächlicher Betrachtung an diesem selbst zu hängen scheint. Vor 
und hinter ihm trägt der Vorderrand schwärzliche Fleckchen. 
Schwarze Stäubchen zeigen sich am reichlichsten auf der Vor- 
derrandhälfte und vor dem Hinterrande. Dieser trägt eine Reihe 


240 


tief schwarzer Strichelchen, die nach innen weisslich gesäumt sind 
und gegen den Innenwinkel an Länge und Deutlichkeit abneh- 
men. Franzen weisslich, mit 3 staubgrauen Linien durchzogen. 

Hinterflügel glänzend grau, gegen den zugespitzten Vorder- 
winkel dunkler. Franzen weisslich, mit grauer Schattenlinie nahe 
der Wurzel. 

Unterseite der Vorderflügel dunkelgrau; Vorderrand weiss- 

lich, nach hinten erweitert, überall schwarz gestrichelt. Flügel- 
spitze mit sehr kleinem, tief schwarzem Strichelchen. Franzen 
gelblich-weiss mit staubgrauen Schatten durchzogen. Hinterflügel 
lichtgrau; Vorderrand und Spitze weisslich-gelb, mit schwarzen 
Stäubchen bestreut; Franzen etwas trüber als oben. 
» Diese sehr verbreitete, doch nirgends sehr häufige Art wurde 
am weitesten gegen Osten im Gasanischen und an den Vorber- 
gen des Ural (Eversmann), gegen Norden bei Helsingfors und 
Abo (Tengström), gegen Süden in Krain (FR), gegen Westen 
in England gefunden. Ihre eigentliche Flugzeit ist der Herbst 
vom August an. Sie überwintert selbst in Finland. Im Frühling 
fliegt sie im April und Mai Abends an Hecken. 

Die Raupe lebt nach Stainton’s Angabe im Sommer in den 
Dolden des Conium maculatum (woran ich jedoch nie eine Raupe 
bemerkte). 


18. Purpurea Haw. 


Parva; alis ant. rufo-purpureis, basi abrupte sordide exalbida, 
macula magna costae mediae nigricanli infra punclum al- 
bum includente. 


Depressaria purpurea (the Lesser purple) alis rufo-purpureis macula 
magna costalı fusca pallido adnata, costa roseo-punctata. Haworth Lep. 
Brit. III, p- 51ll, 20. — Staint. Cat. p- 16. 12. — Suppl. p- 21. 
— Companion ed. I. p. 14, 29, 59, 64. — ed. 2. p. 11, 25, 44, 48. 
— Transact. V, p. 157. 12. — Tin. brit. p. 89, 13. — Cat. of Bit. 
Microl. 59, 13. 

Tinea vaccinella Hübn. fıg. 416. 

Epeleustia vaccinella H. Cat. 410. 3950. 

Haemylis vaccinella Tr. IX, 1. 236. X, 3. 177 u. 278, — (Hemil. du 
mirtille) Dup. Hist. VIII, p. 156. 1525. pl. 261. fig. 6. — Cat. 335. 

Depressaria vaccinella Z. Isis 1839, S.195. 9. 1846, S.280.5. — Rich- 
ter Ent. Ztg. XI (1850) S. 27. — Mann ib. S. 150. — Z. XIV 
(1853), S. 81. — Schles. Schmtauschbl, Ill (1842), 17. IV (1843), 


241 


18. — Herrich-Schff. Text S. 117, 218. — Schläger Tauschbl. S. 

218. 118. 

Depressaria vacciniella Reutti Beitr. S. 186, 29, 

Die kleinste bekannte Art, kenntlich an den rothsteinfarbe- 
nen Vorderflügeln mit gelblich-weissem, scharf begränztem Wur- 
zelfeldchen und grossem, schwärzlichem, gelblich bestäubtem Co- 
stalfleck. 

Rückenschild und Kopf hell gelblich-grau, braun bestäubt, 
an den Rändern am reinsten, Gesicht hellgelb. Fühler schim- 
mernd gelblich-braungrau; Wurzelglied braun, auf der Schatten- 
seite gelblich. Taster länger als das Rückenschild, hellroth, in- 
nen schmutzig weisslich; das 2te Glied an der Endhällte durch 
abstehende Schuppen verdickt, aussen bräunlich bestäubt, am Ende 
des Schuppenbusches schwärzlich oder braun; Endglied beträcht- 
lich länger als das halbe zweite Glied, pfriemenförmig, kaum zu- 
sammengedrückt, fein gespitzt, glatt, mit einem schwarzen Ringe 
an der Wurzel und einem unter der Spitze. Beine schmutzig 
weisslich-grau; die 4 vordern aussen gebräunt, an den Schienen 
roth angeflogen, an den Tarsen schwarz mit gelblichen Enden 
der Glieder, mit Ausnahme des 4ten an dem Vordertarsus. Hin- 
tertarsus grau, nach aussen ins Schwärzliche, an den Enden der 
Glieder gelblich. — Hinterleib grau mit hellgelblichem Rande und 
Bauch; letzterer mit 2 seitlichen Reihen schwarzer Punkte, die 
nach der Wurzel zu stärker werden, und bisweilen mit 2 Mit- 
telreihen schwarzer Pünktchen. 

Vorderflügel 3—23’' lang, gestreckt, am Vorderwinkel stark 
abgerundet und mit sehr convexem Hinterrande, dunkel rothstein- 
farben, etwas wolkig, mit sehr scharf abgeschniltenem, weissli- 
chem oder gelblich-weissgrauem, schwarz punktirtem Wurzel- 
feldchen. An dem letztern verdunkelt sich die Grundfarbe zu 
einem braunen begränzenden Innenrandstrich. Der aussen gerö- 
thete Vorderrand der Flügel ist von der Wurzel aus weisslich 
bestäubt; schwarze Stäubchen verdecken das Weissliche mehr 
oder weniger vor der Flügelhälfte, und bilden hinter derselben 
schwärzliche Costalflecke. An der Vorderrandmitte breitet sich 
ein schwärzlicher, grosser, nirgends scharf begränzter Fleck aus, 
in dessen unlterem Theil ein scharfer weisser Punkt auf der Quer- 
ader und öfters vor diesem in gleicher Höhe ein solches Pünkt-- 
chen liegt. Vor dem Flecke und durch weissliche Bestäubung 

IX. 16 


242 


getrennt liegen die 2 schräg gestellten schwarzen Punkte, deren 
unterer sich oft zu einem kleinen Längsstrich verlängert. Der 
Hinterrand hat selten Spuren von schwärzlichen Staubfleckchen. 
Franzen etwas heller als die Grundfarbe. 

Hinterflügel grau, nach aussen stark verdunkelt. Franzen 
heller mit dunklerer Schattenlinie nahe der Wurzel. 

Unterseite der Vorderflügel dunkelgrau mit gelblichem, 
schwärzlich geschecktem Vorderrand und gelblicher Wurzellinie 
der grauen Franzen. Hinterflügel hellgrau, am Vorderrand und 
in der Flügelspitze gelblich, schwarz bestäubt; der Hinterrand an 
der letztern mit einer Reihe schwarzer Strichelchen. 

Sie ist verbreitet, ohne häufig zu sein. Am weitsten nörd- 
lich fand sie sich in Lievland (Lienig), am südlichsten in Tos- 
cana (Mann), am westllichsten bei Barcelona (Himmighoffen 
bei v. Heyden!). Ich fand sie bei Berlin, Frankfurt a. d. Oder 
und Glogau ziemlich selten, in guten Exemplaren im. September 
und October, in verflogenen während des Winters und im Früh- 
jahr, und damit stimmen auch die mir durch v. Heyden (!) mit- 
getheilten Nachrichten. Sie hält sich an Zäunen und schattigen 
Hecken und Alleen auf trocknem Boden. Ihre Futterpflanze ist 


noch unbekannt. 
19. Hypericella Tr. 


Capite ac thorace flavescentibus, scapulis praeter apicem fuseis; 
palporum flavescentium articuli terminalis apice nigro; alis 
ant. badiis, basi costaque violaceo-fuscis costa flavido con- 
spersa, lineola disci ante medium curva atra. 


Haemylis hypericella: capite thoraceque flavidis, alis ant. purpureis, 
basi et ad marginem anteriorem caeruleo nigricantibus, atomis flavidis, 
macula media nigricante- Tr. IX, 1. 236. X, 3. 278. — du mille- 
pertuis Dup. Hist. VII, p. 135. 1516, pl. 290. fig. 7. — Cat. 335. 

Depressaria — Z. Isis 1839, S. 195. 10. 1846, S. 280. 7. — Schles. 
Schmtauschbl. IV (1843), 18. V (1844), 17. — Schläger Tauschbl. 


S. 128. 43. — v. Tiedemann Pr. Provinzialbl, 1845, S. 536.7. — 
Stainton Cat. 16. Suppl. 2l. — Companion ed, 1. p. 14, 36, 46, 50. 
ed. 2. p. 11, 38, 73, 76. — Transact. V, 158. 15. — Tin, brit. p. 


90, 15. — Cat. of brit. Microl. p. 59. 15. 
Depress. liturella HS. Text S. 115. 215. tab. 60, fıg. 433, 
? Tin. liturella U. fig. 83. 
? Epeleustia — II. Cat. 410. 3949. 


243 


2 Depressaria — Stephens Cat. 7164. — Illustr. IV. p. 203. 22. 
2 — liturosa (the purple Flat-body) Haworth Lep. brit. IV. p. 508. 9. 

Am nächsten verwandt mit Conterminella, von der sie 
durch die schwarzbraune Farbe der nur am hintern Ende gelb- 
lichen Schulterdecken am leichtesten unterschieden wird; ausser= 
dem ist ihr Thorax und Kopf lebhaft gelb, ihre schmalern und 
spitzern Vorderflügel sind viel dunkler braunroih, mit einer gros- 
sen schwärzlichen Stelle an der Mitte des Vorderrandes, und ihre 
Hinterflügel haben den Hinterrand vor dem Schwanzwinkel auf 
die gewöhnliche Weise busig eingedrückt. 

Grösse ungefähr wie Costosa. Rückenschild und Kopf hell- 
gelb, in der Mitte gewöhnlich verdunkelt. Schulterdecken schwarz- 
braun, am Ende gelblich, selten ganz schwarzbraun. Gesicht an 
den Seiten brandig gelb. Fühler violettlich-braun. Taster so 
lang wie Kopf und Rückenschild zusammen, .blassgelb; das zweite 
Glied von der Wurzel aus gleichmässig und nicht stark verdickt, 
aussen der ganzen Länge nach braun; Endglied etwas länger als 
das halbe vorhergehende Glied, wenig zusammengedrückt, auf 
der Schneide kaum etwas locker behaart, mit breitem, schwar- 
zem Ringe dicht an der gelblichen Spitze und bisweilen mit 
schwarzem Fleck an der Wurzel. Saugrüssel ziemlich lang, hell- 
gelb beschuppt. Beine schwarzbraun mit hellgelblichen Enden der 
Glieder und hellgelber Innenseite der Hinterschiene; die 4 vor- 
dern Schienen dunkelroth gefleckt; das 4te Glied der Vordertar- 
sen ganz schwarz. — Hinterleib bräunlich-grau mit gelblichen 
Rändern der Ringe; Bauch in der Mitte gelblich bestäubt, mit 2 
beim Weibchen schärfern seitlichen Reihen länglich - dreieckiger 
schwarzer Strichelchen und 2 Mittelreihen schwarzer Pünktchen. 

Vorderflügel 4—44‘' lang, gestreckt, mit deutlichem, etwas 
abgerundetem Vorderwinkel und sanft convexem Hinterrande der 
Franzen, dunkel braunroth, mehr oder weniger lebhaft, an der 
innern Vorderrandhälfte und gegen das Wurzelfeldchen in violett- 
liches Schwarz übergehend. Wurzelfeldchen schmal, oft schwärz- 
lich überzogen, gelblich, an der Wurzel dunkelgrau bestäubt, so 
dass gewöhnlich nur der Aussenrand in einer Linie hell bleibt, 
am Innenrand mit einem tief schwarzen Fleckchen. Der Vorder- 
rand ist hellgelblich bestäubt, reichlicher an der Endhälfte, wo 
die gelblichen Stäubchen zu Costalfleckchen zusammentreten, die 
oft durch tief schwarze Zwischenräume getrennt sind .Im Mittel- 


244 


raum liegt vor der Mitte ein tief schwarzer, gekrümmter, etwas 
schräger Strich, der offenbar aus zwei Punkten zusammengeflos- 
sen, und dessen zugespitztes Ende weiss-gelblich gesäumt ist. 
Hinter ihm folgt eine schwarze, nirgends scharf begränzte Stelle, 
die bis zum Vorderrand reicht. Hinter ihr bemerkt man öfters 
eine schwach angedeutete, aus gelblichen Stäubchen gebildete 
Querlinie, die über der Hälfte der Flügelbreite sich stark wink- 
lig bricht und sich oben mit einem Costallleckchen vereinigt. Die 
schwarze, öfters in Strichelchen aufgelöste Hinterrandlinie wird 
nach unten schwächer und verschwindet weit vor dem Innen- 
winkel. Franzen etwas heller als die Grundfarbe. 

Hinterflügel etwas glänzend grau, an der Endhälfte stark 
verdunkelt. Franzen hell mit dunklerer Schattenlinie nahe der 
Basis. 

Unterseite der Vorderflügel dunkelgrau; Vorderrand schmal 
hellgelb, schwarz bestäubt und gefleckt. Die feine schwarze Hin- 
terrandlinie wird durch die gelbliche feine Wurzellinie der Fran- 
zen sehr gehoben. Hinterflügel hellgrau, am Vorderrand und in 
der Spitze dunkler grau mit gelblichen Stäubchen; die Spitze und 
ein Theil des Hinterrandes ist mit einer aus schwarzen Strichen 
bestehenden feinen Linie umzogen. 

Sie bewohnt die Ebene und niedere Berge. In Schweden 
um Stockholm am 8. August gefangen (Boheman!); in Lievland 
öfters (Lienig!); in Preussen an der Ostseeküste (v. Tiedemann!); 
in Schlesien bei Glogau und in den Vorbergen bei Salzbrunn (Z.), 
in der Grafschaft Glatz (v. Prittwitz!); in Sachsen bei Dresden 
und Schandau (v. Tischer!); in Böhmen und Baiern (FR.); in 
Oestreich bei Wien und in Krain bei Laybach (Tr.); bei Jena 
nicht selten (Schläger!); bei Aachen (Kaltenbach!); bei Frank- 
furt a.M. (v. Heyden!). In England als Raupe gemein (Stain- 
ton). Sie lebt sehr versteckt und wird daher selten aus Gebüsch 
auf trocknem Boden zum Auffliegen gebracht, im Juni und Juli. 

Die Raupe, aschgrau oder trüb grün, seidenglänzend, mit gel- 
bem Kopf und gelber Schwanzklappe (Tr.), lebt in den zusam- 
mengesponnenen Endblättern des Hypericum perforatum im Mai 
und Juni (Stainton), nur im Mai (Schläger); auch an andern 
Hypericum-Arten (Schläg.), 

Anmerkung Il. AHüöner’s Liturella fig. 83 ist ein sehr schlechtes 
Bild, das man wegen seines ganz dunklen Rückenschildes und seiner nicht 


245 


aasgeschwungenen Hinterflügel mit gleichem, wo nicht mit besserem Recht 
für eine dunkle Conterminella annehmen kann. Doch hat nach einer briel- 
lichen Notiz des Herrn F. v. Röslerstamm Hübner selbst Herrn Freyer ächte 
Exemplare der Hypericella als seine Liturella bestimmt. — Hypericella 4 
fig. 441 erklärt Herrich-Schffer für Conterminella, und es möchte schwer 
sein, seine Behauptung zu widerlegen, obgleich ich noch kein Exemplar der 
Conterminella sah, das so röthlich auf den Vorderflügeln war. WVenn er 
aber zur Vermeidung von Verwirrung unserer Hypericella den Namen Litu- 
rella giebt, so glaube ıch, dass eher die Verwirrung dadurch vermehrt wird, 
weil nun die Liturella SV‘, anders zu benennen wäre, und behalte den von 
der Nahrungspflanze gegebenen Namen, nur unter veränderter Autorität, bei. 


Anmerkung 2. Hawortl’; Liturosa alis cinereo-purpureis, fascia te- 
nuissima recta juxta basin pallida (Tin. liturella 4. 83. Exp. al. 8°. Alae 
ant. sordide purpureae sen cinereo-purpureae. Posticae pallide fuscescentes) 
scheint mir gar kein Bederken zu haben, zumal da er Conterminella abgeson- 
dert als Curvipunctosa aufführt, und ich folge in der Beifügung des Frage- 
zeichens nur dem Vorgange Sfainton’s, Vielleicht hat ihn der Haworth’sche 
etwas sonderbare Zusatz: Simillima praecedenti (1. e. Costosae), differt solum 
in colore in seiner frühern Sicherheit (Transactions) wankend gemacht. 

Anmerkung 3. Auch die Stephens’sche Liturella, für synonym mit 
der Haworth’schen erklärt, bezweifle ich nicht, obgleich sie zu einer Abthei- 
lung: „Vorderflügel ziemlich schmal, hinten gerundet, im Mittelraum pur- 
purfarben mit blässern Zeichen‘ gezogen wird. Ihre Beschreibung lautet so: 
„Al. ant. cinereo-purpureis, fascia tenuissima recta juxta basin, strigisque ab- 
g,breviatis cosialibus pallidis; posticis fuscescentibus.s 8—85'”, Vorderflügel 
s;jdüster- oder aschgrau -purpurfarben mit einigen schlecht begränzten, tief 
„schwarzen WVolken gegen die Basıs, einigen unregelmässigen abgekürzten 
„blassen Strichen auf dem Vorderrande und einer graden Binde von dersel- 
„ben Farbe gegen die Basis; Hinterrand ungefleckt; Hinterflügel bräunlich 5 
„Kopf, Rückenschild und Taster ochergelb.“‘ 


20. Conterminella (FR.) Z. 


Thorace toto griseo; palporum articulo terminali ante apicem 
late nigro-annulato; alis ant. fusco cinereoque nebulosis, 
dorso rufescenti-mixto, lineola disci ante medium curva 
atra; posterioribus ante angulum analem non sinualis. 


Depressaria conterminella Z. Isıs 1839, S. 196. 27. — HS. Text 
$. 116. 216. — Stainton Cat, 16. — Companion ed. I. p. 14, 36 
41, 46, 50. ed. 2. p. 11, 38, 44, 73, 76. — Transact. V, p. 158, 16. 
— Tin. brit. p- 90, 16. — Cat. of brit. Microl. 59, 16. 

Haemylis — Dup. Cat. 339. 

? — ceurvipunctosa (ihe curve-dotted Flat-body) Haw. Lep. brit. IV, 
p. 511. 19. — Stephens Cat. 7167. — Illustr. IV, p- 201. 15, 

? Tin. Hypericella H. 441. 

? Epeleustia — H. Cat, 410. 3947. 


246 


Var. b, thorace et abdomine flavescentibus, scapularum basi 
rufescente, alis ant. rufo-suflusis, ceterum ut Var. a. (2 
Mus. v. Heyden.) 

Gewöhnlich viel blasser als Hypericella, an den Enden der 
Schulterdecken nicht auffallend hell, auf den breitern und stun- 
pfern Vorderflügeln ohne die hellgelblichen Stäubchen längs des 
Vorderrandes, dagegen mit deutlichem, weissem, dunkel einge- 
fasstem Punkt auf der Querader, und an den Hinterflügeln ohne 
den busigen Ausschnitt des Hinterrandes gegen den Innenwinkel. 

Grösse wie Hypericella. Rückenschild hell gelblich -staub- 
grau, mit dunklerem, öfters röthlichem Staube mehr oder weni- 
ger reichlich bestreut. Kopf gelblicher, besonders in dem zu 
beiden Seiten bräunlich-grauen Gesicht. Fühler braungrau, nach 
unten dunkler. Taster in der Gestalt und Bekleidung wie bei 
Hypericella, das 2te Glied bräunlich, innen grau-gelblich; End- 
glied schmutzig weisslich mit breitem braunen Ringe dicht unter 
der Spitze. Beine bleich gelblich, aussen braun bestäubt; die vier 
vordern Schienen selten schwach geröthet; die 2 vorletzten Glie- 
der des Vordertarsus ganz schwarzbraun; Hintertarsen auf dem 
Rücken grau mit gelblichen Enden der Glieder. — Hinterleib 
gelblich-grau; Bauch bleich gelblich, bräunlich bestäubt, mit zwei 
seitlichen Reihen schwarzer, länglicher Punkte, die beim S ge- 
wöhnlich zusammentliessen, beim @ schärfer gelrennt bleiben. 

Vorderflügel 4—4%‘ lang, etwas gestreckt, mit deullichem, 
doch abgerundetem Vorderwinkel und weniger schräg als bei 
Hypericella herabgehendem Hinterrande; Grundfarbe ein Gemisch 
aus Braun, Grau und Roth, welches letztere in einer lichten und 
unreinen Mischung hauptsächlich die Innenrandhälfte einnimmt, ge- 
gen den Vorderrand zu aber in Braungrau verschwindet. Wur- 
zelfeldchen gelblich-grau, an der Wurzel dunkler bestäubt, am 
Innenrand mit tief schwarzem Punkt, und mit schwärzlicher, auf 
dem Innenrand anfangender Begränzung. Der Vorderrand ist 
schwärzlich bestreut, nach hinten mit lichtgrauen, oft fehlenden 
Fleckchen. Der tief schwarze, krumme Strich vor der Flügelmitte 
ist wie bei Hypericella am zugespitzien Ende gelbweisslich ge- 
säumt und bisweilen in der Mitte getrennt. In gleicher Höhe 
mit seiner Spitze liegt auf einer nur wenig verdunkelten Stelle 
auf der Querader ein weisser, eiwas quergezogener, dunkel ge- 
randeter Punkt. Auch bei dieser Art ist eine helle Querlinie, 


247 


wie bei Hypericella, in einiger Entfernung hinter der Querader 
angedeutet; meist ist sie weniger spitzwinklig gebrochen. Den 
Hinterrand fasst eine aus schwarzen Strichelchen zusammenge- 
setzte Linie ein, die im Innenwinkel verschwindet. Franzen trüb 
bräunlich-roth. 

Hinterflügel etwas glänzend, sehr hellgrau, gegen den Vor- 
derwinkel nicht verdunkelt, dieser mit einer aus verloschenen 
grauen Strichelchen zusammengesetzten Hinterrandlinie. Der Hin- 
terrand geht vom Innenwinkel in fast grader Linie bis zu der 
am 2ten Aste der Medianader beginnenden Krümmung, enibehrt 
also der das Genus characterisirenden Concavität. Franzen an 
der Wurzelhälfte gelblich - grau. 

Unterseite der Vorderflügel hellgrau ; Vorderrand schmal 
weisslich, braungrau bestäubt. Hinterrandlinie sehr fein, schwärz- 
lich, durch die gelblichen Aderenden unterbrochen und von der 
feinen Wurzellinie der Franzen gesäumt. Hinterflügel noch hel- 
ler als oben, längs des Vorderrandes und in der Flügelspitze 
grau und gelblich bestäubt; die unvollständige Hinterrandlinie 
schwärzlicher als oben. 

Var.b ist sehr ausgezeichnet durch die hellgelbe Farbe der 
Oberseite des Körpers; der Thorax ist nicht verdunkelt wie bei 
Hypericella, die Schulterdecken sind gegen die Wurzel hellroth; 
die Vorderflügel haben eine angenehme, mit lebhaftem Roth ge- 
mischte braune Grundfarbe. 

Weniger verbreitet als Hypericella. In Lievland (Lienig!). 
Bei Jena (Schläger!); bei Augsburg nicht selten (Freyer!); 
bei Regensburg (HS.); bei Frankfurt am Main (v. Heyden!). In 
England als Raupe häufig (Stainton!). Die Raupe, nach Lienig: 
spangrün, mit weissen Einschnitten und fast weissem Kopf, mit 
bräunlichem Maul und braunem Fleck zu jeder Seite desselben, 
lebt nach Stainton im Mai und Juni in den Endtrieben von Woll- 
und glatten Weiden. Schläger schickte mir eine ächte Conter- 
minella zur Ansicht mit der Angabe: „Hypericella, sehr häufig in 
‚den Spitzen der verschiedenen Arten von Hypericum“. Hier 
kann nur eine Verwechslung stattgefunden haben; ich erhielt die 
ächte Hypericella in Mehrzahl von Jena. — Die Schabe fliegt vom 
Ende Juni an bis in den August (Stainton). 


Anmerkung. Stainton spricht in den 'T'ransact. die Vermuthung aus, 
dass Haworth’s Curvipunctosa sich vielleicht nur als Varietät der Applana 


248 


erweisen möchte, Haworth’s WVorte sind: „Alis griseis, fusco-subatomosis, 
lineola minuta, media, curvata, subinde interrupta atra-. Hab. ad sepes, priore 
(i. e. Characterosa) longe infrequentior. Imago ı. Mar. Exp. al. 7— 8, 
Applanae valde affınis, at duplo minor, absque punctis albis: costa fusco pun- 
ctata ut in ılla. In exemplariis (!) optimis caput, ihorax et ipsa basis alarum 
anticarum albida seu pallida sunt. , minor quam ©, alis anticis omnino fu- 
scis, puncto medio curvato atro; costa maculis obsoletis saturatioribus.“ — 
Stephens characterisirt diese Curvipunctosa in der Abtheilung: „Vorderflügel 
hinten abgerundet, im Mittelraum blass, gewöhnlich mit einem gekrünmten 
Zeichen in der Mitte fulgendermaassen: ‚al. ant. griseis fusco -subatomosis, 
lineola sinuata, media, curvata, subinde interrupta, nigra (7—8’’). Vorder- 
flügel greis, mit zerstreuten braunen Atomen und einem kleinen gekrümnmten 
schwarzen Strich in der Mitte, welcher bisweilen unterbrochen ist; der Vor- 
derrand mit einigen braunen Punkten, die sich bisweilen zu kleinen Flecken 
vereinigen oder sehr verlöschen; Kopf, Thorax und Vorderflügelbasis biswei- 
len blass; oder die Vorderflügel gänzlich purpurbraun mit einer kleinen, krum- 
men, tiefschwarzen Linie; Hinterflügel aschgraubraun mit weisslichen Franzen.“ 


21. Ledereri n. sp. 


Magna, palporum articulo terminali infra hirto; alis anl. elon- 
gatis, rufescenti-griseis, fuscescenti-marmoratis, basi ab- 
rupte cinerea nigro-terminala, puncto venae transversae 


albido; posterioribus ante angulum analem vix sinualis. 
(2 Mus. Lederer.) 


Ohne die schwarze, gekrümmte Linie im Mittelfelde der Vor- 
derflügel und auch sonst sehr verschieden aussehend, aber doch zu- 
folge der von der Wurzel aus beginnenden, gleichmässigen Ver- 
dirkung des 2ten Tastergliedes und wegen der kaum angedeu- 
teten Aushöhlung des Hinterrandes der Hinterflügel hierher gehörig. 
Eine Hauptauszeichnung dieser Art ist der Schuppenbusch an der 
Wurzel des letzten Tastergliedes. 

Grösse wie Heracliana. Rückenschild grau, Schulterdecken 
nach hinten (durch die Beschuppung) erweitert und sich bis auf 
die Vorderflügelwurzel ausbreitend. Kopf grau, bräunlich bestäubt; 
Gesicht weisslich. Fühler bräunlich-grau, gegen das Ende auf- 
fallend verdünnt. Taster länger als das Rückenschild, dunkel- 
braun, hellbraun und weisslich bestreut, am meisten weisslich auf 
der innern Seite und am Endgliede; das 2te Glied von der Wur- 
zel aus gleichmässig und ziemlich ansehnlich verdickt, mit tiefer 
Furche zwischen der Beschuppung bis zur Wurzel; Endglied kaum 
so lang wie das halbe 2te Glied, an der Wurzelhälfte durch lok- 


249 


kere Beschuppung der Schneide stark verdickt, an der Mitte mit 
schwarzem Ringe, am feingespitzten Ende schmutzig weisslich. 
Saugrüssel kurz, mit weisslichen, langen Schuppen. — Beine hell 
grau-gelblich, aussen braun bestäubt; Vorderschienen fast unbe- 
stäubt; Vorderfuss gelblich, an den 3 letzten Gliedern schwarz; 
an den Mittelfüssen sind die Glieder auf dem Rücken grau mit 
hellgelblichen Spitzen, das letzte Glied schwärzlich; Hinterfüsse 
mit verloschen grauen Wurzeln der Glieder. — Hinterleib fahl- 
gelblich, Bauch heller, mit tief schwarzer, nach hinten sich in 
schmälere Strichelchen auflösender Längslinie zu jeder Seite und 
mit bräunlicher Mittellinie. 

Vorderflügel fast 6‘ lang, sehr gestreckt, mit ganz stum- 
pfem, abgerundetem Vorderwinkel und sehr convexem Rande der 
Hinterrandfranzen. Grundfarbe ein trübes, aus schmutzigem Gelb, 
unreinem Roth und lichtem Braun gebildetes Gemisch, hier und 
da mit wolkigen Stellen. Wurzelfeld hellgrau, scharf abgeschnit- 
ten durch eine tief schwarze, feine, auf dem Innenrand stehende, 
nach innen geneigte Linie und mit einem schwarzen Punkt 
nahe am Innenrand. Dicht hinter der schwarzen Gränzlinie am 
Innenrand sind die Schuppen ausserordentlich verlängert. Der 
Vorderrand ist seiner ganzen Länge nach mit verloschenen 
schwärzlichen Fleckchen von ungleicher Grösse bezeichnet. Vor 
der Flügelmitte liegt am Ende eines schwärzlichen Längsschat- 
tens ein weisslicher Punkt, und auf der Querader, also ziemlich 
weit von jenem, ist ein zweiter solcher Punkt, zwischen welchem 
und dem Vorderrand der Grund schwärzlich gemischt ist. Zwischen 
dem 2ten Punkt und dem Hinterrand ist eine lichte Querlinie 
angedeutet, die über ihrer Hälfte in einen scharfen, spitzen Win- 
kel gebrochen ist. Der Hinterrand trägt eine Reihe kleiner schwar- 
zer, verloschener Punkte. Franzen gelblich- grau mit breiter 
grauer Schattenlinie nahe der Basis. 

Hinterflügel etwas glänzend, licht staubgrau, nach hinten ver- 
dunkelt und mit ziemlich deutlichen Adern; der Hinterrand ist vor 
dem Schwanzwinkel kaum merklich eingedrückt. Franzen heller 
und gelblicher als die Fläche mit grauer Schatteniinie nahe der 
Basis. 

Unterseite der Vorderflügel hellgrau; Vorderrand ziemlich 
schmal, trüb gelblich-weiss, schwärzlich punktirt. Franzenwurzel 
schmal gelblich-weiss. Hinterflügel grauweisslich, am Vorder- 


250 


rand gelblich, und an ihm wie in der Flügelspitze grau bestäubt. 
Die Querader trägt einen starken braungrauen Punkt. Die Flü- 
gelspitze umzieht eine feine schwarze, durch die e Ader- 
enden unterbrochene Linie. 

Das sehr schön erhaltene einzelne Exemplar, das zwar stark 
erhobene Ränder des Hinterleibes, aber keinen gesträubten After- 
busch und dabei feine, ungezähnelte Fühler !hat, halte ich für 
ein Weibchen. Herr Lederer empfing es aus Cypern. 


22. Ocellana Fabr. 


Palporum articulo secundo semel, terminali bis fusco-annulato; 
alis ant. rufescenti-canis lineola curvala nigra ante, annulo 
rufo albo-expleto post maculam mediam fuscescentem. 


Pyralis ocellana: alıs cinereis, litura media sanguinea, puncto albid» 
Fabr, Syst. Ent. p- 652, 40. — Ent. syst. 111, b. 272. 

Tortr. — (le point) Fillers Ent. Linn. 2, p. All, 715, 

Depressaria — Steph. Cat. 7169. — Illustr. IV, p. 201. 13. — Sftainton 
Companion ed. 2. p- 12, 24, 25, 44, 77. — Tin. brit. p. 92. 19. — 
Cat. of brit. Micr. p. 60, 19. 

T'inea characterella, graulichter Schabe mit S-lörmigten Mittelzeichen 
WVien. Vzchn. S. 137. 2 — cd. Illig. 1, 99. — cd. v. Charp. S, 

"128. — Brahm Ins. Kal. 2, S. 223. 118. 

Haemylis characterella Tr. IX, 1. 254. 1X, 2. 275. X, 3. 280. — Evers- 
mann Faun. Voleg. 569, 5. — KHollar Vzchn. S. 91, — Hem. carac- 
terisee, Dup. Hist. VII, p. 127, 1512. pl. 290. fig. 3. Cat. 334. — 
Zetterstedt Ins. lapp. p- 1000. 

Depressaria — Z. Isis 1839, S. 195. 13. 1846, S. 280, 10. — Schles. 
Schmtauschbl. III (1842), 17. 1V (1843), 18. VII (1846), 13. — 
Schläger Tauschbl. S.162. 78. — Stainton Cat. 17. Suppl. 21. Com- 
panion ed. 1. p. 14, 27, 29, 56, 59. — Tengström Finl. Fjäril. p, 
123. 4. — v. Tiedemann Pr, Provinzialbl. 1845, S. 536. 9, — Rich- 
ter Ent. Zıig. XI (1850), S. 27. — Z. Ent. Ztg. XIV (1853), S. 81. 

Tinea signella Hübn. fig. 80. — Schmetterl, d. Donauquellen S. 37, 301. 

Agonopterive — Hbn. Cat. 410. 3955. 

Tin. signiferella, zeichentragende Schabe, Hübner Text S, 39. 7, 

Depressaria signosa (the red Letter Flat- body) Haworth Lep. brit. IV, 
p- 508. 11. 


Var. b, puncto lineolaque atris pro lineola curvala in alis ante- 
rioribus. 


Var. c, thorace cum alis ant. dense fuscescenti - pulverulentis, 
lineola curvata in puncta duo mulala. d*. 


251 


Vor allen Depressarien kenntlich durch den kleinen rothen, 
weiss ausgefüllten Ring auf der Querader der Vorderflügel, am 
nächsten verwandt der Yeatiana, von der sie sich ausserdem 
durch beträchtlichere Grösse, durch breitere Vorderflügel und 
durch den grössern, an der untern Seite rothen und mit dem 
rothen Ring zusammenhängenden Mittelfleck unterscheidet. 

Grösse der Applana. Rückenschild und Kopf weissgrau mit 
sehr schwacher röthlicher Beimischung. Fühler gelblich- grau; 
Wurzelglied auf dem Rücken braun mit heller Spitze. Taster 
länger als das Rückenschild, weisslich-grau; das 2te Glied an et- 
was mehr als der Endhälfte durch abstehende Schuppen fast 
gleichmässig verdickt, aussen braun besprengt und vor der Spitze 
mit starkem, braunem, doch unterbrochenem Ring; Endglied halb 
so lang, zusammengedrückt, feinspitzig, auf der Schneide etwas 
locker beschuppt mit einem schwarzbraunen Ring an der Wurzel, 
einem breitern in der Mitte und ebenso gefärbter Spitze. Beine 
hell gelblich-grau, die vordern auf der Lichtseite dunkel braun- 
grau mit hellen Gliederenden, nur das 4te Tarsenglied ganz dun- 
kel; Mittelbeine braun bestäubt wie die Hinterschenkel; die 4 hin- 
tern Tarsen grau mit hellen Enden der Glieder. Hinterleib staub- 
grau mit heilen Ringrändern und hellem Bauch; dieser hat zu 
jeder Seite eine Reihe starker schwarzer Punkte, welche nach 
innen zu grösser werden und zusammenfliessen, oder dafür eine 
schwarze Strieme, die sich nach hinten in Punkte auflöst. 

Vorderflügel 5— 53‘ lang, gestreckt, am stumpfen Vorder- 
winkel fast abgerundet, mit convexem Hinterrand, weissgrau mit 
sehr schwacher, röthlicher Beimischung, mit braunen Stäubchen 
gewöhnlich spärlich bestreut, die sich auf dem Vorderrand häu- 
fen und gegen die Spitze verloschene graue Fleckchen bilden. 
Wurzelfeldchen hell, durch einen braunen, aussen etwas schat- 
lirten, auf dem Innenrand stehenden Strich scharf begrenzt. Im 
Mittelfelde ist vor der Flügelmitte eine etwas gekrümmte schwarze 
Längslinie, die sich bei der nicht seltenen Var. b in einen Punkt 
und eine ziemlich grade kurze Längslinie trennt, bei Var. c aber 
sogar auf die gewöhnlichen 2 schräg gestellten Pnnkte reducirt. 
Ist sie vollständig, so reicht ihre Spitze gewöhnlich bis an das 
untere Ende des ziemlich eckigen, schwarzbraunen, nach hinten 
verlöschenden, unten rothen Mittelflecks, welcher vom Vorderrand 
durch die helle Grundfarbe getrennt bleibt und mit seinem hin- 


252 
tern Ende den rothen, weiss ausgefüllten Ring der Querader be- 
rührt. Der Hinterrand trägt eine Reihe grober schwarzer Punkte, 
welche gegen den Innenwinkel kleiner und verloschener werden. 
Franzen nach aussen etwas röthlicher als die Grundfarbe, 

Hinterflügel glänzend, bleich gelblich-hellgrau, nach hinten 
grauer, Selten an der Spitze mit grauen, verloschenen Rand- 
strichelchen. Franzen heller. 

Unterseite der Vorderfügel grau, am Vorder- und Hinter- 
rand gelblich-weiss, an ersterem mit schwarzen Stäubchen. Hin- 
terflügel viel heller, am Vorderrand und in der Spitze gelblich- 
weiss und schwarz bestäubt. 

Var. b, in beiden Geschlechtern vorkommend, hat keine an- 
dere Auszeichnung als die in der Diagnose angegebene. 

Var. c, ein Männchen, hat Rückenschild, Kopf und Vorder- 
flügel auffallend dicht dunkel bestäubt, auf dem Vorderrande der 
letzteren bildet der schwärzliche Staub kurze Längslinien; statt 
der gekrümmten schwarzen Mittellinie sind nur 2 gleich grosse, 
gerundete, schräg gestellte Punkte, deren unterer nahe an der 
Spitze des Mittelflecks stcht. 

Eine sehr verbreitete Art, die im Casanischen und Oren- 
burgschen in Hainen und Wäldchen häufig ist (hversmann); in 
Lievland (Lienig!); in Schweden (Zetterstedt); in vielen Thei- 
len des nördlichen und südlichen Deutschlands; im nördlichen 
Frankreich (Dup.); in England (Stainton). Sie erscheint im 
August, nach Lienig schon im Juli, und wird dann bis in den 
Herbst hinein und nach der Ueberwinterung im Frühling in feuch- 
ten Weidenbüschen, zwischen Rohr etc. angetroffen. Die Raupe, 
licht spangrün mit gelblichen Einschnitten, gelblichem, am Munde 
schwarzfleckigem Kopfe, schwarzen, feinen Borstenwärzchen und 
schwarzgezeichnetem Afterschild (nach Lienig), lebt im Juli an 
Wollweiden (Salix caprea, viminalis etc. v. Heyden!) 


23. Yeatiana Fabr. | 
Palporum articulo secundo ante apicem externe fusco, termi- 
nali fusco-biannulato; alis ant. elongatis, obtusis, pallide 
griseis, punctis duobus nigris distinclissimis ante maculam 
parvam fuscam lituratam, puncto albo, fusco-annulato, obso- 
leto in vena transversa. 


253 


Pyralis V’eatiana: alıs anticis griseis, macula punctisque duobus cen- 
tralibus nigris Fabr, Ent, syst. III. b. 274. 136. 

Tortrix Yeatiana Villers Ent. Linn. 2, 411. 716. 

Depressaria — Stainton Cat. 17. — Companion ed. 1. p. 15, 64, ed. 2. 


p. 12, 48. — Transact. V p. 160, 23, — Cat. of Brit. Microl, p. 
60, 20. — Tin. brit p. 92, 20. 

Depress, V'eatsii (Feates’s Flat-body) Haworth Lep. brit. IV. p. 509, 
12. — FVeatsiana Stephens Cat. 7177. — lliustr. IV. p. 200. 11. 


*?Depress. albidana Donov. Brit. Ins. X. pl. 377. fig. 2 — putrida 
(the brown-veined Flat-body) alıs pallidis, venis anticarum omnibus 
fuscis punctisque medio nigris Haw. Lep: brit. 1V. p. 509, 13. — pu- 
tridella Steph. Cat. 7158. — Illust. IV. p. 202. 18. 

Depress. ventosella Reutti Beitr. S. 186. 36. 

Viel kleiner als Ocellana, mit gestrecktern Vorderflügeln, 
weniger convexem Vorderrande, ohne die rothe Farbe des Mit- 
telflecks und des Punktes der Querader. Die helle, nur wenig 
bestäubte, gelblich-staubgraue Grundfarbe ihrer Vorderflügel un- 
terscheidet sie von der gewöhnlich viel grössern Arenella und 
von Propinquella und Subpropinquella, die viel gestreck- 
tere Gestalt derselben ausserdem noch von Propinquella. 

Grösse der Alstroemeriana. Rückenschild gelblich-staubgrau, 
Gesicht gelblich-weiss. Fühler gelblich-grau, Wurzelglied auf 
der Rückenseite ausser am Ende braun. Taster länger als das 
Rückenschild, weisslich; das 2te Glied an der Endhälfte gleich- 
mässig verdickt, aussen braun bestäubt und gegen das Ende mit 
einem braunen Fleck; Endglied länger als das halbe 2te Glied, zu- 
sammengedrückt, auf der Schneide etwas locker beschuppt, mit 
feiner Spitze; über der Wurzel und an der Mitte ist je ein 
schwarzbrauner, unvollständiger Ring, und die Spitze selbst ist 
ebenso gefärbt. Rüssel mässig lang, schmutzig weisslich be- 
schuppt. Beine bleich gelblich; die 4 vordern auf der Lichtseite 
braun angelaufen mit hellen Spitzen der Glieder; nur die 2 vor- 
letzten Vordertarsenglieder sind ganz braun. Hintertarsus auf 
einer Seile grau angelaufen ausser an den Gliederspitzen. Hin- 
terleib gelbgrau mit hellen Hinterrändern der Gelenke; Bauch 
bleich gelblich, an jeder Seite mit einer Längsreihe tief schwarzer 
starker Punkte die sich einwärts verstärken. 

Vorderflügel 4—4#° lang, sehr gestreckt mit deutlichem, 
aber abgerundetem Vorderwinkel und sehr convexem Hinter- 
rande, bleich gelblich-staubgrau, spärlich braun bestäubt; biswei- 
len ist der Staub am meisten auf die aus der Mittelzelle hervor- 


254 


gehenden Adern vertheilt, ohne jedoch dunkle oder starke Linien 
zu bilden. Wurzelfeldchen heller als der Grund, durch einen 
starken, braunen, auf dem Innenrande stehenden Strich begrenzt, 
hinter welchem die Fläche bis zum Innenwinkel ein wenig ge- 
sättigter gefärbt ist als anderwärts. Vor der Flügelmitte liegen 
zwei scharfe schwarze Punkte schräg hinter einander; der hin- 
tere ist elwas länglich; nahe bei ihm ist die Spitze des kleinen 
schwarzbraunen, nach hinten verloschenen Flecks, welchem ge- 
genüber auf dem Vorderrande ein paar graue, bisweilen schwärz- 
lich bestäubte, undeutliche Fleckchen liegen. Auf der Quer- 
ader hinter dem Mittelleck ist ein weisses, grau gerandetes, 
wenig auffallendes Pünktchen. Der Hinterrand hat eine Reihe 
von 4-—5 nach unten kleiner werdenden schwarzen Punkten. 
Franzen wie die Grundfarbe. 

Hinterflügel seidenglänzend, gelblich-weissgrau, nach hinten 
grauer, mit verloschener grauer Strichreihe auf dem Hinterrande 
gegen die Flügelspitze. Franzen heller als die Fläche, an der 
Wurzel etwas gelblich. 

Unterseite .der Vorderflügel hellgrau mit schmalem, weiss- 
lich- gelbem, schwarz bestäubtem Vorderrande und gelblicher 
Wurzel der Franzen an der undeutlichen schwarzen Punktreihe 
des Hinterrandes. Hinterflügel sehr hellgrau, am Vorderrande 
weisslichgelb und braun bestäubt, in der Flügelspitze mit gelblich 
und braun bestäubten Adern; die Strichreihe des Hinterrandes 
schwarz. Franzen wie oben. 

In England an vielen Stellen um London im Herbst (Stain- 
ton!). In Deutschland: um Glogau (einmal von mir im Frühling 
gefangen), bei Freiburg (Reutti!); bei Baden-Baden Mitte Octo- 
ber, und im Schwarzwalde bei Gernsbach ((v. Heyden?). 

Anmerkung 1. Depr. putrida Haw. ist nach Stainfon (Transact.) 
eine Var, mit auf der Endhälfte der Vorderflügel verdunkelten Adern, welche 
so beschrieben wird: Ultimae (Yeatsianae) simillima, sed sufficienter dilfert 
venis fuscis. Exp. al. 83°. Alae anticae striga brevissima juxta basin mar- 
ginis tenuioris atra. In medio, at costam versus, puncta 4 quadratim posita: 
horum duo antica minuta atra; tertium triplo majus rotundatum fuscum; 
quartum minutum subocellare, iride nıgra, alba pupilla. Margo ipse posticus 
ordine punctorum nigrorum. Posticae albidae ciliis amplis, stramineis, sericeis. 


Anmerkung 2, Stainten citirt Boieella Freyer N. B. II, S, 120. 
Taf. 168 fig. 3. als sicheres Synonym zu Yeatiana. Ich kann darin keine 


255 


mir- bekannte Depressaria erkennen, sondern vermuthe in ihr nichts weiter 
als eine Varietät der Orthotel. sparganella. 
Anmerkung 3. FHeutt’s Ventosella habe ich in einem Original ge- 


sehen. 


24. Ciniflonella Lienig. 


Alis ant. elongatis apice rotundato canis, crebrius fusco-pul- 
verulentis, basi, costae parte basali margineque postico al- 
bidioribus, puncto lineolaque nigris ante, annulo fusco albo- 
expleto post medium subobsoletis. I. 


Depressaria ciniflonella Isis 1846, p. 280. 11. — Tengström Finl. Fjäril. 
p- 123. 5. — Herrich-Sch/ff. tab. 60. fig. 434. S. 116. 217. — Stain- 
ton Vransact. V. p- 159. 21. — Tin. brit. p. 89. 12, — Cat. of brit. 
Mierolep. p- 59, 12. — Companion ed. 2. p. 11. 


Var. b, al. ant. basi costaque abruptius puriusque albidis, co- 
lore disci ante medium rufo-brunnescente, litura magna 
nigra media. 


Sie hat eine oberflächliche Aehnlichkeit mit Semioscopis avel- 
lanella, und zeichnet sich durch ihre silbergrauen, an der Wurzel 
und am Vorderrande fast weissen Vorderflügel vor allen Depres- 
sarien aus. 

Grösse sehr veränderlich, wie Alströmeriana und Arenella. 
Rückenschild und Kopf weissgrau, rothbräunlich bestäubt; Schul- 
terdecken mit weissiichen Rändern. Fühler graubraun mit dunk- 
lerem Wurzelgliede. Taster von Rückenschildlänge, weissgrau; 
das 2te Glied fast gleichmässig und nicht beträchtlich verdickt 
durch wenig lockere Beschuppung, aussen dicht braun bestäubt, 
ausser an der Spitze; Endglied von halber Länge des zweiten 
Gliedes, zusammengedrückt, feinspitzig; mit schwarzbraunem, 
breitem Ringe über der Mitte und verloschnerem, unvollständigem 
an der Wurzel; Spitze weisslich. Rüssel mässig lang, grau be- 
schuppt. — Beine hellgrau, die 4 vordern auf der Lichtseite 
rothbraun mit weisslichen Enden der Glieder, mit Ausnahme des 
Aten Vordertarsengliedes, welches ganz braun ist; Hinterfüsse 
grau mit weisslichen Gliederspitzen. Hinterleib dunkelgrau, am 
Bauche weisslich-grau, wie es scheint, ohne schwarze Punkt- 
reihen. 


256 


Vorderflügel des 543 — 53, des Q 45—4:'4 Jang, ge- 
sireckt, beim Z° hinten viel mehr erweitert als beim Q, mit ab- 
gerundetem Vorderwinkel und sehr convexem Innenwinkel; 
Grundfarbe weissgrau, fast silbergrau, mit braunen, feinen Stäub- 
chen, die den Grund auf dem Wurzelfeldchen und in einer von 
diesem fast bis zur Flügelhälfte reichenden Costalstrieme am 
reinsten lassen und auch in der Gegend des Hinterrandes in 
ziemlicher Breite weniger reichlich gestreut sind; vom Wurzel- 
feldchen aus bis über die Querader ist die Grundfarbe ausser 
durch die reichlichere Bestäubuug auch gewöhnlich noch durch 
eine röthliche Beimischung verdunkelt. Das Wurzelfeldchen ist 
durch braune, nach aussen allmählig gelichtete Farbe abgegrenzt. 
Im Mittelfelde liegen vor der Milte etwas schräg unter einander 
ein schwarzer Punkt und eine solche kurze Längslinie, beide im 
verdunkellen Grunde nicht sonderlich auffallend und bisweilen zu 
einem winkligen Haken zusammengeflossen. Auf der. Querader 
ist ein mehr oder weniger deutlicher, brauner, weisslich ausge- 
füllter Ring, über und vor welchem sich der Grund bräunt und 
bei Var. b einen schwärzlichen Fleck bildet. In einiger Entfer- 
nung vom Hinterrand geht ein lichter Querschatten, der sich 
über seiner Mitte nach innen biegt und am Vorderrande ver- 
schwindet, wo einige graue Costalflecke sich bis zur Flügelspitze 
hinziehen. Den Hinterrand fasst eine Reihe ziemlich dicker 
schwarzer Striche ein, welche sich bis in den Vorderrand ver- 
längert, über dem Innenwinkel aber verschwindet. Franzen 
lichtgrau, gegen die Flügelspitze etwas verdunkelt und bisweilen 
schwach röthlich angeflogen. 

Hinterflügel schmaler als gewöhnlich, etwas glänzend licht- 
grau, gegen die Spitze dunkler. Franzen heller mit feiner dunk- 
lergrauer Linie nahe der Wurzel, 

Unterseite der Vorderflügel grau mit schmalem weissgrauen 
Vorder- und Hinterrand, letzterer hat eine Reihe dünner schwar- 
zer Striche. Hinterflügel weissgrau, in der Spitze weisslich mit 
spärlichen braunen Stäubchen; den Hinterrand umzieht gegen 
die Spitze eine Reihe schwärzlicher, dünner Linien. 

Var. b, ein Weibchen, von Douglas zur Ansicht geschickt, 
ist auf Kopf und Rückenschild noch weisser als gewöhnlich, so 
auch in dem Wurzelfeldchen und der Vorderrandbasis; die Flü- 
gelfläche ist auf der Wurzelhälfte braunröthlich verdunkelt und 


gegen das Wurzelfeldchen schwarz abgegränzt. Die 3 schwar- 
zen Punkte sind zu einem Haken zusammengeflossen. Der weiss 
ausgefüllte, schwarzbraune Ring hängt an der Unterseite eines 
ziemlich grossen, schwarzen, der Länge nach liegenden, nirgends 
scharf begränzten Fleckes, über welchem, wie oft bei Var. a, 
eine schwarze, kurze Längslinie liegt. Die schwarzen Hinter- 
randstrichelchen sind scharf und breit von einander getrennt. — 
Ein Weibchen meiner Sammlung bildet in der Stärke des Schat- 
tenflecks den Uebergang zu dieser Varietät. 

Diese von Madame Lienig in Lievland entdeckte Art 
wurde auch in Finnland bei Helsingfors und Abo (Tengström?!) 
und in Preussen bei Danzig (v. Tiedemann!) aufgefunden. Da 
sie im Anfang April vorkam, so ist ihre Entwickelungszeit jeden- 
falls der hohe Sommer. Sie lebt auch in Schottland, wo sie an 
Kieferstämmen gefunden wurde (Stainton). 

Anmerkung. HS’ Abbildung lässt die Art erkennen, ist aber nicht 
ganz richtig. Der Querschatten vor dem Hinterrande ist zu scharf. und 
schmal und bildet unnatürlich eine Linie, von welcher nach dem Hinterrande 
dicke Striche auslaufen, die gar nicht vorhanden sınd. Das VVurzelfeldchen 
fehlt. Die 2 Mittelpunkte liegen zu weit getrennt, und der untere ist, gegen 
die verglichenen Exemplare, in der Gestalt vom oberen nicht verschieden, 
statt in einer Linie verlängert zu sein. Dem Queraderpunkt fehlt die weisse 
Pupille, und das schwarze Längsstrichelehen darüber ist durch einen Punkt 


ausgedrückt. Statt der schwarzen Hinterrandstriche sind undeutliche, sehr 
weit getrennte Punkte. 


25. Impurella (Metzn.) Tr. 


Palporum articuli terminalis basi et apice nigris; alis ant. clon- 
gatis apice rotundato fusco-rubentibus, nigro-pulverulentis, 
costa, nebula transversa media fasciaque postica albidis, 
puncto venae transversae nigro. 


Haemylis impurella alıs ant. rubro hepaticis, costa fasciague ad api- 
cem albo adspersis, fuscis, posticis rubescenti cinereis Tr. X, 3, 178 u. 
19. — FR. Beitr. S, 125. Taf, 48, fig. 3 a. b. — Duponchel Caı. 
p- 339. 

Depressaria impurella Z. Isis 1839. 196. 18. — 1846. S. 281. 14. — 
Schles. Schmtauschbl. IV (1843), 18. — Schläger Tauschbl. S. 162. 
79. — Z. ent. Ztg. XIV. (1853) S. 84. 8. — Reutti Beiträge 
S. 187, 39. 


Ihre braunrothen Vorderflügel, welche vom Wurzelfelde aus 


am Vorderrande breit weissbestäubt sind und einen bindenför- 
IX. 1% 


258 


migen, scharf gebrochenen @Querstreif hinter der Mitte haben, 
zeichnen sie vor allen Arten aus. Mit Gelech. sororculella findet 
gar keine Achnlichkeit stalt, von der doch Tr. spricht. 


Grösse wie die kleinsten Exemplare der Alströmeriana. 
Rückenschild und Kopf weisslich-grau, rosig angehaucht; ersterer 
in der Mitte bräunlich-roth, die Schulterdecken grauroth mit hel- 
Ien Rändern; Gesicht weisslich. Fühler roth-bräunlich, am. Wur- 
zelgliede röthlich, auf der ganzen Unterseite blass rosenfarbig. 
Taster länger als das Rückenschild; das 2te Glied ziemlich 
schlank, mit anliegender Beschuppung, fast überall gleichmässig 
dick, weisslich, aussen braun und röthlich bestäubt und mit brau- 
nem Fleck vor der Spitze; Endglied über halb so lang, dünn, 
spitz, ganz schwarz, an der Mitte mit breitem weisslichen Gür- 
tel. — Beine gelblich-weiss, die 4 vordern aussen braun und 
rosig angelaufen, an den Enden der Glieder weisslich; Hinter- 
schienen und erstes Hinterfussglied grau bestäubt, die übrigen 
Glieder schwärzlich mit weisslicher Spitze. — Hinterleib grau, 
an der Seite gelblich-grau, Afterbusch ochergelblich; Bauch bleich 
gelblich, an jeder Seite mit einer Längsreihe von 3—4 schwärz- 
lichen, verloschenen Punkten. 


Vorderflügel 4° lang, gestreckt, an der Spitze ziemlich ab- 
gerundet, mit convexem Hinterrand, angenehm braunroth, reich- 
lich schwarz bestäubt. Das breite, hinten schwarz gesäumte Wur- 
zelfeldchen geht in eine breite, sich am Querstreifen verlierende 
weissliche, besonders auf der Costa braun punktirte Vorderrand- 
strieme über, von der vor der Flügelmitte ein weisslicher Haken 
schräg nach hinten herabgeht und mit weisslichem, bis zum In- 
nenrand reichenden Staube eine etwas undeutliche, auch wohl 
in der Mitte unterbrochne, rechtwinklig gebrochne Binde darstellt. 
Hinter der Spitze des Winkels dieser Binde ist der schwarze 
Queraderpunkt, der bisweilen einige weisse Stäubchen vor sich 
hat. Der Querstreif hinter der Mitie ist bindenförmig, über sei- 
ner Hälfte stumpfwinklig gebrochen und erreicht den Innenwinkel 
und den Vorderrand. Hinier ihm ist der Grund heller als ander- 
wärts. Die schwarze bis auf den Vorderrand reichende Punkt- 
reihe des Hinterrandes hat in den Zwischenräumen weisse Punkte. 
Franzen rölhlich-grau mit brauner Schaitenlinie vor der Mitte. 


259 


Hinterflügel hellgrau, gegen die Spitze stark verdunkelt mit 
schwärzlicher Hinterrandlinie. Franzen hellgrau, mehr oder we- 
niger rosenfarbig angelaufen. 

Unterseite der Vorderflügel dunkelgrau, am Vorderrande 
schmal gelblich und schwärzlich gefleckt, Franzen grau, röthlich 
angelaufen mit gelblicher Wurzel. Hinterflügel hellgrau, in der 
Spitze gelblich und dunkelgrau bestäubt. Hinterrandlinie schwärz- 
lich, auf den Adern gelblich unterbrochen. Franzen wie oben. 

Diese ziemlich seltne Art wohnt in der Mark bei Frankfurt 
an der Oder (Metzner) und Berlin (Simon!), bei Glogau (Z.); 
ferner bei Dresden (FR.), bei Jena (Schläger), in Böhmen bei 
Reichstadt (FR.), in Baden bei Freiburg häufig und bei Karls- 


ruhe (Reutti!) — in Lievland (LienigN). 
Sie fliegt ohne Zweifel eigentlich im Herbst — Schlägern 
kroch ein Exemplar am 1iten September aus; — doch erhielt 


ich von Reutti, der den April und Mai angiebt, schöne Exem- 
plare. FR. giebt den August und Mai für die Gegend von 
Reichstadt an. Ich selbst fing im Mai nur stark verflogene 
'Schaben in etwas feuchten, grasreichen Theilen des aus Laub- 
holz bestehenden Randes unsers Stadiwaldes, wo sie bei Sonnen- 
untergang aus dem Gesträuch aufgetrieben wurden. Nach FR. 
klopfte Mann die Art von Fichten, also in trockner Lokalität. 
Anmerkung 1. FR’s Abbildung ist nicht gut; die Vorderflügel sind 
viel zu kurz und breit, die hintere Querlinie falsch, die mittlere kaum ange- 
deutet, die braunen Längsstriche vor dem Hinterrande unnatürlich. 
Anmerkung 2. Hier möge Sordidatella Tengstr. (Finl. Fjäril. 
p- 124. 11.) wegen der Verwandtschaft, die Tengstr. mit Impurella findet, 
ihren Platz erhalten: alae ant. sordide griseae fusco adspersae litura in medio 
striisque ante apicem divergentibus fuscis. Long. al. ant. 8 millim. — Species 
(Dom. Zeller antea ignota) vix sine figura agnoscen@a, magnitudinem et affı- 
nitatem remotam cum Impurella Fit. tab. 48 praebet. Ex uno tantum 
specimine minus bene conservato characteres magis illustrantes deligere non 
potui, Dieses Exemplar, auf dessen Aussehen ich mich nicht besinne, hätte 
Tengström viel zweckmässiger unbenannt und unerwähnt gelassen, 


26. Adspersella Koll. 


Palporum articuli terminalis annulo medio antennarumque arli- 
culo basali nigris; alis ant. elongatis, subcarneo-albidis, 
fuscescenti irroralis, basi pura, punctis disci duobus nigris 
oblique positis ante, annulo fusco albido-expleto post me- 
dium (S Mus. Caes. Vindob.). 


260 


Haemylis adspersella Koll. Vzchn. in Landeskunde Oestr. II, $. 92. — alıs 
anticis pallide testaceis, atomis maculis costalibus punctisque disci nigris 


Tr. 1X, 2. p- 276. X, 3. p. 280. 


In der Grösse der Ocellana und Arenella, aber mit etwas 
gestrecktern Vorderflügeln, deren Grundlarbe ganz des gelblichen 
Tons der Arenella entbehrt, dagegen sich der Mischung der 
Ocellana nähert, nur dass das Weissliche darin vorherrscht und 
das Röthliche noch mehr verdrängt; das Wurzelfeldchen und der 
anstossende Vorderrand ist fast weiss, also viel auffallender als 
bei den 2 genannten Arten. Der schwärzliche Fleck vor dem 
Queraderzeichen fehlt ganz, und dieses ist schwach und ohne 
roihe Einfassung. Das letzte Tasterglied hat nur um die Mitte 
einen schwarzen Ring und ist an der feinen Spitze selbst 
schwarz. — Die an den Tastern und auf den Flügeln ähnlich 
gezeichnete Thapsiella hat die leizern weniger gestreckt und 
an der Spitze noch abgerundeter; ihre lederbräunliche Grundfarbe 
unterscheidet sie sehr leicht. | 

Rückenschild und Kopf weisslich mit sehr schwacher fleisch- 
farbner Beimischung, welche auf ersterem grau getrübt ist. Füh- 
ler braun, Wurzelglied schwarz, auf der Schattenseite mit heller 
‚Spitze. Taster länger als das Rückenschild, von der Farbe des 
Kopfes; 2tes Glied an wenig mehr als der Endhälfte durch die 
Beschuppung stark erweitert, doch nach oben schwächer, auf 
der Aussenseite gelbbraun, am Ende hell; Endglied halb so lang, 
zusammengedrückt, schlank, mit schwarzem Ring um die Mitte 
und mit feiner schwarzer Spitze. Die 4 vordern Beine auf der 
Lichtseite stark gebräunt mit weisslichen Gliederenden; am Vor- 
dertarsus sind die 2 vorletzten Glieder schwarzbraun (Hinterfüsse 
fehlten). — Hinterleib grau mit hellen Hinter- und Seitenrändern; 
Bauch hell gelblich-grau, an jeder Seite mit einer Reihe schwärz- 
licher, dreieckiger Fleckchen. 

Vorderflügel 53° lang, stark gestreckt mit stumpfem, abge- 
rundetem Vorderwinkel und convexem Hinterrand, weisslich mit 
sehr schwacher, fleischfarbner Beimischung, mit reichlichen brau- 
nen, hier und da etwas gehäuften Stäubchen und gelbbräunlichen 
Verdunkelungen, deren dunkelste und grösste das Wurzelfeldchen 
begränzt. Dieses ist so rein und weisslich wie der Kopf; die 
gleiche Farbe zieht sich von der Wurzel am Vorderrand hin, 
doch trübt sie sich bald, da der Rand mit schwärzlichen Quer- 


261 


strichelchen und Fleckchen bezeichnet ist, die nach hinten grös- 
ser und verloschener werden. Im Mittelfelde liegen vor der Mitte 
schräg untereinander zwei schwarze Punkte, der obere grösser, 
beide wegen der umgebenden Stäubchen nicht sehr auffallend. 
Der undeutlichere, mit weisslicher Pupille versehene Punkt der 
Querader liegt beträchtlich weit von den beiden Punkten ab. Auf 
der Mitte des Hinterrandes sind ein paar verloschene schwärz- 
liche Punkte. Franzen sehr hell fahlröthlich. 

Hinterflügel etwas glänzend lichtgrau, nach hinten dunkler, 
und auf dem Hinterrande mit dunkelgrauen, undeutlichen Strichen. 
Franzen hell, gegen die Flügelspitze getrübt. 

Unterseite der Vorderflügel grau mit hellem, etwas schwärz- 
lich bestäubtem Vorderrand; Hinterflügel viel heller, gegen die 
Spitze grau bestäubt und mit schwärzlichen Strichen auf dem 
Hinterrande. 

Diese seltene Art findet sich selten, im Juli, um Mödling und 
Baden bei Wien, aufBergen, in Felsschluchten versteckt (Kollar.). 


27. Thapsiella Z. 
(Fig. 4.) 

Palporum articuli terminalis annulo medio antennarumque basi 
nigris; alıs ant. subelongatis, apice rotundato, carneo gri- 
seis, fusco-conspersis, costa fusco-maculata, punctis duo- 
bus disci oblique posilis ante, uno albo-expleto post me- 
dium nigris. 

Depressaria thapsiella Z. Isis 1847, S. 838. — Stainton Transacı. V, p. 

159, 22. 

Thapsiae Herrich- Schff. tab. 62. fig. 454. 

Var. b, macula diffusa fuscescenli supra punclum albo-expletum. 

Var. c, puncto disci ante medium inferiore deficiente. 


Wohl am nächsten mit Adspersella verwandt, mit weniger 
gestreckten, an der Spitze abgerundetern Vorderflügeln und viel 
dunklerer , röthlich - staubgrauer Grundfarbe derselben. Ihre viel 
dunklere Grundfarbe, der Mangel des rothen Ringes auf der 
Querader der Vorderflügel, die nieht zu Linien ausgezogenen 
und weit getrennten 2 schwarzen Punkte vor der Mitte etc. un- 
terscheiden sie leicht von Ocellana. 

Grösse der Depr. ocellana. Rückenschild und Kopf staub- 
grau, mehr oder weniger reichlich fleischfarben gemischt, Gesicht 


262 


weisslich, Fühler braungrau, gegen die Spitze heller; Wurzelglied 
braun, mit hellem Längsstrich der Schattenseite. Taster länger 
als das Rückenschild, schmutzig weisslich; 2tes Glied fast von der 
Wurzel aus durch Beschuppung stark verdickt, gegen die Spitze 
elwas dünner, zusammengedrückt, auf der Aussenseite bräunlich 
bestäubt; Endglied über halb so lang, zusammengedrückt, zuge- 
spitzt, mit schwarzbraunem Mittelring und feiner schwarzer Spitze; 
an der Wurzel aussen selten elwas verdunkelt. Beine bleich 
gelblich; die 4 vordern auf der Lichtseite gebräunt, mit hellen 
Gliederenden; nur die 2 vorletzten Glieder des Vordertarsus ganz 
bräunlich. Hinterfüsse auf dem Rücken grau mit hellen Glieder- 
enden. — Hinterleib grau, Seitenrand und Afterbusch bleich gelb- 
lich wie der Bauch, welcher 2 seitliche Reihen schwarzer, ecki- 
ger, nach der Basis zu öfters zusammenfliessender Fleckchen 
zeigt. 

Vorderflügel 53 — 41 lang, etwas gestreckt, am Vorder- 
winkel stärker abgerundet als bei Ocellana, staubgrau und fleisch- 
farben gemischt, mit deutlichem, durch einen braunen, hinten 
schaitirten Innenrandstrich begränztem Wurzelfelde. Vorderrand 
mit kleinem braunen Schulterfleck und solchen Flecken von un- 
gleicher Grösse in seinem ganzen Verlauf; die grössten und 
schärfsten sind die mittelsten; die gegen die Flügelspitze sind 
klein und verloschen. Die Fläche ist grau bestäubt, am meisten 
hinten, und mit wolkigen Stellen. Vor der Mitte stehen zwei 
schwarze Punkte schräg untereinander, der obere gewöhnlich 
grösser; bei Var. b ist der obere klein, und der untere fehlt. 
Auf der Querader sieht ein grösserer, nicht so tief schwarzer 
Punkt mit weisslicher Mitte. Zwischen ihm und dem Costalfleck 
der Mitte ist meist ein Nebelfleckchen, das sich bei Var. b zu 
einem braunen Längswisch verdunkelt und erweitert, der oben 
verengt ist und mit dem Costalleck zusammenhängt. Der Hin- 
terrand hat eine Reihe schwärzlicher, bis in den Vorderrand fort- 
geseizter Punkte. Franzen röthlicher als die Fläche. 

Hinterlüügel licht gelklich-grau, hinten dunkler, mit einer um 
die Spitze verdunkelten bräunlichen Hinterrandlinie; Franzen hell, 
nahe an der gelblichen Basis mit grauer Schattenlinie. 

Unterseite der Vorderflügel dunkelgrau, mit gelblichem, braun- 
fleckigem Vorderrande und schwarzer, dünner, auf den Adern 
gelblich unterbrochener Hinterrandlinie. Hinterflügel sehr hell- 


263 


grau, am Vorderrand gelblich; die Hinterrandlinie um die Spitze 
wie auf den Vorderflügeln. Alle Franzen mit feiner gelblicher 
Wurzellinie. 

Sie lebt bei Messina am Mecresufer und an den Bergen, 
desgleichen am Aeina am untern Rande der Waldregion, und bei 
Syracus — wahrscheinlich überall in Südeuropa, wo Thapsia gar- 
ganica, die Futterpflanze, wächst. Die Raupe lebt in Menge an 
den Blättern dieser Pflanze in Seidenröhren, die sie in den Blati- 
zipfeln anlegt. Am frühesten ist sie zu Anfang April erwachsen. 
Ihre Verpuppung erfolgt am Boden, ihre Entwickelung nach etwa 
4 Wochen. Näheres über die Raupe und ihre Lebensweise ist 
in der Isis mitgetheilt. 


28, Laterella SV. 


Palporum artieuli terminalis basi fuscescenli, annulo medio lusco; 
alis ant. subelongalis, apice rotundato, gilvis, fuscescenli 
crebro irroralis, punclis duobus disci oblique positis ante, 
unoque post maculam obsoletam fuscescentem. nigris. 


Tinea laterella, ziegellärbigter Schabe, Wien. Vzchn. S. 137.7. — 
ed. Illiger 11, S. 99. — ed. v. Charp. S. 129. 

Depressaria — 2. Isis 1839, S. 195. 12. 1846, S. 280. 9. — Schles. 
Schmtauschbl. IV (1843), 18. V (1844), 17. VI (1846), 13. — 
Richter Ent. Ztg. XI (1850), S.27. (Mann) S. 150. 115. (Z.) XIV 
(1853), S. 84. 5. — Schläger Tauschbl, S, 161. 77. — JReutti Beitr, 
S. 186. 31. — Stainton Transact. V, p. 159. 18. — v. Tiedemann 
Pr. Provinzialbl. 1845, S. 536. 8, 

Haemylis laterella FIR. Beitr. S. 66. 

Haemylis heracliella: capite thoraceque flavis, alıs ant. rubro testa- 
ceis, puncto medio gemino maculaque nigris. Tr. IX, 1. 250. X, 3. 
183 u. 279. — KHollar Vzehn. S. 91. 

Tinea heracliella FR. Beitr. Taf. 33. fig. 4 ab. — — Hübn. fig. 417. 

Pinaris — H. Cat. 411. 3968. 


Ihre nahe Verwandischaft mit Thapsiella fällt wenig auf, 
weil sie ihr durch die hell ziegelrothe Farbe auf Kopf, Rücken- 
schild und Vorderflügeln sehr unähnlich sieht. Aehnlicher ist sie 
der Arenella; aber diese hat auf den gestrecktern, schärfer 
gespitzten Vorderflügeln ein viel helleres Gelb zur Grundfarbe, 
worin keine röthliche Beimischung ist; auch hat ihr letztes Taster- 
glied einen schr deutlichen schwarzbraunen Ring und ihr Bauch 
gegen die Wurzel grosse schwarze Flecke zu jeder Seite, statt 


264 


der Punkte der Laterella. — Applana und Ciliella, die der 
Laterella nur wenig ähnlich sehen, haben auf den viel gestreck- 
tern Vorderflügeln eine bräunlich-rothe Grundfarbe und stets 3 
bis 4 weisse Punkte, die der Laterella stets fehlen; auch hat ihr 
letztes Tasterglied 2 schwarze Ringe und ihr Bauch 2 Reihen 
schwarzer, zusammenfliessender Flecke. — Angelicella kommt 
in der Grösse nur den Zwergexemplaren der Laterella gleich und 
hat auf den Vorderflügeln ein viel lebhafteres Rothgelb, worin 
das Rothe vorherrscht und welches viel weniger durch bräun- 
liche Stäubchen getrübt ist; der Punkt auf der Querader ist stark 
und oft weisslich gefüllt und befindet sich in einem Nebelfleck, 
statt dass er bei Laterella frei und hinter einem kleinern Nebel- 
fleck steht; auch hat Angelicella einen hellern Kopf und Thorax, 
und ihr letztes Tasterglied ist oft ganz ungefleckt. — Incarna- 
tella ist bestimmt nahe verwandt mit Laterella und in der Grösse 
wie ein Zwergexemplar derselben; ihre viel blassere, mit Fleisch- 
farbe gemischte Grundfarbe, in welcher diese Mischung längs des 
Vorderrandes am stärksten hervortritt, nebst der geringen, mehr 
aus einzelnen Punkten bestehenden Bestäubung unterscheidet sie 
davon sehr sicher. — Carduella, in der Grösse der Zwerg- 
exemplare von Laterella, hat hinten grade abgeschnittene Vor- 
derflügel und eine gesätligtere, etwas röthlich gemischte Grund- 
farbe auf denselben. 

Grösse sehr veränderlich, gewöhnlich wie Arenella, biswei- 
len wie Angelicella. Kopf und Rückenschild ziemlich satt ocher- 
gelb mit bräunlicher Bestäubung; Gesicht sehr hell gelblich. Füh- 
ler hell bräunlich-grau. Taster länger als das Rückenschild, hell 
ochergelb, besonders innen; das 2te Glied aussen mehr oder 
weniger bräunlich bestäubt, durch oben und unten kürzere Be- 
schuppung stark erweitert; Endglied mehr als halb so lang, dünn, 
glatt, über der Mitte mit einem schwärzlichen Ringe und an der 
Wurzel auf der Innenseite mit einem verloschenern, oft fast feh- 
lenden Fleck. Saugrüssel mässig lang, bleichgelb beschuppt. 
Beine hleichgelb, aussen braun bestäubt, besonders die vordern; 
Tatsen aussen grau, mit heller Spitze; das 4te Glied des Vor- 
dertarsus ganz schwarz. Hinterleib grau, gelblich bestäubt; Bauch 
grau-gelblich mit 2 Seitenreihen schwarzer Punkte. 

Vorderflügel 5—32° lang, ziemlich gestreckt mit stark ab- 
gerun.detem Vorderwinkel und ganz gerundetem Innenwinkel, ziem- 


265 


lich satt röthlich-ochergelb, sehr reichlich bräunlich bestäubt, hier 
und da mit dunklern Stellen, besonders an der Aussenseite des 
wenig hervortretenden Wurzelfeldes, das durch keinen Innen- 
randstrich abgeschnitten ist. Auf dem Vorderrand gegen die Flü- 
gelspitze sind 4—5 graue Fleckchen. Im Mittelfelde sind vor der 
Flügelmitte zwei schräg untereinander stehende schwarze, gleich 
grosse, wegen der umgebenden Bestäubung nicht sehr auffallende 
Punkte in gleichem Abstand zwischen dem Wurzelfeldchen und 
dem etwas grössern, doch weniger scharfen Punkt der Querlinie. 
Vor und etwas über diesem ist ein braungrauer Nebelfleck von 
wechselnder Grösse und Dunkelheit; selten reicht er bis zum Vor- 
derrand. Am Hinterrand ist eine Reihe verloschener schwärz- 
licher Punkte, die bis in den Vorderrand, reicht. Franzen mit 
2 grauen gehattänlinien. 

Hinterflügel bleich gelblich-grau, hinten etwas dunkler. Fran- 
zen heller mit feiner grauer Schattenlinie nahe der Basis. 

Unterseite der Vorderflügel dunkelgrau mit ziemlich breitem 
gelblichen, schwärzlich besprengten Vorderrand und feiner, auf 
‚den Adern unterbrochener, schwärzlicher, gelblich eingefasster 
Hinterrandlinie. Hinterflügel lichtgrau, am Vorderrand und in der 
Spitze gelblich, mit bräunlicher Bestäubung. Hinterrand an der 
Endhälfte mit einer Reihe schwärzlicher Linien. Franzen mit fei- 
ner hellgelber Wurzellinie. 

Das Weibchen ist kleiner und hat etwas schmalere, nach 
hinten gespitztere Vorderflügel. 

In Deutschland sehr verbreitet. Nach Norden hinauf wurde 
sie bis Lievland (Lienig!) beobachtet, gegen Süden bis Toscana 
(Mann!). In England hat sie noch nicht aufgefunden werden 
können. Sie bewohnt hauptsächlich die Ebene, aber auch in den 
schlesischen Vorbergen kommt sie vor, und’ zwar vom Juli an. 

Die Raupe lebt zu Ende Mai und Anfang Juni auf Lehm- 
boden in Roggenfeldern in zu Rollen zusammengezogenen Blät- 
tern und Blattzipfeln der Kornblume (Centaurea eyanus), oft zu 
einem Dutzend an einer Pflanze, stets in grosser Zahl über ein 
ganzes Feld verbreitet. Sie ist bei Treitschke richtig beschrie- 
ben. Ihre Verpuppung erfolgt an der Erde. Der Schmetterling 
hält sich bei Tage in den Gesträuchen in der Nähe der Felder 
tief am Boden, oft in Menge, versteckt und wird durch Nieder- 
treten desselben oder durch starkes Klopfen zum Auflliegen ge- 


266 


bracht. Unter angehäuftem trocknen Laube, in Spalten von Zäu- 
nen, unter lockern Rinden, in Gartenhäusern überwintert er bei 
uns häufig und kommt dann noch bis in den April vor. 

Anmerkung. WVegen Heracliella Dup. sche man HE 'Subpropinquella 
nach. Als Heracleella 4. 417, (Zetterstedt Ins, lapp. p- 999) erhielt ich 
von Zetterstedt nur Exemplare der Applana. 


29. Incarnatella n. sp. 


Palporum articuli terminalis annulo medio fusco; alis ant. sub- 
elongatis rolundatis dilute ochraceo-carneis, costa laetiore, 
fusco rarius pulverulentis, punctulis nigris duobus disci 
oblique positis ante, uno post maculam parvam nigrican- 
tem obliteratam. (9.) 


Ganz verschieden von der gleich grossen Angelicella durch 
ihre blasse Fleischfarbe auf den kürzern, gerundetern Vorderflü- 
geln, durch den schwärzlichen Nebelfleck in der Mitte, der nicht 
den Punkt der Querader einhüllt, sondern frei davor schwebt wie 
bei Laterella, durch das nicht gelichtete und abweichend gefärbte 
Wurzelfeldchen, durch die fleischfarbigen Taster mit deutlichem 
schwärzlichen Ringe vor der Spitze, während Angelicella blass- 
gelbe Taster hat und höchstens einen Fleck vor der Spitze. — 
Sie kann nicht gut Rubidella MH. 221. sein, welche zwar in 
der Grundfarbe ziemlich stimmt, aber viel gestrecktere,, spitzere 
Vorderflügel mit vielen schwarzen Costalpunkien und ohne den 
schwärzlichen Nebelfleck hat. — Jedenfalls ist sie der Laterella 
nächst verwandt, aber verschieden durch die viel hellern, fleisch- 
farben oder fast rosig gemischten, spärlich mit schwärzern Stäub- 
chen bestreuten Vorderflügel; auch sind die 2 Punkte des Mit- 
telfeldes kleiner und viel weiter getrennt, und der obere ist der 
grössere. — Von der gleich grossen Carduella ist sie durch 
die schmalern, hinten stark gerundeten Vorderflügel, die viel 
hellere Grundfarbe auf denselben und den dort ganz fehlenden 
gerötheten Anflug der Ränder zu unterscheiden. 

Rückenschild und Kopf in der schon hinsichtlich der Vor- 
derflügel angegebenen Mischung; Gesicht mehr weisslich. Fühler 
'graubräunlich. Taster innen weisslich, sonst fleischfarbig, beson- 
ders an den Schuppen, wodurch das 2te Glied stark und ziem- 
lich gleichmässig verdickt ist; das halb so lange, zusammenge- 


267 


drückte, feinspitzige Endglied hat über der Mitte einen bräun- 
lichen, auf dem Rücken unterbrochenen Ring. Beine gelblich- 
weiss; die 4 vordern fleischfarbig angeflogen, besonders an den 
Schienen, ausserdem an der einen Seite braunstaubig, und ihre 
Tarsen grau mit hellen Spitzen, nur das 4te Vordertarsusglied 
ganz grau. — Hinterleib bleich gelblich; Bauch heller, zu jeder 
Seite mit einer Reihe nach innen grösser werdender schwarzer 
Punkte und zwei unvollkommenen Pünktchenreihen in der Mitte. 

Vorderflügel 33’ lang, ziemlich gestreckt, an der Spitze noch 
stärker abgerundet als bei Laterella, mit einer Mischung von sehr 
blassem Gelb und Fleischfarbe als Grundfarbe, letztere tritt längs 
des Vorderrandes und auf den Franzen etwas gesätligter hervor. 
Das Wurzelfeldchen ist nicht heller, aber durch einen verlosche- 
nen, auf dem Innenrand stehenden bräunlichen Bogen begränzt. 
Die Fläche ist mit schwärzlichen Stäubchen weitläufig bestreut, 
am meisten auf der Vorderrandhälfte. Der Vorderrand ist mit 
grauen, verloschenen Fleckchen bezeichnet, die nach hinten etwas 
grösser werden. Die 2 schwarzen Punkte des Mittelfeldes vor 
der Mitte sind sehr klein und wenig ausgezeichnet; sie sind viel 
weiter voneinander als bei Laterella, und der obere ist grösser. 
Hinter dem untern folgt ein schwärzlicher Nebelfleck, und an 
dessen unterm Ende der wenig auffallende kleine Punkt der Quer- 
ader. Am Hinterrand ist eine Reihe schwärzlicher, verloschener, 
kleiner Punkte, die die Flügelspitze nicht erreicht. Franzen blass 
fleischfarben, aussen heller. 

Hinterflügel etwas glänzend, trüb gelblich-weiss, unverdun- 
kelt gegen die Spitze. 

Unterseite der Vorderflügel gelblich, am Vorderrand spärlich 
schwärzlich bestäubt; Franzen fleischfarben. Hinterflügel wie oben, 
am Vorderrand und in der Spitze schwärzlich bestäubt, auf dem 
Hinterrand vor der Spitze mit kurzer, durch die Adern unter- 
brochener schwärzlicher Linie. 

Mein einzelnes Exemplar, ein wohlerhaltenes Weibchen, er- 
hielt ich durch Dr. Speyer aus der Gegend von Arolsen. 


Anmerkung. Rubidella HM. 221, Text S. 41. 16. „hell brannroth 
gefärbt und auf den Oberflügeln ım Mittelraum mit einem schwarzen Punkt, 
auch vor diesem mit mehrern Pünktchen gezeichnet und am Schwingrand 
schwarz sprenglicht; von Mazzola erhalten“; Cat. p. 411. 3964 (Pinaris) hat, 
_ wie oben angegeben, nur in der Farbe der Vorderflügel einige Aechnlichkeit 


268 


mit meiner Incarnatella;5 ausser den andern Unterschieden sind auch die grauen 
Hinterflügel gar nicht Depressarien-artig gestaltet. Jedenfalls wäre das Bild 
gänzlich verfehlt und unkenntlich. Stainton citirt es mit ? bei Angelicella, 
wohin ich es nicht zu stellen wage. — Haemylis rubidella Eversmann 
Fn. Volg. 570 stimmt mit der als identisch citirten Rubidella H., weicht aber 
in den alae anticae e luteo et rubescenti albidae pulvere fuscescenti 
raro adspersae und posticae albidae davon ab. WVenn dies sich mit mei- 
ner Art vereinigt, so scheinen doch die puncta costalia punctaque ciliaria fusca 
als viel zu dunkel und auffallend zu widersprechen, es müsste denn mein ein- 
zelnes Exemplar ein besonders blasses sein, und von dem schwärzlichen Ne- 
belfleck, der doch so characteristisch wie bei Laterella zu sein scheint, ge- 
schieht keine Erwähnung. Diese Rubidella bewohnt das Casanische Gebiet: 
— Rubidella Dup. pl. 290. fig. 6. (Hemilide rougeätre pag. 133. 1515, 
Haemilis rubidella Cat. 335.) — aus Finland oder Litthauen — ist zufolge 
der ziegelröthlichen Grundfarbe der Vorderflügel und des den hintern Punkt 
einhüllenden, gegen den Vorderrand hin ausgedehnten Nebelflecks zuverlässig 


nichts als Angelicella. 


Rs 


30. Carduella H. 


Palporum articuli terminalis basi interne et annulo pone medium 
fuseis; alis ant. subelongatis, apice rotundalo, saturate ru- 
fescenti-gilvis, fuscescenti-irroratis, punclis duobus oblique 
positis anle unoque post maculam parvaımn obsolelissimam 
fuscescentem nigris. (2 Mus. Stainton.) 

Tin. carduella H. fig. 439. 

Pinaris carduella H. Car. All. 3963. 

Depressaria — Steph. Cat. 7173. — Alıs ant. rubro-testäceis, atomis sa- 

turatioribus, punctis duobus minutissimis maculaque postica nigris; po- 

sticis flavescentibus Steph. Illustr. IV. p. 199. 8. — Stainton Cat. p. 

17. — Transacı. V. p. 159. 19. — Companion ed. 1, p. 14, 50, 59. 

ed. 2. p. 12, 38, 44. — Tin. brit. p. 91. 18, — Cat. Brit. Micro- 

lep- p. 60. 18. 

* Wood Index Ent. fig. 1170, 

Am nächsten verwandt mit Laterella, sicher verschieden 
durch die gesättigt röthlich-gelben, hinten grader abgeschnittenen 
Vorderflügel und den verloschenern bräunlichen Fleck hinter der 
Mitte, in der Grösse der kleinsten Exemplare dieser Art oder 
wie Incarnatella. 

Rückenschild trüber als die Vorderflügel, besonders vorn 
verdunkelt; Gesicht hell gelblich. Fühler hell bräunlich. Taster 
länger als der Thorax, wie bei Laterella gestaltet; das 2te Glied 
innen gelblich, aussen und an der Bürste röthlich-gelb, aussen 


269 


bräunlich bestäubt; das fein gespitzte Endglied ist auch röthlich- 
gelb, innen an der Wurzel braun und über der Mitte mit einem 
unregelmässigen braunen Ringe. Beine bleichgelb; die vordern 
auf der Lichtseite röthlich-gelb, am Schenkel und der Wurzel der 
Fussglieder bräunlich, am Rücken der Schiene hellroth, Mittel- 
schenkel innen bräunlich angeflogen. Hinterleib grau, an den 
Seiten, dem Afterbusch und dem Bauch hell gelblich, letzterer mit 
2 seitlichen Reihen scharfer schwarzer Punkte und in der Mitte 
mit 2 Reihen schwarzer, innen verlöschender Pünktchen. 

Vorderflügel 33° lang, wie bei Laterella gestaltet, nur mit 
gerader herablaufendem Hinterrande und daher weniger abge- 
stumpftem Vorderwinkel, röthlich-ochergelb, viel gesättigter als 
bei Laterella, bräunlich bestäubt, ohne dass die Grundfarbe da- 
durch bedeutend geändert würde. Am Vorderrande ist die Wur- 
zelhälfte verloschen bräunlich gefleckt. Die 2 schwarzen Punkte 
vor der Mitte und der einzelne auf der Querader sind wie bei 
Laterella; dazwischen liegt aber ein kleinerer und ganz verlo- 
schener bräunlich - grauer Nebelfleck. Das Wurzelfeldchen ist 
kaum durch etwas dunklere Färbung abgegränzt. Franzen etwas 
heller als die Grundfarbe, aussen bräunlich bestäubt. 

Hinterflügel mit ein wenig spitzerem Vorderwinkel als bei 
Laterella, grau, gegen die Wurzel und am Innenwinkel merklich 
heller als dort. Franzen bleich gelblich, gegen die Spitze an den 
Enden grau, gegen den Innenwinkel nur mit grauer Schaltenlinie 
nahe der Basis. 

Unterseite der Vorderflügel gelblich-grau, am Vorderrand 
und der Franzenwurzel gelblich; Hinterflügel bleichgelb, in der 
Spitze braun bestäubt. 


Zufolge des Hübner’schen Registers zu seinen Tafeln kommt 
die Art bei Augsburg vor. In England ist sie sehr selten und 
fliegt im Juli und August (Stainton!) im New Forest bei Brok- 
kenhurst (Stephens). 


Anmerkung. Ganz genau stimmt Hübner’s Figur nicht; in ihr ist der 
Vorderrand hell gelblich mit 6 bis 7 auf die ganze Länge gleichmässig ver- 
theilten braunen Fleckchen, statt dass an dem Stainton’schen Exemplar die 
“Farbe hier gar nicht heller ist als auf der übrigen Fläche und fast nur auf 
der VWVurzelbälfte kleine, ganz verloschene Fleckehen zeigt, wovon das an der 
Mitte das grösste und nebelartig ist. Ferner ist das WVurzelfeldchen durch 
eine gelbliche, gebogene Querlinie abgegränzt, wovon das Exemplar der Stain- 


270 


ton’schen Sammlung nicht die mindeste Spur zeigt; ihm fehlt auch durchaus 
die gelbliche Hinterrandlinie der Abbildung. — Die Punkte (nur zu grob), 
der Nebelfleck, die übrige Farbe der Vorderflügel und ihre Gestalt, sowie die 
Färbung der Hinterflügel stimmen dagegen so gut, dass ich den Engländern 
folge, die ihre Art für diese Hübner’sche erklären. — Stainton eitirt auch ein 
Raupenbild der Hübner’schen Tafeln; ich finde es nicht im N Beten der En- 
tomologischen Gesellschaft. 


31. Applana Fabr. 


Palporum articulo terminali bis nigro-annulato; alis ant. elon- 
gatis, rotundatis, rubido-fuscescenlibus obseurius irroratis 
nebulosisque, basi abrupte diluliore, punclis duobus disci 
nigris oblique positis approximalis superne albido margi- 
natis ante, duobus albidis nigro-marginalis longiludinaliter 
positis post medium. 


Pyralis Applana: alis depressis fuscis, punctis 3 centralibus albis Fabr. 
Gen. Ins. p. nn 56—57. — Ent. syst. 3, b. 285. 174. 

Tortrix applana: Villers Ent. Linn. II, 414. 724, — Thunberg Dissert, 
p- 69. 

Depressaria — the common Flat-body, Haworth Lep. brit. IV, p. 510, 17. 
— Stephens Cat. 7166. — Illlustr. IV. p. 201. 14. — Stainton Cat. 
17. — Companion ed. 1. p- 15, 27, 29, 46, 50, 59, 64, 67. ed. 2. 
p. 12, 24, 25, 38, 44, 48, 49, 76. — Transact. V, p. 161. — Cat. 
of brit. Microl. p.6l. 2l. — Tin. brit. p. 93, 21. — Reutti Beitr. 
186, 34, — Z. Isis 1839, S. 394 u. 304. 1846, p-. 281. 1%, — 
Schles. Schmtauschbl. IV (1843), 18. V (1844), 17. — Tengström 
Finl. Fjäril. p. 123. 6. — Z. Entom. Ztg. XIV (1853), S. 84.6. — 
Herrich-Schff. Text S. 118. 222. 

Tinea applanella Fabr. Suppl. p. 484, 18. 

Haemylis applanella F. v. Röslst. Beitr. S. 122. Taf. 47. 48. fig. l. — 
Dup. Cat. 334. — Richter Ent. Ztg. XI (1850), S. 27. — v. Tiede- 
mann Pr. Provinzialbl. 1845, S. 536, 10. 

Phalaena cerefolii Retz Gen. Deg. 45. 99, 

Tinea cicutella Hübn. fıg. 79 u. 419. 

Agonopteriv — Hübn, Cat, 410. 3958. 


Haemylis — Tr. IX, 1, 248. X, 3. 182 u. 279. — Eversmann Faun. 
Volg. p. 569. 4. — Hem. de la cigu& Dup. Hist. VII, p. 129. 1513, 
pl. 290. fig. 4. — Zetterstedt Ins. lapp- P- 999. — Schles. Schm- 


tauschbl. II (1841), 18. 

Phal. heracliana Degeer I, 13te Abhdl. S. 27 u. 99. Taf. 29, fig. 1—8. 
1, 1. S. 294. 

Haemyl, heracleella Zetterstedt Ins. lapp. p- 99. 

Var. b, alis ant, laetius rufescenti-mixtis, posteriorum ciliis ex- 


terne obsolete roseis. 


271 


Depressaria eiliella Stainton Cat. 17. — Transact. V, p. 161. pl. XV1. 
fig. 7. — Companion ed, 1, p. 15, 56, 59. ed. 2. p. 12, 44, 48, 77. 
— Tin. brit. p. 93. 21. — Cat. of brit. Microl. 61. 22. — Zoolo- 
gist 1851, p. 3288. — Herrich-Schff. Text S. 118. 23. 


Diese in der Grösse der Ocellana stehende Art unterschei- 
det sich von Laterella durch ihre trüb rothbräunliche Grund- 
farbe, die gestrecktern Vorderflügel, die 3 bis 4 weissen oder 
doch weiss gesäumten Punkte im Mittelraum, den starken schwar- 
zen Ring an der Wurzel des letzten Tastergliedes. — Die etwas 
kleinere Cnicella hat auf den Vorderflügeln 4 ähnlich gestellte 
weisse: Punkte, aber die Grundfarbe ist ein gesälligtes, fast ein- 
farbiges Rothbraun, das Wurzelfeldchen ist hellgrau und bis zum 
Vorderrand scharf und gradlinig abgeschnitten, und die Vorder- 
flügelspitze ist scharf wie bei Atomella; der obere Ring am letz- 
ten Tastergliede ist auf ein aus wenigen Stäubchen bestehendes 
Fleckchen reducirt, und die Spitze dieses Gliedes ist nicht schwarz, 
sondern hell. — Hepatariella hat auf den spitzern Vorderflü- 
geln ein tieferes, trüberes Röthlich-braun als Applana, und besitzt 
nur den weissen Punkt der Querader; auch sind ihre Taster viel 
schlanker mit einem verhältnissmässig kürzern Endgliede. — Die 
nächste Verwandte der Applana ist jedenfalls die zwergarlige Ca- 
preolella; sie hat auf den Vorderflügeln nichts Röthliches bei- 
gemischt, sondern ihre Grundfarbe ist ein dunkles Staubgrau, hier 
und da etwas gelichtet. 


Grösse veränderlich. Rückenschild und Kopf dunkel staub- 
grau, röthlich angeflogen und bräunlich bestäubt. Fühler bräun- 
lich-grau; Wurzelglied braun, am Ende und innen hell. Taster 
etwa so lang wie Kopf und Rückenschild zusammen, bleich gelb- 
lich; das 2te Glied ist an den letzten 3 durch die Beschuppung 
stark verdickt, aussen und am Ende der lockern Schuppen braun 
besprengt; Endglied über halb so lang, zusammengedrückt, fein: 
zugespitzt, oft rosıg angeflogen, an der Wurzel mit einem schma- 
lern, über der Mitte mit einem sehr breiten schwarzen Gürtel; 
die Spitze schwarz. Saugrüssel mittelmässig lang, bleich gelb-- 
lich beschuppt wie das Gesicht. An der Seite des leiziern ist ein 
beim g' rothgelblicher, beim 2 ochergelblicher Schuppenbusch. — 
Die 4 vordern Beine aussen schwarzbraun mit hellen Glieder- 
enden und röthlichen Schuppen an den Schienen; das 4te Vor- 
derfussglied schwarzbraun. Hinterbeine bleichgelb mit bräunlichen 


272 


Stäubchen; die äussern Schienendornen auf einer Seite braun; die 
Fussglieder an der Wurzel schwarzbraun, am lichtesten das erste. 
— Hinterleib dunkelgrau mit hellen Ringrändern; Bauch bleich 
gelblich, am meisten an den Seiten bräunlich bestäubt, an jeder 
Seite mit einer Reihe grosser, länglicher, schwarzer Punkte. 

Vorderflügel 5—44#‘ lang, gestreckt mit fast abgerundeter 
Spitze und convexem Hinterrande, hell röthlich-braun, in trüberer 
oder lebhafterer Mischung, reichlich mit braunen Stäubchen be- 
streut und dunkel marmorirt. Das Wurzelfeldchen ist heller als 
die übrige Farbe und breitet sich am Vorderrande hin eiwas aus; 
ausserdem ist es durch die verdunkelte, weiter hin lichter wer- 
dende Grundfarbe begränzt. Der Vorderrand ist verloschen braun 
punktirt, nach hinten braungrau gefleckt. Im Mittelfeld stehen vor 
der Mitte schräg untereinander und so nahe beisammen, dass sie 
oft zusammenfliessen, ein tiefschwarzer Punkt und ein kurzer sol- 
cher, selten zu einem Punkt verkürzier Strich, beide nach aussen 
weiss beschuppt. In gleicher Höhe mit dem Strichelchen folgt in 
einiger Entfernung ein weisses Längsstrichelchen oder ein sol- 
cher Punkt, schwarz gesäumt, und in fast gleicher Entfernung 
steht etwas tiefer der weisse, schwarz eingefasste Punkt der 
Querader; die beiden letztern Zeichen befinden sich in verdun- 
keltem Grunde. In gleicher Entfernung zwischen dem Querader- 
punkt und dem Hinterrand ist der über der Mitte spitzwinklig 
gebrochene Querstreif durch lichtere Grundfarbe gewöhnlich ganz 
unkenntlich ausgedrückt. Der Hinterrand hat eine Reihe verlo- 
schener schwärzlicher, bis in den Vorderrand reichender Punkte. 
Franzen etwas heller als die Grundfarbe. 

Hinterflügel etwas glänzend, grau, gegen die Spitze oft et- 
was dunkler und dann hier mit dunklerer Hinterrandlinie. Fran- 
zen hell bleichgelblich-grau mit dunklerer Schattenlinie nahe der 
Basis. 

Unterseite der Vorderflügel grau, mehr oder weniger dun- 
kel, mit schmal striemenförmig gelblichem, schwärzlich bespreng- 
tem Vorderrande und feiner gelblicher Wurzellinie der grauen, 
schwach röthlich schimmernden Franzen. Hinterflügel heller, längs 
des Vorderrandes und in der Spitze gelblich und reichlich braun- 
grau grob besprengt. Hinterrandlinie vor der Spitze schwärzlich. 
Franzen wie oben. 


273 


Var. b ist meist etwas grösser (Vorderfl. bis 53°), auf 
den Vorderfiügeln heller mit reichlicherer, röthlicherer Mischung, 
auf den Hinterflügeln heller grau und an den Franzen mit mehr 
oder weniger starkem rosigen Anflug. 


Im mittleren und nördlichen Europa bis zum 64.°; im Osten 
bis ins Casanische (Eversmann) beobachtet, ist sie fast überall 
häufig. Sie erscheint bei uns schon zu Ende Juli (ein Weib- 
chen der ächten Applana fing ich schon am 20sten) und über- 
wintert in Menge, worauf sie an den ersten warmen Frühlings- 
abenden an Heckenzäunen gesellig schwärmt. Treitschke’s An- 
gabe, dass sie sich auf Wiesen auf den Schierlingsblumen finde, 
ist eine aus Hübner aufgenommene Erdichtung. 


Die Raupe lebt nach FR. im Juli erwachsen in Blattröhren 
des Chaerophyllum sylvestre (ich fand sie an Ch. bulbosum), nach 
Allen Hill und v. Heyden an Angelica. Stainton giebt auch 
Cicuta virosa und Heracleum sphondylium als Futterpflanze an; 
letztere Pflanze nährt sie wenigstens bei Glogau nicht, und die 
Cicuta scheint nach ihrem Wohnort in offenen Sümpfen und 
Pfützen auch wenig dazu geeignet. Daucus carota und Aego- 
podium bei Tr. scheinen eben so zweifelhaft wie die Raupenzeit 
(Septbr.) und, zufolge FR., auch die Raupe selbst. Nach FR. isi 
die Raupe erst grasgrün, später gelbgrün, oft auf dem Rücken 
mit röthlichem Anflug, immer mit 3 dunklern Längsstreifen und 
schwachen schwarzen Wärzchen; der Kopf und Prothorax gelb- 
braun oder grünlich. Verwandlung in der Erde. 


Anmerkung 1. Ciliella ( Stainton) oder meine Var. b. (auch be 
F. v. Röslst. erwähnt) kann ich darum nicht als eigne Art anerkennen, weil 
ich zwischen den dunkelsten Exemplaren mit grauen Hinterflügelfranzen die 
sanftesten Uebergänge bis zu den hell braunröthlichen mit rosig angeflogenen 
Hinterflügelfranzen vor mir habe; Giliella ändert in der Grösse ab, und ich 
fing sie an derselben Stelle, wo ich die gewöhnliche Applana — an einer 
sehr reichlich mit Chaerophyllum sylv. bewachsenen Laubholzstelle — von 
Bäumen klopfe oder aus dem Grase aulftreibe. — Zwei Exemplare des Dr, 
Speyer, von vorzüglicher Grösse und mit schwach röthlich angeflogenen Hin- 
terflügelfranzen, zeichnen sich durch die überall auf den hellen Vorderflügeln 
hervortretende ocherfarbene Mischung aus, welche auch das WVurzelfeldchen 
färbt, sich von der WVurzel weiter als gewöhnlich am Vorderrand hinzieht 
und auch den winkligen Querstreifen, wenigstens in seinem obern Theil, 
ziernlich deutlich zeichnet. Von 3 andern zusammengehörigen Speyer’schen 
Exemplaren, deren Hinterflügelfranzen des rötllichen Anstrichs entbehren, sind 
2 etwas, eins viel kleiner als jene 2; ihre Färbung ist viel matter, die helleu 


IX. 18 


274 


Stellen wie dort, nur bedeutend blasser; die Querstreifen in dieser lichten 
Farbe sehr deutlich und vollständig und hinterwärts dunkelgesäumt, mit einigen 
verloschenen braunen Längsstrichen, wie sie auch dort zu sehen sind. Das 
kleinere Exemplar hat aber den Querstreif und den Schatten dahinter ganz 
undeutlich und unvollständig, Noch ein Speyer’sches schön erhaltenes Männ- 
chen ist so dunkel wie meine eigentliche Applana und hat durchscheinende 
Hinterflügel. Noch mehrere Verschiedenheiten nach der Grundfarbe und 
selbst nach der Gestalt der Vorderflügel könnte ich aus den durch ®. Heyden 
zur Ansicht geschickten Exemplaren angeben. — Hier liessen sich ein halbes 
- Dutzend verschiedene Arten annehmen, wenn nicht zwischen allen Bindeglie- 
der da wären. Die Entscheidung, ob Applana nach Lokalität und Futter- 
pflanze abändert, ‘wie ich glaube, oder ob es mehrere höchst ähnliche Arten 
giebt, wird am besten von der Zucht aus den Raupen abhängig gemacht. 


Anmerkung 2. CGiliella Staint, fig. stimmt mit den Speyer’schen röth- 
lich gefranzten Exemplaren, hat aber zu dunkeln Grund und zu wenig gelb- 
liche helle Färbung; auch bildet der Querstreif nicht den richtigen Winkel, 
Meine von Stainton erhaltene Ciliella, ein Weibchen, ist viel heller, einfar- 
biger und mit lebhafterem Roth und zeigt von den braunen Längsstrichen 
hinter dem nur in seinem obern Theile schwach vorhandenen Querstreifen 
so geringe Spuren, wie meine hier gefangenen Exemplare der Ciliella. 

Anınerkung 3. Hübdner’s fig. 419 ist gut, aber fig. 79 — mit weiss- 
lichen Hinterflügeln und schwarz geschecktem Vorderrande der Vorderflügel 
sieht so fremdartig aus, dass sie kaum unsere Art vorstellen kann. Im Text 
$. 39. 6. wird nur dies Bild beschrieben und die Notiz beigefügt, dass die 
Art bei Augsburg auf Wiesen schon in den ersten Frühlingstagen und fast 
dien ganzen Sommer hindurch auf den Schierlingsblumen anzutreffen ser. — 
Die Fischer’schen Bilder zeigen zu viele und deutliche graue Quernebel. 


Anmerkung 4. Ueber Zettersted!’s Heraclceella s. beı Laterella. 


32. Capreolella 2. 


Parva; palporum arliculo terminali bis fusco-maculalo; alıs ant. 
elongalis rolundalis fusco-griseis, basi abrupte diluliore, 
punctis disci duobus oblique positis atris albo-notalis ante, 
duobus longitudinaliter positis albis post medium dB. 


Depress. capreolella Z. Isis 1839, S. 196. 15. — 1846, S. 280. 6 
— Schläger Schmtauschbl. $. 129. 44. — Schles. Schmtauschbl. TV, 
(1843), 18. VII. (1845), 8 — Herrich- Schäffer Texı S. 120. 230. 
Taf. 62. fig, 453. — Stainton Transact. V, p. 158. 14. — Tin, brit. 
90. 14. — Cat. of brit. Microl. 59, 14. — Companion ed, 2, p. 
11. 48. ’ 

Haemylis Capreolella Dup. Cat. 335. 

Drepress. Caprella: parva, alac anteriores griseo-rufae, punctis duobus 
nigris oblique positis ante medium, et pone medium punctis duobus 


275 


albis, longitudinaliter positis. Staint. Transact. p. 157. pl. XVII, fie. 
9. — Cat. 13. — Companion ed. 1, p. 14, 64. 
Depressella HS. Taf. 62. fıg. 452. 


Eine der kleinsten Depressarien, von Applana eben dadurch, 
sowie durch die unvollständig geringelten Taster und durch die 
bräunlich-graue, wenig marmorirte Grundfarbe der Vorderflügel 
verschieden. — Granulosella Staint. ist ziemlich gleich gross 
und hat eine ähnliche Färbung; aber die Vorderflügel sind reich- 
lich mit bräunlichen Punkten und Fleckchen bestreut, und der 
bräunliche Nebelfleck, an dessen unterem Rande der weisse Punkt 
der Querader hängt, reicht bis gegen den Vorderrand, statt dass 
bei Capreolella die 2 weissen, hinter einander folgenden Punkte 
nur auf einem nebelarlig verdunkelten Grunde stehen. — 
Rotundella hat eine noch viel hellere Grundfarbe der Vor- 
derflügel ganz ohne Wurzelfelächen und ohne weisse Punkte 
oder weisse Einfassung der schwarzen, anders gestellten Punkte. 

In der Grösse wie eine ansehnliche Depressana. Rücken- 
schild und Kopf wie die Vorderflügel bräunlich-staubgrau, Gesicht 
viel heller. Fühler staubgrau. Taster länger als das Rücken- 
schild, innen schmutzig weisslich; 2tes Glied aussen braun be- 
stäubt, an den letzten 3 gleichmässig, ziemlich stark verdickt; 
Endglied mehr als halb so lang, zusammengedrückt, zugespitzt, 
an der Wurzel mit ziemlich breitem braunen Ringe, über der 
Mitte mit einem schmalen, unvollständigen, mehr aus zerstreuten 
braunen Stäubchen zusammengesetzten Ringe, die Spitze braun. 
Beine staubgrau, die 4 vordern aussen braun angelaufen, und 
ihre Tarsen mit hellen Enden der Glieder; nur das 4te Vorder- 
tarsenglied ganz dunkelbraun; Hinterfüsse aussen dunkelgrau, an 
den Spitzen der Glieder heller. — Hinterleib dunkelgrau, am 
Bauche fahlgelblich mit 2 seitlichen Reihen schwarzer, länglicher, 
nach innen grösser und schärfer werdender Punkte. 

Vorderflügel 33° lang, gestreckt mit abgerundeter Vorder- 
ecke und convexem Hinterrand, bräunlich-staubgrau, etwas ge- 
glättet, spärlich und verloschen braun bestäubt. Das hellere, in 
den Vorderrand auf eine kurze Entfernung sich ausdehnende 
Wurzelfeldchen ist durch einen verloschenen braunen Innenrand- 
strich begränzt, hinter welchem die Grundfarbe eiwas verdunkelt 
ist. Im Mittelraum vor der Mitte sind 2 schwarze Punkte schräg 


276 


unter einander; sie fliessen nie zusammen, und der untere ist 
nie in einen Strich verlängert; beide oder der obere, meist 
grössere, sind hinten durch weisse Schuppen gesäumt. In glei- 
cher Höhe mit dem unteren folgen 2 weisse, schwarz gesäumte 
Punkte auf wolkig verdunkeltem Grunde; der erste, in gleicher 
Entfernung von dem folgenden und dem vorhergehenden, ist 
meist grösser und länglich. Der Vorderrand ist auf der hintern 
Hälfte verloschen grau gefleckt. Selten ist der lichte Querstreif 
hinter dem Queraderpunkt angedeutet; er bricht sich dann in 
einen spitzen Winkel, dessen oberer Schenkel nur kurz ist. 
Hinter ihm verdunkelt sich der Grund nur wenig. Der Hinter- 
rand hat eine Reihe undeutlicher schwarzer Punkte. Franzen 
wie die Grundfarbe. 

Hinterflügel hellgrau, nach hinten dunkler mit noch dunkle- 
rer Hinterrandlinie. Franzen viel heller. 

Unterseite der Vorderflügel dunkelgrau mit siriemenarlig 
selblichem, braunfleckigem Vorderrand. Hinterflügel heller, längs 
des Vorderrandes und in der Spitze gelblich, grob bräunlich be- 
'stäubt; Hinterrand vor der Spitze mit einer Reihe schwärzlicher 
Striche. 

Diese nicht häufige Art lebt in England (Stainton); Preussen 
bei Königsberg (Dr. Sauter’); Böhmen bei Reichstadt und in 
Ungarn (FR.); in der Schweiz (Bremi!); im Weimarschen bei 
Jena (Schläger!); bei Frankfurt am Main (Schmid!) und bei 
Wien (Mann bei ve. Heyden’); in Schlesien bei Glogau. Im 
April habe ich sie öfters auf Geireidefeldern und in den an die- 
selben gränzenden Kiefersträuchern Abends aufgescheucht, meist 
in sehr verdorbenem Zustande; ein ganz frisches Exemplar klopfte 
ich in ähnlicher trockner Lokalitäi aus Gesträuch am 4ten Juli. 
In England wurden Exemplare im September aus Strohdächern 
geklopft. : 

Anmerkung 1. Stainton’s Abbildung der Caprella, in der Grundfarbe 
besser mit Capreolella stimmend als das reddish-grey und griseo-rufae der Be- 
schreibung in den Transact., nur dass die Vorderflügel zu wolkig erscheinen, 
hat zu spitze Vorderwinkel derselben; die 2 schwarzen Punkte sind nicht 


weiss gerandet, und die 2 folgenden weissen Punkte fehlen ganz, obgleich we- 
nigstens die letztern zufolge der Beschreibung da sein sollen. 

Anmerkung 2. Zephyrella Hübn, 414. 415 ist viel zu hell mit zu 
schmalen Vorderflügeln, ohne weisse Punkte auf denselben, als dass sie un- 
sere Art sein könnte, wie Stainton. vermuthet. In fıg, 415 sind sogar statt 


277 


der 2 nach einander stehenden weissen Punkte zwei schräg gestellte schwarze 
auf hellem Grunde, während sie bei:41l4 wenigstens auf einem gelbbraunen 
Fleck stehen. — Eine mir zur Ansicht geschickte Abbildung eines Originals 
in Zincken’s Sammlung durch Dr. Schreiber stimmte mit Hübner’s fig. 415 
ziemlich überein und liess keinen Gedanken an Identität mit Capreolella auf- 
kommen. 


33. Granulosella Staint. 


Parva, palporum arliculo terminali bis fusco-annulato; alıs ant. 
elongatis rotundatis pallescenti-griseis, fuscescenti-irroralis, 
basi abrupte pallida, costa obsolete fusco-maculata, punclis 
duobus disci nigris oblique positis ante lituram fuscescen- 
tem costae adhaerentem ac punctum venae transversae al- 
bum continentem. (J* Mus. Douglas.) 


Depress. granulosella: alis ant. griseo-ochreis, fusco-nebulosis, punctis 
duobus disci ante medium nigris, inferiore paululum elongato, puncto 
pone medium subobsoleto albo Staint. Tin, brit. p. 94, 23. — Cat. 
of brit. Microlep. p. 62, 23, — Companion ed. 2. p, 12. 48. 


Von Capreolella durch hellere Grundfarbe und reichli- 
chere dunkle Bestäubung der Vorderflügel, sowie durch den 
Mangel weisser Bezeichnung der 2 schwarzen Punkte und durch 
das Fehlen des ersten weissen Punktes, ferner durch den bis 
zum Vorderrand reichenden bräunlichen Mittelfleck verschieden. — 
Zephyrella, mit der ich sie zu vereinigen geneigt war, hat 
schmälere, zu wenig abgerundete, hellere Vorderflügel mit zu 
schmalem, bis zum Vorderrande scharf abgeschnittienem Wurzel- 
feldchen; die 2 Punkte hinter der Mitte sind anders, die braunen 
Fleckchen um die Spitze sind nicht gross und gelrenni genug, 
und die Hinterflügel zu dunkel. Das Bild würde die Art nicht 
kenntlich machen. _ 

Grösse der Capreolella. Rückenschild und Kopf fahlgelblich 
und braun bestäubt; Gesicht weisslich-gelb. Taster fahlgelblich ; 
das 2te Glied an der Endhälfte durch die verlängerten Schuppen 
gleichmässig verdickt und aussen bräunlich bestäubt; das Endglied 
halb so lang, dünn, mit 2 breiten schwärzliehen Gürteln, dem 
ersten an der Basis, dem zweiten über der Mitte. Beine bleich, 
die 4 vorderen aussen braunlleckig; die Vorderlarsen braun, mit 
hellen Spitzen der Glieder (ausser am 4ten?). Hinterschienen 
weisslich-gelb, Hintertarsen bleich, aussen mit grauen Wurzeln 


278 


der Glieder. — Hinterleib grau; Bauch bleichgelb mit 2 seitlichen 
Reihen kleiner brauner Fleckchen. 

Vorderflügel gestreckt, nach hinten allmählig e erweitert, am 
Vorderwinkel abgestumpft und gerundet, bräunlich- a, 
nach hinten gelichtet, gegen das gelbliche Wurzelfeldchen dunk- 
ler und dasselbe scharf abgränzend, reichlich mit grössern und 
kleinern Punkten und Fleckchen bestreut. Wurzelfeldchen in 
gewöhnlicher Breite fahlgelblich, aussen bis zur Subcostalader 
scharf begränzt, darüber am Vorderrand hin sich verlierend und 
reichlich mit bräunlichen Pünktchen bestreut. Auch der übrige 
Vorderrand ist in unbestimmter Breite licht, fahl, mit Querstri- 
cheln, die hinter der Mitte deutliche bräunliche Flecke bilden, 
nämlich bis zur Flügelspitze etwa 5, wovon der an der Mitte 
noch etwas deutlicher ist; an ihm hängt der kleine bräunliche 
Nebelfleck, an dessen unterm Ende der weisse, dunkel gesäumte 
Punkt der Querader bemerkt wird. In einiger Entfernung vor 
diesem sind die 2 ziemlich grossen, schwarzen, schräg gestellten 
Punkte. Am Hinterrande gehen die braunen Flecke des Vorder- 
randes allmählig in Linien über, die den Innenwinkel nicht er- 
reichen. Franzen etwas heller als die Grundfarbe. 

Hinterflügel hellgrau, heller gefranzt. 

Unterseite grau, auf den Hinterflügeln heller; die Vorder- 
ränder bleich gelblich, mit bräunlicher Bestäubung. 

In England bei Deal im Sepibr. gefangen (Stainton?). 


34. Rotundella Dougl. 


Parva, palpis non annulatis, alis ant. elongatis, rotundatis, dilute 
griseis, puncto nigro uno longe ante, uno post medium 
disci, uno prope basim juxta dorsum. 

*Depress. rotundella Dougl, Zoologist p. 1270. F. 8. — Stainton Cat. 
23, — Companion ed. 1. p. 15, 64. ed. 2. p. 12, 48, 77, — Transact, 
V. p. 162, 27. — Tin. brit. p.. 94. 24, — Cat. of brit Microlep, p- 
62, 24. — Mann Ent. Ztg. XI. (1850) S. 150, 114. 

Depress. peloritanella Z. Isis 1847, p. 837, 388. 

Sehr ausgezeichnet durch den gänzlichen Mangel eines 
Wurzelfeldchens, durch das schwarze Pünktchen nahe der Basis 
am Innenrand und durch das Vorhandensein nur eines der 2 
Punkte vor der Mitte des Mittelraums; dabei klein und un- 
scheinbar. 


279 


- Grösse der Capreolella. Rückenschild und Kopt fahlgelblich 
und staubgrau gemischt. Gesicht sehr hell. Fühler staubgrau, 
Wurzelglied hell mit dunklerem Rücken. Taster länger als das 
Rückenschild, das 2te Glied durch die Beschuppung über der 
Wurzel schnell zunehmend verdickt und dann an der Spitze sehr 
schnell abnehmend, innen weissgelblich, aussen hellbräunlich ; 
Endglied mehr als halb so lang, zusammengedrückt, feingespitzt, 
hell staubgrau, ungeringelt, auf der Schneide locker beschuppt: 
Saugrüssel miltelmässig lang, weisslich-gelb beschuppt. Beine 
hell staubgrau, die 4 vordern aussen braungrau angelaufen, an 
den Enden der Tarsenglieder schmal hell, ausser am 4ten der 
Vorderbeine. — Hinterleib dunkelgrau mit graugelblichem Afler- 
busch; Bauch fahlgelblich, an jeder Seite mit einer Strieme aus 
länglichen, nach innen mehr zusammenfliessenden und vergrösser- 
ten, schwärzlichen Flecken. 

Vorderflügel 33 —33‘ lang, gestreckt, an der slumpfen 
Spitze abgerundet, am Hinterrand schr convex, einfarbig fahl- 
gelblich-staubgrau, mit sehr spärlichen braunen Stäubcehen, be- 
sonders gegen den Hinterrand und mit einer mehr oder weniger 
fehlenden verloschenen, schwärzlichen Punktreihe auf demselben. 
Das Wurzelfeldchen fehlt ganz. Nahe an der Wurzel und dem 
Innenrande ist ein lief schwarzes Pünktchen. Weit vor der Mitte 
liegt auf der Costalader ein kleiner, länglicher, lief schwarzer 
Punkt, und auf der Querader ist ein noch kleinerer. 

Hinterflügel lichigrau, gegen den auffallend spitzen Vorder- 
winkel verdunkelt und mit dunkelgrauer Hinterrandlinie. Franzen 
hellgrau, dicht an der gelblichen Wurzel mit grauer Schat- 
tenlinie. 

Unterseite grau, auf den Vorderflügeln dunkler; alle Franzen 
mib verloschener gelblicher Wurzellinie. Die Hinterrandlinie vor 
der Spitze der Hinterfllügel ist mehr oder weniger deutlich und 
aus schwärzlichen Strichen zusammengeselzl. 

Diese im westlichen Europa einheimische Art ist in Sicilien 
um Messina häufig; sie fliegt vom Februar bis zum März in dem 
Gesträuch der Berge in überwinterten Exemplaren. Ihre Ent- 
wickelung fällt in den Juli. Ein Exemplar sah ich auch aus der 
Gegend von Palermo. Mann fing einige im Frühjahr bei Livorno, 
Da die Art auch im südlichen England (Stainton!) und bei 
Trier (v. Tiedemann!) vorkommt, so kann ihre Nahrung nicht 


280 


‚wohl Erica arborea oder Sparlium junceum sein, aus welchen 
Sträuchern ich sie am meisten aufscheuchte. Auch meldet 
Stainton, dass die an den Blüthen von Echium vulgare lebende 
Raupe in England entdeckt wurde. 


35. Angelicella Hübn. 


Minor, palpis flavidis, articulo terminali non aut semel annulato ; 
alis ant. subelongatis, obtusis, rufescenti-gilvis, fuscescenti- 
irroralis, puncto majore venae transversae nigro fusce- 
scenti-circumfuso. 


Tinea angelicella H. fig. 335. (schl.) Pinaris angelicella H, Cat. 
411, 3961. 

Haemylis angelicella, alis ant. flavo-ferugineis, atomis, punctis mar- 
ginalıbus maculaque media fuscis Tr. 1X, 2. 273. X, 3. 183 und 279. 
— Dup. Cat. 334. 

Depressaria angelicella Z. Isis 1839, S. 195. 11. — 1846, S. 280, 8. 
Schles, Schmtauschbl. VII (1846), 13. — Stainton Cat. 16. — Com- 
panion ed, 1. p. 14, 46, 50. ed. 2. p. 11, 38, 76. — Transact. V. p. 
158, 17. — Tin brit. 91. 17. — Cat. of brit, Microl, p. 60, 17. 

Depress. parilella Reutti Beitr. 264. 37. 

Haemylis rubidella (Hcmil. rougeätre) Dup, Hist. VII, p. 133. 1515. 
pl. 290. fig. 6 — Cat. 335. 


Var. b, puncto venae transversae albo-pupillato. 

Var. c, al ant., vix irroratis, puncto venae transversae non fu- 
Scescenti circumfuso. (P). | 

Var. d, alis ant. ut Var. c, sed al. ant. laete ochraceis, mar- 
ginibus rufo tinctis. (2 Mus. v. Heyden.) 


In der Färbung veränderlich, doch mit lebhaft ochergelbli- 
chem, besonders am Vorderrande und gegen das Wurzelfeldchen 
ziegelroth angelaufenem Grunde der Vorderflügel, ziemlich ähn- 
lich den kleinern Exemplaren der Laterella, aber verschieden 
durch das Endglied der Taster, das nie 2 braune Ringe hat, 
sondern entweder ganz einfarbig hellgelb ist wie der Kopf und 
das Rückenschild, oder nur vor der Spitze einen verloschenen, 
unvollständigen Ring trägt, ferner durch die lebhaft hellgelbe 
Farbe des Kopfes und Rückenschildes und die Stärke des schwar- 
zen Punktes auf der Querader der lebhafter gelb gefärbten Vor- 
derflügel. — Am verwandtesten ist sie der Parilella, obgleich 
diese gewöhnlich durch ihre fast einfarbig dunkelröthlichen Vor- 


281 


derflügel leicht zu unterscheiden ist; die hellen Varietäten der 
Parilella kommen aber der Angelicella bisweilen so nahe, dass 
ich keine bestimmteren Merkmale sehe, als das reichlichere Weiss 
in dem schwarzen Ringe der Querader bei Parilella und die Ge- 
stali der Taster. Diese, bei Parilella stets ohne braunen Ring, 
sind am 2ten Gliede ausser an der Wurzel und der Spitze gleich 
dick; bei Angelicella aber erweitert sich dieses Glied von der Wur- 
zel aus so, dass es seine grösste Dicke in der Mitte hat und sich 
von da aus wieder allmählig verdünnt. Ausserdem stimmen beide 
Arten nicht nur in der Farbe des Rückenschildes und des Ko- 
pfes mit seinen Theilen, sondern auch in dem wenig ausgebuch- 
teten Hinterrande der Hinterflügel. — Schmidtella ist an den 
scharf spitzigen Vorderflügeln und dem längs des Queraderpunk- 
tes herabziehenden und wurzelwärts scharf abgeschnittenen brau- 
nen Schatten leicht zu unterscheiden. 

Grösse etwas über der gewöhnlichen von Parilella.. Rücken- 
schild und Kopf hell ochergelb, ersterer bisweilen röthlich ange- 
laufen, am lebhaftesten an den Schulterdecken. Fühler braun; 
'Wurzelglied am dunkelsten mit einem gelblichen Längsstrich. Ge- 
sicht wenig heller als der Scheitel. Taster etwas länger als das 
Rückenschild, hell ochergelb; das 2te Glied aussen gewöhnlich 
bräunlich angeflogen, durch die am Ende etwas gesättigter gelbe 
Beschuppung mässig verdickt, gleich breit, nur am Wurzeldrittel 
und am äussersten Ende dünner; Endglied länger als halb so 
lang, zugespitzt, entweder ganz einfarbig oder selten vor der 
Spitze auf der Innenseite mit einem braunen Fleck, noch seltener 
mit einem unvollständigen Ringe. Saugrüssel millelmässig lang, 
weisslich-gelb beschuppt. Beine bleichgelb, die 4 vordern auf 
einer Seite violettbraun angelaufen mit mehr oder weniger deut- 
licher gelblicher Spitze des ersten und zweiten Tarsengliedes; die 
hintern aussen grau bestäubt, mit grauen Schienendornen und 
grauer Aussenseite der am Ende gelblichen Tarsenglieder. Hin- 
terleib grau, beim Weibchen graugelblich mit hellgelbem After- 
busch. Bauch an jeder Seite mit einer Reihe verflossener brau- 
ner Fleckchen, die aber bei manchem Weibchen in scharf ge- 
trennte dunkelbraune Punkte verwandelt sind. 

Vorderlügel 4—33‘’ lang, etwas gestreckt mit ziemlich 
rechtwinkliger abgerundeter Spitze und sanft zugerundetem Hin- 
ierrand, mehr oder weniger dunkel röthlich-gelb, am meisten am 


282 


Vorderrand, und vor dem Hinterrande mit braunen Stäubchen 
bestreut. Das Wurzelfeldchen ist hellgelb, doch manchmal ge- 
trübt und wenig auffallend; es ist aussen nur durch die verdun- 
kelte Grundfarbe begränzt. Der Vorderrand ist von der Wurzel 
aus verdunkelt und mit braunen Stäubchen bestreut. Im Mittel- 
felde liegen vor der Mitte auf hellem Grunde 2 tief schwarze 
Pünktchen schräg untereinander, das obere ist grösser; oft fehlt 
das untere, und dann ist das obere sehr klein und bisweilen 
ganz undeutlich. Unterhalb des untern ist gewöhnlich in der 
Mitte der Flügelfalte ein schwarzes Längsstrichelchen, das aber 
bisweilen fehlt. Die Querader hat einen grossen schwarzen Punkt 
(bei Var. b in der Mitte mit einigen gehäuften weissen Schup- 
pen) auf einem mehr oder weniger gegen den Vorderrand ausge- 
breiteten braungrauen oder schwärzlichen Nebelfleck. Bei Var. c, 
deren Vorderflügel wenig braun bestäubt, sonst aber mit dem 
Doppelpunkt und dem Faltenpunkt scharf gezeichnet sind, fehlt 
der Nebelfleck ganz, wofür aber der Punkt besonders stark und 
in die Quere gezogen ist. Der Hinterrand hat eine bis in den 
Vorderrand fortgesetzte Reihe brauner Punkte. Franzen aussen 
blass, mit 2 grauen Schatten durchzogen. 

Hinterflügel vor dem Schwanzwinkel nur sanft eingedrückt, 
bleich gelblich, gegen den Hinterrand grau angelaufen oder auch 
ganz hellgrau, doch einwärts heller, oft um die Spitze mit brau- 
ner, auf den Adern unterbrochener Hinterrandlinie. Franzen hell, 
an der schmal gelblichen Wurzel mit dunklerer Schattenlinie. 

Unterseite der Vorderflügel grau oder graugelblich mit gelb- 
lichem Vorderrande und gelblicher, schmaler Franzenwurzel. Hin- 
terflügel heller als auf der Oberseite, nur mit schärferer brauner 
Hinterrandlinie. 

Var. d, ein ausgezeichnet grosses Weibchen, sieht der Var. c 
ähnlich, hat aber auf den angenehm ochergelben Vorderflügeln 
den Vorderrand schön hellroth; weniger schön hellroth sind die 
Franzen und die Gegend des Innenwinkels bis zur Hälfte des 
Innenrandes; die Hinterflügel sind hell gelblich-grau. (Vaterland 
Hannover: Krösmann bei v. Heyden’) 

Von dieser Art fand ich in der Mitte Juni am Probsthainer 
Spitzberge die Raupen in den noch wenig entwickelten, mit Sei- 
denfäden zusammengesponnenen Wurzelbläitern einer Umbellate, 
die, so viel ich mich erinnere, Angelica offieinalis war. Die 


253 


Schaben entwickelten sich daraus nach einem Monat. Standfuss 
und Dr. Wocke erzogen die Art nicht selten in andern Theilen 
des schlesischen Gebirges. In der Ebene scheint sie nicht vor- 
zukommen; wenigstens fand ich hier an den Angelicapflanzen bis 
jetzt keine Spur davon. — Sie findet sich auch in Ungarn und 
Öestreich (Tr.), in Baiern bei Augsburg (FR!), in Baden bei 
Freiburg (Reutti!). In England ist sie nicht selten bei Cam- 
bridge und Bristol um Angelica sylvestris und erscheint im Juli 
aus der im Juni gefundenen Raupe (Stainton). Die Raupe soll 
auch an Weiden leben, wie an Stainton berichtet wurde; ich 
bezweifle die Richtigkeit der Mittheilung. 


Anmerkung 1. Haemylis angelicella bei Zversm. Faun. Volg. 
569. 6. ist nicht so characterisirt (alae anticae fuscescenti testaceae, fusco pul- 
veratae, macula subcostali media fusca; posticae e luteo grisescentes), dass sie 
mit Sicherheit auf unsere Art gedeutet werden könnte. Diese Angelicella ist 
im Casanischen im Herbst häufig. 


Anmerkung 2. Ueber Duponchel’s Rubidella s. Anmerkung zu In- 
carnatella. 


36. Parilella Tr. 


Palpis flavidis non annulatis, capite ac thorace flavidis, anten- 
nis nigro-fuscis; alis ant. oblongis obtusis saturate rufis, 
basi abrupte flavida, puncto venae transversae albo nigro- 
ceincto. 


Haemylis parilella: alıs ant. testaceo hepaticis, bası punctoque medio 
flavidis; posticis einereis Tr. X, 3. 178 u. 279. — Dup. Cat. 335. 
Depressaria — Z. Isis 1839, S. 196. 16. 1846, S. 281. 13, — Schles. 

Schmtauschbl. IV (1843), 18. — Stainton Transact. V. p. 162, 28, 
— Illerrich-Schff, tab. 62. fig. 451. Text S. 117, 219, 
Haemylis humerella, Hemil, humerale Dup. Hist. VIII, p. 619, 1723. 
pl. 312. fig. 7. — Cat. p. 335. 
Var. b, ut a, sed pro puncto uno duobus deinceps posilis ex- 
albidis. S 2. 
Var. c, al. ant. fusco-hepaticis, puncto venae transversae 
saepe minulissimo. 2. 
Var. d, ut a, sed alis ant. griseo-ochraceis. 2. 
Var. e, magna, al. ant. colore ut in var. a, sed capite, thorace 
et al. ant. basi rufo-ochraceis, punclis ut in var.a ct. Q. 


Diese in Grösse, Farbe und Zeichnung sehr veränderliche 
Art unterscheidet sich von Angelicella durch die gewöhnlich 


284 


dunklere, einförmigere Grundfarbe der Vorderflügel, wodurch das 
helle Wurzelfeldchen um so schärfer hervortritt, durch die Schärfe 
und meist viel beträchtlichere Grösse des weissen Punktes der 
Querader, die etwas weniger gestreckte Gestalt der Vorderflügel, 
die dunklern Fühler und das einfarbig helle Endglied der Taster. 
— Von der gewöhnlich bedeutend grössern Furvella trennt sie 
sich viel leichter durch die gestrecktern, an der Spitze abgerun- 
deten, unreiner gefärbten Vorderflügel, den merklichen Ausschnitt 
am Hinterrande der Hinterflügel, den am Vorderrand, besonders 
an den Schulterdecken, dunkel angelaufenen Thorax und durch 
den gänzlichen Mangel eines Ringes am letzten Tastergliede. — 
Viel weiter ab stehen D. cnicella, hepatariella und feru- 
lae, alle gewöhnlich viel grösser als Parilella, jene zwar mit 
scharf abgesetztem Wurzelfeldehen der Vorderflügel, aber mit 
grau getrübter Farbe desselben und leicht kenntlich an den ge- 
ringelten Tastern; Hepatariella hat zwar ein ungeringeltes, aber 
auffallend kurzes Endglied der Taster, einen grauen Kopf, Tho- 
rax und Antang der trüb rothbraunen Vorderflügel eic. Feru- 
lae, mit ganz hellgelbem Wurzelfeldchen, aber braunem Thorax, 
hat an den bunten Tastern ein sehr sicheres Merkmal. 

Grösse meist wie Capreolella. Rückenschild und Kopf hell- 
gelb, nicht selten röthlich angeflogen, immer nach vorn etwas 
verdunkelt, am meisten auf den Schulterdecken, und hier biswei- 
len mit braunem Anfange; Kopf unverdunkelt, im Gesicht weiss- 
lich-gelb. Fühler braun, gegen die Wurzel ins Schwarze mit 
gelblichem Längsstrich am Wurzelgiede; beim Weibchen sind sie 
heller. Taster so lang wie Kopf und Thorax zusammen, hellgelb, 
bei den dunklen Männchen aussen gebräunt, bisweilen auch am 
Endgliede, doch nicht so dunkel; das 2te Glied ist an den letz- 
ten 2 durch die Beschuppung ganz gleichmässig erweitert und 
nur am äussersten Ende verdünni; das Endglied ist über halb 
so lang, fein gespitzt, zusammengedrückt, ohne braunen Ring. 
Beine bleichgelb, die vordern aussen braun, mit hellen Fussglied- 
spitzen ausser am 4ten Tarsengliede, bisweilen auch ganz ein- 
farbig. Hinterschienen aussen gegen die Spitze und die Tarsen 
aussen grau angelaufen. — Hinterleib gelblich, bei den dunklen 
Männchen grau mit hellerem Afterbusch; Bauch gelblich, an je- 
der Seite mit einer braunen, nach hinten sich in Punkte auflö- 
senden Sirieme, und in der Mitte mit zwei braunen Punkten auf 


285 


jedem Segment; oft ist aber diese Zeichnung durch graue Be- 
stäubung ganz verdeckt, und nur der Afterbusch unten gelblich. 

Vorderflügel 3— 33.0 bei 2 Krainer Exemplaren 44° lang, 
ziemlich gestreckt, mit stumpfem, abgerundetem Vorderwinkel und 
sanft convexem Hinterrand, bräunlich-roth, mehr oder weniger 
lebhaft, gewöhnlich nur am Wurzelfeldchen Br um die Querader 
bräunlich verdunkelt, bisweilen aber, namentlich bei dunkel braun- 
rother Grundfarbe, auch vor dem Hinterrande und mit ziemlich 
reichlicher brauner Bestäubung. Wurzelfeldchen hellgelb, hinten 
senkrecht abgeschnitten, am Vorderrande röthlich oder rothbräun- 
lich. Die 2 schwarzen Pünktchen im Mittelfelde, wovon das obere 
das grössere ist, fehlen eben so oft wie sie da sind, und auch 
mit dem Punkt in der Falte ist das der Fall. Die Querader hat 
einen meist ansehnlichen, selten sehr kleinen weissen oder gelb- 
lich-weissen, schwarz gesäumten Punkt in dunklem Grunde. Oft 
ist in geringer Entfernung davor ein schwarzer Punkt, bei Var. c 
mit weisslicher Pupille. Der Hinterrand trägt eine verloschene 
Reihe kleiner, theilweise ausbleibender Punkte. Franzen aussen 
heller als der Grund. 

Hinterlügel schwach ausgebuchtet am Hinterrande vor dem 
Schwanzwinkel, hellgrau, gegen die Wurzel heller, bei den hell- 
rolhen Exemplaren sehr licht und gelblich gemischt, mit bräun- 
licher Hinterrandlinie an der Flügelspitze. Franzen heller als die 
Fläche mit dünner gelblicher Wurzellinie. 

Unterseite der Vorderflügel grau, am Vorderrande nur an 
der Hinterhälfte etwas gelblich; Franzenwurzel in einer feinen 
Linie gelblich. Hinterflügel viel heller, am Vorderrande etwas 
verdunkelt mit brauner, auf den Adern gelblich unterbrochener 
Hinterrandlinie um die Spitze. 

Var. b, aus Böhmen, Lievland und der Glogauer Gegend, 
hat die rothe Grundfarbe der Stammart und unterscheidet sich 
blos dadurch, dass der schwarze Punkt vor dem Queraderpunkt 
auch weisslich ausgefüllt ist. 

Var. c, von Schläger zahlreich aus Raupen an Athamanta 
cervaria erzogen, hat die Grösse und Gestalt mit Var. a und b 
gemein; die Grundfarbe der Vorderflügel stark durch Braun ver- 
dunkelt, beim Weibchen weniger, immer mit kleinem weissen 
Punkt der Querader, der oft so klein ist, dass er nur durch die 
Loupe erkannt wird; die Hinterflügel sind viel dunkler grau als 


256 


bei a und b, und selbst die Franzen der Aussenhälfte nehmen 
daran Theil; auch der Hinterleib ist dunkelgrau. Eine eigene 
Art kann ich für jetzt nicht hierin anerkennen, da die etwas 
hellern Weibchen den Uebergang zu bilden scheinen. 

Var. d, ein Weibchen aus Preussen, sehr auffallend und un- 
kenntlich durch die grau-ochergelbe Grundfarbe der Vorderflügel, 
auf welcher viele zerstreute schwarze Stäubchen liegen, beson- 
ders am Vorderrande. Die schwarzen Punkte vor der Mitte und 
der in der Falte sind vorhanden, und die Hinterrandreihe ist 
deutlich. Fühler sehr hell; Taster nur am 2ten Gliede aussen 
schwach braun bestäubt. Bauch in der Mitte gar nicht punktirt, 
seitwärts nur ganz verloschen. 

Var. e, zwei Weibchen aus Krain, von sehr bedeutender 
Grösse, nämlich wie Hepatariella, mit Ki Grundfarbe der Var. a; 
das eine Exemplar hat Oberkopf, Thorax und Wurzelfeld der 
Vorderflügel röthlich-gelb, das andere heller und gelber; bei je- 
nem sind die 2 weissen Punkte der Var. b sehr deutlich und 
stehen überdies in unverdunkeltem Grunde; auch die schwarzen 
Punkte im Mittelfelde und in der Falte sind vorhanden. Bei dem 
2ten Exemplar ist nur der Queraderpunkt da; er ist, wie dort, 
weiss und steht auf einem bräunlichen Nebelfleck. Hinterflügel 
beider grau, doch nicht so dunkel wie bei Var.c. Bauch scharf 
gezeichnet. 

Sie lebt in Lievland (Lienig!) — in Preussen bei Danzig 
(v. Tiedemann!) — in Schlesien bei Glogau, wo ich in den letz- 
ten Julitagen zwei Exemplare in einem Erlbruch abklopfte, — in 
Böhmen bei Reichstadt im Juli und August an Birkenstämmen 
(FR!) — in Oestreich bei Wien (M$.) — in Krain bei Lay- 
bach (Schmidt!) — im Weimar’schen bei Jena (Schläger!) — 
in Hessen bei Mainz zu Ende Juli (Schmid!) — im nördlichen 
Frankreich (Dup.). 

Die von Mad. Lienig entdeckte, abändernde Raupe lebt im 
Juni und Juli auf Athamanta oreoselinum und Selinum. carvifolia, 
nach Schläger nur auf Athamanta cervaria, woran sie die ein- 
zelnen Blattlappen zusammenwickelt, so dass das erwachsene Blait 
aussieht, als ob es eben erst aus der Wurzel kommt. (In dem 
Erlbruch bei Glogau, wo ich die Art fing, giebt es weder Oreo- 
selinum noch Cervaria.) 


287 


37. Furvella Tr. 


Thorace et capite dilute flavis, palporum arliculo terminali ante 
apicem nigro-annulato; alis ant. subacultis rufo-hepalicis, 
basi abrupte puncloque post medium flavidis; alis post. ante 
angulum analem non sinualis. 


Haemylis [urvella: capite thoraceque flavis, alis anticis pallide hepaticis, 
bası punctoque medio flavis Tr. IX, 1. 239. X, 3. 279. — Dup. Cat. 
334, — KHollar Vzchn. S. 91. 

Depressaria — Z. Isis 1839, S, 196. 28. — Stainton Transact. V, p- 163. 
30. — Herrich-Schff. Text S. Taf. 61. fig. 440, 


Leicht zu unterscheiden von Parilella durch die gespitzien 
kürzern Vorderflügel, die reine Grundfarbe, den grossen Quer- 
aderpunkt, den Mangel einer Ausbuchtung der Hinterflügel, den 
breiten schwarzen Ring vor der Spitze des letzten Tastergliedes 
und die gewöhnlich sehr beträchtliche Grösse. Cnicella und 
Hepatariella haben ausser andern Unterschieden einen dunk- 
len Thorax und Kopf und ein graues Wurzelfeldchen der Vor- 
derflügel. Aehnlicher ist Ferulae durch das scharfe, wenn auch 
schmalere hellgelbe Wurzelfeldchen; ihr Thorax ist aber bräun- 
lich und nur die Schulterdecken gelb; ihre Taster haben zwei 
schwarze Ringe; die Vorderflügel sind stumpf und am Hinterrand 
stark gerundet, und die Hinterflügel sind wie bei Parilella seicht 
ausgebuchtet. 

Grösse einer mittlern Applana. Rückenschild und Kopf hell- 
gelb, ungetrübt. Fühler schwärzlich-braun, mit gelblichem, bis 
auf die Geissel verlängertem Längsstrich des Wurzelgliedes. Ta- 
ster länger als das Rückenschild, hellgelb, am 2ten Gliede aussen an 
der untern Hälfte spärlich braunstaubig; dieses fast von der Wur- 
zel aus gleichmässig und nicht bedeutend durch die Beschuppung 
erweitert. Endglied über halb so lang, dünn, zugespitzt, vor der 
Spitze mit breitem schwärzlichen Gürtel. Rüssel mittelmässig, 
gelblich beschuppt. Vorderbeine aussen violettlich-braun mit gelb- 
lichen Enden der Tarsenglieder. Hinterbeine blassgelb, an den 
Schienen und deren Dornen aussen grau angeflogen, an den Tar- 
sen aussen grau mit gelben Spitzen der Glieder. Hinterleib hell- 
grau mil hellgelbem Afterbusch; Bauch gelblich, grau bestäubt, 
am Hinterrande der 3 letzten Segmente mit einer Querreihe von 
4 verloschenen grauen Punkten. 


258 


Vorderflügel 44 — 5°’ lang, länglich mit ziemlich scharfer 
Spitze und schwach convexem Hinterrand, dunkel braunroth, ge- 
gen das Wurzelfeldchen dunkler, unbestäubt, nur am Vorderrand 
hinter der Mitte hellroth. Wurzelfeldchen von der Farbe des Tho- 
rax, fast grade abgeschnitten, am Vorderrande nicht verdunkelt, 
Auf der Querader ist ein starker gerundeter, weissgelber Punkt 
mit schwarzer Einfassung. Mitten zwischen ihm und dem Wur- 
zelfeldchen liegt in gleicher Höhe ein gelbliches, wurzelwärts 
schwarz gesäumtes Pünktchen. Franzen heller als der Grund. 

Hinterflügel ohne Ausbuchtung, hellgrau mit etwas dunklerer 
Hinterrandlinie. Franzen heller mit bleicher Wurzellinie. 

Unterseite der Vorderflügel grau, an der Wurzel fleckarlig 
weissgelblich; Vorderrand in einer vor der Flügelspitze anfan- 
genden, sich einwärts verdünnenden und weit von der Wurzel 
aufhörenden Linie ochergelblich. Hinterflügel hell gelbgrau, in 
der Spitze grau besläubt; die Hinterrandlinie deutlicher: als oben, 
aber auf den Adern unterbrochen. 

In Oesireich in Gebirgsgegenden zwischen Gesträuch, bei 
Baden, im Juli selten (Kollar, Lederer!). In Ungarn (Tr.). 
Bei Frankfurt am Main (v. Heyden!). 

Die Raupe beschreibt v. Heyden so: 16füssig, gleich breit, 
eiwas niedergedrückt, glanzlos, graugrün, mit kleinen schwarzen, 
ein helles Härchen tragenden Wärzchen besetzt. Die Einschnitte 
sehr schmal, etwas gelblich. Kopf glänzend schwarz, Mund weiss- 
lich. Nackenschild glänzend schwarz, am Vorder- und Seiten- 
rande grünlich- weiss, letzterer mit zwei schwarzen Fleckchen. 
Afterschildchen glänzender, etwas dunkler grün als der Körper. 
Vorderfüsse schwarz, grünlich gefleckt. Bauchfüsse mit dem Kör- 
per gleichfarbig; an den hintersten beiderseits ein dunkleres 
Fleckchen. 

Die Puppe ist ziemlich dick, vorn breit, stumpf, glatt, sehr 
glänzend, braun. Die Scheiden anliegend, gleich lang, etwas 
über die halbe Körperlänge reichend. Am drittlleizien Segment 
beiderseits ein kleines Höckerchen. Spitze stumpf, mit einigen 
Borstenhäkchen besetzt. 

Die sehr flüchtige Raupe lebt im Frankfurter Walde einzeln 
auf Dictamnus fraxinella zwischen einem oder mehrern zusam- 
mengelegten und mit wenigem Gespinnst zusammengcehefteten 
Blättern, und wird auch hier zur Puppe. Die Raupen der ersten 


289 


Generation sind Ende Mai, die der zweiten Ende Juli erwachsen, 
und die Motten entwickeln sich Mitte Juni und Mitte August. 


38. Cnicella Tr. 


Thorace et capite supra griseo-rubescentibus, palporum articulo 
terminali fusco bis annulato; alis subelongatis, subacutis, 
badiis, basi abrupte cinerea fuscescenti-notata, puncto ve- 
nae transversae albo. 

Haemylis cnicella: alıs ant. hepaticis, puncto medio gemino flavo, 


BT 237. X, 3.177 0.279. F ou.R Beitrs-S, 124, Tor 


48. fig. 2. a—d. —, du panicaut Dup. Hist. VIII p, 137. 1517. pl. 
290. fig. 8 — Cat. 335. 


Depressaria — Z. Isis 1839. S.196, 17. — Stainton Transact. V, p. 163. 

3l. — Herrich-Schff. Text S. 117. 221. 

Näher mit Furvella als mit Hepatariella verwandt, von jener 
sowie von Parilella und Ferulae sogleich durch den nicht gelben 
Thorax und Kopf, von allen durch das Wurzelfeldchen zu unter- 
scheiden, welches hellgrau ist und nahe am Innenrand einen grau- 
braunen Fleck hat, welchen Fleck jene Arten nie haben. 

Grösse wie Atomella. Rückenschild grau, aber stark bräun- 
lich-roth überflogen, so dass die Hinterränder des Scutellums- 
busches und der Schulterdecken grau bleiben. Kopf oben grau- 
röthlich, im Gesicht gelblich-weiss. Fühler bräunlich-grau; Wur- 
zelglied braun mit gelblichem Längsstrich, der sich weit an der 
Unterseite der Geissel fortsetzt. Taster so lang wie Kopf und 
Thorax zusammen, gelbweisslich, am 2ten Gliede aussen und auf 
der Schneide braunröthlich bestäubt; dieses Glied ist an den 2 
Enddritteln ziemlich gleichmässig und beträchtlicher als bei Fur- 
vella verdickt; Endglied länger als das halbe 2te Glied, fein zu- 
gespitzt, zusammengedrückt, an der Wurzel mit breitem, auf der 
Schneide unterbrochenem, braunem Bande, über der Mitte mit 
schmalerem, oft aus wenigen Stäubchen zusammengesetztem, un- 
vollständigem Bande. Beine bieich gelblich, aussen grau bestäubt; 
die 4 vordern Tarsen grau, an den Enden der Glieder gelblich; 
das Ste und 4te Glied des Vordertarsus schwarz. Hinterleib grau, 
an der Seite hell; Bauch gelblich, in der Mitte mit 2 schwarzen 
Punktreihen, an jeder Seite mit einer mehr oder weniger zusam- 
menfliessenden Reihe schwarzer Flecke. 

IX. 19 


290 


Vorderflügel 4— 43‘ lang, etwas gestreckt, mit deutlichem, 
wenig abgerundetem Vorderwinkel und mässig convexem Hinter- 
rande, trüb braunroth, am dunkelsten gegen die Wurzel und um 
die Querader; der stumpfwinklig gebrochne Querstreif hinter der 
letztern ist in lichterer Färbung selten vollständig und stets sehr 
undeutlich zu erkennen. Bisweilen ist die lichtere hintere Flü- 
gelhälfte verloschen und spärlich braun bestäubt. Wurzelfeldchen 
hellgrau oder gelblich-grau, scharf abgeschnitten und auf der 
Subcostalader mit einer zahnartigen Verlängerung versehen; an 
der Basis des Vorderrandes ist ein verloschner, röthlich-brauner 
Fleck, am Innenrande nahe dem Ende des Wurzelfeldchens ein 
grösserer und deutlicherer. Die Querader hat ein scharfes 
weisses Pünktchen. Die beiden andern Punkte vor der Mitte 
sind weisslich und oft kaum kenntlich, und bisweilen ist zwischen 
ihnen und dem Queraderpunkt noch ein weissliches undeutliches 
Pünktchen. Franzen einfarbig. 

Hinterflügel vor dem Afterwinkel deutlich ausgebuchtet, grau, 
gegen die Wurzel etwas lichter. Franzen hellgrau mit dunklerer 
Schattenlinie nahe der Wurzel. 

Unierseite der Vorderflügel dunkelgrau, Vorderrand schmal 
striemenartig hellgelb, schwärzlich bestäubt; Franzen hellgrau, 
mit feiner gelblicher Wurzellinie und röthlichem Aussenrande. 
Hinterflügel hellgrau, am Vorderrand und in der Spitze gelblich, 
grob braun bestreut, mit brauner, in den Adern unterbrochner 
Hinterrandlinie. Franzen heller grau mit feiner gelblicher Wur- 
zellinie., 

Bei Dresden (v. Tischer!), Wien (Lederer!) und ER 
furt am Main (v. Heyden!). Die grüne, dunkler längsstreifige 
Raupe mit schwarzbraunem Kopf und Nackenschild lebi an Eryn- 
gium campestre zwischen den anschliessenden Blättern im Mai, 
und die Schabe erscheint im Juni (Tr., v. Heyden). Ein Exem- 
plar das alle Merkmale der Cnicella hat, erhielt ich von ». Heyden 
Mitte Juni in einem Gefäss, worin sich nur Raupen befanden, die 


an Birken lebten. 


39. Hepatariella Lienig. 


Palporum articulo terminali breviusculo, fuscescenti biannulato; 
alis ant. elongatis apice rotundato sordide badiis (basi prae- 


291 


' sertim Q abrupte cinerascente) postice fusco transverse 
conspersis, puncto venae transversae obsoleto albido. 
Depress, hepatariella Lg. Isıs 1846, p. 282. — Tengström Finland 

Fjäril. p. 123. 7. — Herrich-Schäffer tab. 60. fig, 436. — Stainton 

Transact. V, p. 163. 32, 

Obgleich in der Färbung der Cnicella ziemlich ähnlich, 
doch nicht dieser Art nahe verwandt; ihre Flügel sind etwas 
stärker gestreckt, an der Spitze mehr abgerundet, und als 
Hauptmerkmal zur Unterscheidung von den meisten Depressarien 
ist das letzte Tasterglied nur $ so lang wie das vorhergehende. 
Das nicht selten ganz verdunkelte graue Wurzelfeldchen nebst der 
lichten, schmutzig braunrothen Grundfarbe der Vorderflügel nebst 
der röthlich-grauen Farbe des Kopfes und Rückenschildes geben 
die Verschiedenheit von Ferulae, und der Mangel von brau- 
nen Flecken im Wurzelfeldchen die von Cnicella auf den ersten 
Blick zu erkennen. 

Grösse der Cnicella. Rückenschild braunröthlich-grau, beim 
Weibchen helle; Kopf dunkler, im Gesicht nur röthlicher, nicht 
wie gewöhnlich sehr heil. Fühler bräunlich-grau. Taster so 
lang wie Kopf und Rückenschild zusammen, grauröthlich; das 
lange 2te Glied aussen braunstaubig, durch die Beschuppung nur 
mössig verdickt und ausser am Anfang und Ende überall gleich- 
mässig dick; das Endglied ist nur 5 so lang, zugespilzt, aussen 
an der Wurzel und über der Mitte mit mehr oder weniger spär- 
licher brauner Bestäubung, die sich selten um das ganze Glied 
als Ring herumzieht. Beine röthlich- weissgrau, aussen braun- 
röthlich, die 4 vordern am dunkelsten; alle Tarsen mit verloschen 
grauen Gliederenden. Hinterieib dunkelgrau mit etwas hellerem 
Afterbusch und Bauch; letzterer hat beim Weibchen 2 Seiten- 
reihen verloschener schwärzlicher Fleckchen, beim Männchen 2 
undeulliche oder ganz fehlende dunkelgraue Längslinien. 

Vorderflügel 43— 42‘ lang, gestreckt, am Vorderwinkel 
stärker abgerundet als bei Cnicella, mit wenig convexem Hinter- 
rande, trüb und verdünnt braunroth, gegen die Wurzel dunkeler, 
am meisten auf der lichtern Hinterhälfte braun bestäubt, so dass 
sie fast quergestrichelt aussehen. Vorderrand an der Wurzel- 
hälfte mit braunen Pünktchen, hinten mit verloschenen braunen 
Fleckchen. Wurzelfeldchen grau, röthlich bestäubt, bisweilen ganz 
in der Grundfarbe verschwindend; beim Weibchen (wenigstens 


292 


bei meinem Exemplar) ist es ganz hell und ziemlich scharf abge- 
schnitten. Auf der Querader liegt in verdunkeltem Grunde ein 
verloschener, oft kaum erkennbarer, weisslicher Querpunkt. Am 
Hinterrande zieht eine Reihe verloschener schwärzlicher Siriche. 
Franzen lichter als der Grund, gegen den Innenwinkel ins 
Graue. ' 

Hinterflügel wie bei Cnicella gestaltet, grau, an der Wurzel 
kaum heller. Franzen hell. 

Unterseite der Vorderflügel dunkelgrau, auf dem röthlichen 
Vorderrande braun gepünkteli. Franzen heller. Hinterflügel 
lichtigrau, am Vorderrande dunkler und röthlich bestäubt. Hinter- 
rand mit einer auf den Adern unterbrochnen braungrauen Linie 
gegen die Spitze. 

Selten, in Lievland von Madame Lienig entdeckt, auch in 
Finland bei Abo aufgefunden (Tengström) wahrscheinlich eine 
nur nordische Art. Flugzeit im Juli. | 


40, Ferulae Z. 


Epistomio patagiisque flavidis, palporum articulo terminali fusco- 
bieincto; alis ant. elongatis, apice rotundato, violaceo-fuscis, 
basi abrupte flavida, puncto disci nigro ante, albo post 
medium. 

Depressaria ferulae Z. Isis 1847, p. 840. 390. — Stainton T'ransact. V. 

p- 162. 29. — Herrich-Schff. Text S. 117, 220. tab, 60. fig. 437. 

In der Grösse der Furvella, aber mit etwas gesirecktern 
und gerundetern Flügeln, und ausser durch die viel dunklere, 
violettbraune Grundfarbe derselben noch durch den auf der vor- 
dern Hälfte gebräunten Thorax und das braungeringelte Taster- 
glied verschieden. Diese Farbenmerkmale geben nebst der ge- 
wöhnlich viel ansehnlichern Grösse auch den Unterschied von 
Parilella, die hellgelben Schulterdecken und das hellgelbe 
Wurzelfeldchen der Vorderflügel den von Cnicella und Pa- 
rilella. 

Rückenschild gelbbräunlich, vorn dunkler, hinten hellgelb 
wie die Schulterdecken. Kopf oben bräunlich-grau, im Gesicht 
heilgelb. Fühler braun; Wurzelglied unten mit gelblicher, bis 
auf die Geissel verlängerter Längslinie. Taster so lang wie Kopf 
und Rückenschild zusammen, innen hellgelb; das 2te Glied fast 
ın ganzer Länge gleichmässig und ziemlich stark verdickt, aussen 


293 


und auf der Schneide braunstaubig; Endglied mehr als halb so 
lang, zusammengedrückt, feingespitzt, an der Wurzel und über 
der Mitte mit schwarzem, nicht scharf begärnztem Ringe; Spitze 
selbst schwarz, Rüssel mässig lang, hellgelb beschuppt. — Beine 
hellgelb, aussen bräunlich, mit gelblichen Gliederspitzen; das 4te 
Vordertarsenglied ganz braun; Hinterschienen und Füsse aussen 
nur grau. Hinterleib braungrau mit solchem Afterbusch; Bauch 
in der Mitte gelblich, an jeder Seite mit schwarzer, nach hinten 
in Fleckchen aufgelöster Strieme, in der Mitte bisweilen mit 
2 Reihen schwarzer Punkte. 

Vorderflügel 5— 41‘ lang, ziemlich gestreckt, am Vorder- 
winkel stark abgerundet, mit stark convexem Hinterrande, violett- 
lich-braun *), ungefähr wie bei Parilella var. c, am dunkelsten 
gegen das Wurzelfeldchen, welches hellgelb und scharf abge- 
schnitten ist. Auf der Querader steht ein weisser, kleiner Punkt. 
Mitten zwischen ihm und dem Wurzelfeldchen ist ein schwarzer 
Punkt, hinten bisweilen mit einigen weissen Pünktchen gesäumt; 
näher an dem Queraderpunkt ist bisweilen noch ein weisses 
Pünktchen. Auch die Falte hat einen schwarzen Punkt bald hin- 
ter dem des Mittelfeldes. Die schwärzlichen Hinterrandpunkie 
sind sehr verloschen oder fehlen. Franzen eiwas heller als der 
Grund. 

Hinterflügel mit schwach ausgebuchtetem Hinterrande, grau, 
gegen die Wurzel heller. Franzen nahe der Wurzel gewöhnlich 
mit dunklerer Schattenlinie. 

Unterseite der Vorderflügel dunkelgrau, Vorderrand auf der 
Endhälfte dunkler und gelblich gefleckt. Hinterflügel heller, 
Vorderrand sehr schmal gelblich; Hinterrandlinie gegen die Spitze 
braun, auf den Adern gelblich unterbrochen. 

Vaterland: Südeuropa. Die Raupen fand ich Mitte April bei 
Messina an den Blättern der Ferula communis, an denen sie nach 
der Weise der Thapsiella lebten. Die Schaben krochen Mitte 


Mai aus. 


*) In der Isis durch ein Versehen gelblich-bLraun. 


294 


Abtheilune 4 0 


41. Depressella Hbn. 


Parva, capite ac thorace pallide flavis, palporum flavidorum ar- 
ticulo terminali ante apicem fusco-cincio; alis ant. apice 
rotundato badiis, antice rubris, litura iransversa postica 
flavido-pulverulenta. 


Tinea depressella H. fig. 407. Acompsia — H. Cat. 409, 3939. 
Haemylis — Bouche Naturgesch. d. Ins. I, S, 125. —, Hemil. deprimee, 
Dup. Hist. VII, p. 139. 1518, pl. 290. fig. 9. 10. — Cat. 335, 
Depressaria depressella Stainton Tin. brit. p, 94. 25. — Cat, of brit. 
Mier. p. 62. 25. — Companion ed. 2. p. 12, 49, 77, 79. — Richter 
Ent. Ztg. XI (1850), S. 27. — Mann Ent. Zig. X1. (1850), S. 150, 116. 
Depress. depressana Z. Isıs 1839, S. 196. 19. — Schles. Schmtausch. 
blatt IV (1843), 18. — Stainton Cat. 17. — Companion ed, 1, p. 
15, 56, 67. — Transact. V, 163. 34. — Z. Ent. Zıg. XIV (1853). 
S. 84, 9, — Reutti Beitr. S. 187. 40. 
Depress. Bluntii Curtis Brit. Ent. V. tab, 221. 
Haemylis collarella: palpis, capite thoraceque supra pallide flavis, alıs 
anticis rufo-ferrugineis unicoloribus. Zetterstedt Ins. lapp. p- 999. 6, 
?Pyralis depressana Fabr. Syst. Ent. 655, 57. — Ent. syst. III, b. 
287, 180. — Tortr. — Villers Ent. Linn. II, 414, 725. 
? Tin. depressella F, Suppl. 482, 22. 7 
Eine der kleinsten Arten, von der etwas grössern Pimpi- 
nellae durch die hellgelbe, unbestäubte Farbe des Kopfes und 
Thorax, den einfachen braunen Ring am letzten Tastergliede, die 
nicht mit schwärzlichen Mittelzeichen versehenen Vorderflügel 
verschieden. Der gänzliche Mangel eines hellen Wurzelfeldchens 
der Vorderflügel unterscheidet sie leicht von andern mit gelbem 
Kopf und Thorax versehenen Arten. ” 
Grösse sehr veränderlich. Rückenschild und Kopf blass 
ochergelb. Fühler bräunlich mit gelblichem oder gelbbräunlichem 
Wurzelgliede. Taster von mehr als Rückenschildslänge, blass 
ochergelb; 2tes Glied aussen mehr oder weniger reichlich hell 
gelbbräunlich bestäubt, an den obersten 3 stark uud gleichmässig 
durch die Schuppen verdickt; Endglied halb so lang, feinspitzig, 
zusammengedrückt, vor der Spitze mit braunem Ringe, Saug- 
rüssel klein, gelblich beschuppt. Beine bleichgelb; die vordern 
am dunkelsten aussen gebräunt, und ihre Tarsen nicht immer an 
den 2 ersten Gliedern am Ende gelblich, wie die der übrigen 


295 


überall. Hinterleib ‘grau, Bauch hell gelblich, an den Seiten 
grau bestäubi, so dass in der Mitte eine helle breite Strieme 
übrig bleibt. | 

Vorderflügel 33 — 23° lang, gestreckt mit abgerundetem 
Vorderwinkel und sehr convexem Hinterrande, mehr oder weniger 
dunkel rothbraun und mit hellrother Farbe des Vorderrandes, die 
ganz allmählig in die dunklere übergeht. Wurzelfeldchen ganz 
fehlend; nur der Innenrand ist an der Wurzel sehr schmal gelb- 
lich, und hier ist die Grundfarbe am dunkelsten. Auf: dem hin- 
tern Flügeltheil sind weissgelbliche Schüppchen zu mehrern, in 
einanderfliessenden Querwischen gestreut; der hauptsächlichste und 
steis vorhandene ist der der gewöhnlichen Querlinie weit vor dem 
Hinterrande; er ist zu einem spitzen Winkel gebrochen, ‘dessen 
oberer, dünnerer Schenkel kurz und verloschen ist und den 
Vorderrand nie erreicht. Franzen an der Aussenhälfie grau. 

Hinterflügel grau, kaum an der Wurzel heller; Franzen hell. 

Unterseite der Vorderflügel grau mit dünner, gelblicher Vor- 

derrandlinie; Hinterflügel hellgrau, gegen die Spitze dunkler und 
weisslich-gelb bestäubt. 
Vaterland: Schweden bis ins südliche gebirgige Lappland 
(Boheman!); das südliche England, doch ist die Schabe hier 
selten (Stainton). In Deutschland: bei Braunschweig (v. Hei- 
nemann!), bei Hannover (Krösmann bei v. Heyden!), in Meck- 
lenburg (Kindermann bei v. Heyden!), in Berlin und bei Glo- 
gau (Z.), bei Dessau (Richter), in Baden bei Constanz (Reuiti); 
bei Frankfurt am Main (v. Heyden!). 

Die Raupe ist cylindrisch, nach hinten und vorn verengt, 
blass grünlich-roth, in den Einschnilten grünlich-hellgrau, nach 
hinten blasser, auf den 3 ersten Ringen am dunkelsten, mit glän- 
zend schwarzem Kopf und solchem, in der Mitte durch eine feine 
helle Linie getheiliem und vorn hell gesäumtem Prothorax; Vor- 
derbeine und Luftlöcher ebenfalls glänzend schwarz. Die ge- 
wöhnlichen Warzen sind alle gross, flach und weisslich; ihre 
Borsten blond und klar. Afterschild glänzend, ungefleckt, uneben. 
Die Hakenkränze an den: Mittelbeinen vollständig, an den Nach- 
' schiebern hinten zu $ unterbrochen. — Sie lebt wohl am häu- 
figsten an der Möhre (Daucus carota) und wird, wie ich in 
Herrn Bouche’s Garten sah, den Samenpflanzen sehr nachlheilig. 
Im Freien fand ich sie am gewöhnlichsten an den Möhren, die 


296 


auf frisch aufgeschütteten Dämmen wuchsen. Die von ihr be- 
wohnten Pflanzen sind schon von ferne kenntlich durch die im 
Innern unnatürlich braunen Dolden; doch verlässt sie auch diese 
braunen Dolden und bezieht frische, die dann kein äusseres 
Kennzeichen haben. Nach Bouche geht sie noch lieber an Pa- 
stinak, den man daher zwischen die Gartenmöhren pflanzen soll. 
Ich fand sie nicht häufig am wilden Pastinak, sondern nur an 
einzelnen, sonnig wachsenden und sehr mit Blattläusen behafteten 
Pflanzen, dann mehrere an einer Pflanze. Sie kommt auch an 
Pimpinella saxifraga vor, in deren Dolden sie ohne nähere Be- 
trachtung von der Pimpinellaeraupe dadurch leicht unterschieden 
wird, dass sie ihre seidene Röhre zwischen den Döldchen anlegt, 
während die andre sie an den Strahlen herab, also senkrecht, 
baut. Endlich traf ich auch mehrere Raupen auf Peucedanum 
silaus, woran sie aber ganz einzeln lebten, und eine Puppe so- 
gar in der Dolde des Selinum oreoselinum. Erwachsen oder fast 
erwachsen ist die Raupe in der zweiten Hälfte des August. 


Die Verpuppung erfolgt in einem lichten, weissseidenen Ge- 
webe, in irgend einem Versteck, im Freien häufig zwischen der 
Dolde der Futterpflanze. Die Puppe ist schwarz, schwach glän- 
zend, in der Mitte flach, ohne Auszeichnung. 


Am frühesten kroch mir die Schabe am 24sten August aus, 
am meisten geschieht es wohl zu Anfang Septembers. Manche 
Exemplare überwintern, 

Anmerkung: Die Fabricius’sche Depressana: alis depressis fuscis, 
capite thoraceque niveis, wozu sogar noch der Zusatz kommt: corpus par- 


vum, totum depressum, nıveum, ist so unsicher, dass ich mit Stainton die 
Hübner’sche Benennung vorziche. 


42. Heydenii n. sp. 


Palporum articuli terminalis basi maculaque nigris, apice albo; 
alis ant. elongalis, rotundatis, fuscis, lineolis nigris sparsis, 
costa poslice canescenti-pulverulenta; posteriorum apice 
valde rotundato. (2 Mus. Heyden.) 


Sehr ausgezeichnet durch den ganz abgerundeten, stumpfen 
Vorderwinkel der Hinterflügel; die starke Abrundung der Vor- 
derflügel scheint sie in die Nähe der Pulcherrimella etc. zu 
verweisen; es fehlt aber jede Andeutung eines hellen Quer- 


297 


aderpunktes; ich stelle sie zu der Verwandtschaft der Badiella, 
obgleich diese keinen vor der Spitze eingedrückten Vorderrand 
der Vorderflügel und keinen so lang gefranzten Hinterleib hat. 

Grösse einer mittlern Pimpinellae 2. Rückenschild und Kopf 
bräunlich-grau, dunkler bestäubt, am Kragenrand und an den 
Enden der Schulterdecken heller. Fühler bräunlich-grau; Wur- 
zelglied schwarzbraun, am Ende und in einem Längsstrich der 
Unterseite weisslich. Gesicht an der Seite braun, und hier oben 
und unten mit einem eckigen gelblichen Punkt. Taster so lang 
wie Kopf und Rückenschild zusammen, an der Wurzel gelbweiss- 
lich beschuppt; 2tes Glied ziemlich stark und gleichmässig ver- 
dickt, braungrau, braun bestäubt, innen hellgrau; Endglied über 
halb so lang, zusammengedrückt, aussen schwärzlich bestäubt, 
innen an der Wurzel schwarz, dann hellgrau, endlich vor der 
weissen Spitze mit einem schwarzen Fleck. Rüssel gelbweiss- 
lich beschuppt. Beine schmutzig gelblich-weiss, braun bestäubt; 
die vordern an Schiene und Fuss, die mitllern nur an der Schiene 
röthlich angeflogen; Hinterschenkel ausser am Endviertel dicht 
schwarz beschuppt. Hinterleib lang und breit, dunkel braungrau, 
mit langen, gelbweisslichen, seitlichen Haarbüscheln gefranzt; After- 
busch braungrau, an der Seite und am Ende gelbweisslich; Bauch 
gelbweisslich, an jeder Seite mit einer Reihe verloschner schwar- 
zer Flecke. 

Vorderflügel 4° lang, gestreckt, hinten ganz abgerundet, 
am Vorderrand vor der Spitze schwach eingedrückt, braungrau, 
röthlich schimmernd, Innenrand ziemlich breit schwarz; die Falte 
ist schwarz, mit einzelnen hellgrauen Schuppen; ebenso ist eine 
aus der Basis kommende und dort verdickte Linie längs der 
Medianader; alle diese schwarzen Zeichnungen treten erst unter 
der Loupe deutlich hervor und geben der Fläche für das blosse 
Auge ein dunkleres Ansehen, als sie wirklich hat. Der Vorder- 
rand ist bis zur Subcostalader weisslich-grau bestäubt, doch an 
der Wurzel und hinter der Mitte am lichtesten, von wo ein 
lichter Streif querüber geht und einen sehr unvollständigen, kaum 
erkennbaren rechten Winkel bildet, dessen oberer längerer 
Schenkel der helle Staub des Vorderrandes ist. Diesen längern 
Schenkel durchschneiden 2 schwarze Linien, die zwischen den 
Aesten der Subcostalader liegen und am Anfange verdickt sind; 
ihre Enden schliessen sich oben an die Querreihe schwarzer, 


298 


ziemlich dicker, verflossener Längsstriche, die den: Raum: zwi- 
schen dem untern Schenkel des Winkels und dem Hinterrand 
füllen. Die Franzen sind hell röthlich-grau, an der Wurzelhälfte 
braun bestäubt und am Hinterrande mit einer wunordentlichen 
Reihe weissgrauer Stäubchen umzogen. I 

Hinterflügel mit stumpferer und mehr abgerundeier Spitze 
als bei allen mir bekannten Arten, mit deutlicher Einbiegung vor 
der Mitte des Hinterrandes, grau, an der Spitze am dunkelsten, 
gegen die Wurzel fast ins Weissliche gelichtet. Franzen hell- 
grau, nahe der Wurzel mit hellbrauner Linie, dann mit dunkel- 
grauem, breitem, verloschenem Schatten durchzogen. 

Unterseite der Vorderflügel hellgrau; Franzen gelblich-grau, 
aussen dunkelgrau, röthlich schimmernd. Hinterflügel noch heller, 
am Vorderrand gelblich, in der Spitze dunkelbraun bestäubt und 
mit einer Reihe schwarzer Staubstrichelchen am Rande. Franzen 
wie an. den Vorderflügeln, doch ohne röthlichen Schimmer. 

Vaterland: die Schweiz. .Der Herr Bürgermeister o.,Heyden 
fand im August 1847 auf dem Faulhorn,. der Grimsel und. dem 
Col de Balme Puppen unter Steinen, aus denen sich jedoch nur 
das eine oben beschriebene weibliche Exemplar zu Anfang Sep- 
tembers entwickelte. 

Die gelbbraune Puppe hat Aehnlichkeit mit der von Thap- 
siella, ist aber etwas kleiner und glänzender, mit dunkleren Flü- 
gelscheiden. _Die kleine, stumpfe Schwanzspitze hat am: Ende 
ein paar sehr kleine, abwärts gerichtete Hakenborsien, und die 
Analgegend darunter ist mit mehrern zerstreuten, ebenfalls ab- 
wärts gerichteten Hakenborsten bekleidet, 


45. Pimpinellae Z. 


Capite ac thorace rufo-griseis, palporum articulo terminali nigro- 
bicincto; alis ant. apice rotundato rufo-fusceescenlibus costa 
rubescente, linea disci longitudinali pulvere exalbido in 
2 —3 striolas nigras divisa. 

Depressaria pimpinellae Isis 1839, S. 195. 20. 1846, S. 282. — Ent, 
Zıig. XIV. (1853) S. 84, 12. — v. Tiedemann Pr. Provinzialbl. 1845, 
S. 536. 11, — Schles. Schmtauschbl. III. (1842) p: 17. IV (1843), 
p: 18. VII (1845) p. 8. VIII (1846) p. 13. — Stainton Cat. p. 17. 25, 
— Companion ed. 1. p. 15, 56, 59, 64. ed. 2. p. 12, 44, 48, 77, 79, 
— Transact, V p. 164. 385. — Tin. brit. p. 95 26. — Cat. of brit. 


299 


Microl, p- 62. 26. — Tengström Finl. Fjäril. p- 123. 9 — Reutti 
Beitr, 187, 41. 

Tinea pimpinella HS. tab. 61. fıg. 439. 

* Anacampsis pimpinella Dup, Suppl. IV. p. 424. pl. 84. fig. 4. 

? Depress, characterosa (the lesser Flat-body): alıs griseis subnebu- 
losis, costa rosea, nota? nigra interrupta media. Haw. Lep. brit. 
II. p. 511, 18 (sec. Stainton). — Steph. Cat. 7163, — Illustr. 
IV. p. 199. 7. 


Haemylis pulverella: alae ant. fusco rubricosae, longitudinaliter fusco- 
substriatae, costa aeque ac thorax et caput saepe dilute rubricosa; 
posticae nigricantes, bası dilutiores. Eversm. Fn. Volg. 568. 1. 

Depress. libanotidella Reutti Beitr. S. 187, 46. 

Von Depressella leicht durch grauröthlichen Kopf und Rük- 
kenschild, 2ringlige Taster, schwarzfleckige, weniger lebhaft 
rothe Vorderflügel zu unterscheiden, kommt sie nach den Kenn- 
zeichen der Diagnose der Libanotidella am nächsten. Wäh- 
rend sie aber zu den kleinern Arten des Genus gehört, ist Liba- 
notidella eine der grössten und hat viel gestrecktere, am Vor- 
derrande heller röthliche und stets mit weisslicher, weniger spitz- 
winklig gebrochner Querlinie versehene Vorderflügel; auch sind 
ihre Hinterflügel heller. Die im Flügelbau ähnliche Badiella 
gehört gleichfalls zu den grössern Arten und entbehrt so wie 
manche helle, kleine Exemplare der Veneficella des röthlichen 
Vorderllügelrandes. 

In der Grösse meist unter Assimilella, fast immer über De- 
pressella.. Kopf und Thorax schmutzig grauröthlich oder hell 
bräunlich-roth. Fühler bräunlich, am Wurzelgliede und an der 
ganzen Geissel unten mit gelblicher Linie. Taster länger als 
der Thorax, innen bleich; das 2te Glied an den letzten 3 stark 
und gleichmässig durch die Beschuppung erweitert, diese. am 
Ende, besonders an der Innenseite dunkel rosenroth, aussen etwas 
bräunlich bestäubt; Endglied halb so lang wie das 2te Glied, 
röthlich, an der Wurzel und vor der ganz hellen Spitze mit 
schwarzem Ringe. Saugrüssel kurz, weisslich beschuppt. Beine 
schmutzig bleichgelb, aussen braun angelaufen, an den 4 vordern 
Schienen roth gemischt, an der Hinterschiene nur staubig gelblich; 
die Fussglieder, mit Ausnahme des 4ten vordern, am Ende gelb- 
lich. — Hinterleib grau, gelblich gerandet,' Bauch mit gelblicher; 
breiter Mittelstrieme, sonst grau staubig und jederseits mit schwar- 
zer, nach hinten gelichteter Fleckensirieme. 


300 


Vorderflügel 43 —3%‘ lang, ziemlich gestreckt, an der 
Spitze sehr abgerundet und mit sehr convexem Hinterrande, 
rothbraun, auf der Innenrandhälfte mit braunen und weissgelb- 
lichen länglichen Schüppchen bestreut, längs des Vorderrandes 
in veränderlicher Breite und Lebhaftigkeit rothsteinfarbig. Ein 
Wurzelfeldchen fehlt ganz; der Innenrand ist an der Wurzel in 
einer dünnen Linie gelblich, die durch Braun oder Schwarzbraun 
einwärts gerandet ist. In der Flügelmitte, längs der Medianader, 
liegt eine dicke schwarzbraune Linie, die durch weissgelblichen 
Staub siellenweise verdeckt und gewöhnlich in 3 kurze Längs- 
striche zerlegt wird. Auch die Flügelfalte trägt oft in der Mitte 
einen schwarzen, weissgelblich bestäubten Längsstreif. In der 
Mitte zwischen der schwarzen Mittellinie und dem Hinterrande 
ist meist ein spitzer, aus weissgelblichem Staube gebildeter Win- 
kel, dessen unterer Schenkel selten etwas gegen den Innenrand 
verlängert ist. Am Hinterrande sind undeutliche schwarze Punkte, 
an den Enden der bisweilen schwarz bestäubten Adern. Fran- 
zen aussen grau, vor der Mitte mit einer schwärzlichen Staub- 
linie durchzogen. 

Hinterflügel grau, nach hinten dunkler und mit dunkler Hin- 
terrandlinie. . 

Unterseite der Vorderflügel grau mit schmalem gelblichen 
Vorderrande. Hinterflügel hellgrau, am Vorderrande und in der 
Spitze dunkelgrau und gelblich bestäubt; die Hinterrandlinie vor 
der Spitze schwärzlich, auf den Adern gelblich unterbrochen. 

Vaterland: Das Casanische (Eversm.) — Finland (Teng- 
ström!) — Lievland (Lienig!) — Preussen (v. Tiedemann!) 
— Schlesien um Glogau — Sachsen bei Jena (Schläger!) — 
Baden (Reutti!) — Frankfurt am Main (v. Heyden!) — Oest- 
reich (Mann) — südliches England (Stainton). 

Die Raupe: braungrau oder grünlich- dunkelgrau mit zwei 
Dorsalreihen doppelter, und einer Seitenreihe einfacher, glänzend 
schwarzer, weiss umzogener Warzen; Kopf, Prothorax, Vorder- 
beine, Afterschild und Fleck am Nachschieber glänzend schwarz 
— habe ich ausführlich in der Isis 1846 beschrieben. Sie lebt 
im August und September in den Dolden der Pimpinella saxi- 
fraga, sowohl im Schatten der Bäume und Gesträuche, als auch 
an freien, der Sonne ausgesetzten Stellen, z. B. Ackerrainen, 
Hohlwegen, Chausseegräben, immer aber in einiger Nähe von 


301 


Häusern und Zäunen, wahrscheinlich weil die Schabe sich gern 
an diesen versteckt und daher beim Eierablegen die nächsten 
Pflanzen zuerst besucht. Sie wohnt einsam in einem lichten weis- 
sen Gewebe, welches sie zum grössern Theil zwischen den 
Schirmstielen anlegt, so dass sie darin eine mehr senkrechte 
Stellung hat. Ihre Verwandlung geschieht am Boden in einem 
schwachen weissen, mit Schmutztheilen bedeckten Gespinnst. Die 
Puppe ist gelbbraun oder schwarz, mit 8 Widerhäkchen an der 
Afterspitze. Nach etwa 3 Wochen kriecht der Schmetterling aus, 
der sich bei Tage zwischen Brettern, Balken, dürrem Gestrüpp 
versteckt und nicht selten überwintert. 

Anmerkung l. Stainton, auf dessen Autorität allein ich die Haworth- 
sche Depress. characterosa als zweifelhaftes Synonym beifüge, obgleich Pimpi- 
nellae nie auf den Vorderflügeln etwas einem Fragezeichen Aehnliches hat, 
führt in den Transact. eine Var, & major, tarsis onınıbus externe ru’escenti- 
bus auf, in der er eine möglicher WVeise eigene Art erblickt. \WVenn auch 
Pimpinellae in der Grösse abändert, so habe ich doch nur die Schienen und 


ausnahmsweise die vordern Tarsen bei ihr roth angeflogen gesehen. — Pul- 
verella Zversm., bei Stainton als fraglich eitirt, scheint mir nicht zweifelhaft. 


Anmerkung 2, Libanotidella Zeutti habe ich selbst geschen und 
als sichere Pimpinellae erkannt, 


44. Libanotidella Schlg. 


Major, thorace et capite rufescenti-griseis, palporum articulo 
terminali nigro-bicincto ; alis ant. elongatis,' apice rotun- 
dato, fuscescentibus, costa rubricante, linea media pallide 
pulverulenta puncto majusculo nigro terminata, margine 
poslico nigro-punctato. 

Depress. libanotidella Schlg. lepid. Tauschverein (1849) S. 44. — Her- 

rich-Schff. tab, 59. fig. 423. 424. 

Am ähnlichsten in der Färbung der Depr. pimpinellae, 
verschieden durch die sehr beträchtliche Grösse, die gestrecktern 
Vorderflügel, die deutliche, aus hellem Staube gebildete Querlinie, 
‚die deutliche Reihe schwarzer Punkte am Hinterrande, die weiss- 
lichern Hinterflügel. Der geröthete Vorderrand der Vorderflügel 
unterscheidet sie von den übrigen verwandten Arten: Badiella, 
Veneficella, Heracliana. 

Grösse etwas unter Heracliana; bei der Zucht kommen durch 
Futtermangel auch kleine Exemplare zum Vorschein, doch sah ich 
keins, das so klein wie meine grösste Pimpinellae war, wie sie 


302 


aber doch nach Schläger vorkommen. Rückenschild und Kopf 
grauröthlich, im Gesicht nach unten heller. Fühler an der gan- 
zen Unterseite mehr oder weniger hell, bis ins Röthlich- gelbe, 
auf dem Rücken röthlich-braun, am Wüurzelgliede schwarzbraun. 
Taster länger als der Thorax, innen bleich gelblich; das 2te Glied 
fast der ganzen Länge nach stark und gleichmässig durch die 
Beschuppung verdickt, aussen und an deren Ende oft sehr reich- 
lich braun bestäubt; Endglied über halb so lang, an der Wurzel 
und vor der Spitze mit je einem breiten schwarzen Gürtel, an 
der feinen Spitze weisslich. Beine bleich gelblich, die 4 vor-- 
dern aussen stark braun bestäubt, an den Schienen geröthet und 
an den dunklern Tarsengliedern, mit Ausnahme des vierten am 
‚Vorderbein, mit weisslichen Enden; Hinterbeine aussen nur schwach 
bestäubt, an den Tarsen bräunlich, mit hellen Gliederenden. Hin- 
terleib grau, mit gelblichen Seitenhaaren und solchem Afterbusch; 
Bauch gelblich, an jeder Seite mit einer mehr oder weniger in 
Flecke aufgelösten, nach hinten verblassenden schwarzen Strieme. 

Vorderflügel 55 — 43‘ lang, sehr gestreckt mit abgerun- 
detem Vorderwinkel und sehr convexem Hinterrande, braun mit 
hell rothsteinfarbenem, mehr oder weniger lebhaftem Vorderrand- 
drittel der Flügelbreite, welche Farbe sich gegen die Wurzel auf 
einen schmalern Raum beschränkt. Der braune Raum ist reich- 
lich mit schwarzen und bleich gelblichen Schuppen bestreut; ge- 
gen die Wurzel nehmen die erstern überhand und füllen den 
Winkel zwischen der Subcostalader und der schmalen bleich gelb- 
lichen Innenrandlinie. Wurzel des Vorderrandes mit einem schwar- 
zen verfliessenden Punkt. In der Mittelzelle ist ein dicker, aus 
bleich gelblichen gestreckten Schuppen gebildeter Längsstrich, wel- 
cher bei genauerer Betrachtung nur die Decke eines schwarzen 
Strichs ist, der entweder durch Abfliegen der gelblichen Schup- 
pen oder auch durch Variiren stückweise oder bisweilen in einem 
schmalen Strich, fast nie aber in so deutlichen 3 Stücken wie bei 
Pimpinellae hervortritt und immer durch einen schwarzen, star- 
ken, fleckartigen Queraderpunkt endigt. In einiger Entfernung 
hinter diesem ist der aus bleich gelblichem Staube gebildete 
Querstreif; er ist über der halben Flügelbreite zu einem Winkel 
von etwa 70° gebrochen, dessen unterer breiterer Schenkel fast 
den Innenrand erreicht, der obere in der röthlichen Vorderrand- 
färbung verschwindet. Hinter ihm ist ein dunkler Schatten, worin 


303 


die Adern mehr oder weniger deutliche schwarze Linien bilden; 
darauf folgt bis zum Hinterrand ein diesen begleitender Schatten 
aus bleich gelblichen Schuppen. Der Hinterrand trägt eine Reihe 
schwarzer, theilweise eckiger Punkte von verschiedener Grösse 
und Deutlichkeit. Franzen hell röthlich-grau, auf der Innenhälfte 
schwärzlich bestäubt. 

Hinterflügel hellgrau, nach hinten etwas dunkler, mit dunk- 
lerer Hinterrandlinie. Franzen trübgrau, nahe der Wurzel mit 
dunkler Schattenlinie. 

Unterseite der Vorderflügel grau, am Vorderrande gelblich 
bestäubt. Hinterrandfranzen an der Wurzel graugelblich, aussen 
bräunlich- grau. Hinterflügel sehr hellgrau, am Vorderrand und 
in der Spitze gelblich bestäubt. Hinterrandlinie um die Spitze 
schwarz, auf den Adern hellgelb unterbrochen. 

Vaterland: die Gegenden von Jena (Schläger!) und von 
Wien (Mann!). Die Raupe lebt an Athamanta libanotis im Juli 
und August, anfangs in den Blättern, die sie zu Röhren zusam- 
menzieht, welche sie mit Seide fultert, später unter den durch 
Seide zusammengezogenen Dolden in einer an beiden Enden offe- 
nen Seidenröhre. Bisweilen wohnen 6—8 Raupen in einer Dolde. 

Die Raupe wird bis einen Zoll lang, ist dunkel, grünlich- 
schwarzgrau und der von Pimpinellae ähnlich. Kopf glänzend 
schwarz, mit einzelnen Borstenhärchen; Nackenschild glänzend 
schwarz, mit feiner grünlich-grauer Längslinie durch die Mitte. 
Der Meso- und der Metathorax haben diese Linie verloschen 
fortgesetzt und zu jeder Seite derselben erst eine kleine schwarze 
Warze, darunter eine grosse, und etwas nach vorn darunter eine 
noch etwas grössere. An den folgenden Ringen stehen an der 
Seite des Rückens 3 schwarze Warzen im Dreieck; dicht unter 
der 2ten über dem Seitenwulst ist das schwarze Stigma. Der 
Seitenwulst hat am Anfange des Ringes eine schwarze Warze, 
und unter ihm steht am Ende des Ringes noch eine grosse Warze, 
Alle diese Warzen sind weisslich umzogen und jede ist mit einer 
dunklen Borsie versehen. Afterschild schwarz mit einzelnen Haa- 
ren.  Vorderfüsse schwarz, an den Absätzen der Glieder mit 
srünlich - weissem Endringe. Bauchfüsse an der Wurzel mit 
schwarzem, glänzendem, länglich-dreieckigem Warzenfleck, und 
über dem mit vollständigem Hakenkranz versehenen Fusse mit 
einem schwarzen Fleck, so dass sie dem blossen Auge schwarz 


304 


erscheinen. Auch die Nachschieber führen einen schwarzen Sei- 
tenfleck. Zwischen den Brustfüssen hat jeder Ring 2 schwarze 
Wärzchen; diese werden grösser am Bauche jedes folgenden 
fusslosen Ringes, wieder kleiner an jedem folgenden. In der 
Jugend ist die Raupe fast schwarz; sie wird je älter desto lichter. 

Zur Verpuppung sucht sie eine geeignete Stelle unter den 
niederliegenden Blättern der Futterpflanze oder im Steingeröll; 
selten bleibt sie in der Dolde. In der Gefangenschaft legt sie 
in einem dunklen Winkel ein dünnes weissliches Gespinnst an. 
— Die Puppe ist röthlich-braun mit dunkelbraunen Flügelschei- 
den, am Uremaster mit 6 Widerhäkchen, an beiden Seiten des 
mit einer Längsfurche versehenen Afterendes mit 6— 8 kleinen 
Hakenborsten. — Der Schmetterling erscheint von Ende August 
bis Mitte September. (Alles nach Schläger.) 


Anmerkung. Libanotidella Zeutti gehört zu Pimpinellae, 


45. Veneficella Z. 


Major; palporum articulo terminali fusco-bicineto; alis ant. elon- 
gatıs obscure brunneo-griseis, linea disci nigra longitudi- 
nali partim pallido-squamata, lineolis nigris radiantibus post 
strigam pallidam obsoletam acute fractam. 

Depress. veneficella Z. Isıs 1847, S. 842. 391. — Stainton Transact, 


V, p. 168. 46. 
— veneneficella Herrich-Schff. tab. 59. fig. 422. 


Sie kommt in der Flügelgestalt und Zeichnung der Libano- 
tidella am nächsten, hat aber die Vorderflügel noch gestreckter 
und entbehrt der hellen röthlichen Färbung längs des Vorderran- 
des. In der Färbung der Vorderflügel ist sie der Badiella am 
ähnlichsten, von der sie sich aber durch viel schmalere und ge- 
strecktere Vorderflügel unterscheidet. Dadurch weicht sie auch 
von Cervicella ab, die überdies an dem von der Basis ausge- 
henden zersplitterten schwarzen Längsstreifen und den schwar- 
zen, in den Vorderwinkel und den Hinterrand ausgehenden Li- 
nien sichere Merkmale hat. 

Grösse von Heracliana und Libanotidella. Rückenschild und 
Kopf hell röthlich-braun oder hell gelblich-braun, ins Staubgraue; 
ersterer vorn etwas verdunkelt; Gesicht fahl gelblich. Fühler 
röthlich- oder gelblich-braun mit hellern Anfängen der Glieder, 
an der Unterseite auch des dunkelbraunen Wurzelgliedes fahl- 


305 


gelblich. Taster länger als der Thorax; das 2te Glied innen 
bleich gelblich, aussen und an der starken, durch die Schuppen 
hervorgebrachten, fast in der ganzen Länge gleichmässigen Ver- 
dickung dunkel rothbräunlich; Endglied kürzer als das halbe 2te 
Glied, dünn, bleich gelblich, an der Wurzel und in einem brei- 
ten schiefen Gürtel schwarzbraun, an der feinen Spitze blass 
gelblich. Beine bleichgelb, auf der Lichtseite bräunlich, an den 
4 vordern Schienen schwach geröthet, an den 4 vordern Tarsen 
schwarzbraun mit gelblichen Gliederenden; das Ate Vorderfuss- 
'glied ganz schwarz. Hinterschienen aussen schwach bestäubt; 
Hinterfüsse wie die Mittelfüsse, nur viel heller. Hinterleib grau, 
an der Seite mit langen fahlgelben Haarbüscheln gefranzt; After- 
busch etwas grauer. Bauch gelblich, zu jeder Seite mit breitem, 
aus dunkelgrauen Stäubchen zusammengesetziem, nach hinten hel- 
lerem und schmalerem Streif. 

Vorderflügel 6—44 lang, schr gestreckt, hinten erweitert, 
mit sehr abgerundetem Vorderwinkel und sehr convexem Hinter- 
rand, hell röthlich- oder gelblich-braun, längs des Vorderrandes 
etwas lichter, mit zerstreuten bleich gelblichen und schwarzen 
Stäubchen und schwarzen oder schwarzbraunen Flecken. Ein 
solches Fleckchen liegt an der Basis an der schmalen gelblichen, 
kurzen, von der Basis ausgehenden Innenrandlinie. Einzelne 
solche Wische liegen noch am Anfange der Mittelzelle, in der 
Falte und gegen den Innenwinkel. Eine schwarze Längslinie liegt 
in der Mittelzelle an der Medianader; sie ist mehr oder weniger 
mit gelblichen gestreckten Schuppen verdeckt, und nur ihr Ende 
ist als eine kurze längliche Linie oder als länglicher starker Punkt 
der Querader schwarz. Unter und über diesem Queraderstrich 
liegen noch ein paar mit ihm parallele schwärzliche oder schwarze 
Längsstriche, viel weniger auffallend als bei der hellern Hera- 
cliana. Hierauf folgt der zu einem spitzen Winkel gebrochene, 
sehr verloschene, aus hellerer Grundfarbe und gelblichen Schup- 
pen gebildete Querstreif, dessen oberer Schenkel weniger wei- 
ter gegen den Vorderrand verfolgt werden kann, als der untere 
gegen den Innenwinkel. Hinter ihm bilden die Adern schwarze 
Längslinien von verschiedener Länge, worauf nach hellerer Be- 
stäubung oder doch hellerem Grunde schwarze, eckige, mehr oder 
weniger scharfe Hinterrandpunkte folgen. Franzen aussen heller 
als die Grundfarbe. 

IX. 20 


306 


Hinterflügel hellgrau, hinten dunkler und mit dunkler Hinter- 
randlinie. Franzen staubgrau, nahe der Wurzel mit dunklerer 
Schaltenlinie. 

Unterseite grau, mit gelblichem Vorderrande und gelblicher 
Wurzellinie der heller grauen, aussen etwas verdunkelten Fran- 
zen. Hinterflügel weissgrau, am Vorderrand und in der Spitze 
mit braunen und gelblichen Stäubchen bestreut. Der Hinterrand 
ist um die Spitze mit 6 kurzen schwärzlichen Strichen gezeich- 

net. Franzen gelblich-grau, gegen die Flügelspitze grau. 

| Vaterland: Syracus, der Aelna und wahrscheinlich überall, 
wo die Futterpflanze Thapsia garganica wächst. Die Raupe: blass- 
grün, am Rücken röthlich mit 3 dunklern verloschenen Rücken- 
linien, deren mittelste die deutlichste ist, mit glänzendem Nacken- 
und Afterschild und gelbbraunem, obenauf schwarzbraunem Kopf 
— lebt an der Thapsia gesellig in der ungeöffneten Dolde, im 
April und Mai bis zum Juni hin. Sie verpuppt sich unter abge- 
fallenen Blättern in schwachem Gespinnst. Die Schmellerlinge 
entwickelten sich vom 20. Mai bis zum 5. Juni. Im Juni fand 
ich einen an der Erde unter verdorrien Thapsiapflanzen. Aus- 
führlicheres s. Isis a. a. O. 


46. Badiella Hübn. 


Major, capite ac ihorace griseis, fusco -pulverulenlis, palporum 
arliculo terminali nigro-bicineto; alis ant. elongatis (2 bre- 
vioribus) rolundalis fuscescenti-badiis canescenti-pulveru- 
lentis, puncio venae transversae majore punclisque mar- 
ginis poslici nigris. 

Tinea badiella Hübn. fig. 92. Texı S. 39. 3. 

Pinaris — Hübn. Cat. All. 3965, 


ilaemylis —: alis ant, fusco-corticeis, atomis albis, puncto medio obsoleto 


venisque nigrisz; posticis griseis Ir. X, 3. 180 u. 279. — Erversmann 
Faun, Volg. 568, 3. 
Depressaria — Z. Isis 1839, S. 196. 24. 1846, S. 284. 15. — Schles. 


Schmtauschbl. III (1842), 17, IV (1843), 18, VII (1845), 9. — 

v. Tiedemann Pr. Provinzialbl. 1845, S. 536. 15. — Richter Enı. 

Zug. Xl (1850), S. 27, Mann ib. S. 150. 117. — Stainton Cat. 33. 

— Companion cd, 1. p. 15, 59. ed. 2. p. 12, 44. — Transact. V. 

p« 168. 44. — Tin. brit, 99, 35. — Cat. of brit. Microl. 64, 35. 

— Herrich-Schff. ıab. 61. fig. 447, | 
Haemylis pastinacella Dup, Hist. VII. pl, 291. fig. 5. 


307 


® Depress. badiella, alis ant. fuscis, lineolis sparsis numerosis saturatioribns, 
 postieis fuscis Steph. Illustr, IV. p. 198, 6. (Secund. Staint.) 

Von Thapsiella durch viel dunklere und kürzere Vorder- 
flügel mit weniger spitzem Winkel des hellstaubigen Querstreifs, 
von Libanotidella durch den Mangel eines röthlichen Vorder- 
randes derselben Flügel, von Heracliana durch die viel dunk- 
lere Färbung verschieden, kommt sie der Altaica am nächsten, 
welche aber auch heller ist und auf den mehr mit Staubgrau ge- 
färbten Vorderflügeln schwarze dünne Längsstriche hat, welche 
in die Hinterrandfranzen auslaufen, ohne durch schwarze Punkte 
beendigi zu werden. Solche Striche, aber viel schärfer, dunkler 
und länger, hat auch Gervicella, welche ausserdem einen dik- 
ken schwarzen, aus der Wurzel entspringenden Mittelstrich zeigt. 

Grösse etwas unter der von Libanotidella, wie von einer 
kleinen Heracliana. Rückenschild und Kopf staubgrau, mehr oder 
weniger braun bestäubt, besonders auf der Schulterdeckenwurzel. 
Fühler bräunlich, am Wurzelgliede schwarzbraun, an der ganzen 
Unterseite bleich gelblich. Taster länger als der Thorax; das 
2te Glied braun ausser an der Innenseite des Rückens, stark 
durch Beschuppung erweitert, am meisten am Anfange; Endglied 
halb so lang, spitz, an der Wurzel und in einem schiefen Ringe 
vor der weisslichen Spitze schwarz, in der Mitte gelblich. Saug- 
rüssel kurz, weissgelblich beschuppt. Beine bleichgelb, aussen 
braun, am hellsten die hintern; Füsse mit hellen Gliederenden, nur 
das 4te Vorderfussglied ganz braun. — Hinterleib bräunlich-grau, 
heller gefranzt; Bauch fahlgelblich, bräunlich bestäubt, an den 
Seiten am dichtesten. 

Vorderfllügel 53—43‘ lang, ziemlich gestreckt, doch weni- 
ger als bei Libanotidella, beim 9 mehr als beim 2, hinten er- 
weitert, mit stark abgerundetem Vorderwinkel und sehr convexem 
Hinterrand, ziemlich dunkel röthlich- oder gelblich-braun, mit 
sehr veränderlicher Reichlichkeit grauweisser Stäubchen, die im 
Allgemeinen am reichlichsten längs des Vorderrandes liegen. Die 
schwarzen oder schwarzbraunen Zeichnungen sind wenig deut- 
lich; am meisten nimmt sich ein Punkt auf der Querader aus. 
Vor ihm liegen längs der Medianader helle Stäubcehen, die jedoch 
keine schwarze Längslinie verdecken, obgleich am Anfange der 
Mittelzelle öfters ein undeutliches Fleckchen in dieser Farbe sich 
zeigt. Am Innenrande nahe der Wurzel ist dicht an der schma- 


308 


Ien gelblichen, aus der Basis kommenden Innenrandlinie ein grös- 
screr undeullicher Fleck. Näher dem Queraderpunkt als dem 
Hinterrande geht der undeutliche, aus weissgrauen Stäubchen ge- 
bildete, über der Mitte spitzwinklig gebrochene Querstreif, oft 
sehr wenig zu bemerken und gegen den Vorderrand weniger 
weit zu verfolgen als gegen den Innenrand. Hinter ihm sind 
einige Adern schwärzlich gefärbt, mehrere von weisslichem Staube 
begleitet. Der Hinterrand hat eine meist recht deutliche, bis auf 
den Vorderrand forligeseizie Reihe schwarzer, grober Punkte. 
Franzen aussen heller, ins Graue. 

Hinterflügel ziemlich hellgrau, hinten dunkler. Franzen nahe 
an der Wurzel mit grauer Schallenlinie, gegen die Flügelspitze 
verdunkelt. 

Unterseite der Vorderflügel dunkelgrau, am Vorderrande hel- 
ler bestäubt. Hinterflügel hellgrau, am Vorderrand und in der 
Spitze gelblich und dunkelgrau staubig;; Hinterrandlinie um die 
Spitze braun, auf den Adern gelblich unterbrochen. 


Vaterland: Das Casanische (Eversmann) — Lievland (Lie- 
nig!) — Preussen bei Danzig (v. Tiedemann!) — in Deulsch- 
land: bei Glogau (Z.), Dessau (Richter), Augsburg (Il.), Wien 
(Tr.), Frankfurt am Main (Schmid!) — Frankreich (Dup.) — 
Toscana (Mann) — England (Stainton! Z.). 

Sie bewohnt bei Glogau den trockenen lehmigen Hügelzug 
im Süden der Stadt und erscheint Ende Juli und im August. Sie 
sitzt an den Stämmen der Kiefern und Weiden versteckt, oft in 
orossen Gesellschaften, so dass ich einst von ein paar Weiden, 
die durch dichte, reich belaubte Zweige einen guten Schutz bo- 
ten, über 50 Exemplare abklopfte, welche nicht alle auf einmal 
abflogen, sondern nach jeder Erschülterung des Stammes uur zu 
2 bis 3. In England klopfte ich mit Herrn Douglas mehrere 
Exemplare aus Wachholderbüschen bei Mickleham in der End- 


hälfte des Juli. 


Anmerkung 1. Hübner’s Abbildung hat zu wenig abgerundete Vor- 
derflügel mit undeutlichen Hinterrandpunkten und eine unrichtige Färbung 
der Hinterflügel, gehört aber zu den am wenigsten bestäubten, vielleicht etwas 
abgeflogenen Exemplaren, Herrich’s Bild, obgleich in der Gestalt richtig, 
scheint mir die Art viel weniger kenntlich zu machen. Die in den Hinter- 
vand- auslaufenden Adern sind alle in ansehnlicher Länge schwarz, und in der 
Mittelzelle sind drei schwarze gerundete Fleckchen mit weissen Pupillen, wie 


.309 


ich sie an keinem Exemplar sehe; weisslicher Staub zeigt sich weiter nırgends. 
Dennoch bezweifle ich nicht, dass unsere Badiella dargestellt ıst, 


Anmerkung 2. Depress. apicella Steph. Ulustr. IV. 198 (alıs anı. 
rulo-fuscescentibus, siriis interruptis nigris, atomis albo-cinerascentibus, posti- 
cis cinereis. 10. Vorderflügel röthlich-braun mit zahlreichen undeutlichen, 
unterbrochenen, schwärzlichen Strichen und kleinen weissgrauen Atomen; eine 
düstere Wolke an der Basis des Vorderrandes und eine zweite gegen die 
Basis des Innenrandes; Hinterflügel aschgrau, mit dunkler Spitze; Franzen 
ochergelblich) wurde von Stainton in den Transactions als sicheres Synonym 
zu Badiella gestellt, steht aber jetzt in dem Cat. of brit, Microl. als frag- 
liches Synonym bei Depress. nervosa, wahrscheinlich weil auch die Ste- 
phens’sche Sammlung keine sichere Auskunft gewährt, 


4%. Altaica n. sp. 


Magna, palporum articulo terminali Q nigro-bieincto; alis ant. 
elongatis, apice rotundato, fuscescenti-cinereis, venis in 
apicem ei marginem poslicum excurrenlibus nigris. (2 S 
1 2 Mus. Lederer.) 


Am nächsten der Badiella, viel grösser, auf den Vorder- 
flügeln viel heller, nämlich bräunlich-grau, fast ohne Spuren von 
schwarzen Zeichnungen in der Mittelzelle, ohne Hinterrandpunkte, 
dagegen mit viel vollständigern schwarzen, in die Ränder aus- 
laufenden Adern. Discipunctella ist viel kleiner, hat schma- 
lere gelblichere Vorderflügel und entbehrt der schwarzen Adern, 
wofür sie deutliche schwarze Zeichnungen in der Mittelzelle besitzt. 

In der Grösse wie Heracliana. Kopf und Rückenschild trüb- 
grau, letzteres vorn etwas dunkler. Gesicht hell. Fühler dun- 
kelgrau, am Wurzelgliede etwas dunkler, an der ganzen Unter- 
seite gelblich. Taster länger als der Thorax, gelblich-grau, das 
2te Glied durch sehr verlängerte Schuppen, die jedoch nach vorn 
merklich kürzer werden, stark verdickt, aussen und an den En- 
den der Schuppen braungrau bestäubt; Endglied länger als das 
halbe 2te Glied, feinspitzig, beim Männchen an der Wurzel ohne 
oder mit wenigen schwarzen Schuppen, beim Weibchen mit 
schwarzem Ring; in der Mitte bei beiden Geschlechtern mit sol- 
chem Ringe, der beim Weibchen breiter ist und auf der Schneide 
mit dem Wurzelringe zusammenfliesst; Spitze in beträchtlicherer 
Ausdehnung als bei Badiella weissgelblich. Saugrüssel mittel- 
mässig, gelblich beschuppt. Beine bleich gelblich, die Vorder- 
beine aussen am dunkelsten grau bestäubl, an den Tarsen braun 


310 


mit hellen Gliederenden; das Ate Glied ist bei einem Männchen 
in grösserer Ausdehnung gelblich als die andern. — Hinterleib 
gelblich-grau, an den Seiten reichlich haarig gefranzt; Bauch hell- 
gelblich, an den Seiten (des einen unverölten Männchens) kaum 
merklich dunkler bestäubt. 

Vorderflügel 63— 53 lang, gestreckt, beim Q etwas we- 
niger, am Vorderwinkel stark abgerundet, am Hinterrande sehr 
convex, dunkel gelbbräunlich-grau, an der aus der Wurzel kom- 
menden kurzen gelblichen Innenrandlinie mit einem schwärzlichen 
Wischfleck. In der Mittelzelle liegt an der Medianader ein aus 
langen Schuppen gebildeter Strich, aus welchem beim. Weibchen 
am Anfange ein schwarzer Punkt, also auf $ der Flügellänge, 
und in beiden Geschlechtern hier und da ein schwarzes Längs- 
strichlein hervorsieht. Von dem gebrochenen hellen Querstreifen 
ist nur beim Weibchen eine sehr unkenntliche Spur vorhanden. 
Die in den Vorderrand vor der Spitze und in den Hinterrand 
mündenden Adern sind, in halber Länge von der Querader an 
gerechnet, von ziemlich dünnen schwarzen Längslinien begleitet, 
welche sich auf der verdunkelten Wurzelhälfte der Franzen ver- 
lieren. Diese sind staubgrau, an der Spitze etwas verdunkelt. 

Hinterflügel bleichgrau, ziemlich stark glänzend mit dunkle- 
rer Hinterrandlinie. Franzen staubgrau, an der Wurzel mit dunk- 
lerer Schaltenlinie. 

Unterseite der Vorderflügel grau, am Vorderrande ziemlich 
breit, am Hinterrande in einer feinen Linie graugelblich; Hinter- 
flügel heller grau, längs des gelblichen Vorderrandes bis in die 
Spitze dunkler. 

Vaterland: der Altai (Kindermann in Nit.). 


48. Cervicella HS. 


Palporum articulo terminali nigro-bicineto; alis ant. elongalıs, 
poslice ampliatis, rotundatis, fuscescentibus, linea nigra 
ex basi ultra medium producta, venis in apicem margi- 
nemque exeunlibus nigris. (g' Q Mus. Caes. Vind.) 

Üervicella H.-Schäff. tab, 60. fig. 431 A. 432 9. 

Kleiner als Badiella, besonders das Weibchen, und durch die 
dicke, zersplitterte, schwarze Mittellinie und die schwarzen, in den 
Vorder- und Hinterrand auslaufenden Adern sehr ausgezeichnet. 


s3ll 


Kopf und Rückenschild gelblich-hell-braungrau, letzteres hin- 
ten heller; Scheitel braun, Gesicht bleich gelblich. Fühler braun, 
besonders am Wurzelglied, an der Unterseite gelbbräunlich, Ta- 
ster länger als der Thorax; 2tes Glied innen bleichgelb, aussen 
und an der starken, nach vorn sanft abnehmenden Erweiterung 
durch die Schuppen dunkelbraun; Endglied halb so lang, bleich- 
gelb, an der Wurzel und über der Mitte mit schwarzem Gürtel. 
Beine aussen gebräunt, am dunkelsten die vordern, deren 3tes- 
und 4tes Tarsenglied schwarzbraun sind; die übrigen Glieder am 
Ende kaum heller. Hinterleib grau, an den Seiten fahlgelblich 
gefranzt; Bauch (verölt), wie es scheint, zu jeder Seite mit einer 
braunen Fleckenstrieme. 


Vorderflügel des & 53‘ lang, hinten stark erweitert und am 
Vorderwinkel ganz abgerundet, des 2 4° lang, hinten weniger 
erweitert, bei beiden ziemlich gestreckt, beim g' angenehmer hell- 
' braun als beim 2, wo sie lichter, mehr grau gemischt sind. An 
der aus der Wurzel kommenden gelblichen, kurzen Innenrandlinie 
ist ein schwarzer Fleck; eine schwarze Linie geht in der Falte von 
der Wurzel aus bis + ihrer Länge; nahe an ihr fängt die schwarze 
Längslinie an, welche in der Mittelzelle an der Medianader bis zur 
Querader geht und in ihrer Mitte der Länge nach mit graubräun- 
lichen langen Schuppen bekleidet iss — der Fleck und diese zwei 
Linien bilden den aus der Basis kommenden, etwas verästelten 
schwarzen Längsstrich, der beim Männchen schärfer ist als beim 
Weibchen. Nahe an seinem Ende gehen 2—3 schwarze Striche 
als Begleiter der Adern in den Vorderrand vor der Flügelspitze; 
5 dergleichen Linien endigen in der Flügelspitze und dem Hin- 
ierrande unter derselben, schärfer und länger beim JS als beim 9, 
und die untersten länger als die obersten. Die Gegend des In- 
nenwinkels hat keine solche Linien. Franzen wenig heller als 
die Grundfarbe, beim S° mit dunklerm Mittelschatten. 

Hinterflügel schmutzig weissgrau, nur in der Spitze elwas 
dunkler und mit grauer Hinterrandlinie. Franzen staubgrau, um 
den Innenwinkel sehr hell. 

Unterseite der Vorderflügel bräunlich-grau, gegen den Vor- 
derrand dunkler. Hinierfügel wie oben, längs des gelblichen 
Vorderrandes und in der Spitze braungrau bestäubt. Franzen 
um die Spitze am dunkelsten. 


312 


Nach Mann’s Nachricht wurden einige Exemplare um alte 
Baumstämme in Steyermark auf dem Gahns, und ein Exemplar 
zu Ende Aprils an Kiefern bei Rodaun in der Wiener Gegend 
gefangen. | 

Anmerkung, . Herrich’s Bilder sind zu hell, und der schwarze Mittel- 
strich ist unnatürlich in der Mitte unterbrochen, so dass er zwei Paar Längs- 


striche bildet, Der Fleck am Innenrande nächst der Basis fehlt ganz. Die 
ın den Hinterrand auslaufenden Linien sind beim Männchen zu hellbraun. 


49. Heracliana Deg. 
(Fig. 9.) 

Magna, palporum articulo terminali nigro-bicincto, alis ant. elon- 
galis apice roiundato, coriaceis, puncto venae transversae 
nigro ante lineolas nigras radiantes, punctis marginis poslici 
nigris. 

Phal. Tin. Heracliana (Phalene ä ailes croisees de laBerce) De Geer 
11, 1. 294. - 

Depress. Heracliana Z. Isis 1839. 305. — Stainton Tin. brit. 100, 37. 
— Gat. of brit. Microl. 64. 37. 

Depress. Heracleana: alıs ant. pallide griseis, lineolis disci approxi- 
matis nigris strigaque angulata pallida Steph. Cat. 7156. — Illustr. 
IV. 197. 1. — Z, Isis 1839, S. 196 25. — Stainton Cat. 35. 
Suppl. 21. — Companion ed. 1. p. 15, 29, 46, 56, 59, 64. ed. 2. p. 
12, 25, 44, 48, 76, 77. — Schles, Schmtauschbl. IV (1843), 18. VII 
(1845) 9. — Richter Ent. Ztg. XII (1851) p- 27. — Tengström 
Finl. Fjäril. p. 124. 10. 

Pyralis Heracleana, Pirale de la Berce. Latreille Hist. Orust. XIV. 

p- 246. 

Phalaena Heraclei Retz Gen. Degeerii p. 45, 100. 

Depressaria —, the Cow-Parsnip Flat-body, Haworth Lep, brit. IV, p. 
505. 1. 

Haemilis pastinacella, Hemilide du panais Dup. Hist. VII. p.153 pl. 
291. fıg. 5, — Cat. 335. 

Haemilis pastinacella: Bruand in Annal. Soc. Ent. 1844, p, 189, pl. Vi. 
n.,1.B.a b. 

Haemylis umbellella Zetterstedt Ins. lapp. 99. 

? Pyralis umbellana Fabr. Ent. Syst. 3, b. p. 286, 177. 


Eine der grössten Arten, durch ihre ledergelbe Grundfarbe 
und die strahlenförmig auseinanderlaufenden schwarzen Linien 
hinter dem schwarzen, oft mit hellen Schuppen bezeichneten 
Queraderpunkt der Vorderflügel leicht kenntlich. 

Rückenschild und Kopf ledergelb. Fühler bräunlich, auf der 
untern Seite hell ledergelb. Taster länger als der Thorax; 2tes 


313 


Glied innen bleich gelblich, aussen und an der Schneide braun, 
ziemlich stark durch die Beschuppung verdickt, nach vorn wenig 
verdünnt; Endglied halb so lang, bleichgelb, an der Wurzel und 
in einem breiten Gürtel über der Mitte schwarz. Rüssel mittel- 
mässig lang, bleichgelb beschuppt. Beine bleichgelb, die 4 
vordern aussen braun bestäubt; die 4 vordern Tarsen aussen 
schwarz, die hintern bräunlich, alle mit hellen Enden der Glie- 
der; nur an den Vordertarsen sind das 3te und das 4te Glied 
ganz schwarz. Hinterleib grau, an den Seiten reichlich mit fahl- 
gelben Haarbüscheln gefranzt; Afterbusch fahlgelb, in der Mitte 
grau gemischt. Bauch bleichgelb, an jeder Seite mit schwarzer, 
nach hinten verlöschender Fleckenstrieme. 

Vorderflügel bis 64° lang, bei kärglich genährten Exemplaren 
aber bis zu 43°’ reducirt, ziemlich gestreckt, beim Weibchen 
kürzer, mit abgerundeter Spitze und sehr convexem Hinterrande, 
bleich ledergelb, mit schwärzlichen Fleckchen bestreut, am dun- 
kelsten zwischen der Falte und dem Innenrand, am hellsien an 
der Mitte des Vorderrandes, in der Gegend vor dem Innenwin- 
kel und in der gebrochnen Querlinie, welche in der Mitte zwi- 
schen dem Queraderpunkt und dem Hinterrande liegt, in einen 
spitzen Winkel gebrochen ist und die geraden Schenkel dieses 
Winkels fast bis zu den Flügelrändern verfolgen lässt. An der 
Flügelbasis an der kurzen, gelblichen Innenrandlinie ist ein 
schwarzer Wisch, und in der Flügelfalte eine in der Mitte breit 
unterbrochne, am Ende gabelig gespaltene solche Längslinie. In 
der Mittelzelle zieht längs der Medianader eine aus gelblichen, 
langen Schuppen gebildete Längslinie, aus welcher hier und da 
ein schwarzer Längsstrich hervorblickt, und welche in dem 
schwarzen Queraderpunkt endigt. Ueber und aus diesem selbst 
gehen schwarze Längslinien strahlenartig auf dunkler Grundfarbe 
auseinander; sie endigen an der hellen Querlinie und daher sind 
die in den Winkel hinein reichenden die längsten. Am Hinter- 
rand zieht sich eine Reihe starker, verlängerter schwarzer 
Punkte bis in den Vorderrand. Etwas hinter der Mitte hat der 
Vorderrand einen schwarzen Längsstrich, an welchem der obere 
Schenkel der hellen Winkellinie endigt, 

Hinterflügel hell gelblich-grau, gewöhnlich gegen die Spitze 
dunkler grau. Franzen graugelblich, nahe der Wurzel mit grauer 
Schattenlie. 


314 


Unterseite der Vorderflügel grau, am Vorderrande ver- 
loschen gelblich, am Hinterrande mit verloschenen dunkelgrauen 
Punkten. Hinterflügel noch heller als oben, am Vorderrand und 
in der Spitze gelblich und grau bestäubt. Die Hinterrandlinie 
ist um die Spitze durch die gelblichen Aderenden in kurze, ziem- 
lich dicke, schwarzgraue Striche zerschnitten, an welchen sich 
auch die Franzen verdunkeln. 


Sie bewohnt mehrere Gegenden von Deutschland, Frankreich 
(Bruand), England, Schweden (Zetterstedt!), und kommt bis 
nach Finland hinauf vor. In Berlin und bei Glogau ist sie als 
Raupe häufig. 


Die Raupe, von Treitschke fälschlich zu Badiella gezogen, 
„bläulich-grau mit schwarzem Kopf, Nackenschild und Brustfüssen 
und starken schwarzen Borstenwarzen, an den Seiten und dem 
Bauche hellgelb,* lebt an eiwas geschützten, selten an ganz 
freien Stellen in den Blüthen der Pastinaca sativa und des Hera- 
cleum sphondylium, in Finland in denen des Heracleum sibiricum 
(Tengstr.), im Juli und August. Sie bewohnt einen ziemlich 
grossen Raum, der zwischen den Blüthen und Früchten durch 
weissliches Gespinnst gebildet wird, und verräth dadurch ihre 
Gegenwart schon von weitem. Stets sind mehrere Raupen an 
einer Pflanze, oft aber von sehr verschiedenem Alter. Zur Ver- 
wandlung bohren sie sich an den Blatiachseln in den untern 
Theil des Stengels eimer starken Pflanze und verpuppen sich in 
einem lockern mit Marktheilchen überzogenen Gespinnst. Der 
Schmetterling, der nach etwa 3 Wochen auskriecht, lebt sehr 
verborgen und ist mir im Freien kaum jemals vorgekommen. 
Von den erzogenen fand ich einzelne in kalten Kammern mitten 
im Winter, zum Zeichen, dass sie ihn auch im Freien aushalten. 


Anmerkung 1. Linne’s Heracleana (Faun. p. 347. 1334) ist sufolge 
der Diagnose (elinguis recurvirostris, alis griseis puncto obsolete fusco, 
thorace flavicante) sicher nicht die oben besehriebene; aber seine Raupe (ha- 
bitat in umbellis Heraclei, quas quotannis devastat et involvit, sub metamor- 
phosi demum caules penetrat) gehört eben so sicher zu dieser. Von Fabri- 
cius®’ Pyr,Heracleana lässt sich ausser der aus Linne abgeschriebenen Notiz 
über die Lebensweise, die Diagnose: alıs depressis griseis, antieis lineolis disci 
approximatis nigris, gut auf Heracliana Deg. anwenden; aber die larva viridis 
uigro punctata, lineis dorsalibus 3 obscurioribus ist eine fremde und gehört 
vielleicht zu Chaerophylli. — Seine Umbellana (alis planis striatis griseis, 
suaculis approximatis eimarginatis discı nigris) gewinnt durch den Zusatz: 


315 


paulo major P. Heracleanä (der dafür die Deutung der Heracleana F. wieder 
erschwert) einen grössern Anschein, als ob sie unsere Heracliana bedeute; er 
wird aber durch das sogleich folgende: obscurior wieder geschwächt und durch - 
die larva viridis etc. fast aufgehoben, da diese jedenfalls einer andern Art an- 
gehört. Linne’s und Fabricius’ und ihrer Abschreiber Namen werden also 
am sichersten als nicht vorhanden angesehen, 


Anmerkung 2. Zetterstedt’s Haem,. umbellella ist sicher unsere Art, 
da ich 2 gute Exemplare von ihm mit diesem Namen erhielt; aber Daucus 
carota als Futterpflanze ist nothwendig ein Irrthum. 


Anmerkung 3. Duponchel stellt unter Haem. pastinacella pl. 291. 
fig. 4 (2), 5 (SV) ohne Zweifel zwei Arten vor, von denen die eine, fig. 5, 
nach einem aus dem nördlichen Frankreich erhaltenen Männchen geliefert, 
offenbar Badiella ist. Die zweite erhielt er, zufolge des Textes S. 155, von 
Fischer v. Röslerstamm als eine häufig aus der Pastinakraupe erzogene Art. 
Das Bild ist für Heracliana zu röthlich (Text: d’un gris plus ou moins me&- 
lange de rougeätre) und zeigt zu wenig schwarze Längsstriche, die winklige 
helle Querbinde in falscher Gestalt und den dunkeln Raum dahinter zu schmal, 
Dem Text nach (avec des stries noires longitudinales interrompues, corre- 
spondantes aux nervures, et se terminant ä l’extremit€ de l’aile par autant 
de petits points) sollen aber ınehr Längsstriche da sein, Der Hauptfehler 
kommt daher, dass die strahlenden Linien hinter dem Queraderpunkt zu sehr 
an einander gedrängt und ausser zweien zu sehr verkürzt sind. Eben diese 
zwei langen, aus dem Queraderpunkt hervorgehenden Längslinien sind das 
sicherste Zeichen, dass Heracliana wirklich vorgestellt ıst, und dass Disci- 
punctella MS. (wofür Stainton das Bild ansieht), die dieser Gabel und 
der sie umgebenden Striche der Figur, sowie auch der zwei an der Mitte 
der Falte abgebildeten Längsstriche gänzlich entbehrt, nicht das Original sein 
konnte, eine Art, die sowohl FR. wie Dup. für sehr verschieden von Ba- 
diella fig. 5 und von Heraclıana hätte erkennen müssen. 


50. Weirella Stainton. 


Palporum articuli terminalis basi rarius fuscescenti, annulo ante 
apicem nigro; alis ant. elongalis, apice obtuso, fuscescenti- 
badiis dorso dilutiore, stiriga post puncium venae trans- 
versae parvum albidum dilutiore obsoleta acule fracta. 


Depress. Weirella: alac ant. rufo-brunneae, puncto fusco_ albido- 
cincto paululum ante medium, punctis 2 parvis ab atomo albo sepa- 
ratis pone medium; palporum articulus terminalis pallide ochraceus, 
annulo fusco ante apicem. Staint. Transact. V p. 165. pl. XVII, fig. 5. 
— Companion ed, 1. p. 15, 36, 41, 46, 50. ed. 2, p. 12, 32, 38, 73, 
76. — Tin, brit. p. 97. 31. — Cat. of brit. Microl. p. 63. 31. 
— Herrich- Schff. Text S. 120. 228. — Allen-Hill in Zoologist 
1851, p, 3288. 

? Depress, apiosa (the brindled Flat-body); alis grisco-cinereis, lineolis 
sparsis fuscis, punctoque minimo albo. Expl. al. 84. Statura om- 


316 


nino Applanae. Alae anticae griseae, cinereae, fusco-nebulosae, puncto 
exacte in medio, minutissimo, niveo, fusco-cinceto. Posticae fuscescentes 


Haworth Lep. brıit. 1V, p. 509. 14. (Secundum Stainton,) 


Diese Art unterscheidet sich von Nervosa, Chaerophylli und 
andern, mit denen sie in der Grösse übereinstimmt, durch etwas 
grader abgeschnittene und gar nicht mit schwarzen Aderlinien 
bezeichnete Vorderflügel; sie kommt in dem Mangel dieser Li- 
nien mit Albipunctella überein, hat aber nicht die abgerun- 
dete Gestalt der Vorderflügel, eine trübere Grundfarbe, ein 
schwaches weissliches Pünktchen auf der Querader statt des 
starken weissen, gerundeten, schwarz gesäumten Punktes dieser 
Art, und ausserdem unterscheidet sie sogleich die Färbung des 
letzten Tastergliedes, welches nur vor der Spitze einen schwar- 
zen Ring und selten eine bräunliche Basis hat, statt dass es bei 
Albipunctella ganz schwarz ist mit weisslicher Spitze. Meist hat 
Weirella am Innenrande der Vorderflügel eine Färbung, die sie 
von allen Depressarien unterscheidet: vor der Mitte ist nämlich 
ein halb eiförmiger, gegen die Wurzel mehr als nach hinten 
‘gerundeter Fleck in etwas hellerer Farbe als der umgebende 
Grund. 

Grösse der Albipunctella Rückenschild und Kopf röthlich, 
grau, mehr oder weniger verdunkelt; Gesicht nicht oder wenig 
heller. Fühler bräunlich, unten an der Wurzelhälfte gelblich. 
Taster länger als der Thorax; 2tes Glied stark und gleichmässig 
durch die Beschuppung verdickt, innen. bleichgelb, übrigens 
sraubraun, doch aussen am Rücken mit einem hellen Mittelfleck, 
Endglied über halb so lang wie das 2te Glied, gelblich, an der 
Wurzel selten bräunlich bestäubt, vor der hell weissgelblichen 
Spitze mit breitem schwarzen Bande. Saugrüssel ziemlich lang, 
gelblich. Beine bleichgelb, aussen graubraun bestäubt, am schwäch- 
sten die hintern; Vorderschienen röthlich angeflogen; die 4 vor- 
dern Füsse schwarzbraun mit hellen Gliederenden; nur das 4te 
Vorderfussglied ganz schwarz. Hinterleib grau, am Bauch gelb- 
lich, bräunlich bestäubt. 

Vorderflügel 4° lang, gestreckt, mit rechtwinkliger, abge- 
rundeter Spitze und wenig convexem Hinterrande, rolhbraun, 
mehr oder weniger braun getrübt, am hellsien am Innenrande 
in dem schon beschriebenen halb ovalen Raum vor der Mitie, am 
dunkelsten gegen die Flügelwurzel. Die dünne, gelbliche, von 


317 


der Flügelwurzel ausgehende Innenrandlinie ist einwärts von 
dunkler Grundfarbe, selten mit einem kennbaren schwarzen Fleck 
begränzt, und bald hinter ihr beginnt der helle ovale Raum. Die 
Flügelfläche ist hier und da mit weisslichen Stäubchen bestreut, 
am meisten am Vorderrand gegen die Wurzel. In der Mittel- 
zelle ist längs der Medianader ein undeullicher schwarzer Strich, 
der dald hinter seinem Anfange durch eine Anhäufung weiss- 
licher Schuppen, die wohl auch eine kurze Linie bilden, zum 
Theil verdeckt und auf der Querader, hinter der er verschwin- 
det, durch ein aus wenigen weisslichen Schüppchen bestehendes 
Pünktchen bezeichnet wird. Der helle Querstreif, in gleicher 
Entfernung von diesem Pünktchen und dem Hinterrande ist spitz- 
winklig ‚gebrochen; der obere Schenkel verliert sich am Vorder- 
rande weit hinter der Mitte desselben. Vor der aus schwarzen, 
ziemlich verflossenen Punkten bestehenden Hinterrandlinie ist der 
Grund durch weissliche Stäubchen etwas gelichtet. Franzen bräun- 
lich, aussen heller. | 

Hinterhügel weisslich-grau, hinten dunkler. Franzen hell- 
grau, um die Spilze am dunkelsten. 

Unterseite der Vorderflügel grau, am Vorderrande wenig 
gelblich bestäubt. Hinterflügel hellgrau, am Vorderrande und in 
der Spitze grau und gelblich bestäubt; Hinterrandlinne um die 
Spitze schwärzlich, auf den Adern unterbrochen. Franzen mit 
dünner gelblicher Wurzellinie. 

Als Vaterland ist bis jetzt nur das südliche England und 
die Gegend von Wien (von wo ve. Heyden (!) ein Exemplar 
als Albipunctella erhielt) bekannt. Die Raupe ist der von Applana 
sehr ähnlich und lebt im Mai und Juni bei Mountsfield häufig an 
den Blättern von Chaerophyllum sylvesire, und die Schabe er- 
scheint im Juni und Juli und hält sich bis zum Herbst zwischen 
ihrer Futterpllanze auf. 


Anmerkung. Stainton’s Abbildung, die AS. mit Recht für unkennitlich 
erklärt, hat etwas zu gestreckte Vorderflügel mit zu dunklem, gar nicht ge- 
röthetem Grunde, mit schwarzen Aderstrichen vor dem Hinterrande, ohne 
weissliche Pünktchen und ohne Andeutung des hellen halb ovalen Inneurand- 
raumes. Da AS. sechs Exemplare, die ich von Stainton erhalten habe, vor 


sich hatte, so hätte er ein besseres Bild liefern sollen. 


318 


51. Discipunctella HS. 


Major; palporum articuli terminalis basi annuloque fuscis; alis 
ant. elongatis rotundalis, griseis, punctis quatuor, partim 
elongatis, in seriem longitudinalem dispositis nigris mediis. &. 

Discipunctella HS. tab. 61. fig. 446, 

Depressaria pasiinacella Stainton Transact, V. p. 168, 45. — Cat. 
p- 34. — Companion ed. 1. p. 15, 64, ed. 2. p. 12, 48, — Tin. brit. 
p- 99. 36. — Cat. of brite Microl, p. 64. 36. 

Diese zu den grössern Depressarien gehörige, auf ihren 
gelblich-staubgrauen Vorderflügeln mit 4 schwarzen, längs der 
Oberseite der Medianader in eine unterbrochne Längslinie ge- 
stellten länglicheu Punkten oder Strichen gezeichnet, ist von 
Heracliana so sehr verschieden, dass sie nicht als ihr nächst 
verwandt angesehen werden kann. Schwarze, sirahlig gestellte 
Adern hat sie hinter dem Queraderpunkt gar nicht, und auch 
die in den Hinterrand auslaufenden schwarzen Linien sind wie 
die Hinterrandpunkte sehr verloschen (bei HS. wohl zu scharf 
ausgedrückt). 

Grösse der Badiella. Rückenschild und Kopf von der Farbe 
der Vorderflügel. Fühler hellbraun. Taster länger als der Thorax; 
2tes Glied bleichgelb, aussen und an den verlängerten Schuppen 
bräunlich, stark verdickt, gegen die Spitze abnehmend; Endglied 
halb so lang, hellgelblich, an der Wurzel und in einem breiten 
Gürtel über der Mitte schwarz. Rüssel ziemlich lang, gelblich. 
Beine bleichgelb, aussen bräunlich bestäubt; Mittelschiene braun 
mit hellem Mittellleck; die 4 vordern Füsse schwarzbraun mit 
hellen Gliederspitzen, ausser an den 2 leizien Vorderfussgliedern. 
Hinterleib grau mit bleich gelblichen Seiten und Afterbusch; Bauch 
hellgelb mit schwärzlicher, nach hinten in verloschenere kleine 
Fecke aufgelöster Strieme zu jeder Seite. | 

Vorderflügel 5° lang, stark gestreckt, nach hinten allmählig 
erweitert, mit abgerundeter Spitze und stark convexem Hinter- 
rande, gelblich-staubgrau, dunkler bestäubt, besonders vor dem 
Hinterrand und am Vorderrand gegen die dunkel gefärbte Schul- 
ier, An der gelblichen, schmalen, aus der Wurzel kommenden 
Innenrandlinie ist ein schwarzes Wischfleckchen. Längs der 
obern Seite der Medianader liegen 4 schwarze Zeichnungen: ein 
Punkt und ein kurzer Längsstrich, beide ziemlich nahe beisammen, 
und ersterer ein wenig höher; dann in einiger Entfernung erst 


319 


' ein Längstrichelchen und hierauf wieder näher der Querader- 
punkt; diese 4 Zeichnungen können als eine dreimal unterbro- 
chene Längslinie angesehen werden. Der helle gewöhnliche 
Querstreif ist höchst undeutlich; der obere Arm des spitzen Win- 
kels, in den er sich bricht, ist der längere und endigt etwas 
hinter der Mitte des Vorderrandes. Hinter diesem Querstreif ist 
der Grund etwas verdunkelt, kaum längs der Adern schwarz be- 
stäubt; die schwarzen Hinterrandpunkte klein und sehr undeut- 
lich. Franzen staubgrau. 

Hinterflügel weisslich-grau, hinten dunkler; die schwach ins 
Gelbliche schimmernden Franzen haben nahe der Wurzel eine 
dunklere Schattenlinie. 

Unterseite der Vorderflügel grau, am Vorderrande, hinten 
breiter, gelblich. Hinterflügel weisslich-grau, am Vorderrand und 
in der Spitze grau bestäubt. 

Nach Stainton (Transact.), von dem ich meine 2 Exemplare 
habe, ändert die Art ab, so dass sie manchmal fast so dunkel 
wie Badiella ist und dann an den schmalern Vorderflügeln er- 
kannt wird. Nach ihm befinden sich „auf der Mitte der Vorder- 
flügel zwei augenähnliche Zeichnungen, viel deutlicher als bei 
Nervosa“, von denen ich weder an meinen Exemplaren, noch 
an H$’s gutem Bilde eiwas erblicke. 

Nach Stainton lebt diese Art im südlichen England auf Kalk- 
boden und fliegt im September. Ein Männchen, das ich ver- 
gleiche, fing Lederer bei Ronda in Andalusien. 


Anmerkung. Ueber Stainton’s Gitat aus Duponchel s, bei Heracliana 


>2. Albipunctella H. 


Palporum arliculi terminalis nigri apice exalbido; Ihorace ci 
capite cupreo-fuscescenlibus, alis ant. subelongatis roiun- 
datis cupreo-fuscis, siriga post punctum medium album 
nigro-cinelum diluta subrectangula, linea punctorum ni- 
grorum in margine poslico. 


Tinea albipunctella H. fig. 149. "Text S. 39. 5. 

Haemylis —: alıs ant, fuscis seu ferrugineis, striis longitudinalibus inter- 
ruptis nigris, puncto medio albo Tr. IX, 1. 245. X, 3. 170 u. 279. 
— Eversmann Faun. Volg. p. 968. 2, — Kollar Vzchn. S. 91. — 


320 


Hemylide point-blane Dup. Hist. VII. p. 617. pl. 312. fig. 6. — Cat. 
p- 335. | 
Depressaria — Stephens Cat, 7168. — Illustr. IV, p. 202. 16. — Z, 

Isis 1839, S. 196. 21. 1846, S. 284. 16. — Schles. Schmtauschbl. 

IV (1843),.18. V (1844), 17. — Schläger Tauschbl. $. 218, 119. 

— Reutti Beitr. S. 187. 42. — Richter Ent. Ztg. XI (1850), S. 27. 

— Z. ib. XIV (1853), S. 84. 10. — Stainton Cat. 17. — Compa- 

nion ed. 1. p. 15, 27, 50, 59, 64. ed. 2. p. 12, 38, 44. — Transact. 

V, p. 164. 36. — Tin. brit. p. 95. 27. — Cat, of brit. Microl. p. 

63. 27. — Herrich-Schff. Text S. 119. 225. 

— albipuncta (the rufous Brindled) Haworth Lep. Brit. IV. p. 510. 16. 
Agonopterix aegopodiella HHübn. Cat. All. 3959. 

Unter den Arten mit ganz oder fast ganz schwarzem, nur 
an der Spitze weisslichem Endgliede der Taster kommt sie 
in der Dunkelheit der kupferrothbraunen Vorderflügel am näch- 
sten der Emeritella, mit der sie auch die Schärfe des weissen 
Queraderpunktes gemein hat. Sie unterscheidet sich aber leicht 
durch ihren dunklen, nicht hellgelblichen Thorax und Kopf, und 
ist ausserdem etwas kleiner mit weniger gestreckten Vorderflü- 
geln; auch ist ihr letztes Tasterglied ausser an der Spitze tief 
schwarz, während es bei Emeritella auf dem Rücken von der 
Wurzel aus gelblich und an der Mitte licht bestäubt ist. — Am 
nächsten verwandt ist sie mit Olerella, die leicht für eine helle 
Varielät von ihr angesehen werden kann, wenn sie nicht gar mit 
Nervosa verwechselt wird (von der sie sich durch die Taster 
und die Gestalt des hellen Quersireifs leicht unterscheiden lässt). 
Ölerella hat gestrecktere Vorderflügel und eine viel hellere braun- 
röthliche Grundfarbe, ähnlich wie Nervosa, in welcher der weisse 
Punkt bald deutlich, bald sehr verloschen ist; sie verdunkelt sich 
gegen die Wurzel eiwas, während sie bei Albipunctella dunkel 
röthlich-braun wird. Bei Olerella hat das letzte Tasterglied auf 
dem Rücken von der Wurzel aus helle Bestäubung, die der Al- 
bipunctella ganz fehlt; endlich ist bei ihr auch Rückenschild und 
Kopf bedeutend heller. — Von Kollari (die vielleicht ähnlich 
gefärbte Taster hat) unterscheidet sich Albipunctella durch Klein- 
heit und viel kürzere, dunklere Vorderflügel. — Chaerophylli 
entbehrt des weissen Queraderpunktes der Vorderflügel völlig und 
steht auch ausserdem so fern, dass sie schwerlich mit Albipun- 
clella verwechselt werden kann. — Von Tenebricosa trennt 
sich Albipunctella durch das dunkle Gesicht, geröthete Hinterflü- 
gelfranzen etc. 


321 


Grösse von Chaerophylli oder darüber. Rückenschild braun- 
röthlich, nach hinten heller, an den Seiten dunkler; Schulter- 
decken dunkel rothbraun, hinten heller. Kopf rothbräunlich, an 
den Seiten dunkler. Fühler schwarzbraun. Taster viel länger 
als der Thorax, an der Wurzel und der Innenseite des 2ten 
Gliedes blassröthlich, ziemlich stark verdickt, doch gegen die 
Spitze etwas abnehmend, an den langen Schuppen braun, röth- 
lich schimmernd. Rüssel ziemlich lang, blassgelblich. An der 
Seite des Halses ein hellrother Haarschuppenbusch. Beine bleich- 
gelb, blassroth oder rosenfarbig angelaufen; die 4 vordern Schie- 
nen und Füsse braun mit hellen Gliederenden, am verloschensten 
am Vordertarsus. Hinterschienen bleich gelblich, am Ende braun 
bestäubt mit aussen braun angelaufenen Aussendornen; Hinter- 
tarsen heller als die übrigen. — Hinterleib dunkelgrau mit grau- 
gelblichen Seitenfranzen; Bauch hellgelblich, an den Seiten grau 
bestäubt. 

Vorderflügel 4; — 4’ lang, etwas gestreckt, nach hinten 
erweitert, mit sehr abgerundeier Spitze und sehr convexem Hin- 
terrande, kupferrothbraun, an der Wurzel, besonders längs des 
Vorderrandes, stark gebräunt. Die schmale gelbliche, aus der 
Wurzel entspringende Innenrandlinie ist einwärts schwarz ge- 
säumt. In der Mittelzelle vor der Flügelmitte liegen 2 schwarze 
längliche Punkte schräg hinter einander, die oft in eine schräge 
kurze Linie zusamınenfliessen, unter welcher öfters in der Flü- 
gelfalie ein schwarzer Punkt oder kurzer Strich bemerkt wird. 
Der scharfe weisse Queraderpunkt liegt auf einem schwärzlichen 
Längsstrich, der ihn schwarz gesäumt erscheinen lässt. Der helle 
Queraderstreif, der näher dem weissen Punkt als dem Hinter- 
rande steht, ist oberhalb desselben fast rechtwinklig, selten ganz 
rechtwinklig gebrochen; die beiden Schenkel sind fast gleich lang 
und verlieren sich, der obere gegen den Vorderrand hinter der 
Mitte, der untere gegen den Innenwinkel; hinter ihm ist der 
Grund, doch nicht bis zum Hinterrand, verdunkelt, und in ihm 
treten die Adern als mehr oder weniger deutliche, doch nie 
scharfe, schwarze Längslinien hervor; noch undeutlicher sind die 
strahligen Striche vor dem Querstreif. Der Hinterrand trägt eine 
Reihe tief schwarzer, meist zusammenfliessender Punkte. Fran- 
zen etwas heller als die Grundfarbe. 


IX. 21 


322 


- Hinterflügel lichtgrau, hinten etwas dunkler. Franzen an 
der Aussenhälfte röthlich angelaufen, mit grauer Schattenlinie 
nahe der Wurzel, 

Unterseite der Vorderflügel grau mit heller bestäubtem Vor- 
derrand; Hinterflügel hellgrau, am Vorderrand dunkler; Hinter- 
vandlinie um die Spitze schwarz, auf den Adern unterbrochen. 
Alle Franzen rothschimmernd. 

In Deutschland an mehrern Stellen: bei Wien in niederem 
Gebüsch (Kollar); in Krain (FR.); bei Dresden (e. Tischer); 
Jena (Schläger!); Glogau und Frankfurt a. d. Oder (Z.); in 
Böhmen und der Schweiz (FR.); in Baden bei Freiburg nicht 
selten (Reutti!); bei Frankfuri am Main (HS.); im Taunus bei 
Soden (v. Heyden!). Ausserdem in Russland: im Casanischen 
und um Menselinsk (Eversmann); in Lievland (Lienig!). In 
England nicht selten (Stainton!). 

Bei Glogau hält sich die Schabe in einem Gebüsch, worin 
Chaerophyllum sylvestre den Boden bedeckt; hier klopfe ich sie 
in Gesellschaft der selinern Pulcherrimella und Applana zu Ende 
Juli und im August von den Stämmen. Treitschke beschreibt 
die Raupe als an Artemisia campestris lebend; diese Nahrungs- 
pflanze möchte ich mit Stainton und Schläger bezweifeln. 


53. Emeritella Heyden. 


Palporum articulo terminali nigro, in medio flavescenti-pulve- 
rulento, apice exalbido; capite ac thorace flavidis; alıs 
ant. elongatis rotundatis badiis, basi fusca, striga dilutiore 
post punctum venae transversae album acute fracta. 


Depress. emeritella Stainton Transact. V, p. 167. 43. — Cat. Suppl. 
p. 221. N Companion ed. 1. p. 56, 59. ed. 2. p. 12, 44, 77. — 
Tin. brit. p- 96. 283, — Cat. of brit. Microl. p. 63. 28, — Herrich- 


Schff. Text S. 120. 229. Taf. 61. fig. 444. 

Von Albipunctella als der ähnlichsten Art sogleich durch 
den hellgelben Kopf und Thorax zu unterscheiden, ausserdem 
durch beträchtlichere Grösse, gestrecktere Flügel und das in 
der Mitte etwas hell bestäubte letizie Tasterglied. Ihre: viel 
dunklern und weniger gestreckten Vorderflügel und die dunkel- 
braunen Schulterdecken unterscheiden sie von Kollari. 

Grösse wie eine kleine Applana. Rückenschild hell ocher- 
gelb mit dunkelbraunen Schulterdecken. Kopf hell ochergelb, im 


323 


Gesicht am hellsten, am Augenrande bräunlich. Fühler schwarz- 
braun. Taster länger als der Thorax; 2tes Glied an der Wur- 
zel und der Innenseite des Rückens bleich gelblich, durch die 
Schuppen stark verdickt, gegen die Spitze weniger, an der Bürste 
roth- oder gelbbräunlich, aussen braunstaubig mit hellem Fleck 
in der Mitte; Endglied halb so lang, schwarzbraun, aussen an 
der Wurzel, innen an der Mitte ochergelb bestäubt, die Spitze 
gelblich-weiss. Saugrüssel ziemlich lang, hellgelb. An der Seite 
des Halses ein roihgelber Haarschuppenbusch. Beine bleich gelb- 
lich, aussen braun mit hellen Gliederspitzen. Hinterschienen un- 
bestäubt; die äussern Dornen aussen grau. Hinterleib dunkelgrau 
mit graugelblichen Seitenfranzen und gelblichem Afterbusch; Bauch 
gelblich, besonders an den Seiten grau bestäubt. 

Vorderflügel 5— 52‘ lang, gestreckt, nach hinten etwas 
erweitert, an der Spitze ganz abgerundet, mit sehr convexem 
Hinterrande, rothbraun, doch mit weniger lebhafter Beimischung 
des Rothen als bei Albipunctella, gegen die Wurzel ganz dun- 
kelbraun; die schmale hellgelbe Innenrandlinie an der Wurzel 
(bei HS. viel zu breit dargestellt) ist einwärts schwarz gesäumt. 
In der Mittelzelle ist oberhalb der Medianader ein dicker schwar- 
zer Längsstrich, der auf seinem Anfange der Länge nach weiss- 
lich bestäubt ist und hinter dem weissen, ziemlich grossen Quer- 
aderpunkt in eine Gabel ausläuft, welche nebst mehrern schwärz- 
lichen Längslinien bis zu dem hellen Querstreif reicht. Dieser 
wird durch weissliche Stäubchen gebildet, und bricht sich unter 
einem spitzern Winkel als bei Albipunctella; der obere dünnere 
Schenkel verschwindet gegen den Vorderrand hinter der Mitte, 
der untere gegen den Innenwinkel. Hinter ihm sind mehrere 
schwärzliche, theilweise undeutliche parallele Längslinien. Vor 
dem Hinterrande ist der Grund hell bestäubt; die Hinterrand- 
punkte verfliessen in eine schwarze, etwas verloschene Linie. 
Franzen röthlich-grau. 

‚Hinterflügel weisslich-grau, gegen die Spitze dunkler mit 
grauer Hinterrandlinie. Franzen hellgrau mit dunklerer Schatten- 
linie nahe der Wurzel. 

Unterseite der Vorderflügel grau, am Vorderrande gelblich 
bestäubt. Hinterflügel weisslich-grau, am Vorderrande und in 
der Spitze grau und gelblich bestäubt. Hinterrandlinie um die 
Spitze grau, auf den Adern unterbrochen. 


324 


Als Vaterland dieser Art kenne ich die Gegend von Frank- 
furt am Main, wo Herr v. Heyden sie entdeckte und aus der 
auf Tanacelum vulgare lebenden Raupe erzog, die Gegend von 
Hannover, wo Krösmann zufolge einer Nachricht v. Heyden’s 
sie fand, und England, wo sie jedoch erst einmal vorkam. Flug- 
zeit von Ende Juli bis Anfang September (ve. Heyden!). 


54. Tenebricosa n. sp. 


Palporum articulo terminali nigro, apice ipso pallido; epistomio 
albido; alis anterioribus rubiginoso-fuseis, basi obscuriore, 
punclo venae transversae albido, siriga obsoleta postica 
dilutiore acute fracla, crure superiore longiore, lineolis 
adhaerentibus nigris. (2 Mus. Mann.) 


Die röthliche Mischung der braunen Vorderflügelfarbe und 
die Flügelgestalt und Zeichnung nähern diese Art der Albipun- 
ctella, Pulcherrimella, Douglasella und Chaerophylli. Mit Chaero- 
phylli und Albipunctella hat sie das schwarze, nur an der Spitze 
helle Endglied der Taster gemein. Sie ist kleiner als beide Ar- 
ten und unterscheidet sich von Albipunctella durch das weiss- 
liche Gesicht, die viel geringere rothe Mischung der Vorderflü- 
gel, welche daher weit trüber braun sind, und durch die nicht 
gerötheten Hinterflügelfranzen — von Chaerophylli durch den 
hellen, nicht gerötheten Kopf, die gegen die Basis gebräunten 
Vorderflügel, die hier am Vorderrande ganz des characteristi- 
schen Roths der Chaerophylli enibehren, die am Innenwinkel hel- 
lern Hinterflügel und die am 2ten Gliede blos braun bestäubten, 
nicht schwarzbraunen Taster. — Pulcherrimella und Dougla- 
sella haben auf den Vorderflügeln eine mehr übereinstimmende 
Farbenmischung, sind aber gegen die Wurzel weniger verdun- 
kelt und haben an der Mitte des leizien Tastergliedes einen 
grauen Ring. — Die viel grössere, mehr gelbbraune Cortici- 
nella hat die Taster wie die zwei genannten Arten und entbehrt 
auf den Vorderflügeln des weisslichen Queraderpunktes. 

Grösse etwas über Pulcherrimella. Das (verölte) Rücken- 
schild scheint hellgelblich zu sein, die Schulterdecken sind dun- 
kel röthlich-braun. Kopf weisslich, hinten etwas röthlich. Füh- 
ler schwarzbraun. Taster etwas länger als das Rückenschild, an 
der Wurzel und am Stiele des 2ten Gliedes hellgelblich, dieses 


325 


Glied fast von seinem Anfang an durch die Beschuppung stark 
verdickt, nach der Spitze hin etwas abnehmend, aussen und auf 
der Bauchseite röthlich-braun, aussen an der Mitte mit einem 
gelblichen Fleck; Endglied halb so lang wie das 2te Glied, auf 
der Schneide etwas locker beschuppt, ganz schwarz, nur an der 
feinen Spitze gelblich. — Beine bleich gelblich, die 4 vordern auf 
der Lichtseite braun; der Vordertarsus an der Spitze hellröthlich, 
am vorletzten Gliede schwarz; die Mittelschiene an der Mitte und 
am Ende und die Mittelfussglieder am Ende hellröthlich; Hinter- 
fuss auf dem Rücken mit dunkelgrauer Wurzel der Glieder. — 
Hinterleib (verölt) am Bauch mit heller Mittelstrieme. 


Vorderflügel 4’ lang, ziemlich gestreckt, hinten etwas er- 
weitert und ganz abgerundet, röthlich-braun mit hellen Stäubchen, 
am Wurzeldritiel verdunkelt, am Innenrand nahe der Basis schwarz. 
Die helle schattenartige Querlinie zwischen dem weisslichen Punkt 
der Querader und dem Hinterrande ist sehr verloschen, spitz- 
winklig über der Mitte gebrochen, und ihr oberer, etwas länge- 
rer Schenkel nimmt die rückwärts gehende Richtung gegen die 
Mitte des Vorderrandes, vor der er aber verlöscht; an ihn leh- 
nen sich 3 schwarze, kurze Längslinien auf verdunkeltem Grunde, 
der sich auch um den untern Schenkel der Querlinie fortsetzt 
und nur eine kurze schwarze Längslinie deutlich erkennen lässt. 
An der Flügelmitte ist noch eine schwarze Längslinie an der 
Subcostalader, und vor ihr eine im dunklen Grunde verschwin- 
dende. Hinterrand mit verloschener, sich bis auf den Vorderrand 
ziehender Reihe schwarzer Punkte. Franzen wenig heller als 
die Grundfarbe, braun bestäubt. 

Hinterlügel weisslich- grau, eiwas glänzend, nach hinten 
dunkler mit grauen, ziemlich deutlichen Adern. Franzen licht- 
grau mit dunkler Schattenlinie nahe der Wurzel. 


Unterseite der Vorderflügel einfarbig grau, am Vorderrande 
schwach gelblich; Franzenwurzel in einer feinen Linie gelblich. 
Hinterflügel heller, am Vorderrand gelblich bestäubt mit grauer, 
gelblich unterbrochener Hinterrandlinie vor der Spitze. Franzen- 
wurzel wie bei den Vorderflügeln. 


Mann fing diese Art sehr selten bei Brussa im leizien Drit- 
ieb des Juli an Cypressenstämmen. 


326 


55. Pulcherrimella Stainton. 


Palporum articulo terminali nigro-bicincto; capite ac thorace 
canescentibus; alis ant. elongatis rotundatis rufescenti-fu- 
scescentibus, crebro nigro- striolatis, punclis duobus me- 
diis deinceps positis albidis saepe fuscedine junctis, striga 
postica diluta subrectangula.. JS 2. 


Depressaria pulcherrimella: alae ant. rufae, numerosis striis atris, stria 
obliqua atra ante, puncto albo post medium; caput thoraxque pallıda; 
palporum articulus terıninalis intus pallidus, puncto fusco basi altero- 
que ante apicem, articulus secandus infra rufo-brunneus. Stainton 
Transact. V, p. 164. 37. pl. 17. fig. 8 — Cat. Suppl. p. 2l. — 
Companion ed. 1. p. 15, 50. ed 2. p. 12, 33. — Tin. brit, p- 96. 
29. — Cat, of brit. Microl. 63. 29. — HS. Texı S. 119. 226. 


Ihr weisser Punkt auf den Vorderflügeln liess sie ehemals 
für eine kleine verflogene Albipunciella oder als helle Varie- 
tät davon gelten; sie ist aber nicht nur durch ihre Kleinheit, ihre 
helle Grundfarbe, ihr schwarz geringeltes letztes Tasterglied, ih- 
ren hellen Thorax von ihr verschieden, sondern steht der Chae- 
rophylli und Douglasella näher. Von ersterer unterscheiden 
sie dieselben Merkmale nebst den 2 weissen Vorderflügelpunkten, 
von letzterer die Kleinheit, die gerundetern Vorderflügel, die 
röthliche Mischung derselben und der spitzere Winkel des lich- 
ten Querstreifs. 

Grösse der kleinsten, durch Hunger reducirten Chaerophylli. 
Rückenschild und Kopf schmutzig weissgrau, Schulterdecken roth- 
braun, hinten weisslich-grau; Gesicht weisslich. Fühler braun, 
über dem schwarzen Wurzelgliede mit hellem Punkt, auf der 
Unterseite bleich gelblich. Taster länger als der Thorax; 2tes 
Glied stark verdickt, nach oben etwas dünner, bleich gelblich, 
an der Bürste röthlich, braun bestäubt, aussen vor und hinter der 
hellen Mitte mit einem braunen Fleck. Endglied halb so lang, 
mit schwarzer Wurzel und breitem schwarzen Ringe vor der 
weissgelblichen Spitze. Saugrüssel mässig lang, bleich gelblich. 
An der Seite des Halses ein röthlich-weisses Schuppenhaarbüsch- 
chen. Beine bleichgelb, aussen braun mit hellen Fussglieder- 
spitzen; die 4 vordern an den Schienen und den hellen Fuss- 
stellen schwach geröthet. Hinterleib grau, mit bleich gelblichen 
Seitenfranzen und solchem Afterbusch; Bauch bleichgelb, zu jeder 


327 


Seite der breiten Mittelstrieme mit breiter grauer, nach hinten 
schmalerer Strieme. 

Vorderflügel 32 —4° lang, gestreckt, mit sehr abgerunde- 
ler Spitze und sehr convexem Hinterrand, blass rothsteinfarben 
und braun gemischt, schwärzlich und weissgrau bestäubt. Der 
schmale blassgelbliche, aus der Wurzel kommende Innenrandstrich 
ist innen fleckartig schwarz begränzt. In der Mittelzelle ist vor 
der Mitte ein etwas schiefer, hinten verdünnter schwarzer Längs- 
strich und über ihm oft ein schwarzer Punkt, beide nicht selten 
durch schwärzlichen Staub zu einem bis zum Vorderrand rei- 
chenden Fleck vereinigt. Hinter dem Längsstrich folgt an der 
Medianader weisslicher Staub, der sich weiterhin zu einem meist 
ganz deutlichen Punkt sammelt; von diesem bis zu dem weiss- 
lichen Queraderpunkt ist ein schwarzer Längsstrich; über diesem 
ein anderer von veränderlicher Länge, und darüber ein schwar- 
zes Vorderrandfleckchen. Der helle Querstreif endigt hinter die- 
sem; er ist dem Queraderpunkt näher als dem Hinterrande und 
bricht sich öfter zu einem rechten als zu einem spitzen Winkel, 
bei einem Weibchen sogar auf dem rechten Flügel zu einem 
stumpfen; beide Schenkel sind ziemlich gleich lang, der untere 
steht fast senkrecht auf dem Innenwinkel. Hinter dem Querstreif 
ist der Grund verdunkelt, selten mit deutlichen schwärzlichen 
Längslinien, die gegen den Vorderrand dunkler sind und inein- 
ander fliessen. Vor dem Hinterrand ist der Grund weisslich be- 
stäubt oder doch hell; die Hinterrandreihe schwarzer, nicht im- 
mer getrennter Punkte zieht sich bis in den Vorderrand. Fran- 
zen heller als der Grund, an der Wurzelhälfte braunstaubig. 

Hinterflügel sehr lichtgrau, hinten dunkler. Franzen mil 
dunkler Schattenlinie nahe der Wurzel. 

Unterseite der Vorderflügel grau, am Vorderrande schwach 
gelblich bestäubt; Franzen heller grau mit gelblicher Wurzel. 
Hinterflügel sehr hellgrau, längs des gelblichen Vorderrandes und 
in der Spitze reichlich grau bestäubt. Hinterrandlinie um die 
Spitze schwarz, auf den Adern gelblich unterbrochen. 

Vaterland: das südliche England, um London (Stainton!); 
Schlesien bei Glogau und im Vorgebirge bei Schönau (Z.); Dres- 
den (HS$.); Jena, wo Schläger ein Exemplar aus einer unbe- 
achteten Raupe erhielt; Frankfurt am Main zu Ende Juli (v. Hey- 
den!). Die Schabe fliegt bei Glogau zugleich mit Albipunclella 


328 


in einem an Chaerophyllum sylvestre sehr reichen Gehölz, worin 
sie von den Stämmen geklopft wird, zu Ende Juli und im August. 
Im Gebirge erhielt ich bei Schönau in einem Laubgehölz am 20. 
Juli ein Weibchen. 


Anmerkung, Stainton’s Abbildung hat einen zu gelben Thorax, zu 
reichliche schwarze Striche auf den zu lebhaft rothen Vorderflügeln, den Quer- 
streifen nicht deutlich genug und die Hinterflügel an der Spitze zu schr ab- 
gerundet: 


6. Corticinella n. sp. 


Palpis externe fusco-nigris, articuli terminalis medio et apice 
cinereis; alis ant. subelongatis, rotundatis, brunneo-fusce- 
scenlibus, canescenti-pulverulentis, siriga postica pulverea 
acute fracla (erure superiore longiore), lineolis Juxia ve- 
nam subcostalem nonnullis punctisque marginis postici ni- 
gris. (2 Mus. Mann.) | 


Nahe verwandt mit Chaerophylli, kräftiger, etwas grösser 
und mit kürzern, stumpfer gerundeten Vorderflügeln, welche gar 
keine röthliche, sondern eine zimmibräunliche Beimischung haben, 
so dass die Grundfarbe der von Badiella sehr ähnlich wird; die 
gebrochene, aus hellgrauem Staub gebildete Querlinie ist in glei- 
cher Entfernung zwischen dem Queraderpunkt und der schwar- 
zen Punktreihe des Hinterrandes (statt dass sie bei Chaerophylli 
dem erstern näher ist), und die schwarzen Adern zwischen ihr 
und dem Hinterrande sind nicht nur sehr verloschen, sondern 
auch viel kürzer; ebenso sind die schwarzen Längsstrichel an der 
Subcostalader kürzer und unvollständiger. Endlich ist das letzte 
Tasterglied weniger tief schwarz und hat an der Mitte eine graue 
Stelle, und die Spitze des 2ten ist kaum heller als die übrige 
Färbung der Aussenseite. 

Von Tenebricosa unterscheidet sie sich durch noch be- 
trächtlichere Grösse, das nicht weisse Gesicht, die Färbung des 
Endgliedes der Taster (bei Tenebricosa wie bei Chaerophylli ), 
den Mangel röthlicher Beimischung in der Grundfarbe der Vor- 
derflügel, sowie durch den Mangel eines weisslichen Punktes auf 
der Querader und durch die dunklern Hinterflügel. — Mit Dou- 
glasella stimmt sie in der Färbung des letzten Tastergliedes, 
aber nicht in der des zweiten, welches bei ihr aussen schwarz, 
bei Douglasella graubraunstaubig ist. Beide stimmen ungefähr in 


329 


dem Tone der gelbbräunlichen Beimischung der Vorderflügel; nur 
ist das Braun bei Corticinella dunkler und lässt so die Fläche 
dunkler erscheinen. Douglasella hat auf der Querader einen 
weisslichen Punkt, während Corticinella einen schwarzen hat, vor 
welchem einige gelblich-graue Schuppen ein Häufchen bilden. — 
Pulcherrimella ist viel kleiner, mit gelblich-weissem Kopf und 
Rückenschild, hellem zweiten Tasterglied, viel gestrecktern, viel 
hellern, stark röthlich gemischten Vorderflügeln mit weissem Quer- 
aderpunkt. 

Rückenschild staubgrau, dunkler angelaufen ; Schulterdecken 
ebenso hell. Kopf heller, besonders im Gesicht. Fühler braun; 
Wurzelglied noch dunkler. Taster länger als das Rückenschild, 
an der Wurzel heilgelblich; 2tes Glied gleichmässig durch Schup- 
pen stark verdickt, an der Spitze etwas dünner, aussen und auf 
der Bauchseite tief schwarzbraun, innen schmutzig gelblich, an 
der Spitze ins Graue übergehend; Endglied halb so lang wie das 
2te Glied, zusammengedrückt, zugespitzt, glatt, an der Wurzel 
und über der Mitte mit breitem schwarzbraunen Gürtel, sonst 
trüb gelblich-grau. Saugrüssel fahlgelblich beschuppt. — Beine 
sehr licht gelblich, aussen braungrau angelaufen und dunkel be- 
stäubt mit etwas hellern Fussgliederspitzen; die 2 vorletzten des 
Vorderfusses schwarzbraun. — Hinterleib dunkelgrau; Bauch dunk- 
ler, an jeder Seite der breiten gelblichen Mittelstrieme schwärzlich. 

Vorderflügel 43° lang, ziemlich gestreckt, ganz abgerundet, 
dunkel gelbbräunlich, von der Wurzel aus längs des Vorderran- 
des am hellsten, am Innenrande nahe der Basis fleckarlig schwarz- 
braun. Hellgraue Stäubchen sind am meisten auf der Vorder- 
randhälfte und sind gewöhnlich zu länglichen Punkten gehäuft; 
ein solcher Punkt gränzt an den dahinter auf der Querader lie- 
genden schwärzlichen Punkt, und solcher Staub bildet die wenig 
deutliche Querlinie, welche milten zwischen diesem Punkt und 
dem Hinterrande liegt; sie ist spitzwinklig gebrochen und ihr 
oberer, längerer Schenkel läuft fast dem Vorderrande parallel. 
Von diesem Schenkel aus laufen 4 kurze schwarze Längslinien 
an den Adern. Vor der Flügelmitte ist ein aus einem paar 
schwarzen zusammenlaufenden Längslinien gebildeter winkliger 
schwarzer Fleck an der Subcostalader. Hinter der hellen Quer- 
linie ist ein dunklerer Querschatten, auf welchem die schwärz- 
lichen, kurzen Längsstriche wenig sichtbar sind. Eine Reihe 


330 


starker schwarzer Punkte zieht auf dem Hinterrande bis weit in 
den Vorderrand, jeder Punki hat vor sich ein Häufchen hellgrauer 
Stäubchen. Franzen heller als die Grundfarbe, mit dunklem 
Schatten durchzogen. 

Hinterflügel hellgrau, nach hinten stark verdunkelt. Franzen 
grau mit dunklerer Schattenlinie nahe der Basis. 

Unterseite grau, mit schmaler gelblicher Wurzellinie der 
Franzen; Hinterflügel am Vorderrande und im Vorderwinkel gelb- 
lich und grau bestäubt; Hinterrand um die Spitze mit schwärz- 
lichen Strichen, 

Mann fing 2 Exemplare, von denen das eine bei der 
Beschreibung vorlag, bei Brussa an einer Cypresse zu An- 
fang Juli. 


97. Chaerophylli Z. 
(Fig. 6.) 


Palporum articuli terminalis nigri apice exalbido; thorace griseo, 
verticis rufescentis lineola media fusca; alis ant. elongatis 
rotundatis, rufescenti-fuscescentibus, crebro nigro-striolatis, 
puncto venae transversae nigro, costae basi rufescente, 
striga postica diluta acutangula, cruribus subaequalibus. 

Depressaria chaerophylli Z. Isıs 1839, p. 136. 22, — Ent, Zıg. XIV 
(1853), S. 84. 13. — Schles. Schmtauschbl. II, (1842), p. 17. — IV 
(1843), p 18. — VII. (1845) p. 8 — Schläger Tauschbl. $. 218, 
119. — Reutti Beitr. S. 187, 43. — Stainton Cat. p- 17. — Suppl, 
p. 21. — Companion ed, 1, p. 15, 27, 50, 56, 59, 64. ed. 2. p. 12, 
44, 48, 77. — Transact. V p. 166, 40. — Tin. brit. p. 98. 32. — Cat. 
of brit, Microl. p. 63, 32. 

Chaerophyllinella HS. tab. 61. fig. 441. — Dup. Cat. p. 339. 

? Depress. badia (the brown Brindled) alıs fuscis, lineolis sparsis nume- 

rosis saturatioribus. Haw. Lep. brit, IV, p: 509. 15. 

? Tin, daucella, Möhrenschabe, WVien. Vzchn. S. 137. 5. — ed. Hli- 
ger 11, S. 99. — ed. v. Charp. S. 129. 

Var. b, alis ant. .fusco-obscuratis SQ. 

Var. c, nana, alis ant. dilutis J. 


Ihr schwarzes, nur an der Spitze weissliches letztes Taster- 
glied, ihr röthlicher, allermeist in der Mitte brauner Scheitel, ihre 
stark und reichlich der Länge nach schwarz gestrichten und 
steis gegen die Wurzel am Vorderrand gerötheten Vorderflügel 
zeichnen sie vor den Verwandten aus. 


33l 


Grösse wie Albipunctella. Rückenschild bleich gelblich, auf 
der vordern Hälfte braun bestäubt, Schulterdecken braun, hinten 
gelblich. Scheitel hellroth, in der Mitte mit einer selten fehlen- 
den, schwarzbraunen, kurzen Längslinie; Gesicht etwas glänzend 
grau, unten bleichgelb. Fühler braun, am Wurzelgliede schwarz, 
auf der Unterseite von der Wurzel aus weit herauf mit hellgelb- 
licher Linie. Taster länger als der Thorax, 2tes Glied durch 
die Beschuppung ziemlich stark verdickt, gegen die Spitze ein 
wenig abnehmend, schwarz, an der Innenseite des Rückens, an 
der Spitze und aussen in einem Mittelfleck hellgelblich; Endglied 
mehr als halb so lang, tief schwarz mit feiner weisslich-gelber 
Spitze. Saugrüssel ziemlich lang, weisslich-gelb; an der Seite 
des Halses ein ochergelber Haarschuppenbusch. Beine bleichgelb, 
aussen dunkelbraun; die vordern an der Schiene und den Enden 
der 2 ersten Fussglieder röthlich; die mittlern an der Mitte und 
der Spitze der Schiene bleichgelb oder schwach röthlich, an den 
Fussgliederenden bleichgelb; die hintern an der Schiene schwä- 
cher braun bestäubt mit aussen bräunlichen Dornen, an den Füssen 
wie die Mittelbeine. Hinterleib grau, die Seitenfranzen und der 
Afterbusch gelblich; Bauch mit breiter, blassgelber, hinten be- 
stäubter Mittelstrieme, an den Seiten dunkelgrau staubig, gegen 
die Wurzel schwärzlich. 

Vorderflügel 43— 4‘, bei Var. ce nur 34‘ lang, ziemlich 
lang gestreckt, nach hinten wenig erweitert, an der Spitze ab- 
gerundet, am Hinterrande sehr convex, röthlich-braun, mit vielen 
schwarzen Längsstrichen, besonders an der Mitte des Vorder- 
randes weissgrau bestäubt, am Vorderrande gegen die Wurzel 
hellroth, was einwärts nach und nach verlöscht. Die dünne, 
gelbliche, aus der Wurzel kommende Innenrandlinie ist innen 
schwarz gerandet. In der Mittelzelle liegt an der Medianader 
ein schwarzer Längsstrich, der gewöhnlich durch hellen Staub 
unterbrochen wird, und dessen erstes Stück über sich ein paral- 
leles Strichelchen hat, mit dem es oft durch schwärzlichen Staub 
zusammenfliesst. Ueber und vor dem schwarzen, dicken Quer- 
aderpunkt sind 2 schwarze Längsstrichelchen und ein schwarzes 
Fleckchen des Vorderrandes. Der helle Querstreif ist weiter 
vom Hinterrand als vom Queraderpunkt entfernt, spitzwinklig 
gebrochen mit ziemlich gleich langen und gleich dicken Schenkeln, 
deren oberer am Vorderrand hinter der Mitte endigt. Der ver- 


332 


dunkelte Raum hinter dem Querstreif hat viele lange schwarze 
Längslinien, von denen die gegen den Hinterrand gerichteten die- 
sen selten erreichen und dann an der dicken schwarzen Punktreihe 
endigen, die sich bis in den Vorderrand zieht; dieser ist an der 
hintern Hälfte gewöhnlich schmal röthlich. Franzen grau, röth- 
lich schimmernd mit dunklem Mittelschatten. ; 

Hinterflügel hellgrau, gegen die Wurzel heller, mit grauer 
Hinterrandlinie. Franzen gelblich-grau, an der Wurzel mit 
grauer Schattenlinie. | 

Unterseite der Vorderflügel dunkelgrau, am Vorderrand 
schmal gelblich, durch Grau unterbrochen. Franzen hell, oft 
röthlich schimmernd. Hinterflügel hellgrau, am gelblichen Vor- 
derrand und in der Spitze dunkelgrau bestäubt. Hinterrandlinie 
um die Spitze schwärzlich, auf den Adern unterbrochen. 

Var. b zeichnet sich durch Dunkelheit der Vorderflügel 
aus, die nur wenig rölhlich gemischt sind, und auf denen das 
Röthliche gegen die Wurzel nur schwach aus dem schwärzlichen 
Staube hervorschimmert. | 

Var. c, drei kleine Exemplare, die mir mit den gewöhnli- 
chen auskrochen, sind auf allen Flügeln sehr hell, so dass die 
nicht so zahlreichen schwarzen Längsstriche deutlicher getrennt 
erscheinen; einem fehlt auf dem Scheitel der dunkle Fleck. 

- Diese Art findet sich in England an mehrern Stellen (Stain- 
ton!); in Deutschland kenne ich die Gegenden von Glogau, von 
Jena (Schläger!) und von Carlsruhe (Reutti) als ihren Aufent- 
halt. Sie bewohnt die schattigen Gebüsche, in denen die Futter- 
pflanze ihrer Raupe wächst, und fliegt vom August an. Nach 
der Ueberwinterung fing ich noch ein einzelnes Weibchen am 
40ten Juni. 

Die Raupe lebt hier überall im Laubgebüsch in den Blüthen- 
dolden des Chaerophyllum bulbosum, selten auch an den dazwi- 
schen wachsenden Ch. temulum. Zu Anfang Juli ist sie meist 
noch klein; stets aber findet sie sich in sehr verschiedener 
Grösse in einer Lokalität verbreitet. Sie legt zwischen den mit- 
telsten Blüthenstielen dicht unter oder zwischen den Blüthen eine 
schwache, weissseidne, horizontale, oben fast offene Röhre an, 
in welcher sie sich aufhält und mehrere Döldchen bis auf die 
Stiele abfrisst. Sie läuft sehr hurtig vor- und rückwärts. Ge- 
wöhnlich bewohnt eine Raupe eine Dolde; selten fand ich meh- 


333 


rere, noch ungeöffnete, junge Dolden, die sich einander sehr nahe 
waren, zu einen Knäuel zusammengezogen und darin dann 2 —3 
junge blasse Raupen. 

Diagnose: angenehm hellgrün, auf dem Rücken jedes Ab- 
satzes, mit Ausnahme des ersten und der 2 letzten (welche letz- 
tere einen Strich haben), mit einem grossen dunkelgrünen Fleck 
und an jeder Seite des Rückens mit einer breiten dunkelgrünen 
Längslinie. 

Länge bis 9°. Körper schlank, beiderseits etwas verdünnt, 
hellgrün mit einer breiten dunkelgrünen Längslinie an jeder 
Seite des Rückens; beide Längslinien fangen am Vorderrande 
des Nackenschildes an, indem sie etwas divergiren, verdünnen 
sich nach hinten allmählig, fassen das Afterschildchen ein und 
vereinigen sich hinter demselben. Kopf grünlich honiggelb mit 
schwarzen Punkten und Fleckchen, besonders hinten. Das Nak- 
kenschild hat neben der Mittellinie vorn je einen Punkt, in der 
Mitte je ein Fleckchen und hinten noch ein grösseres. Jedes 
folgende Segment trägt auf dem Rückengefäss einen schwärzlich- 
grünen, mehr oder weniger gerundeten Längsfleck, es sind also 
im Ganzen 11 Flecke, doch die letzten strichförmig und etwas 
verflossen. Die Wärzchen sind schwarz, klein, deutlich, jedes 
mit einem dunkeln Börstchen. Die Haut am Hinterrande der 
Segmente oben am Rücken meist gelblich. Krallenfüsse schwarz; 
Bauchfüsse ungefleckt; Nachschieber oben mit einem grünen 
Fleck. | 

Die Verpuppung geschieht an der Erde in einem leichten 
Gespinnst. Puppe mehr oder weniger dunkel gelbbräunlich, ohne 
Auszeichnung. 

Bo kung 1. Herrich’s Bild ist kenntlich; doch sollte die Vorder- 
randwurzel der Vorderflügel auffallender röthlich, der gelbliche Innenrandstrich 
hei weitem nicht so breit, der lichte Querstreif deutlicher und spitzwinklig 
gebrochen, auch die Hinterflügel gegen die Spitze nicht so auffallend verdun- 
kelt sein. 

Anmerkung 2. Siainton citirt Heracleana F. E. S. 3, b. 286. Die 
Diagnose mit alis griseis passt aber gar nicht her, die aus Linne genom- 
mene Angabe über die Lebensart der Raupe gehört zu Heracliana, und nur 
die Beschreibung der letztern liesse sich zur Noth auf Chaerophylli anwenden. 


Da Schläger Heracliana in Fabricius’ Sammlung fand, so mag die der Ent. 
syst- wohl dazu gehören. Vergl. Anmerk, bei Heracliana. 


334 


Anmerkung 3. Fischer v, Röslerstamm fand in der Schiffermüller- 
schen Sammlung als Daucella ein „sehr schönes ungespanntes Exemplar‘ der 
Chaerophylli. WVie es möglich ist, die letztere für einerlei mit Hübner’s 
Bild von Apiella anzusehen, was Charpentier und Treitschke thaten, ist unbe- 

greiflich. Sollte nicht nach Treitschke’s Vergleich der Sammlung ein Ver- 
tausch von Exemplaren darın vorgekommen sein? Lebte die Raupe von 
Chaerophylli auch auf Daucus, was ich nicht glaube, so würde ıch mit FR. 
den Namen Daucella auf diese Art übertragen; für jetzt halte ıch für das 
Rathsamste, es bei Chaerophylli zu lassen. | 


58. Douglasella $taint. 


Palporum articuli terminalis nigri medio diluto, apice exalbido; 
thorace et capite albido-griseis; alis ant. elongatis apice 
subrotundato brunneo-fuscescentibus fusco-striolatis, punctis 
duobus mediis (priore saepe obsoleto) deinceps posilis al- 
bidis nigro junclis, striga diluta postica obtusangula vel 

 rectangula.. J%. 


Depress. Douglasella: alae anticae sordidae brunneae, numerosis ato- 
mis albis irroratae, obtusae; caput thoraxque albida5 palporum articulus 
secundus infra griseus, Stainton Transact. V, p. 165. 38. — Cat. p. 
17. 28, — Companion ed .l. p. 15, 50, 59. ed. 2. p. 12, 38, 44. — 
Tin. brit. p. 97. 30. — Cat. of brit. Microl. p- 63. 30. 


Sie steht der Chaerophylli sehr nahe, kann aber wegen 
der mancherlei Abweichungen nicht dazu gezogen werden. Statt 
einer ausführlichen Beschreibung gebe ich nur die Verschieden- 
heiten an. 1, Kopf und Rückenschild sind hell staubgrau, ohne 
jedes Roth; ersterer ist im Gesicht weisslich, auf dem Scheitel 
ein wenig dunkel bestäubt; die Sehulterdecken sind ledergelblich, 
nach vorn braun bestäubt. 2, das letzte Tasterglied ist schwarz 
mit weisslich-gelber Spitze und um die Mitte mit gelbbräunlichem, 
aussen hellem Staubringe; das 2te Glied ist an der Bürste reich- 
lich braunstaubig, aussen am Rücken vor und hinter der weiss- 
lichen Mitte mit einem braunen Fleck. 3, die Vorderflügel sind 
am Hinterrande weniger abgerundet, so dass der Vorderwinkel 
mehr hervoriritt; die Grundfarbe enthält nicht die rothe Bei- 
mischung am Vorderrande gegen die Wurzel, sondern ist gelb- 
braun mit brauner und hellgrauer Bestäubung. Die schwarzen 
Striche sind wie dort, nur hinter dem untern Schenkel des Quer- 
streifens sehr verloschen. Auf der Querader steht ein gerun- 


335 


deter weisslicher Punkt, und vor ihm in gleicher Höhe, durch 
einen schwarzen Strich mit ihm verbunden, ein eben so grosser, 
doch bei Stainton’s Exemplar in Staub, der die Verlängerung 
des schwarzen Sirichs deckt, aufgelöst. Der Querstreif ist stumpf- 
winklig oder fast rechtwinklig gebrochen und bleibt daher mit 
seiner Spitze viel weiter von der Flügelspitze getrennt; der un- 
tere Schenkel steht senkrecht auf dem Innenwinkel, der obere 
geht schräg zum Vorderrande, wo vor ihm ein schwarzes Längs- 
strichelchen, noch hinter der halben Flügellänge, steht; am Stain- 
ton’schen und an mehrern 9. Heyden’schen Exemplaren ist die 
Spitze dieses Winkels nach aussen ein wenig verlängert, während 
bei den andern Exemplaren diese Verlängerung fehlt. Die 
schwarze verflossene Hinterrandlinie erreicht nicht den Innen- 
winkel, und die Fleckchen des Vorderrandes vor der Spitze sind 
undeutlich. 4, die Hinterflügel sind dunkler grau. 

Grösse der Chaerophylli. Die 4 vordern Schienen, und 
zwar die mittlern an der Mitte, röthlich; die 4 vordern Füsse 
haben an den Gliedern helle, kaum merklich röthliche Spitzen. 
Der Afterbusch ist bei einem Exemplar viel dunkler gelblich als 
die Seitenfranzen, bei dem andern etwas grauer. 

Diese Douglaseila stimmt zwar mit Pulcherrimella in den 
2 weisslichen Punkten der Vorderflügel, dem stumpfern Winkel 
des lichten Querstreifs, ist aber durch die beträchtlichere Grösse, 
die weniger abgerundeten Vorderflügel, den gänzlichen Mangel 
fast rosenröthlicher Beimischung auf denselben, sehr bestimmt 
verschieden. 

Ein Exemplar, das wahrscheinlich aus Böhmen stammt, er- 
hielt ich einst von F. v. Röslerstamm als Varietät der Albi- 
punctella; ein anderes, englisches erhielt ich von Stainton zur 
Ansicht; ein drittes, etwas helleres, schickte mir Schläger aus 
der Jenaer Gegend zur Bestimmung; mehrere aus der Wiener 
Gegend und bei Hannover gefangene Exemplare vergleiche ich 
aus v. Heyden’s Sammlung. Die noch seltne Art kommt im 
südlichen England bei Mickleham, Folkstone, Dover und auf der 
Insel Wight im Juli und August vor; bei Wien wurde sie im 
August um Eichengebüsch gefangen. 

Anmerkung. Die meisten Exemplare der v. Heyden’schen Sammlung 


und eins im Kaiserlichen Museum heissen Miserella. Herrich’s Miserella 


fig. 426, S. 119, für wahrscheinlich identisch mit Douglasella erklärt, will 


336 


nicht recht stimmen, kann auch nicht ganz genau abgebildet sein, da der lichte 
Querstreif eigentlich gar nicht wiedergegeben ist, nach den Begränzungen aber 
einen sanft gekrümmten, nach aussen convexen Verlauf hat. Das viele VVeiss 
in dem Bilde lässt mich vielmehr an Pulcherrimella, die 48. nicht abgebildet 
hat, als an Douglasella denken, und in den WVorten des Textes sind keine 
rechten Anhaltspunkte zur Entscheidung gegeben. Ich wage also diese Mise- 
rella weder hier noch bei Pulcherrimella zu citiren, 


59. Kollari n. sp. 


Palpis — -—, thorace et capite griseis, alis ant. valde elon- 
gatis apice rolundato fuscescenti-rufis, costae basi sub- 
abrupte cana, puncto venae transversae albo. 

(2 Mus. Caes. Vindobon.) 


Grösser als Nervosa, mit viel länger gestreckten, lebhafter 
und dunkler röthlichen Vorderflügeln, deren weisser Querader- 
punkt an Albipunctella erinnert, und deren weissgrauer Schulter- 
fleck eine Auszeichung vor allen bekannten Arten bildet. 


Rückenschild und Kopf fast weissgrau (ersterer in der Mitte, 
letzterer auf dem Scheitel abgerieben); Gesicht weisslich. Füh- 
ler röthlich mit aussen bräunlichem Wurzelgliede. (Taster bis 
auf das weissliche Wurzelglied abgebrochen.) Saugrüssel mittel- 
mässig, weisslich. (Vorderbeine abgebrochen.) Beine bleichgelb, 
die mittlern aussen braun bestäubt, an den Füssen dunkler mit 
hellen Spitzen der Glieder; Hinterfüsse nur grau an den Glie- 
derwurzeln. Hinterleib grau, an den Seitenfranzen und dem 
Afterbusch graugelblich; Bauch bleichgelb; zu jeder Seite der 
Mitte mit dunkelgrauem, nach hinten hellerem und weit vor der 
Spitze verlöschendem Schattenstreif. 


Vorderflügel 54° lang, sehr gestreckt, an der Spitze abge- 
rundet, am Hinterrande sehr convex, hell rothsteinfarben mit et- 
was bräunlicher Beimischung, weissgrau bestäubt, besonders an 
der Mitte des Vorderrandes. An der Wurzel des letztern ist 
ein kleiner weissgrauer, etwas eckiger, ziemlich scharf begränz- 
ter Fleck, dessen Wurzel auf dem Vorderrande, also dicht am 
Thorax, schwärzlich ist. Die dünne, gelbliche, aus der Flügel- 
wurzel kommende Innenrandlinie ist blos durch verdunkelten 
Grund begränzt. Die Mitielzelle enthält bis zur Querader weiss- 
grauen Staub, zwischen dem hier und da Schwarz durchblickt. 
Der weisse Queraderpunkt ist ziemlich gross, gerundet und scharf. 


337 


Der lichte Querstreif ist äusserst verloschen und kaum kenntlich; 
er bricht sich zu einem spitzen Winkel, dessen oberer Schenkel 
sich gegen die Mitte des Vorderrandes verliert, während der 
untere im Innenwinkel verschwindet. Der folgende Raum ist ein 
wenig verdunkelt mit etwas dunklern, wenig auffallenden Längs- 
linien. Vor dem Hinterrande, der bis in den Vorderrand rei- 
chende, verloschene, schwärzliche Punkte trägt, ist etwas weiss- 
grauer Staub. Franzen wie die Grundfarbe. 

Hinterflügel weissgrau, hinten wenig dunkler. Franzen gelb- 
lich-staubgrau. 

Unterseite der Vorderflügel grau, am Vorderrande verloschen 
gelblich bestäubt. Franzen röthlich schimmernd. Hinterflügel 
sehr hell grau, längs des gelblichen Vorderrandes und besonders 
in der Spitze grau bestäubt. Hinterrandlinie um die Spitze 
schwärzlich, auf den Adern breit gelblich unterbrochen. 

Das Vaterland des einzelnen, mit den bemerkten Ausnahmen 
gut erhaltenen Exemplares ist Sidney in Neuholland. 


60. Olerella n. sp. 


Palporum articuli terminalis fusci apice exalbido; capite ac iho- 
race rufescenli-pallidis, epistomio pallido; alis ant. elongalis 
apice rolundato dilute fuscescenti-rufis, fusco-pulverulentis, 
siriga post puncium venae transversae albidum dilutiore 
aculangula angulo non producto. 


In der hellen Färbung der Vorderflügel kommt sie der Ner- 
vosa am nächsten; sie unterscheidet sich aber leicht von ihr 
durch geringere Streckung derselben, den deutlichen weissen 
Punkt der Querader, der dort immer fehlt, und durch die helle 
gebrochne Querlinie, deren Spitze sehr weit von der Flügelspitze 
enifernt bleibt, während sie dort erst an derselben verschwindet. 
Das Endglied der Taster, das bei Nervosa auf der Mitte einen 
hellen Ring hat, ist bei Olerella mit Ausnahme der Spitze braun 
und nur auf dem Rücken von der Wurzel aus bisweilen etwas hell 
bestäubt. — Durch den weissen Vorderflügelpunkt hat sie Aehn- 
lichkeit mit Albipunctella; sie ist aber viel heller und hat ver- 
hältnissmässig grössere und gestrecktere Vorderflügel,. — Helle 
Färbung und grösserer Umfang der Flügel, dazu der Mangel des 
schwarzen Fleckes mitten auf dem Scheitel etc. lassen sie der 

IX. 22 


338 


Chaerophylli nicht nächststehend erscheinen. Die kleine Pul- 
cherrimella wird leicht durch die 2 schwarzen Gürtel des 
letzien Tastergliedes unterschieden. 

Grösse der Nervosa. Rückenschild und Kopf bleich gelblich, 
röthlich angeflogen, auf dem ersiern nach vorn, und auf dem 
Vordertheile der Schulterdecken braunroth, an den Seiten des 
Scheitels braunröthlich, im Gesicht unrein weisslich-gelb. Fühler 
rothbraun, Wurzelglied braun mit heller Spitze. Taster länger als 
der Thorax; 2tes Glied durch Beschuppung stark verdickt, doch 
gegen die Spitze etwas abnehmend, innen gelblich-weiss, sonst 
rothbräunlich, aussen an der Mitte mit einem hellen Fleck; End- 
glied mehr als halb so lang, schwarzbraun, bisweilen auf dem 
Rücken von der Wurzel aus hell bestäubt, an der Spitze weiss- 
gelblich. Saugrüssel ziemlich lang, gelblich-weiss. An der Seite 
des Halses ist ein mehr oder weniger lebhaft hellrother Haar- 
schuppenbusch. Beine bleichgelb, aussen gebräunt, die vier vordern 
Schienen und Füsse roth angelaufen; alle Tarsen am dunkelsten 
braun mit hellen Gliederspitzen. Hinterleib grau, mit graugelb- 
lichen Seitenfranzen und Afterbusch; Bauch bleichgelb, dunkler 
bestäubt, besonders an den Seiten. 

Vorderflügel 44 — 4” lang, ziemlich gestreckt, an der Spitze 
gerundet, am Hinterrand sehr convex, nach hinten wenig erwei- 
tert, hell rothsteinfarben mit Braun bestäubt.e An der schmalen 
gelblichen, aus der Wurzel kommenden Innenrandlinie ist ein 
schwärzlicher Wischlleck. Ein schwarzes, schräges, nach hinten 
gespitztes, bisweilen in der Mitte unterbrochnes Längssirichelchen 
steht vor der Flügelmittie, darunter in der Falte ein länglicher 
Punkt. Der weissliche, ziemlich deutliche Queraderpunkt ist theil- 
weise schwärzlich eingefasst. Der helle Querstreif, vor dem keine 
oder wenige und unmerkliche schwärzliche Strahlstriche stehen, 
ist etwas näher am Queraderpuukt als am Hinterrande und bricht 
sich in einen spitzen Winkel, dessen Spitze von der Flügelspitze 
weit getrennt bleibt; der längere obere Schenkel verliert sich 
gegen den Vorderrand etwas hinter dessen Mitie, der untere 
in der Flügelspiize. Im dunkeln Raume hinter dem Querstreif 
sind schwärzliche Längsstreifen, doch oft undeullich. Vor dem 
Hinterrande ist der Grund lichter; die schwarzen Punkte dessel- 
ben verloschen; die Franzen lichter als der Grund. 


339 


Hinterflügel hellgrau, hinten wenig dunkler. Franzen gegen 
die Flügelspitze schwach röthlich schimmernd. 

Unterseite der Vorderflügel grau mit schmaler bleichgelb- 
licher Vorderrandstrieme. Franzen heller grau, aussen etwas 
-geröthet. Hinterflügel hellgrau, längs des gelblichen Vorderran- 
des und in der Spitze grau bestäubt; Hinterrandlinie um die 
Spitze dunkelgrau, auf den Adern unterbrochen. 

Vaterland: die Gegenden von Glogau, Frankfurt an der Oder 
und Frankfurt am Main. Nur von einem überwinterten, abge- 
flogenen, am 14ten Mai gefangenen Männchen weiss ich die Lo- 
kalität: den sumpfigen Erl- und Birkenrand des Glogauer Stadt- 
waldes. Herr v. Heyden fing sein einzelnes Männchen zu An- 
fang. März. 


61. Nervosa Haworth. 


Palporum articulo terminali nigro-bicincto; alis ant. valde elon- 
gatis, apice rotundatis, rubricanlibus, striga postica diluta 
peracute fracta, crure superiore valde obliquo. 


Depressaria nervosa (the coarse WVainscot) alıs rufis, venis postiee 
saturatioribus, annulo medio geminato rufo minutissimo Haworth Lep. 

»« Brit. IV, p: 506. 4. — Steph. Cat. 7161, — Illustr, IV, p- 198. 4. 
— Allen Hill in Zoologist 1851. p. 3288. — Stainton Transact, V. 
p- 167. — Cat. 17. — Suppl. 21. — Companion ed. 1. p. 15, 56, 64. 
ed. 2. p. 12, 48, 78. — Tin. brit. p. 98. — Cat. of brit. Microl. 64. 

Haemylis daucella: alis ant. fuscescentibus, striis interruptis nigris, 
atomis albo cinerascentibus Tr. IX, I. 247. X, 3. 180 u. 279. 

Depressaria daucella Z. Isis 1839, S. 196. 1846, S. 284. — Schles. 
Schmtauschbl. III (1842), 17. 1V (1843), 18. V (1844), 17. 

Tinea apiella Hübn. fig. 9. Pinaris — H. Cat. All. 3966. 

? Tinea rubricella, braunröthlichter kleingestrichter Schabe, Wien. 
Vzehn. S. 142,5. — ed. Illig. 11. S. 115. — ed. Charp. S. 155. 

2 Depress, ultimella Stainton Transact. V. p. 166. pl. 17. fig 6. — Tin. 
brit. p. 98. 33. 


In der Grösse der kleinern Exemplare von Applana, sehr 
ausgezeiehnet dadurch, dass die Spitze des Winkels, in. den sich 
der helle Querstreif bricht, weit gegen die Flügelspitze verlän- 
gert ist und sie manchmal fast erreicht. Es giebt freilich auch 
Exemplare, bei denen der Querstreif ganz verloschen ist und 


nur durch die ihn begränzenden dunkeln Aderstriche angedeu- 
tet wird. 


340 


Rückenschild und Kopf etwas heller als die Vorderflügel, im 
Gesicht am hellsten. Fühler rothbräunlich mit dunklern Einschnit- 
ten, am Wurzelgliede braun, auf der Unterseite röthlich. Taster 
länger als der Thorax; 2tes Glied durch die Beschuppung ziem- 
lich stark und fast gleichmässig verdickt, auf der Innenseite bleich® 
gelblich, an der Bauchseite röthlich-braun, aussen rothbräunlich, 
an der Wurzel und Spitze heller, in der beiderseits durch einen 
braunen Fleck eingefassten Mitte hellgelblich; Endglied halb so 
lang, an der Wurzel und vor der gelblich-weissen feinen Spitze 
mit einem schwarzen Bande; diese 2 Bänder laufen auf der Aus- 
senseite fast zusammen, sind aber auf der Innenseite durch den 
bleich gelblichen Grund scharf getrennt. Saugrüssel mittelmässig 
und wie die ganze Gegend der Kehle weissgelb beschuppi. An 
der Seite des Halses ist ein hellrother Haarschuppenbusch. Beine 
bleich gelblich, die hintern aussen grau bestäubt; die 4 vordern 
aussen braun, an den Schienen besonders in der Mitte hellröth- 
lich bestäubt, an den schwarzbraunen Füssen mit heller Spitze 
des isten, 2ten und 5ten Gliedes. . Hinterleib grau, mit graugelb- 
lichem Seitenrande und Afterbusch; Bauch bleichgelb, zu jeder 
Seite mit schwarzer, nach hinten verengter und verloschener 
Fleckenstrieme. 

Vorderflügel 5— 33‘ lang, schr gesireckt, beim 2 weni- 
ger, mil stark abgerundeter Spitze und sehr convexem Hinter- 
rand, mehr oder weniger lebhaft rothsteinfarben, öfter ins Röth- 
lich-hellbraune, reichlich mit grauweisslichen Schuppen bestreut; 
am hellsten ist gewöhnlich die Wurzelhälfie des Vorderrandes 
und immer der breite Querstreif, der sich in einen sehr spitzen 
Winkel bricht; die Spitze dieses Winkels verlängert sich stets 
weit gegen die Flügelspitze; der breitere untere Schenkel ver- 
liert sich gegen den Innenrand, der obere, viel dünnere ist sehr 
schräg gelegt und verliert sich an der Mitte des Vorderrandes 
in den lichtern Vorderrandraum. An der Wurzel ist an dem 
feinen, hellen, aus der Wurzel kommenden Innerrandstrich ein 
starker schwarzer Fleck. In der Mittelzelle an der Medianader 
ist ein hellgrauer, schwärzlich gerandeter, hier und da unterbro- 
chener Längssirich, der an der Querader endigt; über ihm sind 
in verschiedener Höhe hinter einander kurze schwärzliche Längs- 
linien, deren hinlerste, durch den Schenkel des Winkelstreifs 
unterbrochen, in den Vorderrand vor der Spitze auslaufen: zwei 


341 


solche bis an den Querstreif reichende Linien kommen aus einem 
undeutlichen, bisweilen weisslich gezeichneten Queraderpunkt und 
helfen eine Reihe schwarzer, etwas strahlig gestellter Längslinien 
bilden, die auf dunklem Grunde bis an den Querstreif reichen. 
In den Hinterrand laufen auch 3—4 solche schwärzliche Längs- 
linien aus, deren obere bisweilen einwärts den hellen Querstreif 
durchschneiden. Eine verloschene, oft sehr undeutliche Reihe 
schwärzlicher Punkte umzieht den Hinterrand. Franzen aussen 
heller als der Grund. 

Hinterflügel sehr hell weissgrau, in der Spitze dunkler, mit 
feiner dunkelgrauer Hinterrandlinie. Franzen am Innenwinkel 
gelbweisslich, allmählig dunkler und um die Spitze nicht ganz 
selten hellroth angelaufen; nahe an der Wurzel sind sie von 
einem grauen Schatten durchzogen. 

Unterseite der Vorderflügel grau, mit hellröthlichem Vorder- 
rande und heller Wurzellinie der Franzen. . Hinterflügel grau- 
weisslich, längs des gelblichen Vorderrandes und in der Spitze 
grau bestäubt; die auf den Adern unterbrochene Hinterrandlinie 
ist um die Spitze schwärzlich, und die Franzen um die Spitze 
sind grau. 

In England (Stainton!) und mehrern Gegenden von Deutisch- 
land, z. B. bei Glogau nicht selten (Z.); bei Frankfurt am Main 
und an der Bergstrasse (v. Heyden!); bei Hannover (Krösmann 
bei v. Heyden!). 

Die Raupe ist gelblich, mit glänzend schwarzem Kopf, einem 
schwarzen Fleck an jeder Seite des Prothorax und 3 schwärz- 
lichen Längsstreifen, wovon der mittelste in der Rückenmitte, die 
andern zu jeder Seite laufen. Von den glänzend schwarzen 
Warzen sind die obersten die grössten; jede von diesen ist in 
einen hellgelben Ring eingefasst, der in die schwärzlichen Strei- 
fen eingreift und darin einen Ausschnitt bildet. Die Vorderbeine 
und das Afterschild sind honiggelb. (Eine genauere Beschrei- 
bung nach der lebenden Raupe behalte ich mir vor.) Ich habe 
sie bisher nur im Juni und Juli in den Blüthen des Phellandrium 
aquaticum gefunden, die sie durch eine weissseidene Röhre, in 
der sie wohnt, etwas zusammenzieht. Nach Schläger’s Auskunft 
wurde ein sicheres Schmetterlingspärchen, das ich zur Ansicht 
erhielt, bei Leipzig aus Raupen erzogen, die in den Stengeln 
des Sium latifolium lebten Can welcher Pflanze ich noch keine 


342 


Raupe fand). Die Raupe bohrt sich zur Verpuppung in den un- 
tern Stengeltheil ihrer Nahrungspflanze. Die Puppe ist dunkel- 
braun, mit gelbbraunem Hinterleibe, ganz ohne Auszeichnung. 
Der Schmetterling kriecht nach etwa 3 Wochen aus, hält sich 
im Gesträuch an den Rändern der Sümpfe auf, hat eine lange 
Lebenszeit und wurde von mir nach der Ueberwinterung noch 
am 3. Juni in mehrern Exemplaren von Weidenstämmen geklopfi. 
— Allen Hill erklärt die Pflanze, worauf er die Raupe fand, 
für Cicuta virosa, vielleicht ein botanischer Irrthum! 


Anmerkungl. F.v. Röslerstamm fand in der Schiffermüller’schen 
Sammlung „einen Vorder- und einen Hinterflügel“ der Hübner’schen Apiella 
als Rubricella. Die WVorte im WViener Vzchn.: „aus der Sammlung des 
Grafen v. Traun“ lehren, dass Schiffermüller die Art nicht besass, und die 
Charpentier’sche Notiz: „Rubricella war nicht vorhanden“, beweist, dass er 
sie auch später nicht bekam. Dass sie jetzt in der Sarumlung existirt, ist doch 
wohl nicht anders möglich, als dass Jemand ein Exemplar, auf das die deut- 
schen WVorte neben dem Namen zu passen schienen, später machgesteckt hat? 
Den Namen Rubricella für die Art anzunehmen, wie FAR. vorschlägt, halte 
ich daher für unzweckmässig, 


Anmerkung 2. Ich habe zwei Exemplare der Nervosa und zwei der 
Ultimella aus Stainton’s Sammlung vor mir. Die erstern gleichen völlig mei- 
nen grössten erzogenen Männchen. Die letztern, mit veröltem Hinterleibe — 
ein Uebel, das die Depressarien in den englischen, reichlich mit Campher ver- 
sehenen Sammlungen noch öfter befallen muss als in den unsrigen — kann 
ich durchaus nicht von den Exemplaren unterscheiden, die ich für Nervosa 2 
halte und nicht selten zugleich mit Männchen aus Phellandriumraupen erzog; 
sie sind kleiner, heller, mit kürzern Flügeln; der helle Querstreif ist zwar 
nicht so deutlich, wie bei den dunklen Exemplaren, hat aber durchaus die 
Lage und Gestalt wie meine Phellandriumschabe und kann, wenn dieser Quer- 
streif das entscheidende Merkmal giebt, durchaus keine andere Art sein. 


62. Hirtipalpis n. sp. 
(Fig. 7. 8.) 


Palporum arliculo terminali piloso-squamato; alis ant. rotunda- 
tis griseo-fuscescenlibus, pulvere fusco exasperatis, basi 
obscurata. (2 Mus. Mann.) 


Ein sehr ausgezeichnetes Thier; die Schuppen des zweiten 
Tastergliedes sitzen lockerer’ und in etwas anderer Richtung und 
sind länger als gewöhnlich; das Endglied ist bis zur Spitze mit 
angen Haarschuppen bekleidet, welche auf dem Rücken weniger 
abstehen als auf der Schneide; das Wurzelglied der Fühler trägt 


343 


lockere Schuppen und Haare und die Vorderschiene auf dem 
Rücken lange Haarschuppen bis zur Spitze; selbst am ersten 
Vordertarsengliede sind die Schuppen stark verlängert und ste- 
hen ab; der breite Hinterleib ist mit langen, lachen Haaren ge- 
franzt; der Saugrüssel scheint ganz zu fehlen. — Ausser durch 
die Haarschuppen des letzten Tastergliedes wird sie durch die 
grobe, gleichsam aufgestreute braune Bestäubung der dadurch 
rauhen, hell graubraunen Vorderflügel leicht erkannt. 

Grösse und Gestalt der Douglasella. Rückenschild und 
Kopf grau-gelbbräunlich; Schuppen der Schulterdecken verlängert 
und locker. Fühler graubräunlich, Wurzelglied braun mit heller 
Spitze, Augen klein. Taster so lang wie Kopf und Rückenschild, 
hell gelbbräunlich, am 2ten Gliede dunkler bestäubt an den En- 
den der Schuppen; die Schuppenhaare des Endgliedes mehr ocher- 
gelblich. Beine bleich gelblich. Vorderbeine auf der Vorderseite 
gebräunt, an den Gliederenden hell; die 2 vorletzten Glieder des 
Tarsus ganz braun. Hintertarsen auf dem Rücken graubräunlich, 
gegen das Ende dunkler, mit hellen Spitzen der Glieder. — Hin- 
terleib graubräunlich mit hellern Hinterrändern der Segmente; die 
Haare des Seitenrandes werden gegen das Ende länger und ge- 
hen in den Afterbusch über. Bauch bräunlich, an den Ringrän- 
dern, und zwar an der Mitte und jeder Seite, ohne scharfe Be- 
gränzung gelblich. 

Vorderflügel 44‘ lang, gestreckt, an Vorder- und Innen- 
winkel ganz abgerundet, staubgraubräunlich mit rölhlicher Beimi- 
schung, an der Wurzel braun ohne scharfe Begränzung. Der 
reichliche, grobe, braune Staub bildet einige breite, lichte Quer- 
schatten. Die gewöhnliche Querbinde hinter der Flügelmitte zeigt 
sich als unbestäubterer Grund sehr verloschen; sie biegt sich über 
ihrer Mitte stark wurzelwärts. Vor der Flügelmitte liegen in glei- 
chem Abstande von den beiden Gegenrändern 2—3 schwärzliche 
Staubhäufchen und weiter gegen die Wurzel noch eins. Der 
Vorderrand hat an der Wurzel ein schwarzes Fleckchen und 
zwischen der Mitte und der Spitze 4 verloschene Costalfleckchen, 
die 3 letzten nahe aneinander. Auf dem Hinterrande ist eine 
ganz verwischte Reihe brauner Staubpunkte, Franzen etwas hel- 
ler als der Grund. 

Hinterflügel mit ziemlich abgerundeter Spitze, glänzend, grau- 
weisslich, hinten etwas verdunkelt, Franzen von einer Schatten- 


344 


linie nahe der Wurzel durchzogen und um die Flügelspitze grau 
angelaufen. | 

Unterseite der Vorderflügel hellgrau mit hellerer Wurzellinie 
aller Franzen. Hinterflügel wie oben, längs des Vorderrandes | 
und in der bräunlich umzogenen Spitze graustaubig; Franzen mit 
gelblicher Wurzellinie. 

Mann fing diese Art bei Spalato am 15. Juli und bei Brussa 
am 1. August aus Dornhecken. 


Abiıhiestn ng .B 


63. Dictamnella Tr. 
(Fig- 3.) 


Magna, palporum articulo secundo longe fascieulato-piloso; alis 
ant. dilute brunneis, basim versus fuscis, costa ex basi 
einerascenli. (I 2.) 

Haemylis dictamnella: alıs ant. fusco corticeis, costa bası rubescenti 

alba, atomis albidis ; posticis dilute griseis Tr, X, 3. 181 u. 279. — 
F. v. Röslerstamm Beitr. S. 68. Taf. 33. fig. 5. — Dup. Cat. p- 335, 
— (Hemilide du dictame) Dup. Hist. VIII, p. 150. 1523. pl.291, fig.3. J. 

Depressaria — Z. Isıs 1839. S. 196. 26. — Stainton Transact. V, p. 169, 48. 

* Var. b, costa prope basim rufescente, interne albo - margi- 
nata, venis in costam ei marginem posiicum exeunlibus 
nigris. Herrich-Schff. üg. 429. 

In der Grösse und Gestalt der D. altaica, vor allen Gattungs- 
verwandten durch den verlängerten Tasterbusch ausgezeichnet. 

Kopf und Rückenschild hell röthlich-grau, mit schwarzbrau- 
nen Schulterdecken und solchen Seiten des weissgrauen Unter- 
gesichts. Fühler hell gelblich-grau, Wurzelglied rothbraun. Lip- 
pentaster langer als Kopf und Rückenschild zusammen, hellgrau, 
öfters rölhlich- grau, aussen von der Wurzel aus bis zur Hälfte 
des 2ten Gliedes roihbraun; dieses mit verlängerten Schuppen, 
welche einen zusammengedrückten, dreieckigen, auf der Ober- 
seite mit der gewöhnliehen Längsfurche versehenen Busch bil- 
den; Endglied so lang wie das 2te Glied, aufgerichtet, dornför- 


345 


mig, an der Wurzel braun und mit braunem Fleck vor der Spitze. 
Saugrüssel kurz. Beine hell röthlich-grau; Vorderschenkel aus- 
ser einer weissgrauen Rückenlinie, Mittelschenkel an der Licht- 
seite, Mittelschiene ganz ausser an der weissgrauen Bauchschneide, 
Hinterschenkel an der Lichtseite dunkelbraun; die besonders auf 
der Rückenschneide langhaarige Hinterschiene hat aussen an der 
untern Schneide eine mehr oder weniger dunkelbraune Strieme 
und braune, an der Spitze weissgraue Dornen. Hinterleib hell- 
grau, an den Seiten stark mit röthlich-grauen oder staubgrauen 
Schuppenhaaren gefranzt und mit reichlichem röthlich-grauen Af- 
terbusch; der Bauch hat 2 breite, nach hinten verdünnte, laterale 
schwarzbraune Striemen. 

Vorderflügel beim 9 63 — 52°‘ lang, beim 2 eine Linie 
kürzer, ziemlich gestreckt, am Vorderwinkel fast abgerundet und 
mit stark convexem Hinterrand, hell rothbraun, gegen die Wur- 
zel gesätligter, nach hinten mehr grau gemischt, vor dem Hin- 
terrande mit kurzen, parallelen, verloschenen, schwarzen Längs- 
linien, von denen die am Innenwinkel die schärfsten und läng- 
sten sind. Der Vorderrand ist in einer breiten Strieme an der 
Wurzel hellgrau und einwärts schwarz gesäumt, nach hinten all- 
mählig dunkler und in die Grundfarbe verfliessend. Der schwarze 
Queraderpunkt ist meist mit weissgrauen Schuppen verdeckt; von 
ihm gehen etwa 4 schwärzliche Linien strahlig aus. Am Hinter- 
rand ist eine bis in den Vorderrand fortgesetzte Reihe schwärz- 
licher Fleckchen. Franzen bräunlich- grau. 

Hinterflügel am Hinterrand stark ausgeschwungen, eiwas sei- 
denglänzend weisslich-grau, nach hinten dunkler; Franzen grau, 
um den Vorderwinkel röthlich schimmernd. 

Unterseite seidenglänzend; Vorderflügel dunkelgrau mit hel- 
lem Vorderraud; Hinterfiügel hellgrau, am Vorderrand und in der 
Spitze dunkelstaubig. 

Herrich-Schäffer bildet eine männliche Varietät ab, bei 
welcher sich die Grundfarbe der Vorderflügel gegen die Wurzel 
kaum verdunkelt; alle in die Ränder auslaufenden Adern sind in 
ziemlicher Länge schwarz; eine solche Linie kommt aus der Wur- 
zel und läuft in der Falte etwa bis zur Hälfte derselben. Der 
Vorderrand ist von der Wurzel bis zur Flügelhälfte fuchsroth und 
wird durch eine kurze weisse, auf der Subcostalader von der 
Wurzel hinlaufende Linie begränzt. 


346 


Die grünlich-graue, schwarzköpfige Raupe lebt im Juni auf 
Dictamnus albus; der Schmetterling kriecht Ende Juli und im 
August aus. 

Vaterland: Ungarn (FR!); Oestreich bei Wien (Lederer); 
Frankfurt am Main (». Heyden!). 


Orthotelia Steph. 
(Fig. 10— 13.) 


Orthotaelia Steph. Agoniopteryx Tr. Caulobius Dup. Haemylis Z. 


Char. essent. Abdomen elongatum, convexum, non margi- 
natum. Palpi breviusculi, eylindrici, reflexi, articulo ter- 
minali praecedentem longitudine superante. Alae brevi- 
ter ciliatae, anleriores iruncalae. 

Char. natural. Caput laevigatum, oculis parvis, ocellis nullis. 
Antennae abdomine breviores, articulis distinctis, elon- 

gato-obconicis. 

Haustellum brevissimum, squamis obtectum. 

Palpi maxillares brevissimi, distincli, cylindrici. 

Palpi labiales thoracis longitudine, reflexi, graciles, cy- 
lindriei, acuminati, articulo ultimo penultimum longitu- 
dine superante, 

Abdomen elongatum, convexum, subcarinatum, non mar- 
ginatum, fasciculo anali exiguo, truncato. 

Alae oblongae, breviter ciliatae, anteriores postice di- 
latatae, truncatae, costa subtus prope basim reflexo-pi- 
losa; posteriores ante apicem non relusae, costa sub- 
rectangula. 


Orthotelia bildet den Anfang der Reihe von Gattungen, welche 
sanft in die echten Gelechien übergeht, aber gegen Depressaria 
scharf abgegränzt ist. Alle Arten derselben scheinen in Stäm- 
men und Stengeln zu leben und auch im ausgebildeten Zustande 
eine andere Lebensweise als Depressaria zu haben. Orthotelia 
ist, so viel ich jetzt ohne Ansicht eines Exemplars aus dem Ge- 
nus Cryptophasa urtheilen kann, diesem Genus am nächsten ver- 
wandt. Sie haben beide einen sehr kurzen Saugrüssel, verhält- 
nissmässig kurze Lippenlaster und wenigstens im weiblichen Ge- 
schlecht auffallend kurze Fühler. Bei Orthotelia ist das Endglied 


347 


fast so dick wie das zweite Glied, nur mit feiner Spitze, und 
übertrifft dasselbe in der Länge; diese Verhältnisse gelten auch 
bei der Unterscheidung von Cryptolechia, Loxotoma, Auxocrossa, 
Mesoptycha und Antaeolricha. Dei Orthotelia sind ferner die 
Glieder wenigstens an der Endhälfte stark abgesetzt und umge- 
kehrt kegelförmig. Ausserdem sind die Vorderflügel hinten ge- 
rade abgeschnitten mit scharf gespitztem Vorderwinkel, und am 
Vorderrande befindet sich auf der Unterseite nahe der Wurzel 
ein Kamm verlängerter Schuppen, der beim Männchen länger ist 
als beim Weibchen. Die Hinterflügel sind ziemlich lang gestreckt 
und am Hinterrand vor der Spitze etwas eingedrückt. Auch mö- 
gen die beiden zurückgekrümmten Hörner an der Stirn der Puppe 
einen generischen Unterschied von den unbewaffneten Puppen der 
Cryptophasen bieten. Die Gürtel von Dörnchen an den Hinter- 
leibsringen sind wahrscheinlich ein Eigenthum aller Puppen aus 
den im Folgenden behandelten Gattungen. | 

Der älteste Gattungsname ist der von Stephens gegebene; 
ihn aber in seiner Urgestalt zu lassen, ist, da er offenbar von 
vEAos abstammt, unmöglich. 


1. Sparganiella Thunberg. 


Alae ant. lutescentes vel dilute ochraceae, obscurius venosae 
postice obscurae violaceo-nitidulae; posteriores sericeae 
pallidae. (* 2.) 
Tinea sparganella: ferrugineo-aurea, alis punctis tribus fuscis T’hund,. 
dissert. VII, p. 95. 

Haemylis sparganiella Tr. IX, 1. p. 261. — Z. Isıs 1839, S, 195. 
— Schles. Schmtauschbl. IV (1843), S. 18, 

Agoniopteryz (!) sparganiella Tr. X, 3. p. 185 u. 278. 

Caulobius sparganiellus Dup. Hist. VII, p. 160. 1526. pl. 291. fig. 
7-9. — Cat. p. 333. 

Orthotaelia sparganiella Stainton Transact. V, p, 151. — Cat. 16. 
— Suppl, 21. — Companion ed. 1. p. 14, 46, 50. 

Orth. sparganella St. Companion ed. 2. p. 11, 37, 43, 73, 76. — Cat. 

brit. Microl. p. 53%. — Brit. Tin. pag.... 

Depress. venosa (the wainscot Flat-body) Haw. Lep. brit. IV, p. 506. 

3. — Steph. Cat. 7159. — Illustr. IV, p. 198. 

Orthotaelia venosa Steph, Cat. 7155. — lllustr. IV, p, 195. pl. 35. fig. 3. 

* Orthotaenia nervosa Ent, Mag. 1, 442 (secund. Stainton). 

Tinea tostella Hübn. fig, 456. 

Haemylis tostella Kollar Vzchn, S. 92. 

? Tinea Boieella Freyer N. B. 11, S, 120. "Taf. 168. fig. 3. 


348 

In veränderlicher Grösse, wie Depr. Herachana. Rücken- 
schild und Kopf ochergelb, ersterer dunkler angelaufen. Fühler 
hell ochergelb, & etwas kürzer als der Hinterleib, @ nur halb 
so lang, ziemlich fein, an den mehr cylindrischen Gliedern ge- 
gen die Wurzel hin etwas verdickt; die übrigen Glieder sind 
cylindrisch, am Ende erweitert, also umgekehrt kegelförmig, die 
obern mit je einem Borstenzähnchen am Ende an jeder Seile, 
alle microscopisch pubeseirend gefranzt. Taster hell ochergelb, 
aussen gesätligter, kaum von Rückenschildslänge, ziemlich schlank, 
fast cylindrisch, an der Bauchseite etwas locker beschuppt; das 
Endglied länger als das 2te Glied mit scharfer Spitze. — Beine 
bleich gelblich, die vordern an der Lichiseite gebräunt, die mitl- 
lern auf dem Rücken weniger dunkel; Hinterschiene ziemlich 
schlank und ohne besonders lange Schuppen. Hinterleib weit 
über die Hinterlügel hervorstehend, beim Weibchen stark ver- 
längert, bleich ochergelb, mit schwachem, beim 9 schärferem 
Mittelkiel; die Segmente hinten durch die Schuppen gefranzt, die 
an den Seiten nicht als Büschel hervorstehen; Afterbusch dünn, 
kurz, abgestulzi; der weibliche Legestachel steht kaum daraus 
hervor. 

Vorderflügel 9 5 —53, 2 55 — 6%’ lang, etwas gestreckt, 
mit sanfı convexem, hinten fast gradlinigem Vorderrand, spitzem, 
schwach abgerundetem Vorderwinkel, etwas concav herabgehen- 
dem Hinterrand und abgerundetem Innenwinkel. Die glänzende 
Grundfarbe ist mehr oder weniger dunkel, hell ochergelb bis 
lehmgelb, oberhalb der Medianader verdunkelt, welche Verdun- 
kelung sich in der Breite und Intensität zunehmend bis an den 
Hinterrand verlängert und mehr oder wenig lebhaft purpurfarbig 
schimmert, wie öfters die ganze Fläche. Die Adern treten in 
etwas hellerer Färbung hervor, und die Zellen sind von mehrern 
verloschenen dunklern Längslinien durchzogen, so dass die ganze 
Fläche eft vielstreifig erscheint; bei manchen Exemplaren fehlen 
diese Längslreifen völlig. Die lebhaft gestreiften haben in der 
hellen Flügelfalte eine Reihe von 4, 3 oder 2 braunen, mehr 
oder weniger scharfen Punkten, und auch in dem dunklen Raume 
zwischen der Querader und dem Hinterrand sind bisweilen einige 
zerstreule Punkte sichtbar. Die Vorderrandlinie ist hell, die Fran- 
zen gebräunt, glänzend. 


349 


Hinterflügel gestreckt mit kurzem Innenrand, ganz stumpfem 
Innenwinkel, convexem, vor der Spitze schwach eingedrücktem 
Hinterrande und spitzem, etwas abgerundetem Vorderwinkel, sei- 
denglänzend bleichgelb oder schmutzig weisslich, am Hinterrand 
vor der Mitte grau angeflogen. 

Unterseite gelblich oder graugelblich, im Mittelfelde in wech- 
selnder Ausdehnung und Dunkelheit braun angelaufen, was nicht 
selten die ganze Fläche überzieht; Vorderrandlinie gelblich. Fran- 
zen an der Wurzel ochergelb, dann violetibraun. Hinterflügel 
bleich gelblich, längs des Vorderrandes bisweilen grau ange- 
laufen. 

Die gewöhnlich nicht häufig vorkommende Schabe fliegt im 
Juli und August in Sümpfen, Teichen, Gräben und Pfützen, worin 
ihre Nahrungspflanzen, Sparganium ramosum und Iris pseudacorus, 
wachsen, in Schweden (Thunberg) — in England an mehrern 
Stellen (Stephens, Stainton) — in Frankreich bei Chäteaudun 
(Guenee bei Dup.) — in Deutschland bei Frankfurt am Main 
häufig in allen Sümpfen (v. Heyden); bei Darmstadt (Tr.); in 
der Mark Brandenburg bei Berlin (Kirchner!) und im Havellande 
bei Hage (Moritz bei Tr.); bei Hannover (v. Heyden!); in Schle- 
sien bei Glogau an einem See (Z.); in Pommern bei Stettin (He- 
ring); in Oestreich bei Wien (Kollar). 

Die Raupe, bei Tr. durch Moritz, bei Duponchel durch 
Guenede genau beschrieben, lebt in einer Röhre, die sie in den 
Blättern des Sparganium oder (nach Guenee) an der Wurzel der 
Irisblätter gräbt; sie verpuppi sich in dieser Röhre. Nur Puppen 
fand ich Mitte Juli, und nach diesen kann ich den vorhandenen 
Beschreibungen hinzufügen, dass die ganze Gegend um die bei- 
den zurückgebogenen Stirnhörner gekörnelt ist, und dass statt 
der 2 Seitenhörner eigentlich nur 2 glatte, zahnarlige Höcker 
vorhanden sind. Ob beim Auskriechen die Puppe mit hervor- 
dringt, oder wie bei den Nonagrien zurückbleibt, konnte ich nicht 
beobachten, da mir kein Schmelterling auskam. Moritz fing ein 
verflogenes Männchen schon am 28. Juni. 


Anmerkung l. Stainton citirt Depr. venosa Steph. nur mit ? Al- 
lein Stephens hat die Diagnose der Haworth’schen Venosa wörtlich abgeschrie- 
ben und die Beschreibung derselben fast Wort für WVort übersetzt. Es war 
sicher nur eine Nachlässigkeit, die Art nicht als Depressarie zu streichen, als 
er sie zu einem besondern Genus erhob, In diesem nennt er die Taster son- 


350 


derbarer Weise »schr lang«, während Tr. sagt: »die kurzen, aufgekrümmten 
Palpen«. 


Anmerkung 2. Agon. palustrella Tr. in Jit., die in manchen Ca- 
talogen aufgeführt und von Stainton in den Transactions I. c. erwähnt wird, 
habe ich in einem von Treitschke an F.v. Röslerstamm gegebenen Exemplar 
gesehen ; es war nichts als ein Männchen der Sparganiella mit hellen Vorder- 
flügeln, auf denen die Adern in strohgelblicher Farbe etwas stärker als ge- 
wöhnlich hervortraten, 


Anmerkung 3. Ich nehme mit den Autoren an, dass Sparganella bei 
Thunberg nur ein Druckfehler ıst; obgleich das Sparganıum dort nicht er- 
wähnt wird, so ist es doch zu offenbar, dass Bjerkander die Schabe durch die 
Zucht gewonnen und als ächter Linneaner nach der Futterpflanze benannt hat. 


Anmerkung 4. Ueber Boicella s. Yeatiana Anm. 2, 


Cryptophasa Lewin. 


Char. essent. Palpi breviusculi reflexi acuti. Haustellum 
brevissimum. Antennae J ciliatae, apicem versus nudae, 
Q breves. Abdomen carinatum. Alae breviter cilialae. 


Dies Genus ist von Orthotelia sehr sicher verschieden, von 
Cryptolechia mag der Unterschied weniger scharf sein. Doch 
mögen die kurzen Taster, der kurze Saugrüssel und die kurzen 
Fühler des Weibchens zur Trennung von der ohne Zweifel sehr 
artenreichen Gattung genügen. Da ich jetzi nur die Beschrei- 
bung einer Art und die ungenügenden Mittheilungen Lewin’s zur 
Hand habe, so kann ich im Allgemeinen nicht mehr sagen, als 
dass Cryptophasa hauptsächlich auf Australien angewiesen und 
nicht arm an Arten zu sein scheint, und dass einige Arten eine 
Grösse haben, nach welcher Lewin sie zu den Spinnern rechnete. 


1. Albacosta Lewin. 


Magna, alis ant. oblongis albis, interius latissime lilacino -niti- 
dulis, margine postico luteo; posterioribus nigro-fuscis, 
margine ciliisque albis. (Q.) 

* Cryptophasa albacosta Lewin Prodromus of Entomology (Natural 

History of Lepidopterous Insects of New-South-VVales) p. 12. pl. 11. 

fig. 1-4. — Thon’s Archiv I, S. 36. Taf. 3. fig. 2, ad. 

In der Grösse der Triph. subsequa. Kopf und Rückenschild 
gelblich-weiss; Scheitelhaare etwas locker, Die weiblichen Füh- 
ler verhältnissmässig sehr fein und dabei sehr kurz, fadenförmig, 


351 


weiss mit starkem, länglichem, oben gerade abgeschnittenem 
Wurzelglied. Taster aufgekrümmt, mit der Spitze nur die Höhe 
der Stirn erreichend; an dem 2ten Gliede cylindrisch, wenig zu- 
sammengedrückt, mässig dick, mit gleichmässiger Beschuppung; 
Endglied nicht scharf abgesetzt, kürzer als das 2te Glied, dünn 
und sehr fein zugespitzt. Saugrüssel kaum 2° lang, dünn, ho- 
niggelb, auf dem ganzen Rücken weissschuppig. Beine weiss 
und kräftig; die 4 vordern Tarsen haben braune Wurzeln der 
Glieder; vom Hintertarsus ist nur das erste Glied da, welches 
auf der Unterseite viele honiggelbe Stacheln trägt; die Hinter- 
schiene hat auf dem Rücken lange gelblich- weisse, angelegte 
Haare, und die 4 Dornen, von denen das obere Paar ein wenig 
vor der Mitte ist, laufen jeder in einen honiggelben Stachel aus. 
Hinterleib viel schlanker als im Bilde, convex mit scharfem Mit- 
telkiel des Rückens, braun, an der Wurzel mit weissen, am Ende 
mit hellbraunen Haaren. Afterglied am Ende und an den Seiten 
ochergelb. Legestachel dick, rothbraun, röthlich borstig. Bauch 
und Randbüschel der letzten Segmente hell ochergelb. 


Vorderflügel 12 lang (beim zufolge des Bildes etwa 
2‘ kürzer), länglich, mit schärferer Spitze und abgerundeterm 
Innenwinkel als im Bilde, weiss. Von der Unterseite scheint die 
dunkle Farbe durch, und so erscheint ein Raum, der 3 der Flü- 
gelbreite und 3 der Länge beiträgt, den Innenraum einnimmt, aber 
die Basis frei lässt und hinten scharf und schräg (nicht senkrecht 
wie im Bilde) abgeschnitten ist, grau und mit lilafarbigem Schim- 
mer. In und über der Falte sind einige schwarzbraune Schup- 
pen; (es giebt vielleicht noch mehr Zeichnungen, die aber ver- 
wischt sein mögen). Vor und hinter der Querader ist der Grund 
weisslich, und so entsteht hier ein grauer Winkel, für welchen 
das Bild einen in der Wirklichkeit nicht vorhandenen Ring giebt. 
Der schmale rostbraun schuppige Hinterrand hat vor sich eine 
schmale graue, lilaschimmernde Binde. Franzen grau, gegen den 
Innenwinkel weisslich, mit grauer Schattenlinie nahe der Wurzel 
durchzogen. 

Hinterflügel schwarzbraun, an der Wurzel mit braunen Haar- 
büscheln, deren Wurzeln zum Theil weisslich sind. Der Hinter- 
rand ist schmal weisslich (nicht gelb und von braunen Adern 
durchschnitten wie in fig. d.), was sich in der Flügelspitze er- 


352 


weitert, gegen den Innenseinlsel; aber sehr verengert, Die Vor- 
derrandzelle ist weiss. 

Unterseite der Vorderflägel: an der Wurzel und den Rändern 
weiss, im Mittelraum braun, welche Farbe sich nach hinten ver- 
dunkelt und ziemlich scharf abschneidet. Der Hinterrand ist an 
der Flügelspitze lehmgelblich angeflogen. Hinterflügel wie oben. 

Vaterland: Ostküste von Neuholland. Die Raupe lebt in den 
Stämmen der Banksia serrata, verpuppt sich im Januar in der 
Höhle ohne Gespinnst und der Schmetterling erscheint im Fe- 
bruar an den Spitzen hoher Sträucher (Lewin). 

(Ein Exemplar, von Herrich-Schäffer zur Ansicht geschickt.) 


— 2. Irrorata Lewin. 


Magna; alis omnibus obscure cinereis, ciliis albido fuscoque 
alternatis; ant. oblongis, fusco-alboque irroratis, annulo 
venae transversae nigricante. (d' 2.) | 


* Cryptophasa irrorata Lewin ]. c. p. 11. pl. 10. fig. 1-5, — Thon’s 
Archiv I, S. 35. Taf. 3. fig. 1. a—d. 


Vaterland der vorigen. Die Raupe lebt im Stamm einer Ca- 
suarina und trägt in der Nacht Blätter zum Futter in ihre Höhle 
(?). Der Schmetterling im Februar. 


+ 3. Rubescens Lewin. 


Magna; alis anterioribus oblongis, 9 fusco-Iuteis, costa ex basi 
ultra medium strigaque ante medium pallidis, 2 luteis, ro- 
seo-suffusis; posterioribus dilute ochraceis. 


* Cryptophasa rubescens Lewin ]. c. p. 13. pl. 12. fig. 1-5. — Thon’s 
Archiv I, S, 36. Taf. 3. fig. 3, a—d. 


Vaterland der vorigen. Die Raupe lebt auf gleiche Weise 
in Mimosa ensifolia; der Schmetterling kommt nach einer längern 
Puppenruhe zu Ende Februar aus. 


+ 4. Pultenaeae Thon. 


Abdominis basi supra rufa; alis ant. oblongis, punclis disci me- 
dii tribus majusculis serieque punctorum marginalium ni- 
gris; posierioribus g' nigris albo-ciliatis, 2 albis, in mar- 
gine poslico nigro-punctatis. 

Cryptophasa Pultenaeae Thon Archiv I, S.36, Taf. III. fig. 4. a—d. 

*» — Pultenae Lewin 1. c. p. 14. pl. 13. fig. 1—5. 


353 


Schon merklich kleiner als die vorige, zumal das Männchen. 

Vaterland: Neu-Südwales. Die Raupe in den Stämmen von 
Pultenaea villosa, die Schabe nach einer Puppenruhe von 31 Ta- 
sen im März in Wäldern. 


+ 5. Strigata Lewin. 


Alis fuscescenti-albidis nitidulis, ant. stria ex basi in apicem 
fusca. 2. 
* Cryptophasa strigata Lewin 1. c. p. 15. pl. 14, fig. 1-5. — 
Thon Archiv I, S. 36. Taf. III. fig. 5. a—d, 
So gross wie Tortr. piceana. Raupe in Banksia serrata; 


Schmetterling nach einer 22tägigen Puppenruhe im Februar auf 
Banksiensträuchern um Sidney. 


Cryptolechia Z. 


Char. essent. Palpi longi reflexi corniformes. Antennae ab- 
dominis longitudine, & ciliatae. Alae ant. costa prope 
basim convexa, posteriores latae costa g‘ simplici, mar- 
gine poslico ante apicem retuso, breviter ciliatae. Abdo- 
men dorso carinato convexum. 

Char. naturalis: Caput squamis decumbentibus, ocellis nul- 
lis, oculis majusculis. 

Antennae abdominis longitudine vel longiores, articulis 
confertis, S\ ciliatae. 

Haustellum mediocre basi squamalta. 

Palpi maxillares breves, filifformes, conniventes. 

Palpi labiales thorace longiores, reflexi, modice incras- 
sati, articulo terminali selaceo acuminato. 

Pedes mediocres, tibiae posticae in dorso longius pilo- 
sae, calcaribus validis. 

Abdomen modice longum, convexulum, dorso distincte 
carinatum, poslice planum ac subcoarctatum, fasciculo 
g\ anali mediocri. 

Alae anteriores latiusculae, tortriciformes, costa prope 
basim convexa, postice rectilinea vel modice convexa, 
apice acuto vel obtuso vel obtuse rotundato; venae sim- 
plices, 

IX, 23 


Alae posteriores amplae, breviter ciliafae, costa vix 
convexula, margine postico ante apicem impresso, ve- 
nis simplieibus. 


354 


Alle hier vereinigten Arten haben mehr als die Depressarien 
ein wicklerähnliches Ansehen; in ihrer Flügel- und Hinterleibs- 
bildung weichen sie aber bedeutend unter einander ab, so dass 
zu erwarten ist, dass, obgleich ich mein Genus Stenoma einge- 
zogen habe, eine Auflösung in mehrere Gatlungen erfolgen muss; 


als Typus für Cryptolechia-sehe ich meine Cr. flava_ an, die ich 


nur im männlichen Geschlechte. ‚kenne, bei welchem der Hinter- 
eib nur einfach convex und an den Seiten reichlich mit abwärts 
gerichteten verlängerten Schuppen gefranzt ist. Bei den andern 
Arten haben die bekannten Männchen den Hinterleib nach hinten 
verengt, wodurch der Afterbusch um so stärker hervortritt; bei‘ 
Straminella ist er sogar wie bei den Antaeotrichen wulstig ge- 


== randet. Die Vorderflügel zeigoen eine grosse, durch Uebergänge 


ausgeglichene Verschiedenheit in der Breite und Zuspitzung; wäh- 
rend sie bei flava, immunda, albella nach hinten breiter werden, 
verengen sie sich bei Loxogrammos, Schlaegeri, Leucillana so 
beträchtlich, und bilden bei Indecora, decora, picta so sanfte 
Bindeglieder, dass ich die mit wer übereinstimmend 
gebauten frühern Stenomala nicht länger getrennt halten kann . 


In seinem jetzigen Bestande unterscheidet sich Cryptolechia 
von Cryptophasa durch die längern Taster, deren Spitze weit 
über den Kopf sich erhebt (jedoch nicht so sehr bei Cr. Schlae- 
geri), den ausgebildeten Saugrüssel und die in beiden Geschlech- 
tern gleiche, beträchtliche Länge der Fühler. 

Loxotoma stimmt in Tastern, Fühlern und Saugrüssel über- 
ein, hat aber ein phryganeenähnliches Ansehen und weicht also 
schon durch den Habitus von Cryptolechia sehr ab. Als Haupt- 
verschiedenheit hat Cryptolechia die grösste Convexität des Vor- 
derrandes nahe der Basis, worauf er in gerader oder sanft ge- 
krümmter Linie hinläuft, stalt dass bei Loxotoma nach der Mitte 
eine zweite, viel slärkere Convexilät und dann eine sehr schräg 
abwärts gerichtete Linie folgt; ausserdem hat Cryptolechia ein- 
fache Vordertarsen. 


Auxocrossa möchte zufolge der Vorderflügelgestalt in die 
Nähe von Crypt. grandaeva und tristrigala gestellt werden; allein 


355 


diese Arten haben wie alle Cryptolechien und wie Loxotoma 
kurze Franzen gegen die Spitze des Vorderrandes, während sie 
bei Auxocrossa ganz die Beschaffenheit und Länge der Hinter- 
randfranzen annehmen und dem Theil des Vorderrandes, auf dem 
sie sitzen, ganz das Ansehen geben, als ob er einen Theil des 
Hinterrandes selbst ausmacht. 

Mesoptycha kommt in der Vorderflügelgestalt am nächsten 
der Cr. Renselariana; nur hat der Innenwinkel durch Verlänge- 
rung der Franzen eine convexere Abrundung, und dieses Merk- 
mal muss genügen, wenn man nur die Weibchen vergleicht. Bei 
den Männchen von Cryptolechia fehlt an den Hinterflügeln die 
fallig zusammengezogene Längslinie und an den Vorderschienen 
die starke Verdickung durch verlängerte Schuppenhaare; auch ist 
der Hinterleib nicht so auffallend wulstig gerandet wie bei Me- 
soptycha und Antaeotricha. 

Antaeotricha ist blos auf die Eigenheiten der Männchen 
gegründet; im weiblichen Geschlecht kommt diese Gattung den 
Cryptolechien, die wie Loxogrammos, Leucillana und Schlaegeri 
gebildete Vorderflügel haben, so nahe, dass ich befürchte, Albi- 
cilla und bicolor, von denen ich nur Weibchen zur Untersuchung 
habe, werden sich später als Antaeotrichen ausweisen. Im männ- 
lichen Geschlecht hat Cryptolechia an den Hinterflügeln eine un- 
beträchtliche Convexität des Vorderrandes vor der Mitte, welcher. 
des sonderbaren Schuppenbesatzes von Antaeotricha ermangelt, 
und überdies fehlt auch der nahe der Wurzel entspringende, 
unter dem Innenrande der Vorderflügel verborgene lange Haar- 
busch. 

1. Uncinella n. sp. 


Parva; alis ant. longiusculis subfalcatis luteis, costa vitellina, 
macula costali ciliisque externe nigris; posterioribus di- 
lute flavis. 

In der Grösse und Filügelgestalt ungefähr wie eine kleine 
Tortr. heparana Q, durch die ziemlich stark sichelförmigen, unter 
der Spitze eingedrückten Vorderflügel ausgezeichnet. Rücken- 
schild röthlich-lehmfarben. Kopf grau, Gesicht am Rande hell 
dottergelb. Fühler grau, lang gefranzt, am Wurzelgliede mit 
heller Längslinie. Maxillarlaster blassgelb, gegen einander ge- 
neigt. (Lippentaster fehlen.) Saugrüssel von Thoraxlänge, gelb, 


356 


an der Wurzel etwas beschuppt. — Vorderbeine: Hüfte dolter- 
gelb; Schenkel rostbraun, oben braun, aussen purpurroih-braun; 
Schiene braun mit blutrothem Haarbusch der Unterseite; Fuss 
braun. Mittelbeine dottergelb; Schiene innen weissgelblich, am 
Ende grau; Fuss hellgelb, mit grauem Rücken. Hinterbeine hell- 
gelb, aussen doltergelb angelaufen mit gelbgrauen Schienendor- 
nen und gelbgrauem Fuss. (Hinterleib fehlt.) 

Vorderfllügel 5° lang, ziemlich länglich mit sehr schwach 
convexem dottergelben Vorderrande, fast sichelförmig vortreten- 
der Spitze und seicht eingedrücktem Hinterrande unter der Spitze. 
Grundfarbe sehr gesätligt röthlich-lehmfarben, vor dem Hinter- 
rande mehr mit Rostgelb gemischt, sonst mit einem grauen Reif 
überzogen. An der Mitte des Innenrandes ist ein kleiner braun- 
grauer Nebelfleck, auf der Querader ein schwärzlicher Punkt und 
ihm näher als der Flügelbasis ein kleinerer. Am Vorderrande, 
dessen Dottergelb sich an der Flügelspitze etwas erweitert, :hängt 
hinter dem Queraderpunkt ein violeitlich- schwarzer, schmaler, 
nach innen gespitzter und nach aussen gerichteter Fleck. Fran- 
zen rosibraun, aussen, wenigstens auf der Vorderrandhälfte, bran- 
dig schwarz. 

Hinterflügel einfarbig hell dottergelb; Franzen blass rosen- 
farbig. 

Unterseite der Vorderflügel ochergelb, am Vorderrand hell, 
im Mittelraum gegen den Innenrand braungrau. Franzen blut- 
roth, aussen schwarz. Hinterflügel wie oben, in der Spitze bräun- 
lich-roth besläubt, auf dem Hinterrande vor derselben mit 5 fei- 
nen schwarzen Punkten. Franzen hell blutroth, aussen hellgrau. 

Vaterland: Neuholland. (Ein Männchen in meiner Sammlung.) 


2. Straminella Z. 


Parva; alis ant. brevibus sulphureis, costae basi anguste nigra, 
puncto disci postico fusco. 


Cryptolechia siraminella Z, Lepidopt. micropt. Caffr. p. 107. 


Wie eine sehr kleine Tortrix viridana in der gelben Varie- 
tät, hinreichend kenntlich durch die in der Diagnose gegebenen 
Merkmale. Beschreibung s. a. a. O. 

Vaterland: das Land der Kaffern und die Gegenden um den 
Orange- und den Limpopofluss. (2 Exemplare in meiner Sammlung. ) 


357 


3. Castella Z. 


Capite, thorace alisque ant. brevibus salurate carneis, alarum 
posteriorum apice carneo-suffuso. 
Cryptolechia castella Z. Lepid. micropt. Caffr. p. 107. 
Fast so klein wie Straminella mit ähnlich gebauten Vorder- 
flügeln, deren Grundfarbe gesätligt fleischfarben ist. 
Vaterland: der Berg Bosjesmansrand im Kafferlande. (1 2 
Mus. Holm.) 


4. Flava Z. 


Alis ant. brevibus poslice ampliatis, sub apice subrelusis, fer- 
rugineo-flavis, linea ciliorum roseorum violacea. (d".) 
Depressaria flava Z. Isıs 1839. S. 195. 30. 

Keiner mir bekannten Art ähnlich, in der Grösse veränder- 
lich wie Tortrix sorbiana. Rückenschild und Oberkopf etwas hell 
dottergelb; die Haarschuppen des Hinterkopfs sträuben sich auf- 
wärts und die der Seiten des mehr weisslichen Gesichts gegen 
einander, wodurch letzteres fast verdeckt wird. Fühler bräun- 
lich, gegen das rosigelbliche Wurzelglied in diese Farbe über- 
gehend, lang und dicht zart gefranzt, gegen die Spitze nur laa- 
rig. Taster so lang wie Kopf und Rückenschild zusammen, stark 
gekrümmt, schlank, von der Wurzel aus bis zur Spitze allmählig 
verdünnt, eiwas zusammengedrückl, blass doltergelb, aussen ge- 
sättigter und gegen die Wurzel bräunlich besläubt; das Endglied 
so lang wie das 2te Glied. Rüssel ziemlich lang, weissgelblich be- 
schuppt. Brust schneeweiss. Vorder- und Mittelbeine an Schen- 
kel und Schiene innen weiss, aussen staubig braun mit weisser 
Spitze der Schiene und des ersten Tarsengliedes; Hinterbeine am 
Schenkel weiss, sonst blassgelb mit reichlich behaarter Schiene, 
an welcher die äussern Dornen aussen geschwärzt sind. — Hin- 
terleib blass dottergelblich, flach convex, nach hinten reichlich 
haarschuppig, an den Seiten durch Haarschuppen gefranzt, die 
besonders an der Endhälfte reichlich sind. Afterbusch ziemlich 
lang, aber nicht dick. Bauch weiss. | 

Vorderflügel 6— 42‘ lang, doppelt so lang wie an der 
breitsten Stelle breit, nach hinten erweitert, am Vorderrand stark 
convex; der Hinterrand geht von der stumpfwinkligen, aber nicht 
abgerundeten Flügelspitze schr schwach einwärls herab und krümmt 


N 
Ei 


358 


sich dann in einem convexen Bogen um den Innenwinkel. Grund- 
farbe hell goldgelb mit etwas Dottergelb gemischt, oder auch ent- 
schieden hell dottergelb. An der Wurzel des Vorderrandes ist 
ein schwarzer, hinten scharf abgeschnittener Punkt. Im Mittel- 
raum ist auf der Querader ein zimmtbrauner Punkt, und in glei- 
cher Entfernung zwischen ihm und der Flügelbasis ein kleinerer; 
beide sind bei einem Exemplar verloschen, und bei dem klein- 
sten fehlen sie ganz. Vom Queraderpunkt geht eine senkrechte, 
feine, undeutliche, zimmtbräunliche Linie herab, die 2 Exempla- 
ren fast fehlt. Mitten zwischen dem Queraderpunkt und dem 
Hinterrand ist eine schr feine zimmibräunliche Querlinie, die einen 
nach aussen convexen Bogen bildet und weit vom Innenrand ver- 
schwindet. Franzen blass rosenfarbig, auf dem Wurzeldrittel von 
einer violettbraunen Linie durchzogen, 

Hinterflügel hellgelb, gegen die Wurzel wenig blässer. Fran- 
zen hellgelb, gegen die Flügelspitze schwach geröthet. 

Unterseite der Vorderflügel blass dottergelb, in der Spitze 
gesättigter. Der vorletzte Ast der Subcostalader endigt_mit._einer 
„Gabel, die etwas kürzer als der Stiel, ‚ist, _in_der Flügelspitze, 
"Präfleen' violeltbr aun, um den Innenwinkel gelb. 

Hinterflügel wie auf der Oberseite; die Franzen an der Flü- 
gelspitze hell ziegelroth. 

Vaterland: Brasilien. (2 Exemplare in meiner Sammlung; 
ein 3tes, lebhafter gefärbtes, in der Grösse die Mitte zwischen 
jenen haltendes im Königl. Berliner Museum.) 


5. Tripusiulalta n. sp. 
(Fig. 14.) 


Alis ant. subelongatis, acutis, pallide siramineis puslulis disei 
tribus (infima magna) fusco-atris. (2.) 


Durch die drei grossen gerundelen, brandig schwarzen Flecke 
der spitzen blass strohgelben Vorderflügel vor den bekannten Ar- 
ten ausgezeichnet; die in der Zeichnung ähnlichste Sesquiter- 
tia hat einen abgerundeten Vorderwinkel der gelblich - grauen 
Vorderflügel und auf diesen 4 schwarze Flecke in anderer Lage, 

Grösser und schmalflügliger als flava. Körper bleich siroh- 
gelb, auf dem Hinterleibe mehr grau, im Gesicht weisslich; die 
Haare des Hinterkopfs sind über die Stirn gestrichen. Füller 


359 


bräunlich-grau, gegen das schmutzig gelbweissliche Wurzelglied 
in diese Farbe übergehend, microscopisch pubescirend gefranzt. 
Taster von Länge des Kopfes und Thorax zusammengenommen, 
schlank, stark aufgekrümmt, weisslich; das 2te Glied aussen bis 
über die Hälfte schwarzbraun; Endglied fast eben so lang, dünn, 
zugespitzt, mit schwarzer Spitze. Vorderbeine: Schenkel innen 
bleich gelblich, aussen braun; Schiene gelblich, aussen mit schwar- 
zer, vollständiger Längslinie und unten mit rostgelblichem Haar- 
busch; Fuss schwarz, ausser an der gelblichen Aussenseite des 
ersten Gliedes. Mittelbeine: bleich gelblich, am Knie schwarz, 
an der Schiene aussen gebräunt, am ersten Fussglied bräunlich 
bestäubt. Hinterbeine: Schenkel seidenglänzend weisslich; Schiene 
hell ochergelb; Fuss gesättigter. — Hinterleib mit schwachem 
Mittelkiel des Rückens, hinten durch einige Haarschuppen geran- 
det, Afterbusch schwach, ocherbräunlich. 

Vorderflügel 73’ lang, ziemlich gesireckt, mit stark con- 
vexem, sich etwas umschlagendem Vorderrande, spitz, am Hin- 
terrande um den Innenwinkel convex, blass strohgelb, mit staub- 
grauen Schüppchen besireut und einigen kleinen Nebelfleckchen, 
die sich im Bogen um den Queraderfleck ziehen. Dieser ist 
gross, gerundet, quer und, wie die 2 andern, tief schwarzbraun. 
Der zweite Fleck ist eben so gross und gestaltet, liegt aber der 
Länge nach in der Mitte zwischen jenem und der Flügelwurzel. 
Der dritte ist dreimal so gross, länglich-rund und liegt der Länge 
nach auf der Falte näher dem ersten Fleck als dem 2ten. Vor 
dem Hinterrande geht eine nach aussen convexe Querreihe 
schwärzlicher Möndchen; zwischen ihr und dem Hinterrande ist 
der Grund verdunkelt. Der Hinterrand hat eine Reihe schwar- 
zer Punkte. Franzen an der Innenhälfte bleich ochergelb, aus- 
sen noch lichter. 

Hinterllügel einfarbig, blasser aber reiner als die Vorder- 
flügel. Franzen an der Flügelspitze aussen grau. 

Unterseite der Vorderflügel blass ochergelb, gegen den Vor- 
derrand lebhafter. Die 3 Pusteln schimmern verloschen durch. 
Hinterrand mit einer schwärzlichen, nach innen schattirten, durch 
die gelben Adern unterbrochnen, gegen den Innenwinkel verdünn- 
ten Linie. Franzen an der Flügelspitze dunkelgrau; eine Reihe 
grauer Fleckchen zieht herab auf der Gränze der gelbern Wur- 
‚zelhälfte und verschwindet gegen den Innenwinkel. — Hinter- 


360 


flügel wie oben; Hinterrandlinie ochergelb. Der graue Fleck in 
den Franzen ist dunkler und ausgedehnter als oben. — Alle 
Adern treten auf der Unterseite der Flügel sehr stark hervor. 

Vaterland: Venezuela in Südamerika. (Ein schönes Weib- 
chen in meiner Sammlung.) 


6. Immunda n.sp. 


Palporum articulo terminali albido; alis ant. brevibus acutis ca- 
nescenlibus, punctis tribus distantibus disci, striga puncto- 


rum postica subobsolela serieque punctorum marginalium 
fuscis. | 


In der Zeichnung ganz mit Tripustulata übereinstimmend, 
nur dass statt der grossen Pusteln schwache Punkte sind; auch 
die Flügelgestalt ist dieselbe, nur viel breiter. Von der Exo- 
leta, die mit ihr auch in der Farbe stimmt, unterscheidet sie 
sich durch das einfarbige Endglied der Taster, die scharfe Vor- 
derflügelspitze, durch den Mangel eines bräunlichen Fleckchens 
an der Mitte des Vorderrandes und dadurch, dass die verloschene 
Punktreihe weder oben noch unten durch ein Fleckchen endigt. 

In der Grösse veränderlich, über oder unter Tripustulata. 
Rückenschild schmutzig bleich gelblich, Kopf heller, ins Weiss- 
liche, besonders im Gesicht, dessen Seiten gelbbraun sind. Füh- 
ler weisslich, nach aussen ins Bräunliche, microscopisch pubesci- 
rend gefranzt, an jedem Gliede mit einem längern Härchen. Ta- 
ster so lang wie Kopf und Thorax zusammen, stark aufgekrümmt; 
das 2te Glied eiwas verdickt, zusammengedrückt, aussen und auf 
der Schneide gelbbraun, an der verdünnten Spitze weiss; End- 
glied eben so lang, dünn, zugespitzt, ganz weiss. Rüssel mittel- 
mässig, unrein gelblich beschuppt. Beine bleich gelblich; die 
vordern an der Lichtseite der Schiene mit einem vollständigen 
schwarzbraunen Längsstrich, am Fuss aussen wie die Schiene 
gelblich-weiss, innen braun, an den 2 Endgliedern schwarzbraun. 
Mittelbeine am Knie schwarz, von da aus an der Schiene bräun- 
lich angelaufen. Hinterbeine einfarbig, mit mässig dicker Schiene. 
Hinterleib bleich gelblich, am Bauch weisslich; Afterbusch kurz, 
lehngelb. 

Vorderflügel 8 — 63° lang, etwas mehr als doppelt so lang 
wie breit, wicklerförmig; der von der Wurzel aus stark convexe, 


361 


dann weniger gekrümmt verlaufende Vorderrand biegt sich an 
der Wurzelhälfte etwas über; der Hinterrand geht von der schar- 
fen Spitze aus in einer schwach concaven Krümmung herab und 
wird unter der Hälfte ziemlich stark convex. Grundfarbe sehr 
licht bleich gelblich mit weissgrauer Beimischung oder ganz 
schmutzig grauweiss. Innenrand an der Wurzelhälfte gebräunt. 
Ein brauner Punkt auf der Querader, ein undeutlicherer mitten 
zwischen ihm und der Flügelwurzel, ein solcher in der Falte nä- 
her dem letzteren. In viel grösserer Entfernung als bei Tripu- 
stulata zieht ein schwacher bräunlicher, nebeliger Querstreif in 
einem Bogen hinter dem Queraderpunkt. Näher dem Hinterrande 
als ihm ist ein nach aussen convexer Querstreif, bestehend aus 
verloschenen schwarzbräunlichen, länglichen Punkten, die sich am 
Vorder- und Innenrand ohne Verdickung verlieren. Der Grund 
dahinter ist etwas dunkler als die Grundfarbe. Am Hinterrande 
ist eine deutliche Reihe von 7 schwarzen Punkten, deren ober- 
ster unter der Flügelspitze liegt. Franzen weisslich, von einem 
grauen Schatten durchzogen. 

Hinterflügel einfarbig blassgelb; Franzen an der Flügelspitze 
aussen grau. 

Unterseite wie die Hinterflügel oben, nur die vordern gegen 
die Wurzel trüber, mit schärferer Punktreihe des Hinterrandes 
und dunklerer Schattenlinie in den Franzen. 

Vaterland: Südamerika. (Zwei Weibchen.) 

Anmerkung. Das Exemplar des Berl. Museums — vom Orinoco — 
ist das kleinere; seine Vorderflügel haben eine weniger scharfe Spitze und 
eine weisslichere Grundfarbe, und die Randpunkte des Hinterrandes sind in 
kleine Querstriche ausgezogen; alles Andre stimmt bis auf den Mangel der 
Verdunkelung am Innenrande der Vorderflügel auf der Oberseite, die aber 
weggerieben scheint. Mein Exemplar, aus Brasilien, ist auch verflogen; doch 
glaube ich alle Zeichnungen richtig erkannt und beschrieben zu haben. Ich 


halte beide Exemplare um so mehr für einerlei Art, als bei dem meinigen 
die Vorderflügel bei schiefer Haltung dieselbe weissliche Grundfarbe annehmen. 


7. Ignobilis n. sp. 


Palporum articuli terminalis apice fusco; alıs ant. brevibus, apice 
subrotundato, canis, punctis tribus disci distantibus, macula 
costae mediae, striga punctorum postica utrimque in ma- 
culam terminata serieque punctorum marginalium fuscis. 


(2.) 


362 


Nächst verwandt mit Immunda, durch die Taster und die 
Vorderflügelspitze sicher verschieden. 


Kleiner als Immunda. Rückenschild und Vorderflügel weiss- 
gran; Kopf und Fühlerwurzel weisslich; Gesicht an der Seite 
gelbbräunlich. Taster wie bei Immunda gestaltet; das 2le Glied 
nur aussen gelbbraun, an der Spitze in grösserer Ausdehnung 
weiss als dort; das Endglied hat eine schwarzbraune, feine Spitze. 
(Beine fehlen.) Hinterleib gelbgrau, an der Wurzel weisslich; 
Afterbusch kurz, lehmgelb. 


Vorderflügel 43° lang, am Vorderrande wie bei Immunda; 
die Spitze ist fast abgerundet, so dass sie kaum hervorlritt, und 
der Hinterrand geht von ihr gleich nach aussen herab, macht 
aber die stärkste Krümmung um den Innenwinkel. Die 3 Punkte 
stehen wie bei Immunda, sind aber schärfer. Der neblige Quer- 
bogen hinter dem Queraderpunkt endigt in einem ziemlich deut- 
lichen braunen Fleck in der Mitte des Vorderrandes. Die hin- 
tere, aus Punkten bestehende Querlinie ist wie dort, nur deut- 
licher, und endigt am Vorder- wie am Innenrande mit einem 
Fleckchen. Randpunkte sind wenigstens 9; der unterste fällt mit 
dem Fleckchen der Querreihe zusammen, die obersten zwei sind 
über der Spitze im Vorderrande. Franzen weiss, wie es scheint, 
ohne dunklen Schatten. 

Hinterflügel schmutzig bleichgelb; die Hinterrandlinie um die 
Flügelspitze bräunlich angelaufen. 

Unterseite der Vorderflügel bleich ochergelblich mit gelb- 
hräunlicher Hinterrandlinie, die in ein paar solche Vorderrand- 
strichelchen übergeht. Hinterflügel noch blasser mit gelbbräun- 
licher Randlinie um die Flügelspitze. 

Vaterland: Brasilien. (Ein unvollständiges Exemplar im Ber- 
liner Museum.) 


87 Pieta'n. 5p: 
(Fig. 15.) 
Alis ant. elongalis, aculis, exalbidis, grosse nigro-sirigulatis, 
costa ciliorumque basi vitellinis. (Q.) 
In der Grösse der Depr. heracliana, mit sehr ausgezeich- 
neter Färbung. Rückenschild gelblich-weiss mit grossen schwar- 
zen Punkten, die eine regelmässige Stellung zu haben scheinen, 


4 


363 


z. B. am Ende der Schulterdecke ist einer, auf dem Schildchen 
zwei (sie sind durch Schimmel undeutlich). Kopf weiss. Fühler 
gelbgrau schimmernd, gegen das weisse Wurzelglied weisslich. 
Taster von etwas mehr als Rückenschildslänge, weiss; das 2te 
etwas verdickte Glied ist aussen bis nahe an die Spitze dotter- 
gelb; das Endglied etwas kürzer, nicht sehr schlank, an der Spitze 
weissgrau. Rüssel mittelmässig, weiss beschuppt. — Beine weiss, 
auf der Lichtseite dottergelb; ebenso die Vorderhüfte am Ende 
und der obere Rand der gleichmässig starken, wenig verdickten 
Hinterschiene. — Hinterleib kurz und dick, auf dem Bauche weiss; 
auf dem Rücken scheint er mit rostbraunen Binden, die den Sei- 
tenrand nicht erreichen und uur den Hinterrand jedes Segments 
schmal weiss lassen, versehen zu sein. 

Vorderflügel 53° lang, ziemlich gleichmässig breit, mit con- 
vex anfangendem, dann fast gerade laufendem Vorderrand, recht- 
winkliger Spitze und anfangs fast gerade herablaufendem, dann 
eiwas convexem Hinterrande, weissgelblich, mit groben schwar- 
zen, unregelmässigen Querstrichen im Mittelraum, einer schwar- 
zen unordentlichen Punktreihe längs des gesättigt dottergelben 
Vorderrandes und zwei dergleichen vor dem Hinterrande, wovon 
die erste fast zu einer Querlinie zusammenfliesst, die 2te unvoll- 
ständiger ist und aus kleinern Punkten besteht. Vor der erstern 
Querlinie ist der Grund in einer von dem nächst vorhergehenden 
Quersirich begränzten Binde dunkler gelblich, und diese Farbe 
zieht sich am Innenrande bis in einige Entfernung von der Wur- 
zel. Der Hinterrand hat eine Reihe feiner schwarzer Punkte. 
Hinterrandfranzen an der Wurzelhälfte satt doliergelb, an der 
scharf abgesetzten Aussenhälfte blass ochergelb. 


Hinterflügel sehr blassgelb, etwas glänzend. Franzen eben 
so, gegen die Flügelspitze gelber und hier mit blass rostgelber 
Wurzellinie. 

Unterseite der Vorderflügel schr blass rostgelb mit gesättig- 
terem Vorderrand und solcher Wurzellnie der Franzen. Die 
Adern nicht so deutlich, dass ich bestimmt sagen kann, ob sie 
einfach in den Hinterrand laufen. Hinterflügel wie oben, nur 
am Vorderrand gegen die Spitze auch rostgelblich. 

Vaterland: Brasilien. (Ein schönes Weibchen des Wiener 
Museums.) 


364 
9. Tenera n. sp. 


Parva, palpis albis, articulo secundo externe, terminali interne 
infuscalo; alis ant. elongatis, recta truncatis, niveis, sub- 
sericeis, ciliis brunneis. (d*.) 

Aehnlich einigen Crambusarten, z. B. Flavipedellus Z., aber 
sogleich an den Tastern zu erkennen; in der Grösse eines klei- 
nen Culmellus 9. Rückenschild und Kopf schneeweiss; Schup- 
pen des Oberkopfes über das Gesicht gekämmt. Fühler gefranzt, 
weiss, nach aussen bräunlich. Taster so lang wie Kopf und Tho- 
rax zusammen, zurückgekrümmt, weiss; das 2te Glied von der 
Wurzel aus allmählig verdickt, zusammengedrücki, aussen an 
mehr als der Wurzelhälfte lehmgelb; das Endglied eiwas kür- 
zer, dünn, feinspitzig, innen gegen die Spitze dunkler gebräunt. 
Rüssel klein (?), weiss beschuppt. Beine weiss; die 4 vordern 
aussen lehmgelb, die vordern an der Schiene braun. — Hinter- 
leib dünn, an der Endhälfte zusammengezogen, weiss mit star- 
kem weisslichen Afterbusch. 

Vorderflügel 33° lang, ziemlich gestreckt, nach hinten all- 
mählig erweitert, mit anfangs schwach convexem, dann ziemlich 
gerade laufendem Vorderrand, der sich bis vor die Spitze über- 
biegt und seine ochergelbliche Unterseite zeigt; von der recht- 
winkligen Flügelspitze geht der Hinterrand fast gerade nach aus- 
sen herab und krümmt sich erst um den Innenwinkel. Grund- 
farbe schneeweiss, seidenglänzend, ungefleckt. Franzen von der 
Flügelspitze an hellbraun, von der Fläche, wie es scheint, durch 
eine schwache Reihe dunkler Randpunkte getrennt; die Innen- 
winkelfranzen ganz weiss. 

Hinterflügel weisslich, gegen die Spitze schwach gelblich 
angelaufen; Franzen weisslich, gegen die Spitze gebräunt. 

Unterseite der Vorderflügel blassgelblich, gegen den Innen- 
rand ins Weisse übergehend. Franzen und Hinterflügel wie oben. 

Vaterland: Para in Brasilien. (Ein gutes Männchen des Ber- 
liner Museums.) 

Anmerkung. Pyralis albana Fabr. alis niveis, margine postico ni- 
gro (Suppl- p. 476) ist zu ungenau beschrieben, als dass sie für diese Cr, 
tenera gelten-könnte. Letztere hat keinen margo posticus niger, sondern nur 
cilia brunnea s. dilute fusca, und, was die Hauptsache ist, ihre Taster ver- 


einigen sich nicht mit den für Pyralis $. 475 gegebenen Merkmalen und mit 
den übrigen “aufgeführten Pyralisarten. Tinea lacteella Ent. syst. 3, b. 


365 


313. 116, die Fabricius als synonym anzieht, kann wegen der Antennae albo 
nigroque annulatae; nucha tomento fulvo tecta nicht meine Cryptolechta sein 
und ist vielleicht auch von der Albana verschieden, in deren Beschreibung die 
eben angegebenen Merkmale der Fühler und des Nackens weggelassen sind. 


+ 10. Bahiensis Perty. 


Alis ant. latis, truncatis, gilvis, vilta dorsali latissima fusca po- 
stice rotundata pone medium suboblique interrupta; poste- 
rioribus gilvis. 

Pyralis Bahiensis: alıs gilvis, anticis ad apicem truncatis, vitta lata 

abbreviata fusca, in medio interrupta- Perty Delect. animal. articulat. 

p- 163. tab, 32, fig. 12. 

„Flügelspannung 11. Körper blassgelb (gilvum). Vorder- 
„flügel mit an der Basis etwas erweitertem Vorderrande, an der 
„Spitze grade abgeschnitten, oben blassgelb, vor dem Hinterrande 
„(ante apicem) etwas dunkler; eine braune Strieme (vitla) von 
„der Basis bis über das zweite Drittel, in der Mitte unterbrochen; 
„einige braune Strichelchen innerhalb des Vorderrandes. Unten 
„blassgelb mit gelblicher (flavida) Linie vor der Spitze (ante api- 
„cem — So viel wie ante marginem posticum?). Hinterflügel 
„oben und unten blassgelb. Fühler fadenförmig, weisslich. Lip- 
„pentaster zurückgebogen, weisslich, mit zusammengedrücktem, 
„fast sichelförmigem Endgliede. Beine blassgelb. In der Pro- 
„vinz Bahia.“ 

Anmerkung. Diese Art kommt der folgenden jedenfalls sehr nahe. 
Aus der oberflächlichen Beschreibung passt auf diese nicht die Färbung der 
Hinterflügel und die linea ante apıcem Navida auf der Unterseite der Vorder- 
Nügel. Die Abbildung, falls die Skizze, die ich mir davon gemacht habe, nicht 
zu falsch ist, weicht gar sehr ab; Vorder- und Hinterflügel sind sehr viel brei- 
ter, während die vitta dorsalis nicht von der Wurzel anfängt (hier wohl nur 
verwischt) und, was sehr wichtig ist, nur ein Drittel der Flügelbreite ein- 
nimmt, während sie bei Renselariana fast zwei Drittel beträgt. — Ohne Zwei- 
fel giebt es in jenen Gegenden nicht blos Renselariana, loxogrammos und dis- 
jecta, sondern die Reisenden haben aus einer Menge nächst verwandter und 
ähnlich gezeichneter Arten nur diese wenigen, die ihnen in die Hand flogen, 
mitgenommen. — Perty scheint das 2te Glied seiner Schabe als das Endglied 


angesehen zu haben; ım Bilde ist vom Endgliede nur ein schwacher Rest ru 
entdecken. 


11. Renselariana Cramer. 
(Fig. 16.) 
Alis ant. elongatis, postice vix ampliatis truncatis, pallidis, ante 
marginem posticum late cinereis, vitta dorsali latissima 


366 


fusca, rotundato-truncata, pone medium suboblique dis- 
secta; post. fusco - cinereis. 


Phal. Renselariana Cramer pl. 40. fig. 2. 


Von der vorigen, wie es scheint, durch viel breitere Vor- 
derflügel und dunkle Hinterflügel verschieden, von den zwei fol- 
genden durch die hinten eiwas erweiterten Vorderflügel und die 
wenig schräg durchschnittene vitta, deren hinteres Stück ein Vier- 
eck bildet. 

Grösse der vorigen. Rückenschild in der Mitte hellbraun, 
ringsum bleichgelb; Schulterdecke mit einem hellbraunen Fleck 
am Innenrande. Kopf bleichgelb, im Nacken hellbraunhaarig, im 
Gesicht fast weiss, am Augenrande braungrau. Fühler auf dem 
Rücken schmutzig gelblich, nach unten bräunlich, schwach pube- 
scirend; Wurzelglied weiss mit braunem Längsstrich. Taster so 
lang wie Kopf und Rückenschild zusammen, gelblich- weiss, auf 
dem Rücken des 2ten Gliedes an der Wurzelhälfte gelbbraun; 
Endglied fast eben so lang, ein wenig trüber gelblich. Rüssel 
mittelmässig, weissgelblich beschuppt. Beine bleich ochergelblich, 
die 4 vordern aussen dunkler; an der Vorderschiene mit brau- 
ner Längsstrieme, aussen mit starkem Haarschuppenbusch. Hin- 
terleib hell ochergelb, am Bauch weisslich, Afterbusch dottergelb. 

Vorderflügel 53° lang, hinten ein wenig erweitert und fast 
so breit wie am Wurzeldriltel, in der Mitte etwas verengt, indem 
der von der Wurzel aus ziemlich stark convexe Vorderrand hier 
flach concav verläuft, Spitze rechtwinklig; Hinterrand fast senk- 
recht, an der untern Hälfte etwas convex. Grundfarbe bleich- 
gelb. Am Innenrand läuft fast von der Wurzel aus eine beinahe 
2 der Flügelbreite belragende, nach hinten erweiterte, tief gelb- 
braune Strieme, welche 2 der Flügellänge erreicht und hier fast 
senkrecht abgeschnitten ist mit abgerundetem obern Winkel; hin- 
ter ıhrer Mitte ist sie durch einen etwas schrägen, nach aussen 
gekrümmten Sireifen der Grundfarbe zerschnilten, und ihr hinte- 
res Stück bildet beinahe einen Rhombus. Durch eine schmale 
bleichgelbe Linie von der Strieme getrennt, ist der Rest des Flü- 
gels bis zur bleichgelben Hinterrandlinie in einer breiten Binde 
schiefergrau. Das Vorderranddrittel des Flügels ist bleichgelb, 
zwischen den Adern mit braunen Längslinien, die also sehr schräg 
gehen und die den Vorderrand nicht erreichen; es sind 4, wo- 


367 


von 2 aus der Wurzel kommen. Der Vorderrand krümmt sich 
ein wenig zurück. Franzen graugelblich, am Innenwinkel dunkler. 
Hinterflügel braungrau; Franzen gegen den Innenwinkel heller. 
Unterseite der Vorderflügel bräunlich mit gelblicher Vorder- 
randlinie; Franzen gelbfräunlich, aussen heller, mit gelblicher 
Wurzellinie. Hinterflügel heller, am Innenwinkel ins Hellgraue. 
Vaterland: Parä in Brasilien. (2 Weibchen im Berl. Museum.) 


12. Loxogrammos n.sp. 
(Fig. 17.) 


Alis ant. elongatis, postice coarctalis, truncalis, pallidis, ante 
marginem posticum late cinereis, vitta dorsali latissima 
fusca, rotundato-truncata, pone medium peroblique dis- 
secla; post. fusco-cinereis. I 9. 


Von der vorigen durch die hinten verengten Vorderflügel 
und die sehr schräge Linie verschieden, welche die Strieme so 
zerschneidet, dass ihr hinteres Stück eine ovale Gestalt hat; von 
der folgenden durch den Mangel heller in den Hinterrand aus- 
laufender Adern elc. 

Im weiblichen Geschlecht so gross wie die vorige, im männ- 
lichen viel kleiner. Rückenschild bleichgelb, vielleicht ohne Braun. 
Kopf weisslich, die Nackenhaare etwas gebräunt. Fühler des 9 
mit dichten, kurzen, zarten Haaren gefranzt, des Q kaum haarig; 
auf dem Rücken bräunlich, unten gegen die Wurzel weiss; Wur- 
zelglied weiss, aussen braun. Taster (abgebrochen bis auf das 
2te Glied eines Männchens), dieses innen weisslich, aussen mit 
Ausnahme der Spitze graubraun. Beine bleich, die vordern und 
die Hinterschenkel auf der Lichtseite heil ochergelb; Hinterschiene 
und -fuss weisslich; Vorderschiene des Q@ (beim 9 abgebrochen) 
mit starkem ochergelblichen Haarbusch an der Aussenseite. Hin- 
terleib des 9° vorn dünn, hinten erweitert und schuppig gefranzt, 
auf dem Rücken vorn grau, hinten in Ochergelblich übergehend 
mit mässig starkem solchen Afterbusch; Bauch weisslich. (Hin- 
terleib des 2 fehlt.) 

Vorderflügel (9° 4, 2 5°), gestreckt, nach hinten verengt 
mit anfangs ziemlich stark convexem, dann ziemlich grade lau- 
fendem Vorderrande, rechtwinkliger Spitze und fast senkrechtem, 
am Innenwinkel etwas convexem Hinterrande. Grundfarbe bleich- 


368 


gelb. Die dunkel gelbbraune, fast 3 der Flügelbreite einnehmende 
Innenrandsirieme entspringt noch näher an der Wurzel als bei 
Renselariana, reicht jedoch eben so weit, ist eben so geformt, 
wird aber von einer dünnern, viel längern und viel schmalern 
gelblichen Linie zerschnitten, das äussere Stück ist oval, wur- 
zelwärts scharf zugespitzt. Die graue Binde vor dem Hinterrande 
zieht sich etwas am Vorderrand herum, wird aber von ihm wie 
vom Hinterrande durch eine bleichgelbe Linie getrennt. Die 
braunen schrägen Linien gegen den Vorderrand sind wie bei 
Renselariana. Franzen bleichgelb, am Wurzeldrittel hellbraun. 

Hinterflügel braungrau; Franzen bleichgelblich mit bräun- 
licher Linie nahe der Wurzel und an der Flügelspitze bräunlich. 

Unterseite wie bei Renselariana. 

Vaterland: Brasilien. (2 9 1 2 im Berliner Museum.) 


13. Disjecta n. sp. 


Alis ant. elongalis, postice coarctatis, subobtusis, pallidis, vitta 
dorsali lalissima, truncata, poslice oblique dissecta, maculis 
sparsis fuscis, fascia antemarginali venis pallidis dis- 
secta. 9. 


Grösser als die vorige, mit stumpferer Vorderflügelecke, 
Flecken auf dem hellen Vorderranddrittel etc. 

Rückenschild schmutzig gelblich-weiss, wie es scheint, in 
der Mitte gebräunt. Kopf weisslich, im Nacken mit hell ocher- 
gelben Schuppen. Fühler auf dem Rücken bräunlich, unten weiss- 
lich; Wurzelglied weiss, aussen braun. Taster so lang wie Kopf 
und Rückenschild zusammen, weisslich-gelb, das 2te Glied aussen 
am obern Rande an mehr als der Wurzelhälfte braun; das etwas 
kürzere, feinspitzige Endglied an der Wurzel dunkler. Rüssel 
mittelmässig, bleichgelb schuppig. Beine schmutzig gelblich-weiss; 
die vordern am Schenkel aussen braun, an der Schiene mit brau- 
ner Längslinie und unten mit ochergelb gemischtem Haarbusch , 
Mittelschiene stark verdickt mit braun gemischten reichlichen 
Haaren an der Spitze. Hinterleib obenauf bräunlich-grau, am 
Bauch blassgelb, am After ochergelb. | 

Vorderflügel 63‘ lang, gestreckt, nach hinten etwas verengt, 
an dem etwas aufgekrümmten Vorderrande anfangs convex, dann 
in einer fast geraden Linie verlaufend; Spitze rechtwinklig, aber 


369 


a 


etwas abgerundet, Hinterrand sehr schwach convex, fast grad- 
linig, am Innenwinkel abgerundet. Grundfarbe bleichgelblich, 
Am Innenrande geht eine breite, tief gelbbraune Strieme etwas 
weiter als bei den 2 vorigen Arten gegen den Hinterrand; sie 
ist hinten schräg abgeschnitten, so dass die obere Ecke fast 
spitzwinklig erscheint; weiter hinter der Mitte als dort wird sie 
von einem breiten, sehr schrägen Streifen der Grundfarbe zer- 
schnitten, der ihr hinteres Stück vom Innenrand trennt und ihm 
eine dreieckige, wurzelwäris zugespitzte Gestalt giebt. (Ob der 
übrige Theil der Sirieme aderartlig von gelblichen Linien durch- 
zogen wird, wie es fast scheint, lässt der Zustand des beschä- 
digten Exemplars nicht sicher entscheiden.) Der helle Raum 
zwischen der Strieme und dem Vorderrand ist mit braunen Längs- 
wischen und Flecken unregelmässig angefüllt. Vor dem Hinter- 
rande ist der Raum bis zum Vorderrande bindenartig braun, und 
bleichgelbe Adern, die in die Ränder auslaufen, zerschneiden 
ihn. Franzen bleichgelb, dann hinter einer bräunlichen Linie 
weisslich. 

Hinterflügel schattengrau, breiter und stumpfer als bei den 
vorigen. Franzen weisslich, an der gelblichen Wurzel mit grauer 
Linie durchzogen. 

Unterseite der Vorderflügel braungrau, mit dünner, hinten 
erweiterter hellgelber Vorderrandlinie. Franzen wie oben. Hin- 
ierfügel hellgrau, am Vorderrand dunkler, am Innenwinkel heller. 
Franzen weisslich mit gelblicher Wurzellinie. 

Vaterland: Brasilien. (Ein Weibcken im Berliner Museum.) 


14. Litura Z. 


Alis ant. brunneis ‚elongatis, postice coarctalis, litura costae 
mediae alba interne flavescente; posterioribus fuscis (I). 


Stenoma litura Z, Isıs 1839. S. 195, 3. 


Grösse einer mittlern Depress. heracliana. Oberseite des 
Körpers braun; Rückenschild (beschädigt) mit weissen zerstreu- 
ten Schuppen. Gesicht weiss. Fühler braun mit sehr entfernt 
stehenden Borstenhärchen gefranzt; Wurzelglied auf der Schatten- 
seite weiss. Taster von mehr als Rückenschildslänge, stark zu- 
rückgekrümmt, zusammengedrückt, braun; das zweite Glied schlank, 


an der Spitze schmal weiss, innen an der Wurzelhälfte, dann am 
IX. 24 


370 


Rückenrande weiss; Endglied von $ der Länge des 2ten Gliedes, 
fein zugespitzt, auf dem Rücken gegen die Spitze weissschuppig. 
Rüssel weissschuppig. Beine rein weiss; die vordern auf der 
Lichiseite braun, am Ende der Schiene und an den Spitzen der 
3 ersten Fussglieder weiss; Mittelbeine am Knie, am Rücken der 
Schiene, ausser an der Spitze, braun; Fuss auf dem Rücken des 
ersten Gliedes hellbraun, an der Sohle der andern Glieder bräun- 
lich-gelb; Hinterbeine auf dem Rücken der ziemlich dünnen 
Schiene und des Fusses braungrau. Hinterleib_ mit weisslichem 
Wulstrand und weissem Bauch; Afterbusch nur auf der Rücken- 
seite etwas verlängert; aus ihm neigen sich zwei kurze, gelb- 
liche, borstig gefranzte Lamellen abwärts. 

Vorderflügel 43‘ lang, gestreckt; der Vorderrand erhebt 
sich ziemlich stark convex, wird aber hinter der Mitte fast con- 
cav; Vorderwinkel abgerundet, Hinterrand convex. Grundfarbe 
braun, auf der Vorderrandhälfte und hinten goldig braun. An 
der Mitte des Vorderrandes ist ein schmaler schneeweisser Wisch, 
der auf der Innenseite durch hell goldgelbe Farbe erweitert wird. 
Am Innenwinkel längs des Hinterrandes sind einige weisse Schup- 
pen, und andere liegen zerstreut nahe am Innenrande gegen die 
Wurzel zu. / 

Hinterflügel breit, mit stark convexem Hinterrande, ganz 
ohne Eindruck vor der abgerundeten Spitze, dunkelbraun ; am 
Innenwinkel scheint eine noch dunklere Stelle zu sein. 

Unterseite einfarbig glanzlos braun, auf den Vorderflügeln 
mit weisslichem Costalwisch. 

Vaterland: Amerika. (Ein ziemlich gutes Männchen meiner 
Sammlung.) 


15. Leucillana Mus. Berol. 


Alis elongalis, poslice coarclalis, albis, ant. basi et margine 
postico obsolete exalbido suffusis, linea marginali obso- 
leta lutescente. (J*.) 


In der Grösse der vorigen, mit viel schmalern Flügeln, sehr 
ähnlich der folgenden, aber verschieden durch weniger convexen 
Vorderrand der Vorderflügel, die lehmgelbliche Hinterrandlinie, 
den Mangel eines dunkeln Mittelpunktes, die weissere Unterseite. 


371 


Kopf und Rückenschild weiss, letzteres in der Milte gelblich, 
(vielleicht nur in Folge des Aufweichens). Fühler bräunlich, ge- 
gen das weisse Wurzelglied weisslich, schwach gekerbt, spärlich 
microscopisch behaart. Gesicht an der Seite fallgelblich. Taster 
länger als das Rückenschild, aufgekrümmt, schlank, weiss, das 
2te Glied aussen lehmgelb ausser oben an der Spitze; Endglied 
über halb so lang, zugespilzt, einfarbig. Rüssel fahlgelblich be- 
schuppt. Beine weiss; die 4 vordern auf der Lichtseite lehm- 
gelblich angelaufen ; Hinterbeine gelblich angelaufen, Schiene dünn, 
nur auf dem Rücken mit längern, angedrückten Schuppenhaaren. 
Hinterleib (beschädigt) weiss, hinten verdünnt (es sind nur ab- 
stehende Schuppenbüschehen an den Seiten übrig). Afterbusch 
stark, gerundet. 

Vorderflügel fast 5‘ lang, schmal, mit anfangs sanft con- 
vexem, dann schräg in fast grader Linie laufendem Vorderrande, 
abgestumpftem Vorderwinkel und convexem Hinterrande, weiss, 
mit sehr wenig Glanz. Das Weisse ist an der Wurzel, am Hin- 
terrande und an der Endhälfte des Vorderrandes etwas vergelbt. 
Der Hinterrand hat eine verloschene, feine, aus lehmgelblichen 
Schüppchen gebildete Linie. 

Hinterflügel ziemlich gestreckt, am Hinterrande vor der Spitze 
sehr schwach eingedrückt, weiss, etwas glänzender als die Vor- 
derflügel. 

Unterseite etwas glänzend, weiss, auf den Vorderflügeln 
gegen die Wurzel vergelbt. 

Vaterland: Georgien in Amerika. (Ein ziemlich gutes Exem- 
plar des Berliner Muscums.) 


16. Albicilla n. sp. 


Alis elongatis, postice coarctalis, albis, nitidulis, anterioribus 
punclo disci medio einereo, subius griseo-suffusis. (G‘.) 


Mit weniger gestreckten Vorderflügeln als Leucillana, nur 
wenig kleiner als diese. Der sehr beschädigte Körper scheint 
überall weiss zu sein. Fühler bräunlich, mit weit getrennten 
Flaumhaaren gefranzt; Wurzelglied weiss. (Taster abgebrochen.) 
Beine weiss (die vordern fehlen); die 4 hintern sind an den 
Sohlen der Füsse ocherfarbig angelaufen; die Hinterschiene schlank 
und zusammengedrückt. (Hinterleib fehlt.) 


a2 


Vorderflügel 43° lang, gestreckt mit viel stärker convexem 
und hinten schräger zulaufendem Vorderrande als bei Leucillana, 
mit stumpfem, zugerundetem Vorderwinkel und convexem Hinter- 
rande, etwas glänzend weiss, am Innenrande eiwas trübe, viel- 
leicht von der durchscheinenden Unterseite. Etwas hintes der 
Mitte und dem Innenrande näher als dem Vorderrande, nämlich 
an der Verästelung der Medianader, ist ein braungrauer Punkt, 
von dem vielleicht ein grauer Schalten nach dem Innenwin- 
kel geht, | 

Hinterflügel zugespitzt, ohne Ausrandung des Hinterrandes, 
weiss mit etwas Grau gemischt; Franzen weiss, 

Unterseite der Vorderflügel staubgrau, am Vorderrande heller. 
Hinterflügel weisslich. 

Vaterland: Venezuela in Südamerika, (Ein schlechtes Exem- 
plar in meiner Sammlung.) | 


17. Schlägeri n. sp. 
(Fig. 18.) 

Thorace albo, scutello squamis fuscis gibboso;: alis ant. elonga- 
tis, caesio iransverse nebulosis, costa latius alba, macula 
dorsali prope basim fusca scabra; posterioribus cinera- 

" scenlibus. (9'9.) 

In der Grösse etwas veränderlich, wie Semioscopis anella; 
sie ist der Cr. bicolor einigermaassen ähnlich, hat aber viel ge- 
streckfere, vor der Mitte weniger erweiterte Vorderflügel, we- 
niger Braun am Innenrande und mehr bläulich-graue Quernebel 
und graue Hinterflügel. 

Rückenschild und Kopf weiss; Schildchen mit einem grossen 
tiefbraunen Schuppenhöcker. Fühler bräunlich, gegen die Wurzel 
ins Weissliche, beim Männchen in 2 Reihen ziemlich lang haarig 
gefranzt, beim Weibchen gegen die Spitze kurz borstenzähnig; 
Wurzelglied weiss, auf der Lichiseite braun oder grau. Taster 
kaum von Rückenschildslänge, aufgekrümmt, ziemlich schlank; 
2tes Glied gleichmässig breit, zusammengedrückt, weiss, aussen 
an der Wurzel und um die Spitze braun; Endglied halb so lang, 
nicht fein gespitzt, weiss. Saugrüssel weissschuppig. Beine weiss; 
die vordern auf der Lichliseite und die Mittelfüsse braun, weiss- 
lich gefleckt; Hinterschienen ziemlich schlank, zusammengedrückt, 
auf dem Rücken mit Jängern, angedrückten Haarschuppen; Hinter- 


= 


373 


füsse mit brauner Wurzel der 4 Endglieder. Hinterleib gelblich- 
grau, mit deutlichem Mittelkiel, hinten an den Seiten weisslich reich- 
lich gefranzt, ohne Seitenwulst; Afterbusch ziemlich stark, doch 
nicht lang, gelblich-weissgrau; Bauch weiss. Beim Weibchen ist 
der Afterbusch weisser, und der dicke Legestachel steht wenig 
hervor. 

Vorderflügel 5— 6’ lang, gestreckt, vor der Mitte wenig 
erweitert mit sanft convexem Vorderrand, etwas abgerundeter, 
rechtwinkliger Spitze und schwach convexem Hinterrande. Grund- 
farbe weiss, doch nur in einem striemenförmigen Vorderrand- 
streifen ungefleckt. Am Innenrand zwischen Wurzel und Mitte 
liegt ein halbovaler dunkel schiefergrauer Fleck, der an der 
Wurzelhälfte braun und rauhschuppig ist und über dessen Mitte 
ein bläulich-grauer Nebelbogen sich erhebt. In der Mitte der 
Falte ist ein kleiner solcher Fleck. Der bläulich-graue Querader- 
strich hat vor und hinter sich ein mehr oder weniger zusammen- 
fliessendes bläulich-graues Gewölk, das bis über die Subcostal- 
ader und bis an den Innenrand reicht. Zwischen ihm und einer 
schiefergrauen Hinterrandlinie sind zwei bindenförmige bläulich- 
graue, etwas nach aussen convexe Querstreifen durch schmalere 
oder breitere weisse Linien getrennt; der zweite verlöscht bis- 
weilen. Franzen auf der Wurzelhälfte am dunkelsten schiefer- 
grau, oft mit schwärzlichen Punkten, dann weisslich, zuletzt grau. 

Hinterflügel breit, zugespitzt, doch mit ziemlich stumpfer 
Spitze und vor derselben kaum ein wenig eingedrücki, grau, mit 
weisslichen Franzen. 

Unterseite schwärzlich- grau, gegen den Innenrand heller, 
am Vorderrand in einer hinten erweiterten Linie weiss. 

Vaterland: die Gegend von New-York. (Mehrere gute Exem- 
plare in meiner Sammlung.) 


18. Bicolor Z. 

Alis ant. elongatis, posiice coarclalis, albis, nitidulis, poslice 
cinereo transverse signalis, basi dorsoque late fuscis; po- 
sterioribus albis. (2. 

Sienoma bicolor Z. Isıs 1839, S. 195. 

In der Grösse der vorigen, vielleicht jedoch zu Antaeolricha 
bei Walchiana gehörig, worüber die Ansicht des Männchens Aul- 
schluss geben wird. 


374 


Rückenschild (beschädigt) schmutzig weiss; Schulterdecke 
vorn mit einem braunen Fleckchen. Scheitelhaare bräunlich ge- 
mischt, Gesicht weiss. Fühler hellbräunlich; Wurzelglied braun, 
auf der Schattenseite weiss. Taster fast von Rückenschildslänge, 
aufgekrümmt, ziemlich schlank, innen weiss; 2tes Glied gleich- 
mässig, zusammengedrückt, obenauf an der Wurzel mit einem 
braunen Strich und aussen an der Spitze zimmtbraun; End- 
glied halb so lang, feinspitzig, aussen zimmibraun, an. der 
Spitze weiss. Rüssel mittelmässig lang, weisslich beschuppt. 

Beine weisslich; an der vordern Schiene und Fuss auf der 
Lichiseite hellbraun, weisslich bestäubt; Mitte!- und Hinterfuss an 
der Sohle lehmgelblich; Hinterschiene ziemlich dick, zusammen- 
gedrückt, auf dem Rücken mit längern anliegenden Haaren. 
(Hinterleib fehlt.) 

Vorderflügel 6° lang, gestreckt, mit anfangs stark eonvexem, 
von der Mitte an fast gerade laufendem Vorderrand, abgerundeter 
Spitze und convexem Hinterrand. Grundfarbe rein weiss, eiwas 
glänzend. Der Innenrand ist in einem hier und da über die 
Falte hinausreichenden Raum wolkig braun, was sich vor dem 
Anfang der Mittelzelle bis zum Vorderrand hinüberzieht; doch 
scheint die Flügelwurzel weiss zu bleiben. Die übrigen Zeich- 
nungen sind bleigrau. Sie bestehen in einem punktähnlichen 
Fleckchen über der Mitte der Zelle; einem kurzen, nach aussen 
convexen Bogen hinter der Querader, von welchem ein Schatten 
bis zur Vorderrandmitte schräg hinzieht; einer in den Adern 
unterbrochnen, nach aussen convexen Querlinie in der Mitte zwi- 
schen dem Bogen und dem Hinterrande, und einem Schatten vor 
dem Hinterrande in der Flügelspitze. Franzen weiss, an der 
Flügelspitze grau. 

Hinterflügel breit, zugespitzt, am Hinterrande vor der Spitze 
nicht eingedrückt, weisslich. 

Unterseite weisslich; die Vorderflügel mehr ins Gelbliche, 
am Vorderrande schmal lehmgelblich angelaufen, in der Flügel- 
spitze schmal bräunlich. | 

Vaterland: Amerika. (Ein beschädigtes Weibchen in meiner 
Sammlung.) 


379 


19. Decora n. sp. 


Alis ant. elongatis, aculis, albidis, macula dorsali purpurea, ma- 
culis parvis disci tribus fasciisque duabus posticis arcualis 
ochraceis; posterioribus flavidis. J. 


Ein sehr verflogenes Exemplar des Königl. Museums zu 
Berlin, doch, wie es scheint mit hinreichend vollständigen Merk- 
malen, um unverkennbar beschrieben werden zu können. Der 
violett-purpurne, weiss ausgefüllte Innenrandfleck und die ocher- 
gelben, elwas' glänzenden Zeichnungen, der weisslichen Vorder- 
flügel zeichnen es schr aus. 

Grösse der vorigen. Rückenschild (beschädigt) und Kopf 
weiss. Fühler graugelblich, gegen die Wurzel weisslich, dicht 
pubescirend gefranzt; Wurzelglied weiss. Taster von Rücken- 
schildslänge, weiss; 2tes Glied aussen an mehr als der Wurzel- 
hälfte lehmgelb, Endglied nur 3 so lang. Rüssel mittelmässig, 
weisslich-schuppig. Beine weisslich, ohne auffallende Verdiekun- 
gen (doch ziemlich abgerieben); die vordern auf der Lichtseite 
bräunlich-gelb angelaufen. Hinterleib weisslich, nach hinten grau- 
gelblich, Bauch weiss; der Seitenrand mil Haarschuppenbüscheln 
sefranzt; Afterbusch ziemlich lang, doch nicht stark, bleich 
ochergelb. 

Vorderflügel 6 lang, gestreckt mit sehr schwach convexem 
Vorderrande, rechtwinkliger Spitze und erst fast gerade herab- 
gchendem, dann etwas convexem Hinterrande, weiss, am reinsten 
am Vorderrand gegen die Wurzel. An der Mitte des Innenran- 
des ist ein violettpurpurfarbner halbovaler Fleck, auf dem Innen- 
rande selbst in der Mitte weissschuppig. In der Mittelzelle ist 
am Anfange ein, wie die übrigen Zeichnungen, ochergelber, et- 
was goldig schimmernder Fleck, der bis über die Falte herab 
und bis an den Innenrandfleck reicht und sich in der Zelle viel- 
leicht bis zu dem Queraderfleckchen forisetzt; unterhalb des 
lelztern ist in der Falte ein Fleckchen. Ein bindenförmiger 
Schatten zieht vom Innenrande aus hinter der Querader und 
krümmt sich über derselben stark wurzelwärts, schimmert hier 
auch etwas violettlich, erreicht aber nicht den Vorderrand. Ein 
andrer eben so breiter, doch weniger stark gekrümmter Schalten 
ist dem Hinterrande näher und erreicht den Vorderrand in eini- 
ger Entfernung vor der Spitze. (Franzen fehlen.) 


376 


Hinterflügel blassgelb; Franzen (sehr beschädigt) weiss. 

Unterseite der Vorderflügel unreiner blassgelb; die Adern 
um die Mittelzelle goldschimmernd. Hinterflügel blasser als auf 
der Oberseite. Alle Adern treten sehr scharf hervor. 


Vaterland: Brasilien. 


20. Indecoran. sp. 


Abdomine ochraceo, pedibus dilute vitellinis; alis ant, oblongis, 
obtusis, costa convexa, albidis, griseo-lituralis; posterio- 
ribus flavidis. (Q.) 


In der Grösse der vorigen, mit viel breitern, abgerundet 
stumpfen Flügeln, sehr unscheinbar gezeichnet. 

Rückenschild schmutzig gelblich-weiss, Schulterdecken unge- 
fleckt, Kopf etwas weisser. Fühler auf dem Rücken hellbräun- 
lich mit weisslichem Wurzelgliede. Taster so lang wie Kopf und 
Rückenschild zusammen, schlank, aufgekrüämmt, am 2ten Gliede 
hell gelbbraun, unten gegen die Wurzel heller, auf dem Rücken 
gegen die Spitze weisslich; Endglied fast eben so lang, spitz, 
heller als das 2te Glied (etwas abgerieben). Rüssel hellgelb be- 
schuppt. Beine hell dotiergelb, die vordern an der Lichtseite 
hellbraun, am Fusse dunkler; die Mittelfussglieder aussen hell 
bräunlich mit weisslichen Spitzen; die Hinterfussglieder noch 
blasser. Hinterleib ziemlich kurz, bräunlich-rostgelb, am Bauch 
heller. 

Vorderflügel 63° lang, länglich; Vorderrand von der Wur- 
zel aus ziemlich stark convex, an der Wurzel ein wenig über- 
geschlagen; Spitze stumpf und abgerundet; Hinterrand convex. 
Grundfarbe weiss, am reinsten unterhalb der hintern Hälfte des 
Vorderrandes, mit gelblich-staubgrauen, ineinander fliessenden 
Nebeln auf der Wurzelhälfte der Fläche. Der Vorderrand ist 
von der Wurzel aus in dieser Farbe angelaufen, hat einen sol- 
chen Nebellleck an der Mitte und ist dahinter schmal staubgrau 
angelaufen, auf der Randrippe selbst hell ochergelb. Hinter dem 
verdunkelten Queraderpunkt ist ein solcher Nebelfleck, und die 
Einfassung des Vorderrandes zieht sich breiter um den Hinter- 
rand. Franzen gelblicher, eiwas glänzend. a 

Linterflügel blassgelb, ohne Ausbuchtung der Spitze. 


377 


Unterseite etwas lebhafter gelb als die Hinterflügel oben, 
mit hervortretenden Adern; der Vorderrand der Vorderflügel 
ist in einer breiten, nach hinten verschmälerten Linie hell dot- 
iergelb. 

Vaterland: Brasilien. (Ein vielleicht auf den Vorderflügeln 
durch Regen etwas verwischtes, sonst unverflogenes Weibchen 
des Kaiserl. Museums.) 


21. Albella Z. 


Tota alba, palporum articulo terminali interne fusco; alis ant, 
elongatis subacutis, subtus vitta costali ochracea apicem 
non attingente. (2.) 


Depressaria albella Z. Isis 1839. S. 196. 29. 


Grösser als die vorige mit noch mehr gestreckten Vorder- 
flügeln. 

Körper weiss. Fühler nach aussen schmutzig weisslich. 
Taster so lang wie Kopf und Thorax zusammen, aufgekrümmt, 
schlank; das 2te Glied an der Wurzelhälfte aussen ochergelb, 
das nicht ganz so lange, feingespitzte Endglied innen braun, an 
der Spitze auch aussen bränlich. — Vorderbeine an der Hüfte 
mit blass ochergelbem Fleck, sonst an der Lichtseite dotter- 
gelb, an der Spitze der Schiene und dem Fuss gelbbraun. Mit- 
telbeine an derLichtseite der Schenkelspitze hell bräunlich; Hin- 
terschienen um die Mitte ochergelb angelaufen, auch die obern 
Dornen sind hier gelblich. — Hinterleib auf dem Rücken an den 
drei mittelsten Ringen, jedoch nach hinten in geringerer Aus- 
dehnung lehmgelb mit weisser Längslinie in der Mitte. 

Vorderflügel 73‘ lang, gestreckt mit deutlicher Spitze und 
ziemlich stark convexem Vorder- und Hinierrand, ganz weiss, 
kaum ein wenig glänzend mit ziemlich stark hervortretenden 
Adern. Hinterflügel ohne Eindruck des Hinterrandes vor der 
Spitze, schneeweiss, fein beschuppt, fast malt. 

Unterseite wie oben, die Vorderflügel haben eine schmale, 
nach hinten zugespitzte, von der Wurzel ausgehende, die Spitze 
nicht erreichende, ochergelbe Strieme, die aber die Vorderrand- 
rippe selbst weiss lässt. ; 

Vaterland: Surinam. (Ein gutes Weibchen in meiner Samm- 
lung.) 


378 
£ \ ” 
+ 22. Grandis Perty. N 
Corpore flavescente, alis ant. elongatis. rotundatis albis: subar- 
genleis, posterioribus flavicantibus. 
Pyralis grandis Perty Delect. anim, art, p. 163. tab. 32, fig, 12. 


„Flügelspannung 2 Zoll. Körper gelblich. Vorderflügel oben 
„weiss, silberig-seidenglänzend, am Hinterrande mit Schüppchen 
‚Cd. h. mit Schuppenhaaren) gefranzt. Hinterflügel gelblich, sei- 
„denglänzend, am Hinterrande gefranzt. Alle Flügel unten gelb, 
„nach hinten gesätligter. Fühler von Körperlänge, fadenförmig. 
„Taster zurückgebogen mit sehr grossem, zusammengedrücktem 
„ten Gliede und nadelförmigem (kürzerem) Endgliede. Beine 
„gelblich; die Mittelschienen an der Spitze mit einem Paar gros- 
„ser Dornen; an den Hinterschienen sind 2 sehr grosse Dornen 
„vor und 2 an der Spitze.‘ 

„Vaterland: Brasilien in der Provinz Piauhi.“ 

. 
23. Exaratarn. sp. mn 
(Fig. 19.) 


Palporum articulo secundo fusco, terminali albo; pedibus et 
abdomine vitellinis, hoc in dorso ex basi fusco; alis ant. 
elongatis obtusis luteo-fuscis, macula costae mediae parva 
chalybea. (C.) 


Von der Grösse der Indecora, mit schmalern Vorderflügeln. 

Rückenschild hell graubraun, am Vorderrande der Schulter- 
decke sowie am Kopf bräunlich - weissgrau. Fühler von Hinter- 
leibslänge, pubescirend dicht gefranzt, gelbbräunlich, unten ge- 
sen die Wurzel weisslich; Wurzelglied weisslich, am Rücken 
graubräunlich. Taster so lang wie Kopf und Rückenschild zu- 
sammen, stark gekrümmt; *2tes Glied zusammengedrückt, gelb- 
braun, innen heller, besonders gegen die Wurzel; Endglied etwas 
kürzer, weisslich. Rüssel dick, gelbweisslich beschuppt. Beine 
hell dottergelb; nur die vordern sind auf der Lichtseite des 
Schenkels lehmbraun, auf dem Rücken der Schiene und am gan- 
zen Fuss braun. Hinterleib hell dottergelb, auf dem Rücken von 
der Wurzel aus gelbbraun, was sich nach hinten verschmälert 
und auf dem 3ten und 4ten Ringe je einen Mittellleck bildet, 
worauf der Rest des Leibes rein bleibt. 


379 


Vorderflügel fast 7’ lang, ziemlich gestreckt; Vorderrand 
ziemlich stark convex, an den ersten 3 aulgekrümmt; Spitze 
stumpf und fast abgerundet, Hinterrand convex. Grund lehmig- 
braun, etwas schimmernd, gegen die Wurzel etwas heller, be- 
sonders am Vorderrande. In der Mittelzelle geht eine einge- 
drückte, auf der Querader erweiterte, vertiefte Längslinie, die 
sowie die stark eingedrückte Falte durch dunkleres Gelbbraun 
noch mehr hervorgehoben wird. An der Mitte des Vorderran- 
des hängt ein dunkel violettblaues, länglich-rundes Fleckchen. 

Hinterflügel am Hinterrande vor der Spitze sanft eingedrückt, 
hellbraun, gegen die Wurzel lichter. 

Unterseite hell graubraun, mit deutlichen Adern; Hinterflügel 
heller, im Mittelraum ins Weissliche und etwas opalisirend. 

Vaterland: Nord-Brasilien bei Cameta. (Ein schönes Männ- 
chen im Königl. Museum.) 


24. Sesquitertia n. sp. „f 
(Fig. 20.) 


 Capite albo; palpis ochraceis apice atro; pedibus anticis ochra- 
ceis, tarsis atris; alis ant. oblongis, apice omnino rotun- 
dato, griseis, maculis tribus ante, una minore post medium 
rotundalis atris. (Q.) 


Wenig grösser als die folgende Tristrigata, einigermaassen 
ähnlich der Tripustulata; sie hat aber eine ganz andere Grund- 
farbe, völlig an der Spitze abgerundete Vorderflügel und noch 
einen Aten schwarzen Fleck. 

Rückenschild staubgrau; Kragen an beiden Seiten weisslich. 
Kopf weiss, Gesicht an der Seite schwärzlich. Fühler von Hin- 
terleibslänge, gegen das Ende sehr verdünnt, bräunlich-lehmgelb, 
gegen das ochergelbe Wurzelglied hell fahlgelb. Taster so lang 
wie Kopf und Rückenschild zusammen; das 2te Glied zusammen- 
gedrückt, gegen das Ende wenig erweitert, hell ochergelb, aus- 
sen bis zum letzten Drittel schwarz; Endglied dünn, fast auf- 
recht, etwas kürzer als das 2te Glied, noch heller gelb als die- 
ses, an der ziemlich feinen Spitze tief schwarz. Vorderbeine 
ochergelb; Schiene kurz, eiwas verdickt; Tarsus kurz, schwarz, 
an der Sohle der 4 ersten Glieder gelblich, an der Wurzel des 
ersten Gliedes ochergelb. Mittelbeine am Schenkel ochergelb, 


380 


sonst fahlgelb mit Grau gemischt; der eine Dorn reicht über die 
Spitze des ersten Fussgliedes hinweg. Hinterbeine auf der Licht- 
seite so staubgrau wie die Mitielschiene, an der Wurzel des 
Schenkels rostgelb; Schiene slark, wenig zusammengedrückt, 
reichlich mit kurzen Haaren besetzt. Hinterleib stark (oben ab- 
gerieben — doch scheint er helle und dunkle Ringe zu haben); 
Alterbusch kurz, rostgelb, an der Wurzel schwärzlich; Bauch 
ochergelb mit Rostgelb gemischt; Legestachel kurz. 


Vorderflügel 9‘ lang, länglich, nach hinten erweitert, am 
Vorderwinkel ganz abgerundet, am Vorderrande nahe der Basis 
nur wenig convex, am Hinterrand stark convex, staubgrau, am 
hellsten am Vorderrande von der Wurzel aus und in einem con- 
vexen Querstreifen, der in einiger Entfernung vom Hinterrande 
herzieht, am dunkelsten in der Gegend der zwei dem Innenrande 
nächsten schwarzen Flecke. Drei tief schwarze Flecke liegen 
vor der Flügelmitte; sie sind ziemlich gross, fast von gleicher 
Grösse und gerundet; der unterste ist nahe an der Mitte des 
Innenrandes, den er nicht berührt; der zweite, ein wenig weiter 
gegen die Mitte gerückt, wird von der Falte durchschnitten; der 
dritte liegt darüber in der Mitielzelle, weiter gegen die Basis 
gerückt als die andern. Ein vierter, tief schwarzer, gerundeter 
Fleck, viel kleiner als die andern, ist auf der Querader; er ist 
von dem Fleck auf der Falie eiwas weniger entfernt als dieser 
von der Flügelwurzel. Die Wurzel der hellen Vorderrandader 
hat einen tief schwarzen Punkt. Die Franzen sind heller als die 
Grundfarbe und von einem wenig dunklern Schatten durchzogen. 

Hinterflügel am Hinterrande vor der etwas abgerundeten 
Spitze schwach eingedrückt, hellgrau, am Rande dunkler, auf der 
ganzen Fläche mit sehr schwachem Lilaschimmer. Franzen hel- 
ler als die Fläche, an der Wurzel gelblich und vor der Mitte von 
einer dunklern Schattenlinie durchzogen. 

Unterseite der Vorderflügel gelbgrau mit verloschen ocher- 
gelblichem Vorderrande und bräunlicher Hinterrandiinie; Franzen 
mit ochergelblicher Wurzellinie, dann braun, am Ende hellgrau. 
Hinterflügel heller als auf der Oberseite, längs des Vorderrandes 
und auf den Adern gelblich angelaufen. 


Vaterland: Brasilien. (Ein gutes Exemplar des Königl. Ber- 
liner Museums.) 


381 


25. Grandaeva Mus. Berol. 


Maena, pedibus ochraceis; alis ant. elongalis, apice omnino 
rotundato, ochraceis, punctis tribus disci medii niveis. (2.) 


Ein sehr schlechtes, zerrissenes und abgeflogenes Exemplar, 
das aber doch seine characteristischen Zeichnungen erhalten zu 
haben scheint, so dass ich es nicht übergehe. 


Nächst Grandis die grösste mir bekannte Art, wie die fol- 
gende mit ganz zugerundeten Vorderflügeln. Rückenschild (sehr 
zerstört) graubräunlich, Kopf mehr ins Gelbliche. Fühler an dem 
vorhandenen Stück schneeweiss, auf dem Rücken bräunlich; Wur- 
zelglied graubräunlich. Taster so lang wie Kopf und Rücken- 
schild zusammen, ziemlich schlank; 2tes Glied zusammengedrückt, 
gelbbraun, gegen die Wurzel heller; Endglied fein, aussen weiss- 
lich, innen gelblich. Rüssel schmutzig gelblich beschuppt. Beine 
ochergelb, die vordern an der Lichtseite des Schenkels grau, auf 
dem Rücken der Schiene und am ganzen Fuss graubraun; Schie- 
nenbusch der Unterseite schwach. Hinterschiene von den obern 
Dornen an auffallend verdünnt. (Hinterleib fehlt.) 


Vorderflügel 93‘ lang, gestreckt; Vorderrand schwach con- 
vex, fast in seiner ganzen Länge aufgekrümmt; Vorderwinkel 
ganz abgerundet; Hinterrand sehr convex. Grundfarbe ocher- 
gelb, wie es scheint, gegen die Wurzel, besonders am Innen- 
rande, verdunkeli. Weit vor der Mitte des letztern liegt ein 
kleiner, halb eiförmiger, weisslich behaarter Fleck. Im Mittel- 
raum in der Flügelmitte liegt ein schneeweisses, nach aussen 
gebogenes, scharf begränztes Möndchen, über dessen oberer 
Spitze ein solcher Punkt in der Verästelung der Subcostalader- 
liegt; ein andrer, weniger merklicher Punkt ist noch weiter nach 
aussen, aber an der Veräsielung der Medianader. Andre Zeich- 
nungen sind nicht zu erkennen. 


Hinterflügel graubraun, vor der Spitze des Hinterrandes sehr 
schwach eingedrückt. 

Unterseite bräunlich-dunkelgrau, Vorderflügel an der Wurzel 
und auf der Vorderrandrippe ochergelblich. 


Vaterland: Para in Brasilien. (Ein Weibchen des Königl, 
Museums.) 


382 


26. Tristrigata n. sp. 
(Fig. 21.) 


Magna; alis ant. elongatis, apice omnino rotundato, luleis, siri- 
gis tribus cinnamomeis, poslica arcuata; posterioribus di- 
lute ochraceis, interius cinereo-suffusis. (Q.) 


Kleiner als die vorige. Rückenschild (abgerieben) lehmgelb. 
Gesicht schmutzig gelblich-weiss. Fühler dünn, gelblich-grau, mi- 
croscopisch pubescirend gefranzt; Wurzelglied hell. (Taster fch- 
len.) Beine blass ochergelb; an den vordern der Rücken des 
Schenkels, die Lichtseite der Schiene und der ganze Fuss grau- 
braun. (Mittelbeine fehlen.) Hinterschienen ziemlich stark, ei- 
was zusammengedrückt, auf dem Rücken mit ziemlich dichten, 
locker anliegenden, kurzen Haaren. Hinterleib obenauf dunkel- 
grau, an den Seiten, dem Ende und unten ochergelb. 

Vorderflügel 8° lang, etwas breiter als bei Grandaeva, sonst 
eben so gestaltet, lehmgelb, am Innenrand dunkler, hier an der 
Wurzel mit einem zimmtbraunen undeutlichen Fleck. Von den 
3 zimmibraunen dünnen Querlinien, deren erste weiter von der 
Wurzel als von der 2ten, diese so weit von der 3ten wie von 
der ersten, die 3te weiter von der 2ten als vom Hinterrand sieht, 
ist die erste schräger als die andern, fast grade, gegen den 
Vorderrand verloschen, die zweite etwas weniger schräg, ein 
wenig nach aussen convex, die beiden Gegenränder erreichend, 
die dritte, dem Hinterrande parallel, stark nach aussen gekrümmt, 
fast am Vorderrande anfangend, im Innenwinkel endend. Der 
Hinterrand trägt eine Reihe verloschener, länglicher, zimmibrau- 
ner Punkte. Franzen gegen den Innenwinkel etwas grau. 

Hinterflügel am Hinterrande vor der Spitze merklich einge- 
drückt, hell ochergelb, an der Innenhälfte grau angelaufen, mit 
gesälligter gelber Hinterrandlinie. Franzen aussen heller. 

Unterseite deutlich geadert, hell ochergelb, die vordern am 
lebhaftesten, die hintern am Innenrande am blassesten. 

Vaterland: Brasilien. (Ein ziemlich gut erhaltenes Weibchen 
im Königlichen Museum.) 


383 


Loxotoma n. g. 
(Fig, 22. 23.) 


(40:05 obliquus — r&uvew secare.) 


Char. essent. Alae ant. costa sinuala, poslice oblique trun- 
cala; posteriores lalae margine postico anle apicem sub- 
retuso; tarsi anlici apicem versus pilis squamiformibus 
ampliati. 

Char. naturalis. Caput mediocre retracium, -capillis decum- 
bentibus, ocellis nullis. 

Antennae graciles, abdominis longiludine, & pubescenli- 
ciliataec, Q@ microscopice pubescentes. 

Palpi maxillares biarliculali mediocres pilosi deflexi. 

Palpi labiales thorace longiores, reflexi, arliculo se- 
cundo squamis incrassato, compresso, terminali tenul, 
aculo. 

Haustellum mediocre spirale squamatum. 

Pedes mediocres; anteriorum tibiae breviusculae infra 
lamella pilosa instructae, tarsi apicem versus pilis squa- 

_ miformibus sensim crassiores. 

Abdomen robustum alas posteriores paulo superans, dorso 
medio carinato, in basi et apice pilis squamiformibus te- 
ctum, in mare postice piloso-subciliatum; fasciculus ana- 
lis g' mediocris. 

Alae ant. elongatae, poslice dilatatae, costa in medio si- 
nuala et poslice oblique truncalta, margine postico brevi, 
breviter ciliato. 

Alae posteriores latae, anterioribus paulo longius ci- 
liatae, margine poslico ante apicem leviter impresso, 
costa subconvexa. 


Ungeachtet die Art, auf welche ich ein neues Genus gründe, 
ein eigenthümliches phryganeenartiges Ansehen hai, worin ihr 
keine Cryptolechia und keine Antaeotricha nahe kommt, so würde 
ich sie doch nur als zur erstern Gattung gehörig ansehen, da 
deren Flügelgestalt ändert und in den Arten Grandaeva und Tri- 
strigata mit Ausnahme der Ausbuchtung des Vorderrandes etwas 
Aehnliches zeigt, wenn nicht die Vordertarsen durch ihre gegen 
die Spitze zunehmende Erweiterung ein zweites bedeulungsvolles 


384 


Merkmal böten. Das Geäder der Flügel ist wie bei den meisten 
Cryptolechien: auf den vordern laufen alle einfach in die Ränder 
aus; der vorleizte Ast der Subcostalader endigt an der Stelle, 
welche durch die hier eintretende grössere Länge a Franzen 
als Flügelspitze bezeichnet wird. 


1. Elegans n. sp. 


Alae anti. supra luleae macula costae mediae parva brunnea, 
subtus lateritiae; posteriores albidae, apice ciliisque late- 
ritis. (I 2.) | 

Rückenschild und Kopf lehmgelb; Gesicht heller. Fühler ein 
wenig länger als der Hinterleib, dünn, fadenförmig, mit gedräng- 
ten Gliedern, beim Männchen pubeseirend, beim Weibchen mi- 
croscopisch gefranzt. Taster von etwas über Rückenschildslänge, 
stark zurückgekrümmt; das 2te Glied durch dichte, nur an der 
Spitze etwas lockere Beschuppung verdickt, zusammengedrückt, 
vor der Spitze am dicksten, aussen ziegelroth, innen blasser und 
gegen die Wurzel weiss; Endglied etwas kürzer, dünn, borsten- 
förmig, ohne feine Spitze, hellbraun, auf dem Rücken gegen die 
Wurzel weisslich. Rüssel weiss beschuppt. — Beine weiss; die 
vordern an der Hüfte und der Lichtseite des Schenkels lebhaft 
ziegelroth, am Rücken der Schiene und am ganzen Fuss lehm- 
gelblich-roth; letzterer eiwas länger als die Schiene, platt, gegen 
das Ende breiter und am Ende selbst schwarz. Am Mittelbein 
ist das erste Fussglied auf dem Rücken, die andern an der Seite 
hellroth, das letzte ist braun. Am Hinterbein ist die Schiene flach, 
auf beiden Schneiden, besonders dicht an der obern, haarig ge- 
franzt; der Fuss gelbröthlich. — Hinterleib auf dem Rücken blass 
gelbröthlich, an den 2 ersien Ringen ziemlich langhaarig, an den 
letzten an der Seite büschelig haarig; Bauch weiss. 

Vorderflügel des S 7, 2 8° lang, gestreckt, beim ' schma- 
ler und heller lehmgelb, am Innenrand schmal zimmtbraun. An 
der Ausbuchtung des Vorderrandes liegt ein dreieckiges, beim 2 
gelbbraunes, nach hinten gekrümmtes, beim 9 zimmtbraunes Fleck- 
chen. Die Querader bildet eine grade, verloschene, dünne, beim 
g‘ kaum sichtbare zimmtbräunliche Linie. Näher an ihr als am 
Hinterrande ist eine deullichere zimmtbraune Querlinie, beim 
schwach gebogen und etwas wellig, beim 2 stark nach aussen 


385 


gekrümmt und ohne Wellen; sie endigt im Innenwinkel. Fran- 
zen etwas trüber als der Grund. 

Hinterflügel zart, beim g' weiss, beim 2 röthlich-weiss, bei 
beiden in der Flügelspitze hell ziegelroth; Hinterrandlinie ziegel- 
rolh; Franzen am Innenwinkel röthlich-weiss, gegen die Flügel- 
spitze allmählig dunkler. 

Unterseite der Vorderflügel ziegelroth, am Innenrande weiss- 
lich, am Vorderrande beim 2 röthlich- gelb. Hinterrandfranzen 
hellbraun. Hinterflügel weiss, am Vorderrand und in der Spitze 
hell ziegelroth, sonst wie oben. 

Vaterland: Columbien am Orinoco. (Ein schönes Paar im 
Königl. Berliner Museum.) 


Auxocrossa n. 8. 
(Fig. 24. 25.) 


(avEaveıw augere — x*000005 fimbria.) 


Char. essent. Alarum anteriorum marginis antici pars po- 
sterior ciliis longis praedita et in marginem poslicum mu- 
tata. 

Char. natural. Caput mediocre, squamis in verlice decum- 
bentibus, ocellis nullis. 

Antennae setaceae, Jg‘ setoso-ciliatae. 

Palpi maxillares filiformes, conniventes. 

Palpi labiales mediocres, reflexi, valde compressi, squa- 
mis dilatati (terminali subulato). 

Haustellum mediocre, squamatum. 

Pedes mediocres; tibiae anticae breviusculae pilis incras- 
satae; mediae compressae; poslicae — — 

Abdomen (poslice convexulum, non marginatum ?) fasci- 
culo g' anali mediocri. 

Alae brevius ciliatae, anteriores marginis antici parte 
postica valde obliqua longe ciliata, ut marginis postici 
pars superior esse ei apex rotundalus videatur; poste- 
riores parum latae, costa non ampliata, margine po- 
stico ante apicem vix reluso. 


Noch viel mehr als bei Loxotoma läuft das Endviertel des 
Vorderrandes der Vorderfllügel schräg abwärts, und da es so 


356 


lange Franzen wie der Hinterrand hat, so scheint es die obere, 
viel grössere Hälfte des Hinterrandes, mit dem es unter einem ganz 
stumpfen Winkel zusammenläuft, zu bilden. Dieses hinterrand- 
ähnliche Stück trennt sich unter einem abgerundet stumpfen Win- 
kel, der als die wirkliche Flügelspitze erscheint, von dem übri- 
gen Theil des Vorderrandes; dass es wirklich zum Vorderrande 
gehört, beweisen die in dasselbe mündenden Aeste der Subco- 
stalader. Der Flügel erhält durch diese Bildung eine sehr un- 
zierliche Gestalt. — Die Hinterflügel haben nur mittelmässige 
Breite und sind vor der Spitze am Hinterrand ein wenig einge- 
bogen. — Der Hinterleib des ziemlich schlecht conservirten Thie- 
res ist ausserordentlich kurz; ich vermuthe aber, dass sein vor- 
derer Theil fehlt und er nur mit dem Endtheil geschickt ange- 
klebt ist. Dieses Stück ist schwach convex, ohne Seitenwülste, 
mit gewöhnlicher, abwärts gerichteter Beschuppung an den Sei- 
ien und mit einem nur miltelmässig dicken Schuppenbusch, der 
aber beim Fange oder bei der Zubereitung gelitten haben mag. 
Die Hinterbeine fehlen ganz; die vordern haben eine durch die 
auf der Unterseite befindlichen Schuppenhaare bewirkte Verdickung. 


1. Hopfferi n.sp. 


P 

Alae ant. albae, macula magna costae mediae luteo fuscoque 
mixta, margine poslico aur&o-luteo, ad angulum internum 
fuscescente; posteriores fuscescenli-cinereae. (d'.) 


In der Grösse der Depr. Alstroemeriana. Rückenschild (be- 
schädigt) vorn weiss; Schulterdecken rein weiss, hinten bräunlich. 
Kopf weiss, an den Seiten des Gesichts grau. Fühler bräunlich, auf 
dem Rücken gegen das Wurzelglied weiss, mit borstenähnlicher 
Pubescenz ziemlich dicht gefranzt; Wurzelglied rein weiss. Von 
den Tastern fehlt das Endglied; das 2te Glied ist fast so lang 
wie der Thorax, aufgebogen, stark zusammengedrückt, an der 
Schneide mit etwas lockern Schuppen dicht besetzt, gegen die 
Spitze allmählig etwas verdickt; innen hell bräunlich angelaufen, 
aussen und vor der weissen Spitze dunkler bräunlich. Rüssel 
schmal, zusammengerollt, weisslich beschuppt. Vorderbeine grau- 
braun, an der ganzen Unterseite ins Weissliche übergehend, be- 
sonders am Schenkel. Mittelbeine hellbraun, Fuss dunkelbraun ; 
Schiene aussen auf der Mitte und an der Spitze weisslich, innen 


“ 


387 


weiss. «(Hinterbeine fehlen.) Hinterleib braungrau, am Bauch 
hell; Afterbusch bleich ochergelb. 

Vorderflügel 3%‘ lang, ziemlich gestreckt; der Vorderrand 
von der Wurzel aus sanft convex, dann in der Mitte sehr schwach 
concav, zuletzt unter einem abgerundet stumpfen Winkel in den 
Hinterrand übergehend; der hintere Theil desselben bildet mit 
dem wirklichen Hinterrand eine schräg nach aussen laufende con- 
vexe Linie, die unter ihrer Mitte einen abgerundeten stumpfen 
Winkel hat. Grundfarbe weiss mit schwachen lehmgelblichen Ne- 
beln verunreinigt. An der scheinbaren Mitte des Vorderrandes 
ist ein ziemlich grosser Fleck, der entsteht, indem der Raum 
zwischen 2 braunen länglichen Costalfleckchen und einem schwar- 
zen Wisch in der Flügelmitte mit lehmgelber Farbe ausgefüllt ist; 
er bildet ein Dreieck, dessen längste Seite auf dem Vorderrande 
ruht; von ihm scheint lehmgelbliche Bestäubung zum Innenrande 
zu gehen, welche stark abgewischt ist. Die Schulter hat ein 
schwärzliches Fleckchen. Der ganze scheinbare Hinterrand ist 
bindenartig goldig lehmgelb, am Vorderrande schmal braun, am 
Innenwinkel braunfleckig. Die Franzen sind an den obern # hell 
goldig-Icehmgelb, an der scheinbaren Flügelspitze mil einem bräun- 
lichen Fleckchen, an den untern 2 braun; eine braune Linie zieht 
mitten hin von dem Fleckchen bis zum Innenwinkel. 

Hinterflügel braungrau. Franzen an der Flügelspitze heller, 
ins Gelbliche, mit dunkler Schaltenlinie nahe an der gelblichen 
Wurzel. | 

Unterseite bräunlich-grau, am Vorderrande schmutzig gelb- 
lich. Franzen trüber als oben. Hinterflügel braungrau, am Vor- 
derrande lehmgelblich beschuppt. 

Vaterland: Brasilien bei Para. (Ein Exemplar des Königl. 
Museums.) 


Mesoptycha n.s. 
(Fig. 26-28.) 


e (uEoos medius — rrvXn plica.) 


Char. essent. Tibiae mediae pilis longis incrassalae; alae 
anteriores angulo interno dilatato; posleriores g‘ subtus 
linea ex basi incrassata -anle marginem poslicum altte- 
nuala. 


388 


Char. naturalis. Caput mediocre squamis in vertice de- 
cumbentibus, ocellis nullis. Ä 
Antennae abdominis longitudine, tenues, setaceae, d* 

pubescenti - ciliatae. | 

Palpi maxillares biarticulati, squamati, acuti, deflexi, 
conniventes. 

Palpi labiales thoracis longitudine, reflexi, compressi, 
articulo secundo squamis incrassato; terminali subulato. 

Haustellum breve squamatum. 

Pedes mediocres; tibiae anticae nonnihil incrassatae; me- 
diae incrassatae, squamis dorsalibus ultra apicem pro- 
ductis. 

Abdomen convexum, dorso medio carinato; &* gracile, 
poslice revoluto-marginatum, fasciculo anali magno. 
Alae brevius ciliatae; anteriores angulo interno am- 
pliato; posteriores g* subtus linea e basi prodeunte 
incrassata marginem versus attenuata, margine postico 

ante apicem leviter retuso. 


Dieses Genus weicht in der Vorderflügelgestalt von der der 
Cryptolechien dadurch ab, dass der Innenwinkel sich etwas er- 
weitert und durch seine verlängerten Franzen noch stärker her- 
vortritt; dies gilt von beiden Geschlechtern, so wie auch die 
starke, gegen die Spitze zunehmende Verdickung der Mittelschie- 
nen, an welchen die obern Schuppenhaare sich weit über die 
Fusswurzel hinweg verlängern. Dem Männchen allein kommt die 
merkwürdige Verdickung auf der Unterseite der Hinterflügel zu, 
die den Gattungsnamen veranlasst hat. Zwischen der 2ten und 
dien freien Innenrandader geht eine an der Flügelwurzel dünne, 
dann sich allmählig verdickende, darauf sich nach ‚und nach ver- 
dünnende Längslinie zum Hinterrande; sie tritt als ein ungefal- 
teter, ganz undurchsichtiger Körper hervor, der bei oberfläch- 
licher Betrachtung als ein beim Spannen an die Flügelfläche an- 
gedrücktes Bein erscheint, und der bewirkt, dass auf der Ober- 
fiäche ein dreieckiger Raum am Hinterrande, in den er ausläuft, 
niedergedrückt ist; zwischen ihm und der Medianader läuft auf der 
Unterseite eine verliefte, auf der Oberseite als starker Kiel her- 
vortretende Längsfalte. Die Medianader theilt sich wie gewöhn- 
lich in drei Aeste. Das Weibchen hat im Aderlauf der Flügel 


389 


nichts Auffallendes. Die Franzen wie bei Cryptolechia mit der 
oben bemerkten Abweichung am Innenwinkel der Vorderflügel. 


4. Nictitans Mus. Berol. 


Alae ant. elongatae, cinereo-luteae, squamis albis sparsis, pun- 
cto majore nigro disci ante medium. (I 2.) 


Männchen in der Grösse der Crypt. picta, Weibchen viel 
grösser. 

Rückenschild hellgrau-lehmfarben; Hinterkopf wenig heller, 
Gesicht weiss. Fühler von Hinterleibslänge, ziemlich schlank, 
beim Männchen nach oben kaum kennbar gekerbt, pubescirend 
sefranzt, weissgrau; Wurzelglied etwas flach gedrückt, weiss, 
auf der Lichtseite grau. Taster von Rückenschildslänge, stark 
aufgekrümmt, ziemlich schlank, weisslich; 2tes Glied zusammen- 
gedrückt, auf der Aussenseite des convexen Rückens von der 
Wurzel bis über die Hälfte schwarzbraun; Endglied etwas kür- 
zer, pfriemenförmig, zusammengedrückt, beim Weibchen schlan- 
ker und gegen die Spitze grau angelaufen. Rüssel weisslich be- 
schuppt. Beine weiss; die vordern an der Lichtseite am Schen- 
kel gebräunt, an der Schiene mit brauner, aufs erste Fussglied 
fortgesetzter Strieme. Mittelschiene durch Haarschuppen gegen 
die Spitze stark verdickt, welche sich über die Mitte des ersten 
Fussgliedes verlängern, auf dem Rücken lehmgelbgrau; der län- 
gere Dorn reicht bis zum 2ten Fussgliede; Fuss unten lehmgelb- 
lich. Hinterschiene dick, etwas zusammengedrückt, auf dem Rük- 
ken weniger reichlich als auf der entgegengesetzien Seite haa- 
rig. Hinterleib mit einem Mittelkiel, beim Weibchen dick, lehm- 
gelblich-grau, am Bauch weisslich ; Afterbusch sehr kurz, ocher- 
gelb; Legestachel wenig hervorstehend. Beim Männchen ist er 
schlank, bräunlich-grau, an der Endhälfte durch den zurückge- 
schlagenen Seitenrand wulstig gerandet, am Bauch weiss; After- 
busch dick und lang, oben bräunlich-grau, unten ochergelb. 

Vorderflügel des & 5%, des @ 63° lang, gestreckt; der 
Vorderrand ist von der Wurzel aus mässig convex, an Seiner 
Mitte etwas eingedrückt, und auf $ der Länge ein wenig aufge- 
krümmt; von dem stumpfen, schwach gerundeten Vorderwinke] 
geht der Hinterrand schwach convex, ziemlich senkrecht herab; 
der Innenwinkel ist eiwas erweitert und mit ziemlich langen 


Schuppenhaaren besetzt. Grundfarbe eine Mischung aus Lehm- 
gelb und Weissgrau, doch ersteres vorherrschend, am Vorder- 
rande gegen die Wurzel fahlgelb, hier und da, besonders auf 
der Wurzel der Medianader, mit weissen Schuppen bestreut, 
welche in einiger Entfernung vom Hinterrande einen binden- 
arligen Quernebel bilden. In der Miltelzelle diesseits der Mitte 
liegt ein grosser Punkt oder richtiger ein kleiner gerundeter 
Fleck, tief schwarz, wurzelwärts mit weissen Schuppen gerandet. 
Franzen mit feiner lehmgelblicher Wurzellinie. 

Hinterflügel bräunlich- dunkelgrau, beim 9 am Innenwinkel 
ins Grauweisse. 

Unterseite heller als die Hinterflügel oben; Vorderflügel mit 
dünner gelblicher Vorderrandlinie und breit weisslichem Innen- 
rande. Auf den Hinterflügeln ist die verdickte Längslinie weiss- 
lich, der Innenrand trüber. Vorderrand schwach convex. 

Vaterland: Parä in Brasilien. (Ein ziemlich gutes Pärchen 
im Königlichen Museum.) | 


390 


Antaeotricha n. g. 
(avrasos anticus. — eis pilus.) 


Char. essent. Alae anteriores ante medium dilalatae, postice 
coarctatae; alarım J* posteriorum pagina superior peni- 
cillo longo sub alis anterioribus latente insirucia, margo 
anticus squamis longis rigidis dilatatus. | 

Char. naturalis. Caput mediocre squamis in vertice decum- 

bentibus, ocellis nullis. 
Antennae abdominis longitudine, setaceae, &* ciliatae. 
Palpı maxillares filiformes, conniventes. 
— labiales mediocres, reflexi, compressi, articulo se- 
cundo squamis aequaliter incrassato, terminali subulalo. 
Haustellum mediocre squamalum. 

Pedes mediocres; tibiae anlicae breviusculae nonnihil 
incrassatae; poslicae compressae longius calcaratae. 
Abdomen convexum dorso medio carinato, g' gracile, 
postice revoluto-marginatum, fasciculo anali plerisque 

magno. 
Alae brevius ciliatae, anteriores ante medium dilata- 
tae, poslice paulalim angustalae; posteriores lalae, 


391 


& penicillo longo prope basim instructae, margine 
antico ante medium convexo, (d‘ longe squamato- 
piloso), postico ante apicem vix aut non retuso. 


Die hierher gehörigen Arten sehen im weiblichen Geschlecht 
durchaus wie die Cryptolechia-Weibchen aus der Verwandtschaft 
von Litura, Schlaegeri, disjecia aus; ihre Vorderflügel haben 
nämlich ihre grösste Breite bald hinter der Wurzel, worauf sie 
ganz allmählig enger werden. Desto ausgezeichneter sind die 
Männchen characterisirt. Bei ihnen erweitert sich der Vorder- 
rand der Hinterflügel auf der Wurzelhälfte beträchtlicher als bei 
den Weibchen und ist hier mit reichlichen, langen, starren 
Schuppen bekleidet, die gedrängt an einander stehend eine zahn- 
arlige Erweiterung bilden. 

Ausserdem befindet sich auf der obern Fläche, doch durch 
den Innenrand der Vorderflügel verdeckt, ein langer, nahe der 
Wurzel enispringender Haarpinsel, der bisweilen eine schuppen- 
lose Stelle der Flügelfläche neben sich hat. An dem gestreck- 
ten Hinterleibe biegt sich der mit Schuppenbüscheln besetzte 
Rand auf den hintern zwei Dritteln der Länge nach oben und 
und bildet den Wulstrand, den wir auch bei Mesoptycha und 
selbst bei einigen Cryptolechien wiederfinden; der starke After- 
busch birgt einen kräftigen, ohne Zweifel interessant gebauten | 
Genitalienapparat. 


1. Walchiana Cramer. 
(Fig. 29. 30.) 

Alis ant. costa praeter basim late alba, basi dorsoque lalissime 
marmorate fusco, puncto venae transversae albido; poste- 
rioribus cinereis, d‘ basi late abida: (J' 2.) 

W alchiana Cramer tab. 42. fig. 12. 

Stenoma griseanum Z. Isis 1839, S. 19. 

? Pyralis griseana Fabr. E. S. 3, b. p. 265. 96. 

Im weiblichen Geschlecht etwas grösser, im männlichen klei- 
ner als Crypt. bicolor, in der Gestalt ähnlich. 

Kopf und Rückenschild grauweisslich, @ dunkler; Gesicht 
vorzüglich beim 2 weiss. Fühler auf dem Rücken hell bräunlich, 
unten und beim g auf dem Rücken gegen die Wurzel weisslich, 
bei letzterem schr kurz und dicht borslig gefranzt; Wuzeiglied 


392 


weiss, auf dem Rücken braungrau, an der Spitze schmal weiss. 
Taster von Rückenschildslänge, beim 2 etwas länger und schlan- 
ker als beim g', aufgekrümmt, zusammengedrückt, weiss, 2tes 
Glied auf dem Rücken beim 5° bis nahe an die Spitze, beim Q 
viel weniger weit braun, aussen schmutzig angelaufen; Endglied 
3 so lang wie das 2te Glied, zugespitzt. Die Maxillartaster und 
der mittelmässig lange Rüssel weisslich beschuppt. Beine weiss; 
die vordern auf der Lichtseite, die mittlern an Schiene und Fuss 
grau mit hellern Stellen; beim Weibchen ist der Mittelfuss fahl- 
gelb. Hinterschienen ziemlich schlank, zusammengedrückt, an 
beiden Schneiden mit längern, anliegenden Haarschuppen. Hin- 
leib weisslich, am Rückenkiel gebräunt; beim & mit Schuppen- 
wülsten gerandet. Männlicher Afterbusch ziemlich lang, doch 
nicht dick. 

Vorderflügel 9 5, 2 64“ lang, gestreckt; Vorderrand von 
der Wurzel aus ziemlich stark convex und hier etwas umge- 
schlagen, dann in schwach convexer Linie verlaufend; Spitze 
stumpf; Hinterrand etwas convex. Grundfarbe grösstentheils 
braun, dunkel und hell und beim $ auch mit Bläulich-grau ge- 
fleckt, an der Wurzel weissgrau, am Innenrande (wenigstens beim 
cd‘) mit längern anliegenden Haaren. Der Vorderrand ist bis zum 
Ende des ersten Fünftels allmählig bräunlicher, dann in einer 
breiten, gegen die Spitze verengten Strieme weiss, beim Q reiner, 
beim & mit 2 braunen Punkten, deren einer nahe an der Mitte 
des Vorderrandes, der andre weiter hinten einwärts liegt. Quer- 
ader mit einem weisslichen Querpunkt. Hinterrand mit einer 
gelbbraunen Linie und davor einer weissen Wellenlinie; letztere 
ist nur an der braunen Grundfarbe sichibar, erstere löst sich ge- 
gen die Spitze in Strichelchen auf. Aus dem Innenwinkel geht 
eine verloschene weissliche Linie schräg aufwärts nach innen 
und bildet mit der Wellenlinie einen Winkel, in welchem 3 braune 
gerundete Flecke, in der Grösse nach oben zunehmend, neben 
einander liegen. Franzen am weissen Flügeltheil weiss, sonst 
gelbbraun, in der Mitte weisslich bestäubt. 

Hinterflügel breit, am Hinterrande vor der Spitze seicht ein- 
gedrückt, beim Männchen grösstentheils weisslich, längs des Hin- 
terrandes, nach der Spitze breiter, bräunlich-grau; Franzen bräun- 
lich-grau, am Innenwinkel und an der weisslichen Flügelspitze 
selbst weisslich. Beim Weibchen ist die Fläche braungrau, an 


393 


der Wurzel und dem Innenrande etwas heller, an der Spitze 
und am Vorderrande wie beim Männchen weiss; Franzen an der 
Flügelspitze weiss. 

Unterseite der Vorderflügel braungrau, in der Mitte hell; 
sewöhnlich schimmert das Weissliche der Oberseite etwas durch. 
Franzen braun, an der Flügelspitze weiss. Hinterflügel am Vor- 
derrande beim J sehr wenig convex, dann schwach concav; 
beim Männchen stark convex, dann concav, an der Convexität 
mit einem starken braungrauen Schuppenzahn, der sich wurzel- 
wärts auf der Fläche in längere, anliegende Haare verliert. Fär- 
bung wie oben. Beim Weibchen ist die Fläche am Vorderrand 
bis nahe an der Spitze, an die Wurzel und am Innenrande weiss- 
lich, sonst braungrau. 

Vaterland: Brasilien bei Cameta. (Beide Geschlechter in 
meiner Sammlung und dem Berliner Museum.) 


Anmerkung 1. Bei Pyralıs griseana F". sind alac griseae s. fusco 
cinereoque mixtae, apice obscuriores macula magna costalı alba, während bei 
meiner Art die Flügel ın der Mitte am dunkelsten sind; auch ist über die 
Gestalt der macula alba gar nichts gesagt, Ala terminatur striga parva albida 
hat auch Bedenkliches, da bei Griseanum die weisse VWVellenlinie am Hinter- 
rande zu wenig Auffallendes hat, als dass sie in einer so oberflächlichen Be- 
schreibung hätte erwähnt werden können, Endlich wäre die Stellung zwi- 
schen Tortr. Rolandriana und Gnomana noch zu urgiren, wenn man nicht 
bedächte, wie blindlings Fabricius bei dergleichen Anordnungen verfuhr. Ich 
denke, es werde sich unter den vielen hier noch zu entdeckenden Arten eine 
noch finden, auf die die Anwendung der Fabrici’schen Beschreibung mit we- 
niger Bedenken geschehen kann, 


Anmerkung 2. Tinea dorsella Fabr. E. S, 3, b. p. 301. 63. Suppl. 
p- 483. 13. — aus Cayenne — scheint eher hieher zu gehören, wenn man an- 
nimmt, dass der Vorderrand gegen die VVurzel verwischt war; doch ist die Be- 
schreibung so oberflächlich, dass sie kaum je sicher anzuwenden sein wird. 

Anmerkung 3. Cramer’s Tafeln habe ich jetzt nicht vor mir. Als 
Abweichung von meinen Exemplaren notirte ich mir bloss, dass das Bild vor 
der Mitte des Vorderflügels eine ringlörmige Zeichnung habe, 


2. Fascicularis n. sp. 
(Fig. 32. 33.) 


Alis ant. basi fusca purpureo flavoque mixta, deinde anlice 
albis, dorso caesio-nebuloso, margine postico late aureo- 
luteo; posterioribus obscure cinereis, costa & late fasci- 


eulata. (dJ.) 


394 


In der Grösse der Walchiana 2 mit weniger erweiterten 
Vorderflügeln, vor den andern Arten durch die Länge und Aus- 
dehnung des Costalbusches der Hinterflügel ausgezeichnet. 

Rückenschild (beschädigt) bräunlich-weissgrau. Gesicht 
weisslich-bläulich schimmernd. Fühler gegen das Ende beträcht- 
lich verdünnt, bellbraun, dicht und kurz pubescirend gefranzt, 
Wurzelglied braungrau, blau schillernd, am Vorderrand mit weiss- 
licher Längslinie. Taster länger als der Thorax, aufgekrümmt, 
schlank, zusammengedrückt; 2tes Glied ziemlich gleichmässig ver- 
dickt, auf dem Rücken hellbraun, innen weisslich; Endglied mehr 
als halb so lang, feinspitzig, weisslich, an weniger als der Wur- 
zelhälfte hellbraun. Beine schmutzig gelblich-weiss, die vordern 
auf der Lichtseite der etwas verdickten Schiene und des Fusses 
braun; die mitllern geibbräunlich angelaufen mit dunklerem Fleck 
am Knie und vor der Schienenspitze; die hintern an der etwas 
dicken, zusammengedrückten Schiene weisslich, auf dem Rücken 
und vor der Spitze bräunlich angelaufen; die Fussglieder eben 
so angelaufen mit hellen Spitzen. Hinterleib (beschädigt) an der 
Wurzel bräunlich-hellgrau, nach hinten verengt; Afterbusch 
stark, unten ins Weissliche. 

“ Vorderflügel 6°’ lang, gestreckt, nach hinten weniger ver- 
engt als bei Walchiana; der Vorderrand von der Wurzel aus 
weniger stark convex, dann aber convexer zulaufend; der Vor- 
derwinkel stumpf und abgerundet; der Hinterrand schwach con- 
vex. Die Fiügelwurzel ist fast bis zu 5 der Länge und am 
Innenrande weiterhin als am Vorderrand braun mit blau und pur- 
purrolh schimmernden Flecken und an den Rändern goldig braun- 
gelb, am Innenrand mit längern Schuppenhaaren. Das 2te 
Flügeldrittel ist weiss, an der Innenrandhälfte dunkel braun- 
grau wolkig, auf der Vorderrandhälfte nur mit Spuren grauer 
Wölkchen. Auf dem Enddrittel geht erst ein ziemlich breiter, 
bindenförmiger, braungrauer Streif schräg querüber, er ist an 
seinem obersten Drittel ein wenig eingebogen. Der Rest der 
Fläche bildet eine etwas glänzende, angenehm goldbraungelbe 
Binde, die sich am Vorderwinkel erweitert und von der vorher- 
gchenden Binde durch eine nicht scharfe weissliche Linie ge- 
{rennt ist. Franzen weisslich, an der äussern Hälfte braungrau. 

Hinterflügel am Hinterrande vor der Spitze sanft eingedrückt, 
braungrau, auf dem durch die Vorderflügel verdeckten Vorder- 


395 


randtheile weisslich. Der verborgene Haarpinsel ist bleich-ocher- 
gelb, und längs seiner innern Seite ist eine glänzende, schuppen- 
lose Stelle. Franzen heller braungrau, gegen die Flügelspitze 
ins Weisse übergehend. | 

Unterseite bräunlich-grau, die Vorderflügel auf dem durch 
den verdeckten Raum und in einer schmalen, vorn und hinten 
verdunkelten Vorderrandlinie weisslich. Die Hinterlügel haben 
den Vorderrand durch ausserordentlich lange, steife, an den 
Spitzen weissliche Schuppen auf 3 der Länge erweitert und sind 
gegen ihre Wurzel und am Innenwinkel weisslich. 

Vaterland: Brasilien. (Ein mittelmässig gut erhaltenes Exem- 
plar des Königl. Museums.) 


3. Inquinula Mus. Berol. 


Alis ant. niveis, punclis duobus venae transversae nigris, NCc- 
bulis basalibus maculaque supra medium disci, spatium 
costale album terminantibus fusco-griseis, parte alae poslica 
fusco-grisea strigam albam continente. (2.) 


Kleiner als Walchiana 9 mit weniger breiten Hinterflügeln. 

Kopf und Rückenschild rein weiss, Fühler bräunlich mit 
weissem Wurzelgliede. (Taster fehlen.) Rüssel weissschuppig. 
Beine weiss (die vordern fehlen); die mittlern auf dem Rücken 
der Wurzelhälfte der Schienen und des ersten Fussgliedes braun- 
grau; Hinterschiene wenig breiter als der Hinterschenkel, stark 
zusammengedrückt, auf den Schneiden nicht lang behaart. Hin- 
terleib braungrau, am Bauch weiss; Aftergegend ochergelb. 

Vorderflügel 44° lang, in der Gestalt fast wie bei Wal- 
chiana, nur mit merklich längern und einen deutlichen Vorderwin- 
kel bildenden Franzen, daher nach hinten etwas weniger verengt, 
rein weiss mit bräunlich-grauen wolkigen Zeichnungen. Auf der 
Querader sind zwei schwarze Punkte über einander auf weissem 
Grunde. Am Vorderrande sind nahe der Wurzel zwei wellige 
Querschaiten, der zweite stärker, beide nur bis zur Falte reichend. 
Hinter dem 2ten ist ein grosser länglicher Nebelfleck, der sich 
über den 2 Mittelpunkten an die folgende Schattenbinde an- 
schliesst und so einen länglichen, rein weissen Vorderrandfleck 
abschliessen hilft, Die Schaltenbinde geht vom Vorderrande 
schräg nach dem Innenwinkel, ist aussen scharf begränzt, wur- 


396 


zelwärts aber ohne scharfe Begränzung, und durch weissliche 
Stellen gleichsam in zwei Querstreifen aufgelöst. Der Rest des 
Flügels stellt eine oben erweiterte, aussen scharf wellig gesäumte 
braungraue Binde vor, die aber einwärts nicht scharf begränzt 
ist und den Innenwinkel nicht erreicht. Der Hinterrand selbst 
ist eine schmale weisse Linie, die den welligen Rand der dunk- 
lern Färbung scharf begränzt. Die ziemlich langen Franzen sind 
auf der Wurzelhälfte etwas weniger rein weiss, dann grau. 

Hinterflügel am Hinterrande vor der Spitze kaum eingedrückt, 
bräunlich-grau, gegen die Wurzel heller, in der Spitze in einem 
kleinen Raum weiss. Franzen hellgrau. 

Unterseite der Vorderflügel bräunlich-grau mit weisslichem, 
vorn und hinten getrübtem Vorderrand. Hinterflügel heller als 
oben und auf der Wurzelhälfte und am Innenrand weisslich. 

Vaterland: Brasilien bei Para. (Ein ziemlich gut erhaltenes 
Exemplar des Königl. Museums.) | 


4. Binubila Mus. Berol. 
(Fig. 31.) 


Alıs ant. sordide albis, dorso late griseo-suffuso, nebulis dua- 
bus dorsi sirigaque postica obsoleta fuscescenlibus, pun- 
clis marginis postici fuscis. (J‘.) 


In der Grösse und Gestalt der Walchiana Z. Rückenschild 
röthlich-staubgrau. Kopf weisslich. Fühler kaum von Hinter- 
leibslänge, auf einer Seite weisslich, auf der äussern bräunlich, 
dicht haarig gefranzt; Wurzelglied weiss, auf dem Rücken grau- 
bräunlich angelaufen. Taster etwas länger als der Thorax, ziem- 
lich schlank, zusammengedrückt, aufgekrümmt, weiss, 2tes Glied 
am Rande des Rückens von der etwas bräunlich unterlaufenen 
Wurzel aus mit einem tief gelbbraunen, zugespitzten, bis über 
die Mitte reichenden Längsstrich; Endglied mehr als halb so lang, 
zugespitzt, aber nicht scharfspitzig, zusammengedrückt. Rüssel 
weisslich beschuppt. Beine weiss; die vordern auf der Licht- 
seite braungrau; die Schiene auf der Unterseite mit reichlichen 
weissen Haaren. Mittelbeine mit zusammengedrückter Schiene 
und lehmgelblich angelaufenem Fuss. Hinierschiene ziemlich stark, 
zusammengedrückt, auf beiden Schneiden reichlich mit verlänger- 
ten, niederliegenden Schuppen bekleidet. Hinterleib weisslich, nach. 


397 


hinten staubfarbig angelaufen; die Seitenwülste sehr nu Af- 
terbusch stark, hell. 

Vorderflügel 53‘ lang, gestreckt, wie bei Walchiana $ ge- 
staltet, auch am Vorderrande etwas zurückgeschlagen; die Spitze 
etwas schärfer. Grundfarbe unrein weiss, auf der Innenrand- 
hälfte röthlich-staubgrau angelaufen, am Innenrande von der Wur- 
zel aus auf 3 der Länge mit rein weissen Schuppen dicht gefranzt. 
An der Mitte des Innenrandes ist ein grosser bräunlicher Nebel- 
fleck; zwischen ihm und der Basis ein kleinerer, sehr verlosche- 
ner; ein sehr deutlicher, wurzelwärts scharf abgesetzter ist vor 
dem Innenwinkel, und von ihm geht eine sehr verloschene Schat- 
tenlinie schr schräg gegen die Vorderrandmilte. Eine deutlichere 
Schattenlinie geht parallel mit dieser aus dem Innenwinkel, wo sie 
stark verdickt ist. Eine Reihe brauner, anfangs gedrängter Punkte 
geht auf dem Hinterrande und zieht bis in den Vorderrand, wo 
sie vor der Schattenlinie verschwindet. Franzen bräunlich-weiss, 
an der Flügelspitze weiss. 

Hinterflügel zugetpitzt, vor der scharfen Spitze am Hinter- 
rande kaum eingedrückt, weisslich, am Hinterrande auf der Aus- 
senhälfte bräunlich angelaufen; hier ist auch die Hinterrandlinie 
und die weisslichen Franzen etwas verdunkelt. Der Haarbusch 
unter dem Innenrande der Vorderflügel ist lang und blass ocher- 
gelb. 

Unterseite der Vorderflügel braunweisslich, hinten bräunlich- 
grau; der Vorderrand an der Wurzel braun. Hinterflügel unrein 
weisslich, am Vorderrand an der Wurzelhälfte stark erweitert und 
mit bräunlichen, auf der abgewendeten Seite weisslichen, langen, 
gedrängten Haarschuppen, die einen hinten scharf abgeschnitte- 
nen Zahn bilden, besetzt. 

Vaterland: Brasilien bei Cametä. (Ein gutes Exemplar des 
Königl. Museums.) 


Anmerkung. Zwei andere Exemplare des Museums scheinen unter sich 
und von Binubila specifisch verschieden; sie stimmen im Bau mit Binubila 
überein, auch so ziemlich in der Grundfarbe; die Hauptunterschiede würden 
die Innenrandzeichnungen der Vorderflügel geben; aber diese sind offenbar 
grösstentheils verwischt, weshalb bei der grossen WValhrscheinlichkeit, dass 
noch mehrere sehr ähnliche Arten existiren, eine auch noch so genaue Be- 
schreibung keine sichern Merkmale geben würde. 


IX. 26 


398 


3. Basalis n. sp. 


Alis ant. sordide albis griseo-nebulosis, macula humerali fusca, 
macula dorsi ante medium fusco ferrugineoque mixta, pun- 
cto disci poslico nigro; posterioribus cinereis. (J'.) 


Zwei sehr abgeflogene Männchen des Königlichen Museums. 
Rückenschild schmutzig weisslich; Kopf eben so, hinten an den 
Seiten, wie es scheint, grau. Fühler bräunlich, gegen die Wur- 
zel ins Weissliche, mit zarter, borstenartiger Pubescenz gefranzt; 
Wurzelglied halb braun, halb weiss. Taster etwas länger als der 
Thorax, schlank, zusammengedrückt, weiss; zweites Glied ganz 
gleichmässig verdickt, aussen hellbraun; Endglied 3 so lang, fein 
zugespitzt, aussen eiwas bräunlich angelaufen. Rüssel weisslich 
beschuppt. Beine weiss; die vordern auf der Lichtseite gelb- 
braun (wie die übrigen sehr abgerieben); die fast entblösste 
Hinterschiene ist stielrund, wenig zusammengedrückt. Hinterleib 
oben hell bräunlich-grau mit sehr deutlichen Seitenwülsten, star- 
kem, gelblich-weissem, am Ende grauem Afterbusch und weiss- 
lichem Bauch. 

Vorderflügel 54° lang, gestaltet wie bei Walchiana, auch 
mit umgebogenem Vorderrande, schmutzig weiss, wie es scheint, 
mit mehrern grauen Nebeln; zwei solche Nebellinien gehen hinter 
dem schwarzen Queraderpunkt, über die Fläche; die erste krümmt 
sich über dem Punkt stark wurzelwärts und biegt sich dann wie- 
der zum Vorderrand; die 2te verloschenere hat diese Krümmung 
nicht und erweitert sich wie jene gegen den Innenwinkel. Braune 
Schuppen an der Flügelspitze scheinen anzudeuten, dass hier eine 
bindenartige Verdunkelung sich am Hinterrand herabzieht. Die 
Schulter hat einen länglichen, schwarzbraunen, nebligen, einwärts 
nicht scharf begränzten Fleck. Am Innenrande weit vor der Mitte 
ist ein einwärts brauner, innen rostbraun gemischter (zum Theil 
aber durch Abreibung zerstörter) Fleck, von welchem an bis zur 
Basis die Randfläche längere gelblich-weisse Schuppen trägt. (Ob 
der Hinterrand Punkte hat, ist nicht zu erkennen; die Franzen 
fehlen gänzlich.) ; 

Hinterflügel weniger spitz als bei Walchiana, vor der Spitze 
am Hinterrande sehr schwach eingedrückt, bräunlich-grau, an der 
Wurzel und dem Innenrande weisslich. Der verborgene Haar- 
busch hell ochergelb. 


399 


Unterseite der Vorderflügel schmutzig grau, hinten dunkler; 
der Vorderrand an der Wurzel braun. Hinterflügel bräunlich- 
weiss; der starke, starre Schuppenbusch am erweiterten Vorder- 
rande ist hinten schräg zugeschnitten, braun, auf der abgewen- 
deten Seite weisslich. 

Vaterland: Brasilien. 


— aaa 


and 
> 


SO@UMANPWD 


400 


Bedeutung der Figuren 
auf Tafelll. u. IM. 


Depressaria pallorella. 
Kopf derselben. 
Kopf von Depr, dictamnella. 
Vorderflügel von Depr. thapsiella. 
Hinterflügel von Depr. liturella. 
desgl. von Depr. chaerophjylli. 
Kopf von Depr, hirtipalpıs. 
Vorderbeine derselben. 
Abgeschupptes Hinterleibsende 
von Depr. heracliana. 
Vorderflügel von Orthotelia spar- 
ganıella. 


. monströse Schlinge in der Sub- 


dorsalader. 
Hinterflügel derselben. 
Kopf derselben. 
Vordertheil der Puppe derselben. 
Cryptolechia tripustulata, 
Crypt. picta. 
Crypt. Renselariana. 


17. 
18. 
19. 


20. 


21. 


22. 


23. 
24. 


25. 


26. 
27. 
28. 
29. 
50. 
31. 
32. 
33. 


Crypt. loxogrammos, 

Crypt. Schlaegeri, 

Crypt. exarata. 

Crypt. sesquitertia. 

Crypt. tristrigata. 

Loxotoma elegans. 

Vorderbein derselben. 

Auxocrossa Hopfferi. 

Geäder des Vorderflügels dersel- 
ben, soweit es sich ohne Ab- 
schuppung erkennen lässt. 

Mesoptycha nictitans. 

Vorder- u. Mittelbein derselben. 

Männlicher Hinterleib derselben. 

Antaeotricha VValchiana. 

Kopf derselben. 

Antaeotr, binubila, 

Antaeotr. fascicularis. 

Unterseite der Flügel derselben. 


401 


Begister. 


Seite Seite 

Genera. Arenella Reutti (Depr.) . 212 215 

Antaeotricha . » 2° 2... 390 Arenella SV. (Depr.) . . 226 
Auxocrosa - » RER 5) Assimilella Tr, (Depr.). . 212 
Cryptolechia . R f} . o D . 353 Assimilella Z. (Depr.) . ° 2 216 
Cryptophasa anlage te: Name 350 Atomella Steph. (Depr.) . . 215 
Depressaria . © x. . + 19% Atomella SP, (Depr.) . . 220 
Exaeretia - » ie 1 Atomosa Haw. (Depr,) ir an.a. 2280 
Tosbiama.; ar .s anne. 2.988 Badia Haw. (Depr.). . . . 330 
Mesoptycha f RER X! Badiella H. (Depr. . . . 306 


eg Pahiensis’Perty Chrntol) > 365 
Basalis (Antaeotr.) . . . 398 


‚ Species Bicolor (Cryptol,) ». . . . 33 
Adspersella Koll. (Depr.) . 259 Binubila MB. (Antaeotr.) . 396 
Aegopodiella H, (Agon.) . - 320 Biluntii Curt. (Depr.) . . . 294 
Albacosta Lew. (Crypt.) . 350 Boieella Freyer (Tin.) . .„ . 254 
Albana F. (Pyr.) , » » . + 364 Caprella Staint. (Depr,) . . 274 
Albella Z. (Cryptol.) . « - 377 Capreolella Z, (Depr.) . . 274 
Albicilla (Cryptol.) . . » 371 Carduella HM. (Depr.). . . 268 
Albidella Zv. (Haem.) - » . 238 Castella Z. (Cryptol,). . . 8357 
Albipuncta Haw. (Depr. - . 320 Chaerophylli Z. (Depr,) . 330 
Albipunctella 4. (Depr.) . 319  Chaerophyllinella HS, „ . . 330 
Allisella Staint. (Exaer.) . 194 Characterella SV. (Tin) . . 250 
Alströmerella ZH. (Agon.) . . 2338 Characterosa Haw. (Depr.) 7, 799g 
Alströmeri Haw. (Depr.) . » 238 Cerefolii etz (Phal.) TO 
Alströmeriana L. (Depr.). 238 Cervicella HS. (Depr.).. . 310 
Alströmiana Z. (Phal.) . » » 238 Cicutella A. (Tin) . . . . 270 
Altaica (Depr.) - » . 809  CGiliella Staint. (Depr.) 7 | 
Angelicella H. Dip). . 230 Ciniflonella Lienig (Depr,) 255 
Apicella Steph. (Depr.) » . . 809 Gnicella Tr. (Depr.). » . 289 
Apiella H. (Tin.) - « » .» . 339 Collarella Zetterst. (Haem.) . 294 
Apiosa Haw. (Depr.) - » . 315 Conterminella Z, (Depr.) 245 
Applana Fabr. (Depr.) , . 270 Corticinella (Depr.) . . 328 
Applanella F. (Tin). . » . 270 CGostosa Haw. (Depr.) , . 198 


Seite Seite 
Culcitella HS. (Depr.) . . 206 Ignobilis (Cryptol.) . . . 361 
Curvipunctosa Haw. (Depr.) . 245 Immaculana Stph. (Depr.). . 227 
Daucella SV. (Tin.). . » . 30 Immunda (Cryptl,) . . . 360 
Daucella Tr. (Haem.) . . . 339 Impurella Tr. (Depr.) . . 357 
Decora (Cryptol.) . . . » 3759 Imcarnatella (Depr.). . . 266 
Depressana Z. (Depr.) . -» . 294 Imdecora (Cryptol.) . » „ 376 
Depressella HS, . . . » » 275 Inquinula MB. (Antacotr.) . 395 
Depressella A. (Depr). „ 294  Intermediella Staint, (Depr.) 224. 235 
Depuncetella 4. (Tin) . . . 198 Irrorata Lewin (Cryptoph.).. 352 
Dictamnella Tr. (Depr.) . 344 Irrorella Stph. (Depr.) - . . 212 
Discipunctella HS. (Depr.) 318 Kolları (Depr) . . . . . 336 
Disjecta (Cryptol.) . . . 868 _ Lacteella F. (Tin) . ... ... 864 
Doronicella Wocke (Depr.) . 207 Laterelia SF. (Depr.) . . 263 


Dorsella. F. (Tin), ....% .»..393 Ledereri{Bepr.). .,. 248 
Douglasella Sfaint. Ren: 334 Leuceillana MB. ei. 370 
Elegans (Loxot.)! . . 384 Libanotidella Zteutti (Depr.) . 299 
Emeritella Zfeyden (Bepr ” 322 Libanotidella ns 

Exarata MB, (Crypiol.) . . 378 (Depr.) - 5 ... 301 
Fasicularis (Antaeotr.) . . 393 Litura Z. (Cryptol) . 8369 


Ferulae Z. (Depr.) . . » 292 Liturella SV. (Depr.) «200 
Flava Z, (Cryptol.) . . » 357 Liturella HS. (Dep) . . . 242 
Flavella H. (Tin) . . . . 201 Liturosa Haw, (Depr.) . . . 243 
Flavosa Haw. (Depr.) - -» - 201 Loxogrammos (Cryptol.) . 367 
Furvella Tr. (Depr.). » „ 287 Miserella AS, (Depr.) . . . 335 
Gilvella H. (Tin) . .» . . 226 Monilella SY. (Tin). . . . 238 
Gilvosa Haw, (Depr.) -. . „ 227 Morionella Z. (Depr-) » . . 206 
Gilvosa Haw, (Depr.) . . . 233 Nanatella Staint. (Depr.) . 216 
Grandaeva MB. (Cryptol.) . 381 Nervosa Haw. (Depr.) . . 339 
Grandis Perty (Cryptol.) . 378 Nictitans MB. (Mesopt.) . 389 
Granulosella Staint. (Depr.) 277 Ocellana F. (Depr.) . . » 2350 
Griseana F (Pyr.) . .„ 391. 3985 Olerella (Depr.). - „. . . 8337 
Griseanum Z. (Stenom.) - 391 Pallorella Z. (Depr.) . . 204 
Hepatarıella Lienig (Depr.) 290 Parilella Fteutti (Depr.) ». . . 280 
Heracleana Steph. (Depr.) . - 312 Parilella Tr. (Depr.). . . 283 
Heracleella Zetterst. (Haem.) . 270 Pastinacella Dup. (Haem.) . . 306 
Heraclei Jtetz. (Phal.) » » . 312 Pastinacella Dup. (Häm.) . . 312 
Heracliana Deg. (Phal.).. „ » 270 Pastinacella Staint. (Depr.) . 318 
Heracliana Deg. (Depr.) .„ 312 Peloritanella Z. (Depr.). . . 278 
Heracliella Dup, (Haem,) . . 235 Petasitis Standf. (Depr.) . 229 
Heracliella Tr. (Haem.) . .„ 263 Picta (Cryptol.) . . . 862 
Heydenii (Depr.) » . » » 296 Pimpinellae Z. .. 298 
Hirtipalpis (Deps.).i% iu 342 Propinquella Tr. (Depr.) Re Y 
Hopfferi (Auxoer.) - . . . 386 Puella H. (Tin.) ta 8 u 
Humerella Dup. (Haem.) . » 283 Pulcherrimella Staint, 

Hypericella Tr, (Depr.) , 242 (Depr.) ». . » 3 
Hypericella H. (Tin.) ER 2, 225 Pultenae Lew. ORRRRBRSE . 852 


Pultenaeae Thon (Crypt.) » 
Pulverella Tr. (Haem.) . - 

Pulverella Ev. (Haem.) . . . 
Purpurea Haw. (Depr.).. . 
Putrida Haw. (Depr.) - . 
Putridella SF. (Depr). . 
Putridella Siph. (Depr.). . . 
Renselariana Cr. (Cryptol.) 
Respersella Tr. (Haem.) . . 
Retiferella Koll. (Depr.) 

Rhodochrella HS. (Depr.) 
Rotundella Dougl. (Depr.) 
Rubescens Zew. (Cryptoph.) 
Bubidella 4. (Tin.) , . .» 


Rubidella Dup, (Haem.) . 268. 


Rubricella SV. (Tin) . . . 
Schlaegeri (Cryptol.). » . 
Schmidtella Mann (Depr.) 
Sesquitertia (Cryptol.) , . 
Signella 4. (Tin.).. 2 
Signiferella 4. (Tin) . 
‚Signosa Haw. (Depr.) ; 
Sordidatella Tengstr. (Depr.) . 
Sparganella Thunb. (Tin.) . 
Sparganiella Thög. (Orth.) 
Sparmanniana F. (Pyr.). : 
Sparrmanniana Stph, (Depr.) . 
Spartiana 4. (Tortr.). in 
Straminella Z. (Cryptol.) - 
Strigata Lew. (Cryptoph,) 


403 


Seite 
352 
220 
299 
240 
253 
218 
253 
365 
220 
224 
231 
278 
352 
267 
280 
339 
372 
207 
379 
250 
250 
250 
259 
347 
347 
201 
201 
198 
356 
353 


Subflavella FR. (Depr.) . 


Subpropinquella Xtaint. 


(Depr.) . oe 
Tenera (Cryptol.) , . 
Tenebricosa (Depr.) . 
Thapsiae AS. . ...., 
Thapsiella Z. (Depr.) 
Tostella 4. (Tin.) . 


K 


Tripustulata (Cryptol.) - 


Tristrigata (Cryptol.) 
Ulicetella Staint. (Depr.) 
Ultimella Staint. (Depr.) 


. 


Umbellana Stph. (Depr.) 


Umbellana Fabr. (Pyr.). 


Umbellarum Haw. (Depr.) 
Umbellella Ztist, (Haem.) . 


Uncinella (Cryptol.) 
Vaccinella H. (Tin.) , , 


Vacciniella Feutti (Depr.) . 
Veneficella Z. (Depr.) . 


Veneneficella HS. . . .» 
Venosa Haw. (Depr.) 
Ventosella Reutti (Depr.) 


” 


, 


Walchiana Cr. (Antaeotr,) . 
Weirella Staint. (Depr.) 


Yeatiana Thunb, (Tortr.) 
Yeatıana F. (Depr.) 
Yeatiella 4, (Tin) . 
Zephyrella H, (Tin.).. 


E 2 


” 


2 


Seite 
229 


235 
364 
324 
261 
261 
347 
358 
382 
210 
339 
210 
312 
210 
312 
355 
240 
241 
304 
304 
347 
253 
391 
315 
226 
252 
235 
276 


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- 108 - 
- 124 - 
- 129 - 
- 146 - 
- 158 - 
- 159 - 
- 161 - 
- 165 - 
- 216 - 


Druckfehler in Linnaea IX. 


. statt: je 1. ja. 


seitlichs tärker I. seitlich stärker. 
ausgehärten I, ausgehärteten. 
oben Il. aber. 

anl. von, 

1 - 11771 30 

Schuterbeulen Il. Schulterbeulen, 
mittlere I. mittleren. 

beil.. Bei, 

braun Il. kaum. 

welcher I. welchem. 

und |. im. 

seidenarlig I. seidenartig. 
bipuntatus I. bipunctatus, 
hellgeben I, hellgelben. 
Exemplars .. Exemplare. 

Aube Il. Aube, 


Murudabad, Almosal. Muradabad, Almora 


unktirt ]. punktirt. 
vordern I. vordere 
Puntirung Il. Punktirung, 
vordern |. vordere. 
hintern |, hintere. 
‚diel.. Die 
rostgelbt 1. rostgelb, 
flachen |, solchen, 
‚diel,. Die 

Anguste I. Auguste. 
Flek l. Fleck. 

Käfer I, Körper, 
jederseits I. innerseits, 
Massorie I, Mussorie, 
Solis I. solis. 


vorhergehenden Arten I, vorhergehende 


Art. 
striatis |. striata 
baud I, haud. 


assimitella |. assımilella. 


u 


Sinnaeca .entom., Iom. I. i | ZaBSL, 


Ps. camjtesirts. LPs. saltuum. 


6. 
L’s. globosts. Sr. guadrıcolor: Les. vescalts. 


Ps. ruptestrts. Po. saltuum. Ls. campestris. 


4. 5 6 


Ps. vestals. Ps. guadrtcolor: Ps. ‚globosus. 


5 = 7 - = - 
bemmuenger del. Hawenschteber Se. 


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